Unheimliche Kreml-Connection: Ein Oligarch zahlte für die Hochzeit von Trumps Sohn
Ein sanktionierter russischer Oligarch hat die Luxushochzeit von Donald «Don» Trump Jr. auf den Bahamas mitfinanziert. Das berichtet das US-Recherchenetzwerk ProPublica unter Berufung auf interne Unterlagen sowie Gespräche mit Dutzenden Beteiligten und Insidern.
Demnach übernahm Umar Kremlew, ein Geschäftsmann mit engen Verbindungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin, Ausgaben in der Höhe von mehreren Hunderttausend Dollar. Bezahlt worden seien unter anderem die Miete einer Privatinsel für die Hochzeitsgesellschaft (mindestens 100'000 Dollar), ein Feuerwerk (70'000 Dollar) sowie weitere kostspielige Programmpunkte.
Finanziert worden seien die Zahlungen über eine in Dubai ansässige Gesellschaft, die mit der International Boxing Association (IBA) verbunden ist, deren Präsident Kremlew ist. Angesichts des Privatvermögens des ältesten Trump-Sohns von geschätzten 300 Millionen Dollar hätte er die Hochzeit locker aus der eigenen Tasche berappen können, finden Kritiker.
Die dreitägige Hochzeit zwischen Donald Trump Jr. und der 39-jährigen Influencerin Bettina Anderson fand Ende Mai auf zwei exklusiven Privatinseln der Bahamas statt, von denen eine im James-Bond-Streifen «Casino Royale» als Drehort diente. Es nahmen rund 50 Gäste teil. Der US-Präsident selbst war nicht anwesend, dafür aber Familienmitglieder wie Dons jüngerer Bruder Eric sowie Schwiegersohn Jared Kushner.
Neben diesen Angehörigen seien aber auch mehrere russische Gäste angereist, darunter Kremlew sowie enge Mitarbeiter und Geschäftspartner. Andere Hochzeitsgäste hätten sich über deren Anwesenheit gewundert, schreibt die Non-Profit-Organisation. Auffällig sei zudem, dass die Russen auf den später veröffentlichten Fotos und Videos praktisch nie zu sehen seien.
Nationale Sicherheitsexperten von FBI und anderen Organisationen äusserten gegenüber den US-Rechercheuren erhebliche Bedenken. Wer einem Angehörigen der Präsidentenfamilie eine derart grosszügige Gefälligkeit erweise, könne sich später Gegenleistungen erhoffen. Besonders heikel sei dies, weil Kremlew als enger Vertrauter Putins gilt, und Russland seit Jahren versucht, Kontakte in politische Machtzirkel der USA aufzubauen.
Verwickelt ins russische Wettgeschäft
Warum Kremlew die Kosten übernahm, bleibt unklar. Trump Jr. selbst widerspricht den Zahlungen nicht. Sein Sprecher erklärte, Kremlew sei ein persönlicher Freund, zu dem keine geschäftliche Beziehung bestehe. Kennengelernt hätten sich die beiden über gemeinsame Bekannte aus der Jagd- und Boxsportszene. Auch Kremlews Sprecher bestätigte eine freundschaftliche Beziehung. Politische Gespräche habe es nie gegeben.
Der 43-jährige Kremlew zählt zu den schillerndsten Figuren der russischen Wirtschaft und figuriert auf mehreren ukrainischen Sanktionslisten. Nach Recherchen unabhängiger Medien stieg der frühere Präsident des russischen Boxverbands dank seiner Nähe zum Kreml zu einem einflussreichen Unternehmer auf und soll heute grossen Einfluss auf das russische Wett- und Buchmachergeschäft ausüben.
Zudem steht er an der Spitze der IBA, die jahrelang vom russischen Staatskonzern Gazprom finanziert wurde. Das Internationale Olympische Komitee entzog dem Verband 2023 wegen Governance-Problemen und mangelnder Transparenz bei der Finanzierung die Zuständigkeit für das olympische Boxturnier. 2020 wurde Kremlew von Putin mit einem hohen Verdienstorden ausgezeichnet.
Die Verbindung zwischen Trump Jr. und dem Russen reicht laut der aktuellen Recherche mindestens bis 2025 zurück. Damals trat der Sohn des US-Präsidenten bei einer Veranstaltung der IBA in Istanbul auf und diskutierte gemeinsam mit Kremlew über den Boxsport. In einer Mitteilung kündigte die Organisation später an, die Zusammenarbeit werde «nicht symbolisch bleiben», sondern fortgesetzt.
Die Nähe der US-Präsidentenfamilie zu Russland ist immer wieder Gegenstand von Spekulationen und Anlass zu internationaler Besorgnis. Zahlreiche Analysten werfen Donald Trump seit Amtsbeginn die Übernahme russischer Positionen und bei Verhandlungen die Begünstigung der Kreml-Seite vor. Gerade erst hat Trump dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski öffentlich die Schuld an den hohen Erdöl- und Benzinpreisen zugeschoben.
Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben






Kleines Vademecum für Kommentarschreiber
Wie ein Kommentar veröffentlicht wird – und warum nicht.
Wir halten dafür: Wer sich an den gedeckten Tisch setzt, hat sich zu benehmen. Selbstverständlich darf an der gebotenen Kost gemäkelt und rumgestochert werden. Aber keinesfalls gerülpst oder gefurzt.
Der Gastgeber bestimmt, was für ihn die Anstandsregeln sind, und ab wo sie überschritten werden. Das hat überhaupt nichts mit Zensur zu tun; jedem Kommentarschreiber ist es freigestellt, seine Meinung auf seinem eigenen Blog zu veröffentlichen.
Jeder Artikel, der auf vaterland.li erscheint, ist namentlich gezeichnet. Deshalb werden wir zukünftig die Verwendung von Pseudonymen – ausser, es liegen triftige Gründe vor – nicht mehr dulden.
Kommentare, die sich nicht an diese Regeln halten, werden gelöscht. Darüber wird keine Korrespondenz geführt. Wiederholungstäter werden auf die Blacklist gesetzt; weitere Kommentare von ihnen wandern direkt in den Papierkorb.
Es ist vor allem im Internet so, dass zu grosse Freiheit und der Schutz durch Anonymität leider nicht allen guttut. Deshalb müssen Massnahmen ergriffen werden, um diejenigen zu schützen, die an einem Austausch von Argumenten oder Meinungen ernsthaft interessiert sind.
Bei der Veröffentlichung hilft ungemein, wenn sich der Kommentar auf den Inhalt des Artikels bezieht, im besten Fall sogar Argumente anführt. Unqualifizierte und allgemeine Pöbeleien werden nicht geduldet. Infights zwischen Kommentarschreibern nur sehr begrenzt.
Damit verhindern wir, dass sich seriöse Kommentatoren abwenden, weil sie nicht im Umfeld einer lautstarken Stammtischrauferei auftauchen möchten.
Wir teilen manchmal hart aus, wir stecken auch problemlos ein. Aber unser Austeilen ist immer argumentativ abgestützt. Das ist auch bei Repliken zu beachten.
Wenn Sie dieses Vademecum nicht beachten, ist das die letzte Warnung. Sollte auch Ihr nächster Kommentar nicht diesen Regeln entsprechen, kommen Sie auf die Blacklist.
Redaktion Vaterland.li
Diese Regeln haben wir mit freundlicher Genehmigung von www.zackbum.ch übernommen.