Susan Sarandon bei Netanyahu-Demo verhaftet: Wird Palästina nur zur Nebensache?
200 Menschen demonstrierten in New York – und mittendrin auch eine Oscargewinnerin. Susan Sarandon protestierte gegen den Auftritt des israelischen Ministerpräsidenten vor der UN‑Generalversammlung. Auf ihrem T-Shirt stand: «Fund people, not bombs» – «Finanziert Menschen, nicht Bomben.»
Und der «Thelma & Louise»-Star war keineswegs der einzige Promi, der in Handschellen landete. Auch «Hacks»-Star Hannah Einbinder wurde abgeführt. Ob gegen die Schauspielerinnen Anklage erhoben wird, steht noch nicht fest. Doch sie waren nur zwei von insgesamt 104 Personen, die verhaftet wurden, weil sie sich weigerten, eine Sitzaktion auf der First Avenue aufzulösen.
Auch «Sex And The City»-Star Cynthia Nixon, Schauspieler Elliot Page und Model Indya Moore protestierten lautstark bei der Kundgebung, die von der linken, antizionistischen Gruppierung «Jewish Voice for Peace» organisiert wurde.
Das sorgt auch auf Promi-Portalen für Schlagzeilen – doch Hannah Einbinder fordert ihre Fans auf, den Blick nicht auf die Festnahmen zu richten: «Genozid ist die Schlagzeile, und es ist Zeit, dass er endet.»

Netanyahu kontert, doch Fans jubeln
In seiner Rede – bei der zahlreiche Delegierte aus Protest den Saal verliessen – verurteilte Benjamin Netanyahu die Promis als «scheinheilige Menschenrechtsaktivisten» und fragte, wo sie gewesen seien, als iranische Sicherheitskräfte im Januar Tausende töteten: «Habt ihr Massendemos organisiert? Hungerstreiks?»
Von Fans gibt es allerdings viel Lob. «Absolute Königinnen», nennt sie ein Instagram-User in einem Kommentar. «Sie hat mehr Konsequenzen für ihren Protest gegen einen Völkermord getragen als Netanyahu für dessen Verursachung», schreibt ein anderer über Susan Sarandon.
Für den 79-jährigen Hollywoodstar ist es tatsächlich längst nicht die erste Begegnung mit den Folgen ihrer politischen Äusserungen: Nachdem sie bereits 2023 an einer Pro-Palästina-Demonstration teilnahm, hatte ihre Agentur United Talent Agency sich von ihr getrennt. Laut eigener Aussage soll sie auch mehrere Filmrollen deswegen verloren haben.

Macklemore geht auf Tour, Ed Sheerans Fans beschweren sich
Während in New York abgeführt wird, geht anderswo die Show weiter – ebenfalls nach negativen Konsequenzen. Macklemore wurde kürzlich nach seiner «Free Palestine»-Kontroverse aus Ed Sheerans Tour geworfen. Doch der Rapper lässt sich nicht ausbremsen: «Wie ihr wisst, ist mein Terminkalender nun etwas freier», schreibt er sarkastisch auf Instagram.
Die freie Zeit nutzt er nun und stampft eine ganze «Free Palestine»-Tour aus dem Boden. Geplant sind Konzerte in Dublin, Paris und London, wie er auf Instagram ankündigt. Die Einnahmen sollen an Organisationen gespendet werden, die das palästinensische Volk unterstützen.
Derweil gibt Ed Sheeran weiter zu reden. Laut der Generalstaatsanwältin von Massachusetts haben rund 200 Konzertbesucher Beschwerde eingereicht, weil sie von Ticketmaster keine Rückerstattung für Sheerans Shows bekamen. Sie wollen ihr Geld zurück, weil sie über Macklemores Rausschmiss sauer sind. Anwältin Andrea Campbell schaltete sich ein und forderte Ticketmaster zum Geldzurückgeben auf.
All das lenkt die Aufmerksamkeit zwar weiter auf Palästina. Doch wird es, wie Schauspielerin Hannah Einbinder hofft, die Schlagzeile oder bleibt der Genozid nur ein Nebensatz?
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