Drei Schwerverletzte nach Sprengstoffexplosion – Täter flüchtig
Bei der Explosion eines Sprengsatzes am Eingang eines Wohngebäudes sind drei Menschen schwer verletzt worden. Französische und ukrainische Medien berichten, bei den Verletzten handle es sich um einen ukrainischen Immobilien- beziehungsweise Bauunternehmer und dessen Familie. Offiziell wurden die Identitäten bislang nicht bestätigt. Nach Angaben der ukrainischen Nachrichtenseite «Ukrainska Pravda» war der Unternehmer 2023 wegen mutmasslicher Verbindungen zu Russland mit ukrainischen Sanktionen belegt worden.
Explosion am Abend
Die Explosion ereignete sich nach Angaben von Monacos Staatsminister Christophe Mirmand am Montagabend gegen 21 Uhr an einem Platz nahe der französischen Grenze. Zwei Erwachsene und ein Kind wurden verletzt und in Krankenhäuser in Frankreich gebracht. Medien zufolge sollen zwei der Verletzten lebensbedrohlich verletzt worden sein. Weitere Personen erlitten demnach Schnittverletzungen und Schocks.
Ob es sich um einen gezielten Anschlag handelte, wollte Mirmand zunächst nicht bestätigen. «Ein Ereignis dieser Art hat sich im Fürstentum noch nie ereignet», sagte der Regierungschef. Das Motiv werde noch untersucht.
Verdächtiger nach Frankreich geflüchtet
Medienberichten zufolge explodierte ein Sprengstoffpaket. Überwachungskameras sollen kurz vor der Explosion eine Person gefilmt haben, die einen Rucksack am Tatort abstellte und anschliessend flüchtete. Der Verdächtige habe die Grenze zu Fuss nach Frankreich überquert und sei anhand von Videoaufnahmen aus dem Fürstentum und der benachbarten französischen Stadt Beausoleil identifiziert worden, sagte Mirmand. Ein Vertreter der französischen Nationalpolizei erklärte, französische Einsatzkräfte unterstützten die Fahndung und die Ermittlungen, nannte jedoch keine weiteren Einzelheiten.
Das betroffene Gebäude befindet sich nahe der Grenze zu Frankreich. Der Verdächtige soll in Richtung der französischen Stadt Beausoleil geflohen sein. Medien veröffentlichten ein Überwachungsbild, das einen rennenden Mann mit dunklem Hut zeigen soll.
Grossaufgebot und politische Reaktionen
Zahlreiche Rettungskräfte waren im Einsatz. Nach Angaben Mirmands befanden sich rund 50 Feuerwehrleute und mehr als 80 Sicherheitskräfte vor Ort. Auch französische Rettungskräfte rückten aus Kreisen des französischen Innenministeriums zufolge zur Unterstützung an. Zudem wurde eine enge Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden beider Länder eingerichtet, um den flüchtigen Verdächtigen aufzuspüren.
Monacos Staatsoberhaupt Fürst Albert II. sprach von einer «abscheulichen Tat» beziehungsweise einer «kriminellen Explosion», die einen «Schock für die gesamte monegassische Gemeinschaft» darstelle. Sämtliche zuständigen Behörden seien gemeinsam mit den französischen Sicherheitskräften mobilisiert. Man vertraue darauf, dass die Umstände der Tragödie rasch aufgeklärt, die Verantwortlichen identifiziert und die notwendigen Konsequenzen gezogen würden.
Der Bürgermeister der südfranzösischen Stadt Nizza, Éric Ciotti, bezeichnete den Vorfall auf der Plattform X als «Anschlag». Es sei eine «Tragödie, die Monaco erschüttert», schrieb er und sprach den Sicherheits- und Rettungskräften seine Unterstützung aus. (dpa)
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