Regierungstruppen im Jemen erobern Gebiete von Huthi zurück ++ Zwei Männer bei israelischen Angriffen getötet
21:27 Uhr
Sonntag, 20. September
Regierungstruppen im Jemen erobern Gebiete von Huthi zurück
Im Jemen gehen die schweren Kämpfe zwischen der Huthi-Miliz und Truppen der international anerkannten Regierung weiter. Diese eroberten im Westen der Provinz Tais mehrere Gebiete von den Huthi zurück, wie es aus Kreisen der Regierungstruppen hiess. Die bergige Region überblickt die wichtige Meerenge Bab al-Mandab. In den umkämpften Gebieten gebe es aber weder für die Huthi noch für die Regierungstruppen und ihre Verbündeten einen Durchbruch oder einen strategischen Erfolg. Auch Beobachter in Tais sprachen von einem «Hin und Her» bei den Gefechten ohne bedeutende Fortschritte.
Ein Armeesprecher teilte mit, die Regierungstruppen hätten unter anderem Artillerie-Stellungen der Huthi-Miliz in der Provinz Marib zerstört.
Saudische Kampfflugzeuge griffen nach Huthi-Angaben einen Sendemast in al-Dschauf im Jemen an. Saudische Streitkräfte hätten auch Ziele in der jemenitischen Provinz Saada nahe der Grenze mit Artillerie beschossen, berichtete die Huthi-Fernsehsender Al-Masirah. Aus Saudi-Arabien gab es dazu keine Angaben. Das Land unterstützt in dem Konflikt die jemenitische Regierung.
Angriffe auf Huthi-Fahrzeuge und Kasernen
Die Huthi waren bei einer Blitzoffensive nach Süden vorgerückt und hatten unter anderem die Stadt Mokka an der Küste zum Roten Meer eingenommen. Derzeit kämpfen sie im Südwesten im Kahbub-Gebirge gegen die sogenannten Riesen-Brigaden, eine mit der Regierung verbündeten Miliz. Diese berichteten von neuen Angriffen auf Stellungen der Huthi sowie Fahrzeuge und Kasernen. Zudem schossen sie nach eigenen Angaben mehrere Drohnen der Huthi ab.
Seit dem Vormarsch können die Huthi etwa Handelsschiffe rund um die Meerenge Bab al-Mandab noch stärker angreifen als zuvor. Sie haben erneut auch Öl-Infrastruktur in Saudi-Arabien angegriffen. Die USA haben als wichtiger Verbündeter des Königreichs bisher davon abgesehen, mit Angriffen im Jemen erneut in den Konflikt einzugreifen. Das US-Militär bombardierte dort im Frühjahr 2025 wiederholt Ziele im Versuch, Angriffe der Miliz auf die Schifffahrt zu stoppen. Die USA beendeten ihre Angriffe erst nach Vermittlung Omans. (dpa)
14:31 Uhr
Sonntag, 20. September
Irans Militär richtet Drohungen an USA und deren Verbündete
Das iranische Militär warnt die USA vor neuen Angriffen auf das Land. Das militärische Hauptquartier Chatam al-Anbija, das in Kriegszeiten das Kommando im Generalstab übernimmt, erklärte laut Nachrichtenagentur Fars, alle Stützpunkte und Interessen der USA in der Region würden ohne jegliche Einschränkung oder Rücksichtnahme kontinuierlichen, wirksamen und schmerzhaften Angriffen ausgesetzt sein. Alle Länder in der Region, die einen Angriff der USA unterstützten, würden als Komplizen betrachtet. Sie könnten keine Zurückhaltung oder Nachsicht erwarten.
Das Militär beruft sich auf unbestätigte Berichte über ein Treffen von US-Vertretern in einem europäischen Land, bei dem Vereinbarungen über erneute Angriffe auf den Iran getroffen worden sein sollen. Einige arabische Länder in der Region sollen grünes Licht gegeben haben. (dpa)
06:24 Uhr
Sonntag, 20. September
Sohn des Generaldirektors von Gaza-Gesundheitsministerium getötet
Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen sind nach Angaben des Schifa-Krankenhauses und des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums zwei Männer getötet worden. Bei einem der Getöteten soll es sich um den Sohn des Generaldirektors des Ministeriums handeln. Der Mann sei in Dschabalia von einem Angriff getroffen worden, hiess es. Das zweite Todesopfer habe es in einem Viertel der Stadt Gaza gegeben.
Das israelische Militär teilte am Samstag mit, es seien mehrere militärische Funktionäre attackiert worden. Weitere Details würden später bekanntgegeben. (dpa)
06:22 Uhr
Sonntag, 20. September
UNRWA: Mehr als 280.000 Kinder im Gazastreifen erhalten Unterricht
Im kriegszerstörten Gazastreifen erhalten nach Angaben des UN-Palästinenserhilfswerks (UNRWA) mehr als 280.000 Kinder wieder Schulunterricht. Nach Jahren des Krieges finde der Unterricht in Zelten und beschädigten Klassenräumen statt.
In einer von UNRWA betriebenen Schule in Nuseirat fehlen in einigen Klassenräumen die Tische. Die Kinder sitzen dort auf Decken auf dem Boden. Für manche Familien bringe die Rückkehr in die Schule dennoch ein Stück des vertrauten Alltags zurück, der durch den Krieg verloren gegangen sei, hiess es.
Der Leiter des UNRWA-Bildungsprogramms, Tawfik al-Hurani, sagte, die Organisation wolle wieder Bedingungen schaffen wie vor drei Jahren. Damals habe das Hilfswerk 182 vollständig ausgestattete Schulen betrieben. 95 Prozent davon seien inzwischen verloren gegangen. (dpa)
21:04 Uhr
Samstag, 19. September
Signal aus Teheran: Iran will zurück zu Rahmenabkommen
Der Iran signalisiert nach Angaben seines obersten Sicherheitskoordinators, Mohsen Resai, die Bereitschaft zur Beendigung des Krieges mit den USA auf Grundlage des im Juni abgeschlossenen Rahmenabkommens. Der Generalsekretär des mächtigen Nationalen Sicherheitsrats im Iran sagte dem arabischen Fernsehsender Al Jazeera, Bedingungen seien eine Beendigung des Krieges an allen Fronten, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte sowie ein Ende der US-Seeblockade. Diese Punkte sind in dem Rahmenabkommen mit den USA enthalten.
Resai erklärte ausserdem, dass der Iran ein Ende des Krieges zwischen der Huthi-Miliz im Jemen und Saudi-Arabien anstrebe.
Mit Rahmenabkommen Weg für weitere Verhandlungen ebnen
Die USA und der Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen unterzeichnet, mit dem der Weg zu einem endgültigen Abkommen über eine dauerhafte Beendigung des Krieges freigemacht werden sollte. Die Parteien verpflichteten sich, innerhalb von zunächst 60 Tagen ein endgültiges Abkommen auszuhandeln. Eine Verlängerung sollte einvernehmlich möglich sein. Dies ist nicht geschehen.
Die 14 Punkte beinhalteten auch, dass der Iran sich nach besten Kräften um eine sichere und gebührenfreie Durchfahrt von Handelsschiffen durch die Strasse von Hormus für 60 Tage bemühen sollte. Insbesondere dieser Passus löste neuen Streit zwischen der US-Regierung und der iranischen Führung aus.
Die USA sollten im Gegenzug die Seeblockade iranischer Schiffe und Häfen beenden. Washington sagte zu, eingefrorene iranische Vermögenswerte wieder freizugeben. Die konkreten Verfahren und Beträge sollten während der anschliessenden Verhandlungen festgelegt werden. (dpa)
06:39 Uhr
Samstag, 19. September
Ex-US-Sicherheitsberater wirft Trump im Iran massive Versäumnisse vor
Der frühere Nationale Sicherheitsberater der USA, John Bolton, wirft US-Präsident Donald Trump im Krieg gegen den Iran massive Versäumnisse vor. «Trump entscheidet, ohne die Folgen zu bedenken, ohne mögliche Szenarien durchzuspielen. Das hat ihn in eine Lage gebracht, aus der er heute keinen Ausweg weiss», sagte Bolton mit Blick auf den Krieg im «Interview der Woche» des Deutschlandfunks. «Die entscheidende Frage ist, welches Ziel man mit militärischer Gewalt verfolgt.»
Bolton warf Trump zudem mangelhafte Informationspolitik vor. Der Republikaner habe weder die US-Bevölkerung noch den Kongress von der Notwendigkeit eines Militäreinsatzes im Iran überzeugt. Er habe weder die Nato noch die Golfstaaten informiert, auch nicht Japan oder Südkorea. Und vor allem habe er nicht mit dem Widerstand im Iran zusammengearbeitet.
«Der ist sehr verbreitet, wenn auch schlecht organisiert», sagte Bolton. Trump hätte die Opposition fragen können, ob sie Geld, Kommunikationsmittel oder Waffen benötigte. «Menschen im Land könnten das Regime weiter destabilisieren, bis es sich nicht mehr halten kann.»
All das brauche Zeit, sagte Bolton. Diese Zeit habe Trump sich nicht genommen. «Deshalb hat er, wie so oft, nicht durchdacht, was sein Ziel ist und was nötig wäre, um es zu erreichen.» Er wisse nicht, was Trump mit den Angriffen vom 28. Februar habe erreichen wollen. «Falls es ein Regimewechsel war, hat er nichts dafür vorbereitet. Ein Ziel zu benennen heisst nicht, dass es per Fingerschnipsen passiert.»
Die USA und Israel hatten am 28. Februar gemeinsam den Krieg gegen den Iran begonnen, der mit Gegenangriffen in der Region reagierte. Der Konflikt dauert nun schon fast sieben Monate an.
Bolton war in Trumps erster Amtszeit (2017-2021) zeitweise dessen Nationaler Sicherheitsberater. Der langjährige Diplomat, der als aussenpolitischer Hardliner gilt, trat nach rund eineinhalb Jahren im Amt im Streit mit Trump zurück. Im Anschluss wurde er zu einem seiner schärfsten Kritiker: 2020 veröffentlichte Bolton ein Enthüllungsbuch, in dem er ein vernichtendes Bild von Trump zeichnete. Die Trump-Regierung hatte vergeblich versucht, die Publikation zu stoppen. (dpa)
16:06 Uhr
Freitag, 18. September
Saudi-Arabien: Kein Rohöl für mindestens 2 Kunden in Europa
Die saudische Erdölfördergesellschaft hat mindestens zwei Ölraffinerie-Kunden in Europa mitgeteilt, dass man im nächsten Monat kein Rohöl liefern werde. Das meldet Bloomberg unter Berufung auf mehrere mit dem Beschluss vertraute Quellen.
Die wichtige Ost-West-Pipeline, die unter Umgehung der faktisch blockierten Strasse von Hormus grosse Mengen Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen kann, war kürzlich nach Drohnenangriffen auf die Leitung vorsorglich stillgelegt worden. Sie soll innerhalb weniger Tage teilweise wieder in Betrieb genommen werden und innerhalb von sechs Wochen vollständig betriebsbereit sein, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person gegenüber «Bloomberg».
Seit Beginn des Iran-Kriegs und der darauffolgenden weitestgehenden Blockade der für den globalen Ölhandel wichtigen Meerenge durch iranische Drohungen und Angriffe auf Schiffe versucht das Königreich, mithilfe der Pipeline einen noch grösseren Einbruch seiner Ölexporte zu verhindern.
Der Pipeline-Stopp löste bei einigen Aramco-Kunden Panikkäufe aus, schreibt «Bloomberg» weiter. So habe das polnische Unternehmen Orlen SA mehr als zehn Ausschreibungen veröffentlicht, um alternative Lieferquellen zu sichern. (watson, dab/hkl)
11:22 Uhr
Freitag, 18. September
Basidsch-Milizen im Iran: Umfassende Mobilisierung von Freiwilligen
Der neue Chef der iranischen Basidsch-Milizen, Hossein Taeb, hat eine umfassende Mobilisierung von Freiwilligen zur Verteidigung des Landes angekündigt. Die neu ausgebildeten Kräfte würden für die Feinde des Irans zu einem «Alptraum», sagte Taeb zum Auftakt einer Massenkundgebung der Mobilisierungsbewegung «Dschan-Fadajan» in Teheran, an der auch Präsident Massud Peseschkian und andere ranghohe Vertreter der Islamischen Republik teilnahmen. Taeb erklärte, ähnliche Kundgebungen werde es bald auch in anderen Städten geben.
Hunderttausende beteiligten sich am Freitag an dem von der Regierung als Machtdemonstration organisierten Marsch in der iranischen Hauptstadt. (dpa)
10:40 Uhr
Freitag, 18. September
Iran meldet Angriff auf Öltanker in der Strasse von Hormus
Der Iran hat nach eigenen Angaben einen Öltanker in der Strasse von Hormus angegriffen. Die unter der Flagge Togos fahrende «Trend» sei wegen eines «illegalen Versuchs» attackiert worden, die Strasse von Hormus zu durchqueren, berichteten iranische Staatsmedien unter Berufung auf die Revolutionsgarden. Die Nachrichtenagentur AP konnte die Angaben zunächst nicht unabhängig bestätigen. Die Marine der Revolutionsgarden warnte vor der Zerstörung von Schiffen, die die Meerenge ohne Genehmigung Teherans durchquerten.
Die Seehandelsaufsicht der britischen Marine (UKMTO) meldete in der Nacht zum Freitag zudem einen «Sicherheitsvorfall» auf einem Schiff 16 Seemeilen nordöstlich der Stadt Chassab im Oman. Die Besatzung sei in Sicherheit, bislang seien keine Auswirkungen auf die Umwelt bestätigt. (dpa)
21:27 Uhr
Donnerstag, 17. September
USA weisen UN-Expertenbericht zu Kriegsverbrechen im Iran zurück
Die USA haben die Einschätzung einer vom UN-Menschenrechtsrat eingesetzten Untersuchungsmission zu möglichen US-Kriegsverbrechen im Iran zurückgewiesen. Der Menschenrechtsrat habe «nichts für die Menschenrechte erreicht, während er seit Jahrzehnten unseriösen Unsinn von sich gibt», sagte eine Sprecherin des Weissen Hauses, Anna Kelly, am Donnerstag.
Die Untersuchungskommission hatte mitgeteilt, sie sehe hinreichende Gründe für die Annahme, dass die USA bei zwei Angriffen im Iran Kriegsverbrechen begangen haben. Im Zentrum der Untersuchung stehen zwei Luftangriffe zu Beginn des Kriegs.

Dazu gehört der Beschuss einer Schule in der südiranischen Stadt Minab am ersten Tag der US-israelischen Angriffe auf die Islamische Republik. Nach einer Recherche der Nachrichtenagentur AP traf mindestens eine US-Rakete die Schule. Iranische Staatsmedien berichteten von 168 Toten, die meisten von ihnen Kinder.
Die Untersuchungsmission erhob auch schwere Vorwürfe gegen die iranische Führung. Tötungen durch staatliche Sicherheitskräfte hätten in einem «erschütternden Ausmass» stattgefunden. Die iranische Zivilbevölkerung sei zwischen «schweren Menschenrechtsverletzungen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch die eigene Regierung» und dem tödlichen Konflikt des Landes mit den USA und Israel gefangen gewesen. (dpa)
20:27 Uhr
Donnerstag, 17. September
Bericht: Trump will Golfstaaten wegen Iran-Krieg treffen
US-Präsident Donald Trump will laut einem Medienbericht am Rande der UN-Generalversammlung in New York Vertreter mehrerer Golfstaaten treffen, um über den Iran-Krieg zu beraten. Nach Angaben von «Axios» sollen unter anderem Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Katar und Oman teilnehmen.
Ein mögliches Treffen mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu liess Trump offen. Zugleich kündigte er eine «grosse Entscheidung» im festgefahrenen Iran-Krieg an, ohne weitere Details zu nennen. (dpa)
15:07 Uhr
Donnerstag, 17. September
Macron berät mit Aoun und Abdullah über Unterstützung für Libanon
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat mit Libanons Präsident Joseph Aoun und Jordaniens König Abdullah II. über Unterstützung für das libanesische Militär beraten. Thema waren auch die Sicherheitslage im Südlibanon und Pläne für eine internationale Präsenz nach dem Auslaufen des Unifil-Mandats Ende Jahr.
Eine von Frankreich, Saudi-Arabien und den USA geplante Geberkonferenz für die finanziell angeschlagene libanesische Armee war wegen des Iran-Kriegs verschoben worden. Ein neuer Termin wurde zunächst nicht bekannt.
Das libanesische Militär gilt als unterfinanziert und soll nach einem Rahmenabkommen schrittweise die Kontrolle im Südlibanon übernehmen. Die Umsetzung stockt jedoch. (dpa)
14:28 Uhr
Donnerstag, 17. September
Drei Tote bei Einsatz gegen Islamischen Staat in Syrien
Bei einem Einsatz gegen Anhänger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im südlichen Syrien sind drei Sicherheitskräfte getötet und weitere verletzt worden. Eine bewaffnete Gruppe mit Verbindungen zum IS habe sich in einem Ort in der Provinz Daraa versteckt, berichtete die Staatsagentur Sana. Bei dem Einsatz hätten die Männer sich geweigert, sich zu ergeben, und das Feuer eröffnet, teilten die Kräfte für innere Sicherheit mit.
Anwohnern zufolge kam es bei dem Einsatz am frühen Morgen zu langen Feuergefechten. Dabei seien auch Explosionen zu hören gewesen. Für den Ort wurde vorübergehend eine Ausgangssperre verhängt.
Daraa gilt als Ausgangspunkt der Proteste gegen den früheren Machthaber Baschar al-Assad, der 2024 gestürzt wurde. Dort kam es während des Bürgerkriegs wiederholt zu teils schweren Kämpfen.
Der IS beherrschte einst grosse Gebiete in Syrien und dem benachbarten Irak. Ganz verschwunden ist die Bedrohung in Syrien nicht, die Zahl der Anschläge ging aber deutlich zurück. (dpa)
08:38 Uhr
Donnerstag, 17. September
Trump: Höhere Benzinpreise sind ein «sehr kleiner Preis» für den Iran-Krieg
US-Präsident Donald Trump hat die gestiegenen Benzinpreise infolge des Iran-Kriegs als vertretbar bezeichnet. Nur kurz nachdem er gesagt hatte, Bezahlbarkeit sei ein von den Demokraten «erfundenes» Wort, räumte Trump ein, dass die Benzinpreise infolge des Iran-Kriegs «ein wenig höher» seien. «Das ist ein sehr kleiner Preis für das, was wir erreicht haben», sagte er. Dies gelte «selbst wenn es viel mehr wäre». Vor Beginn des Krieges Ende Februar sei es der US-Wirtschaft gut gegangen, sagte Trump. Er hätte sich «zurücklehnen und das geniessen können», aber er habe es für richtig gehalten, den Krieg zu beginnen, sagte Trump bei einer Wahlkampfveranstaltung im US-Bundesstaat North Carolina. (dpa)
18:58 Uhr
Mittwoch, 16. September
Weitere Gefechte in jemenitischer Provinz Marib
Die Gefechte im Jemen dauern an. Truppen der international anerkannten und von Saudi-Arabien unterstützten Regierung bombardierten in der umkämpften Provinz Marib mehrere Ziele, wie es aus Militärkreisen hiess. Nach einem versuchten Vormarsch der Huthi habe es stundenlange Kämpfe gegeben, bei denen die Regierungstruppen unter anderem Drohnen und Artillerie eingesetzt hätten. Die Armee veröffentlichte auch Videos von Drohnenangriffen auf Huthi-Stellungen.
Marib ist im Bürgerkrieg schon lang umkämpft und strategisches Ziel unter anderem wegen der dortigen Öl- und Gasvorkommen. Auch die Lage als Knotenpunkt zwischen mehreren Provinzen im nordwestlichen Zentrum des Landes macht Marib bedeutsam. Im Zuge der jüngsten Huthi-Offensive an der Westküste kommt es auch an verschiedenen Fronten in Marib zu neuen Kämpfen.

Eine mit der Regierung verbündete Miliz im Südjemen, die sogenannten Riesen-Brigaden, berichtete ebenfalls von Kämpfen mit den Huthi in der Nähe der Meerenge Bab al-Mandab. Dabei seien zwei Fahrzeuge der Huthi zerstört und deren Insassen getötet worden.
Der schnelle Vormarsch der Huthi an der Westküste hat gezeigt, wie brüchig das Bündnis der regierungstreuen Kräfte im Jemen ist. Die sogenannten Nationalen Widerstandskräfte erklärten, die Huthi hätten den Einsatz über Monate vorbereitet und seien mit mehr als 70'000 Kämpfern vorgerückt. Sie hätten mit Dutzenden Raketen, Drohnen und Sprengstoffbooten angegriffen. Nach Schätzungen von 2024 zählen die Huthi etwa 350'000 Kämpfer. (dpa)
11:02 Uhr
Mittwoch, 16. September
Repressionen in Iran 2022: Amnesty nennt 87 Verantwortliche
Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat vier Jahre nach den Frauenprotesten in Iran eigenen Angaben zufolge Dutzende mutmassliche Verantwortliche der damaligen staatlichen Gewalt identifiziert. In einem Bericht mit dem Titel «Architekten der Gräueltaten» nennt Amnesty 87 Funktionäre. Die Organisation wirft dem iranischen Machtapparat schwere Rechtsverstösse vor, darunter Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Auslöser der Proteste im Herbst 2022 war der Tod der jungen iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini. Sie kam im Polizeigewahrsam ums Leben, nachdem Sittenwächter die damals 22-Jährige wegen angeblicher Verstösse gegen die strengen islamischen Kleidungsvorschriften festgenommen hatten. Die Meldung über ihren Tod löste eine landesweite Welle an Demonstrationen unter dem Motto «Frau, Leben, Freiheit» aus, die der Staat gewaltsam niederschlug.
Sechs mutmassliche Verantwortliche bereits tot
Die staatlichen Sicherheitskräfte gingen damals mit scharfer Munition, Massenfestnahmen, Einschüchterungen und Folter gegen die Demonstranten vor. Amnesty macht die sogenannten Ordnungskräfte, denen Irans Polizei unterstellt ist, sowie die Revolutionsgarden mit ihren paramilitärischen Einheiten für die Repressionen verantwortlich. Die Menschenrechtler identifizieren auch Befehlshaber aus der Staatsspitze und dem Innenministerium. Sechs der 87 beschuldigten Funktionäre sind bereits tot, unter ihnen auch der zu Beginn des Iran-Kriegs im Februar getötete oberste Führer Ajatollah Ali Chamenei.
Amnesty zufolge kamen bei den Protesten mindestens 377 Demonstranten und unbeteiligte Dritte ums Leben, unter ihnen auch 49 Minderjährige. 326 Menschen wurden laut den Untersuchungen durch Schüsse oder andere tödliche Gewalt der Sicherheitskräfte getötet. Familienangehörige der getöteten Protestteilnehmer sollen ebenfalls gezielten Attacken und Einschüchterungen ausgesetzt worden sein. Die Menschenrechtsorganisation wirft iranischen Justizbeamten vor, mehrere Inhaftierte vergewaltigt zu haben.
Amnesty-Bericht mit mehr als 1100 Seiten
Amnesty stützt ihren mehr als 1100 Seiten langen Bericht eigenen Angaben zufolge auf Interviews mit 270 Menschen, von denen sich 221 zur Zeit der Proteste 2022 in Iran aufhielten. Die meisten von ihnen leben demnach immer noch im Land. Dabei handelte es sich unter anderem um damalige Teilnehmer der Proteste, ehemals Inhaftierte, Angehörige, Augenzeugen, Journalisten und Anwälte. Ausserdem seien mehr als 2000 Videos analysiert worden, die von September bis Ende Dezember 2022 aufgenommen wurden.
Die Menschenrechtsorganisation fordert, dass der UN-Sicherheitsrat die Lage in Iran an den Internationalen Strafgerichtshof verweist. Amnesty ruft die internationale Staatengemeinschaft zudem auf, gemäss dem Weltrechtsprinzip strafrechtliche Ermittlungen gegen iranische Funktionäre einzuleiten.
Keine politischen Konsequenzen, aber kultureller Wandel
Die Proteste im Herbst 2022 verstummten infolge der schweren Repressionen nach wenigen Monaten. Sie führten zwar zu keinen wesentlichen innenpolitischen Veränderungen, lösten jedoch einen Kulturwandel aus. Seitdem widersetzen sich Frauen in den iranischen Metropolen offensiv den islamischen Dresscodes. Nach Beginn des Iran-Kriegs dieses Jahr verstärkte sich der Trend noch einmal. Der Staat hat seit Anfang 2023 aus Sorge vor neuen Konfrontationen die Arbeit der Moralpolizei deutlich zurückgefahren.
Der Todestag der iranischen Protestikone Amini an diesem Mittwoch beschäftigt auch heute, vier Jahre danach, den Sicherheitsapparat der Islamischen Republik. Einwohner ihrer Heimatstadt Saghes berichteten über eine angespannte Ruhe mit verschärfter Präsenz von Sicherheitskräften. Versammlungen sollen verboten worden sein. Menschen, die ihr Grab besuchen wollten, wurden weggeschickt.
Anfang Januar 2026 waren in Iran die bis heute schwersten Massenproteste in der jüngeren Geschichte Irans ausgebrochen. Zehntausende Demonstranten wurden getötet, deutlich mehr als noch vor vier Jahren. (dpa)
10:54 Uhr
Mittwoch, 16. September
Militärkreise im Jemen: Huthi graben sich bei Meerenge ein
Die Huthi bauen nach dpa-Informationen ihre Stellungen um die wichtige Meerenge Bab al-Mandab aus. Wie eine den Streitkräften der international anerkannten Regierung nahestehende Quelle mitteilte, hoben die Rebellen etwa Gräben aus, um die kürzlich eroberten Gebiete an der jemenitischen Rotmeerküste zu verteidigen. Auch von Minen war die Rede, ob von Seeminen oder Landminen blieb jedoch unklar.
Die mit dem Iran verbündeten Huthi hatten in einer Blitzoffensive in der vergangenen Woche die gesamte Westküste des Jemen überrannt und strategisch gelegene Inseln erobert. Sie haben damit praktisch uneingeschränkten Zugriff auf die Meerenge Bab al-Mandab, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden verbindet. Durch diesen Wasserweg führt die wichtigste Schifffahrtsroute zwischen Europa und Asien.
Die international anerkannte Regierung des Jemen liefert sich mit ihren Verbündeten Saudi-Arabien und verschiedenen Milizen einen Bürgerkrieg mit den Huthi. Die Huthi, die seit Jahren die Hauptstadt Sanaa und weitere Gebiete kontrollieren, sind inzwischen auf dem Vormarsch. Knapp 100'000 Menschen waren UN-Angaben zufolge infolgedessen auf der Flucht. (dpa)
09:27 Uhr
Mittwoch, 16. September
Ministerium: Mindestens 19 Tote bei Gebäudeeinsturz im Gazastreifen
Beim Einsturz eines beschädigten Gebäudes im Gazastreifen sind zahlreiche Menschen ums Leben gekommen. Ein Sprecher des von der militant-islamistischen Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums, Saher al-Wahidi, bezifferte die Zahl der Todesopfer am Mittwoch mit 19, darunter mindestens acht Kinder und fünf Frauen. 25 weitere Menschen seien verletzt worden.
Es wurde damit gerechnet, dass die Opferzahl noch steigt. Helfer suchten in den Trümmern des Hauses in der Stadt Gaza nach weiteren Überlebenden und Verschütteten, wie Fotografen der Nachrichtenagentur AP dokumentierten. Das Gebäude war während des Krieges durch einen israelischen Luftangriff beschädigt worden, diente aber nach palästinensischen Angaben etwa sechs vertriebenen Familien als Unterkunft.
Dutzende mehrstöckige Gebäude, die durch israelische Angriffe beschädigt wurden, stürzten später ein, insbesondere bei winterlichem Wetter. Zahlreiche vertriebene Familien kehrten dennoch aus Zeltlagern in ihre beschädigten Häuser zurück. (dpa)
08:59 Uhr
Mittwoch, 16. September
Fünf Ölteppiche in der Strasse von Hormus belasten Küsten von Iran und Oman
Greenpeace sieht auf aktuellen Satellitenbildern fünf grössere Ölteppiche. Eine Verschmutzung hat die iranische Küste nahe Schutzgebieten auf Gheshm erreicht, ein weiterer liegt an Omans Südseite. (chm/dpa)
08:12 Uhr
Mittwoch, 16. September
Huthi-Angriffe: Saudi-Arabien sucht Rückhalt in Ägypten
Angesichts der Angriffe der Huthi-Rebellen hat Saudi-Arabiens Kronprinz Mohammed bin Salman Ägypten um Unterstützung gebeten. Er traf am Dienstag in Kairo Präsident Abdel Fattah al-Sisi. Dessen Büro versicherte dem Nachbarland am Roten Meer «unerschütterliche» Unterstützung. Konkrete Schritte kündigten beide Seiten nicht an.
Eine militärische Unterstützung Ägyptens gilt als unwahrscheinlich. Das Land besitzt jedoch grossen Einfluss in der arabischen Welt und könnte helfen, Unterstützung für Saudi-Arabien zu mobilisieren. Die Huthi hatten zuletzt die jemenitische Hafenstadt Mokka sowie drei strategisch wichtige Inseln in und nahe der Meerenge Bab al-Mandab eingenommen.
Zusätzlich belasten Angriffe mit dem Iran verbündeter Milizen im Irak die saudischen Ölexporte. Die wichtige Ost-West-Pipeline des Königreichs dürfte nach Angaben von Regierungsvertretern wegen Reparaturen wochenlang grösstenteils ausfallen. Dadurch könnten täglich mehrere Millionen Barrel Öl weniger auf den Weltmarkt gelangen. (dpa)
07:29 Uhr
Mittwoch, 16. September
Abzug von US‑Truppen aus dem Irak trotz Gefahr durch bewaffnete Gruppen
Die letzten amerikanischen Soldaten sollen bis Ende September das Land verlassen. Eigentlich sollten bis dahin auch alle irakischen Milizen, von denen einige Verbindungen zum Iran haben, ihre Waffen abgeben. Doch die denken gar nicht daran. Somit drohen neue Risiken. (dpa)
05:35 Uhr
Mittwoch, 16. September
Berichte: USA wollen Israel Zehntausende schwere Bomben liefern
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump will Israel Zehntausende tonnenschwere Bomben im Milliardenwert liefern. Wie die «Washington Post» und die «New York Times» unter Berufung auf einen US-Beamten berichten, umfasst der 2,8 Milliarden Dollar (2,4 Milliarden Euro) schwere Deal 40'000 Ein-Tonnen-Bomben. Israel hatte mit dem Einsatz solcher Bomben im Gazastreifen und im Libanon international Empörung ausgelöst, da aufgrund der gewaltigen Explosionskraft und des grossen Zerstörungsradius viele Zivilisten getötet wurden.
Es handelt sich den Berichten zufolge um eine der umfangreichsten Lieferungen US-amerikanischer Munition an den Verbündeten. Der US-Kongress wurde demnach informell über das geplante Rüstungsgeschäft informiert, das 20'000 Bomben vom Typ Mk84 sowie 20'000 BLU-117-Bomben umfasst. Israel hatte den Berichten zufolge allein im Krieg gegen die islamistische Terrororganisation Hamas im Gazastreifen Hunderte solcher schweren Bomben über dem abgeriegelten Küstengebiet abgeworfen. (dpa)
04:21 Uhr
Mittwoch, 16. September
Irans Aussenminister macht sich über US-Verluste lustig
Araghtschi schrieb auf X, Hunderte US-Militäreinrichtungen seien «in Stücke geschossen» und Dutzende Flugzeuge zerstört worden. Er bezog sich dabei auf einen Bericht des US-Verteidigungsministeriums, wonach iranische Angriffe Hunderte Gebäude auf US-Stützpunkten in der Region beschädigt oder zerstört sowie zahlreiche Fluggeräte getroffen hätten.
Zudem räumte eine Aufsichtsbehörde des Pentagon gravierende Munitionsengpässe ein. Der hohe Verbrauch von Patriot- und THAAD-Abfangraketen habe strategische Bestandslücken geschaffen und Schwächen bei der Nachschubversorgung offengelegt.
Das Pentagon beziffert die Kosten des Kriegseinsatzes bis Ende Juni auf 33,4 Milliarden Dollar, davon mehr als 22 Milliarden für verbrauchte Munition. (dpa)
02:50 Uhr
Mittwoch, 16. September
Militär: Saudi-Arabien wehrt Huthi-Drohne bei Mekka ab
Die saudi-arabische Luftabwehr hat nach Militärangaben nahe Mekka eine Huthi-Drohne abgefangen und zerstört. Der Sprecher des von Saudi-Arabien geführten Militärbündnisses bezeichnete den Angriff auf X als «schändliche Tat».
Bereits am Dienstag hatten die Behörden in der Pilgerstadt Alarm ausgelöst und die Bevölkerung zur Ruhe aufgerufen. Laut Militär war es der erste Huthi-Angriff auf Mekka seit 2017.
Die mit dem Iran verbündete Huthi-Miliz greift im Zuge der Eskalation des Jemen-Kriegs wieder verstärkt Ziele in Saudi-Arabien an. Auch aus dem Irak kommt es zu Angriffen, hinter denen vom Iran unterstützte schiitische Milizen vermutet werden. (dpa)
02:22 Uhr
Mittwoch, 16. September
US-Minister: Saudische Pipeline «sehr bald» wieder in Betrieb
Die wichtige Pipeline, die Öl unter Umgehung der faktisch blockierten Strasse von Hormus vom Persischen Golf ans Rote Meer transportiert, sei nur vorübergehend ausser Betrieb, sagte Wright dem Sender CNBC.
Die mehr als 1200 Kilometer lange Leitung kann täglich bis zu sieben Millionen Barrel Öl fördern. Sie war nach einem Drohnenangriff vergangene Woche vorsorglich abgeschaltet worden.
Seit der Eskalation des Konflikts mit Iran versucht Saudi-Arabien, mithilfe der Pipeline Ausfälle bei den Ölexporten zu begrenzen. Gleichzeitig wächst auch die Gefahr auf der Ausweichroute über das Rote Meer, nachdem die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen ihre Kontrolle an der jemenitischen Küste ausgeweitet haben. (dpa)
00:20 Uhr
Mittwoch, 16. September
Israels Armee tötet hochrangigen Hamas-Kommandeur im Gazastreifen
Das israelische Militär meldet die Tötung des Chefs der Hamas-Brigade von Rafah, Nayal Abu Obeid. Er sei eine «Schlüsselfigur» der Hamas-Führung gewesen und für Terroranschläge verantwortlich gewesen. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa berichtete von zwei Toten, darunter einem achtjährigen Kind, und mindestens zehn Verletzten bei einem Luftangriff auf ein Zeltlager in Al-Mawasi. Unklar blieb, ob es sich um denselben Angriff handelte.
Bereits am Freitag hatte Israel die Tötung des Kommandeurs der Hamas-Brigade von Chan Junis gemeldet. Trotz der seit Oktober 2025 geltenden Waffenruhe kommt es weiterhin zu tödlichen Angriffen. (dpa)
16:57 Uhr
Dienstag, 15. September
Katar: Schliessung von Bab al-Mandab wäre «katastrophal»
Eine faktische Schliessung der Meerenge Bab al-Mandab wäre aus Sicht des Golfstaats Katar eine Katastrophe. «Die Welt leidet genug wegen der Schliessung der Strasse von Hormus», sagte ein Sprecher des katarischen Aussenministeriums. Die Welt könne es sich nicht leisten, dass auch der Seeweg durch das Bab al-Mandab unbefahrbar werde. «Es wird katastrophal für die gesamte Welt», sagte der Sprecher. Eine Blockade internationaler Seewege könne nicht die «neue Normalität» sein.
Die von Irans Regime unterstützte Huthi-Miliz rückte im Jemen vergangene Woche entlang der Küste nach Süden vor und kontrolliert nun die Küstenstädte Mokka, Dhubab und mehrere Inseln im Roten Meer. Von dort kann die Miliz etwa Handelsschiffe noch stärker angreifen als zuvor.
Das Bab al-Mandab verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden und liegt auf dem kürzesten Schifffahrtsweg zwischen Europa und Asien. Durch das «Tor der Tränen» laufen in normalen Zeiten etwa zehn Prozent des weltweiten Seehandels und 30 Prozent des weltweiten Containerverkehrs. (dpa)
14:56 Uhr
Dienstag, 15. September
Warnsirenen auch in Mekka
Im Zuge der Angriffe auf Saudi-Arabien haben Behörden auch in der für Muslime heiligen Stadt Mekka eine Warnung ausgegeben. Die Menschen dort sollten ruhig bleiben und offizielle Anweisungen befolgen, teilte der saudische Zivilschutz mit. Auch in der Küstenstadt Dschidda am Roten Meer, dem wichtigsten kommerziellen Zentrum neben der Hauptstadt Riad, wurde Alarm ausgelöst. Bald darauf wurden die Warnungen wieder aufgehoben.
Es ist das erste Mal seit der neuen Eskalation mit der Huthi-Miliz, dass in der muslimischen Pilgerstätte Mekka Alarm ausgelöst wird – Attacken dort gab es in vergangenen Jahren nicht. Vor Beginn der vergangenen grossen Wallfahrt Hadsch im Mai hatte das Verteidigungsministerium bereits Videos der Flugabwehr in Mekka veröffentlicht.
Das saudische Militärbündnis im Jemen teilte zuletzt mit, man werde «entschlossen» auf Angriffe reagieren. (dpa)
13:50 Uhr
Dienstag, 15. September
US-Kontrollbehörde bilanziert erstmals Folgen des Iran-Kriegs
Eine US-Regierungskontrollbehörde hat erstmals eine ausführliche offizielle Bilanz der Folgen des Iran-Kriegs veröffentlicht. Der am Montag vorgelegte Bericht des Generalinspekteurs des Verteidigungsministeriums führt elf «im Einsatz getötete» US-Soldaten auf und legt Engpässe bei wichtigen Waffen offen. Den Erkenntnissen zufolge verursachte der Krieg zudem erhebliche Schäden an amerikanischen Militärstützpunkten und Flugzeugen. Der Bericht erfasst die Zeit vom 1. April bis zum 30. Juni.
Demnach wurden Hunderte Gebäude und andere Einrichtungen auf US-Stützpunkten in Kuwait, Bahrain, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Saudi-Arabien, dem Irak, Oman und Jordanien durch iranische Angriffe beschädigt oder zerstört. Der US-Marinestützpunkt in Bahrain wurde mit iranischen Drohnen und ballistischen Raketen angegriffen. Die US-Streitkräfte mussten deshalb auf weiter entfernte Versorgungsstützpunkte ausweichen, darunter Diego Garcia im Indischen Ozean. Laut Bericht dauerten die Versorgungszyklen dadurch 14 bis 18 Tage.
Verluste auch in der Luft
Auch Dutzende US-Flugzeuge und Drohnen wurden dem Bericht zufolge beschädigt oder zerstört. Darunter waren bis zu 30 MQ-9-Reaper-Drohnen im Wert von jeweils rund 30 Millionen Dollar. Sieben Tankflugzeuge vom Typ KC-135 wurden ebenfalls beschädigt oder zerstört. Fünf davon wurden am Boden in Saudi-Arabien von iranischer Munition getroffen.
Eine weitere KC-135 stürzte im Irak nach der Kollision mit einer anderen KC-135 ab. Dabei kamen sechs Soldaten ums Leben. Diese Todesfälle sowie der Tod eines Piloten, dessen Hubschrauber ins Arabische Meer stürzte, werden als Todesfälle bei nicht feindseligen Ereignissen aufgeführt. Elf weitere Soldaten werden in Kuwait, Irak, Jordanien und Saudi-Arabien als «im Einsatz getötet» aufgeführt.
Nachschub für moderne Waffen stockt
Der Krieg führte dem Bericht zufolge zudem zu Engpässen bei modernen Waffen und Problemen bei deren Nachschub. Experten gehen davon aus, dass es etwa drei Jahre dauern könnte, die Bestände an modernen Raketen und Abfangsystemen wieder auf das Vorkriegsniveau zu bringen. Das Pentagon weist Berichte über einen Munitionsmangel zurück. (dpa)
13:09 Uhr
Dienstag, 15. September
Palästinenser bei Armeeeinsatz im Westjordanland getötet
Bei einem Einsatz der israelischen Armee im besetzten Westjordanland ist palästinensischen Angaben zufolge ein Mann getötet worden. Der 54 Jahre alte Palästinenser sei durch Schüsse israelischer Soldaten in der Stadt Al-Bira bei Ramallah ums Leben gekommen, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium in Ramallah mit.
Israels Militär sagte am Vormittag auf Anfrage, der Mann habe bei einem Einsatz versucht, einem israelischen Soldaten eine Waffe zu entreissen. Dieser habe daraufhin auf den Palästinenser geschossen und ihn dabei getroffen.
Palästinensische Medien berichteten unter Berufung auf die Familie des Mannes dagegen, israelische Soldaten hätten ihn gezielt getötet. Den Angaben zufolge waren sie zuvor in das Haus des Palästinensers und in das seines Bruders nebenan eingedrungen. Den Berichten zufolge nahmen Israels Einsatzkräfte dabei auch Familienmitglieder fest. Aus Israel gab es dafür zunächst keine Bestätigung. (dpa)
10:46 Uhr
Dienstag, 15. September
Weitere Angriffe im Jemen und in Saudi-Arabien
Bei den jüngsten Angriffen der von Irans Regime unterstützten Huthi-Miliz in Saudi-Arabien sind nach dortigen Angaben 13 Zivilisten verletzt worden. Das teilte Turki al-Maliki mit, der Sprecher des Militärbündnisses, das im Jemen an Seite der Regierung gegen die Miliz kämpft. Die Huthi hätten in Chamis Muschait, Abha und Taif im Süden des Königreichs mit Drohnen und Raketen angegriffen.
Saudi-Arabiens Zivilschutz warnte heute in Abha und Chamis Muschait erneut vor möglichen Bedrohungen. Auch für die Küstenstadt Dschidda am Roten Meer und für al-Ula im Norden des Landes wurden vorübergehend Warnungen ausgegeben. Details über mögliche Opfer und Schäden gab es zunächst nicht. Grund für die Warnungen waren vermutlich neue Huthi-Angriffe.
Das Königreich habe eine seiner «schwierigsten Nächte» durchstanden, berichtete der Huthi-Fernsehsender Al-Masirah. Der «grosse Einsatz» der Huthi reiche nun bis tief ins Innere des Nachbarlandes hinein, wo «zunehmende Panik» herrsche.
Huthi: Mehr als 50 saudische Luftangriffe in 24 Stunden
Auch die Angriffe der saudischen Luftwaffe im Jemen gingen nach Huthi-Angaben weiter. Diese hätten unter anderem in den Provinzen Tais und Marib innerhalb von 24 Stunden mehr als 50 Luftangriffe geflogen, teilte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari mit. Die von der Miliz kontrollierte Nachrichtenagentur Saba berichtete, dass bei saudischen Luftangriffen drei Menschen getötet und zwei weitere verletzt wurden.
Auch Jemens international anerkannte Regierung griff nach eigenen Angaben weiter Huthi-Ziele an. Die Armee veröffentlichte Videos der jüngsten Angriffe mit Artillerie und Drohnen. (dpa)
07:04 Uhr
Dienstag, 15. September
Zwei Tote bei israelischen Angriffen im Gazastreifen
Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen sollen am Montag mindestens zwei Menschen getötet worden sein. Ein Mensch sei in Gaza getötet worden, der grössten Stadt des Palästinensergebiets, ein weiterer beim Beschuss von Zelten im Gebiet Al-Mawasi, teilten das Schifa-Krankenhaus und das Nasser-Krankenhaus mit.
In Sauaida im Zentrum des Gazastreifens und im südlichen Chan Junis seien mehrere Menschen verletzt worden, erklärte das örtliche Gesundheitsministerium. Das israelische Militär bestätigte Angriffe und teilte mit, diese hätten sich gegen Extremisten gerichtet. (dpa)
15:30 Uhr
Montag, 14. September
Reparatur saudischer Pipeline dürfte Wochen dauern
Eine vergangene Woche durch einen Angriff aus dem Irak beschädigte Ölpipeline in Saudi-Arabien dürfte nach Informationen der Nachrichtenagentur AP erst in mehreren Wochen repariert sein. So lange werde die Ost-West-Pipeline gar nicht oder nur teilweise in Betrieb sein, sagten zwei Regierungsvertreter aus der Region am Montag der Nachrichtenagentur AP. Einer von ihnen stellte in Aussicht, dass etwas Öl fliessen könne, während die Arbeiten andauern.
Für Saudi-Arabien könnte es dadurch noch schwieriger werden, sein Öl auf den Weltmarkt zu bringen. Das Königreich hatte seit Beginn des Iran-Kriegs zunehmend auf die Ost-West-Pipeline vom Persischen Golf zum Roten Meer gesetzt, weil Teheran die Schiffsroute aus dem Golf heraus durch die Strasse von Hormus weitgehend blockiert hatte. Durch die Pipeline können pro Tag bis zu sieben Millionen Barrel Öl fliessen. Der saudische Ölkonzern Aramco, der die Pipeline betreibt, gab zunächst keinen Kommentar zur Dauer der Reparaturen ab.
Für den Angriff auf die 1200 Kilometer lange Pipeline hatte Saudi-Arabien Milizen aus dem Irak verantwortlich gemacht, die von Irans Regime unterstützt werden. Auch die Huthi-Miliz aus dem Jemen, die ebenfalls mit Teheran verbündet ist, griff saudische Energieanlagen und Schiffe im Roten Meer an. (dpa)
13:13 Uhr
Montag, 14. September
Eklat bei IAEA-Konferenz: Kein Visum für Irans Atomchef
Dem iranischen Atomchef und Vizepräsidenten Mohammad Eslami ist die Einreise nach Österreich für ein wichtiges Treffen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) verweigert worden. Die Entscheidung sorgte zu Beginn der Jahreskonferenz aller IAEA-Mitgliedsländer in Wien für einen diplomatischen Streit zwischen der Islamischen Republik Iran, Österreich und den Vereinigten Staaten.
Eslami ist mit UN-Sanktionen belegt, die unter anderem Einreiseverbote enthalten. Österreich habe beim zuständigen Komitee des UNO-Sicherheitsrates um eine Ausnahme angesucht, doch diese sei verweigert worden, erklärte Österreichs UN-Botschafter in Wien, Christian Ebner, zu Beginn der IAEA-Konferenz.
US-Botschafter Preston Wells Griffith teilte mit, dass sein Land hinter diesem Schritt stehe. Washington könne Eslamis Reise wegen der mangelnden Kooperation Teherans mit IAEA-Atominspektoren nicht erlauben, sagte er. «Seine Teilnahme hätte nur dazu geführt, dass Iran die IAEA als Propagandabühne benutzt», sagte er in Wien. Ausserdem machte Griffith Eslami für die Produktion von beinahe atomwaffentauglichem Uran verantwortlich. (dpa)
13:12 Uhr
Montag, 14. September
Huthi-Miliz vermeldet Einnahme von Inseln im Roten Meer
Die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz hat weitere strategisch wichtige Inseln im südlichen Roten Meer unter ihre Kontrolle gebracht. Neben einem Huthi-Sprecher bestätigten auch zwei Vertreter der jemenitischen Regierung der Nachrichtenagentur AP am Montag, dass Huthi-Kämpfer auf den Inseln Gross-Hanisch und Klein-Hanisch stationiert worden seien, nachdem sich Hunderte von regierungstreuen Soldaten aus der Inselgruppe zurückgezogen hätten. Die Hanisch-Inseln liegen 160 Kilometer nördlich der Meerenge von Bab al-Mandab.
Zuvor hatte die Miliz bereits die Hafenstadt Mokka und die Insel Majun, die innerhalb der Meerenge von Bab al-Mandab liegt, von den jemenitischen Regierungstruppen erobert. Diese werden seit mehr als zehn Jahren in ihrem Kampf gegen die Huthi von Saudi-Arabien unterstützt. Die Offensive der Huthi hat Sorgen vor einer weiteren Eskalation im Bürgerkrieg im Jemen geschürt. (dpa)
11:09 Uhr
Montag, 14. September
Huthi: Haben erneut Ziele in Saudi-Arabien angegriffen
Die von Irans Regime unterstützte Huthi-Miliz im Jemen hat erneut Angriffe auf das benachbarte Saudi-Arabien für sich beansprucht. Sie habe auf der Luftwaffenbasis Chamis Muschait im Süden des Königreichs unter anderem Waffenlager, Startbahnen und Hangar mit Dutzenden Raketen und Drohnen angegriffen, sagte Huthi-Militärsprecher Jahja Sari. Es sei eine Antwort auf mehr als 300 saudische Luftangriffe im Jemen in den vergangenen Tagen.
Saudi-Arabien, das die Miliz seit mehr als zehn Jahren an Seite der international anerkannten Regierung bekämpft und dafür ein Militärbündnis im Jemen anführt, kommentierte dies zunächst nicht. Die Huthi hatten den Nordjemen samt der Hauptstadt Sanaa 2014 überrannt und kontrollieren dort inzwischen grosse Gebiete. (dpa)
10:10 Uhr
Montag, 14. September
Iran: Treffen im Oman wegen Eskalation im Jemen verschoben
Das für heute geplante Aussenministertreffen der Golfstaaten zur Strasse von Hormus ist nach Angaben aus Teheran wegen der Eskalation im Jemen verschoben worden. «Saudi-Arabien hat darum gebeten, dass diese Sitzung nicht stattfindet», sagte Aussenamtssprecher Esmail Baghai in Teheran. Auf Nachfrage bestätigte er, dass die jüngsten Entwicklungen im Jemen dabei eine Rolle gespielt hätten.
Offiziell dementiert die iranische Regierung, in den Vormarsch der jemenitischen Huthi involviert zu sein, und betont stets, die Bewegung agiere unabhängig. Baghai sagte am Montag, Saudi-Arabien dürfe mit Blick auf die Eskalation im Jemen nicht auf Iran verweisen. «Die Probleme im Jemen haben weit zurückreichende Wurzeln», sagte er.
Am Montag wollte die Islamische Republik Iran mit dem Oman eine Vereinbarung über die Zukunft der Strasse von Hormus vorstellen. Eingeladen waren auch die Aussenminister der Golfstaaten. Am Sonntagabend verkündete der Oman dann eine Verschiebung des Treffens. (dpa)
13:10 Uhr
Sonntag, 13. September
Iran meldet Toten bei Angriff auf Handelsschiff
Bei einem Angriff auf ein iranisches Handelsschiff vor der Insel Keschm in der Strasse von Hormus ist nach Angaben staatlicher Medien ein Mensch ums Leben gekommen. Drei weitere Menschen seien verletzt worden, hiess es am Sonntag in den Berichten. Das Schiff sei nahe der Insel getroffen worden. Keschm ist die grösste Insel im Persischen Golf.
Unabhängig davon meldete die Seehandelsaufsicht der britischen Marine (UKMTO), ein Schiff sei während der Durchfahrt durch die Strasse von Hormus von einem Geschoss getroffen worden. Weitere Einzelheiten nannte die Behörde nicht. Ob es sich um denselben Vorfall handelte, war unklar.
Das US-Militär äusserte sich nicht. Die USA haben in der Vergangenheit Schiffe unter iranischer Flagge angegriffen. Zugleich halten sie nach iranischen Angaben die Blockade iranischer Häfen aufrecht. (dpa)
06:08 Uhr
Sonntag, 13. September
Saudi-Arabien: Zwei Verletzte nach Huthi-Beschuss
Durch Beschuss der proiranischen Huthi-Miliz sind in Saudi-Arabien nach offiziellen Angaben zwei Menschen verletzt worden. Es habe ausserdem Schäden an einer Moschee und weiteren Gebäuden sowie an Fahrzeugen gegeben, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf den Zivilschutz.
Der Vorfall ereignete sich in der an den Jemen angrenzenden Region Dschasan im Südwesten des Landes. Die Rede war von einem nicht näher definierten Projektil, das die Huthi-Miliz abgefeuert haben soll.
Die Huthi kämpfen im Jemen gegen die international anerkannte Regierung, die wiederum von Saudi-Arabien unterstützt wird. Der seit Jahren andauernde Konflikt ist durch den Iran-Krieg erneut entflammt. (dpa)
14:09 Uhr
Samstag, 12. September
Trump macht Iran für Angriff auf saudische Ölpipeline verantwortlich
Der Iran ist nach Einschätzung von US-Präsident Donald Trump verantwortlich für den Angriff auf eine Ölpipeline in Saudi-Arabien. Auf die Frage von Reportern, ob er glaube, dass der Iran hinter dem Angriff stecke, sagte der Präsident: «Nun, ich glaube schon. Wahrscheinlich stecken sie dahinter. Wissen Sie, sie sind im Moment sehr angespannt. Aber ich glaube, sie sind es.»
Trump äusserte sich in Dublin, wo er mit irischen Spitzenpolitikern zusammentraf, bevor er zu seinem Golfclub an der Atlantikküste des Landes weiterreiste. Die irakische Regierung hatte zuvor bestätigt, dass Angriffe auf eine saudische Ölpipeline von irakischem Gebiet ausgingen.
Er erklärte zudem, seine Regierung habe Gespräche mit der Huthi-Miliz im Jemen geführt. Wann die Gespräche stattfanden, sagte er nicht. «Die Huthi haben uns angerufen, und sie wollen nicht gegen uns kämpfen», sagte Trump. «Sie hätten es viel lieber, wenn wir uns nicht einmischen würden, und sie lassen die meisten Schiffe passieren.» (dpa)
09:19 Uhr
Samstag, 12. September
Iran stellt Öffnung der Strasse von Hormus in Aussicht
Irans Präsident Massud Peseschkian stellt nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna eine Wiedereröffnung der strategisch wichtigen Strasse von Hormus in Aussicht. Peseschkian knüpft diesen Schritt jedoch an ein Ende der US-Seeblockade sowie militärischer Aktionen der US-Armee.
Peseschkian äusserte sich laut Isna in einem Interview mit dem indischen Fernsehsender «India Today». Der vollständige Text des Interviews soll später vom iranischen Präsidialamt veröffentlicht werden.
Laut Peseschkian unterzeichnen der Oman und Iran an diesem Montag in der omanischen Hauptstadt Maskat ein Abkommen über neue Schiffsrouten in der Meerenge. Beide Länder sind Anrainer der Strasse von Hormus. Bei der Unterzeichnung nehmen Peseschkian zufolge auch die Aussenminister der arabischen Anrainerstaaten des Persischen Golfs teil. Das Abkommen solle dann der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation übergeben werden.
Durch die Strasse von Hormus werden rund 20 Prozent des weltweiten Energiehandels abgewickelt. Die USA setzen die Führung in Teheran mit einer Seeblockade und Wirtschaftssanktionen unter Druck, woraufhin es zuletzt wiederholt zu militärischem Beschuss zwischen den iranischen Revolutionsgarden und US-Streitkräften kam.
Peseschkian nimmt derzeit am Brics-Gipfel in Indien teil. Die Abkürzung Brics steht für die Anfangsbuchstaben der ersten fünf Mitglieder Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika. Auch Saudi-Arabien, der Iran, Ägypten, Äthiopien, die Vereinigten Arabischen Emirate und Indonesien sind Mitglieder. (dpa)
22:02 Uhr
Freitag, 11. September
Saudi-Arabien schaltet nach Angriffen wichtige Pipeline ab
Saudi-Arabien hat die wichtige Ost-West-Pipeline, die unter Umgehung der faktisch blockierten Strasse von Hormus Öl vom Persischen Golf zum Roten Meer bringen kann, nach Angriffen auf die Leitung in den Regionen Riad und Medina vorsorglich abgeschaltet. Das teilte die staatliche Nachrichtenagentur SPA unter Berufung auf eine Quelle im Energieministerium mit. Bei der Attacke am Donnerstag seien mehrere Menschen verletzt worden. Es seien die notwendigen Massnahmen getroffen worden, um die Pipeline zu sichern, hiess es weiter. (dpa)
15:22 Uhr
Freitag, 11. September
Iran und Golfstaaten wollen über Strasse von Hormus sprechen
Der Iran und Staaten am Persischen Golf wollen einem Bericht zufolge an diesem Montag über die umkämpfte Strasse von Hormus sprechen. An dem Treffen sollen die Aussenminister aus dem Iran, Irak, Oman, Kuwait, Bahrain, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien teilnehmen, wie das gut informierte iranische Nachrichtenportal «Iran Nuances» berichtete. Ausgerichtet wird das Treffen im Oman.
Irans Aussenminister Abbas Araghtschi und sein omanischer Kollege Badr al-Busaidi werden dem Bericht zufolge die Regierungsvertreter über den Stand der Verhandlungen unterrichten. Beide Länder diskutieren seit Wochen bereits über einen Mechanismus, wie der Schiffsverkehr durch die Meerenge geregelt werden soll. Für die iranische Führung hatte sich die Strasse von Hormus im Konflikt mit den USA zu einem wichtigen Druckmittel entwickelt. (dpa)
13:53 Uhr
Freitag, 11. September
Irans Vizepräsident gratuliert Huthi nach Vormarsch im Jemen
Irans Vizepräsident hat den Huthi-Rebellen nach ihrem Vormarsch an der Küste zum Roten Meer gratuliert. «Wir freuen uns über die Siege des heldenhaften Volkes des Jemen», schrieb Mohammed Resa Aref an die mit Teheran verbündete Miliz gerichtet auf X.
Zuvor hatten die militant-islamistischen Huthi eine strategisch wichtige Insel am südlichen Ende des Roten Meeres eingenommen und sich damit in eine starke Position gebracht, die Meerenge Bab al-Mandab zu kontrollieren. Seit Jahren tobt im Jemen ein Bürgerkrieg. In den vergangenen Tagen hatten die Huthi im Kampf gegen Kräfte der international anerkannten Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird, militärische Erfolge verzeichnet.
Vor dem Hintergrund des Konflikts zwischen den USA und dem Iran sprach der israelische Militärexperte Danny Citrinowicz von einem Rückschlag für den Westen. «Im Mittleren Osten hat es selten ein strategisches Versagen dieser Grössenordnung gegeben», schrieb er auf X. «Was in den letzten Tagen geschehen ist, ist daher nicht einfach nur ein saudisches Problem. Es ist ein internationales Problem», fügte er hinzu. (dpa)
13:37 Uhr
Freitag, 11. September
Huthi drohen Riad
Hasam al-Assad, ein Mitglied des Politbüros der Huthi-Miliz, wies Sorgen vor weltweit zu spürenden Folgen zurück. Die Einnahme der Insel sei «kein Grund zu internationaler Besorgnis», sagte er der Nachrichtenagentur AP. Seine Miliz reagiere auf eine militärische Aggression Saudi-Arabiens und verfüge über eine umfassende Liste an Zielen. Falls das Königreich seine Angriffe nicht einstelle, drohte er.
Saudi-Arabien führt eine Militärkoalition an, die die international anerkannte Regierung des Jemens im Kampf gegen die Huthi unterstützt. Der Konflikt im Jemen war lange Zeit eingefroren, ist zuletzt jedoch wieder eskaliert. Der seit 2022 geltenden, ohnehin fragilen Waffenruhe droht der vollständige Zusammenbruch. (dpa)
12:58 Uhr
Freitag, 11. September
Huthi: Einnahme von Insel kein Grund zu internationaler Besorgnis
Nach der Einnahme der strategisch wichtigen Insel Majun vor der Westküste des Jemens hat ein Mitglied des Politbüros der Huthi-Miliz Sorgen vor weltweit zu spürenden Folgen zurückgewiesen. Die Einnahme der auch als Perim bekannten Insel in der Meerenge Bab al-Mandab sei «kein Grund zu internationaler Besorgnis», sagte Hasam al-Assad der Nachrichtenagentur AP am Freitag.
Seine Miliz reagiere auf eine militärische Aggression Saudi-Arabiens und verfüge über eine umfassende Liste an Zielen, falls das Königreich seine Angriffe nicht einstelle, drohte er. (dpa)
12:31 Uhr
Freitag, 11. September
Bericht: 46'000 Menschen nach Eskalation im Jemen vertrieben
Im Zuge der neuen Eskalation im Jemen sind UN-Daten zufolge mehr als 46'000 Menschen in die Flucht getrieben worden. «Familien werden gezwungen, in diesem Konflikt zum zweiten oder dritten Mal zu fliehen, wobei ihnen fast nichts mehr geblieben ist», sagte die Chefin der Internationalen Organisation für Migration (IOM), Amy Pope, laut einer Mitteilung.
In der Nacht hätten Berichten zufolge viele Menschen die Hafenstadt Mokka mit ihren Habseligkeiten verlassen, hiess es. Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen hatten die strategisch wichtige Stadt am Donnerstag eingenommen. In einigen Gebieten des Bürgerkriegslands sollen ganze Dörfer verlassen worden sein. IOM forderte die Konfliktparteien auf, humanitären Zugang zu garantieren und die Sicherheit von Helfern zu gewährleisten.
Am Freitag hatten die militant-islamistischen Huthi eine strategisch gelegene Insel in der Meerenge Bab al-Mandab erobert. Mit den jüngsten Vorstössen kontrollieren die Huthi nun die gesamte Küste des Roten Meeres im Jemen. Der für den Welthandel enorm wichtige Schifffahrtsweg dürfte damit noch stärker bedroht werden als bisher. (dpa)
11:40 Uhr
Freitag, 11. September
Huthi-Sender meldet saudische Angriffe auf Hafenstadt Mokka
Ein von der jemenitischen Huthi-Miliz kontrollierter Sender hat am Freitag saudische Angriffe auf den Flughafen der Stadt Mokka am Roten Meer gemeldet. Am Donnerstag hatte die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz der Nachrichtenagentur AP die Einnahme der strategisch wichtigen Hafenstadt bestätigt. Zuvor hatten Einwohner der AP berichtet, dass Huthi-Kämpfer dort eingerückt seien.
Die Lage der Stadt in der Nähe der für den globalen Warenverkehr wichtigen Meerenge Bab al-Mandab könnte dem Iran im Konflikt mit den USA ein weiteres Druckmittel verschaffen, falls die Huthi von Mokka aus die Schifffahrt stärker bedrohen oder angreifen. (dpa)
11:24 Uhr
Freitag, 11. September
Jemens Verteidigungsrat droht Huthi mit militärischer Reaktion
Der Nationale Verteidigungsrat der international anerkannten jemenitischen Regierung hat Angriffe der Huthi-Miliz auf Saudi-Arabien verurteilt. Auf Bedrohungen werde es eine Reaktion geben, teilte der Verteidigungsrat in einer Stellungnahme mit, die am Freitag veröffentlicht wurde, aber auf Donnerstag datiert war. Eine Militäroperation der jemenitischen Streitkräfte werde sich nicht auf eine einzelne Front beschränken.
Der Verteidigungsrat bat zudem um internationale Unterstützung, um den Vormarsch der Huthi entlang der Küste des Roten Meeres in Richtung der Meerenge Bab al-Mandab zu stoppen.
Saudi-Arabien führt eine Militärkoalition an, die die international anerkannte Regierung im Kampf gegen die Huthi unterstützt. Das Königreich setzt seit Jahren eine Luft- und Seeblockade der von den Huthi kontrollierten Teile des Jemens durch. Der Konflikt zwischen den beiden Kriegsparteien ist zuletzt wieder aufgeflammt. Der seit 2022 geltenden, ohnehin fragilen Waffenruhe droht der Zusammenbruch.
Eine Rückkehr zu umfassenden Kämpfen hätte weitreichende Folgen für die rund 40 Millionen Menschen im Jemen, dem ärmsten Land der arabischen Welt. In dem Konflikt wurden nach Einschätzung der Vereinten Nationen rund 150'000 Menschen getötet, viele weitere gerieten an den Rand einer Hungersnot. (dpa)
11:11 Uhr
Freitag, 11. September
Israels Armee tötet hochrangigen Hamas-Kommandeur im Gazastreifen
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben einen hochrangigen Kommandeur der islamistischen Hamas im Gazastreifen mit einem gezielten Angriff getötet. Nach Angaben des Militärs war der Kommandeur der Hamas-Brigade von Chan Junis, Muhammad Jasuri, für die Planung von Dutzenden Anschlägen auf israelische Soldaten verantwortlich. Ausserdem soll er den Wiederaufbau der im Gaza-Krieg geschwächten Brigade vorangetrieben haben. Die Terrororganisation Hamas unterhält im Gazastreifen fünf Brigaden. (dpa)
11:04 Uhr
Freitag, 11. September
Huthi erobern Insel in wichtiger Meerenge Bab al-Mandab
Die mit dem Iran verbündeten Huthi-Rebellen haben jemenitischen Regierungsquellen zufolge eine strategisch gelegene Insel in der Meerenge Bab al-Mandab erobert. Der für den Welthandel enorm wichtige Schifffahrtsweg durch das Rote Meer dürfte damit noch stärker bedroht werden als bisher. (dpa)

10:59 Uhr
Freitag, 11. September
Iran fordert Ende der saudischen Blockade im Jemen
Die Huthi-Miliz hat nach eigenen Angaben die strategisch wichtige jemenitische Hafenstadt Mokka am Roten Meer eingenommen. Zuvor hatten Einwohner der Nachrichtenagentur AP vom Einrücken von Huthi-Kämpfern berichtet.
Mokka liegt nahe der Meerenge Bab al-Mandab, die für den internationalen Schiffsverkehr wichtig ist. Gleichzeitig forderte der Iran Saudi-Arabien auf, die Blockade der von den Huthi kontrollierten Gebiete zu beenden. Saudi-Arabien unterstützt im Jemen die international anerkannte Regierung im Kampf gegen die Huthi. Teheran verlangte zudem neue Gespräche zwischen den Kriegsparteien und erklärte sich bereit, Verhandlungen zu unterstützen. (dpa)
10:19 Uhr
Freitag, 11. September
Greenpeace: Ölteppich breitet sich in Strasse von Hormus aus
Auf Satellitenbildern ist laut Greenpeace ein wachsender Ölteppich in der Strasse von Hormus zu erkennen. Die sichtbare verschmutzte Meeresfläche habe sich innerhalb eines Tages von rund 200 auf 400 Quadratkilometer verdoppelt.
Das Öl könnte nach Angaben der Umweltschutzorganisation von einem Tanker stammen, der zuvor vom US-Militär angegriffen worden war. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs ist in der Meerenge nach Angriffen auf Tanker wiederholt Öl ausgetreten. Besonders problematisch für die Umwelt ist es, wenn das Öl die Küsten erreicht. (dpa)
06:27 Uhr
Freitag, 11. September
Saudi-Arabien kündigt Massnahmen gegen Huthi-Angriffe an
Nach der Einnahme der strategisch wichtigen jemenitischen Hafenstadt Mokka durch die Huthi-Rebellen hat Saudi-Arabien Gegenmassnahmen angekündigt. Das Königreich werde alle notwendigen Schritte ergreifen, um Angriffe der vom Iran unterstützten Rebellen abzuschrecken. Der saudische UN-Botschafter Abdulasis Alwasil bekräftigte vor dem UN-Sicherheitsrat das Recht seines Landes, seine territoriale Unversehrtheit im Einklang mit der UN-Charta und dem Völkerrecht zu schützen.
Die Huthi hatten Mokka am Donnerstag eingenommen. Damit sind sie der Kontrolle über eine wichtige Zufahrt zum Roten Meer näher gekommen. Die Hafenstadt liegt rund 80 Kilometer von der Meerenge Bab al-Mandab entfernt. Über die Wasserstrasse zwischen dem Roten Meer und dem Golf von Aden werden etwa zwölf Prozent des weltweiten Öls und anderer Güter verschifft.
Für die weltweite Energieversorgung hat die Route zusätzlich an Bedeutung gewonnen, seit der Iran nach Angriffen der USA und Israels im Februar den Schiffsverkehr durch die nahe gelegene Strasse von Hormus beeinträchtigt.
Der UN-Sondergesandte für den Jemen, Hans Grundberg, warnte vor der «harten Realität» einer Rückkehr zum Krieg. Bei einer Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats sprach er von einer «neuen und gefährlicheren Phase». Bleibe diese Entwicklung ungebremst, würden ihre Folgen nicht auf den Jemen beschränkt bleiben. (dpa)
01:51 Uhr
Freitag, 11. September
Behörde: Zwei Schiffe vor Oman beschossen
In der Strasse von Hormus sind erneut zwei Schiffe angegriffen worden. Der Kapitän eines anderen Schiffes habe beobachtet, wie «vier unbekannte Geschosse» die beiden Schiffe getroffen hätten, meldete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO). Der Vorfall habe sich rund sieben Kilometer westlich des omanischen Ortes Khasab ereignet. Auf einem der Schiffe sei ein Brand ausgebrochen, während der Zustand des zweiten Schiffes unklar sei. Auch wer dafür verantwortlich war, ist ungewiss.
Der Iran blockiert im Konflikt mit den USA mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger wichtige Meerenge weitestgehend. Laut US-Medien eskortiert das US-Militär jedoch immer wieder erfolgreich Schiffe entlang der omanischen Küste durch die Passage zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman. (dpa)
15:36 Uhr
Donnerstag, 10. September
Huthi rücken Richtung Bab al-Mandab vor
Die vom Iran unterstützten Huthi sind nach Angaben von Bewohnern in die jemenitische Hafenstadt Mokka vorgerückt. Sollten sich die Berichte bestätigen, wären sie nur noch rund 80 Kilometer von der Meerenge Bab al-Mandab entfernt. Die wichtige Schifffahrtsroute verbindet das Rote Meer mit dem Golf von Aden.
Der Vorstoss könnte die seit 2022 geltende Waffenruhe im Jemen gefährden. Zudem drohen neue Probleme für die internationale Schifffahrt und die Versorgung der Bevölkerung mit Hilfsgütern. Über den Korridor im Roten Meer werden jährlich Waren im Wert von rund einer Billion Dollar transportiert.
Die Huthi haben eine Blockade gegen saudische Schiffe verhängt und mit Angriffen auf Ölexporte Saudi-Arabiens über das Rote Meer gedroht. Das Land versucht, Öl über diese Route auf den Weltmarkt zu bringen, während der Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus durch iranische Angriffe beeinträchtigt wird.
Die Entwicklung könnte auch den Konflikt zwischen dem Iran und Saudi-Arabien verschärfen. Der saudische Aussenminister erklärte, der Weg zur Diplomatie bleibe offen. Sein Land werde sich jedoch verteidigen.
Der Ölpreis ist inzwischen wieder auf mehr als 100 Dollar pro Barrel gestiegen. (dpa)
13:22 Uhr
Donnerstag, 10. September
Einwohner: Huthi in strategisch wichtige Stadt Mokka eingerückt
Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen sollen in die strategisch wichtige Stadt Mokka am Roten Meer eingerückt sein. Das berichteten zwei Einwohner der Stadt der Nachrichtenagentur AP am Donnerstag.
Ein Einwohner sagte, Huthi-Kämpfer hätten an verschiedenen Strassenkreuzungen Stellung bezogen. Alle Strassen von der Westküste des Landes nach Mokka seien gesperrt, die Geschäfte in der Stadt seien geschlossen. Ein weiterer Einwohner schilderte der AP, er habe Fahrzeuge der Huthi-Miliz in der Hafenstadt gesehen.
Die AP konnte die Angaben zunächst nicht unabhängig überprüfen. Die Huthi hatten jedoch im Konflikt mit den Truppen der international anerkannten Regierung versucht, näher an Mokka heranzurücken. Sollte sich die Präsenz der Huthi in Mokka bestätigen, würde dies die Miliz ihrem Ziel näher bringen, die Schifffahrt in der Meerenge Bab al-Mandab empfindlich zu beeinträchtigen, die das Rote Meer mit dem Golf von Aden und dem Indischen Ozean verbindet.
Mokka wurde bislang von mit den Regierungstruppen verbündeten Kräften gehalten. (dpa)
11:54 Uhr
Donnerstag, 10. September
Kreise: Huthi nehmen wichtige Hafenstadt Mokka im Jemen ein
Die Huthi-Miliz hat nach Angaben aus jemenitischen Militärkreisen und Augenzeugenberichten die strategisch wichtige Hafenstadt Mokka an der Westküste des Jemens eingenommen. Die vom Iran unterstützte Miliz kontrolliert damit einen wichtigen Zugang zur Meerenge Bab al-Mandab am südlichen Ende des Roten Meeres. Die Huthi äusserten sich zunächst nicht.
Die mit der Regierung verbündeten Kräfte hätten ihre Waffen und Ausrüstung aus Mokka in ein Gebiet südlich der Stadt verlegt, sagten Militärkreise der Deutschen Presse-Agentur. Dies sei Teil einer Neuordnung der Truppenstationierung in dem Gebiet nahe der Meerenge Bab al-Mandab.
Huthi-nahe Medien und Nutzer sozialer Netzwerke verbreiteten Videos, die Patrouillen der Miliz innerhalb von Mokka zeigen sollen. Die Aufnahmen konnten zunächst nicht unabhängig verifiziert werden.
Mokka liegt unmittelbar nördlich der Strasse von Bab al-Mandab. Sie ist neben der Strasse von Hormus eine der weltweit wichtigsten Schifffahrtsrouten, unter anderem für Rohöl und Flüssiggas. Eine Kontrolle der Stadt ermöglicht es den Huthi, den Schiffsverkehr im Roten Meer noch gezielter anzugreifen oder zu behindern als ohnehin schon. Die Huthi haben der Vergangenheit bereits mehrfach Schiffe im Roten Meer angegriffen und im Zuge der jüngsten Eskalation auch eine Blockade gegen saudische Schiffe ausgesprochen.
Seit Ausbruch des Iran-Kriegs wird die Meerenge als alternative Handelsroute genutzt, um Ausfälle durch die Strasse von Hormus zu kompensieren. Im Jemen kämpfen die vom Iran unterstützten Huthi gegen die Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird. Seit 2022 herrschte eine inoffizielle Waffenruhe. Im Zuge des Iran-Kriegs ist aber auch der Konflikt im Jemen erneut aufgeflammt. (dpa)
10:05 Uhr
Donnerstag, 10. September
Huthi melden neue Angriffe auf Ziele im Jemen
Der Konflikt im Jemen spitzt sich weiter zu. Der von den Huthi kontrollierte Fernsehsender Al-Masirah berichtete am Donnerstag, von Saudi-Arabien unterstützte Kräfte hätten im Verlauf von Stunden 40 Luftangriffe auf Ziele in den Provinzen Tais, al-Dschauf, Hudaida und Marib geflogen. Die Nachrichtenagentur AP konnte die Angaben nicht unabhängig überprüfen.
In den vergangenen Tagen hatte es mehrfach Kämpfe zwischen den Huthi und Soldaten der international anerkannten Regierung gegeben, die im lange Zeit weitgehend eingefrorenen Bürgerkrieg von einer Koalition unter Führung Saudi-Arabiens unterstützt wird. Auch der unmittelbare Konflikt zwischen Saudi-Arabien und der vom Iran unterstützten Huthi-Miliz hat sich zuletzt wieder zugespitzt.
Die Kämpfe belasten den vom Iran-Krieg in Mitleidenschaft gezogenen globalen Ölhandel zusätzlich. Die Huthi haben mehrfach Schiffe und Infrastruktur attackiert, die im Roten Meer den Ausfall der Strasse von Hormus als Handelsweg für Öl und Gas seit Beginn der US-israelischen Angriffe auf den Iran ein Stück weit kompensiert haben. (dpa)
09:27 Uhr
Donnerstag, 10. September
Israel eröffnet erstmals Botschaft in Slowenien
Israel hat erstmals eine Botschaft in Slowenien eröffnet. Zur Eröffnung reiste Aussenminister Gideon Saar nach Ljubljana. Er bezeichnete Israel als «fast den einzigen echten und wahren Partner Europas» und sprach von einem historischen Tag. Sein slowenischer Amtskollege Tone Kajzer kündigte eine engere Zusammenarbeit beider Länder an.
Vor der Botschaft demonstrierten Hunderte pro-palästinensische Aktivisten und forderten deren Schliessung.
Seit dem Amtsantritt des rechtskonservativen Ministerpräsidenten Janez Jansa hat sich Slowenien Israel angenähert. Die neue Regierung hob Sanktionen gegen Israel auf, die Vorgänger Robert Golob nach der Anerkennung Palästinas und wegen der israelischen Siedlungspolitik verhängt hatte.
Während Slowenien den Kurs gegenüber Israel lockert, verschärfen andere Länder den Druck: Grossbritannien, Frankreich und Kanada kündigten am Dienstag Sanktionen gegen israelische Siedlungen im besetzten Westjordanland an. (dpa)
19:50 Uhr
Mittwoch, 9. September
Atomenergiebehörde schaltet wegen Iran UN-Sicherheitsrat ein
Der Gouverneursrat der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) hat im Streit mit dem Iran erstmals seit 20 Jahren den UN-Sicherheitsrat eingeschaltet. Grund sei die mangelnde Zusammenarbeit Teherans bei einer langjährigen Untersuchung zu Uranspuren, die Inspektoren an mehreren nicht deklarierten Standorten im Iran entdeckt hatten.
Für die Resolution stimmten am Mittwoch am IAEA-Sitz in Wien 23 der 35 Mitgliedstaaten des Gouverneursrats. China, Russland und Niger votierten dagegen, acht Länder enthielten sich. Ein weiteres Land stimmte wegen Zahlungsrückständen nicht ab. Diplomaten berichteten der Nachrichtenagentur AP anonym über das Ergebnis der nicht öffentlichen Abstimmung. Eingebracht wurde die Resolution von den USA, Grossbritannien, Frankreich und Deutschland.
Der Schritt war seit Juni 2025 erwogen worden. Damals stellte der Gouverneursrat fest, dass der Iran wegen der mangelnden Zusammenarbeit seinen Verpflichtungen zur Nichtverbreitung nicht nachgekommen sei. Westliche Regierungsvertreter vermuten, die Uranspuren könnten weitere Hinweise auf ein geheimes iranisches Atomwaffenprogramm bis 2003 liefern. Teheran erklärt, keine Atomwaffen zu entwickeln. Sein Atomprogramm diene ausschliesslich friedlichen Zwecken.
Die Entscheidung fällt in eine Zeit wachsender Spannungen im Krieg zwischen den USA und dem Iran. Der Sicherheitsrat könnte nun zusätzliche Massnahmen wie Sanktionen oder das Einfrieren von Vermögenswerten beschliessen. Konkrete Strafmassnahmen der Vereinten Nationen gelten jedoch als unwahrscheinlich, weil die mit dem Iran verbündeten Länder Russland und China im Sicherheitsrat über ein Vetorecht verfügen. (dpa)
04:08 Uhr
Mittwoch, 9. September
US-Militär: Iranischer Öltanker versenkt
Das US-Militär hat bei seinen Angriffen auf iranische Öltanker nach eigenen Angaben eines der Schiffe versenkt. Der Tanker «M/T Riesco» sei im Golf von Oman zerstört worden und sinke, teilte das zuständige Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Dazu stellte es ein Video, auf dem zu sehen ist, wie ein Schiff getroffen wird, Feuer fängt und anschliessend mit dem Bug voran sinkt. Das Militär machte zunächst keine Angaben dazu, ob der Tanker Rohöl geladen hatte.
Nach Angaben von Centcom wurden bei den Angriffen vom Dienstag insgesamt fünf iranische Öltanker angegriffen und «zerstört». Die Besatzungsmitglieder seien zuvor aufgefordert worden, die Schiffe zu verlassen, hatte das US-Regionalkommando mitgeteilt. Der Schlag sei erfolgt, nachdem Irans Revolutionsgarden zuvor ein Kriegsschiff der US-Marine mit ballistischen Raketen angegriffen hätten. Das Kriegsschiff habe den Angriffen ausweichen können, hiess es. (dpa)
18:56 Uhr
Dienstag, 8. September
Jemen: Huthi-Kommandeur gefangen genommen
Regierungstruppen im Jemen haben nach Angaben aus Militärkreisen einen hochrangigen Huthi-Kommandeur bei Kämpfen in der Provinz Tais im Südwesten des Landes gefangen genommen. Bei dem Mann handle es sich um Abu Ali al-Ajani, einen der Kommandeure in der Region, hiess es aus Kreisen des Militärs der international anerkannten jemenitischen Regierung.
Die Truppen der jemenitischen Armee hätten al-Ajani während heftiger Gefechte festgesetzt, hiess es. Er sei mit neun weiteren Personen festgenommen worden. Auch das von der Gruppe genutzte Fahrzeug sei beschlagnahmt worden. Die Huthi äusserten sich zunächst nicht. Al-Ajani ist ein regionaler Kommandeur, gehört allerdings nicht zur landesweiten Führungsregie der Huthi.
In dem Gebiet kommt es seit Donnerstag zu heftigen Gefechten zwischen den vom Iran unterstützten Huthi und den Regierungstruppen. Auch in anderen Landesteilen kommt es weiter zu militärischen Auseinandersetzungen.
Im Jemen kämpfen die vom Iran unterstützten Huthi seit mehr als zehn Jahren gegen die Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird. Seit 2022 herrschte eine inoffizielle Waffenruhe. Im Zuge des Iran-Kriegs ist aber auch der Konflikt im Jemen erneut aufgeflammt. Unter anderem kommt es zu Kämpfen an der westlichen Küste zum Roten Meer. (dpa)
15:49 Uhr
Dienstag, 8. September
London: Kanada und Frankreich beteiligen sich an Siedler-Sanktionen
Frankreich und Kanada wollen sich britischen Sanktionen gegen Waren aus israelischen Siedlungen im besetzten Westjordanland anschliessen. Der britische Aussenminister Ed Miliband sagte am Dienstag, die Länder seien Teil einer internationalen Koalition. Auch Dänemark, Finnland, Island, Polen, Portugal und Schweden hätten zugesagt, «weitere Massnahmen» zu unterstützen.
Die Niederlande, Irland, Belgien, Spanien und Norwegen hätten die Einfuhr von Waren aus den Siedlungen bereits verboten oder seien dabei, entsprechende Handelsbeschränkungen einzuführen, erklärte Miliband. (dpa)
15:45 Uhr
Dienstag, 8. September
Iran: US-Aufklärungsdrohne abgeschossen
Irans Streitkräfte haben eigenen Angaben zufolge eine US-Aufklärungsdrohne abgeschossen. Die Flugabwehr habe die Drohne vom Typ MQ-1 nahe der Hafenstadt Bandar Abbas angegriffen und zerstört, berichtete die mit den mächtigen Revolutionsgarden verbundene Nachrichtenagentur Tasnim. Eine Bestätigung von US-Seite gab es dafür zunächst nicht. Bandar Abbas liegt am Persischen Golf an der Nähe der Strasse von Hormus.
Die Strasse von Hormus hat sich im Verlauf des Kriegs zum zentralen Streitpunkt zwischen Washington und Teheran entwickelt: Der Iran blockiert mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die für den Transport von Öl, Erdgas und Dünger weltweit bedeutende Meerenge noch immer weitestgehend. Vor dem Krieg war die Meerenge für den Schiffsverkehr offen. Die USA wollen mit einer Seeblockade gegen iranische Häfen den Iran unter Druck setzen. Zuletzt kam es immer wieder zu gegenseitigem Beschuss. (dpa)
10:32 Uhr
Dienstag, 8. September
Teheran soll Metrostationen im Krieg als Bunker nutzen
Die Bevölkerung in der iranischen Hauptstadt Teheran soll die zahlreichen Metrostationen im Krieg künftig als Schutzräume nutzen. Die Stadt arbeite derzeit an einem Konzept und werde in Kürze Hinweisschilder installieren, sagte der Vorsitzende des Stadtrats, Mehdi Tschamran, nach einer Sitzung laut einem Bericht des Webportals Didban.
Bereits während der schwersten Bombardierungen im Krieg hatten Politiker die Bevölkerung in der Millionenmetropole aufgerufen, Metrostationen als Bunker aufzusuchen. Im Gegensatz zu vielen Gegenden in Israel gibt es in Iran kein flächendeckendes Konzept für Schutzräume. Die israelischen und US-Luftangriffe trafen die meisten Menschen in Iran oft überraschend, ohne Vorwarnung.
«Derzeit befinden wir uns im Prozess der Vorbereitung dieser Metrostationen, die als Schutzräume genutzt werden können. Auch die notwendigen Einrichtungen innerhalb oder in unmittelbarer Nähe dieser Stationen werden festgelegt», zitierte das Webportal Tschamran.
Für viele der rund 15 Millionen Einwohner dürften die Metrostationen jedoch zu weit entfernt und im Ernstfall nicht rechtzeitig erreichbar sein. In Teheran gibt es rund 160 U-Bahn-Stationen. Einige davon liegen iranischen Medienberichten zufolge in gut 40 Metern Tiefe. (dpa)
10:00 Uhr
Dienstag, 8. September
Irans Vizepräsident erklärt Internetsperren für gescheitert
Irans Vizepräsident hat die massiven Internetsperren in Iran für gescheitert erklärt. «Der Ansatz, Technologie zu verbieten, funktioniert nicht», sagte Mohammad Resa Aref bei einem Treffen mit Geistlichen in der Pilgerstadt Ghom, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. Sogenannte Tunneldienste (VPN) hätten die Kontrolle über den virtuellen Raum zunichtegemacht, sagte Aref weiter.
Irans Internet unterliegt strenger Zensur. Viele Webseiten und auch Apps sind in dem Land mit seinen 86,5 Millionen Einwohnern gesperrt. Um Netzwerke wie Instagram, Tiktok und Youtube zu nutzen, gehören VPNs für einen Grossteil der Nutzer zum Alltag. Während des Kriegs, den die USA und Israel Ende Februar begonnen hatten, und auch bei den Massenprotesten zu Jahresbeginn, wurde die Bevölkerung in Iran wochenlang gar vom internationalen Netz abgeschnitten. Dann waren phasenweise nur iranische Websites verfügbar.
Sperrungen hatten massive Auswirkungen auf Digitalwirtschaft
Der Vizepräsident räumte ein, dass die massiven Internetsperren in den vergangenen militärischen Konflikten zu Schäden geführt hätten. «Das Internet ist wie eine Autobahn. Wenn ein Fahrzeug auf einer Autobahn einen Verstoss begeht, soll man dann die gesamte Autobahn sperren oder gegen genau dieses Fahrzeug vorgehen, das den Verstoss begangen hat?», fragte Aref. Eine Alternative zu der kompletten Abschaltung des Internets oder den Sperrungen einzelner Apps nannte er nicht.
Die wochenlangen Internetsperren waren auch innerhalb der iranischen Regierung auf Kritik gestossen. Sie hatten unter anderem massive Auswirkungen auf die Digitalwirtschaft. Tausende Iranerinnen und Iraner wurden arbeitslos. Eine kleine privilegierte Schicht in Iran nutzt das Internet seit Jahren mit sogenannten «weissen SIM-Karten» ohne Einschränkungen. Diese ermöglichen, ohne Sperren und Restriktionen online zu gehen. (dpa)
06:18 Uhr
Dienstag, 8. September
Saudi-Arabien: Mehr als 70 Verletzte bei Huthi-Angriffen
Bei einer Serie von Angriffen der Huthi-Rebellen in Saudi-Arabien sind am frühen Dienstagmorgen 73 Menschen verletzt worden. Das teilten die saudischen Behörden mit. Der Koalitionssprecher des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses im Jemen, Turki al-Maliki, sagte, die Huthi hätten «zivile und wirtschaftliche Einrichtungen» in den saudi-arabischen Städten Abha, Dschasan, Nadschran und Chamis Muschait angegriffen.
Die Koalition werde «alle notwendigen operativen Massnahmen ergreifen», um die «terroristische Huthi-Miliz» mit grösster Entschlossenheit abzuschrecken, sagte al-Maliki. (dpa)
22:03 Uhr
Montag, 7. September
Trumps Friedensratschef fordert Abzug Israels aus dem Gazastreifen
Der Direktor des von US-Präsident Donald Trump geschaffenen Friedensrats, Nikolaj Mladenow, dringt auf den Abzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen. Dieser gehöre ebenso zur Umsetzung von Trumps Friedensplan wie die Entwaffnung der militant-islamistischen Hamas, sagte Mladenow am Montag auf dem Hili-Forum in Abu Dhabi. «Mehr als 50 Prozent des Gazastreifens stehen inzwischen unter der Kontrolle der israelischen Armee, weniger als 50 Prozent unter der Kontrolle der Hamas», sagte er.
Zugleich warnte Mladenow, die zunehmende Gewalt im besetzten Westjordanland könne eine Zweistaatenlösung im Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern verhindern. «Angesichts all dessen, was im Westjordanland geschieht, gibt es keinen glaubwürdigen Weg zu einer politischen Lösung des Konflikts», fügte er hinzu. (dpa)
19:31 Uhr
Montag, 7. September
Huthi melden sieben Tote bei Angriff auf Gefängnis im Jemen
Bei einem saudi-arabischen Angriff auf ein Gefängnis im Jemen sind nach Darstellung der Huthi-Rebellen sieben Menschen getötet worden. Unter den Toten in der zentralen Haftanstalt in der strategisch wichtigen Stadt Hadscha in der Provinz al-Dschauf sei ein Kind, sagte der Sprecher des von den Huthi geführten Gesundheitsministeriums, Anis al-Abahi, am Montag. Ein Wärter sagte dem Huthi-Sender al-Masirah, 35 Häftlinge und eine Frau, die ihren Ehemann besuchte, seien unter den Trümmern eingeschlossen.
Al-Masirah zeigte ein eingestürztes Gebäude, Trümmer und zerbrochene Betonplatten. Mehrere Menschen, offenbar auch Rettungskräfte, bewegten sich vorsichtig über die Trümmer und suchten in dem zerstörten Gebäude nach Überlebenden.
Huthi-Sprecher Jahja Sari warf Saudi-Arabien vor, mit seinen Luftangriffen in al-Dschauf Massaker anzurichten. Ausserdem versorge das Königreich Söldner mit Waffen. «Die andauernde Aggression Saudi-Arabiens gegen den Jemen wird nicht unbeantwortet und ungesühnt bleiben», sagte Sari. Später ergänzte er, die Huthi hätten in den vergangenen 24 Stunden vier saudische Aufklärungsdrohnen abgeschossen.
Saudi-Arabien äusserte sich zunächst nicht. Zuvor waren Truppen der international anerkannten Regierung an mehreren Fronten im Jemen vorgerückt, unter anderem in den Provinzen al-Dschauf, al-Baida, ad-Dali und Marib.
Die vom Iran unterstützten Huthi hatten die Regierung 2014 aus der Hauptstadt Sanaa vertrieben. 2015 griff ein von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis an der Seite der Regierung in den Konflikt ein. Der Bürgerkrieg dauert seitdem an. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind dabei mindestens 150.000 Menschen getötet worden. Zeitweise stand das Land am Rand einer Hungersnot. Eine Waffenruhe, die seit 2022 im Wesentlichen eingehalten wurde, ist mittlerweile weitgehend zusammengebrochen. (dpa)
14:30 Uhr
Montag, 7. September
IAEA-Chef: Assads Reaktor war für Atomwaffen konfiguriert
Eine geheime syrische Anlage aus der Regierungszeit des früheren Präsidenten Baschar al-Assad war nach Angaben des obersten UN-Atomwächters für Atomwaffen konfiguriert. Er urteile zwar nicht über die früheren Absichten Syriens, sagte der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi. Doch er wies darauf hin, dass ein nie fertiggestellter Reaktor für die effiziente Produktion von Material ausgelegt gewesen sei, das «direkt für die Herstellung von Nuklearwaffen» tauglich gewesen wäre.
Die IAEA arbeitet derzeit zusammen mit der aktuellen Regierung in Damaskus das frühere Atomprogramm auf. Zuletzt haben IAEA-Fachleute tonnenweise geheime Bestände an Uran und Reaktorbrennstäben aus der Ära Assad in Syrien sichergestellt.
Israel hatte 2007 die Baustelle für den beinahe fertiggestellten Kernreaktor angegriffen und zerstört. Bereits 2011 war die IAEA zum Schluss gekommen, dass diese Anlage Ähnlichkeiten mit einem Reaktor im Atomwaffenstaat Nordkorea aufweise. Ob die syrische Anlage für ein militärisches Nuklearprogramm tauglich war, hatte die IAEA damals nicht dezidiert erklärt. Die frühere syrische Führung hatte solche Absichten bestritten. (dpa)
10:42 Uhr
Montag, 7. September
Libanon meldet neun Tote bei israelischen Luftangriffen
Bei zwei israelischen Luftangriffen in einem Dorf im Südlibanon sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens neun Menschen getötet worden. Unter den Toten sind demnach auch Frauen und Kinder. 13 weitere Menschen seien verletzt worden.
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums traf einer der Angriffe am frühen Montagmorgen ein Gebäude. Acht Menschen kamen dabei ums Leben, darunter ein Kind und zwei Frauen. Elf weitere seien verletzt worden, darunter vier Kinder und zwei Frauen. Bei einem weiteren Angriff auf ein Auto wurde dem Ministerium zufolge ein Sanitäter getötet. Zwei weitere Menschen wurden verletzt. (dpa)
11:46 Uhr
Sonntag, 6. September
Tote und Verletzte bei neuen Angriffen Israels im Libanon
Bei israelischen Angriffen im Südlibanon sind nach libanesischen Angaben mindestens vier Menschen getötet worden. 20 weitere seien bei Attacken unter anderem im Raum Nabatija im Süden verletzt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur NNA. Israels Militär habe auch ein ehemaliges Krankenhaus angegriffen, das aber seit Jahren nicht mehr in Betrieb war.
Die israelischen Streitkräfte hatten zuvor mitgeteilt, die libanesische Hisbollah-Miliz habe israelische Soldaten in Südlibanon mit zwei Drohnen angegriffen. Die Truppen hätten eine davon abgeschossen. Unter den Soldaten habe es keine Verletzten gegeben. Es handele sich um einen groben Verstoss gegen Waffenruhevereinbarungen zwischen Israel und dem Libanon. Als Reaktion greife Israel Ziele im Südlibanon an.
Das israelische Nachrichtenportal «ynet» berichtete unter Berufung auf Sicherheitskreise, das im Gebiet von Nabatija angegriffene Krankenhaus sei nicht mehr in Gebrauch gewesen und von der Hisbollah als Stützpunkt missbraucht worden. Die Vorwürfe lassen sich nicht unabhängig überprüfen. (dpa)
06:08 Uhr
Sonntag, 6. September
US-Militär: Angegriffener iranischer Öltanker versenkt
Ein von den USA angegriffener iranischer Öltanker ist nach Angaben des US-Militärs im Golf von Oman gesunken. Das Versenken der «M/T Kylo» sei der «Präzision und der Professionalität» der US-Soldaten zu verdanken, erklärte das zuständige US-Regionalkommando Centcom in der Nacht auf der Plattform X. Der Tanker war demnach nicht mit Öl beladen. Ein vom US-Militär veröffentlichter Videoclip schien das getroffene Schiff zunächst mit Schlagseite zu zeigen, dann ging es unter.
Das US-Militär hatte bereits am Samstag mitgeteilt, drei iranische Öltanker angegriffen zu haben. Das Schiff «M/T Kylo» sei dabei an «mehreren entscheidenden Stellen» getroffen worden, um es unbrauchbar zu machen. Die Besatzung sei zuvor angewiesen worden, den Tanker zu verlassen, hiess es. Die Angaben des Militärs liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Iran greift US-Kriegsschiffe an
Dem US-Militär zufolge stellten die Angriffe Vergeltung für «mehrere» Attacken der Iraner auf amerikanische Kriegsschiffe in der Region dar. Die Iranischen Revolutionsgarden feuerten demnach mit ballistischen Raketen auf einen US-Flugzeugträger und einen Zerstörer. Die Schiffe hätten ausweichen können, es habe keine Verletzten gegeben, teilte Centcom mit.
Iranische Medien berichteten unter Berufung auf die Revolutionsgarden ebenfalls von den Angriffen auf die US-Kriegsschiffe. Diese seien dadurch zur Flucht gezwungen worden, so die Lesart in Teheran. Das Einräumen der Angriffe durch Centcom zeige die Offensivkraft der Revolutionsgarden und das Scheitern der amerikanischen Aggressoren, berichtete etwa die Nachrichtenagentur Tasnim. Die iranischen Angaben zu den Folgen der Angriffe liessen sich zunächst ebenfalls nicht unabhängig überprüfen.
US-Angriff auf Tanker vor strategisch wichtiger Insel Kharg
Einer der beiden anderen vom US-Militär angegriffenen Tanker befand sich laut US-Militär vor der für den iranischen Ölexport bedeutenden Insel Kharg im Persischen Golf, das dritte Schiff demnach im Golf vom Oman. Die beiden Tanker seien durch den Beschuss dauerhaft unbrauchbar geworden, hiess es.
Kharg ist der wichtigste Umschlagplatz für iranische Rohölexporte. Berichten zufolge werden dort mehr als 90 Prozent der iranischen Exporte abgewickelt. Diese stellen für die Regierung in Teheran im Normalfall die wichtigste Einnahmequelle dar. Aktuell kann der Iran wegen einer US-Seeblockade kaum Öl exportieren. Der Iran wiederum blockiert mit Angriffen und Drohungen weitestgehend den Transit von Schiffen durch die Strasse von Hormus. Die Meerenge ist von grosser Bedeutung für den Export von Öl, Flüssiggas und Dünger aus den Staaten des Persischen Golfs.
Nach den Angriffen vom Samstag hatte Centcom-Kommandeur Brad Cooper die Revolutionsgarden mit deutlichen Worten gewarnt: «Wenn ihr auf zwei unserer Schiffe schiesst, werden wir euch noch höhere wirtschaftliche Kosten auferlegen – indem wir drei eurer Schiffe ausschalten.» Die US-Streitkräfte seien bereit, die zahlenmässig begrenzte und ungeschützte Ölflotte des Irans zu zerstören.
US-Finanzminister: Blockade iranischer Ölexporte funktioniert
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump setzt mehr als sechs Monate nach Kriegsbeginn zunehmend auf wirtschaftlichen Druck, um den Iran Zugeständnisse abzuringen. Finanzminister Scott Bessent sagte dem US-Sender Fox News, die Blockade iranischer Häfen funktioniere wie geplant. Der Iran könne aktuell kein Öl mehr exportieren. «Wir werden das Regime ersticken», sagte er mit Blick auf die Regierung der Islamischen Republik. (dpa)
14:52 Uhr
Samstag, 5. September
Iran meldet US-Munitionsfund nach Angriff auf Hochzeit
Die iranischen Behörden haben nach einem Angriff auf eine Hochzeitsfeier im Süden des Landes nach eigenen Angaben Fragmente von US-Präzisionsmunition gefunden. Laut dem obersten Richter der Provinz Hormosgan, Modschtaba Ghahramani, weist eine Identifikationsnummer auf dem gefundenen Munitionsteil auf den US-Rüstungskonzern Raytheon hin. Diese Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.
Nach Berichten iranischer Staatsmedien waren bei dem Angriff am Dienstagabend in der Stadt Sirik mindestens fünf Menschen getötet und weitere 70 verletzt worden.
US-Vizepräsident JD Vance hatte am Donnerstag erklärt, die USA untersuchten den tödlichen Raketeneinschlag. Zugleich äusserte er sich skeptisch und warf den iranischen Staatsmedien vor, nicht besonders zuverlässig über den Konflikt zu berichten. Im Gegensatz zu den iranischen Revolutionsgarden nähmen die USA niemals Zivilisten ins Visier, erklärte Vance. (dpa)
09:58 Uhr
Samstag, 5. September
Explosionen nahe iranischer Ölinsel Kharg gemeldet
Iranische Medien berichten von Explosionen in der Nähe der strategisch wichtigen Insel Kharg im Persischen Golf. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Fars, die den Revolutionsgarden nahesteht, gab es weder Zeichen von Rauch noch Feuer. Offizielle Angaben zur Ursache und zu möglichen Schäden lagen zunächst nicht vor.
Nach Angaben der iranischen Nachrichtenagentur Isna soll ein kleines Schiff getroffen worden sein. Dem Bericht zufolge gab es keine Opfer. Die Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.
Kharg ist der wichtigste Umschlagplatz für iranische Rohölexporte. Berichten zufolge werden hier mehr als 90 Prozent der iranischen Exporte abgewickelt. (dpa)
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