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Flussbett wird zur Todesfalle: Mindestens zwölf Menschen sterben bei Waldbrand in Spanien – Ausländer unter den Opfern

Die Menschen wollten sich zu Fuss oder mit dem Auto in Sicherheit bringen. Unter den Opfern sind laut den Behörden mehrere ausländische Staatsbürger.
Feuerwehrleute kämpfen mit den Flammen in Andalusien. (Bild: Infoca / AFP)

Die Flammen griffen rasend schnell um sich und schlossen Flüchtende in ihren Fahrzeugen ein: Ein Waldbrand hat in Andalusien mindestens zwölf Menschen das Leben gekostet. Acht weitere wurden verletzt, und der Verbleib von 23 Menschen war ungeklärt, wie Andalusiens Regierungschef Juan Manuel Moreno am Freitag mitteilte. Hunderte Feuerwehrleute und Soldaten kämpften gegen das Feuer in der Region Almería, das mehr als 3200 Hektaren Wald und Ackerflächen erfasste.

Unter den Todesopfern waren offenbar vier britische Staatsangehörige sowie weitere Ausländer, wie die Regionalbehörden erklärten. Mehrere Tote wurden in ausgebrannten Fahrzeugen aufgefunden. Anscheinend waren sie auf der Flucht vor den Flammen ums Leben gekommen.

Das Feuer brach in einem Gebiet nahe der Sierra de Los Filabres aus. Die meisten Opfer kamen bei Fluchtversuchen ums Leben und missachteten die Anweisung, in ihren Häusern zu bleiben, wie der Leiter der andalusischen Rettungsdienste, Antonio Sanz, erklärte. Eine Gruppe habe versucht, über ein ausgetrocknetes Flussbett zu entkommen, das sich jedoch in eine Todesfalle verwandelt habe. Sieben Menschen starben, nachdem sie ihre Autos verlassen hatten und zu Fuss unterwegs waren – vermutlich auf der Suche nach einem Fluchtweg.

Hinweise auf Stromleitung als Ursache

«Die Folgen sind verheerend. Alles deutet darauf hin, dass es sich bei den Verstorbenen ... grösstenteils, wenn nicht sogar ausschliesslich, um ausländische Staatsangehörige handelt», sagte Sanz.

Zur Brandursache äusserten sich die Behörden noch nicht. In Notrufen sei jedoch geschildert worden, eine herabgefallene Stromleitung habe das Feuer ausgelöst, das sich rasch auf einen nahegelegenen Wald ausbreitete. Nach Angaben der Rettungsdienste kam es zu Strassensperrungen. Etwa 1000 Anwohner seien evakuiert worden.

Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Auf der Plattform X schrieb er von «unermesslicher Traurigkeit und Bestürzung angesichts der schrecklichen Folgen des Feuers in der Provinz Almería». Andalusiens Regierungschef Moreno schrieb bei X: «Unsere Herzen sind schwer, und wir sind von Trauer überwältigt.»

Warnungen auch in Frankreich

Die Regionalbehörden erklärten, der Brand sei der bislang folgenschwerste in der Region, in der am Freitag grosse Hitze herrschte.

Spanien hatte in den vergangenen Jahren mit häufigen und heftigen Hitzewellen zu kämpfen, bei denen die Temperaturen oft die Marke von 40 Grad überschritten. Wind, hohe Temperaturen und geringe Niederschläge begünstigen, dass sich kleine Waldbrände zu unkontrollierbaren Feuern ausweiten. Im Juni erlebte Spanien mehrere Tage mit Rekordhitze. Mehr als 1000 zusätzliche Todesfälle wurden auf die Hitze zurückgeführt.

Auch die französischen Behörden haben vor einer sehr hohen Waldbrandgefahr gewarnt. Grossbrände vernichteten in dieser Woche im Süden des Landes bereits Tausende Hektaren Land. Der grösste Waldbrand, der in den östlichen Pyrenäen nahe der spanischen Grenze ausgebrochen war, verlor nach Angaben der Behörden vom Freitag an Intensität.

 
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