«Das absolute Minimum»: Selenskyj nennt seine Bedingung für Frieden ++ Putin stimmt Gesprächen mit Ukraine und USA zu
21:35 Uhr
Mittwoch, 21. Oktober
Selenski: Wäre mit Status quo an Frontlinie einverstanden
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski ist nach eigenen Angaben bereit, im Ukraine-Krieg die derzeitigen Frontlinien zu akzeptieren und damit den langjährigen Konflikt zu beenden. «Ja, wir müssen jetzt die Frontlinien einfrieren», sagte er im Gespräch des US-Senders Fox News und ergänzte: «Ich denke, das ist ein echter Weg, diesen Krieg zu beenden.»
Er war gefragt worden, ob er «ein Friedensabkommen akzeptieren würde, das den Status quo berücksichtige, sodass man weiterhin 75 Prozent oder mehr seines Landes behält, unabhängig davon, wie der Konflikt begonnen hatte.» Selenski sagte zudem, dass das Einfrieren der Frontlinien und eine Waffenruhe das «absolute Minimum» sei, «was wir heute von Russland fordern.»
Selenskyjs Position ist nicht neu. Die Ukraine hat mehrfach ein Einstellen der Kämpfe entlang des jetzigen Frontverlaufs vorgeschlagen. Russland lehnt dies ab mit der Begründung, man gebe damit der Ukraine nur eine Atempause zur Wiederaufrüstung. Kremlchef Wladimir Putin behauptet, dass seine Truppen ständig weiter vorrücken, und auch US-Präsident Donald Trump neigt zu dieser Sichtweise. Tatsächlich hat die ukrainische Armee den russischen Vormarsch in diesem Sommer gestoppt und an einigen Abschnitten sogar zurückgedrängt.
US-Unterhändler Steve Witkoff überbrachte Putin am Mittwoch in St. Petersburg neue Vorschläge für eine Beendigung des Kriegs. Vorher und nachher besuchte Witkoff Oslo. Ein Ergebnis der Pendeldiplomatie ist, dass Russland sich zu einer Fortsetzung dreiseitiger Gespräche mit den USA und der Ukraine im November offen zeigt. (dpa)
15:57 Uhr
Mittwoch, 21. Oktober
Kreml: Putin stimmt trilateralen Gesprächen mit Ukraine und USA zu
Der russische Präsident Wladimir Putin hat nach Angaben des Kremls einer Wiederaufnahme von trilateralen Gesprächen mit der Ukraine und den USA grundsätzlich zugestimmt. Die Verhandlungen, die nach dem 10. November beginnen sollen, würden sich auf den «Aufbau eines Sicherheitssystems für Russland und die Ukraine nach Ende des Konflikts» konzentrieren, sagte Putins aussenpolitischer Berater Juri Uschakow am Mittwoch nach einem Gespräch des Staatschefs mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff.
Nach Angaben des Kremls sprachen Witkoff und Putin rund drei Stunden lang. Sie trafen sich im Konstantin-Palast in St. Petersburg. Mit am Tisch sassen zudem Uschakow sowie Kirill Dmitrijew, ein Gesandter des russischen Präsidenten. Trumps Schwiegersohn Jared Kushner war nach Angaben Witkoffs per Videoschalte dabei. (dpa)
15:52 Uhr
Mittwoch, 21. Oktober
Russisches Kampfflugzeug stürzt in Region Kaliningrad ab
Ein russisches Kampfflugzeug ist in der Ostsee-Exklave Kaliningrad bei einem Übungsflug abgestürzt. Die Besatzung der Maschine vom Typ Suchoi Su-30 habe sich herauskatapultiert, meldeten russische Agenturen unter Berufung auf das Verteidigungsministerium. Es bestehe keine Lebensgefahr. Das Flugzeug sei in unbewohntem Gebiet abgestürzt und habe keine Munition an Bord gehabt. Hintergründe zu einer möglichen Ursache des Vorfalls gab es zunächst nicht.
Die Su-30 ist ein zweisitziges Mehrkampfflugzeug, dessen Entwicklung noch in der Sowjetunion begann. Russland setzt Maschinen dieses Typs auch in seinem seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Angriffskrieg gegen die Ukraine ein. Zudem beklagen die baltischen Staaten und Polen immer wieder Luftraumverletzungen durch russische Kampfjets. Moskau verweist dabei auf planmässige Übungsflüge.
Es kommt immer wieder vor, dass russische Militärmaschinen bei Übungen abstürzen. Mitunter kommt dabei auch die Besatzung ums Leben. (dpa)
14:47 Uhr
Mittwoch, 21. Oktober
Treffen Putins mit Trump-Gesandtem Witkoff beendet
Die Gespräche von US-Unterhändler Steve Witkoff mit Kremlchef Wladimir Putin über den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind nach Kremlangaben beendet. Das Treffen im Konstantinpalast in St. Petersburg habe etwa drei Stunden gedauert, meldeten Staatsmedien nach Kremlangaben. Über Ergebnisse wurde zunächst nichts bekannt.
Witkoff übergab nach seinen Gesprächen in Oslo am Vortag mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski und Europäern Dokumente mit neuen Vorschlägen für eine Friedenslösung, wie er selbst sagte. Er äusserte bei dem Treffen mit Putin seine Hoffnung auf die Wiederaufnahme von Dreiergesprächen zwischen Russen und Ukrainern unter US-Vermittlung. Es gebe derzeit ein Momentum für die Beendigung des Krieges, sagte Witkoff. Er hoffe auf konkrete Schritte für einen Friedensprozess.
Witkoff wird erneut in Oslo erwartet
Putin selbst dankte zum Auftakt des Treffens US-Präsident Donald Trump erneut, dass er sich um eine Beendigung des Ukraine-Krieges bemühe. Mit am Verhandlungstisch sassen auch Putins aussenpolitischer Berater Juri Uschakow und sein Beauftragter für internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit, Kirill Dmitrijew.
Nach dem Treffen mit Putin wird Witkoff nun erneut in Oslo erwartet, um von Putins Reaktion zu berichten. Inhalte der neuen Vorschläge sind bisher nicht bekannt. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte lediglich, dass Putin sie prüfen werde. Auch nach Treffen in der Vergangenheit zwischen Witkoff und Putin gab es in der Regel wenig Konkretes. (dpa)
14:30 Uhr
Mittwoch, 21. Oktober
Fünf Tote bei russischen Angriffen in der Ukraine gemeldet
Bei russischen Angriffen auf Kiew sind nach ukrainischen Angaben drei Menschen getötet worden. Weitere 25 Menschen seien verletzt worden, teilte die Militärverwaltung der Hauptstadt am Mittwoch mit. Ministerpräsident Serhij Korezkyj sagte, Russland habe Energieanlagen in Kiew und drei weiteren Städten attackiert. Bei Charkiw hätten Drohnen ein Wohngebiet getroffen und zwei Menschen getötet. Elf weitere seien verletzt worden.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, seine Streitkräfte hätten in der Nacht ein Lager, ein Umspannwerk und einen Massengutfrachter getroffen, der im Schwarzen Meer auf dem Weg nach Odessa gewesen sei. Zudem habe die Flugabwehr 373 ukrainische Drohnen abgefangen. (dpa)
13:49 Uhr
Mittwoch, 21. Oktober
EU verlangt von SpaceX volle Starlink-Dienste für Ukraine
Die EU nennt Berichte über eingeschränkte Starlink-Dienste in der Ukraine «äusserst besorgniserregend». An die Adresse von Elon Musk gibt es nun eine klare Ansage. (dpa)
12:32 Uhr
Mittwoch, 21. Oktober
Drohnenabwehr: Nato verstärkt Präsenz im Schwarzen Meer
Die Nato verstärkt nach wiederholten Drohnenangriffen auf Handelsschiffe ihre militärische Präsenz im Schwarzen Meer. Bündnisstaaten stellen zusätzliche Aufklärungsflugzeuge, Radarsysteme, Drohnen, Sprengstoffexperten und Geheimdienstpersonal bereit. Ziel ist eine bessere Überwachung der Region und ein intensiverer Informationsaustausch. Ein US-Aufklärungsflugzeug nahm bereits vor Bulgarien seine Mission auf.
Zuletzt wurden mehrere Handelsschiffe vor den Küsten der Nato-Staaten Bulgarien und Rumänien angegriffen. Das ukrainische Schiff «Chelsea 3» wurde von drei Drohnen getroffen, ein weiteres Schiff versenkt. Vor der rumänischen Küste sank zudem ein türkischer Getreidefrachter, wobei zwei Seeleute starben. Die Ukraine macht Russland für die Angriffe verantwortlich.
EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas warnte nach sechs mutmasslich russischen Drohnenangriffen innerhalb von zehn Tagen vor einer globalen Ernährungskrise. Präsident Wolodimir Selenski wirft Moskau vor, die Schifffahrt im westlichen Schwarzen Meer gezielt lahmlegen zu wollen. (dpa)
12:12 Uhr
Mittwoch, 21. Oktober
Russland kündigt erste Diesellieferung in die USA an
Russland will am Donnerstag erstmals Diesel in die USA verschiffen. Der Tanker soll nach Angaben von Vizeregierungschef Alexander Nowak 40'000 Tonnen transportieren, weitere Lieferungen seien geplant. Die Vertragsunterzeichnung stehe kurz bevor. Exporte in andere Länder seien ebenfalls möglich, sobald die russischen Raffinerien voraussichtlich Ende Jahr wieder ihre volle Produktionskapazität erreichten.

US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin hatten Anfang Oktober Diesellieferungen vereinbart. Washington setzte dafür Russland-Sanktionen vorübergehend aus. Der Deal stiess bei der EU, der Ukraine, Deutschland und Teilen des US-Kongresses auf scharfe Kritik.
Ukrainische Drohnenangriffe auf russische Raffinerien haben die Produktion eingeschränkt und Moskau zu Exportstopps für Benzin und Diesel veranlasst. Trump kritisiert die Angriffe und macht die Ukraine vor den US-Kongresswahlen für steigende Spritpreise verantwortlich. (dpa)
11:42 Uhr
Mittwoch, 21. Oktober
US-Unterhändler: Russland lässt Ukraine-Kämpfer aus den USA frei
Russland hat nach Angaben des US-Unterhändlers Steve Witkoff den US-Bürger Stephen Hubbard freigelassen, der als Söldner in der Ukraine gekämpft haben soll und deswegen im Gefängnis sass. Der russische Präsident Wladimir Putin habe ihm gesagt, Hubbard sei frei und befinde sich am Flughafen in Sankt Petersburg, sagte Witkoff am Mittwoch.
Der pensionierte Lehrer Hubbard war nach Angaben der russischen Staatsanwaltschaft 2022 gefangen genommen worden und wurde zwei Jahre später in einem nicht öffentlichen Prozess zu fast sieben Jahren Haft verurteilt, weil er mit der ukrainischen Armee gegen Russlands Angriffstruppen gekämpft haben soll. Die damalige US-Regierung unter Präsident Joe Biden bezeichnete die Inhaftierung des über 70-Jährigen als widerrechtlich. (dpa)
11:33 Uhr
Mittwoch, 21. Oktober
Putin spricht mit Trump-Gesandtem Witkoff über Ukraine-Krieg
Kremlchef Wladimir Putin hat in St. Petersburg Gespräche mit US-Unterhändler Steve Witkoff über eine mögliche Friedenslösung im Ukraine-Krieg begonnen. Zum Auftakt gab Putin die Freilassung des US-Amerikaners Stephen Hubbard bekannt, der 2024 wegen angeblichen Söldnertums an der Seite der Ukraine zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden war. Witkoff dankte ihm dafür.
Putin würdigte zudem die Friedensbemühungen von US-Präsident Donald Trump. Witkoff wünscht, ihm neue amerikanisch-europäische Vorschläge vorzulegen und über seine Gespräche mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski und europäischen Spitzenpolitikern in Oslo berichten.
Unterdessen verschärfen russische Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur die Lage vor dem Winter. Der Ukraine fehlen ausreichende Mittel zur Flugabwehr. Selenski hatte zuletzt eine gegenseitige Waffenruhe für Angriffe auf Energieanlagen vorgeschlagen, die Putin bislang ablehnt. (dpa)
10:55 Uhr
Mittwoch, 21. Oktober
Moskau meldet Festnahme eines deutschen Ex-Bundeswehr-Soldaten
Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat die Festnahme eines Deutschen gemeldet, der als Scharfschütze für die ukrainischen Streitkräfte gekämpft haben soll. Der Mann sei desertiert, weil er das versprochene Geld nicht erhalten habe. Russland prüft ein Strafverfahren wegen Söldnertums. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar, der Festnahmeort ist unbekannt.
Laut FSB diente der Mann von 1996 bis 2010 in der Bundeswehr, unter anderem in Afghanistan und Somalia. Später soll er als Söldner in Syrien und von 2016 bis 2018 als Scharfschütze in der ukrainischen Region Donezk gekämpft haben. 2025 sei er erneut in die Ukraine gereist und habe einen dreijährigen Militärvertrag abgeschlossen.
Bereits vergangene Woche hatte der FSB die Festnahme eines Schweden gemeldet, der für die Ukraine eine Drohneneinheit geführt und Anschläge in Russland geplant haben soll. Der Geheimdienst meldet regelmässig Festnahmen mutmasslicher ukrainischer Unterstützer. (dpa)
09:28 Uhr
Mittwoch, 21. Oktober
Trump-Gesandter Witkoff zu Ukraine-Gesprächen in Russland
US-Unterhändler Steve Witkoff ist nach Gesprächen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski und europäischen Spitzenpolitikern in Oslo zu Verhandlungen mit der russischen Führung in St. Petersburg eingetroffen. Dort will er Kremlchef Wladimir Putin neue amerikanisch-europäische Friedensvorschläge unterbreiten. Empfangen wurde er vom russischen Unterhändler Kirill Dmitrijew. Kurz nach seiner Ankunft wurde Drohnenalarm ausgelöst, der auch den Flughafen beeinträchtigte. Ob die Ukraine tatsächlich angriff, blieb unklar.
Die US-Regierung hofft, mit dem Vorschlag direkte Verhandlungen zwischen Washington, Moskau und Kiew zu ermöglichen. Bei den Gesprächen in Oslo habe es nach US-Angaben «bedeutsame Fortschritte» gegeben. Nach seinem Treffen mit Putin soll Witkoff nach Oslo zurückkehren und über die Ergebnisse berichten.
Unterdessen verschärfen russische Angriffe auf die ukrainische Energieinfrastruktur die Lage vor dem Winter. Selenski hatte zuletzt eine gegenseitige Waffenruhe für Angriffe auf Energieanlagen vorgeschlagen, die Putin bislang ablehnt. (dpa)
04:26 Uhr
Mittwoch, 21. Oktober
Berichte: Musk ordnete Drosselung von Starlink für Ukraine an
Der Gründer der US-Weltraumfirma SpaceX, Elon Musk, soll Medienberichten zufolge hinter der Drosselung des Satelliteninternets Starlink für die Ukraine stehen. Das berichten das «Wall Street Journal» und der Sender CBS News unter Berufung auf angeblich mit der Sache vertraute Personen. Das Weisse Haus und Musk hatten Vorwürfe einer gezielten Funktionseinschränkung zuvor zurückgewiesen.

Musk habe im Vorfeld der Entscheidung mehrere Gespräche mit Regierungsvertretern geführt, berichtete CBS News. Er wollte demnach Klarheit darüber gewinnen, wo Präsident Donald Trump in dieser Angelegenheit steht. Laut dem «Wall Street Journal» telefonierten Musk und Trump dann nach der Drosselung auch direkt miteinander. Der Satellitendienst Starlink gehört zur Firma SpaceX, deren Besitzer Musk ist.
Seit rund einer Woche wird aus der Ukraine über Probleme beim Einsatz des Satelliteninternets von Starlink berichtet. Demnach verloren Flugobjekte ihre Verbindung, wenn sie sich schneller als 160 Kilometer pro Stunde – teils auch weniger schnell – bewegten. Präsident Wolodimir Selenski beklagte, dadurch würden ukrainische Drohnen sowohl bei der Abwehr russischer Jetdrohnen als auch bei eigenen Angriffen auf mittlere Distanzen behindert. (dpa)
21:50 Uhr
Dienstag, 20. Oktober
Trump erhöht Druck auf Selenski – Moskau erwartet kein «Wunder»
US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski, mit Russland ein Abkommen über ein Ende des Krieges zu schliessen. «Wir wollen, dass Selenski einen Deal macht», sagte Trump im Oval Office zu Journalisten. «Wir haben der Ukraine viel gegeben. Zurückbekommen haben wir absolut nichts – ausser Ärger, Tod und enormen finanziellen Verlusten.» Wenn es nicht dazu komme, werde es seiner Meinung nach «sehr schlecht ausgehen», sagte Trump.
Selenski traf am Dienstag in Norwegen Regierungschef Jonas Gahr Støre und den finnischen Präsidenten Alexander Stubb. Ebenfalls anwesend war US-Unterhändler Steve Witkoff. Gahr Støre sagte, Witkoff wolle am Mittwoch nach St. Petersburg weiterfliegen, um mit der russischen Führung über die Ergebnisse des Treffens in Oslo zu sprechen und Vorschläge aus den USA und Europa zu unterbreiten. Stubb sprach von einem «guten Tag für den Frieden».
Weniger euphorisch fiel die Reaktion des russischen Aussenministers Sergej Lawrow auf die Initiative aus. Moskau sei bereit, sich neue US-Vorschläge zur Ukraine anzuhören. Ein «Wunder» aus Washington erwarte man aber nicht. (dpa)
20:31 Uhr
Dienstag, 20. Oktober
Nach Treffen mit Selenski: US-Gesandter reist nach Russland
Im Ringen um Frieden in der Ukraine reist US-Unterhändler Steve Witkoff nach einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski und europäischen Spitzenpolitikern in Oslo weiter nach Russland. «Steve Witkoff wird morgen nach Sankt Petersburg fliegen, um dort Gespräche mit der russischen Führung zu führen», sagte der norwegische Regierungschef Jonas Gahr Støre, der mit dem finnischen Präsidenten Alexander Stubb Gastgeber der Gespräche in Norwegen war, am Dienstagabend. Dabei sollen laut Støre «die Vorschläge, die europäische und amerikanische Kollegen erarbeitet haben», vorgelegt werden.
Bei den Gesprächen in Oslo hätten die Parteien etwa Sicherheitsgarantien für die Ukraine, territoriale Fragen, Sanktionen sowie die europäische Sicherheit nach dem Krieg diskutiert, hiess es. Zugeschaltet waren bei dem Treffen neben US-Unterhändler Jared Kushner nach Angaben norwegischer Medien auch Vertreter mehrerer europäischer Länder, darunter Deutschland sowie der EU und der Nato. «Wir sind bereit für Verhandlungen», betonte Selenski. «Wir verlieren den Krieg nicht, aber wir verlieren Menschenleben. Und weil Russland angreift, verlieren wir Menschenleben und Zeit.»
Witkoffs Termin in Russland könne nun «möglicherweise den Weg für ein Treffen auf höchster politischer Ebene ebnen» - zwischen der Ukraine, Russland und den USA, sagte Norwegens Regierungschef Støre. (dpa)
20:15 Uhr
Dienstag, 20. Oktober
Selenski: Ukraine erhält vor Angriffen wieder Frühwarnungen
Die Ukraine wird laut Präsident Wolodimir Selenski von ihren Verbündeten wieder frühzeitig vor russischen Angriffen gewarnt. Zuvor waren nach Angaben Kiews rechtzeitige Warnungen teils ausgeblieben. Die Wiederaufnahme der Frühwarnungen sei nach Gesprächen mit US-Regierungsvertretern erfolgt, darunter ein Telefonat mit Aussenminister Marco Rubio am Dienstag.
«Wir sind dankbar, dass der Informationsaustausch jetzt funktioniert», sagte Selenski. Frühwarnungen seien für die Bevölkerung von grosser Bedeutung. Dank ihnen könne die Ukraine erkennen, wenn ballistische Raketen im Anflug seien. «Wir sind der amerikanischen Seite dankbar, dass das jetzt funktioniert», sagte Selenski. (dpa)
13:32 Uhr
Dienstag, 20. Oktober
Kreml: Putin will mit Trump über atomare Abrüstung sprechen
Russland will bei einem möglichen Treffen von Kremlchef Wladimir Putin mit US-Präsident Donald Trump im November in China vor allem über Fragen der nuklearen Abrüstung in der Welt sprechen. Moskau habe immer wieder auf verschiedenen Ebenen die Notwendigkeit einer dringenden Wiederaufnahme des Dialogs zu Fragen der strategischen Stabilität und atomaren Abrüstung betont, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Agentur Interfax zufolge. Russland strebt ein solches Treffen am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im chinesischen Shenzhen im November an. China bestätigte die Pläne für ein solches Treffen nicht.
Putin hat mehrfach Verhandlungen zur atomaren Abrüstung vorgeschlagen. Trump ging nun darauf ein und sagte, dass er zu einem Dreiertreffen beim Apec-Gipfel in Shenzhen bereit sei. Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping könnte als Gipfelgastgeber teilnehmen. Ein Treffen der drei grössten Atommächte zur nuklearen Abrüstung sei «eine sehr gute Sache für die Welt», die er jederzeit angehen würde, sagte Trump. (dpa)
12:38 Uhr
Dienstag, 20. Oktober
Ukraine meldet sieben Tote bei Angriffen auf Butscha und andere Orte
Russische Raketen- und Drohnenangriffe haben nach ukrainischen Angaben mindestens sieben Menschen getötet. Weitere 31 seien verletzt worden, unter ihnen Kinder, teilten die Behörden am Dienstag mit. In Teilen der Region Odessa sei nach Angriffen der Strom ausgefallen, sagte der Chef der dortigen Militärverwaltung Oleh Kiper. Südlich von Kiew wurden im Bezirk Obuchiw laut Polizei drei Menschen getötet und sechs verletzt. Ausserdem seien Lagerhäuser beschädigt worden. Im Bezirk Butscha kam eine Frau ums Leben und 21 Menschen erlitten Verletzungen, darunter acht Kinder. Die Polizei berichtete von Hunderten beschädigten Gebäuden. Der Katastrophenschutz teilte mit, bei einem Angriff auf die Autobahn Kiew–Odessa seien zwei Fahrzeuge in Brand geraten. Es habe drei Tote und vier Verletzte gegeben. Unter den Toten sei ein Busfahrer. (dpa)
10:43 Uhr
Dienstag, 20. Oktober
Gespräche in Oslo: Selenski trifft US-Gesandten Witkoff
Im diplomatischen Ringen um ein Ende des russischen Angriffskriegs trifft sich der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski heute in Oslo mit dem US-Gesandten Steve Witkoff. Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, soll bei dem Treffen digital zugeschaltet werden. Ausserdem nehmen Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Støre und der finnische Präsident Alexander Stubb an den Gesprächen teil. «Ziel ist es, die diplomatischen Bemühungen wieder in konstruktivere Bahnen zu lenken», sagte Støre laut der Nachrichtenagentur NTB.
Zuvor hatte Trump der Ukraine fehlende Gegenleistungen für die Unterstützung der USA vorgeworfen. Selenski soll derweil laut einem Bericht des Portals «Axios» beklagt haben, dass Washington Waffenlieferungen zurückhalte. Demzufolge soll US-Verteidigungsminister Pete Hegseth die Lieferung von Patriot- und weiteren Luftabwehrraketen nicht genehmigt haben, obwohl Nato-Staaten diese bereits bezahlt hätten. Ein hochrangiger Beamter des Ministeriums widersprach dieser Darstellung. In einem Post bei X schrieb Selenski am Dienstagmorgen, er habe ein «konstruktives Gespräch» mit US-Aussenminister Marco Rubio geführt: «Ich bin dankbar für seine Bereitschaft zu helfen und seine klare Haltung.» (dpa)
09:53 Uhr
Dienstag, 20. Oktober
Russischer Luftangriff - drei Leichen gefunden
Durch einen russischen Luftangriff in der Nähe von Kiew sind nach offiziellen Angaben mindestens drei Menschen getötet worden. Die Leichen wurden gefunden, als Rettungskräfte den Brand in einer Produktions- und Lagerhalle im Kreis Obuchiw südlich der ukrainischen Hauptstadt löschten. Das teilte der Militärgouverneur des Kiewer Gebiets, Tymur Tkatschenko, auf Telegram mit. Sechs Menschen seien verletzt worden. Drohnentreffer wurden auch aus den Gebieten Charkiw, Sumy, Odessa, Dnipro bis nach Chmelnyzkyj, Ternopil und Lwiw weit im Westen der Ukraine gemeldet. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau erwähnte in seinem Morgenbericht Angriffe auf Schiffe im ukrainischen Donauhafen Reni.
Bei ukrainischen Gegenangriffen gab es einen Brand an einer Industrieanlage in Mitschurinsk im Gebiet Tambow, wie Gouverneur Jewgeni Perwuschow mitteilte. Nach inoffiziellen Berichten wurde in dem Ort 300 Kilometer südöstlich von Moskau die Pumpstation einer Treibstoffpipeline getroffen. (dpa)
06:27 Uhr
Dienstag, 20. Oktober
US-Senatoren sprechen mit Selenski über Einschränkungen bei Starlink
US-Senatoren haben mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski über Einschränkungen bei wichtigen Kommunikations- und Aufklärungsdiensten gesprochen. Dabei habe Selenski bestätigt, dass der Satellitendienst Starlink weiterhin beeinträchtigt sei. Dies erschwere es der Ukraine, russische Drohnen abzufangen, erklärten der republikanische Senator Thom Tillis und der demokratische Senator Richard Blumenthal. Selenski habe zudem von Störungen beim Austausch von US-Geheimdienstinformationen berichtet, die der frühzeitigen Warnung vor russischen Raketenstarts dienten. «Infolge dieser Störungen sterben Zivilisten - Kinder», erklärten die beiden Senatoren.
Das Gespräch fand statt, nachdem die Regierung von US-Präsident Donald Trump kürzlich vom Kongress beschlossene Sanktionen gegen Russland ausgesetzt hatte. Demokraten und Republikaner seien sich der Folgen bewusst, wenn Russlands Präsident Wladimir Putin keine Konsequenzen für sein Handeln zu tragen habe, erklärten Tillis und Blumenthal. Sie stünden weiterhin an der Seite der Ukraine und ihrer europäischen Verbündeten. Selenski habe seine Bereitschaft bekräftigt, Angriffe auf russische Energieanlagen auszusetzen, wie Trump vorgeschlagen habe. Voraussetzung sei allerdings, dass Russland ebenfalls darauf verzichte. Dies sei eine faire Forderung, erklärten die Senatoren. (dpa)
06:25 Uhr
Dienstag, 20. Oktober
Trump wäre bereit zu Dreiergipfel mit Xi und Putin
US-Präsident Donald Trump hat sich offen für einen Dreiergipfel mit Kremlchef Wladimir Putin und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am Rande des Treffens der Apec-Staaten in China im November gezeigt. Er sei zu einem solchen Treffen bereit, sagte Trump am Montag zu Journalisten. Zuvor hatte das «Wall Street Journal» berichtet, Putin habe ein Treffen mit Trump und Xi ins Gespräch gebracht, um über ein Ende des Ukraine-Kriegs zu verhandeln. Trump sagte, er gehe davon aus, dass es dabei eher um die nukleare Abrüstung gehen könne. Auf Nachfrage deutete er an, dass er auch bereit sein könnte, ohne den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski über ein Kriegsende zu verhandeln. «Alles, was ich tun kann, um den Krieg zu beenden, ob jemand dabei ist oder nicht», sagte der Republikaner. «Ich denke, es ist an der Zeit, dass jemand anderes im Namen der Ukraine verhandelt.» (dpa)
21:18 Uhr
Montag, 19. Oktober
Merz beunruhigt wegen Sorglosigkeit gegenüber Russland
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hat sich besorgt darüber gezeigt, dass die von Russland ausgehende Bedrohung in Deutschland nicht ernst genug genommen wird. Der Krieg in der Ukraine sei dabei nur ein Teil des Gesamtbildes, sagte Merz in einem Bloomberg-Interview. «Das grosse Bild ist, dass Russland dabei ist, die gesamte politische Ordnung unseres europäischen Kontinents zu destabilisieren. Und das wird offensichtlich von vielen Menschen auch in meinem Land unterschätzt.»
Die Menschen sähen nicht, was das eigentliche Ziel Russlands sei. «Und das ist nicht nur territorialer Gewinn in der Ukraine. Das geht weit darüber hinaus», betonte Merz. Er sagte mit Blick auf die Machthaber in Moskau: «Sie fürchten die Demokratie, sie fürchten offene Gesellschaften, sie fürchten den Erfolg der europäischen Integration, und sie wollen diesen Erfolg untergraben, und sie sind auf dem Weg, das zu tun.» Viele Menschen auch in Deutschland unterschätzten diese Bedrohung, «die wirklich jeden Tag da ist». (dpa)
10:16 Uhr
Montag, 19. Oktober
Russland attackiert Kiew – mindestens ein Toter
Russische Drohnen und Raketen haben in der Ukraine mindestens einen Menschen getötet und acht weitere verletzt. In der Hauptstadt Kiew seien am Montag unter anderem eine Arztpraxis und eine Metrostation getroffen worden, teilte die örtliche Militärverwaltung mit. Ausserdem habe es Schäden an Schulen und einer Sportstätte gegeben. In einem 25-stöckigen Hochhaus sei ein Feuer ausgebrochen.
Die ukrainische Luftwaffe erklärte, Russland habe mit ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und 269 Drohnen angegriffen. Die Flugabwehr habe 243 Drohnen und vier Raketen abgefangen beziehungsweise unschädlich gemacht. Die übrigen Geschosse seien an 25 Orten eingeschlagen. Ausserdem seien Trümmer abgeschossener Flugkörper niedergegangen.
Das russische Verteidigungsministerium erklärte, es habe ein Rechen- und ein Logistikzentrum des Rüstungsunternehmens Fire Point angegriffen, wo Bauteile für Drohnen und Marschflugkörper vom Typ Flamingo gelagert hätten. Ausserdem seien eine Fabrik für Drohnenteile, eine Anlage für Polymerwerkstoffe und ein Lager für Raketen in einem Lokomotivdepot getroffen worden. Darüber hinaus hätten die Streitkräfte einen Massengutfrachter im Schwarzen Meer angegriffen, der militärische und militärisch nutzbare Fracht geladen habe. (dpa)
19:59 Uhr
Sonntag, 18. Oktober
Selenski spricht über Erfolge der Bodentruppen
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat in seiner abendlichen Videoansprache über Erfolge der Bodentruppen im Kampf gegen russische Streitkräfte im Osten des Landes gesprochen. «Wir setzen den Druck an der Front fort», sagte er. «Der Trend hält in diesem Jahr an: Seit Beginn des Herbstes haben unsere Soldaten mehr Gebiet befreit, als die Russen erobern konnten.»
«Dobropillja, Kostjantyniwka, Oleksijewe-Druschkiwka, Orichiw, Nowopawliwka, Nowoandrijiwka und Welykomychajliwka stehen alle unter ukrainischer Kontrolle», sagte Selenski über die Abwehr russischer Angriffe. «Auch die Gebiete in der Nähe von Kramatorsk verteidigen wir.» Die Ukraine hat in diesen Orten eine Art Festungsgürtel errichtet, um einen russischen Vormarsch zu verhindern.
Darüber hinaus seien russische Truppen in der Region Saporischschja zurückgedrängt worden, sagte Selenski. Dies war zuletzt auch vom US-Institut für Kriegsstudien (ISW) bestätigt worden.
Damit widerlegten sowohl Selenski als auch das ISW Behauptungen von Kremlchef Wladimir Putin über angebliche Erfolge russischer Truppen in der Oblast Saporischschja. Das Institut hatte dazu vor einigen Tagen bemerkt, dass diese Behauptungen Putins so weit von der Realität entfernt seien, «dass sie wie Halluzinationen anmuten». (dpa)
17:05 Uhr
Sonntag, 18. Oktober
Drohne stürzt in Litauen ab – Ukraine entschuldigt sich
Eine Drohne ist in den Luftraum des baltischen EU- und Nato-Landes Litauen eingeflogen und abgestürzt. Die Ukraine entschuldigte sich einige Stunden nach Bekanntwerden dafür. «Wir bedauern den Zwischenfall, der sich am Morgen im Luftraum Litauens ereignet hat, der möglicherweise auf elektronische Kriegsführung Russlands zurückzuführen ist, die Drohnen beim Einsatz gegen legitime militärische Ziele in Russland abgelenkt haben», schrieb der ukrainische Aussenamtssprecher Heorhij Tychyj auf X. «Wir entschuldigen uns für mögliche Beeinträchtigungen, Risiken oder Sorgen, die dadurch aufgekommen sein mögen.» Kiew sei bereit, mit Vilnius zusammenzuarbeiten, um die Sache aufzuklären.
Der litauische Verteidigungsminister Robertas Kaunas hatte zuvor mitgeteilt, der unbemannte Flugkörper sei vermutlich aus dem benachbarten Polen kommend im Norden des Landes zu Boden gegangen. Trümmerteile hätten ein fahrendes ziviles Fahrzeug beschädigt. Verletzt worden sei niemand, sagte der Leiter des nationalen Krisenmanagementzentrums, Vilmantas Vitkauskas, im litauischen Radio. Es seien einige Trümmer und Teile des Flugobjekts gefunden worden. Noch sei aber unklar, ob die Drohne Sprengstoff enthielt.
Die Behörden hatten die Bevölkerung mehrerer Regionen im Norden des Landes über eine mögliche Bedrohung aus der Luft alarmiert. Auch im benachbarten Lettland wurden die Bewohner einiger an Litauen grenzender Regionen gewarnt. Nato-Kampfjets stiegen auf, um das Flugobjekt zu identifizieren. Aufgrund der Wetterbedingungen sei aber kein Sichtkontakt möglich gewesen, teilte Kaunas mit.
Ein Nato-Vertreter bestätigte, dass zwei italienische Eurofighter als Reaktion auf eine Drohne über litauischem Luftraum im Einsatz waren. Die Flugzeuge operierten unter Nato-Kommando. Eine Untersuchung sei im Gange, die Nato stehe in engem Kontakt mit den litauischen Behörden, sagte der Sprecher. (dpa)
10:18 Uhr
Sonntag, 18. Oktober
Tote und Verletzte nach Angriff auf Saporischschja
Bei russischen Luftangriffen sind in der Ukraine mindestens zwei Menschen getötet worden. Bei Attacken auf die Stadt Saporischschja im Südosten des Landes wurde der Militärverwaltung zufolge eine Frau getötet und eine weitere Frau sowie ein kleines Mädchen verletzt. Den Angaben nach wurden zwei Mehrfamilienhäuser, 18 Autos und eine Bildungseinrichtung beschädigt. Zum eingesetzten Waffentyp machten die Behörden keine Angaben.
In der zentralukrainischen Grossstadt Poltawa gab es nach Behördenangaben Drohnenangriffe. Eine Frau sei getötet und vier weitere Menschen verletzt worden, teilte Militärverwaltungschef Witalij Djakiwnytsch bei Telegram mit. Demnach wurden in der Stadt neun Wohnhäuser beschädigt, teils durch abgestürzte Drohnentrümmer.
In der westukrainischen Region Winnyzja führten russische Drohnenangriffe auf die kritische Infrastruktur zudem der Militärverwaltung zufolge zu Stromausfällen. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte das russische Militär insgesamt bei seinen Angriffen 180 Kampfdrohnen ein, von denen 152 abgefangen werden konnten. Einschläge habe es an 20 Orten gegeben. (dpa)
7:37 Uhr
Sonntag, 18. Oktober
Ukraine greift St. Petersburg an
Die Ukraine hat russischen Angaben zufolge mit Dutzenden Drohnen Ziele in St. Petersburg angegriffen, darunter ein Ölterminal im Hafen und ein Rechenzentrum. Das Militär habe in der Region 126 ukrainische Drohnen abgewehrt, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Gouverneur Alexander Drosdenko. Es gebe keine Opfer.
In der Anlage des Ölterminals sei ein Feuer ausgebrochen, sagte demnach der Gouverneur der Stadt, Alexander Beglow. Das genaue Ausmass der Schäden blieb zunächst unklar. Im Internet kursierten nicht unabhängig bestätigte Videos, die dort einen grossen Brand zeigen sollen.
Ukrainische Medienberichte, wonach Videos einen Treffer auf einer achtspurigen Brücke in St. Petersburg zeigten, bestätigte die russische Seite zunächst nicht. Russland hatte jüngst eine Brücke in der ukrainischen Hauptstadt Kiew getroffen.
Das getroffene Rechenzentrum gehört dem Tass-Bericht zufolge der Internetfirma VK, die ein in Russland beliebtes soziales Netzwerk betreibt. Der Flughafen St. Petersburg setzte aufgrund des ukrainischen Angriffs Tass zufolge zeitweise seinen Betrieb aus. Passagiere und Mitarbeiter wurden an sichere Orte gebracht. (dpa)
21:20 Uhr
Samstag, 17. Oktober
Selenski: Satelliteninternet für Ukraine weiter gedrosselt
Das militärisch wichtige Satelliteninternet Starlink funktioniert nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenski über der Ukraine weiterhin nur gedrosselt. Tests in europäischen Ländern hätten überdies ergeben, dass die Drosselung nur sein Land betreffe, sagte Selenski nach Medienberichten in Kiew. «Das heisst, es handelt sich um eine geplante Operation», folgerte er.
Die Satelliten der US-Firma SpaceX verfolgten nicht die Antennen auf Flugobjekten, die schneller als 161 Kilometer in der Stunde fliegen, sagte der Präsident. Dies behindert ukrainische Drohnen sowohl bei der Abwehr russischer Jetdrohnen als auch bei eigenen Angriffen auf mittlere Distanzen.
In einer Phase eskalierender russischer Luftangriffe klagt das ukrainische Militär seit Mitte der Woche über die Geschwindigkeitsbegrenzung. Starlink gehört zum Firmenreich von Elon Musk, die militärisch genutzte Sonderfunktion Starshield wird nach Musks Angaben aber vom Pentagon kontrolliert. Aussagen von Musk und aus dem Weissen Haus gaben kein klares Bild des Vorgangs.
Zwischenzeitlich berichteten Medien in Kiew unter Berufung auf das ukrainische Militär, Starlink funktioniere wieder ohne Begrenzung. Zu den Tests sagte Selenski, man habe Autos in EU-Ländern mit einem Tempo von 180 Kilometern pro Stunde fahren lassen. Deren Satellitenverbindung sei nicht abgerissen. «Wir verfügen über entsprechende Aufzeichnungen und Beweise», sagte Selenski. Wie aussagekräftig solche Tests sind, ist aber schwer abzuschätzen.
Die Ukraine verteidigt sich seit mehr als viereinhalb Jahren gegen eine grossangelegte russische Invasion. Die US-Führung von Präsident Donald Trump versteht sich nicht mehr als Unterstützer der Ukraine, sondern als Vermittler. In mehreren Schritten der vergangenen Woche ist Trump aber Moskau entgegengekommen und hat den Druck auf Kiew verstärkt. (dpa)
16:41 Uhr
Samstag, 17. Oktober
Selenski kritisiert Aussetzung von US-Sanktionen
Der ukrainische Staatschef Wolodimir Selenski hat die Aussetzung der neuen US-Sanktionen gegen Russland durch US-Präsident Donald Trump kritisiert. Eine Lockerung des Drucks auf Russland und finanzielle Belohnungen seien für Kremlchef Wladimir Putin nur Ansporn, weiter zuzuschlagen, teilte Selenski in einem Beitrag bei Telegram mit. Er beklagte dabei, dass Trump sich zu dem Schritt entschlossen habe, einen Tag nachdem Moskau einen der massivsten Schläge gegen die ukrainische Energieinfrastruktur ausgeführt habe.
«Russland versucht, in der Ukraine kurz vor dem Winter einen Blackout herbeizuführen», sagte Selenski. Das Land wolle Millionen Menschen Strom und Heizung nehmen. «Es braucht Druck, um dies zu stoppen», forderte er. Trump könne das Sanktionsgesetz auch wieder in Kraft setzen. «Aber es muss wirklich greifen», betonte Selenski.
Knapp einen Monat nach der Unterzeichnung eines Sanktionspakets gegen Russland legte Trump die darin vorgesehenen Zölle kurz vor ihrem Inkrafttreten auf Eis. Schon zuvor hatte Trump ungeachtet bestehender Sanktionen mit Putin Diesellieferungen aus Russland vereinbart und damit die Kritik Selenskis auf sich gezogen.
Nach Darstellung Selenskis hatten die Russen am Freitag einen der schwersten Schläge gegen den ukrainischen Energiesektor ausgeführt. «Mehr als 15 wichtige Anlagen zur Stromerzeugung und -übertragung in verschiedenen Regionen der Ukraine wurden angegriffen», sagte er. Einsatzkräfte arbeiteten daran, die Anlagen wieder instand zu setzen.
Auch die Energieversorgung in der Hauptstadt Kiew, in der ostukrainischen Grossstadt Charkiw und in anderen Städten und Gebieten sei von Ausfällen betroffen. «Die Russen haben ihre Operation gegen die Energieversorgung ausgeweitet und versuchen, unsere Reserven und unsere Wiederherstellungsfähigkeit so weit wie möglich zu zerschlagen», sagte Selenski.
Moskau habe 320 Raketen, Marschflugkörper und Drohnen gegen die Energieanlagen, Städte und Gemeinden eingesetzt. Nicht alle Flugobjekte seien abgeschossen worden. Es gab laut Behörden auch Tote und Verletzte. Hunderttausende Menschen waren demnach ohne Strom und Heizung.
Selenski beklagt immer wieder auch einen Mangel an Flugabwehrraketen. Die Ukraine wehrt sich seit mehr als viereinhalb Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg. (dpa)
21:32 Uhr
Freitag, 16. Oktober
Trump behauptet, nichts von Starlink-Drosselung zu wissen
US-Präsident Donald Trump ist nach eigenen Angaben nicht für die vorübergehende Drosselung des militärisch genutzten US-amerikanischen Satelliteninternets von Starlink in der Ukraine verantwortlich gewesen. «Das habe ich nicht getan. Nein, wir haben das überhaupt nicht getan», sagte er vor Reportern in Washington.
Trumps Aussagen stehen im Widerspruch zu jenen von Elon Musk, dem der Konzern SpaceX, der Starlink betreibt, gehört. «Jegliche Geschwindigkeits- oder Nutzungsbeschränkungen werden vom US-Militär und letztlich vom US-Präsidenten festgelegt», hatte dieser zuvor auf X gepostet. Dabei ging es explizit um Starshield, der militärischen Funktion von Starlink. Unklar bleibt damit weiter, wer tatsächlich für eine etwaige Drosselung verantwortlich war.
Trump zeigte sich unwissend und bestritt, dass das Satelliteninternet überhaupt verlangsamt worden sei. «Soweit ich weiss, ich habe es erst heute Morgen in den Nachrichten und aus den Medien erfahren, haben wir es nicht verlangsamt», sagte er weiter. Trump gab sich zuversichtlich, dass das Internet «wahrscheinlich funktioniere».
Ukrainischen Angaben zufolge war in der Nacht zu Mittwoch ohne Vorwarnung ein Tempolimit für Starlink-Terminals etabliert worden, das etwas mehr als einen Tag bestand. Demnach verloren Flugobjekte ihre Verbindung, wenn sie sich schneller als 160 Kilometer pro Stunde bewegten. Dies soll zum Scheitern von ukrainischen Drohneneinsätzen bei eigenen Angriffen wie bei der Abwehr russischen Drohnen geführt haben. (dpa)
18:56 Uhr
Freitag, 16. Oktober
Selenski fordert weitere 70 Milliarden Euro von der EU
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski fordert von seinen Verbündeten in der Europäischen Union weitere 70 Milliarden Euro für das kommende Jahr, um im Abwehrkampf gegen die russischen Angreifer bestehen zu können. Er brauche das Geld «für die Verteidigung, für Waffen und für unsere Widerstandsfähigkeit», sagte er beim EU-Gipfel in einer Rede vor den Staats- und Regierungschefs, die er anschliessend auf der Plattform X veröffentlichte. Der Krieg werde die Ukraine im nächsten Jahr insgesamt 155 Milliarden Euro kosten.
Die EU hatte der Ukraine im vergangenen Jahr 90 Milliarden Euro für die Jahre 2026 und 2027 bewilligt, die nun nicht ausreichen. (dpa)
17:52 Uhr
Freitag, 16. Oktober
Papst fordert Putin zu Waffenstillstand in Frontstadt auf
Papst Leo XIV. hat Russlands Präsident Wladimir Putin in einem Telefonat zu einem Waffenstillstand im Süden der Ukraine aufgefordert. Das Oberhaupt der katholischen Kirche habe seine «tiefe Besorgnis» über die humanitäre Lage in der abgeriegelten Frontstadt Oleschky in der Region Cherson zum Ausdruck gebracht, teilte der Vatikan mit.
Ein Waffenstillstand solle die «Lieferung von Lebensmitteln und medizinischer Hilfe sowie die freiwillige und sichere Evakuierung der Zivilbevölkerung» ermöglichen.
Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als viereinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. (dpa)
10:47 Uhr
Freitag, 16. Oktober
Streit um Waffenruhe: EU-Spitzen stärken Selenski Rücken
EU-Spitzenvertreter stärken dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski im Streit um die Waffenruhe im Energiebereich beim Gipfeltreffen in Brüssel den Rücken. Russland habe die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Waffenruhe nicht eingehalten, sondern die Lage eskalieren lassen, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei einem gemeinsamen Auftritt mit EU-Ratspräsident António Costa und Selenski. «Deshalb müssen wir den Druck auf Russland erhöhen», so die Politikerin. Sie kündigte weitere Arbeit am 22. Sanktionspaket gegen Moskau an.
«Die Unterstützung der Europäischen Union für die Ukraine bleibt so stark wie eh und je», sagte Costa. Kommentare zu den jüngsten Spannungen zwischen Selenski und Trump gaben die drei Spitzen nicht ab. Trump macht mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin wieder Geschäfte und forderte jüngst auch die Ablösung Selenski. Dieser dankte für den Rückhalt des EU-Rats, der Kommission und der Staats- und Regierungschefs. Selenski bezeichnete sie als «echte Führungspersönlichkeiten».
Die Agenda für den Tag betreffe vor allem den Energiebedarf der Ukraine, so Selenski. Man sehe derzeit keine Anzeichen dafür, dass die russische Seite bereit sei, den Krieg zu beenden. Daher müsse sich die Ukraine auf den Winter vorbereiten. Es gehe auch um Luftverteidigung und finanzielle Unterstützung für 2026 und 2027. (dpa)
10:47 Uhr
Freitag, 16. Oktober
US-Senatoren verlangen Klarheit über Starlink-Drosselung
Die vorübergehende Drosselung des militärisch genutzten Satelliteninternets in der Ukraine sorgt im US-Senat für parteiübergreifende Kritik. Neun Mitglieder des Auswärtigen Ausschusses – darunter vier Republikaner – fordern in einem Brief an den Generalinspekteur des Pentagons eine Untersuchung des Vorfalls, wie der Senatsausschuss mitteilte.
Es müsse untersucht werden, ob US-Beamte der Unterbrechung von Starshield, der militärischen Funktion von Starlink, zugestimmt hätten oder vorab darüber informiert gewesen seien. Eine Störung des Systems beeinträchtige die Verteidigungsfähigkeit der Ukraine. (dpa)
22:50 Uhr
Donnerstag, 15. Oktober
Russischer Angriff: Menschen in Kiew und Umland ohne Strom
Nach einem russischen Angriff sind Menschen in der ukrainischen Hauptstadt Kiew und ihrem Umland ohne Strom. Moskau habe ein Objekt der kritischen Energieinfrastruktur attackiert, teilte das ukrainische Energieministerium mit. In Teilen der Stadt und der Region Kiew seien Verbraucher in der Folge ohne Stromversorgung. Mit der Wiederherstellung werde begonnen, wenn die Sicherheitslage es zulasse. In der Hauptstadt, ihrem Umland und weiteren Regionen des Landes war Drohnenalarm ausgelöst worden. (dpa)
13:32 Uhr
Donnerstag, 15. Oktober
Ukraine nimmt Angriffe auf russische Ölanlagen wieder auf
Das ukrainische Militär nimmt wieder russische Ölanlagen ins Visier. Das russische Verteidigungsministerium teilte am Donnerstag mit, die Ukraine habe eine Ölraffinerie in der Region Rjasan umfassend mit Drohnen und Marschflugkörpern des Typs Flamingo attackiert.
Vier Flamingo-Raketen und 69 Drohnen seien abgefangen worden, jedoch hätten Drohnentrümmer einen Brand in der Raffinerie ausgelöst. Ein ranghoher Vertreter der Ukraine, der anonym bleiben wollte, bestätigte einen nächtlichen Angriff auf eine Raffinerie in Rjasan.
Die Ukraine hatte im Rahmen einer von US-Präsident Donald Trump ausgerufenen Energie-Waffenruhe vorübergehend auf Angriffe auf Raffinerien in Russland verzichtet. Moskau jedoch attackierte weiter die ukrainische Energieinfrastruktur.
Trump hatte erklärt, die Ukraine und Russland hätten der Energie-Waffenruhe zugestimmt. Eine Bestätigung des Kremls blieb jedoch aus. Selenski dagegen erklärte sich bereit, die seit Monaten andauernden ukrainischen Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen, die in Russland zu Engpässen bei der Treibstoffversorgung geführt haben.
Am Mittwoch zeigte sich Selenski empört über die anhaltenden russischen Luftangriffe auf die Energieversorgung seines Landes. Russische Streitkräfte hätten die dritte Nacht in Folge das ukrainische Stromnetz sowie Öl- und Gasanlagen bombardiert, sagte er. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte am Mittwoch, über die Details der Vereinbarung über ein Ende der Angriffe auf Energieanlagen sei noch nicht entschieden. «Die Arbeit in dieser Richtung dauert an.»
13:31 Uhr
Donnerstag, 15. Oktober
Raketen treffen mehrere russische Kampfjets am Boden
Die Ukraine will sechs russische Kampfflugzeuge des Typs Suchoi Su-34M auf einem Flugplatz in Westrussland beschädigt haben. Dabei seien «Neptun»-Marschflugkörper eingesetzt worden, teilte die ukrainische Marine in den sozialen Netzwerken mit. Attackiert wurde demnach der mehr als 340 Kilometer von ukrainisch kontrolliertem Gebiet entfernte Militärflugplatz Borissoglebsk im russischen Gebiet Woronesch.
In der Nacht kursierten in sozialen Netzwerken nicht überprüfbare Fotos von Bränden, die den Angriff belegen sollen. Russische Militärblogger bestätigten den Angriff samt Schäden.
Die russische Luftwaffe setzt Su-34-Jagdbomber für den Abwurf von Gleitbomben ein. Die mit Flügelkonstruktionen versehenen Bomben werden von den Kampfbombern aus grosser Höhe und Dutzende Kilometer entfernt von der gegnerischen Flugabwehr auf Ziele abgeworfen. Nach ukrainischen Angaben setzt Russland durchschnittlich täglich 200 Gleitbomben gegen Ziele in der Ukraine ein. Ein Verlust von gleich sechs Kampfflugzeugen würde die russische Luftwaffe erheblich schwächen. (dpa)
11:05 Uhr
Donnerstag, 15. Oktober
Tote nach russischen Angriffen in der Zentralukraine
Infolge russischer Drohnenangriffe sind im zentralukrainischen Gebiet Kirowohrad mindestens drei Menschen getötet worden. Sechs Menschen seien verletzt worden, teilte der ukrainische Zivilschutz bei Telegram mit.
Demnach dauerten die Angriffe über zehn Stunden. Einschläge habe es in der Gebietshauptstadt Kropywnyzkyj in Logistikzentren, Lagerhallen und Wohnhäusern gegeben. In der Region sei auch die Transportinfrastruktur angegriffen worden. Brände brachen demnach aus.
Im benachbarten Gebiet Poltawa wurden nach Angaben des staatlichen Energieunternehmens Naftogaz Gasförderanlagen von Drohnen angegriffen. Demzufolge gab es Schäden an der Ausrüstung, und die Fördertätigkeit wurde vorerst eingestellt. Die Mitarbeiter seien jedoch unversehrt.
In der Nacht zum Donnerstag setzte das russische Militär der ukrainischen Luftwaffe zufolge 580 Drohnen unterschiedlichen Typs und 2 Raketen gegen Ziele in der Ukraine ein. 536 Drohnen konnten demnach rechtzeitig abgefangen werden. Dennoch habe es an 31 Orten Einschläge gegeben. Dazu hätten herabstürzende Trümmer an elf weiteren Stellen Schäden verursacht, hiess es. (dpa)
06:31 Uhr
Donnerstag, 15. Oktober
Feuer auf Handelsschiff im Schwarzen Meer nach Explosion
Nahe der Grenze zur Ukraine ist nach einer Explosion auf einem Handelsschiff in rumänischen Gewässern Feuer ausgebrochen. Ob ein Treffer durch eine Drohne die Ursache gewesen sei, sei noch unklar, sagte Verteidigungsminister Radu Miruta dem rumänischen Sender «Digi24». Die rumänische Luftabwehr habe auf ihrem Radar keine Drohne registriert, die sich auf dieses Schiff zubewegt habe. Das Schiff fahre nun zum rumänischen Schwarzmeer-Hafen Constanta, wo eine Untersuchung zur Feststellung der Brandursache geplant sei.
Wie mehrere rumänische Medien berichteten, habe die Crew des unbeladenen Schiffs «Yara J» unter der Flagge der Komoren-Insel etwa 10 Seemeilen südöstlich der Hafenstadt Sulina an der Donaumündung einen Notruf abgesetzt. Wie Minister Miruta bestätigte, gelang es der Crew, vor Eintreffen der rumänischen Seeretter das Feuer selbst zu löschen. Von den 17 Seeleuten - Syrer, Inder und Iraner - sei niemand verletzt worden.
Erst vor neun Tagen war nahe dem rumänischen Schwarzmeer-Ort Sfantu Gheorghe in der ausschliesslichen Wirtschaftszone Rumäniens ein mit Getreide beladenes türkisches Handelsschiff von einer Drohne getroffen worden und gesunken. Zwei Crew-Mitglieder kamen dabei ums Leben.
Zuletzt häuften sich im Schwarzen Meer die Drohnen-Angriffe auf Handelsschiffe. Betroffen waren in den letzten Tagen auch mehrere Schiffe in Schwarzmeer-Wirtschaftszonen des Nachbarlands Bulgarien. Im rumänischen Luftraum werden seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die benachbarte Ukraine immer wieder Drohnen im Zuge von russischen Angriffen auf ukrainische Donauhäfen gesichtet. (dpa)
15:02 Uhr
Mittwoch, 14. Oktober
Moskau meldet Angriffe auf sechs ukrainische Kraftwerke
Das russische Militär hat nach eigenen Angaben in der Nacht zum Mittwoch sechs ukrainische Kraftwerke unter Beschuss genommen. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Mittwoch mit, es sei Energieinfrastruktur in der Hauptstadt Kiew, der umliegenden Region und der Region Charkiw im Nordosten angegriffen worden.

Der ukrainische Ministerpräsident Serhij Korezkyj erklärte, Russland habe alle drei Heizkraftwerke Kiews angegriffen. Präsident Wolodimir Selenski sagte, mindestens 600'000 Menschen seien von der Stromversorgung abgeschnitten. (dpa)
15:00 Uhr
Mittwoch, 14. Oktober
Bulgarien vermutet Russland hinter Angriffen auf Schiffe
Bulgarien vermutet Russland hinter den Drohnenangriffen auf vier Schiffe im Schwarzen Meer innerhalb einer Woche. Zwei der vier Schiffe sanken. «Es ergibt keinen Sinn, dass die Ukraine ihre eigenen Schiffe und Besatzungen angreift, zumal das Ergebnis all dieser Angriffe Russland in die Hände spielt», sagte Ministerpräsident Rumen Radew am Mittwoch vor dem Parlament. «Das Problem ist, dass wir es nicht beweisen können.» (dpa)
14:49 Uhr
Mittwoch, 14. Oktober
Polizei: Fünf Tote und 36 Verletzte bei Angriff auf Kiew
Bei russischen Angriffen auf Kiew sollen mindestens fünf Menschen getötet und 36 weitere verletzt worden sein. Das teilte die Polizei in der ukrainischen Hauptstadt am Mittwoch mit. Die Angriffe hätten von Dienstagabend bis Mittwochmorgen angedauert. (dpa)
14:10 Uhr
Mittwoch, 14. Oktober
Selenski: Russland greift weiter Energieanlagen an
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat sich empört über die anhaltenden russischen Luftangriffe auf die Energieversorgung seines Landes gezeigt. Russische Streitkräfte hätten die dritte Nacht in Folge das ukrainische Stromnetz sowie Öl- und Gasanlagen bombardiert, sagte Selenski am Mittwoch. Die Angriffe erfolgten ungeachtet einer von US-Präsident Donald Trump verkündeten Einigung, Energieanlagen zu verschonen.
Trump hatte erklärt, die Ukraine und Russland hätten sich auf eine Energie-Waffenruhe verständigt. Der Kreml hat das bislang nicht bestätigt. Selenski hat sich bereit erklärt, die seit Monaten andauernden ukrainischen Angriffe auf russische Ölraffinerien einzustellen. Diese hatten in Russland zu Engpässen bei der Treibstoffversorgung geführt. Der bislang letzte ukrainische Angriff auf eine russische Raffinerie war am Freitag gemeldet worden. (dpa)
10:45 Uhr
Mittwoch, 14. Oktober
Massive Angriffe: Hunderttausende in der Ukraine ohne Strom
Russland hat die Ukraine in der Nacht erneut massiv mit Angriffen überzogen. In der Folge gebe es Tote und Verletzte, zudem seien mindestens 600'000 Haushalte ohne Strom, schrieb der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski. Russland habe 39 ballistische Raketen und mehr als 102 Drohnen gegen die ukrainische Energieversorgung und kritische Infrastruktur eingesetzt, schrieb Selenski in sozialen Medien. Es gebe erhebliche Schäden an 26 Einrichtungen im Bereich der Stromversorgung und vier Objekten im Öl- und Gasbereich.
Selenski warf Moskau vor, der Aufforderung von US-Präsident Donald Trump zu einer Waffenruhe für Angriffe auf Energieanlagen nicht zu folgen. Er sprach von einem bewussten Angriff in bezeichnendem Ausmass, «so eine demonstrative Missachtung Russlands gegenüber Amerika gab es noch nicht». Er rief Trump zu harten Sanktionen gegen Russland auf und bat um zusätzliche Abwehrsysteme vom Typ Patriot, die als wirksam gegen ballistische Raketen gelten und an denen es der Ukraine mangelt.
Nach Angaben des ukrainischen Zivilschutzes stieg die Zahl der Todesopfer in der Hauptstadt Kiew auf drei Personen. Bei verschiedenen Angriffen im Gebiet Dnipropetrowsk kamen am Abend und in der Nacht demnach zwei Menschen ums Leben. Sechs weitere seien verletzt worden. (dpa)
10:44 Uhr
Mittwoch, 14. Oktober
Russland: Mehr als 900 ukrainische Drohnen abgewehrt
Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte am Morgen Angriffe auf Kommunikations- und Energieinfrastruktur in der Hauptstadt Kiew und ihrem Umland sowie der Region Charkiw. Sie würden dem Rüstungssektor und den ukrainischen Streitkräften dienen, hiess es zur Begründung. Zudem will Russland 902 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und der annektierten Krim abgewehrt haben. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.
Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin schrieb bei Telegram von 493 ukrainischen Drohnen, die in der Nacht in Richtung der Region Moskau geflogen seien. Der Grossteil davon sei weit entfernt abgewehrt worden, 180 Drohnen seien im Anflug auf Moskau abgeschossen worden.
Erneut gab es an mehreren Flughäfen in Russland Einschränkungen, wie russische Agenturen unter Berufung auf die Luftfahrtbehörde Rosawiazija meldeten. Betroffen waren unter anderem die vier Hauptstadtflughäfen. Dort gibt es seit Tagen Probleme infolge ukrainischer Drohnenangriffe. Flugzeuge kehren auf dem Weg nach Moskau um oder landen an anderen Flughäfen in Russland, Passagiere an den Airports sitzen zeitweise fest.
In der Stadt Balakowo sei ein Mensch bei einem ukrainischen Drohnenangriff getötet worden, schrieb der Gouverneur der Region Saratow, Roman Bussargin, bei Telegram. Mehrere Wohnhäuser wurden demnach beschädigt.
Russlands grösstes Geldhaus, die Sberbank, bestätigte russischen Agenturen zufolge, dass eines ihrer Datenverarbeitungszentren attackiert worden sei. Alle Systeme würden normal funktionieren.
Russland überzieht die Ukraine seit mehr als viereinhalb Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Als Teil ihres Abwehrkampfes nimmt die Ukraine immer wieder auch Ziele im russischen Hinterland ins Visier. (dpa)
06:36 Uhr
Mittwoch, 14. Oktober
Raketen treffen Kiew - Selenski beklagt fehlende Vorwarnung
Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist erneut von ballistischen Raketen aus Russland getroffen worden - und auch diesmal habe es keine vorherige Warnung der Verbündeten gegeben, beklagte die Staatsführung. Unmittelbar nach Auslösung des Luftalarms waren schon die ersten Explosionen in der Millionenmetropole zu hören, wie das ukrainische Nachrichtenportal «The Kyiv Independent» berichtete. Ein neunstöckiges Wohngebäude ging nach einem Treffer in Flammen auf, laut Bürgermeister Vitali Klitschko gab es mindestens 2 Tote und mehr als 20 Verletzte.
Wie schon am Vortag hätten die internationalen Partner auch diesmal keine Warnhinweise auf einfliegende Raketen gegeben, sagte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski am Abend. Die Geschosse seien quasi erst im Anflug auf Kiew von den Radaren entdeckt worden. Ausser dem Wohnblock sei auch ein Heizkraftwerk getroffen worden. Den russischen Angreifern werde es zu einfach gemacht, beklagte Selenski. Am Morgen wurde dann eine weitere Angriffswelle gemeldet, deren Folgen zunächst unklar waren.
US-Regierung bestreitet Vorwürfe aus Kiew
Die Ukraine verliess sich in ihrem seit 2022 andauernden Abwehrkampf gegen Russland bislang vor allem auf Aufklärungsdaten des US-Militärs, aber auch auf die anderer Nato-Mitgliedsstaaten. Zuletzt traten jedoch wieder Spannungen zwischen den Regierungen in Kiew und Washington offen zutage. Die US-Regierung bestritt Vorwürfe aus Kiew, wonach militärische Informationen nicht mehr mit den Ukrainern geteilt würden.
Selenski machte aus seinem Unmut über die Situation keinen Hehl. «Das ist überhaupt nicht gerecht, wenn sie (die Russen) Energieanlagen zerstören und die Ukraine nicht einmal Warnungen vor dem Start von ballistischen Raketen erhält», schrieb er auf Telegram. Es sei wichtig, dass die USA wirklich sehen würden, was vor sich gehe und wer Schuld daran habe, dass der Krieg weitergehe.
Verschärft wird die aktuelle Lage durch akuten Munitionsmangel der ukrainischen Streitkräfte. Während es ihnen nach langen Jahren des Verteidigungskriegs an Geschossen zur Raketenabwehr mangelt, hat Russland die Angriffe auf Kiew und andere Städte verstärkt. Als effektivste Abwehr gegen ballistische Raketen, die aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwierig abzufangen sind, gelten die von den USA produzierten Patriot-Systeme. Die ukrainische Armee hat mehrere davon, aber nicht genügend Munition. Ein Grund dafür: Der Krieg der USA und Israels gegen den Iran hat die weltweiten Munitionsbestände zusätzlich verknappt. (dpa)
20:31 Uhr
Dienstag, 13. Oktober
Spionagevorwurf: Russland nimmt japanischen Journalisten fest
Der russische Inlandsgeheimdienst hat einen japanischen Journalisten festgenommen. Der Mann habe für die Zeitung «Hokkaido Shimbun» gearbeitet und stehe im Verdacht, auf der Insel Sachalin spioniert zu haben, teilte der FSB am Dienstag mit. Er habe im Auftrag eines japanischen Geheimdienstes Informationen über die Verteidigungsfähigkeit Russlands gesammelt und sei in Sachalin festgesetzt worden, als er Russland habe verlassen wollen.
Der Journalist ist den Angaben zufolge nach Moskau gebracht worden. Ein Gericht habe Untersuchungshaft angeordnet, hiess es.
Zur Region Sachalin gehören auch Kurilen-Inseln, die die Sowjetunion in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs erobert hat, auf die Japan aber weiter Anspruch erhebt. Der anhaltende Streit verhindert bis heute einen Friedensvertrag. Russland hat zudem seine Militärpräsenz auf den Kurilen über die Jahre verstärkt.
Die russischen Behörden hatten 2023 den «Wall Street Journal»-Reporter Evan Gershkovich unter Spionagevorwürfen verhaftet. Er wurde im Jahr darauf zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt, kam aber wenig später im Rahmen eines Gefangenenaustauschs frei. (dpa)
10:06 Uhr
Dienstag, 13. Oktober
Charkiw: Tote und Verletzte nach russischem Angriff
Bei einem russischen Luftangriff auf die ostukrainische Stadt Charkiw sind nach Behördenangaben mindestens drei Menschen getötet und elf weitere verletzt worden. Bei dem Raketenangriff sei ein viergeschossiges Wohnhaus getroffen worden, teilten die ukrainischen Behörden mit. In den Trümmern des Hauses könnten noch Menschen verschüttet sein, hiess es. Rettungskräfte seien im Einsatz. Charkiw ist immer wieder das Ziel massiver russischer Luftangriffe.
Auch in der Hauptstadt Kiew meldete Bürgermeister Vitali Klitschko Schäden an einem Wohnhaus nach einem russischen Drohnenangriff. Im Westen der Ukraine brannten im Gebiet Lwiw (früher Lemberg) laut Zivilschutz drei Wohnhäuser nach einem Drohnenangriff. Informationen zu Verletzten gab es demnach zunächst nicht. Die ukrainische Luftverteidigung meldete am Morgen, dass von 108 russischen Drohnenangriffen 88 abgewehrt worden seien. (dpa)
08:19 Uhr
Dienstag, 13. Oktober
Drohnen treffen Schiffe im Schwarzen Meer – eines gesunken
Vor der bulgarischen Küste sind zwei Schiffe im Schwarzen Meer von Drohnen getroffen worden. Eines der Schiffe sei gesunken, teilte Bulgariens Ministerpräsident Rumen Radev am Dienstag mit. Ein Besatzungsmitglied sei gerettet worden. Über die übrige Besatzung war zunächst nichts bekannt.
Von dem zweiten Schiff, der unter maltesischer Flagge fahrenden «Chelsea 3», brachten Rettungskräfte alle 15 Besatzungsmitglieder in Sicherheit. Fünf von ihnen wurden wegen leichter Verletzungen behandelt.
Radev bezeichnete die Angriffe als «völlig inakzeptabel» und bat die Nato und die Europäische Union um Unterstützung. Bulgarien verfüge bislang über keine eindeutigen Belege dafür, wer für die Angriffe verantwortlich sei. (dpa)
03:24 Uhr
Dienstag, 13. Oktober
Trump beharrt auf «Energie-Waffenruhe» zwischen Russland und Ukraine
US-Präsident Donald Trump beharrt darauf, dass zwischen der Ukraine und Russland eine Waffenruhe für Angriffe auf Energieanlagen gilt. Das sagte er am Montag (Ortszeit), obwohl der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski zuvor erklärt hatte, Moskau habe ukrainische Energieanlagen angegriffen. «Nun, sie haben zugestimmt», sagte Trump. «Weil ich gesagt habe: ‹Ihr stimmt zu.› Deshalb haben sie zugestimmt, weil ich gesagt habe, dass sie zustimmen.»
Selenski hatte erklärt, sein Land sei bereit, Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur einzustellen. Ukrainische Streitkräfte hätten seit Trumps Ankündigung vom Sonntag keine russischen Energieanlagen mehr angegriffen. Moskau greife jedoch weiterhin ukrainische Energieanlagen an. (dpa)
00:57 Uhr
Dienstag, 13. Oktober
Trump: Putin will Deal mehr als Selenski
US-Präsident Donald Trump will ungeachtet der Kritik an seinem jüngsten Vorgehen im Ukraine-Krieg den Aggressor Russland nicht stärker in die Pflicht nehmen und sieht vor allem die Ukraine unter Zugzwang. Auf die Frage einer Reporterin, was er dazu sage, dass Russland die von ihm selbst verkündete Energie-Waffenruhe verletzt habe, sagte Trump: «Nun, ich müsste mir das erst einmal ansehen, denn es gab Verstösse auf beiden Seiten.»
Auf Nachfrage, wie er Russlands Präsidenten Wladimir Putin dazu bewegen wolle, sich an die Waffenruhe zu halten, sagte Trump, er glaube, dass Putin eine Einigung erzielen wolle – und man den ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski dazu bringen müsse, das ebenfalls zu wollen. Auch eine weitere Reporterfrage, wo er bei Putin die Bereitschaft für eine Einigung sehe, wenn dieser die Ukraine angreife, bügelte Trump ohne ein Wort der Kritik am Kreml ab: «Ich glaube, sie werden eine Einigung erzielen. Ich glaube tatsächlich, dass Putin mehr als Selenski daran interessiert ist, einen Deal zu machen.» (dpa)
21:30 Uhr
Montag, 12. Oktober
Ukraine meldet fünf Tote nach russischen Angriffen
Bei russischen Drohnenangriffen sind nach ukrainischen Angaben binnen 24 Stunden fünf Menschen getötet worden. In Kiew habe eine Drohne am Abend ein 25-stöckiges Hochhaus getroffen, teilte die Stadtverwaltung am Abend mit. Zwei Menschen seien getötet worden. Mindestens neun weitere hätten Verletzungen erlitten. Zuvor tötete ein Drohnenangriff auf das Dorf Pisotschyn in der Region Charkiw drei Menschen, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Sie meldete zudem neun Verletzte, unter ihnen mehrere Kinder.
Die ukrainische Flugabwehr teilte mit, Russland habe mit 121 Drohnen angegriffen, von denen 89 abgewehrt worden seien. Unter den russischen Geschossen seien eine Rakete und 76 Drohnen mit Düsenantrieb gewesen.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski sagte, sein Land sei bereit, Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur einzustellen. Moskau greife jedoch weiter ukrainische Energieanlagen an, obwohl US-Präsident Donald Trump erklärt habe, die kriegführenden Staaten hätten sich auf einen Stopp solcher Angriffe geeinigt. Ukrainische Streitkräfte hätten seit Trumps Ankündigung vom Sonntag keine russischen Energieanlagen mehr angegriffen und seien bereit, eine Energie-Waffenruhe einzuhalten. Dies wäre «ein guter erster Schritt», um den Krieg zu beenden, sagte Selenski dem US-Sender Fox News. Er sei jedoch «nicht sicher, ob (der russische Präsident Wladimir) Putin dazu bereit ist». (dpa)
13:05 Uhr
Montag, 12. Oktober
EU: Russland-Sanktionen gegen fast 1600 Personen und Unternehmen
Die Europäische Union hat neue Sanktionen gegen fast 1600 Personen und Unternehmen mit Verbindungen zur russischen Rüstungsindustrie verhängt. Im Fokus stehen insbesondere Beteiligte an der Herstellung von Drohnen- und Raketenteilen. Es handelt sich um die bislang umfangreichste einzelne Sanktionsliste der EU seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine vor fast fünf Jahren.
Die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas sagte am Montag, mehr als die Hälfte der Sanktionen richte sich gegen die Produktionskette für ballistische Raketen, «die Russland jeden Tag einsetzt, um ukrainische Zivilisten zu töten».
Mit Sanktionen belegt wurden auch 77 Personen, denen vorgeworfen wird, in von Russland besetzten Regionen der Ukraine an sogenannten Scheinwahlen mitgewirkt zu haben. (dpa)
12:24 Uhr
Montag, 12. Oktober
Selenski: USA müssen begrenzte Waffenruhe durchsetzen
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat die USA aufgefordert, Russland zur Einhaltung der von US-Präsident Donald Trump verkündeten begrenzten Energie-Waffenruhe anzuhalten. «Wir warten darauf, welche konkreten Schritte die Amerikaner bereit sind zu unternehmen», sagte Selenski in einer per Videoschalte auf dem Warschauer Sicherheitsforum übertragenen Rede
Man sei am Vortag sehr überrascht worden von Trumps Ankündigung in sozialen Medien, dass im Ukraine-Krieg alle Angriffe auf Energieanlagen sofort gestoppt würden, sagte Selenski weiter. «Und direkt nach der Veröffentlichung des Beitrags führte Russland einen gezielten Angriff auf ein Kraftwerk in Charkiw durch, wodurch unser Energiesystem weiteren Schaden davontrug.» Kremlchef Wladimir Putin lese offenbar nicht Trumps Posts auf dessen Netzwerk Truth Social, fügte er hinzu.
Selenski betonte, die Ukraine sei mit einem Stopp von Angriffen auf Energieanlagen einverstanden, wenn Russland dies auch respektiere. Man habe deshalb auch in der vergangenen Nacht auf Angriffe gegen russische Ölraffinerien verzichtet. Trotzdem habe es den ganzen Morgen Angriffe russischer düsengetriebener Drohnen gegen Kiew gegeben. «Das ist also vorerst Putins Antwort auf Trump: russische Angriffe. Aber wir warten ab.» (dpa)
07:29 Uhr
Montag, 12. Oktober
Trump verkündet Waffenruhe in Ukraine - Russen greifen an
Kurz nach der überraschenden Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, dass im Ukraine-Krieg alle Angriffe auf Energieanlagen sofort gestoppt werden, hat die Führung in Kiew dem Angreifer Russland einen Verstoss vorgeworfen. Sie beschuldigte das russische Militär, seine Attacken auf das Nachbarland fortgesetzt und ein Heizkraftwerk schwer getroffen zu haben. Aussenminister Andrij Sybiha warf dem Kreml einen klaren Verstoss gegen die begrenzte Feuerpause vor, die laut Trumps Ankündigung vom Sonntagnachmittag (MESZ) unmittelbar in Kraft treten und für beide Kriegsparteien gelten sollte.
Es ist nicht das erste Mal, dass der US-Präsident behauptet, die Ukraine und Russland würden ihre gegenseitigen Angriffe auf Energieanlagen einstellen - mit einer ähnlichen Äusserung war er bereits Mitte September vorgeprescht. «Beide Seiten haben dem zugestimmt. Bitte halten Sie sich daran!», schrieb er diesmal auf Truth Social.
Doch schon nach Trumps Verkündung im September hatten beide Seiten ihre Angriffe fortgesetzt. Und auch diesmal ist ungewiss, wie viel auf die angebliche Abmachung zu geben ist. Selenski äusserte sich zunächst überrascht über Trumps Ankündigung, von russischer Seite gab es bis zum frühen Morgen keine Reaktion.
«Die Ukraine will Frieden - die Frage ist, ob Russland ihn will», sagte Selenski in seiner abendlichen Videoansprache. Die Ukraine habe bereits zahlreiche Schritte zur Deeskalation vorgeschlagen, doch Kremlchef Wladimir Putin habe immer nur mit Nein geantwortet.
Nach ukrainischen Angaben wurde die Stadt Charkiw im Osten des Landes vom russischen Militär mit Drohnen und Gleitbomben angegriffen. (dpa)
22:43 Uhr
Sonntag, 11. Oktober
Republikaner kritisieren Trumps Diesel-Abkommen mit Putin
Demokratische und republikanische US-Senatoren kritisieren den von Präsident Donald Trump geplanten Import russischen Diesels als rechtswidrig. Der Kongress habe im Jahr 2022 die Einfuhr russischer Energieträger untersagt, damit die USA nicht Russlands Krieg gegen die Ukraine finanzieren, heisst es in einem Schreiben von sieben Senatorinnen und Senatoren beider Parteien. «Präsident Trumps Entscheidung, russische Importe zu erlauben, steht im direkten Widerspruch zu diesem Gesetz.»
Die Vereinigten Staaten dürften Kremlchef Wladimir Putin keine Rettungsleine hinwerfen, solange er ukrainische Zivilisten töte, hiess es weiter. «Die Regierung muss ihren Kurs umgehend korrigieren.»
Trump hatte nach einem Gespräch mit Putin verkündet, Russland werde umgehend mehr als 300.000 Tonnen Diesel für die USA und den Weltmarkt zur Verfügung stellen. Weitere Lieferungen sollten folgen. Der US-Präsident steht innenpolitisch unter Druck, weil der Preis für Diesel in den USA infolge des Iran-Kriegs neue Höchststände erreichte - und das kurz vor den wichtigen Zwischenwahlen Anfang November, den Midterms. Experten zufolge können Russlands Lieferungen den Anstieg aber kaum dämpfen. (dpa)
21:22 Uhr
Sonntag, 11. Oktober
Drohnenalarm an Moskauer Flughäfen – Flugbetrieb eingestellt
Die vier Flughäfen der russischen Hauptstadt Moskau haben am Abend den Flugbetrieb wegen einfliegender ukrainischer Drohnen vorübergehend eingestellt. Auf den Flughäfen Scheremetjewo, Wnukowo, Domodedowo und Schukowski wurden alle Landungen und Starts für kurze Zeit abgesagt, berichtete die Staatsagentur Tass. Mindestens 25 anfliegende Maschinen wurden in dieser Zeit auf andere Flugplätze umgeleitet. Der Alarm wurde am späten Abend an allen Airports aufgehoben.
Nach Angaben von Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin wurden mindestens 23 ukrainische Drohnen auf ihrem Weg in die russische Metropole noch vor den Stadtgrenzen abgeschossen. Er machte jedoch keine Angaben dazu, ob Drohnen die Flugabwehr überwunden oder Schäden angerichtet hatten.
Der Flugbetrieb wurde am Abend auch in anderen Städten Russlands durch einfliegende Drohnen gestört. Unter anderem kam es in Kostroma und Jaroslawl nordöstlich von Moskau und Jaroslawl zum kurzfristigen Stopp aller Starts und Landungen.
Die Ziele der ukrainischen Drohnen waren nicht bekannt. (dpa)
19:41 Uhr
Sonntag, 11. Oktober
Selenski: Neuer russischer Angriff auf Energieanlage
Das russische Militär hat nach den Worten des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski ein Heizkraftwerk in der Grossstadt Charkiw im Osten des Landes angegriffen und beschädigt. In seiner abendlichen Videoansprache liess Selenski jedoch offen, ob die Attacke vor oder nach der von US-Präsident Donald Trump angekündigten Waffenruhe für Attacken auf Energieanlagen erfolgte. Bei dem Angriff mit Drohnen und Gleitbomben wurden nach Angaben der örtlichen Behörden sechs Menschen verletzt, unter ihnen ein Kind.
Selenski äusserte sich positiv zu der von Trump verkündeten Waffenruhe im Energiebereich. «Die Ukraine ist bereit, keine Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur durchzuführen, und wir erwarten eine entsprechende Bereitschaft Russlands sowie eine diesbezügliche Vereinbarung mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika», sagte er.
Die Ukraine habe bereits zahlreiche Schritte zur Deeskalation vorgeschlagen. «Putin hat auf all diese Vorschläge immer nur mit einem Wort geantwortet: Nein.» Nun hoffe er, dass Putin anders antworten werde, sagte Selenski weiter. «Die Ukraine will Frieden - die Frage ist, ob Russland ihn will.»
Nunmehr warte die Ukraine auf klare Einzelheiten zum Dialog zwischen den USA und Russland «und darauf, dass Putin das umsetzt, was Präsident Trump angekündigt hat». (dpa)
19:38 Uhr
Sonntag, 11. Oktober
Europäer stärken Selenski nach Trumps Kritik den Rücken
Europäische Spitzenpolitiker stärken dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski nach der jüngsten Ablösungsforderung von US-Präsident Donald Trump den Rücken. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen teilte nach einem Telefonat mit Selenski mit, der ukrainische Staatschef führe den Kampf seines Volkes für die Freiheit und sie habe ihm ihre volle Unterstützung zugesichert.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron erklärte: «Frankreich steht weiterhin an der Seite der Ukraine und zu Präsident Selenski.» Auch er tauschte sich am Sonntag nach eigenen Angaben mit Selenski aus.
Die Telefonate erfolgten nach neuen Spannungen zwischen Trump und Selenski. Der US-Präsident hatte am Samstag behauptet, Selenskihabe vielfach die Gelegenheit gehabt, den Ukraine-Krieg zu beenden, und sich dagegen entschieden. «Ich glaube, es ist an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekommt», sagte Trump. Zuvor hatte Selenskieine zwischen den USA und Russland vereinbarte Aufhebung von Sanktionen für den Verkauf von russischem Diesel scharf kritisiert - dies sei «eine Investition in den Krieg, den man beenden und nicht verlängern muss». (dpa)
17:01 Uhr
Sonntag, 11. Oktober
Selenski offen für Wahlen – aber unter Bedingungen
Nach der von US-Präsident Donald Trump verlangten Ablösung des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski hat dieser mit einem Gegenangebot reagiert. Falls Trump den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einer 60-tägigen, vollständigen Feuerpause bewegen könne, hätte die Ukraine Zeit, Neuwahlen zu organisieren, sagte Selenski in einem Interview des US-Senders ABC. Seinen Bürgern müsse während der Wahlen Sicherheit garantiert werden.
Den jetzigen Druck aus Washington sieht Selenski als Ausdruck der Hilflosigkeit. «Diese Leute können einfach keinen Weg finden, Putin zu stoppen», sagte er. Daher sei es einfacher, andere unter Druck zu setzen, als den Kremlchef aufzuhalten.
Er bilanzierte, dass Russland in dieser Woche 190 Energieanlagen in der Ukraine angegriffen und daneben 153 Zivilisten getötet habe. «Russland verspürt keinen Druck, möchte einfach weitermachen», sagte Selenski.
Er bekräftigte, dass die Ukraine zu einer Pause bei den wechselseitigen Angriffen auf Energieanlagen bereit sei. Sollte Russland seine Angriffe gegen die Energieversorgung der Ukraine einstellen, würde die Ukraine ihre Angriffe gegen die Erdölindustrie Russlands einstellen. (dpa)
16:44 Uhr
Sonntag, 11. Oktober
Trump: Moskau und Kiew stoppen Angriffe auf Energieanlagen
US-Präsident Donald Trump hat zum wiederholten Mal verkündet, dass die Ukraine und Russland künftig auf Angriffe auf den Energiesektor der jeweils anderen Kriegspartei verzichten wollen. Die Waffenruhe gelte mit sofortiger Wirkung, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. «Beide Seiten haben dem zugestimmt. Bitte halten Sie sich daran!» Bestätigungen aus Russland und der Ukraine für die Übereinkunft lagen zunächst nicht vor.
Mit einer ähnlichen Äusserung war Trump bereits Mitte September vorgeprescht. Beide Seiten hatten ihre Angriffe danach allerdings fortgesetzt. (dpa)
10:26 Uhr
Sonntag, 11. Oktober
Ukraine trifft erneut russischen Internetkonzern Yandex
Die Ukraine hat bei ihren Gegenangriffen erneut ein Rechenzentrum des russischen Internetkonzerns Yandex getroffen. Infolge eines Drohnenangriffs sei Infrastruktur eines Rechenzentrums im mehr als 170 Kilometer östlich von Moskau gelegenen Wladimir beschädigt worden, teilte das Unternehmen mit. Der Betrieb des Rechenzentrums sei vollständig eingestellt und einige Dienste nicht erreichbar.
Verletzte gab es demnach nicht. Berichten zufolge haben Menschen in mehreren Regionen Russlands und auch im Ausland unter anderem Probleme dabei, den Bezahl- oder Taxidienst zu nutzen. Bereits am Donnerstag und Freitag hatte die Ukraine Standorte des Internetriesen in Sassowo im Gebiet Rjasan und in Kaluga getroffen.
Russland hatte zuvor mehrfach Datenzentren in der Ukraine angegriffen. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte zudem am Morgen mit, unter anderem ein Rechenzentrum in der ukrainischen Hafenstadt Odessa attackiert zu haben. Die ukrainischen Streitkräfte würden es zur Verarbeitung, Übertragung und Speicherung von Informationen nutzen, hiess es zur Begründung.
Behörden: Drohnentrümmer treffen Flughafen Sotschi
Der Gouverneur der Region Wladimir, Alexander Awdejew, schrieb bei Telegram, dass Infrastruktur mit Drohnen angegriffen worden sei. Demnach brach ein Feuer aus. Infolge der Attacke seien zunächst 5.000 Einwohner ohne Strom gewesen. Die Stromversorgung sei inzwischen aber bei einem Grossteil und die Wärme- und Wasserversorgung überall wiederhergestellt.
Im Kurort Sotschi an der russischen Schwarzmeerküste stürzten Drohnentrümmer nach Angaben des regionalen Zivilschutzstabs auf das Gelände des Flughafens. Ein Feuer sei in einem Verwaltungsgebäude ausgebrochen, aber schnell gelöscht worden. Durch herabstürzende Drohnentrümmer sei das Dach eines Wohnhauses beschädigt worden. In einem weiteren Wohnhaus sei es zu einem ebenfalls schnell gelöschten Brand gekommen. Verletzte gab es demnach nicht.
In der an die Ukraine grenzenden Region Brjansk kam nach Angaben von Gouverneur Jegor Kowaltschuk ein Mann bei einem ukrainischen Drohnenangriff ums Leben. Zwei Frauen seien bei einer anderen Attacke verletzt worden. (dpa)
21:07 Uhr
Samstag, 10. Oktober
Nach Diesel-Deal: Moskau hebt Exportverbot teilweise auf
Nach der Diesel-Vereinbarung zwischen US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin hat die russische Regierung das Exportverbot für Dieselkraftstoff teilweise aufgehoben. Der Beschluss, der sofort in Kraft tritt, ermöglicht es, zunächst 500'000 Tonnen auf den Weltmarkt zu bringen, berichtete die Staatsagentur Tass unter Berufung auf eine Mitteilung der Regierung in Moskau.
Die russischen Ölkonzerne wurden angewiesen, zur Umsetzung des Beschlusses «unverzüglich damit zu beginnen, Verträge über die Lieferung von Dieselkraftstoff mit ausländischen Vertragspartnern abzuschliessen».
Russland hatte den Export von Diesel verboten, um den eigenen Markt bedienen zu können. Ukrainische Drohnenangriffe gegen Raffinerien in verschiedenen Städten Russlands hatten zeitweise für einen Engpass auf dem heimischen Markt gesorgt. (dpa)
19:27 Uhr
Samstag, 10. Oktober
Trump fordert Ablösung des ukrainischen Präsidenten
US-Präsident Donald Trump hat einen neuen Präsidenten für die Ukraine gefordert. Wolodimir Selenski habe vielfach die Gelegenheit gehabt, den Ukraine-Krieg zu beenden, und sich dagegen entschieden, behauptete Trump in Washington. «Ich glaube, es ist an der Zeit, dass die Ukraine einen neuen Präsidenten bekommt.»
Trump zufolge sollten sich die Ukrainer einen neuen Anführer suchen, der eine Vereinbarung zur Beendigung des Krieges schliessen könne. Denn trotz vieler Möglichkeiten habe Selenski das «aus irgendeinem Grund nie getan.»
Trump beschuldigte Selenski zudem, mit Angriffen auf den russischen Energiesektor zur Knappheit an Diesel beigetragen zu haben. «Er will unseren Landwirten und Viehzüchtern Probleme mit Dieselkraftstoff bereiten, denn Russland liefert einen grossen Teil des Dieselkraftstoffs weltweit», behauptete Trump. Tatsächlich waren die Preise für Rohöl und Diesel infolge des Iran-Krieges in die Höhe geschossen, den die USA und Israel im vergangenen Februar begonnen hatten. (dpa)
10:46 Uhr
Samstag, 10. Oktober
Tote und Verletzte nach russischen Angriffen in Saporischschja
Bei russischen Angriffen sind im Südosten der Ukraine mindestens sieben Menschen getötet worden. Die Gebietshauptstadt Saporischschja sei an mehreren Stellen getroffen worden, schrieb der Militärgouverneur der gleichnamigen Region, Mychajlo Semikin, auf der Plattform Telegram.
Unter den Todesopfern seien drei Minderjährige, ausserdem gebe es zehn Verletzte, schrieb er. Such- und Rettungsarbeiten dauern demnach an. Semikin veröffentlichte Fotos und Videos, die Schäden und starke Zerstörungen an Wohnhäusern und ausgebrannte Autos zeigen.
Gouverneur: Ukrainische Angriffe auf Region Rostow
Die Ukraine nahm bei Gegenangriffen ihrerseits das südrussische Gebiet Rostow ins Visier. Auf der Nasa-Website Firms, die weltweit Brandherde erfasst, waren mehrere Feuer dort zu sehen, wo sich ein Erdöl verarbeitendes Unternehmen befindet. Der Gouverneur der Region, Juri Sljussar, schrieb bei Telegram von Bränden und Schäden an Wohnhäusern infolge ukrainischer Angriffe. Zudem sei eine Eisenbahnbrücke beschädigt worden. Sechs Menschen benötigten demnach ärztliche Hilfe.
Moskau: Über 500 Drohnen abgewehrt
In der Stadt Asow seien zwei Schiffe beschädigt worden. Mehr als 100 Drohnen seien über dem Gebiet Rostow abgewehrt worden. Das Verteidigungsministerium in Moskau gab an, in der Nacht 560 ukrainische Drohnen über russischen Gebieten und der annektierten Krim abgewehrt zu haben.
Russland überzieht die Ukraine seit mehr als viereinhalb Jahren mit einem brutalen Angriffskrieg. Als Teil ihres Abwehrkampfes nimmt Kiew immer wieder auch Ziele im russischen Hinterland ins Visier. Darunter vor allem die für Russlands Kriegskasse so wichtige Ölindustrie. (dpa)
02:40 Uhr
Samstag, 10. Oktober
Kreml: Weder Putin noch Trump wollte zuerst auflegen
Nach Altkanzler Gerhard Schröder haben laut Kremlangaben auch US-Präsident Donald Trump und seine Frau Melania dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zum Geburtstag gratuliert. Trump habe Putin während eines Telefonats Erfolg und Wohlbefinden gewünscht und auch nicht vergessen, Grüsse von seiner Frau Melania zu übermitteln, sagte Putins aussenpolitischer Berater Juri Uschakow laut staatlicher Nachrichtenagentur Tass. Putin habe Trump dafür gedankt.

Das Telefonat - laut Kreml das sechste in diesem Jahr - lief der Darstellung nach positiv: Weder Putin noch Trump hätten als Erster auflegen wollen, sagte Uschakow. Putin hatte am Mittwoch seinen 74. Geburtstag gefeiert und seinen wegen eines privaten Termins in Moskau weilenden Freund Gerhard Schröder zu der Feier eingeladen.
Laut Uschakow sprachen Putin und Trump auch über den Krieg. Putin habe dabei deutlich gemacht, dass Russlands Haltung mit Blick auf die Ziele der «militärischen Sonderoperation» unverändert bleibe. Putin schätze die Fokussierung von Trump und seinem Team auf einen Dialog mit Russland. (dpa)
22:09 Uhr
Freitag, 9. Oktober
Selenski kritisiert US-Deal zu russischem Diesel scharf
Die USA und Russland vereinbaren eine Abschwächung von Sanktionen für einen Export von russischem Diesel. In der von Moskau angegriffenen Ukraine reagiert Präsident Selenski mit deutlichen Worten.
Eine zwischen den USA und Russland vereinbarte Aufhebung von Sanktionen für den Verkauf von russischem Diesel ist von der Ukraine stark kritisiert worden. «Die Erlaubnis für Russland, Erdölprodukte zu verkaufen, ist eine Investition in den Krieg (gegen die Ukraine), den man beenden und nicht verlängern muss», schrieb der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski bei Telegram. Moskau werde mit weiterem «Terror und Gemeinheiten» danken.
Selenski erneuerte dabei die ukrainische Bereitschaft, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen, wenn Russland im Gegenzug die Attacken auf ukrainische Energieanlagen einstellt. «Wir haben eben Amerika eine solche Vereinbarung vorgeschlagen und finden, dass die Kräfte der Vereinigten Staaten ausreichend sind, um einen derartigen Kompromiss zu erreichen», schrieb der Staatschef. Eine Abschwächung der Russland-Sanktionen sei ein Zeichen der «offensichtlichen Schwäche». Russland werde die USA noch weniger ernst nehmen. (dpa)
21:28 Uhr
Freitag, 9. Oktober
Trump kündigt Deal zu Diesellieferungen aus Russland an
Innenpolitisch hadert der US-Präsident seit langem mit gestiegenen Spritpreisen - insbesondere vor den Kongresswahlen ist der Druck auf ihn hoch. Nun verkündet Trump eine Vereinbarung mit Putin.
15:04 Uhr
Freitag, 9. Oktober
Selenski: Ukrainisches Stromnetz schwer beschädigt
Das Stromnetz der Ukraine ist vor dem herannahenden Winter schwer von den anhaltenden russischen Angriffen gezeichnet. Präsident Wolodimir Selenski hielt am Freitag ein Treffen mit Vertretern von Militär und Regierung ab, um das Ausmass der Schäden zu erörtern. Bei Telegram schrieb er, die Schäden seien umfassend und beträfen auch Anlagen zur Stromübertragung. Reparaturarbeiten liefen «rund um die Uhr». (dpa)
13:46 Uhr
Freitag, 9. Oktober
Russland meldet Tote und Verletzte bei ukrainischen Angriffen
Bei ukrainischen Angriffen soll es in Russland Tote und Verletzte gegeben haben. Der Katastrophenschutz in der Grenzregion Belgorod teilte mit, dort seien am Freitag zwei Menschen getötet worden. Gouverneur Alexander Schuwajew erklärte, zwölf Menschen seien bei ukrainischen Angriffen verletzt worden.
In der Region Kaluga, wo der Technologiekonzern Yandex Schäden an einem Rechenzentrum meldete, wurden nach Angaben von Gouverneur Wladislaw Schapscha neun Menschen bei Drohnenangriffen verletzt. Der Gouverneur der Region Twer, Witali Koroljow, erklärte, ein ukrainischer Drohnenangriff habe ein Feuer in einer Fabrik in Redkino verursacht.
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, die Flugabwehr habe zwischen Donnerstagabend und Freitagmorgen mehr als 500 ukrainische Drohnen abgefangen. Unabhängig überprüfen liessen sich die Angaben nicht. (dpa)
12:32 Uhr
Freitag, 9. Oktober
Russisches Rechenzentrum bei ukrainischem Drohnenangriff beschädigt
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff ist ein Rechenzentrum in der russischen Region Kaluga beschädigt worden. Das bestätigte der Technologiekonzern Yandex, dem das Rechenzentrum gehört, am Freitag. Mehrere Module des Rechenzentrums seien «vollständig ausser Betrieb» gesetzt worden.
Bereits am Donnerstag hatte die Ukraine ein Rechenzentrum des Konzerns in der Region Rjasan angegriffen. (dpa)
12:19 Uhr
Freitag, 9. Oktober
Tote und Verletzte bei russischen Angriffen in der Ukraine
Bei russischen Angriffen in der Ukraine sind nach Angaben örtlicher Behörden mindestens zwei Menschen getötet und mehrere weitere Menschen verletzt worden. Mychajlo Semikin, Militärgouverneur von Saporischschja, sagte, in der Region seien bei russischen Angriffen auf Wohngebiete am Freitagmorgen ein Mann getötet und fünf Menschen verletzt worden, darunter auch ein Kind.
Switlana Onyschtschuk, Gouverneurin der Region Iwano-Frankiwsk, erklärte, dort sei ein Mann getötet worden. Drei Menschen wurden nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums bei Angriffen auf Lagerhäuser im Bezirk Butscha in der Region Kiew verletzt. Nach einer Frau, die sich noch unter den Trümmern befinden könnte, werde gesucht, schrieb das Ministerium bei Telegram. (dpa)
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