Trump will Putin treffen – unter einer Bedingung
14:28 Uhr
Donnerstag, 3. September
Ukrainischer Drohnenangriff trifft Sotschi und Umgebung
Ein grossangelegter ukrainischer Drohnenangriff soll die russische Schwarzmeerstadt Sotschi und den benachbarten Bezirk Sirius getroffen haben. Bei dem Angriff sei ein Feuer in einem Öllager ausgebrochen, teilten regionale Behördenvertreter am Freitag mit. Weitere Einzelheiten nannten sie zunächst nicht.
Russische Medien berichteten, insgesamt seien zwei Öldepots getroffen worden. Demnach brachen sowohl in Sotschi als auch in Sirius Brände aus. (dpa)
21:32 Uhr
Donnerstag, 3. September
Tote durch ukrainischen Beschuss im Gebiet Belgorod
Durch ukrainischen Beschuss sind im russischen Grenzgebiet Belgorod nach Behördenangaben mindestens vier Menschen getötet worden. Drei weitere seien verletzt worden, teilte der kommissarische Gouverneur der westrussischen Region, Alexander Schuwajew, bei Telegram mit.
Die Opfer waren demnach in einem Krankenwagen in der Stadt Schebekino unterwegs. Schebekino ist nur rund fünf Kilometer von der russisch-ukrainischen Grenze entfernt. Russische Truppen sind an diesem Grenzabschnitt bis zu zehn Kilometer weit in die benachbarte ukrainische Region Charkiw vorgedrungen. (dpa)
14:06 Uhr
Donnerstag, 3. September
Russland greift Medikamentenlager in der Ukraine an
Ein grosses Medikamentenlager in der ukrainischen Stadt Boryspil bei Kiew ist Medienberichten zufolge durch einen russischen Luftangriff beschädigt worden. Das Internetportal «Ukrajinska Prawda» schrieb, es handele sich um eins der grössten spezialisierten pharmazeutischen Lager in der Ukraine.
Der Militärgouverneur des Kiewer Gebiets, Tymur Tkatschenko, bestätigte wie üblich nur einen Treffer auf ein Warenlager, ohne Details zu nennen. Er schrieb auf Telegram von einem Verletzten. (dpa)
13:27 Uhr
Donnerstag, 3. September
Deutschland hilft Ukraine mit 250 Millionen für Reparaturen
Deutschland beteiligt sich mit weiteren 250 Millionen Euro an den Kosten für akute Reparaturarbeiten in der ukrainischen Energieinfrastruktur. Aus einem entsprechenden Fonds werden Ersatzteile und Ausrüstung finanziert.
Damit solle die Energie- und Wärmeversorgung der Bevölkerung trotz anhaltender russischer Angriffe gesichert werden, hiess es in einer Mitteilung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. (dpa)
13:20 Uhr
Donnerstag, 3. September
Putin: Westen tut nichts gegen Kiews Angriffe auf Luftraum
Kremlchef Wladimir Putin hat die vom ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski angedrohte Blockade des russischen Luftraums als Terrorismus bezeichnet. Putin kritisierte auf dem Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok, dass es im Westen bisher keine Reaktionen darauf gegeben habe. Die westlichen Verbündeten «werden auf diese Weise zu Mitteilnehmenden am internationalen Terrorismus», sagte Putin. Zudem würden dadurch mögliche Verhandlungen über ein Ende des Krieges erschwert. (dpa)
06:37 Uhr
Donnerstag, 3. September
Trump will Putin treffen
US-Präsident Donald Trump will sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin treffen - allerdings erst, wenn sich der Krieg in der Ukraine dem Ende nähert. «Ich möchte das tun, wenn wir bereit sind, ein Friedensabkommen zu schliessen», sagte Trump am Mittwoch über ein mögliches Treffen mit Putin.

Und: «Wir wollen gute Beziehungen zu Russland, zur Ukraine und zu allen anderen. Das wäre grossartig fürs Geschäft.» Trump sagte, er könne ein Treffen «sofort» arrangieren, wolle sich aber lieber mit Putin treffen, wenn der Krieg kurz vor dem Ende stehe. (dpa)
21:57 Uhr
Mittwoch, 2. September
Selenski wütend: Kiewer Geheimdienste beschiessen einander
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat eine undurchsichtige Schiesserei zwischen seinen Geheimdiensten scharf kritisiert. Er sprach von einer «absolut skandalösen Situation». Der Generalstaatsanwalt müsse klären, warum sich Mitarbeiter des Inlandsgeheimdienstes SBU und des Militärgeheimdienstes HUR in Kiew einen Schusswechsel mit Verletzten geliefert hätten, sagte Selenski. «Hier in der Ukraine darf nur auf russische Besatzer geschossen werden, um die Ukraine zu verteidigen», sagte er.
Der SBU teilte am Mittwoch zunächst mit, gemeinsam mit dem HUR sei es gelungen, einen aus Moskau gesteuerten Anschlag auf einen russischen Oppositionellen zu verhindern. Nach Kiewer Medienberichten soll es sich dabei um einen Offizier des Russischen Freiwilligenkorps RDK handeln, das auf Seiten der Ukraine kämpft.
Später schrieb der SBU, seine Einsatzkräfte seien bei einer Ermittlungsaktion von Unbekannten angegriffen worden. In einem Schusswechsel seien mehrere Angreifer verletzt worden. Sie hätten sich als Armeeangehörige herausgestellt. Die Aufsicht über die russischen Freiwilligen führt der Militärgeheimdienst HUR, der sich bislang nicht offiziell zu dem Vorfall äusserte. (dpa)
19:35 Uhr
Mittwoch, 2. September
Ukraine erhält bei EU-Treffen Zusagen für Luftverteidigung
Die Ukraine hat bei einem EU-Aussenministertreffen in Irland neue Zusagen zur Unterstützung ihrer Flugabwehr erhalten. «Wir haben uns gefreut, heute Ankündigungen von Mitgliedstaaten zu hören, Luftverteidigung bereitzustellen», sagte die EU-Aussenbeauftragte Kaja Kallas nach dem Ende der Beratungen in der Grafschaft Wicklow. Dies sei etwas, worum man seit langem gebeten haben.
Wer die neuen Zusagen machte und was sie konkret umfassen, wollte Kallas nicht verraten. Die Mitgliedstaaten, die entsprechende Ankündigungen gemacht hätten, würden diese auch selbst öffentlich bekanntgeben, sagte sie. «Aber für die Ukraine war es wichtig, zu hören, dass es bei der Luftverteidigung tatsächlich Bewegung gibt.»
Kallas hatte am Vortag bei einem Verteidigungsministertreffen gesagt, man wisse, dass einige EU-Länder über Abfangraketen verfügten, deren Nutzungsdauer bald ablaufe. Es wäre deshalb gut, diese der Ukraine zu überlassen, die sie zum Schutz ihrer Bevölkerung vor russischen Luftangriffen einsetzen könne. Laut Diplomaten bezog sie sich damit vermutlich vor allem auf Griechenland.
Die Ukraine hatte ihren aktuellen Bedarf an Abfangraketen zuletzt mit rund 300 Stück angegeben. Ein länger anhaltender Mangel könnte besonders mit Blick auf russische Angriffe auf die Energieinfrastruktur im Winter problematisch werden. (dpa)
08:28 Uhr
Mittwoch, 2. September
Putin bestätigt: Ukraine hat etwa 100 russische Schiffe beschädigt
Der russische Präsident Wladimir Putin hat Schäden an etwa 100 Schiffen des Landes durch ukrainische Drohnenangriffen eingeräumt. Zugleich betonte der Kremlchef, dass die Ukraine nicht in der Lage sei, Russland mit ihren Attacken kritische Schäden zuzufügen. «Ich denke, dass sie uns einen realen Schaden verursacht haben», sagte Putin am Dienstag in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek vor Journalisten. «Es sind Menschen gestorben, Seeleute, darunter auch ausländische», sagte er. Es seien auch Bürger Aserbaidschans und der Türkei getötet worden.

Der Gesamtschaden der Attacken liege nach vorläufigen Berechnungen bisher bei 1 Prozent des russischen Bruttoinlandsprodukts, sagte Putin. «Das ist kein kritischer Schaden für uns. Und sie können uns auch keinen kritischen Schaden zufügen.» Die Ukraine hatte insbesondere im Schwarzen und dem benachbarten Asowschen Meer Öltanker und Getreidefrachter attackiert. (dpa)
06:32 Uhr
Mittwoch, 2. September
Putin vermeldet russischen Vormarsch
Im Krieg in der Ukraine kommen die russischen Truppen laut Darstellung von Kremlchef Wladimir Putin immer schneller voran. Russische Einheiten seien im Donezker Gebiet bis auf wenige Kilometer an die Städte Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka herangerückt, behauptete er in der kirgisischen Hauptstadt Bischkek vor Vertretern staatlicher Medien. Die Stadt Swjatohirsk sei erneut unter russischer Kontrolle; und in Dobropillja gebe es bereits Strassenkämpfe.
Putins Angaben zu angeblichen Erfolgen an der Front widersprechen den Einschätzungen ukrainischer und westlicher Beobachter, die zuletzt übereinstimmend eine Verlangsamung des russischen Vormarsches feststellten. (dpa)
10:00 Uhr
Dienstag, 1. September
Mindestens elf Tote bei russischem Luftangriff auf Kiew
Russland hat in der Nacht einen massiven Luftangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und das Umland gestartet. Dabei kamen nach Angaben der örtlichen Behörden mindestens elf Menschen ums Leben. Mehr als ein Dutzend weitere, darunter drei Kinder, wurden verletzt. Das russische Militär begann den Angriff nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe bereits am frühen Montagabend und setzte dabei ballistische Raketen, Marschflugkörper und Anti-Radar-Raketen sowie 218 Drohnen und weitere Flugkörper ein. Hauptziele seien die Regionen Kiew und Odessa gewesen, teilte die Luftwaffe auf der Plattform Telegram mit. (dpa)
09:58 Uhr
Dienstag, 1. September
Vor Schulanfang: Nächtliche Angriffe mit Raketen auf Kiew
Luftalarm vor Beginn des neuen Schuljahres: Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht erneut mit Raketen und Drohnen angegriffen. Der Gouverneur des Gebiets Kiew, Tymur Tkatschenko, warf den russischen Streitkräften vor, gezielt zivile Infrastruktur und Wohngebäude anzugreifen. Die Militärverwaltung der Millionenmetropole erklärte auf der Plattform Telegram, es seien drei Tote und fünf Verletzte zu beklagen. Tkatschenko schrieb auf Telegram, in der Stadt Boryspil sei ein mehrstöckiges Wohnhaus beschädigt worden. 48 Menschen wurden demnach in Sicherheit gebracht. Ein Mensch sei ums Leben gekommen, als eine Industrieanlage in Boryspil getroffen worden sei. In der Ukraine beginnt heute offiziell das neue Schuljahr.
Auch aus anderen Landesteilen gab es in der Nacht Berichte über russische Angriffe, darunter aus dem Raum Odessa am Schwarzen Meer. Die ukrainische Luftwaffe berichtete auf Telegram unter anderem über Angriffe auf Charkiw, Sumy und Saporischschja. (dpa)
14:32 Uhr
Montag, 31. August
Ukraine sucht nach Mitteln gegen düsengetriebene russische Drohnen
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat Probleme bei der Abwehr düsengetriebener russischer Drohnen eingeräumt. Von den knapp 1.500 Drohnen, die Russland von Donnerstag bis Sonntag auf die Ukraine abgefeuert habe, seien etwa 800 mit einem Strahltriebwerk geflogen, sagte Selenski.
Drohnen mit Düsenantrieb fliegen schneller als ältere Modelle mit Propeller. Selenski sagte, derzeit versuche die Ukraine, düsengetriebene Varianten mit Kampfflugzeugen abzuschiessen. Man arbeite an einer wirksameren Methode. «Vier Unternehmen haben entsprechende Abfangdrohnen entwickelt», sagte Selenski. «Ein Unternehmen verfügt über die erfolgreichste Technologie.» Nähere Angaben machte er nicht. (dpa)
13:19 Uhr
Montag, 31. August
Ukraine meldet russische Angriffe auf Lagerhäuser
Russland hat mehrere Lagerhäuser in der Region Kiew beschossen. In den Städten Browary und Boryspil seien vier Menschen verletzt worden, sagte der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, am Montag. Über Kiew stand eine schwarze Rauchwolke.
Wiederholte russische Angriffe auf Lebensmittellager und Handelszentren haben die ukrainische Logistik beeinträchtigt. Dadurch waren einige Supermarktregale leer, und in der Bevölkerung wuchs die Sorge vor Engpässen.
Präsidentenberater Serhij Beskrestnow versicherte in sozialen Medien, die Ukraine werde nicht hungern. Die Bevölkerung solle sich nicht von Gerüchten, Desinformation oder Panik anstecken lassen, mahnte er. Produzenten und Händler seien dabei, ihre Lieferketten neu zu organisieren. Ausserdem stünden europäische Länder bereit, um bei Bedarf mögliche Engpässe auszugleichen.
Die Ukraine hat in den vergangenen Wochen verstärkt Lagerhäuser tief im russischen Hinterland attackiert, insbesondere Anlagen des Internethändlers Wildberries. Daneben greift das ukrainische Militär auch russische Ölanlagen an. (dpa)
21:21 Uhr
Sonntag, 30. August
Dutzende Tote nach Angriff auf Munitionslager bei Kiew
Bei einem russischen Angriff auf ein ukrainisches Munitionsdepot nahe Kiew haben schwere Explosionen Dutzende Menschen in einem Wohngebiet in den Tod gerissen. Von 38 Toten und noch 4 Vermissten sprach Präsident Wolodimir Selenski. In dem Dorf Myla rund fünf Kilometer westlich von Kiew gingen die Arbeiten zur Beseitigung der Folgen des russischen Angriffs und die Suche nach weiteren Opfern demnach weiter. Es gebe 20 Verletzte, darunter zwei Kinder, teilte Selenski bei Telegram mit.
«Den Rettungskräften ist es gelungen, die meisten Brände zu löschen», sagte Selenski. Sprengstoffexperten seien im Einsatz, um die durch die Explosionen weggeschleuderte Munition aufzuspüren. Das kontaminierte Gelände sei gross. Russland hatte das Depot, wo auch Granaten und Minen gelagert waren, am Freitagabend angegriffen. Erst am Samstag wurde bekannt, dass das Munitionslager - entgegen den ukrainischen Vorschriften - in einem Wohngebiet lag. Bei den meisten Opfern handelte es sich um Bewohner eines Altenheims. (dpa)
21:15 Uhr
Sonntag, 30. August
Stubb: Wirtschaftlicher Druck in Russland beendet Ukraine-Krieg nicht
Finnlands Präsident Alexander Stubb rechnet nicht damit, dass Russland wegen seiner wirtschaftlichen Probleme den Krieg in der Ukraine beenden wird. «Man sollte niemals die Fähigkeit der Russen unterschätzen, wirtschaftlich schwierige Zeiten durchzustehen», sagte Stubb zu «Bild». «Um das zu verstehen, müssen wir nur einen Blick zurück in die Sowjetzeit werfen.»
Den Krieg beenden werde weder der Kurs des Rubels noch ein Ansturm auf Banken, die Inflation oder das Zinsniveau. Stubb sagte: «Der Druck ist da, aber man muss verstehen, dass ein Land, das sich im Krieg befindet, viel mehr aushalten kann als ein Land, das sich nicht im Krieg befindet.» Seit Wochen attackiert Kiew mit Langstreckendrohnen erfolgreich russische Ölanlagen und Logistikzentren grosser Onlineversandhändler. Die Attacken verursachten Milliardenschäden und rückten die Folgen des russischen Angriffskriegs für das Nachbarland der Ukraine wieder stärker in den Fokus. (dpa)
20:21 Uhr
Samstag, 29. August
Zahlreiche Verletzte in Kiew durch Drohnen
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind im Tagesverlauf bei russischen Drohnenangriffen mindestens ein Mensch getötet und acht weitere verletzt worden. Bei dem Todesopfer handele es sich um ein zweijähriges Mädchen, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mit. In Kiew gelte weiterhin Luftalarm. Unterdessen dauerten die Rettungs- und Bergungsarbeiten in Myla westlich von Kiew nach dem verheerenden russischen Angriff auf ein Munitionslager in einem Wohngebiet an. Nach Angaben von Innenminister Iwan Wyhiwskyj galten vier Menschen als vermisst. Bei dem Angriff am Freitagabend waren nach aktuellem Stand 37 Menschen ums Leben gekommen, rund 40 Personen wurden verletzt. Das russische Militär bestätigte am Abend die Drohnenangriffe gegen Kiew. Nach Darstellung des Verteidigungsministeriums in Moskau sei in Kiew ein Montagebetrieb der Schiffbauindustrie getroffen worden. Zudem sei auch der Hafen von Mykolajiw attackiert worden, zitierte die Staatsagentur Tass aus einer Mitteilung der Behörde. (dpa)
16:18 Uhr
Samstag, 29. August
Gouverneur: Elf Verletzte bei ukrainischen Drohnenangriffen in Rostow
Bei ukrainischen Drohnenangriffen in der russischen Region Rostow sind nach Angaben von Gouverneur Juri Sljussar elf Menschen verletzt worden. Neun Verletzte seien in Krankenhäuser gebracht worden, darunter vier Kinder, schrieb Sljusar in sozialen Medien. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, die Streitkräfte hätten in der Nacht zum Samstag 313 ukrainische Drohnen zerstört. (dpa)
16:17 Uhr
Samstag, 29. August
Kiew: Russland weitet Einsatz strahlgetriebener Drohnen aus
Russland hat den Einsatz strahlgetriebener Drohnen nach Angaben eines hochrangigen ukrainischen Regierungsvertreters deutlich ausgeweitet. Ihre Zahl dürfte weiter steigen, weil Moskau ihre Wirksamkeit erkenne, sagte Pawlo Palissa, stellvertretender Leiter des ukrainischen Präsidialamts, vor Journalisten. «Angriffsmittel sind den Verteidigungsmitteln immer voraus. Wir werden uns auf jeden Fall anpassen müssen. Das wird Zeit brauchen.» Die derzeit verfügbaren ukrainischen Abfangdrohnen könnten strahlgetriebene Drohnen theoretisch abfangen, hätten bislang aber noch nicht die erwartete Wirksamkeit gezeigt, sagte Palissa. (dpa)
14:56 Uhr
Samstag, 29. August
Polens Regierungschef warnt vor Eskalation durch Russland
Polens Regierungschef Donald Tusk hat davor gewarnt, dass Russland den Krieg in der Ukraine ausweiten und die Nato provozieren könnte. «Wie ich bereits gewarnt habe, schreitet die Eskalation vonseiten Russlands voran», schrieb Tusk auf der Online-Plattform X nach einem Gespräch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Die nächsten sechs Monate würden entscheidend sein. «Wir dürfen Provokationen Russlands gegenüber einem der Nato-Mitglieder nicht ausschliessen.» Am Mittwoch hatte eine Visite von CIA-Chef John Ratcliffe nach Moskau weltweit Spekulationen ausgelöst. In US-Medien hiess es, dass Ratcliffe Russland vor einer Attacke auf einen der Nato-Staaten gewarnt haben soll. Angesprochen auf die Berichte, dementierte der Kreml und wies mit dem Finger auf den Westen. Polen ist einer der wichtigsten politischen und militärischen Unterstützer der von Russland angegriffenen Ukraine. Das Land fühlt sich auch selbst von Moskau bedroht und rüstet massiv auf. (dpa)
11:43 Uhr
Samstag, 29. August
Explodiertes Munitionslager: 27 Tote bei Kiew
Bei einem russischen Drohnenschlag auf ein Munitionslager sind unweit der ukrainischen Hauptstadt Kiew mindestens 27 Menschen getötet worden. «Es gibt erhebliche Schäden an der umliegenden Infrastruktur: Wohnhäuser sowie ein Senioren- und Behindertenheim wurden beschädigt», schrieb Präsident Wolodimir Selenski bei Telegram. Zudem seien Dutzende Menschen bei dem Angriff am Freitagabend, um kurz nach 20.00 Uhr Ortszeit (19.00 Uhr MESZ), verletzt worden.

Einer der Toten ist demnach der Vorsteher der Gemeinde Dmytriwka, Taras Didytsch, der sofort zum Unglücksort geeilt sei. Mehr als 300 Rettungskräfte seien im Einsatz. Im Umkreis um den Ort wurden Selenski zufolge fast 400 Menschen evakuiert.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde bei dem Angriff ein Unternehmensgelände getroffen. Selenski nannte keine Details, schrieb aber: «Es gibt Vorschriften: Munition darf es nicht neben Häusern und anderen Wohngebäuden geben.» Er verwies auf eingeleitete Strafverfahren. (dpa)
09:43 Uhr
Samstag, 29. August
Mindestens ein Toter nach russischen Angriffen
Infolge nächtlicher russischer Angriffe ist im südukrainischen Gebiet Odessa mindestens ein Mensch getötet worden. Weitere drei seien verletzt, teilte der Gouverneur der Region, Oleh Kiper, bei Telegram mit. Fünf Getreidetransporter seien ausgebrannt und drei weitere beschädigt worden. Alle Brände konnten demnach gelöscht werden. (dpa)
08:55 Uhr
Samstag, 29. August
Russland meldet Verletzte nach Angriff
Im südrussischen Gebiet Rostow sind nach Angaben der dortigen Behörden mindestens sieben Menschen bei einer Welle ukrainischer Luftangriffe verletzt worden. Zwei Kinder seien ins Krankenhaus gebracht worden, eines mit sehr schweren Verletzungen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Gouverneur Jury Sljusar.
In der Hafenstadt Rostow am Don wurden demnach zwei Wohnblöcke durch herabstürzende Drohnentrümmer beschädigt. Ukrainischen Medienberichten zufolge soll auch das Warenlager eines Elektronikhändlers in Flammen aufgegangen sein. Die Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen. (dpa)
16:36 Uhr
Freitag, 28. August
Russische Drohnen greifen Region Kiew zweiten Tag in Folge an
Russische Streitkräfte haben die ukrainische Hauptstadtregion Kiew den zweiten Tag in Folge mit Drohnen angegriffen. Dabei wurden ein Mensch getötet und zwei weitere verletzt. Nach Angaben von Tymur Tkatschenko, Leiter der Militärverwaltung der Region Kiew, wurden 14 Lagerhallen, 16 Privathäuser, drei Mehrfamilienhäuser und 16 Fahrzeuge beschädigt.
An einem der getroffenen Orte schlug dem ukrainischen Katastrophenschutz zufolge eine zweite Drohne ein, nachdem bereits Rettungskräfte eingetroffen waren. Die Angriffe dauerten bis in die Tagesstunden an. Wegen einer Verschlechterung der Luftqualität wurden Bewohner mancher Gebiete aufgefordert, die Fenster geschlossen zu halten und möglichst wenig Zeit im Freien zu verbringen.
Nach Einschätzung des ukrainischen Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation setzt Russland teils kleine Gruppen schneller, düsengetriebener Drohnen in mehreren Wellen ein. Ziel sei es, die Luftabwehr und die Bevölkerung zu erschöpfen, sagte der Leiter der Behörde, Andrij Kowalenko.
Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, bei den nächtlichen Angriffen sei ein Lager in der Region Kiew getroffen worden, in dem ukrainische «Flamingo»-Marschflugkörper und Treibstoff für Raketenantriebe gelagert worden seien. Von ukrainischer Seite gab es dafür zunächst keine Bestätigung. (dpa)
16:10 Uhr
Freitag, 28. August
IAEA meldet Drohnenattacken auf AKW Saporischschja
Das von Russland besetzte ukrainische Atomkraftwerk Saporischschja ist nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zuletzt mehrfach von Drohnen angegriffen worden. Die Strahlenmesswerte in der frontnahen Anlage seien weiterhin im Normbereich, hiess es am Freitag.
Die IAEA sei informiert worden, dass am Dienstag zwei AKW-Mitarbeiter verletzt worden seien, als eine Drohne in der Nähe des Kühlwasserteichs angegriffen habe, hiess es. Am Mittwoch detonierte ein weiteres Flugobjekt im Bereich eines Trockenlagers für Reaktorbrennstoff. Am selben Tag wurde demnach eine Sprinkleranlage von einer dritten Drohne getroffen.
IAEA-Chef fordert maximale Zurückhaltung
IAEA-Chef Rafael Grossi bezeichnete Angriffe auf Kernkraftwerke als inakzeptabel. Auf der Plattform X rief er die Kriegsparteien erneut zu maximaler Zurückhaltung auf.
Das Kernkraftwerk Saporischschja ist mit sechs Reaktoren das grösste Atomkraftwerk Europas. Bereits kurz nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs geriet es unter russische Kontrolle und wurde seitdem mehrfach beschossen. Die Reaktoren sind abgeschaltet, müssen aber weiterhin gekühlt werden. Die IAEA ist ständig mit einem Team vor Ort, um die Lage zu beobachten. (dpa)
12:41 Uhr
Freitag, 28. August
Kreml: Momentan keine Friedensgespräche mit der Ukraine
Die Ukraine und Russland führen aktuell nach Angaben des Kremls keine Friedensgespräche. «Dieses Thema befindet sich gerade in einer tiefen Pause», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow, wie russische Nachrichtenagenturen berichteten. Es gebe keine neuen Ideen. Gleichzeitig kenne Kiew die russischen Forderungen «ausgezeichnet».
Tags zuvor hatte der Chef des ukrainischen Präsidentenbüros, Kyrylo Budanow, gegenüber Journalisten die Wiederaufnahme von Gesprächen mit Russland im September nicht ausgeschlossen.
Die Ukraine wehrt sich seit über viereinhalb Jahren gegen die russische Invasion. Die USA drängen Moskau und Kiew seit Längerem zu einem Friedensschluss. Für August erwartete Reisen der US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner in die verfeindeten Staaten blieben aus. (dpa)
11:33 Uhr
Freitag, 28. August
Tote und Verletzte bei russisch-ukrainischen Drohnenattacken
Bei gegenseitigen Drohnenangriffen Russlands und der Ukraine sind mindestens zwei Menschen getötet und 29 verletzt worden. In der zentralrussischen Region Jaroslawl starb laut Gouverneur Michail Jewrajew ein Mensch, 27 weitere wurden verletzt. Die Ukraine bestätigte einen Angriff auf eine Ölraffinerie, auf deren Gelände ein Brand ausbrach.
Nach russischen Angaben wurden insgesamt 67 ukrainische Drohnen abgeschossen. Bei russischen Angriffen im Umland der ukrainischen Hauptstadt Kiew kam nach Behördenangaben im Landkreis Butscha ebenfalls ein Mensch ums Leben. Zwei weitere Zivilisten wurden verletzt. Zudem wurden Lagerhallen und mehr als ein Dutzend Wohnhäuser beschädigt. (dpa)
20:08 Uhr
Donnerstag, 27. August
Trump: Putin wird Nato-Gebiet nicht angreifen
US-Präsident Donald Trump hat sich überzeugt davon gezeigt, dass Russland keine Nato-Verbündeten attackieren wird. Auf eine Frage dazu, ob der russische Präsident Wladimir Putin zugestimmt oder sich verpflichtet habe, von einer solchen Offensive abzusehen, sagte er im Oval Office: «Ich hatte gute Gespräche mit ihm. Er wird kein Nato-Territorium angreifen.»
Das «Wall Street Journal» und das Magazin «Politico» hatten zuvor unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen berichtet, dass CIA-Chef John Ratcliffe bei seinem Besuch am Dienstag in Moskau vor einem Angriff auf Nato-Verbündete gewarnt haben soll. Trump lehnte es nun ab, Medienberichte über den Zweck der Reise von Ratcliffe zu kommentieren. «Sie werden nicht angreifen», sagte er lediglich. (dpa)
15:08 Uhr
Donnerstag, 27. August
USA legen Alliierten Fragebogen zu Reformplänen für Nato vor
Die USA haben im Zuge der Überprüfung ihrer Truppenpräsenz in Europa einen Fragebogen an die Nato-Alliierten geschickt. Mit der Abfrage wolle man die Verbündeten «direkt und schriftlich» im Zusammenhang mit dem Konzept «Nato 3.0» konsultieren, erklärte US-Verteidigungsstaatssekretär Elbridge Colby am Rande eines Treffens mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Brüssel.
Unter «Nato 3.0» versteht die US-Regierung ein Bündnismodell, bei dem die europäischen Verbündeten die Hauptverantwortung für die konventionelle Verteidigung Europas übernehmen und auch den überwiegenden Teil der dafür benötigten Streitkräfte stellen. Die USA wollen dem Bündnis zwar weiter ihren nuklearen Schutzschirm zur Verfügung stellen, sich bei konventionellen Fähigkeiten aber auf einen begrenzten und gezielteren Beitrag konzentrieren.
In europäischen Ländern geht die Sorge um, dass die USA vor allem Truppen aus Ländern abziehen, die die Politik von US-Präsident Donald Trump nicht ausreichend unterstützen.
Rutte wertete die Konsultationen und den Überprüfungsprozess allerdings positiv. «Es geht um ein stärkeres Europa und ein stärkeres Kanada in einer stärkeren Nato», sagte er bei einem kurzen öffentlichen Auftritt mit Colby. Allein 2025 hätten die Kanadier und Europäer 139 Milliarden Dollar zusätzlich für Verteidigung ausgegeben. Eine positive Entwicklung gebe es zudem auch bei den militärischen Fähigkeiten und bei der Übernahme von Führungspositionen. Colby lobte explizit die Investitionen von Ländern wie Deutschland, Polen und den Niederlanden. (dpa)
14:27 Uhr
Donnerstag, 27. August
Kreml weist westliche «Schauergeschichten» zurück
Berichte über mögliche russische Vorbereitungen für einen Angriff auf Nato-Verbündete sind im Kreml als «Schauergeschichten» zurückgewiesen worden. «Es versteht sich, dass diese nichts mit der Realität gemein haben», sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow Journalisten. Zwar würde Moskau es vorziehen, seine Ziele mit friedlichen Mitteln zu erreichen. Doch werde die «Spezialoperation» - wie der Krieg gegen die Ukraine vom Kreml offiziell bezeichnet wird - fortgesetzt, um Russlands Interessen durchzusetzen und Sicherheit zu erreichen.
Der Kremlsprecher warf zugleich dem Westen ein aggressives Verhalten vor. «Diese Aggression geht eben von den europäischen Staaten aus», hob Peskow hervor. Gegenteilige Behauptungen seien nichts anderes als «gewöhnliche Zeitungsenten».
Vor dem russischen Einmarsch in die benachbarte Ukraine hatten Moskauer Vertreter ebenfalls westliche Medienberichte über die Kriegsvorbereitungen als «Schauermärchen» abgetan. In seinem Abwehrkampf wird das angegriffene Land dabei massiv von westlichen Staaten unterstützt. (dpa)
13:43 Uhr
Donnerstag, 27. August
Ukraine: Russland greift Einkaufszentrum in Charkiw an
Bei einem russischen Drohnenangriff auf die ostukrainische Grossstadt Charkiw ist mindestens ein Mensch getötet worden. Vier Menschen seien verletzt worden, teilte der Gouverneur des gleichnamigen Gebiets, Oleh Synjehubow, bei Telegram mit. Ziel der Attacke sei ein Einkaufszentrum gewesen. In der Hauptstadt Kiew stürzten Drohnentrümmer herab und verletzten nach Behörden Angaben zwei Menschen. Sie mussten in ein Krankenhaus eingeliefert werden. (dpa)
12:00 Uhr
Donnerstag, 27. August
Verletzte nach neuen russischen Angriffen auf die Ukraine
Russland und die Ukraine haben ihre gegenseitigen Luftschläge auf Ziele im Hinterland des Gegners fortgesetzt. «Die Russen haben kritische Infrastruktur in den Gebieten Poltawa, Sumy und Cherson angegriffen», teilte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski auf sozialen Netzwerken mit. Fünf Menschen seien unter anderem bei Angriffen in den Gebieten Saporischschja und Dnipropetrowsk verletzt worden. Schäden habe es auch nach Attacken im Gebiet der Hafenstadt Odessa gegeben. Nach Angaben örtlicher Behörden brannten östlich der Hauptstadt Kiew im Landkreis Boryspil Lagerhallen nach russischen Angriffen. Mindestens zwei Menschen seien verletzt worden. Abgestürzte Trümmerteile hätten auch in Kiew selbst Schäden an mehreren Gebäuden angerichtet.
Im Zentrum der Dreimillionenstadt wurde der Militärverwaltung zufolge eine Sportanlage im unmittelbaren Zentrum beschädigt. Bilder in sozialen Netzwerken zeigten eine Rauchwolke im Bereich des Walerij-Lobanowskyj-Stadions am Rande des Regierungsviertels. (dpa)
04:32 Uhr
Donnerstag, 27. August
Berichte: CIA-Chef warnte in Moskau vor Angriff auf Nato
CIA-Direktor John Ratcliffe hat Russland bei seinem Besuch in Moskau Medienberichten zufolge vor einem Angriff auf Nato-Verbündete gewarnt. Dabei sei es vor allem um die östlichen Nato-Partner im Baltikum gegangen, berichteten «Politico» und das «Wall Street Journal». Ratcliffe habe den Kreml zudem gedrängt, seine Unterstützung für den Iran zurückzufahren.
US-Präsident Donald Trump bestätigte Ratcliffes Moskau-Besuch, bestritt aber einen Zusammenhang mit einem möglichen russischen Vorgehen gegen die Nato oder dem Iran-Konflikt. Die Reise sei «eine Art Semi-Routine» gewesen. Die USA wollten ein Ende des Ukraine-Kriegs erreichen.
Der Kreml bestätigte Gespräche «zwischen den Geheimdiensten». Ein Treffen Ratcliffes mit Präsident Wladimir Putin habe es nicht gegeben. (dpa)
14:31 Uhr
Mittwoch, 26. August
Russland fahndet international nach deutschem Journalisten
Moskau hat nach russischen Agenturberichten einen Journalisten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) international zur Fahndung ausgeschrieben. Ein Gericht in Moskau erliess gegen den Korrespondenten einen Haftbefehl, wie die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete. Ihm werde «Anstiftung zu Hass oder Feindseligkeit» vorgeworfen. Zuvor war der Reporter bereits in Russland auf die Fahndungsliste des Innenministeriums gesetzt worden.
Bei Interpol, dem internationalen Zusammenschluss von Polizeibehörden, war zunächst kein Eintrag zu dem Balkan-Korrespondenten der «FAZ» zu finden. Ein Eintrag kann zumindest zu längeren Kontrollen bei Grenzübertritten führen. Unklar ist, ob das bislang als russlandfreundlich geltende Serbien - eine Arbeitsregion des Journalisten - das Moskauer Fahndungsgesuch beachten würde.
Anlass für die Massnahme der russischen Behörden ist eine Frage, die der «FAZ»-Journalist dem ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski vor gut zwei Wochen bei dessen Besuch in der serbischen Hauptstadt Belgrad gestellt hatte. Er hatte nach Angaben der russischen Staatsagentur Tass Selenski gefragt, was europäische Länder tun könnten, um «dazu beizutragen, dass mehr Russen getötet werden». Die Sprecherin des russischen Aussenministeriums, Maria Sacharowa, bezeichnete dies als Aufruf zur Tötung von Russen. Das sei «unzulässig» und «kriminell».
Die «FAZ» erklärte daraufhin, die Frage sei missverständlich formuliert gewesen. «Wir haben dies klargestellt und die Formulierung bedauert», hiess es in der Erklärung. Nach russischem Recht drohen dem «FAZ»-Journalisten bis zu sechs Jahre Haft. (dpa)
11:23 Uhr
Dienstag, 25. August
Ungarns neue Regierung stuft Russland als «Bedrohung» ein
Die seit Mai amtierende neue ungarische Regierung hält das gegen die Ukraine kriegführende Russland für eine «Bedrohung». Das geht aus einem Dokument für die Generalversammlung der Vereinten Nationen hervor, das Ministerpräsident Peter Magyar unterzeichnete und das in der Nacht zum Mittwoch im ungarischen Amtsblatt erschien.
Die darin zum Ausdruck gebrachte Verurteilung Russlands stellt einen Bruch zur aussenpolitischen Linie der Vorgängerregierung unter dem Rechtspopulisten Viktor Orban dar. Diese hatte einen eher Moskau-freundlichen Kurs verfolgt, EU-Sanktionen gegen Russland verwässert oder behindert und Hetzkampagnen gegen die Ukraine gefahren, die sich seit Februar 2022 gegen einen grossangelegten russischen Aggressionskrieg wehrt.
Bei dem neuen ungarischen Dokument handelt es sich um die Richtlinien für die ungarische Delegation bei der UN-Generalversammlung im September. Darin heisst es nun: «Ungarn verurteilt die russische militärische Aggression und unterstützt in vollem Umfang die Souveränität der Ukraine und ihre territoriale Integrität in den international anerkannten Grenzen.» Ungarn erkenne das Recht seines östlichen Nachbarlandes auf Selbstverteidigung an.
«Das Verhalten Russlands bedeutet eine Bedrohung für Ungarn, Europa und die globale Ordnung», führt das Dokument weiter aus. Budapest unterstütze alle Bemühungen, die zu Verhandlungen über einen «nachhaltigen Frieden und langfristige Sicherheitsgarantien» für die Ukraine führen würden.
Magyar hatte bereits nach dem Regierungswechsel eine Abkehr von Orbans Aussenpolitik angekündigt, die auch in der EU auf Kritik gestossen war. Unter anderem ermöglichte seine bürgerliche Regierung im Juni den Beginn von EU-Beitrittsverhandlungen mit Kiew, den Orban zwei Jahre lang mit seinem Veto blockiert hatte. In bilateralen Gesprächen mit der Ukraine legte die Magyar-Regierung die meisten strittigen Fragen im Verhältnis zum Nachbarland bei, darunter Rechte für die ungarische Minderheit in der ukrainischen Grenzregion Transkarpatien.
Anders als andere Nato-Länder lehnt Ungarn unter Magyar weiterhin eigene Waffenlieferungen an die Ukraine ab. Budapest spricht sich auch gegen eine beschleunigte Aufnahme des Landes in die EU aus. (dpa)
14:28 Uhr
Dienstag, 25. August
Putin erlaubt staatliche Kontrolle wichtiger Infrastruktur
Russlands Präsident Wladimir Putin hat der Regierung erlaubt, vorübergehend die Kontrolle über wichtige Infrastruktur zu übernehmen, wenn Betreiber Anlagen nicht ausreichend vor ukrainischen Drohnen schützen oder Schäden nicht beheben. Betroffen sein können etwa Energie-, Industrie-, Kommunikations- und Transportanlagen.
Der Kreml betont, dies sei keine Verstaatlichung, sondern eine zeitlich begrenzte staatliche Beteiligung an der Unternehmensführung. Hintergrund sind zunehmende ukrainische Drohnenangriffe auf Ziele tief in Russland, insbesondere auf Ölraffinerien. Diese haben bereits zu Schäden, Produktionsausfällen und Treibstoffengpässen geführt.
09:51 Uhr
Montag, 24. August
EU genehmigt milliardenschwere Rüstungshilfe für die Ukraine
Die EU hat zum Unabhängigkeitstag der Ukraine neue Rüstungshilfen im Wert von 6,1 Milliarden Euro genehmigt. Die Mittel seien für Flugabwehrsysteme, Raketen, Munition und Radaranlagen vorgesehen, teilte die EU-Kommission mit. Die Genehmigung erfolge vor dem Hintergrund einer Verschärfung der russischen Angriffe mit ballistischen Raketen und Drohnen. Allein im Juli seien 376 Raketenangriffe registriert worden.
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte: «Während Russland seine Angriffe verstärkt, weiten wir unsere Unterstützung aus, damit die Ukraine ihre Bevölkerung schützen und ihren Luftraum verteidigen kann.» Am Unabhängigkeitstag der Ukraine zeige Europa, dass seine Unterstützung unerschütterlich und konkret sei.
Teil des 90-Milliarden-Pakets
Die Finanzhilfen sind Teil eines neuen Unterstützungsdarlehens im Umfang von bis zu 90 Milliarden Euro. Es wird in mehreren Tranchen ausgezahlt und soll der Ukraine die Fortsetzung ihres Abwehrkampfes gegen die russischen Invasionstruppen ermöglichen und das Land vor einer Staatspleite bewahren. Laut Kommissionsangaben waren zuvor schon Beschaffungspläne im Umfang von rund 16 Milliarden Euro genehmigt worden. Davon wurden bereits 8,35 Milliarden Euro ausgezahlt. Der Grossteil der Beschaffungen soll bei Rüstungsunternehmen aus der EU erfolgen.
Mit dem Nationalfeiertag am 24. August erinnert die Ukraine an ihre Unabhängigkeitserklärung vom 24. August 1991. Er wird erneut von dem russischen Angriffskrieg überschattet, der vor viereinhalb Jahren am 24. Februar 2022 begann. (dpa)
06:24 Uhr
Montag, 24. August
Britischer Premier Burnham besucht Kiew
Seine erste Auslandsreise im Amt führt den neuen britischen Premierminister Andy Burnham heute in die Ukraine. Grossbritannien stehe unerschütterlich an der Seite des von Russland angegriffenen Landes – und das «so lange wie nötig», erklärte Burnham in einer Mitteilung seines Büros. «Russland sollte unsere Entschlossenheit nicht anzweifeln. Wir werden nicht aufgeben, bis es einen gerechten und dauerhaften Frieden gibt», heisst es darin. Die Sicherheit der Ukraine sei auch wichtig für die Sicherheit Grossbritanniens.
Die Regierung in London erlaubt dem französisch-britisch-italienischen Rüstungsunternehmen MBDA die Weitergabe geheim eingestufter Informationen, um Kiew die Fertigung von Marschflugkörpern vom Typ Scalp in der Ukraine zu ermöglichen, wie Burnhams Büro in der Nacht weiter erklärte. Die Freigabe der Informationen für die britischen Komponenten der Marschflugkörper ermögliche es der Ukraine und auch Frankreich, eine Produktion in der Ukraine zu etablieren.
Kiews Militär nutzt die von Grossbritannien und Frankreich bereitgestellten Marschflugkörper mit einer Reichweite von mehr als 250 Kilometern bereits. In Grossbritannien wird das Geschoss Storm Shadow genannt, in Frankreich Scalp. Die Marschflugkörper ermöglichen der Ukraine präzise Angriffe auch weit hinter der Frontlinie. (dpa)
19:01 Uhr
Sonntag, 23. August
Selenski unterschreibt Gesetz über Helden-Gedenkstätte
Vor dem Hintergrund eines Geschichtsstreits mit Polen hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski das Gesetz zur Einrichtung einer nationalen Helden-Gedenkstätte unterschrieben. Dies geht aus einer Bekanntmachung des ukrainischen Parlaments hervor, wie die Agentur Ukrinform berichtete.
Polen hatte das Vorhaben heftig kritisiert. Denn in dem sogenannten Pantheon sollen künftig auch Angehörige der Ukrainischen Aufstandsarmee (UPA) geehrt werden. Die nationalistischen Untergrundkämpfer waren für Massenmorde an Polen und Juden vor allem in Wolhynien in der heutigen Westukraine während der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg mit Zehntausenden Opfern verantwortlich. (dpa)
17:36 Uhr
Sonntag, 23. August
Ukraine feiert 35 Jahre Unabhängigkeit
Mit internationalen Gästen begeht die Ukraine am Montag unter dem Eindruck des russischen Angriffskriegs den 35. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit. Erwartet wird in Kiew auch EU-Ratspräsident António Costa, der das in die Europäische Union strebende Land unterstützt. Schon am Sonntag begrüsste Präsident Wolodimir Selenski mehrere Staats- und Regierungschefs, die an Feierlichkeiten teilnehmen. Die Ukraine erlangte ihre Unabhängigkeit am 24. August 1991 von der Sowjetunion.
Am Unabhängigkeitstag wird es für die Ukraine auch darum gehen, wie die westlichen Verbündeten das Land weiter unterstützen in seinem Kampf gegen Moskaus Invasion. Die Gewalt in dem Krieg hatte zuletzt auf beiden Seiten deutlich zugenommen. (dpa)
14:29 Uhr
Sonntag, 23. August
Russische Drohne kracht in Passagierzug nach Odessa
Beim Einschlag einer russischen Drohne in einen Zug auf dem Weg nach Odessa sind fast 600 Passagiere mit dem Schrecken davongekommen. Die Lokomotive des Zugs mit der Nummer 147 von Schytomyr nach Odessa geriet laut Behörden bei einem Drohneneinschlag in Brand. Niemand sei verletzt worden. In dem Zug seien 593 Menschen gewesen, darunter 15 Kinder. Bei einem anderen Drohnenangriff im Osten der Ukraine in Charkiw wurden Behörden zufolge sieben Menschen verletzt. Die ukrainische Flugabwehr sprach von insgesamt 127 russischen Drohnenangriffen. Die meisten seien abgewehrt worden.
Die Ukraine führte erneut Gegenschläge mit Drohnen in Russland aus. In Belgorod nahe der Grenze zur Ukraine gab es laut Behörden dabei einen Toten und sechs Verletzte. Das russische Verteidigungsministerium nannte am Morgen eine nicht überprüfbare Zahl von 328 abgeschossenen ukrainischen Drohnen. In Orenburg nahe der Grenze zur zentralasiatischen Republik Kasachstan trafen laut Behörden Trümmer einer abgeschossenen Drohne ein Lager des russischen Onlineversandhändlers Ozon. Ein Brand sei schnell entdeckt und gelöscht worden, hiess es. 300 Menschen mussten nach Angaben des Unternehmens in Sicherheit gebracht werden. Niemand sei verletzt worden. (dpa)
14:27 Uhr
Sonntag, 23. August
Selenski kritisiert Wahlforderung von Ex-Verteidigungsminister
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat die Aufrufe des entlassenen Verteidigungsministers Mychajlo Fedorow zu Neuwahlen und seine Beteiligung an Massenprotesten kritisiert. «Ich hatte und habe nach wie vor eine sehr positive Einstellung gegenüber Mychajlo. Wir haben gemeinsam viel durchgemacht», sagte Selenski bei einem zweistündigen Treffen mit Journalisten. «Aber ich glaube, dass er sich selbst in die falschen Dinge verstrickt oder dazu gedrängt wird.» Fedorow hatte sich mit Armeechef Olexander Syrskyj überworfen, den Selenski unter dem Druck der Demonstranten später ebenfalls entliess. Selenski äusserte sich in dem Gespräch am Samstag erstmals öffentlich zu den Details des Disputs mit dem populären Fedorow, dessen Entlassung zu Massenprotesten geführt hat. (dpa)
21:04 Uhr
Samstag, 22. August
«Büchse der Pandora» geöffnet – Putin droht Kiew mit Schlag
Kremlchef Wladimir Putin hat nach den massiven ukrainischen Angriffen auf Ölraffinerien und Logistikzentren in Russland Kiew mit einer harten Antwort Moskaus gedroht. Die Ukraine habe mit den gegen Russlands Wirtschaft gerichteten Attacken die «Büchse der Pandora» geöffnet - also ein Quell des Unheils -, sagte Putin in seinem ersten Interview mit dem Moskauer Staatsfernsehen seit Beginn der Angriffe vor einigen Wochen. Kiew habe nun selbst den «Geist aus der Flasche» gelassen.
«Die Gegenmassnahmen werden nicht lange auf sich warten lassen. Die bekommt ihr», sagt er an die Adresse Kiews. Ultranationalistische Kreise in Russland hatten Putin zuletzt aufgefordert, härter gegen die Ukraine vorzugehen. Nun sagte er: «Dabei werden die Handlungen der russischen Armee noch deutlich spürbarer und zerstörerischer ausfallen.» Die Ukraine habe diese Reaktion selbst provoziert, behauptete Putin.
Schon in den vergangenen Wochen hatte Russland immer häufiger ballistische Raketen gegen die Ukraine eingesetzt – in dem Wissen, dass das Land kaum noch Abfangraketen hat, um sich dagegen zu wehren. Diese Schläge, bei denen so viele Zivilisten getötet wurden wie seit langem nicht, bezeichnete Putin als passend und effektiv. Sie hätten den russischen Soldaten an der Front geholfen, ihre Aufgaben zu erfüllen, behauptete er. (dpa)
14:29 Uhr
Samstag, 22. August
Russland: Tote und Verletzte nach ukrainischen Angriffen
Bei ukrainischen Drohnenschlägen gegen Ziele im Süden Russlands sind mindestens drei Zivilisten getötet und mehrere Menschen verletzt worden. In Jeisk im Gebiet Krasnodar wurden bei einem Angriff auf zivile Infrastruktur und Wohnhäuser zwei Kinder getötet, wie Gouverneur Weniamin Kondratjew mitteilte. Zwei Erwachsene seien verletzt worden. Der ukrainische Generalstab teilte mit, dass dort ein Kraftstofflager Ziel der Angriffe gewesen sei.
Im Gebiet Samara meldeten die Behörden einen Toten nach einem Drohnenangriff. Dort waren eine Ölraffinerie und der zweitgrösste russische Online-Versandhändler Ozon Ziele der Angriffe Kiews. Es gab mehrere Verletzte. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass in der Nacht 457 ukrainische Drohnen abgewehrt worden seien. Von unabhängiger Seite ist das nicht überprüfbar. Zur Anzahl von Treffern machte das Ministerium keine Angaben.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski dankte seinen Streitkräften für die «hervorragende Arbeit» in Russland. Die neuen Treffer im Gebiet Samara «schränken weiterhin das militärisch-wirtschaftliche Potenzial Russlands ein und lassen den Krieg im Aggressorland spürbarer werden», sagte er. Russland nehme durch seinen Ölexport Millionen für die Kriegsmaschinerie ein. (dpa)
11:16 Uhr
Samstag, 22. August
Todeszahl steigt in Krywyj Rih – Ukraine schlägt zurück
Nach dem russischen Drohnenangriff auf ein Einkaufszentrum in der südostukrainischen Grossstadt Krywyj Rih ist die Zahl der Toten auf mindestens 16 gestiegen. Der ukrainische Zivilschutz sprach am Morgen von noch neun Vermissten, darunter zwei Kinder. Präsident Wolodimir Selenski teilte bei Telegram mit, dass die Such- und Rettungsarbeiten andauerten. Er hatte Russland einen Terroranschlag auf Zivilisten vorgeworfen. Im Krankenhaus wurden mehrere Schwerverletzte behandelt. Am Freitagabend war zunächst von 15 Toten und 130 Verletzten die Rede gewesen. Unter den Verletzten waren viele Kinder. Selenski verurteilte diesen und weitere Angriffe in anderen Teilen des Landes.
Nach Berichten ukrainischer Medien griff Kiew erneut im Gebiet Samara eine grosse Ölraffinerie an – und erstmals auch ein Lager des russischen Online-Versandhändlers Ozon. Das Unternehmen bestätigte einen Angriff auf sein Logistikzentrum im Gebiet Samara. Das Lager sei in Brand geraten, es seien 500 Mitarbeiter in Sicherheit gebracht worden; es gebe aber auch Verletzte, teilte Ozon am Morgen mit.
Auch die russische Hauptstadt Moskau meldete am Morgen neue ukrainische Drohnenangriffe. (dpa)
17:59 Uhr
Freitag, 20. August
Viele Opfer nach russischem Angriff auf Einkaufszentrum
Bei russischen Drohnenangriffen sind in der südostukrainischen Grossstadt Krywyj Rih mindestens fünf Menschen in einem belebten Einkaufszentrum getötet worden. Das berichtete der Militärgouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf der Nachrichtenplattform Telegram. Die Zahl der Verletzten habe sich inzwischen auf 91 erhöht, teilte Hanscha am frühen Abend mit. 21 Personen hätten schwerste Verletzungen erlitten, unter ihnen ein Kind.
Präsident Wolodimir Selenski sprach in einem Beitrag auf Facebook von einem «absolut zynischen und hinterhältigen Angriff auf ein gewöhnliches Einkaufszentrum». Nach seinen Angaben griffen die Drohnen in zwei Wellen an. «Eine halbe Stunde nach dem ersten Treffer und dem Ausbruch eines Brandes folgte ein erneuter Angriff auf die Rettungskräfte», berichtete er.
«Solche Angriffe sind schlichtweg Terrorakte», betonte er. Die Welt müsse entsprechend darauf reagieren – mit echtem Druck auf den Aggressor. «Damit Frieden herrschen kann, muss Russland tatsächlich zur Verantwortung gezogen werden.»
Die Heimatstadt von Selenski liegt rund 350 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Kiew. Erst vor wenigen Tagen war Krywyj Rih vom russischen Militär mit Kampfdrohnen und ballistischen Raketen angegriffen worden. Dabei starben nach offiziellen Angaben zwei Zivilisten, knapp ein Dutzend Menschen wurde verletzt.
Russland führt seit knapp viereinhalb Jahren einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Seit einigen Monaten nimmt das russische Militär verstärkt zivile Ziele im Nachbarland ins Visier. (dpa)
22:35 Uhr
Donnerstag, 20. August
Krim: Zwei Tote bei ukrainischem Angriff
Bei einem ukrainischen Angriff sind auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim nach Angaben der Besatzungsbehörden zwei Menschen getötet worden. Weitere drei seien bei der Attacke im Umland der Stadt Simferopol verletzt worden, teilte der von Moskau eingesetzte Statthalter Sergej Aksjonow bei Telegram mit. Andernorts gebe es einen weiteren Verletzten. Details nannte Aksjonow nicht.
Die Ukraine verteidigt sich seit knapp viereinhalb Jahren mit westlicher Hilfe gegen den russischen Angriffskrieg. Russland hatte die Krim bereits 2014 annektiert und nutzt sie als Aufmarschgebiet und Nachschubbasis. Kiew greift daher immer wieder auch Ziele auf der Halbinsel an. (dpa)
21:10 Uhr
Donnerstag, 20. August
Selenski bittet um Raketen für Patriot-Systeme
Wolodimir Selenski hat nach massiven russischen Luftangriffen erneut auf den Mangel an Flugabwehrraketen hingewiesen. «Es sind Raketen für Patriots nötig, das können nur unsere Partner bereitstellen», sagte er. Die Ukraine sei bereit, die Waffen zu kaufen.
Russland hatte in der Nacht vor allem Kiew und das Umland angegriffen. Selenski sprach von 16 Toten und fast 50 Verletzten. Mehr als 200 Objekte seien beschädigt worden.
Moskau habe zahlreiche ballistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnen eingesetzt. Besonders ballistische Raketen seien schwer abzufangen. Als wirksames Mittel gelten Patriot-Flugabwehrsysteme. Der Ukraine mangelt es jedoch an Raketen dafür. Selenski kündigte eine «weitreichende» Reaktion auf die russischen Angriffe an. (dpa)
20:29 Uhr
Donnerstag, 20. August
Russisches Flugzeug könnte Finnlands Luftraum verletzt haben
Ein russisches Flugzeug steht im Verdacht, über der Ostsee Finnlands Luftraum verletzt zu haben. Nach Angaben des finnischen Verteidigungsministeriums spielte sich der Vorfall am Donnerstagnachmittag über dem westlichen Teil des Finnischen Meerbusens ab. «Jeder Verdacht auf eine territoriale Verletzung wird ernst genommen», sagte Verteidigungsminister Antti Häkkänen laut einer Mitteilung. «Die Ermittlungen laufen.»
Die Grenzschutzbehörde untersuche den Vorfall. Angaben dazu, um was für ein Flugzeug es sich gehandelt haben könnte, gab es zunächst nicht.
Erst im Mai stand ein russischer Militärflieger im Verdacht, im Finnischen Meerbusen Finnlands Luftraum verletzt zu haben. Dieser soll vor der Halbinsel Porkkala zwischen Finnland und Estland einem Gewitter ausgewichen sein. Der Nato-Staat Finnland teilt eine mehr als 1300 Kilometer lange Grenze mit Russland. (dpa)
19:00 Uhr
Donnerstag, 20. August
Moskau setzt Angriffe am Tag fort – Todesopfer und Verletzte
Nach massiven Angriffen Russlands auf die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht ist bei einer neuen Attacke am Tag mindestens ein weiterer Mensch getötet worden.
Drohnentrümmer seien auf ein Geschäftszentrum gestürzt, schrieb Bürgermeister Vitali Klitschko bei Telegram. Ein Toter und zwei Verletzte seien gefunden worden, Rettungskräfte setzten die Suche in dem Gebäude fort. Klitschko sprach von einem gezielten Angriff auf die kritische Infrastruktur. In zwei Stadtteilen könne es zu Unterbrechungen der Warmwasserversorgung kommen.
Auch Kramatorsk in der Ostukraine wurde nach Behördenangaben tagsüber angegriffen. Dabei seien elf Menschen verletzt worden, teilte der Militärverwalter des Gebietes Donezk, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit.
Erst in der vergangenen Nacht waren Klitschko zufolge allein in Kiew 15 Menschen durch massive russische Angriffe ums Leben gekommen.
Die Gewalt im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine eskalierte zuletzt deutlich mit einer steigenden Zahl ziviler Opfer auf beiden Seiten. Die Kriegsparteien setzen immer schnellere, schlagkräftigere und weitreichendere Waffen ein. Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit knapp viereinhalb Jahren gegen den russischen Angriffskrieg. (dpa)
16:43 Uhr
Donnerstag, 20. August
Lettland: Abgeschossene Drohne stammte aus der Ukraine
Die am Freitag von Nato-Kampfjets über Lettland abgeschossene Drohne stammte nach Angaben des lettischen Militärs aus der Ukraine. Details zu Art und Modell wurden mit Rücksicht auf ukrainische Verteidigungsfähigkeiten nicht genannt.
Italienische Eurofighter hatten die Drohne im Nordosten Lettlands rund 20 Kilometer von der Stadt Balvi entfernt abgeschossen. Sie war nach Militärangaben aus Belarus und höchstwahrscheinlich infolge russischer elektronischer Kampfführung in den lettischen Luftraum geraten.
Seit Beginn des Ukraine-Krieges kam es in Lettland mehrfach zu Vorfällen mit fehlgeleiteten Drohnen. Bereits Anfang Juni hatten Nato-Kampfjets eine Drohne über dem Land abgeschossen. (dpa)
15:40 Uhr
Donnerstag, 20. August
Rumänisches Militär zerstört Seedrohne nahe Gasplattform
Das rumänische Militär hat eine mit Sprengstoff bestückte Seedrohne nahe der Gasförderplattform «Neptun Alpha» im Schwarzen Meer zerstört. Ein Handelsschiff hatte die Drohne rund 80 Seemeilen östlich von Constanta entdeckt.
Daraufhin starteten zwei F-16-Kampfjets. Eine Maschine nahm die Drohne mit ihrer Bordkanone ins Visier. Anschliessend zerstörte ein Kampfmittelteam der rumänischen Marine das Objekt.
Rumäniens Präsident Nicusor Dan machte Russland für die Drohne verantwortlich. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sprach auf X von «hybrider Kriegsführung» und einer eskalierenden Drohkampagne, die Bürger verunsichern und die EU spalten solle.
«Neptun Alpha» gehört zum grössten Erdgasprojekt Rumäniens. Die Produktion soll 2027 beginnen und Rumänien zum grössten Gasproduzenten der EU machen. (dpa)
13:32 Uhr
Donnerstag, 20. August
Nachbarländer der Ukraine wegen russischen Beschusses alarmiert
Angesichts des heftigen Beschusses der ukrainischen Hauptstadt Kiew durch Russland sind Nachbarländer der angegriffenen Ukraine alarmiert. Die polnische Nachrichtenagentur Pap berichtete, polnische und andere Nato-Militärflugzeuge seien entsandt worden, um den polnischen Luftraum zu bewachen. Das rumänische Verteidigungsministerium teilte mit, eine nicht näher identifizierte Drohne sei in einem unbewohnten Gebiet nahe der Grenze zur Ukraine abgestürzt und habe Feuer gefangen.
In der Nacht zum Donnerstag seien zwei spanische Kampfjets, die sich ohnehin zu einem Einsatz in Rumänien befunden hätten, losgeschickt worden, um mehrere «Luftziele» im Grenzgebiet zu beobachten, teilte das rumänische Ministerium mit.
Das Verteidigungsministerium von Moldau teilte mit, mindestens eine nicht genehmigte Drohne sei in den Luftraum des Landes eingedrungen.
Der ukrainische Aussenminister Andrij Sybiha berichtete in den sozialen Medien, Russland teste «die Entschlossenheit der Nato und ihrer Partner, verstösst gegen die Souveränität von Nachbarländern und weitet absichtlich die durch seinen Krieg gegebenen Gefahren weit über die Ukraine hinaus aus». (dpa)
13:19 Uhr
Donnerstag, 20. August
Rumänischer Kampfjet schiesst mit Sprengstoff beladene Drohne ab
Ein rumänischer F-16-Kampfjet hat am Donnerstagmorgen im Schwarzen Meer eine mit Sprengstoff beladene Drohne abgeschossen. Nach Angaben von Verteidigungsminister Radu Miruta näherte sich die Drohne bis auf wenige hundert Meter der Gasplattform Neptun Deep, auf der sich zu diesem Zeitpunkt mehrere Hundert Menschen befanden.

Nachdem die Küstenwache das unbemannte Fahrzeug entdeckt hatte, stiegen zwei F-16 mit Schiesserlaubnis auf. Einer der Kampfjets zerstörte die Drohne kurz darauf.
Woher sie stammte, ist bislang unklar. Laut Miruta kam sie nicht aus der Ukraine. Rumäniens Präsident Nicusor Dan brachte hingegen Russland ins Spiel und verurteilte auf X eine «Intensivierung solcher unverantwortlicher Vorfälle seitens der Russischen Föderation». Rumänien werde gemeinsam mit seinen Nato-Verbündeten wachsam bleiben. (dab/watson)
12:29 Uhr
Donnerstag, 20. August
Tusk sieht Polens Ostgrenze sicherer denn je
Polen ist an seiner Ostgrenze nach den Worten von Regierungschef Donald Tusk «sicherer als je zuvor». In Krakau sagte der liberalkonservative Politiker, das Land bemühe sich zudem, seine Kapazitäten bei der Luftverteidigung zu erhöhen, meldete die polnische Nachrichtenagentur PAP.
Eine Schlüsselrolle spiele dabei das Programm «Östliches Schild», das durch den Ausbau von Befestigungen an der Grenze Polens zu Russland und Belarus die Sicherheit des Landes erhöhen soll, sagte Tusk. Dazu gehören Panzersperren und Betonhindernisse, aber auch Überwachungs- und Drohnenabwehrsysteme. Die Europäische Union beteiligt sich über ihr Verteidigungsprogramm «SAFE» an der Finanzierung des Projekts. Auch Pioniere der Bundeswehr unterstützen das NATO-Partnerland bei dem Programm.
«Der Aufbau des Östlichen Schildes wird nie abgeschlossen sein, denn ein sehr wichtiger Bestandteil ist die ständige Modernisierung der Luftverteidigung», sagte Tusk. «Wir stehen erst am Anfang dieses Weges.»
Im vergangenen Jahr waren mehrere Drohnen in den polnischen Luftraum eingedrungen. Die polnische Regierung hatte bereits nach der russischen Annexion der Krim auf eine deutliche Stärkung der NATO-Ostflanke gedrängt. (dpa)
08:07 Uhr
Donnerstag, 20. August
Klitschko spricht von 15 Toten in Kiew
Bei massiven russischen Angriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew sind nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko mindestens 15 Menschen getötet worden. Klitschko nannte am Morgen und Vormittag nach den nächtlichen Attacken mehrfach eine höhere Zahl der Toten. Die Beseitigung der Folgen dauere an, sagte er. Der Zivilschutz sprach von 34 Verletzten. Im Gebiet Kiew meldeten die Behörden nach den Angriffen einen Toten und sieben Verletzte.
Russland setzte bei den Luftschlägen zuletzt verstärkt ballistische Raketen ein - in dem Wissen, dass die Ukraine täglich einen Mangel an Flugabwehrraketen beklagt. Das Verteidigungsministerium in Moskau bestätigte den Angriff. In Kiew seien Rüstungsbetriebe und Lager für Munition und Drohnen getroffen worden.
Nach Behördenangaben kam es zu mehreren Bränden und Stromausfällen. Auch Wohnhäuser, darunter ein Hochhaus, ein Kinderkrankenhaus und eine Schule seien getroffen worden, teilten die Behörden mit. Die Menschen suchten Schutz in der U-Bahn.
«Der morgige Tag, der 21. August, wird in Kiew zum Tag der Trauer erklärt. Zum Gedenken an die Opfer des massiven Angriffs des Feindes auf die Hauptstadt», teilte Bürgermeister Klitschko bei Telegram mit. An diesem Tag sollen die Flaggen an allen kommunalen Gebäuden der Stadt auf halbmast gesetzt werden. Ausserdem empfahl Klitschko, in der Hauptstadt mit den Flaggen an staatlichen und privaten Gebäuden ebenso zu verfahren.
07:30 Uhr
Donnerstag, 20. August
Mindestens sechs Tote bei russischem Raketenangriff in Kiew
Bei einem russischen Raketenangriff sind in der Nacht zum Donnerstag in Kiew mindestens sechs Menschen getötet worden. 33 weitere Menschen wurden verletzt, wie der ukrainische Katastrophenschutz mitteilte. Die ganze Nacht über waren Explosionen in der Hauptstadt zu hören. Der Luftalarm dauerte bis in die frühen Morgenstunden an. Die Angriffe trafen zwölf Orte in den Kiewer Stadtbezirken Darnyskyj, Swjatoschynskyj und Solomjanskyj. Dabei wurden Wohngebäude, eine medizinische Einrichtung und eine Bildungseinrichtung beschädigt. Rettungskräfte bargen Menschen, die unter Trümmern eingeschlossen waren.
Im Bezirk Solomjanskyj wurden die beiden obersten Stockwerke eines neunstöckigen Wohnhauses zerstört. In weiteren Stockwerken brachen Brände aus. Auch in zwei Wohngebäuden und einem Schutzraum einer Schule waren Menschen eingeschlossen.
Russland hat seine Angriffe mit ballistischen Raketen auf die ukrainische Hauptstadt zuletzt verstärkt. Damit soll die ukrainische Luftabwehr geschwächt werden. Kiew verfügt nur über wenige Systeme, die ballistische Raketen abfangen können. Zudem sind die Bestände an Raketen für die in den USA hergestellten Patriot-Luftabwehrsysteme seit längerem knapp.
US-Präsident Donald Trump hatte der Ukraine zunächst Lizenzen zur eigenen Produktion von Patriot-Systemen genehmigt, diese Entscheidung später jedoch zurückgenommen.
Die Ukraine hat ihrerseits ihre weitreichenden Angriffe auf Waffenlager, militärische Einrichtungen und andere strategische Ziele tief im russischen Staatsgebiet verstärkt. Damit soll Russlands Fähigkeit geschwächt werden, seine Angriffe auf ukrainische Städte fortzusetzen. (dpa)
16:02 Uhr
Mittwoch, 19. August
Neuer Korruptionsverdacht in Ukraine: Selenski feuert Vizestabschefin
Ein möglicher neuer Korruptionsskandal in seinem direkten Umfeld belastet den innenpolitisch unter Druck geratenen ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski. In einem Dekret gab Selenski am Mittwoch die Entlassung seiner Vizestabschefin Iryna Mudra bekannt, deren Büro zuvor von Anti-Korruptionsermittlern durchsucht wurde, wie der Abgeordnete Olexij Hontscharenko bestätigte.
Die Vorwürfe richten sich gegen eine Gruppe, die im vergangenen Jahr 150 Millionen Hrywnja (fast 3 Millionen Euro) gewaschen haben soll, um die Kaution für eine angeklagte Person in einem anderen hochkarätigen Korruptionsfall rund um den staatlichen ukrainischen Atomkonzern Energoatom zu bezahlen, wie das Nationale Antikorruptionsbüro (NABU) mitteilte.
Im Visier der Ermittler stehe neben einer Person mit stellvertretender Leitungsposition im Präsidialamt, bei der es sich um Mudra handeln dürfte, auch ein ehemaliger Abgeordneter, der Vorstandsvorsitzende einer Staatsbank sowie der Vorsitzende des Aufsichtsrats dieser Bank. (dpa)
13:28 Uhr
Mittwoch, 19. August
Ukraine attackiert Ölraffinerie in Ufa
Die Ukraine hat erneut russische Ölanlagen im Hinterland attackiert. Eine Drohne habe eine Ölraffinerie in Ufa getroffen, teilte der Gouverneur der Region Baschkortostan, Radij Chabirow, am Mittwoch mit. Ufa liegt etwa 1300 Kilometer östlich der Grenze zur Ukraine. Die drei Ölraffinerien dort sind bereits mehrfach attackiert worden.
Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, die Flugabwehr habe in der Nacht 453 ukrainische Drohnen über russischen Regionen, der besetzten Krim und dem Schwarzen Meer abgefangen. Die eigenen Streitkräfte hätten Lager für Kraftstoff und Schmiermittel der ukrainischen Streitkräfte im Hafen von Tschornomorsk südlich von Odessa angegriffen. Am Dienstagabend hätten sie einen Massengutfrachter im Schwarzen Meer südöstlich von Odessa getroffen.
In der Ukraine berichtete der Leiter der Militärverwaltung von Cherson von russischen Drohnenangriffen. Eine Frau sei getötet worden, vier weitere Frauen hätten Verletzungen erlitten, erklärte Oleksandr Prokudin. (dpa)
12:12 Uhr
Mittwoch, 19. August
Nord-Stream-Anschläge: Verdächtiger in Kroatien festgenommen
Vier Jahre nach den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines ist ein weiterer Verdächtiger gefasst worden. Der Ukrainer Wolodimir Z. wurde auf Veranlassung der deutschen Bundesanwaltschaft in Kroatien festgenommen. Ihm wird unter anderem das gemeinschaftliche Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion vorgeworfen.
Der ausgebildete Taucher soll an den Tauchgängen beteiligt gewesen sein, bei denen im September 2022 Sprengsätze an den Pipelines in der Ostsee angebracht wurden. Bereits 2025 war er in Polen festgenommen worden. Die polnische Justiz lehnte eine Auslieferung nach Deutschland jedoch ab.
Gegen den mutmasslichen Drahtzieher Serhij K., der 2025 an der kroatischen Adriaküste festgenommen wurde, hat die Bundesanwaltschaft inzwischen Anklage in Hamburg erhoben. Die Explosionen hatten die beiden Nord-Stream-Pipelines nahe der dänischen Insel Bornholm schwer beschädigt. (dpa)
19:26 Uhr
Dienstag, 18. August
Staatsbegräbnis für umstrittenen Nationalistenchef
Die Gebeine des 1938 ermordeten umstrittenen ukrainischen Nationalistenführers Jewhen Konowalez sind in die Ukraine überführt und mit einem Staatsbegräbnis beigesetzt worden. «Wir bringen einen herausragenden Sohn des ukrainischen Volkes nach Hause zurück», sagte Präsident Wolodimir Selenski bei der Zeremonie auf einem Militärfriedhof unweit der Hauptstadt Kiew. Mit Konowalez habe die Ukraine einen Teil ihrer selbst, ihrer Erinnerung und ihrer nationalen Geschichte zurückgeholt.
An der feierlichen Beisetzung mit militärischen Ehren nahmen auch Ministerpräsident Serhij Korezkyj, Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk, Armeechef Mychajlo Drapatyj und weitere ukrainische Politiker teil.

Vom österreichischen Soldaten zum Nationalistenführer
Konowalez wurde 1891 in Österreich-Ungarn in der heutigen Westukraine geboren. Als österreichischer Soldat kämpfte er im Ersten Weltkrieg und beteiligte sich nach seiner russischen Kriegsgefangenschaft am Aufbau des 1920 gescheiterten ersten ukrainischen Staats. Ab 1929 führte er die neu gegründete Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), die sich am Faschismus in Italien und dem Nationalsozialismus in Deutschland orientierte. Die OUN war für terroristische Anschläge wie die Ermordung des polnischen Innenministers 1934 verantwortlich. Konowalez wurde 1938 von einem sowjetischen Agenten in Rotterdam getötet und dort zunächst begraben.
Vor der Umbettung von Konowalez wurde bereits sein Nachfolger bei der OUN, Andrij Melnyk, in die Ukraine überführt. Weitere im Ausland bestattete Ukrainer sollen folgen. Kiew plant dabei die Neubestattung der sterblichen Überreste von «Unabhängigkeitskämpfern» in einer «Pantheon» genannten Gedenkstätte. (dpa)
16:37 Uhr
Dienstag, 18. August
Drohne tötet Personal von AKW Saporischschja
Eine Drohne hat in der Ukraine mehr als ein Dutzend Mitarbeiter des von Russland besetzten Kernkraftwerks Saporischschja angegriffen. Wie die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien unter Berufung auf die von Moskau eingesetzte AKW-Leitung mitteilte, wurde eine Person getötet, 15 weitere Menschen wurden teils schwer verletzt. Sämtliche Opfer seien AKW-Angestellte und Mitarbeiter von Subunternehmen, hiess es.
Die Drohne explodierte demnach am Morgen bei einer Bushaltestelle, die von den AKW-Mitarbeitern auf dem Weg zur Arbeit genutzt wird. Zuvor hatten die russischen Besatzungsbehörden den Angriff gemeldet und Kiew dafür verantwortlich gemacht. In Moskau teilte das zentrale Ermittlungskomitee mit, dass Strafverfahren wegen der «Terroranschläge» im Gebiet Saporischschja und in der Hauptstadtregion eingeleitet worden seien. Von ukrainischer Seite gab es zunächst keine Reaktion.
IAEA-Chef fordert sofortige Einstellung der Angriffe
Der IAEA wurden auch weitere Angriffe im Industriegebiet um das frontnahe Atomkraftwerk gemeldet. IAEA-Chef Rafael Grossi rief dazu auf, Angriffe auf AKW und ihre Mitarbeiter sofort einzustellen. Solche Attacken stellten ein grosses Risiko für die nukleare Sicherheit dar, betonte er auf der Plattform X.
Ein Team der IAEA ist im permanent stillstehenden Kraftwerk stationiert, um die Lage zu überwachen und durch seine Präsenz das Risiko von direkten Angriffen zu verhindern, die zu einem Atomunfall führen könnten.
Das AKW Saporischschja und die Kraftwerksstadt Enerhodar sind seit März 2022 russisch besetzt. Aus Sicherheitsgründen wurden alle sechs Reaktoren heruntergefahren. (dpa)
13:59 Uhr
Dienstag, 18. August
London hält trotz Drohungen an Unterstützung Kiews fest
Die britische Regierung hat nach Drohungen aus Russland ihre anhaltende Unterstützung für die Ukraine bekräftigt. Grossbritannien sei entschlossen, die Ausrüstung bereitzustellen, die die Ukraine benötige, um sich gegen «Putins illegale Invasion» zu verteidigen, teilte das Verteidigungsministerium mit Blick auf den russischen Angriffskrieg und Kremlchef Wladimir Putin am Dienstag mit. Zuvor hatte die russische Botschaft in London mit «unausweichlichen» Konsequenzen für den angeblichen Einsatz von Drohnen aus britischer Fertigung bei ukrainischen Angriffen in Russland gedroht. (dpa)
12:45 Uhr
Dienstag, 18. August
Selenski kündigt Reaktion auf russischen Angriff mit zehn Toten an
Nach einem russischen Raketenangriff mit zehn Toten in der Region Charkiw hat der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski eine Reaktion angekündigt. Selenski sprach auf der Plattform X von einer brutalen Attacke. Sein Mitgefühl gelte den Angehörigen der Opfer. Bei dem Angriff auf das Dorf Petschenihy seien nach bisherigen Erkenntnissen zehn Zivilisten getötet und 17 weitere verletzt worden, sagte der Chef der Militärverwaltung in Charkiw, Oleh Synjehubow, am Dienstag. Es seien zehn Häuser, ein Postamt, ein Geschäft und mindestens sieben Fahrzeuge beschädigt worden. (dpa)
12:44 Uhr
Dienstag, 18. August
Russland meldet fast 800 abgefangene Drohnen
Die Ukraine hat in der Nacht zum Dienstag nach Behördenangaben Hunderte Drohnen gegen Ziele in Russland eingesetzt. Laut dem russischen Verteidigungsministerium wurden 791 ukrainische Drohnen über mehreren russischen Regionen sowie über der völkerrechtswidrig annektierten ukrainischen Halbinsel Krim, dem Schwarzen Meer und dem Asowschen Meer abgefangen. Nach einer Zählung der Nachrichtenagentur AP handelte es sich um den zweitgrössten Drohnenangriff der Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland seit Januar 2025. (dpa)
12:43 Uhr
Dienstag, 18. August
Britische Drohnen gegen Russland? Moskau droht mit Folgen
Nach einem Medienbericht über den Einsatz britischer Drohnen durch die Ukraine für Angriffe in Russland droht Moskau Grossbritannien mit Konsequenzen. Der Bericht bestätige, dass London bewusst auf eine Eskalation des Ukraine-Kriegs setze, während es «heuchlerisch einen Wunsch nach Frieden» bekunde, teilte die russische Botschaft in dem Nato-Land mit. «Londons Vorgehen wird zwangsläufig Konsequenzen haben, für die das Land zur Rechenschaft gezogen werden muss», hiess es weiter in der russischen Stellungnahme. «Je tiefer seine Verstrickung in den Konflikt» sei, desto höher werde der Preis sein, den es dafür zahlen müsse. Als Reaktion sagte ein Sprecher des britischen Verteidigungsministeriums der BBC, Grossbritannien stehe «Schulter an Schulter» mit der Ukraine. (dpa)
10:59 Uhr
Dienstag, 18. August
Haftstrafe gegen mutmasslichen Agenten Russlands in Deutschland
Ein junger Ukrainer ist wegen Agententätigkeit in Deutschland zu einer Haftstrafe verurteilt worden - er soll laut Anklage im Auftrag Russlands Brandanschläge vorbereitet haben. Das Oberlandesgericht Stuttgart verhängte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten wegen Agententätigkeit. Zum Auftraggeber und den konkreten Tatvorwürfen äusserte es sich beim Urteilsspruch und zu Beginn der derzeit laufenden Begründung bislang nicht. Zwei weitere ukrainische Angeklagte sprach das Gericht frei. Die Männer waren in den deutschen Städten Konstanz und Köln und im Schweizer Kanton Thurgau festgenommen worden. Ermittlungen der Bundesanwaltschaft - Deutschlands oberster Anklagebehörde - zufolge sollen sie Teil eines Sabotageplans gewesen sein, der auf Transportwege eines Paketdienstleisters abzielte.
Die Männer waren angeklagt, im März 2025 über einen ukrainischen Postdienst zwei Pakete mit GPS-Trackern in Richtung Ukraine verschickt zu haben. Den Auftrag hierzu soll laut Generalbundesanwalt ein russischer Nachrichtendienst erteilt haben - über Mittelsmänner aus der ukrainischen Stadt Mariupol. Damit hätten Routen und Transportabläufe bei dem Paketdienstleister ausgeforscht werden sollen. (dpa)
10:24 Uhr
Dienstag, 18. August
Gebiet Charkiw: Zehn Tote nach russischem Raketenangriff
Bei einem russischen Raketenangriff sind nach ukrainischen Behördenangaben im östlichen Gebiet Charkiw mindestens zehn Menschen getötet worden. Bei dem Luftschlag in Petschenihy rund 55 Kilometer östlich von Charkiw seien auch acht Menschen verletzt worden, teilte der Gebietsgouverneur Oleh Synjehubow bei Telegram mit. Es sei zivile Infrastruktur beschädigt worden, darunter zehn Privathäuser, ein Café und Geschäfte. (dpa)
06:41 Uhr
Dienstag, 18. August
Bürgermeister: Moskau mit Hunderten Drohnen attackiert
Die russische Millionenmetropole Moskau und die umliegende Hauptstadtregion sind in der Nacht zum Ziel einer Angriffswelle mit ukrainischen Drohnen geworden. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass handelte es sich um die heftigste derartige Attacke seit zwei Jahren. Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin teilte demnach mit, von Montagabend bis Dienstagmorgen seien 620 Drohnen in Richtung der Hauptstadtregion geflogen. Die meisten habe die Luftabwehr schon im Anflug abgewehrt, weitere 180 Drohnen seien dann im Raum Moskau vom Himmel geholt worden. Über mögliche Opfer oder Schäden wurde zunächst nichts bekannt. (dpa)
15:34 Uhr
Montag, 17. August
Viele Jahre Straflager für Kriegsgegner Schlosberg
Ein russisches Gericht hat den prominenten russischen Kriegsgegner und Oppositionellen Lew Schlosberg in einem umstrittenen Verfahren zu elf Jahren und einem Monat Haft im Straflager verurteilt. Richterin Viktoria Maljamowa befand den Vizechef der liberalen Oppositionspartei Jabloko unter anderem der Verunglimpfung der russischen Streitkräfte für schuldig.
Maljamowa blieb damit leicht hinter dem Strafantrag der Staatsanwaltschaft, die am Freitag auf zwölf Jahre und einen Monat plädiert hatte. Der 63 Jahre alte Politiker wird das Urteil anfechten, wie Schlosbergs liberale Partei Jabloko mitteilte. (dpa)
08:24 Uhr
Montag, 17. August
Sechs Tote bei Angriff in Belgorod
Bei ukrainischen Raketenangriffen auf die russische Grenzregion Belgorod sind nach Behördenangaben mindestens sechs Menschen getötet worden. Bei dem Angriff in dem Ort Koloskowo habe es auch vier Verletzte gegeben, teilte der geschäftsführende Gouverneur Alexander Schuwajew bei Telegram mit. Die Angaben waren von unabhängiger Seite zunächst nicht überprüfbar.
Die Region mit ihrer Grenze zur Ukraine ist seit Jahren immer wieder das Ziel von Gegenangriffen Kiews zur Verteidigung gegen die russische Invasion. Dabei setzt Kiew inzwischen zunehmend schnellere und weitreichende Waffen ein. (dpa)
16:18 Uhr
Sonntag, 16. August
Ukraine startet grossen Luftangriff auf Russland – sechs Tote gemeldet
Bei einem der bislang grössten Luftangriffe der Ukraine im Abwehrkampf gegen Russland sind russischen Angaben zufolge mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, es habe 822 ukrainische Drohnen in der Nacht zum Sonntag zerstört. Rund 600 Drohnen seien erkannt worden, als sie auf dem Weg in die Hauptstadt Moskau gewesen seien, teilte der örtliche Bürgermeister Sergej Sobjanin mit. Ein Drittel davon sei über der Region Moskau gestoppt worden.
Der Gouverneur Andrej Worobjow teilte mit, ein 83-Jähriger sei beim Einschlag einer ukrainischen Drohne in ein Privathaus in der Region Moskau getötet worden. Bei einem ukrainischen Angriff sei auch ein Feuer in einer Lagerhalle des russischen Online-Konzerns Wildberries in der Stadt Podolsk ausgelöst worden. Russische Medien zeigten Bilder, auf denen schwarzer Rauch in Podolsk zu sehen war.
Der örtliche Gouverneur Juri Sljussar berichtete, bei einem Drohnenangriff seien drei Städte in der südwestrussischen Region Rostow ins Visier genommen worden. Dabei seien fünf Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Häuser und ein Bahnhof seien beschädigt worden. Zudem sei ein Waldbrand ausgelöst worden. (dpa)
11:03 Uhr
Sonntag, 16. August
Selenski meldet Tote und Verletzte nach russischen Attacke
Bei neuen russischen Luftangriffen in der Ukraine sind nach Angaben von Präsident Wolodimir Selenski mindestens 3 Menschen getötet und mehr als 20 weitere verletzt worden. Allein in der südlichen Industriestadt Krywyj Rih gab es nach einer Attacke mit ballistischen Raketen 2 Tote und 14 Verletzte, wie Selenski, der von dort stammt, bei Telegram mitteilte. Ein Mensch sei auch in Sumy im Nordosten des Landes getötet worden. In der Hauptstadt Kiew und Umgebung seien sechs Menschen verletzt worden bei den russischen Angriffen. (dpa)
08:36 Uhr
Sonntag, 16. August
Spanischer Kampfjet schiesst Drohne über Rumänien ab
Ein spanischer Kampfjet hat im Rahmen der Nato-Luftraumüberwachung eine Drohne über Rumänien abgeschossen. Die Drohne wurde um 04:44 Uhr aus dem moldauischen Luftraum kommend über Rumänien bemerkt, um 05:01 Uhr folgte der Abschuss durch das Kampfflugzeug vom Typ F-18, wie das Verteidigungsministerium über die Plattform X mitteilte. Die Trümmer seien vermutlich im Bezirk Galati über unbewohntem Gelände abgestürzt.
Der EU- und Nato-Staat Rumänien grenzt an die Ukraine und an Moldau. Russland greift die Ukraine immer wieder mit zahlreichen Drohnen an. In Rumänien wurden im Grenzgebiet bereits mehrfach russische Drohnentrümmer geborgen. Ende Mai hatte eine russische Drohne in der grenznahen Stadt Galati auch ein Hochhaus getroffen. (dpa)
06:45 Uhr
Sonntag, 16. August
Bürgermeister: Ukraine greift Moskau mit 600 Drohnen an
Die Ukraine hat die Region Moskau nach russischen Angaben in der Nacht mit rund 600 Drohnen angegriffen. 201 davon seien über der Region Moskau abgefangen worden. Drei Menschen wurden laut Bürgermeister Sergej Sobjanin verletzt. Berichten zufolge wurden auch Industrieanlagen und ein Lager des Online-Händlers Wildberries getroffen.
Der Angriff zählt offenbar zu den bislang grössten ukrainischen Drohnenangriffen auf Russland. Gleichzeitig griff Russland die Ukraine erneut mit Raketen, Gleitbomben und Drohnen an, unter anderem Kiew, Krementschuk und Krywyj Rih. (dpa)
10:41 Uhr
Samstag, 15. August
Ukraine: Baby bei russischem Angriff getötet
Durch einen russischen Drohnenangriff ist in der südostukrainischen Region Dnipropetrowsk ein Baby getötet worden. Der drei Monate alte Junge kam nach Angaben von Militärgouverneur Olexander Hanscha in der frontnahen Stadt Marhanez bei einem Einschlag in ein Wohnhaus ums Leben. Elf weitere Menschen wurden demnach verletzt, darunter ein fünfjähriger Junge und ein zwölfjähriges Mädchen. Mehrstöckige Wohnhäuser, ein Ladengeschäft und ein Kino seien beschädigt worden.
Russland habe bei mehreren Angriffen auf die Region Drohnen, Artillerie und Gleitbomben eingesetzt. Drei Menschen wurden Militärgouverneur Iwan Fedorow zufolge im Kreis Saporischschja bei Drohnenangriffen auf Autos verletzt.
Im russischen Wolgagebiet Samara attackierte die Ukraine nach Angaben von Gouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew einen Industriebetrieb. Er sprach von einem Raketenangriff. In sozialen Medien kursierten unüberprüfbare Fotos und Videos, die eine hohe Rauchsäule zeigen. Im Moskauer Umland wurden laut Gouverneur Andrej Worobjow eine Frau und ein neun Jahre altes Kind durch einen ukrainischen Drohnenangriff verletzt. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, 598 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim abgewehrt zuhaben. (dpa)
17:27 Uhr
Freitag, 14. August
Lawrow kündigt Ausweitung russischer Luftangriffe in der Ukraine an
Der russische Aussenminister Sergej Lawrow hat eine Ausweitung der russischen Luftangriffe auf die Ukraine angekündigt. «Wir werden viel härtere Methoden einsetzen, um alles zu zerstören, was die Kriegsmaschinerie Kiews aus dem Westen speist», sagte er in einem Interview, das das russische Staatsfernsehen am Freitag ausstrahlte. (dpa)
10:01 Uhr
Freitag, 14. August
Mutter und Sohn bei russischen Angriffen in der Ukraine getötet
Durch russische Drohnenangriffe sind in der ukrainischen Grenzregion Sumy zwei Menschen getötet worden. Ein Privathaus sei von zwei Drohnen in Brand gesetzt und zerstört worden, schrieb der Chef der Militärverwaltung von Sumy, Oleh Hryhorow, auf der Nachrichtenplattform Telegram. Eine 29-jährige Frau und ihr neun Jahre alter Sohn seien dabei ums Leben gekommen.
Vier weitere Menschen wurden demnach verletzt. Darunter seien der Vater und die Grossmutter des Jungen, die mit schweren Verbrennungen ins Krankenhaus gebracht worden seien.
In der Stadt Smila in der Zentralukraine wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft der Region Tscherkassy fünf Menschen bei einem russischen Drohnenangriff verletzt. Die Behörde sprach von einer massiven Attacke auf zivile Infrastruktur.
Ukrainische Gegenangriffe zielen auf Hafen und Versandhändler
Die ukrainischen Streitkräfte setzten ihre Gegenangriffe auf Russland unterdessen fort. Über der Region Leningrad seien 51 Drohnen abgewehrt worden, teilte Gouverneur Alexander Drosdenko mit. In der Folge sei ein Feuer im Hafen Ust-Luga ausgebrochen. Die Schäden durch den Drohnenangriff wurden seinen Angaben zufolge allerdings schnell beseitigt. Der Ostseehafen Ust-Luga ist wichtig etwa für den Export von Flüssiggas, Düngemittel und Kohle. Er war schon mehrfach Ziel ukrainischer Angriffe.
Auch in der nordwestlich von Moskau gelegenen Region Twer berichteten Behörden von Schäden. Herabstürzende Drohnentrümmer beschädigten demnach die Wand eines Lagerhauses des Versandhändlers Wildberries. Verletzt wurde demnach niemand.
Russland überzieht die Ukraine seit fast viereinhalb Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. In seinem Abwehrkampf setzt Kiew vor allem auf Drohnenangriffe auf das russische Hinterland. (dpa)
06:44 Uhr
Freitag, 14. August
Luftalarm in Lettland: Kampfjets schiessen Drohne ab
Eine Drohne ist in den lettischen Luftraum eingedrungen und von Kampfjets eines Nato-Partnerstaats abgeschossen worden. Der Luftalarm sei damit aufgehoben, teilte das lettische Militär in der Nacht auf der Plattform X mit. Zuvor hatten die Streitkräfte die Menschen in dem Baltenstaat aufgerufen, sich nicht im Freien aufzuhalten und sich in Sicherheit zu bringen.
Das Militär machte zunächst keine genauen Angaben zur Herkunft des unbemannten Fluggeräts über der Region Balvi. Die Armee sprach aber von einer ausländischen Drohne, die infolge von Russlands elektronischer Kampfführung in den lettischen Luftraum geraten sei. Damit lag nahe, dass es sich um eine abgewehrte ukrainische Drohne gehandelt haben könnte.
Der EU- und Nato-Staat Lettland mit seinen knapp 1,9 Millionen Einwohnern grenzt im Osten an Russland.
Im Ukraine-Krieg setzen sowohl der Angreifer Russland als auch die sich verteidigende Ukraine Drohnen ein. Es blieb zunächst unklar, welche Kampfjets am Abschuss der Drohne beteiligt waren. Grössere Nato-Staaten übernehmen im Baltikum abwechselnd die Luftraumüberwachung der Mitgliedsstaaten Estland, Litauen und Lettland. (dpa)
16:00 Uhr
Donnerstag, 13. August
Russe vor geplantem Anschlag in Polen geschnappt
In Polen ist nach Angaben der Regierung ein Anschlag auf einen US-ukrainischen Doppelstaatsbürger vereitelt worden. Ein Russe, der von einem Geheimdienst seines Landes angeworben worden sein soll, sei noch vor Ausführung der Tat festgenommen worden, teilte Ministerpräsident Donald Tusk am Donnerstag mit.
Nach Angaben eines Regierungssprechers wurde der Russe am 7. August gefasst. Die Person, die Ziel des Anschlags sein sollte, sei der russischen Regierung ein Dorn im Auge gewesen, sagte Tusk. (dpa)
14:31 Uhr
Donnerstag, 13. August
UN: Juli war tödlichster Monat für Zivilisten in Ukraine seit Jahren
Im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind nach Angaben von Beobachtern der Vereinten Nationen im Juli so viele Zivilisten ums Leben gekommen wie seit Jahren nicht mehr in einem Monat. Es seien mindestens 437 Menschen in der Ukraine getötet und 2610 weitere Zivilisten verletzt worden, gab die UN-Menschenrechtsbeobachtermission bekannt. Das sei im Vergleich zum Juni ein Anstieg um 30 Prozent, im Vergleich zum Vorjahresmonat Juli sogar eine Erhöhung um 70 Prozent. «Die Zahl der Getöteten ist die höchste, die seit Mai 2022 erfasst wurde», teilte die Mission mit.
Die tatsächliche Zahl der Opfer sei wahrscheinlich höher, hiess es. Die Überprüfung von Todesmeldungen dauere an. In diesem Jahr habe sich die Zahl der Opfer von Monat zu Monat erhöht. Dabei habe es die ukrainische Hauptstadt Kiew im Juli besonders hart getroffen. Demnach wurden dort 54 Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt.
Grund sei die Eskalation der Gewalt durch die massiven russischen Angriffe mit ballistischen Raketen und Marschflugkörpern, hiess es. Aber auch Drohnenschläge und Gleitbomben seien weiter eine grosse Gefahr für die Menschen. Die Ukraine beklagt seit Monaten, sich vor den intensivierten russischen Angriffen mit ballistischen Raketen nicht ausreichend schützen zu können, weil es an Raketen für das effektive Abwehrsystem vom Typ Patriot fehle.
Auch auf russischer Seite habe die Zahl der getöteten Zivilisten im Juli zugenommen, teilten die UN-Beobachter mit. Russische Behörden hätten demnach 79 Tote und mehr als 600 Verletzte gemeldet. Nach Angaben der Mission sind die Zahlen schwer überprüfbar, weil der Zugang zu Informationen in Russland eingeschränkt sei.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 24. Februar 2022 haben die Vereinten Nationen nach eigenen Angaben mindestens 16'874 getötete Zivilisten erfasst, darunter 820 Kinder. Die Zahl der Verletzten liege insgesamt bei 51'273, darunter mehr als 3000 Kinder, hiess es. (dpa)
13:53 Uhr
Donnerstag, 13. August
Kiew erhält 261 Soldatenleichen zurück – Moskau 24
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben erneut Soldatenleichen von Russland erhalten. Die sterblichen Überreste von 261 Gefallenen, bei denen es sich laut der russischen Seite um ukrainische Soldaten handeln könnte, seien Kiew übergeben worden, teilte der Stab für Kriegsgefangenenbelange mit. Russland erhielt nach Angaben aus Moskau im Gegenzug von der Ukraine 24 Leichen zurück.
In Kiew gab der Stab bekannt, dass Ermittler und Gerichtsmediziner nun die Toten identifizieren würden. Vermittelt habe den Austausch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz, hiess es. Zuletzt hatte es im Juli eine Übergabe von Leichen gegeben. Neben Gefangenenaustauschen und Familienzusammenführungen gehören diese Rückführungen zu den verbliebenen humanitären Kontakten zwischen den Kriegsparteien.
In dem seit fast viereinhalb Jahren andauernden russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine sind bisher nach Schätzungen unabhängiger Experten Hunderttausende Soldaten gefallen. Vor allem Russland nennt seit Jahren keine Zahlen mehr zu den getöteten Soldaten in den eigenen Reihen. Für die Ukraine hatte Präsident Wolodimir Selenski im Februar von 55'000 gefallenen Verteidigern gesprochen. Experten gehen davon aus, dass es deutlich mehr sind. (dpa)
10:51 Uhr
Donnerstag, 13. August
Kiews Drohnen treffen Ölraffinerie und Logistikzentrum in Russland
Die ukrainischen Streitkräfte haben bei neuen Drohnenangriffen tief im russischen Hinterland eine weitere Ölraffinerie und ein Lager des grössten russischen Versandhändlers Wildberries in Brand gesetzt. Zwei Menschen seien in der Stadt Salawat verletzt und ins Krankenhaus gebracht worden, teilte der Chef der Republik Baschkortostan, Radij Chabirow, mit. Medien berichteten zudem von einem Drohnenangriff und einem Brand in einer Ölraffinerie des Energieriesen Gazprom.
Die russische Flugabwehr habe 16 von insgesamt 21 Drohnen abgeschossen, sagte Chabirow. Ziel des Angriffs sei ein Logistikzentrum gewesen. Die Firma Wildberries, deren Lager die Ukraine seit Wochen attackiert, bestätigte den Angriff und den Brand. Das Gebäude sei evakuiert worden. Das zentrale Ermittlungskomitee warf der Ukraine einen weiteren «Terroranschlag» gegen zivile Infrastruktur vor.
Die Ukraine selbst behauptet, dass Wildberries russischen Kriegszwecken diene. Das Unternehmen und der Kreml weisen das kategorisch zurück und sprechen von ziviler Infrastruktur. Kommentatoren sehen in den Angriffen den Versuch Kiews, die Lage in Russland durch zunehmende wirtschaftliche Probleme zu destabilisieren. (dpa)
10:32 Uhr
Donnerstag, 13. August
Ukraine: Zwei Tote bei russischem Angriff auf Passagierzug
Bei einem russischen Angriff auf einen Passagierzug in der Region Odessa im Süden der Ukraine sind nach offiziellen Angaben der Lokführer und sein Assistent getötet worden. Die 340 Passagiere würden evakuiert, teilte die ukrainische Eisenbahn mit. Es habe sich um einen Drohnenangriff gehandelt. (dpa)
06:35 Uhr
Donnerstag, 13. August
Stromausfall auf der Krim nach ukrainischem Drohnenangriff
Die Hafenstadt Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim ist nach nächtlichen Drohnenangriffen der Ukraine erneut ohne Strom. Die Stadt sei wegen eines massiven ukrainischen
Angriffs von der Stromversorgung abgeschnitten, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur von Sewastopol, Michail Raswoschajew, laut staatlicher Nachrichtenagentur Tass mit. Die Armee wehre einen ukrainischen Angriff ab. Derzeit begutachteten Experten die Schäden.
Russland führt seit fast viereinhalb Jahren Krieg in der Ukraine. Kiew wehrt sich gegen die Invasion auch mit Drohnenangriffen gegen strategisch wichtige Anlagen im russischen Hinterland. Das sind Militärobjekte und Einrichtungen der Öl- und Gasindustrie. Ziel dieser Schläge ist es, dem russischen Militär die Treibstoffversorgung zu erschweren und dem Kreml die Kriegsfinanzierung. (dpa)
15:01 Uhr
Dienstag, 11. August
Ukraine meldet mindestens neun Tote bei russischem Beschuss
Bei russischem Raketen-, Drohnen- und Gleitbombenbeschuss der Ukraine sind nach Behördenangaben mindestens neun Zivilisten ums Leben gekommen. Die russischen Truppen hätten auch von Nordkorea bereitgestellte ballistische Raketen bei ihrem nächtlichen Angriff in der südostukrainischen Stadt Saporischschja verwendet, teilte der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski mit. Dort wurden nach Behördenangaben vom Dienstag 6 Menschen getötet und 19 verletzt.
Drei weitere Tote gab es Behördenangaben zufolge in der zentralukrainischen Region Dnipropetrowsk, darunter ein 15-Jähriger.
Selenski teilte am Montagabend mit, dass Russland weitere ballistische Raketen aus Nordkorea erhalten habe und zusätzliche Soldaten aus Nordkorea einsetzen wolle.
Der russische Präsident Wladimir Putin hatte vor etwas mehr als zwei Jahren eine Vereinbarung über eine sogenannte strategische Partnerschaft mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un unterzeichnet. Kim hat Tausende Soldaten und riesige Waffenmengen zur Unterstützung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine geschickt, der seit Februar 2022 andauert.
Die Ukraine hat gewarnt, dass Russland seine Produktion ballistischer Raketen hochfahre und dabei den deutlichen Mangel Kiews an Patriot-Abfangraketen ausnutze, die diese Raketen stoppen können.
«Jeder Schritt, den Russland unternimmt - die Produktion ballistischer Raketen erhöhen, nordkoreanische Ausrüstung herbeiholen, sich auf eine Mobilisierung vorbereiten - all das zeigt, dass sich Moskau nicht auf Frieden vorbereitet, sondern auf eine Eskalation», teilte Selenski in sozialen Medien mit. (dpa)
11:14 Uhr
Dienstag, 11. August
Tote und Verletzte durch russische Angriffe in der Ukraine
Bei russischen Raketen- und Bombenangriffen sind in der südostukrainischen Stadt Saporischschja laut Präsident Wolodimir Selenski mindestens sechs Menschen getötet worden. «Ein brutaler Angriff, der darauf abzielte, der zivilen Infrastruktur maximalen Schaden zuzufügen», schrieb der Staatschef bei Telegram. Bei den nächtlichen Angriffen seien weitere 19 Menschen verletzt worden. Das russische Militär habe auch eine nordkoreanische ballistische Rakete eingesetzt.
Selenski zufolge gab es auch russische Angriffe auf Umspannwerke in den Städten Cherson und Charkiw. Es sei zu Stromausfällen gekommen.
Dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge galt der Angriff auf Saporischschja dem örtlichen Stahlwerk. Zudem informierte die Behörde über Angriffe auf ein Sortierzentrum des Postunternehmens Nova Post in Kiew. Dieses habe auch zur Lagerung und Verteilung von Drohnenbestandteilen und Komplexen der elektronischen Kriegsführung gedient, behauptete das Ministerium.
Zudem sei in Kiew ein grosses Lagerhaus mit etwa 50'000 Quadratmetern Fläche angegriffen worden, das als Drohnendepot gedient haben soll. Die ukrainischen Behörden bestätigten Schäden an Lagerhallen in Kiew und im Landkreis Butscha westlich von Kiew. Es habe einen Verletzten gegeben.
Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte das russische Militär Anti-Schiffsraketen des Typs Zirkon, ballistische Raketen und 120 Drohnen ein. Die Angriffe zielten demnach primär auf das Kiewer Umland und Saporischschja ab. Einschläge habe es an 21 Orten gegeben.
Russische Angriffe mit Drohnen und Artillerie töteten im Gebiet Dnipropetrowsk nach Behördenangaben mindestens drei Menschen. Weitere fünf seien verletzt worden, teilte Militärgouverneur Olexander Hanscha bei Telegram mit. Unter den Toten sei auch ein 15-jähriger Junge. Den Angaben zufolge gab es mehr als 20 Angriffe auf Ziele in insgesamt fünf Landkreisen. (dpa)
06:29 Uhr
Dienstag, 11. August
Russland startet erneut Luftangriffe auf ukrainische Städte
Russland hat ukrainischen Angaben zufolge Kiew und andere Grossstädte des Landes in der Nacht erneut mit ballistischen Raketen angegriffen. Dabei wurden allein in der im Süden des Landes gelegenen Stadt Saporischschja mindestens fünf Menschen getötet und weitere 20 verletzt, wie Militärgouverneur Iwan Fedorow auf Telegram schrieb. Es seien Industrieanlagen und Infrastruktur angegriffen worden.
Aus der Hauptstadt Kiew wurde zunächst ein Verletzter gemeldet. Bürgermeister Vitali Klitschko schrieb auf der Plattform Telegram: «Explosionen in der Hauptstadt. Die Stadt steht unter Beschuss. Bleiben Sie in den Schutzräumen.» Die Rettungsteams seien unterwegs.
Das Nachrichtenportal «Kyiv Independent» berichtete, Russland habe mit ballistischen Raketen einen erneuten Angriff gestartet. Die ukrainische Luftwaffe warnte dem Bericht zufolge zugleich, dass russische Raketen auf Sumy, Charkiw und Tschernihiw zielten.
Weil es den ukrainischen Streitkräften nach viereinhalb Jahren Krieg an Munition zur Raketenabwehr mangelt, hat Russland seine Angriffe mit ballistischen Raketen auf Kiew und andere Städte verstärkt. Als effektivste Abwehr gegen ballistische Raketen, die aufgrund ihrer hohen Geschwindigkeit besonders schwierig abzufangen sind, gelten die von den USA produzierten Patriot-Systeme. Die ukrainische Armee hat mehrere davon, aber nicht genügend Abfangraketen.
In Kiew wächst die Furcht, dass ungehinderte Raketenangriffe zum kommenden Winter die Infrastruktur des Landes erneut schwer schädigen und die Menschen in der Ukraine in noch grössere Not bringen könnten. (dpa)
22:22 Uhr
Montag, 10. August
Selenski kündigt neue Angriffe im russischen Hinterland an
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat weitere Gegenangriffe im russischen Hinterland angekündigt. In seiner abendlichen Videobotschaft verwies er auf einen zuvor schon vom Generalstab bestätigten Schlag gegen die russische Ölindustrie in Tobolsk in Sibirien. Es werde weitere ukrainische Angriffe im russischen Hinterland geben, um Russland zu zeigen, dass Frieden notwendig sei.
Selenski warnte auch erneut vor Nordkorea. Moskau habe zusätzliche ballistische Raketen von Pjöngjang erhalten und bereite sich auf die Ankunft eines weiteren Kontingents nordkoreanischer Soldaten auf russischem Territorium vor, sagte Selenski ohne Belege zu nennen. Nordkoreas Waffen seien in Zusammenarbeit mit Russland weiterentwickelt worden. Das sei eine Gefahr für die asiatischen Staaten.
Erst am Wochenende hatte Selenski gesagt, dass Russland weit mehr Truppen aus Nordkorea zur Unterstützung seines Angriffskriegs bekommen könnte als bisher angenommen. Er sprach von bis zu 50.000 Soldaten.
Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren mit einem zerstörerischen Angriffskrieg. Nordkoreanische Soldaten kamen 2024 und 2025 in Russland zum Einsatz, um ukrainische Truppen aus dem westrussischen Gebiet Kursk zu verdrängen.
Im Abwehrkampf gegen Russland hat die Ukraine ihre Gegenangriffe vor allem mit Drohnen in den vergangenen Monaten stark ausgeweitet. (dpa)
17:51 Uhr
Montag, 10. August
24 Verletzte bei russischem Angriff auf Saporischschja
Bei einem russischen Gleitbombenangriff auf die südukrainische Stadt Saporischschja sollen 24 Menschen verletzt worden sein. Das teilten die örtlichen Behörden am Montag mit. Teile der gleichnamigen Region, in der auch das Kernkraftwerk Saporischschja liegt, sind von Russland besetzt.
Auch ein Lager der Weltgesundheitsorganisation WHO in der zentralukrainischen Region Dnipropetrowsk wurde nach Angaben der Organisation binnen weniger als 24 Stunden zweimal getroffen. Dabei seien Notfallvorräte im Wert von schätzungsweise 500'000 Dollar zerstört worden, die für Gesundheitseinrichtungen nahe der Front bestimmt gewesen seien. Verletzte oder Tote wurden bei den Angriffen auf das WHO-Lager nicht gemeldet. (dpa)
09:28 Uhr
Montag, 10. August
Viele Tote nach ukrainischem Drohnenangriff
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff tief im russischen Hinterland sind nach Angaben der dortigen Behörden zwölf Menschen getötet worden. Weitere 39 hätten Verletzungen erlitten, teilte das Pressebüro des Oberhaupts der Region Tatarstan, Rustam Minnichanow, am Montag mit. Die Stadt Nischnekamsk sei Ziel einer massiven Drohnenattacke geworden.
Die etwa 1200 Kilometer von der Front entfernte Grossstadt hat etwa 240'000 Einwohner. Sie beherbergt zwei Ölraffinerien sowie ein petrochemisches Werk und ist bereits in der Vergangenheit attackiert worden.
Die Ukraine setzt russischen Ölanlagen fast täglich mit Fernangriffen schwer zu, bei denen im eigenen Land entwickelte Raketen und Drohnen zum Einsatz kommen. Die seit Monaten anhaltenden Attacken haben zu einer Kraftstoffkrise geführt, die den Kreml mehr als vier Jahre nach Kriegsbeginn in Verlegenheit bringt. Russland verfügt über hochentwickelte Flugabwehrsysteme, doch sein riesiges Territorium lässt sich nur schwer lückenlos schützen.
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski sagte am Sonntagabend, Ziel solcher Angriffe sei es, seinen russischen Kollegen Wladimir Putin an den Verhandlungstisch zu bringen. «Jeder russische Angriff wird eine Antwort von uns nach sich ziehen. Russlands Krieg wird sich immer stärker im eigenen Land – in Russland – bemerkbar machen», erklärte Selenski sozialen Medien. «Der einzige Grund, warum dies immer noch andauert, ist die mangelnde Bereitschaft Russlands, diesen Krieg zu beenden.» (dpa)
04:21 Uhr
Montag, 10. August
Selenski erwartet bis zu 50'000 nordkoreanische Soldaten in Russland
Die ukrainische Staatsführung rechnet nach eigenen Angaben damit, dass Russland weit mehr Truppen aus Nordkorea zur Unterstützung seines Angriffskriegs bekommen könnte als bisher angenommen. «Nun wurde die Entscheidung getroffen, 30'000 bis 50'000 Nordkoreaner auf russischem Territorium einzusetzen», schrieb Präsident Wolodimir Selenski am Samstag auf der Online-Plattform X.
Im Juli hatte er unter Berufung auf Geheimdienstberichte noch von 30'000 weiteren nordkoreanischen Soldaten gesprochen, nun nannte er statt dieser Zahl die deutlich grössere Spanne. Selenskis Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen, die Quelle für seine Darstellung liess er offen.
Laut dem Präsidenten stellt Nordkoreas Engagement im Ukraine-Krieg auch eine Gefahr für asiatische Staaten dar. «Es ist völlig klar, dass Nordkorea seine Erfahrungen in der modernen Kriegsführung weiter ausbauen, von Russland Lizenzen und alle möglichen militärischen Mittel bekommen wird», schrieb der ukrainische Präsident weiter. (dpa)
08:53 Uhr
Sonntag, 9. August
Verletzte bei Angriff auf russische Grenzstadt Belgorod
Durch einen ukrainischen Drohnenangriff auf die grenznahe russische Grossstadt Belgorod sind nach Behördenangaben mindestens 13 Menschen verletzt worden. Vier Wohnblocks seien beschädigt worden, teilte der Gouverneur der Region, Alexander Schuwajew, auf Telegram mit. Bilder in sozialen Netzwerken liessen auf mehrere Brände in der Stadt schliessen, die etwa 30 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt liegt.
Belgorod ist allerdings der logistische Knotenpunkt zur Versorgung der russischen Truppen, die die ukrainische Grossstadt Charkiw beschiessen und im Industriegebiet Donbass angreifen. Deshalb wird Belgorod immer wieder angegriffen, was auch die Energieversorgung und andere zivile Objekte in Mitleidenschaft zieht. Russische Behörden meldeten ausserdem ukrainische Drohnenangriffe auf Noworossijsk und Gelendschik am Schwarzen Meer. Verletzte in ukrainischer Hafenstadt Odessa Zugleich wurden durch russischen Raketenbeschuss auf die südukrainische Hafenstadt Odessa in der Nacht mindestens sechs Menschen verletzt, wie Stadtchef Serhij Lyssak auf Telegram mitteilte. (dpa)
07:08 Uhr
Samstag, 8. August
Wieder Tote bei Luftangriffen auf Ukraine
Bei neuen Luftangriffen auf die ukrainische Hauptstadt Kiew und deren Umgebung wurden nach Behördenangaben in der Nacht mindestens vier Menschen getötet und mehrere verletzt. Ukrainische Medien berichteten über eine Serie von Explosionen, besonders den östlichen Vorort Browary habe es schwer getroffen. Erst in der Nacht zu Mittwoch waren an einer Bahnstation in Browary acht Menschen durch russischen Raketenbeschuss getötet worden. (dpa)
07:04 Uhr
Samstag, 8. August
US-Senat billigt Gesetz zu neuen Russland-Sanktionen
Während Russland mit immer weiteren Angriffswellen die Schutzlosigkeit der ukrainischen Luftabwehr offenlegt, schürt ein Gesetzesvorstoss des US-Parlaments neue Hoffnungen in Kiew. Der US-Senat stimmte nach langem Tauziehen für ein Sanktionsgesetz, das Moskau wegen seines zerstörerischen Angriffskriegs stärker unter Druck setzen soll. Ob das Repräsentantenhaus als zweite Parlamentskammer zustimmen wird, ist allerdings ungewiss.
In Washington votierten die Senatorinnen und Senatoren mit einer deutlichen Mehrheit von 86 zu 11 Stimmen für das massgeblich vom unlängst gestorbenen US-Senator Lindsey Graham vorangetriebene Gesetz. Neben direkten Sanktionen gegen russische Politiker und Firmen soll es die russischen Öl- und Gas-Exporte als wichtigste Finanzierungsquelle des Angriffskriegs gegen die Ukraine noch stärker eindämmen. (dpa)
12:47 Uhr
Freitag, 7. August
Russland und Ukraine melden nächtliche Drohnenangriffe
Russland und die Ukraine haben in der Nacht gegenseitige Drohnenangriffe gemeldet. Die russische Luftabwehr fing bis Freitagmorgen nach Angaben des Verteidigungsministeriums 203 ukrainische Drohnen ab.
Die ukrainische Luftwaffe meldete Angriffe von 147 russischen Langstreckendrohnen. In der nordukrainischen Region Sumy schlug nach Behördenangaben eine russische Drohne auf einem belebten Markt ein. Zehn Menschen wurden demnach verletzt.
Russland setzte zudem Gleitbomben und mehrere Drohnentypen gegen die Regionalhauptstadt Sumy ein, wie der Leiter der Regionalverwaltung, Oleh Hryhorow, mitteilte. Dabei seien Wohngebäude sowie Verkehrs- und Infrastruktureinrichtungen getroffen worden. Zwei Menschen wurden nach seinen Angaben verletzt. (dpa)
14:23 Uhr
Donnerstag, 6. August
Litauen: Russland erwägt mögliche Provokationen im Baltikum
Litauens Militärgeheimdienst liegen nach Regierungsangaben Informationen vor, wonach Russland Angriffe auf kritische Infrastruktur in den baltischen Staaten unter Einsatz ukrainischer Drohnen erwägen könnte. Verteidigungsminister Robertas Kaunas bestätigte in Vilnius einen entsprechenden Medienbericht. «Wir haben Informationen, dass Russland unkonventionelle kinetische Angriffe gegen kritische Infrastrukturen im Baltikum erwägt. Es ist wahrscheinlich, dass Russland zu diesem Zweck ukrainische Drohnen einsetzen könnte», sagte er dem Onlineportal «15min.lt». Nähere Angaben zu bestimmten Objekten oder möglichen Zeitpunkten machte Kaunas nicht.
Dem Bericht zufolge könnte Russland abgefangene ukrainische Drohnen einsetzen, um die Herkunft eines möglichen Angriffs auf Nato-Gebiet zu verschleiern und diesen zu bestreiten. «Wir sprechen hier von einer möglichen «False-Flag»-Operation, bei der eine gefälschte ukrainische Drohne eingesetzt wird. Dies ist wohl das realistischste Szenario, das derzeit geprüft wird», sagte Kaunas später ergänzend vor Journalisten. (dpa)
12:08 Uhr
Donnerstag, 6. August
Ukraine greift weitere Ölanlagen im russischen Hinterland an
Die Ukraine hat weitere Ölanlagen tief im Inneren Russlands angegriffen. Dabei sei unter anderem eine Raffinerie in Baschkortostan, mehr als 1300 Kilometer jenseits der Front in der Ostukraine, getroffen worden sowie eine Raffinerie in der Region Jaroslawl, fast 700 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, teilte Präsident Wolodimir Selenski am Donnerstag auf der Plattform X mit.
Ausserdem griffen ukrainische Streitkräfte laut Selenski zwei russische Militärpatrouillenboote im Schwarzen Meer an sowie Schiffe der sogenannten «Schattenflotte» Moskaus, die Russland einsetzt, um westliche Beschränkungen seiner Ölexporte zu umgehen. Er machte keine Angaben zu den Schiffen oder zum Ausmass der Schäden.
Das russische Verteidigungsministerium teilte am Donnerstag mit, dass seine Luftabwehr in der vergangenen Nacht 605 ukrainische Drohnen über mehreren russischen Regionen sowie über der illegal annektierten Krim und dem Schwarzen und Asowschen Meer abgeschossen habe. (dpa)
18:13 Uhr
Mittwoch, 5. August
Kramatorsk: Ukraine evakuiert mehr als 500 Minderjährige
Wegen wachsender Gefahr durch russische Angriffe werden 525 Kinder und Jugendliche in und um die Stadt Kramatorsk in der Ostukraine nahe der Frontlinie zwangsweise evakuiert. «Die Sicherheitslage verschlechtert sich, daher ist es inakzeptabel, Kinder der ständigen Gefahr russischer Angriffe auszusetzen», teilte der Militärgouverneur der Region Donezk, Wadym Filaschkin, mit. Es sei eine schwierige, aber notwendige Entscheidung.
Es geht demnach um 59 Minderjährige aus der Ortschaft Krasnotorka, 140 aus der Ortschaft Bilenke und 326 aus Kramatorsk. Die Kinder stammen demnach aus 424 Familien.
Der Ballungsraum um Slowjansk und Kramatorsk ist der letzte grosse Festungsgürtel, den die ukrainischen Truppen in der Region Donezk unter ihrer Kontrolle halten. Russland, das seit mehr als vier Jahren Krieg in der Ukraine führt, fordert für die Aufnahme von Friedensverhandlungen den vollständigen Rückzug ukrainischer Truppen aus dem Gebiet Donezk. Kramatorsk ist weniger als 15 Kilometer von der Frontlinie entfernt. (dpa)
14:14 Uhr
Mittwoch, 5. August
Tote in der Ukraine – Kiew schutzlos gegen russische Raketen
Ein schwerer russischer Luftangriff hat in Kiew und Umgebung mindestens 17 Menschen getötet und 44 verletzt. Nach ukrainischen Angaben feuerte Russland 28 ballistische Raketen ab, von denen keine abgefangen werden konnte. Präsident Wolodimir Selenski machte den Mangel an Flugabwehrmunition verantwortlich und forderte schnellere Waffenlieferungen.
Russland erklärte, Logistik- und Militärstandorte angegriffen zu haben. Besonders betroffen waren Lagerhäuser in Kiew und Browary. Dort starben acht Menschen an einem Bahnhof, weitere sechs in Verteilzentren einer Supermarktkette.
Die Ukraine verfügt zwar über Patriot-Systeme, doch fehlt es an Abfangraketen. Gleichzeitig konnte die Luftwaffe 98 von 115 russischen Drohnen abschiessen.
Die Ukraine griff ihrerseits mit Drohnen Ziele in Russland an, darunter eine Raffinerie und ein Logistikzentrum des Online-Händlers Wildberries. Zudem ordnete Kremlchef Wladimir Putin eine Umstrukturierung der russischen Armee an. (dpa)
13:39 Uhr
Mittwoch, 5. August
Putin ernennt neue Kommandeure für den Ukraine-Krieg
Russland ordnet seine Streitkräfte nach den Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg neu. Präsident Wladimir Putin bündelt Logistik- und Unterstützungseinheiten unter einer Führung und ernannte Waleri Solodschuk zum Chef der rückwärtigen Dienste.
Zugleich besetzte Putin mehrere Schlüsselposten neu: Andrej Iwanajew übernimmt die Armeegruppe «Zentrum» im Gebiet Donezk, Pjotr Bolgarjew führt die Gruppierung «Wostok», und Denis Ljamin leitet die Drohnenstreitkräfte.
Mit der Neuaufstellung reagiert Moskau auch auf ukrainische Angriffe auf Logistikzentren und Infrastruktur im russischen Hinterland, die den Nachschub für die Front erschweren. (dpa)
10:33 Uhr
Dienstag, 4. August
Sewastopol: Russischer Soldat erschiesst mehrere Menschen
Auf der von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim hat ein russischer Soldat nach Behördenangaben mindestens vier Menschen erschossen. Er habe zuerst das Feuer auf Kameraden eröffnet und dabei einen Militärangehörigen getötet, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur der Stadt Sewastopol, Michail Raswoschajew, bei Telegram mit. Anschliessend habe der Soldat im Nachbardorf Chmelnizkoje drei Zivilisten umgebracht und drei weitere verletzt. Der mutmassliche Täter sei festgenommen worden. Zum Motiv der Tat wurde vorerst nichts bekanntgegeben.
Die Schwarzmeer-Halbinsel wurde von Russland bereits 2014 besetzt und für russisch erklärt. Die bereits vorher vorhandene Moskauer Militärpräsenz wurde dabei noch weiter ausgebaut. Im Februar 2022 startete der Kreml zudem einen bis heute andauernden Angriff auf die Ukraine und erhebt Anspruch auf weitere Regionen im Süden und Osten des Nachbarlandes. (dpa)
10:31 Uhr
Dienstag, 4. August
Ukraine nimmt erneut russischen Versandhändler ins Visier
Die Ukraine hat erneut an mehreren Stellen den grössten russischen Online-Versandhändler Wildberries angegriffen. Nach einer Attacke auf ein Lagerhaus in der Siedlung Krasny Bor im Gebiet Leningrad um die Metropole St. Petersburg brach nach Angaben von Gouverneur Alexander Drosdenko ein Feuer aus. Das Unternehmen bestätigte einen Brand an einem Logistikzentrum in Krasny Bor. Die Mitarbeiter seien rechtzeitig in Sicherheit gebracht worden, Verletzte gebe es nicht. Im Moskauer Gebiet kamen nach Angaben von Gouverneur Andrej Worobjow fünf Menschen bei einem ukrainischen Drohnenangriff ums Leben. Zehn Personen seien verletzt worden, sechs von ihnen wurden demnach in Krankenhäuser gebracht.
Bei der Stadt Tschechow brachen Feuer in einem Industriegebiet aus, wie er mitteilte. Den grössten Brand gab es demnach bei einem Lagerhaus, das auch von Wildberries genutzt werde. In sozialen Medien kursierten nicht überprüfbare Fotos, die Rauch über einem Lagerhaus und evakuierte Mitarbeiter zeigen sollen. In der nordwestlich von Moskau gelegenen Region Twer sprachen Behörden ebenfalls von Schäden an einem Wildberries-Lager. Herabstürzende Drohnentrümmer hätten eine Wand der Lagerhalle im Dorf Emmaus beschädigt, hiess es. Mitarbeiter seien nicht verletzt worden. (dpa)
20:36 Uhr
Montag, 3. August
Selenski entlässt Botschafterin in Washington
Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hat die Botschafterin in den USA, Olha Stefanischyna, von ihrem Amt entbunden. Das Präsidialamt in Kiew veröffentlichte den Erlass mit der Veränderung auf dem für die Ukraine überragend wichtigen Posten in Washington. Die frühere Vizeministerpräsidentin Stefanischyna schrieb auf Facebook, sie habe selbst um ihre Entlassung gebeten.

Mit Berichten über eine mögliche Ablösung der Botschafterin hatte in Kiew Mitte Juli Selenskis jüngste Regierungsumbildung begonnen. Nachfolgerin hätte demnach die abgelöste Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko werden sollen, die den Posten aber Medienberichten zufolge abgelehnt hat. Derzeit ist über eine Nachfolgeregelung nichts bekannt. (dpa)
14:36 Uhr
Montag, 3. August
Moskauer Oppositionspolitiker Nadeschdin flieht nach Paris
Der russische Oppositionspolitiker Boris Nadeschdin hat Russland verlassen und sich aus Paris gemeldet. In einem Video vor dem Eiffelturm erklärte er, er sei «am Leben und in Freiheit». Über seine weiteren Pläne wolle er später informieren.

Der Kreml-Kritiker hatte nach einer vorübergehenden Festnahme im Juli angekündigt, aus Sicherheitsgründen auf eine Kandidatur bei der Parlamentswahl im September zu verzichten. Gegen ihn wird wegen der Verbreitung eines Videos mit Alexej Nawalny ermittelt. Nadeschdin weist die Vorwürfe zurück.
Im Juli stufte ihn das russische Justizministerium zudem als «ausländischen Agenten» ein. Bereits 2024 war ihm trotz grosser Unterstützung die Teilnahme an der Präsidentenwahl verweigert worden. (dpa)
14:25 Uhr
Montag, 3. August
Anschlag: Russische Botschaft in Italien macht Kiew Vorwürfe
Nach dem tödlichen Sprengstoffanschlag in einem Moskauer Restaurant erhebt die russische Botschaft in Italien schwere Vorwürfe gegen die Ukraine. In einer Mitteilung bezeichnete sie den Anschlag als Werk der «Terrorbande Selenskis» und warf Kiew vor, gezielt Italiener einschüchtern zu wollen, die in Russland arbeiten. Offizielle Beweise legte sie nicht vor.
Die Botschaft sprach von fünf Toten und 19 Verletzten. Zuvor hatten russische Behörden von drei Todesopfern und 21 Verletzten berichtet. Zu den Hintergründen äusserten sie sich bislang nicht.
Russische Medien berichten, Ziel des Anschlags könnten Gäste einer privaten Feier gewesen sein. Militärblogger vermuten, dass der russische General Alexander Tschajko dort seinen 55. Geburtstag gefeiert habe. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es nicht.
Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine sind mehrfach ranghohe russische Militärs und Funktionäre Ziel von Anschlägen geworden. Einige Attentate wurden vom ukrainischen Geheimdienst für sich reklamiert. (dpa)
13:22 Uhr
Montag, 3. August
Russland überzieht Saporischschja mit Gleitbombenangriff – eine Tote
Russische Flugzeuge haben die ukrainische Grossstadt Saporischschja mit Gleitbomben attackiert. Regionalgouverneur Iwan Fedorow teilte am Montag mit, binnen 90 Minuten seien acht Sprengkörper in Wohngebieten eingeschlagen. Eine 71-Jährige sei getötet worden. Weitere 31 Menschen hätten Verletzungen erlitten, unter ihnen eine 16-Jährige. Gleitbomben sind mit Leitsystemen nachgerüstete Bomben aus der Sowjetzeit. Sie enthalten bis zu drei Tonnen Sprengstoff und reissen bei der Explosion riesige Krater. Die Ukraine verfügt über keine wirkungsvollen Abwehrmittel. Ausserdem griff Russland in der Nacht mit ballistischen Raketen und 181 Langstreckendrohnen an, wie die ukrainische Luftwaffe bekanntgab. (dpa)
12:20 Uhr
Montag, 3. August
Tote und viele Verletzte nach ukrainischen Gegenangriffen
In der Schwarzmeerregion sind infolge ukrainischer Gegenangriffe im russischen Angriffskrieg mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen. Drei Personen wurden dem Gouverneur des russischen Gebiets Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, zufolge in dem kleinen Badeort Archipo-Ossipowka getötet. Weitere 13 Menschen seien verletzt worden, darunter auch Minderjährige. Dort seien Drohnentrümmer herabgestürzt. Auf der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim wurden nach Angaben des von Moskau eingesetzten Statthalters Sergej Aksjonow ebenfalls drei Menschen bei einem ukrainischen Angriff getötet. Zwei weitere seien verletzt worden.
Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte am Morgen mit, 131 ukrainische Drohnen über russischen Regionen und der annektierten Krim abgewehrt zu haben. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar, lassen aber Rückschlüsse auf die Intensität der ukrainischen Gegenangriffe zu. (dpa)
09:55 Uhr
Montag, 3. August
Weiteres Wildberries-Lager brennt nach Kiewer Drohnenangriff
Bei einem neuen ukrainischen Drohnenangriff auf den grössten russischen Versandhändler ist ein Logistikzentrum im Gebiet Wladimir in Brand geraten. Die Mitarbeiter seien in Sicherheit gebracht worden, teilte das Unternehmen mit. Gouverneur Alexander Awdejew sprach von zwei Verletzten. Die Ukraine greift seit Mitte Juli die Wildberries-Anlagen an und wirft dem Versandhändler vor, auch Bedarf für den russischen Angriffskrieg zu liefern. Russische Behörden dagegen sprechen von Terroranschlägen gegen zivile Infrastruktur. Der Angriff im Gebiet Wladimir - rund 190 Kilometer östlich von Moskau - war der mittlerweile 18., wie russische Medien berichteten. Nach Schätzungen von Wirtschaftsanalysten hat Wildberries durch die seit Wochen andauernden Angriffe bisher etwa 20 Prozent seiner Lagerkapazitäten verloren. Der Schaden wird auf 280 Milliarden Rubel (etwa 3 Milliarden Euro) geschätzt. (dpa)
09:03 Uhr
Sonntag, 2. August
Kiews Gegenangriffe: Brände und Tote in Russland
In Russland sind infolge ukrainischer Drohnenangriffe zwei Menschen getötet worden. Zivile Infrastruktur in Saratow und Engels sei beschädigt worden, schrieb der Gouverneur der Region Saratow, Roman Bussargin, bei Telegram, ohne Details zu nennen. In Engels sei ein mehrstöckiges Wohnhaus beschädigt worden und zwei Menschen seien ums Leben gekommen.
In sozialen Medien kursierten nicht überprüfbare Fotos und Videos, die Feuer auf dem Gelände der Raffinerie in Saratow zeigen sollen. Sie war in der Vergangenheit schon oft Ziel ukrainischer Gegenangriffe. In Engels ist einer der grössten Luftwaffenstützpunkte in ganz Russland. Von dort steigen immer wieder strategische Bomber auf, um Städte in der Ukraine mit Raketen zu beschiessen. Auch Engels war daher schon mehrfach Ziel ukrainischer Gegenangriffe.
Wieder Drohnenangriff auf Online-Versandhändler
Erneut attackierten ukrainische Drohnen ausserdem ein Logistikobjekt des grössten russischen Online-Versandhändlers Wildberries, diesmal in der Region Samara, wie das Unternehmen mitteilte. In der Folge sei ein Feuer ausgebrochen. Verletzte gebe es nicht.
Russland wehrte in der Nacht dem Verteidigungsministerium in Moskau zufolge 635 ukrainische Drohnen über russischem Gebiet und der annektierten Halbinsel Krim ab. Die Zahlen lassen sich nicht unabhängig überprüfen, lassen aber Rückschlüsse auf die Intensität der Angriffe zu.
Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. Als Teil ihres Abwehrkampfes nimmt sie auch Ziele im russischen Hinterland ins Visier. Ihre Gegenangriffe vor allem mit Drohnen hat sie zuletzt ausgeweitet. (dpa)
06:04 Uhr
Sonntag, 2. August
Selenski ruft erneut nach Patriot-Raketen
Nach den jüngsten russischen Raketenangriffen auf Kiew bittet der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski erneut um dringende Lieferung von Patriot-Flugabwehrraketen. «Wir brauchen Antworten auf diesen russischen Terror, echte Antworten von der Welt», sagte Selenski in seiner abendlichen Videoansprache. Die einzig gerechte Antwort wäre ihm zufolge die Unterstützung für Kiew bei der Abwehr russischer Raketenangriffe.
«Raketen für die «Patriots» gibt es weltweit, und es ist wichtig, dass unsere Partner diese politische Entscheidung treffen - die Entscheidung, die notwendigen Lieferungen zu übermitteln», sagte Selenski weiter. Die USA und auch Europa wüssten, was die Ukraine dringend benötige. «Raketen zur Abwehr ballistischer Raketen sollen Menschen schützen und nicht in Lagern liegen bleiben», so der Präsident. Jeder weitere Tag ohne diese Hilfe sei eine Gelegenheit für Russland, Menschen in der Ukraine zu töten.
Russland hat laut Selenski in der Nacht zum Samstag mit 35 Raketen und Marschflugkörpern, darunter 27 ballistische Raketen, sowie 185 Drohnen angegriffen. Nur eine einzige ballistische Rakete sei abgefangen worden, einfach weil es keine Raketen für Patriot-Systeme gebe, schrieb er in sozialen Medien. Patriot-Raketen gelten als wirksamste Abwehr gegen ballistische Raketen. (dpa)
18:50 Uhr
Samstag, 1. August
Tote und Verletzte bei russischen Luftangriffen
Bei einem russischen Luftangriff auf die südukrainische Region Cherson sind mindestens eine Bewohnerin sowie sieben weitere Personen verletzt worden. Das teilte der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Olexander Prokudin, auf Telegram mit. Bei dem Angriff, der auch von Artillerie begleitet worden sei, wurden nach Angaben der Behörden mehrere Gebäude und Fahrzeuge beschädigt. Die frontnahe Region Cherson ist immer wieder Ziel russischer Angriffe.
In Nikopol in der Region Dnipro wurden bei einem Drohnenangriff auf einen Minibus sieben Insassen verletzt. «Ein gezielter und zynischer Angriff auf Zivilisten», kommentierte der regionale Militärverwalter Olexander Ganscha auf Telegram. (dpa)
06:27 Uhr
Samstag, 1. August
Erneut heftige russische Angriffe auf Kiew – neun Tote
Erneut hat Russland die ukrainische Hauptstadt Kiew in der Nacht mit ballistischen Raketen angegriffen und dabei viele Menschen getötet und verletzt. Medienberichten zufolge wurden mindestens 9 Menschen getötet, 23 weitere verletzt, unter ihnen zwei Teenager. Der Bürgermeister der Millionenstadt, Vitali Klitschko, berichtete auf der Plattform Telegram, in mehreren Bezirken seien Wohnhäuser und Gewerbegebäude beschädigt worden sowie Autos in Brand geraten.
Ein fünfstöckiges Wohnhaus sei durch herabstürzende Raketentrümmer beschädigt worden, in ihm seien Menschen eingeschlossen, schrieb Klitschko.
Zuvor hatte er von Explosionen in der Stadt berichtet und mitgeteilt, Kiew werde mit ballistischen Raketen angegriffen. Die Menschen sollten in Schutzräumen bleiben. Erneut verbrachten viele Bewohner die Nacht in U-Bahnstationen oder im Freien. Das genaue Ausmass der Schäden war zunächst noch unklar.
Grossangelegter Angriff bereits am Donnerstag
Bereits am Donnerstag standen Kiew und andere ukrainische Städte bei einem grossangelegten Angriff im Visier Russlands. Landesweit kamen dabei ukrainischen Angaben zufolge mindestens zehn Menschen ums Leben, Dutzende wurden verletzt. Auch die Stadt Lwiw (früher Lemberg) im Westen des Landes nahe der polnischen Grenze beklagte schwere Schäden.
Ein Flugobjekt war dabei auch in den Luftraum des Nato-Staats Polen eingedrungen und abgestürzt. Nach Angaben der polnischen Regierung handelte es sich um einen russischen Marschflugkörper. (dpa)
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