Immobilienblase: Zürich ist weltweit die Nummer 1 beim Risiko
Die Gefahr einer Immobilienblase ist momentan weltweit in Zürich am grössten. Das schreibt die UBS in ihrem «Global Real Estate Bubble Index». Zürich liegt vor Tokio und Miami. Die Immobilienpreise in Zürich sind über Jahre besonders stark gestiegen. Laut UBS verzeichnete die Stadt in den vergangenen 20 Jahren sogar den stärksten Preisanstieg aller 23 untersuchten Metropolen.
Ein Grund dafür ist die hohe Nachfrage. Zürich zieht viele gut verdienende internationale Fachkräfte an, insbesondere aus der Technologie- und KI-Branche. Gleichzeitig ist Wohnraum extrem knapp: Anfang Juni standen laut Statistik Stadt Zürich gerade einmal 252 von mehr als 230'000 Wohnungen leer.
Problematisch ist laut UBS, dass die Kaufpreise im Verhältnis zu den Mieten aussergewöhnlich hoch sind und weiter steigen. Damit wird der Markt zunehmend abhängig von tiefen Hypothekarzinsen.
Dass Zürich weltweit das höchste Blasenrisiko aufweist, bedeutet allerdings nicht, dass ein Preissturz unmittelbar bevorsteht. UBS-Studienautor Matthias Holzhey schätzt dieses Risiko gegenüber «Blick» derzeit als relativ gering ein. Die tiefen Hypothekarzinsen in der Schweiz und eine gestiegene Bautätigkeit wirkten stabilisierend.
Eine Immobilienblase entsteht, wenn sich die Preise für Wohnungen und Häuser stark von Einkommen, Mieten und anderen wirtschaftlichen Grundlagen entfernen. Für ihren «Global Real Estate Bubble Index» analysierte die UBS die Immobilienpreise in 23 Metropolen weltweit. Die Bank vergleicht unter anderem Kaufpreise und Mieten mit der Entwicklung der Einkommen.

Insgesamt habe sich das Blasenrisiko weltweit nur wenig verändert. Besonders hoch ist es neben Zürich auch in Tokio. Die geringste Gefahr sieht die Bank derzeit in São Paulo, San Francisco und New York. Auch Paris und London liegen weit unten im Index.
Frankfurt und München nicht mehr besonders gefährdet
Deutlich entspannt hat sich die Situation in Deutschland. Frankfurt und München gehörten 2022 noch zu den Städten mit dem weltweit grössten Blasenrisiko. Inzwischen stuft die UBS das Risiko dort nur noch als moderat ein.
Die Immobilienmärkte beider Städte hätten nach dem langen Niedrigzins-Boom erheblich korrigiert, sagt UBS-Chefanlagestratege Maximilian Kunkel. Inflationsbereinigt lägen die Preise bis zu 25 Prozent unter den Höchstständen von 2021 und 2022.
In Frankfurt sanken die Immobilienpreise 2025 um drei Prozent. In München liegen sie inflationsbereinigt fast ein Viertel unter dem Rekord von 2022. Gleichzeitig bleibt Wohnraum in beiden Städten knapp.
Auch mit einem Mythos räumt die UBS auf: In mehr als der Hälfte der untersuchten Städte bot Wohneigentum in den vergangenen fünf Jahren keinen wirksamen Schutz vor Inflation. In Märkten, die 2021 ein sehr hohes Blasenrisiko aufwiesen, sanken die Immobilienpreise seither inflationsbereinigt im Schnitt um rund 15 Prozent. (chm / dpa)
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