Wohin reisen, wenn man der Hitze entfliehen will? Dieser Tipp für Strandurlaub kommt eher überraschend
Als die Passagiere des Air-France-Fluges AF1832 aus Paris am Mittwochabend die Ankunftshalle des Athener Flughafens Eleftherios Venizelos verliessen, sah man viele erleichterte Gesichter. «Oh, quel plaisir!», rief eine Reisende aus, die sich als Juliette vorstellte. «Nous passons de l’enfer au paradis!» Wir kommen aus der Hölle ins Paradies!
Beim Abflug vom Flughafen Charles de Gaulle drei Stunden zuvor zeigte das Thermometer 40 Grad. Wegen der hohen Luftfeuchtigkeit fühlte es sich sogar wie 44 Grad an. Athen empfing die Urlauber dagegen mit angenehmen 29 Grad. Eine frische Brise aus Norden liess die Temperatur noch niedriger erscheinen.
Und so soll es in den kommenden Tagen weitergehen. Für Athen prognostizieren die Meteorologen Höchstwerte um 33 Grad – für den Juni ganz normale Temperaturen. Auf den Ferieninseln bleibt es sogar deutlich kühler. Auf Mykonos werden in den nächsten zehn Tagen Höchsttemperaturen von 27 bis 28 Grad erwartet, nachts sinken die Werte auf angenehme 22 Grad. Ähnlich erträglich bleiben die Temperaturen auf Kos, Rhodos und Kreta, wo die Höchstwerte ebenfalls unter 30 Grad liegen sollen.

Schon im Mai lagen die Temperaturen in Griechenland unter dem langjährigen Durchschnitt. Sonst trifft die erste grosse Hitzewelle das Land häufig bereits im Juni. In diesem Jahr ist sie bislang ausgeblieben. Allerdings stehen die wärmsten Monate des Sommers – Juli und August – noch bevor. Und dann könnte es sehr heiss werden.
Die aktuellen Modelle des Europäischen Zentrums für mittelfristige Wettervorhersagen (ECMWF) und des EU-Erdbeobachtungssystems Copernicus weisen für Griechenland in diesem Sommer auf eine erhöhte Wahrscheinlichkeit überdurchschnittlicher Temperaturen und ein grösseres Risiko längerer Hitzeperioden hin.
Damit setzt sich offenbar ein Trend fort, der seit Jahrzehnten zu beobachten ist: Hitzewellen treten häufiger auf, erreichen höhere Temperaturen und dauern länger an. Das zeigen historische Wetterdaten der Nationalen Sternwarte von Athen.
Von einer Hitzewelle sprechen griechische Meteorologen, wenn die Tageshöchsttemperaturen an mindestens drei aufeinanderfolgenden Tagen 39 Grad oder mehr erreichen und die Nachttemperaturen nicht unter 26 Grad sinken.
Böse Erinnerungen an schlimme Hitzewellen
Nach den nun ausgewerteten Klimadaten gab es in Griechenland zwischen 1996 und 2025 fünfmal so viele Hitzewellen wie in den drei Jahrzehnten zuvor. Da die Hitzeperioden zugleich länger dauerten, stieg die Zahl der Hitzetage in den vergangenen 30 Jahren sogar auf das Siebenfache.
Die tödlichste Hitzewelle der jüngeren Geschichte erlebte Griechenland im Juli 1987. In Athen stieg das Thermometer acht Tage lang auf über 40 Grad. Schätzungsweise 1500 bis 2000 Menschen starben an den Folgen der extremen Hitze.
Die bislang längste Hitzeperiode wurde im Juli 2024 registriert: 17 Tage in Folge lagen die Temperaturen über 37 Grad. Auch der Sommer 2025 brachte eine ausgeprägte Hitzewelle. Vom 21. bis 28. Juli überschritten die Tageshöchstwerte durchgehend die Marke von 40 Grad.
Griechenland-Urlauber müssen also auch in diesem Sommer jederzeit mit Hitzewellen rechnen, vor allem wenn sie nicht jetzt gleich abreisen. Viele Einheimische wundern sich ohnehin darüber, wie sorglos manche Touristen mit hohen Temperaturen umgehen.
Kaum ein Grieche käme auf die Idee, sich in der Mittagshitze am Pool oder am Strand in die pralle Sonne zu legen, womöglich noch mit einem alkoholischen Getränk in der Hand, oder zu einer Wanderung aufzubrechen. Stattdessen sucht man den Schatten auf oder zieht sich während der heissesten Stunden des Tages bei geschlossenen Fensterläden zu einer Siesta zurück.
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