Warnstufe Rot in Italien, Temperaturrekord in Grossbritannien
Sonne pur, kaum eine Wolke am Himmel und Temperaturen um oder über 30 Grad: In Italien ist es seit einigen Tagen heiss. Für Donnerstag hat das Gesundheitsministerium für vier grössere Städte – Rom, Florenz, Bologna und Turin – die höchste Hitze-Warnstufe ausgerufen. Das bedeutet, dass auch gesunden Menschen negative körperliche Auswirkungen drohen können.

Rom reagiert mit Schutzmassnahmen
In der Hauptstadt Rom unterzeichnete Bürgermeister Roberto Gualtieri am Mittwoch eine Verordnung mit Massnahmen zur Brandverhütung und zur Bewältigung der Risiken im Zusammenhang mit Hitzewellen. Unter anderem müssen an Tagen mit der höchsten Warnstufe (Rot) grössere öffentliche Einrichtungen mit Kühlsystemen den Bürgern zugänglich gemacht werden.

Zur Mittagszeit ist von nun an auch vorgeschrieben, auf Baustellen und bei Arbeiten im Landwirtschaftssektor Pausen in schattigen oder gekühlten Bereichen vorzusehen sowie bei Bedarf Belüftung oder Kühlung einzusetzen. Auch in Italien gab es in den vergangenen Sommern Todesfälle bei Beschäftigten auf Baustellen, die während der sehr heissen Mittagsstunden arbeiteten.
Am Freitag sollen die Temperaturen jedoch heruntergehen. In keiner italienischen Stadt gilt zum Wochenende die höchste Hitze-Warnstufe mehr.
Tropennächte und Grasbrände in Grossbritannien
Ungewöhnlich früh hat die Hitze auch Grossbritannien erreicht. Tropennacht in London, Grasbrand in Edinburgh – der Sommer hat das Land in diesem Jahr schon zu Pfingsten in den Schwitzkasten genommen. Für den Süden Englands erwartete der Wetterdienst am Dienstag Temperaturen von bis zu 35 Grad.

In London blieben die Temperaturen in der Nacht über der 20-Grad-Marke. In Edinburgh kämpfte die Feuerwehr die ganze Nacht gegen einen Grasbrand auf dem Arthur's Seat – dem Hausberg der schottischen Hauptstadt.
Höchste Mai-Temperatur seit Beginn der Messungen
Bereits am Montag hatten Meteorologen im Londoner Ortsteil Kew Gardens 34,8 Grad Celsius gemessen, die höchste Mai-Temperatur in Grossbritannien seit Beginn der Aufzeichnungen. Der bisherige Rekord lag bei 32,8 Grad und stammte aus den Jahren 1922 und 1944.

Nach einem langen Pfingstwochenende in Grossbritannien, an dem die Menschen an Stränden, in Schwimmbädern und schattigen Parks Abkühlung suchten, schwitzten die Londoner Pendler am Dienstag in nicht klimatisierten U-Bahn-Waggons. Die Züge am verkehrsreichen Bahnhof Waterloo wurden durch eine Meldung über Rauch auf den Gleisen gestoppt.
Gesundheitswarnungen und tödliche Badeunfälle
Die britische Gesundheitsbehörde gab für weite Teile des Landes bis einschliesslich Donnerstag eine Gesundheitswarnung heraus, insbesondere für ältere Menschen. In Grossbritannien sind gemässigte Temperaturen üblich. In vielen Wohnungen, Schulen und Unternehmen wurden keine Klimaanlagen eingebaut.

Die frühe Hitzewelle hat vor dem üblichen Sommerbetrieb eingesetzt, wenn Rettungsschwimmer an beliebten Stränden über die Badegäste wachen, was die Risiken erhöht. In Seen und Stauseen ertranken mindestens drei Jugendliche, unter ihnen ein 13-Jähriger im nordenglischen Halifax, wie die Behörden mitteilten. Im Südwesten Englands kam ein 60-jähriger Mann im Meer ums Leben.
Auch Spanien ächzt unter der frühen Sommerhitze
Die frühe Hitze brütet auch über Spanien, wo der Wetterdienst am Wochenende in Sevilla 38 Grad mass. In weiten Teilen der Halbinsel lagen die Temperaturen fünf bis zehn Grad über dem Normalwert. «Wir haben jetzt im Monat Mai Temperaturen, die wir normalerweise im Hochsommer haben», sagte Wetterdienstsprecher Rubén del Campo. (dpa)
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