Erschreckender Trend: Kinder finden Nadeln in Halloween-Süssigkeiten
Nach Halloween-Krawallen und Vandalismus-Attacken scheint sich im deutschsprachigen Raum eine andere brandgefährliche Unsitte zu verbreiten: Offenbar werden immer öfter Metallteile in Süssigkeiten versteckt, die den vorbeiziehenden Halloween-Kinderscharen angeboten werden.
In Rielasingen unweit der Schweizer Grenze nordöstlich von Schaffhausen wurden sogar mit Nadeln präparierte Halloween-Süssigkeiten entdeckt. Nach Angaben der Polizei steckten mehrere Nadeln in Waffelschnitten, die Kinder am vergangenen Freitagabend gesammelt hatten.
Ähnliche Fälle wurden nach Halloween aus zahlreichen Regionen Deutschlands und auch aus Österreich gemeldet. Im norddeutschen Bremervörde verletzte sich eine Neunjährige an einer fünf Zentimeter langen Stecknadel in einem Schokoriegel an der Zunge.
Tatverdächtige konnten bisher aber nicht ermittelt werden; die Behörden gehen dabei von Kinderhassern oder von Nachbarn aus, welche den aus den USA importierten «Trick or Treat»-Brauch als Belästigung empfinden. Sie ermitteln wegen des Verdachts auf den Versuch von gefährlicher Körperverletzung.
Besonders viele Meldungen gingen in diesem Jahr aus Essen im Ruhrgebiet ein. Dort bemerkte ein Vater verdächtige Einstichlöcher in der Verpackung eines Schokoriegels, den sein 13-jähriger Sohn erhalten hatte. Im Innern fand er eine spitze Nadel.
In weiteren Süssigkeiten entdeckten Eltern Metallstifte. Weil die Funde aus verschiedenen Stadtteilen stammen und unterschiedliche Gegenstände verwendet wurden, geht die Polizei von mehreren Tätern aus und rief Familien zu besonderer Vorsicht auf.

Auch in Nürnberg stiessen Ermittler auf manipulierte Schokoriegel. Ein Kind biss beim Auspacken offenbar auf eine Nadel, blieb aber unverletzt. Bei der anschliessenden Kontrolle weiterer Riegel kamen zusätzliche Nadeln zum Vorschein. Die Polizei lief mit den Kindern jene Strassen ab, in denen sie an Halloween unterwegs gewesen waren. So sollte ermittelt werden, an welchem Haus die betroffenen Süssigkeiten verteilt worden waren. Einen Tatverdächtigen gibt es bislang nicht.
Wie der Bayerische Rundfunk (BR) berichtet, wurden zudem aus Landshut Schokoriegel und Kaubonbons mit Nadeln und Schrauben gemeldet. Weitere Fälle gab es unter anderem in Esslingen, Bremen, Hannover, Salzgitter sowie in Sachsen-Anhalt und Thüringen. Teilweise fanden sich neben Nadeln und Schrauben auch Münzen in Verpackungen.
Auch in Österreich ermittelt die Polizei. In Linz entdeckte ein Vater Nägel in den Halloween-Süssigkeiten seiner Kinder. Die rund einen Zentimeter langen Metallteile steckten in Schokoriegeln und Kaubonbons und waren teilweise von aussen nicht zu erkennen. Die Polizei in Oberösterreich warnte deshalb davor, Süssigkeiten zu essen, die im betroffenen Stadtteil gesammelt worden waren.

Manipulierte Halloween-Süssigkeiten sind in Deutschland kein neues Phänomen. Auch in früheren Jahren wurden entsprechende Fälle bekannt. Die Polizei rät Eltern deshalb, die Beute ihrer Kinder vor dem Verzehr sorgfältig zu kontrollieren. Auffällige Verpackungen oder Süssigkeiten sollten nicht gegessen werden. Die aktuellen Vorfälle werden von den Behörden ernst genommen; bislang ist jedoch unklar, ob zwischen einzelnen Fällen ein Zusammenhang besteht.
Auf die Schweiz scheint dieser gefährliche Trend bisher noch nicht übergeschwappt zu sein. Ähnliche Vorfälle seien der Basler Staatsanwaltschaft bis dato nicht bekannt, stellt etwa Kriminalkommissär Martin R. Schütz auf Anfrage von «Schweiz heute» fest.
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