EU verlangt von SpaceX volle Starlink-Dienste für Ukraine
Die EU hat die Berichte über eine von SpaceX-Gründer Elon Musk angeordnete Drosselung des Satelliteninternets Starlink für die Ukraine als «äusserst besorgniserregend» bezeichnet und einen sofortigen Kurswechsel gefordert. «SpaceX muss die vollständigen Dienste für die Ukraine dringend wiederherstellen, denn die Ukraine benötigt diese kritischen Verbindungen», sagte ein Sprecher der von Ursula von der Leyen geführten EU-Kommission in Brüssel.
Die Ukraine brauche das Satelliteninternet, um ihre Soldaten miteinander in Verbindung zu halten, ihre Bürger zu schützen und die Drohnen zu steuern, die sie zur Verteidigung ihres Staatsgebiets benötige.

Der Sprecher ergänzte, dass der Krieg in der Ukraine zeige, wie stark Europas Sicherheit vom Weltraum abhänge. Deshalb arbeite die EU unter anderem aktiv an der Entwicklung und dem Aufbau eines neuen Satellitennetzwerks mit dem Namen IRIS2. Die Konstellation werde aus mehr als 300 Satelliten bestehen und solle sowohl für zivile als auch für militärische Zwecke bestmögliche sichere Satellitenverbindungen bereitstellen. «Wir werden die Ukraine selbstverständlich vollständig daran beteiligen», betonte der Sprecher.
Musk soll mit Trump gesprochen haben
Zuvor hatten das «Wall Street Journal» und der Sender CBS News unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet, dass Musk hinter der Drosselung des Satelliteninternets Starlink für die Ukraine stehe. Musk habe im Vorfeld der Entscheidung mehrere Gespräche mit Regierungsvertretern geführt, berichtete CBS News.
Er wollte demnach Klarheit darüber gewinnen, wo Präsident Donald Trump in dieser Angelegenheit steht. Laut dem «Wall Street Journal» telefonierten Musk und Trump dann nach der Drosselung auch direkt miteinander. Der Satellitendienst Starlink wird von SpaceX betrieben. Musk ist Gründer, Chef und beherrschender Grossaktionär des Unternehmens

Der ukrainische Präsident Wolodimir Selenski hatte am Freitag beim EU-Gipfel in Brüssel zu den Einschränkungen erklärt, dass mobile Starlink-Terminals beim Einsatz in Drohnen ab einer bestimmten Geschwindigkeit keine Verbindung mehr herstellten. Dadurch könnten ukrainische Abfangdrohnen bestimmte russische Drohnen nicht mehr bekämpfen und auch Drohnen für Angriffe auf militärische Ziele nicht mehr wie üblich eingesetzt werden. (dpa)
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