­
­
­
­

Klage wegen Elvis-Songs setzt KI-Unternehmen Anthropic unter Druck

Im Streit um Urheberrechte verlangen die Kläger 150'000 Dollar pro Song. Sie werfen dem Claude-Entwickler vor, Schutzmassnahmen umgangen und Copyright-Informationen verändert zu haben.
Will an die Börse und zugleich Aktien verschenken: KI-Konzern Anthropic (Bild: Jakub Porzycki/Imago)
Mehr als 270 Songs von Elvis Presley sollen ohne Erlaubnis für das Training künstlicher Intelligenz verwendet worden sein. (Bild: Imago)

Die Rechteinhaber der Musik von Elvis Presley haben US-Medienberichten zufolge das KI-Unternehmen Anthropic verklagt. Demnach soll die Entwicklerfirma hinter dem Chatbot Claude mehr als 270 Lieder Presleys eingespeist haben, um ihre KI-Modelle zu trainieren – ohne Zustimmung der Verwalter des musikalischen Erbes des King of Rock'n' Roll.

Will an die Börse und zugleich Aktien verschenken: KI-Konzern Anthropic (Bild: Jakub Porzycki/Imago)

Die bei einem kalifornischen Gericht im Namen mehrerer Parteien eingereichte Klage fordert für die Urheberrechtsverletzungen Schadenersatz in Gesamthöhe von mehr als 41 Millionen US-Dollar (36,6 Mio. Euro) beziehungsweise 150'000 Dollar pro Song, berichtet die «New York Times». Dazu zählen demzufolge ikonische Hits wie «Can't Help Falling in Love», «A Little Less Conversation» und «Return To Sender».

Die Verwalter von Presleys Musik werfen Anthropic zudem vor, Massnahmen zum Schutz der Musik umgangen und Copyright-Informationen aus den Liedern entfernt oder verändert zu haben, heisst es weiter in der laut «Billboard Magazin» am Freitag eingereichten Klageschrift. Anthropic äusserte sich auf dpa-Anfrage zunächst nicht zu den Vorwürfen, teilte der «New York Times» aber am Sonntag mit, dass das Unternehmen den Vorwürfen widerspreche und beabsichtige, sich gegen die Klage zu verteidigen.

Bedenklicher Umgang mit Urheberrechten bei KI-Modellen

Nicht zum ersten Mal verklagen Musiklabels KI-Unternehmen wegen Diebstahls und Urheberrechtsverletzungen. Bei der jüngsten Klage handele es sich um das hochkarätigste juristische Vorgehen, das jemals im Namen eines einzelnen Musikers eingeleitet wurde, schreibt das «Billboard Magazin» – schliesslich gehe es mit Elvis um den «berühmtesten Musikkünstler aller Zeiten».

Anthropic habe sein gesamtes Geschäftsmodell in nie dagewesenem Ausmass auf Urheberrechtsverletzungen aufgebaut, heisst es nach Angaben der US-Medien in der Klageschrift.

Auch andere Firmen wie etwa ChatGPT-Entwickler OpenAI sehen sich Vorwürfen und Klagen ausgesetzt, die die Entwicklung ihrer KI-Modelle betreffen. Die Programme müssen zunächst mit Millionen von Daten aus Büchern, Internet oder anderen Quellen trainiert werden, um auf dieser Grundlage möglichst genaue Antworten berechnen zu können.

Mehr als 270 Songs von Elvis Presley sollen ohne Erlaubnis für das Training künstlicher Intelligenz verwendet worden sein. (Bild: Imago)

Indes sind Rechtsfragen oft ungeklärt. KI-Firmen wie Anthropic argumentieren vor Gericht zumeist, dass der Grundsatz von «Fair Use» (faire Nutzung) die Verwendung urheberrechtlich geschützter Inhalte abdecke, da in der Folge etwas Neues entstehe. (dpa)

 
Lädt

Schlagwort zu Meine Themen

Zum Hinzufügen bitte einloggen:

Anmelden

Schlagwort zu Meine Themen

Hinzufügen

Sie haben bereits 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

Entfernen

Um «Meine Themen» nutzen zu können, stimmen Sie der Datenspeicherung hierfür zu.

Kommentare
Keine Kommentare

    Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare geschrieben

Kommentare hinzufügen

Ähnliche Artikel

Abo

Das wird ja heiter: KI-Firmen sollen sich selbst kontrollieren

Weltweit wird über die Risiken Künstlicher Intelligenz diskutiert. US-Präsident Trump sagt nach einem Treffen mit KI‑Bossen, sie sollen sich gegenseitig auf die Finger schauen.
30.09.2026

Die Angst wächst: 3 Szenarien, wie KI die Menschheit auslöschen könnte

Dass KI uns alle arbeitslos machen könnte, war gestern: Jetzt geht es um nicht weniger als die Existenz der Menschheit. Zu den grössten Warnern gehören mittlerweile die KI-Bosse selbst. Drei Szenarien, wie es zur Techno-Apokalypse kommen könnte.
14.09.2026

FBI-Mitarbeiter klagen nach Entlassung wegen politischer Vergeltung

Die Kläger wehren sich gegen den Vorwurf von FBI-Direktor Patel, das FBI als Waffe benutzt zu haben. Die Klage reiht sich in zahlreiche Verfahren gegen die Massenentlassungen bei der Bundespolizei ein.
15.10.2026

Wettbewerb

2x2 Tickets für «Supertoskana» zu gewinnen
Supertoskana
vor 7 Stunden

Umfrage der Woche

Sollen Schülerinnen und Schüler in Liechtenstein «Erste Hilfe» als Teil des Unterrichts regelmässig wiederholen?
­
­