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Laut Forschern «höchstwahrscheinlich» Timmy: Das wissen wir über den toten Wal vor Dänemark

Medienberichten zufolge könnte der tote Buckelwal vor der dänischen Insel Anholt derselbe sein, der zuvor an der deutschen Ostseeküste strandete. Eine Probe soll Klarheit bringen.
Ein Buckelwal ist an Dänemarks Küste gestrandet. (Bild: Symbolbild: Keystone)
Dieses Bild kursiert in dänischen Medien: Es soll den gestrandeten Wal vor Anholt zeigen. (Bild: Facebook / Opslagstavlen Anholt)
Wal Timmy wurde mit einem Sender versehen. Dieser funktionierte aber nicht wie geplant. (Bild: Keystone)
Buckelwal Timmy sorgte in Deutschland wochenlang für Schlagzeilen. (Bild: Keystone)

Was ist neu?

Vor der dänischen Insel Anholt ist ein toter Wal entdeckt worden. Das Tier liege etwa 75 Meter vor der Küste und sei vermutlich bereits seit einiger Zeit tot, berichtete die Nachrichtenagentur Ritzau unter Berufung auf die Umweltbehörde Miljøstyrelsen.

Dieses Bild kursiert in dänischen Medien: Es soll den gestrandeten Wal vor Anholt zeigen. (Bild: Facebook / Opslagstavlen Anholt)

Nach Einschätzung eines örtlichen Naturaufsehers handelt es sich vermutlich um einen Buckelwal. Das Tier sei schätzungsweise 10 bis 15 Meter lang, sagte er dem Sender TV 2 Østjylland. Derzeit gebe es keine Pläne, den Wal zu bergen. Das könne sich ändern, falls der Kadaver näher an die Küste treibe, hiess es weiter.

Ist es Timmy?

Das ist bislang unklar, ausgeschlossen ist es aber nicht. Das vor Dänemark gesichtete Tier dürfte ersten Schätzungen zufolge ähnlich gross sein wie Timmy. Weiter soll auf Fotos zu sehen sein, dass der Wal keine gesunde Haut hat. Auch dies war schon bei Timmy der Fall – der lange Aufenthalt in der verhältnismässig salzarmen Ostsee ist für die Haut von Buckelwalen schädlich.

Auch der Fundort des Wals könnte dafür sprechen, dass es sich beim gestrandeten Tier um Timmy handelt. Der Wal wurde in der Nordsee entlassen – etwa 70 Kilometer vor Skagen, dem nördlichsten Punkt Dänemarks. Die Insel Anholt, vor welcher der tote Wal liegt, befindet sich rund 120 Kilometer von Skagen entfernt.

Hier liegt Anholt

Morten Abildstrøm von der Naturschutzbehörde in Anholt sagte zudem gegenüber dem Sender DRTV:

Gibt es GPS-Hinweise?

Nein. Auch rund zwei Wochen nach dem Aussetzen gibt es bislang keine bekannten Daten dazu, wo das Tier ist. Ein GPS-Sender liefere weiterhin keinerlei Signale zur Ortung, hiess es jüngst von der Privatinitiative zum Transport des Wals. Es gebe überhaupt keine Daten mehr.

Vor dem Freisetzen des Buckelwals am 2. Mai soll nach Angaben der Initiative ein GPS-Sender an der Rückenfinne angebracht worden sein, der stetig Ortsdaten liefern sollte. Ob dies tatsächlich erfolgte, liess sich nicht durch unabhängige Quellen verifizieren.

Wal Timmy wurde mit einem Sender versehen. Dieser funktionierte aber nicht wie geplant. (Bild: Keystone)

Wie könnte der Wal identifiziert werden?

Im Laufe des Tages soll laut dänischen Medien eine Gewebeprobe von dem toten Tier entnommen werden. Den Angaben nach wird darauf gewartet, dass Niedrigwasser dies zulässt.

Um festzustellen, ob es sich bei dem in Dänemark gefundenen Kadaver um den zuvor in Deutschland gestrandeten Wal handelt, könnten theoretisch auch Fotos helfen: Nach Angaben der Initiative wurde ein Foto von der Fluke – der grossen Schwanzflosse des Tieres – gemacht, das als Foto-ID in entsprechende Datenbanken einfliessen soll. Auch für diese Information gab es allerdings keine Bestätigung durch unabhängige Quellen.

Buckelwal Timmy sorgte in Deutschland wochenlang für Schlagzeilen. (Bild: Keystone)

Neben einem Foto von der Fluken-Unterseite können der Tierschutzorganisation WDC zufolge auch auffällige Merkmale wie ein Narbenmuster auf der Haut zur Wiedererkennung eines Wals dienen. Der Poeler Wal gehöre zur Population der nordatlantischen Buckelwale. «Jedes Forschungsteam, das mit dieser Population arbeitet, fotografiert die Individuen», hiess es. Über die Jahre seien Tausende ID-Fotos zusammengetragen worden.

Was war zuvor passiert?

Der vor der deutschen Küste gestrandete Wal hatte wochenlang Schlagzeilen gemacht. Das bislang letzte Kapitel der Saga war ein tagelanger Transport einer privaten Rettungsinitiative in die Nordsee. Wie genau diese endete, war aber bis zuletzt unklar.

Der Bulle war Anfang März erstmals in der Ostsee gesehen worden. In den etwa 60 Tagen bis zum Transport lag er rund zwei Drittel der Zeit in Flachwasserzonen. Mit einem Lastkahn wurde er von der Insel Poel aus in die Nordsee gebracht.

Fotos oder Videos vom Freisetzen existieren nach Aussage der Initiative nicht. Unklar blieb auch, in welchem Zustand das geschwächte und vom Hin und Her im Kahn verletzte Tier zu diesem Zeitpunkt war. Experten von Tierschutzorganisationen hatten die langfristigen Überlebenschancen des Wals übereinstimmend als sehr gering eingeschätzt. (watson)

 
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