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Drama auf Baustelle in Brüssel – sechs Tote in Aufzug

Ein Gebäude in der Innenstadt Brüssels wird umgebaut, Hunderte Arbeiter sind vor Ort. Dann bricht ein Feuer aus, zwei Aufzüge stürzen ab. Sechs Menschen sterben.
Ein Gebäude in der Innenstadt Brüssels wird umgebaut, Hunderte Arbeiter sind vor Ort. Dann bricht ein Feuer aus. Mehrere Menschen sterben. (Bild: AP)
Der Brand war einem Feuerwehrsprecher zufolge am Morgen ausgebrochen. (Bild: AP)

Es ist ein Horrorfund, den Brüsseler Feuerwehrleute am Dienstagmittag machen: Mehrere Menschen liegen leblos in einem abgestürzten Aufzug. Das Gebäude mitten in der Innenstadt der belgischen Hauptstadt wird gerade umgebaut. Stundenlang können die Einsatzkräfte nicht zu ihnen vordringen. Am Abend dann ist klar: Sechs Menschen sind gestorben.

Wie genau es dazu kam, ist unklar, wie eine Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft vor Ort sagt. Es habe ein Feuer gegeben, und zwei Aufzüge seien mehrere Stockwerke nach unten gestürzt. Dazu werde nun ermittelt. Zudem müssten die Toten identifiziert werden. Eine Obduktion soll Hinweise geben, wie genau sie ums Leben kam.

Den zweiten Aufzug konnten die Helfer noch nicht öffnen. Man hoffe, dass es darin keinen weiteren Toten gebe, sagt die Frau.

Feuerwehr zunächst zu kleinem Feuer alarmiert

Der Einsatz hatte harmlos begonnen. Die Feuerwehr wird am Morgen zu einem vermeintlich kleinen Feuer auf der zweiten Etage des Komplexes gerufen. Sie rückt aus, löscht das Feuer - und macht im Anschluss einen Kontrollrundgang durch die riesige Baustelle, erzählt ein Staatsanwalt. «Viele Orte waren extrem schwer zugänglich», berichtet er weiter.

Zeitgleich wird bekannt, dass 6 der rund 250 Arbeiter auf der Baustelle vermisst werden. Schliesslich können sich die Einsatzkräfte zu einem Fahrstuhl vorkämpfen - und entdecken in der Kabine mehrere Leichen.

Zwei Arbeiter kommen zudem ins Krankenhaus, ebenso ein Feuerwehrmann, der im Einsatz einen Hitzschlag erleidet, wie ein Feuerwehrsprecher berichtet. Am Nachmittag sind vor dem Gebäudekomplex abgekämpfte Feuerwehrkräfte zu beobachten, die verschwitzt zur Wasserflasche greifen. Mehr als 200 Arbeiter verschiedener Unternehmen seien von der Baustelle evakuiert worden, sagt eine Mitarbeiterin der Staatsanwaltschaft.

Premierminister und der König besuchen Unglücksort

Während mit der Bergung der ersten Leichen begonnen wird, trifft neben Belgiens König Philippe auch Regierungschef Bart De Wever vor dem grossflächig abgesperrten Gebäude ein. Öffentlich äussern sie sich nicht. Auch einige Schaulustige sind vor Ort.

Der Brand war einem Feuerwehrsprecher zufolge am Morgen ausgebrochen. (Bild: AP)

Brüssels Bürgermeister Philippe Close spricht von einem Drama, das tief berühre. Er verspricht Unterstützung für alle Betroffenen und dankt den Rettungskräften für ihren Einsatz.

Belgiens Innenminister Bernard Quintin äussert sich auf X geschockt. Deutschlands Botschafter in Belgien, Martin Kotthaus, spricht auf der Plattform ebenfalls sein Mitgefühl aus.

Das Oxy-Gebäude in einer Fussgängerzone inmitten der Brüsseler Innenstadt wird derzeit umgebaut. Früher diente es als ein Sitz der Verwaltung der belgischen Hauptstadt, jetzt soll es in ein multifunktionales Gebäude mit Büros, Restaurants, Hotelzimmern und Wohnungen umgewandelt werden. Das Projekt soll nach früheren Umgaben bis Ende 2026 abgeschlossen werden.

«Tiefe Bestürzung»

Hinter dem Projekt stehen die Firmen Whitewood und Immobel. Immobel teilt mit, man habe mit tiefer Bestürzung von den Opfern des Feuers auf der Baustelle erfahren. «Unsere Gedanken sind zuallererst bei den Betroffenen, ihren Familien und ihren Kollegen. Für uns alle ist dies vor allem eine menschliche Tragödie.» Immobel unterstütze die Rettungs- und Sicherheitskräfte sowie die Behörden und stehe in engem Austausch mit allen Beteiligten. (dpa)

 
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