Bärbel Bas tritt als SPD-Vorsitzende und Arbeitsministerin zurück
Deutschlands Arbeitsministerin und SPD-Co-Chefin Bärbel Bas hat ihren sofortigen Rücktritt von beiden Ämtern angekündigt.

«Da ich momentan nicht die Kraft aufbringen kann, kurzfristig meine Regierungs- und Parteiarbeit vollumfänglich auszuüben, habe ich mich entschieden, beide Ämter aufzugeben», teilte die 58-Jährige am Montag mit. Ihr Co-Chef bei den Sozialdemokraten, Lars Klingbeil, sei bereits informiert. Auch Bundeskanzler Friedrich Merz habe sie gebeten, sie aus dem Amt zu entlassen.
Grund auch Angriffe des Koalitionspartners
Bas begründete den Schritt einerseits mit dem Tod ihrer Stieftochter. Sie brauche nun Zeit, die Trauer zu verarbeiten. «Diese möchte ich mir ausreichend nehmen», schrieb sie. Gleichzeitig seien aber auch öffentliche Angriffe auf sie, «leider auch aus den Reihen des Koalitionspartners», in der persönlich schwierigen Zeit weiter forciert worden.
Politiker aus der christdemokratischen Union hatten Bas zuletzt scharf dafür kritisiert, dass sie Gesetzentwürfe zu geplanten Reformvorhaben zum Beispiel in der Rente nicht schnell genug vorlege. Sie hatten ihr vorgeworfen, die Reformen zu verschleppen und zu blockieren.
Bas bleibt Bundestagsabgeordnete
In ihrer Mitteilung bedankte sich Bas für die Unterstützung im Arbeitsministerium. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten eine starke Hausleitung verdient, «die mit voller Kraft die anstehenden Gesetze und Reformvorhaben vorantreibt», erklärte sie. Auch der SPD-Spitze sprach sie Dank aus. Abgeordnete im Bundestag werde sie bleiben, erklärte Bas.
SPD-Chef Klingbeil äusserte sich traurig über die Entscheidung von Bas. «Hinter den Ämtern sind wir alle nur Menschen», betonte er. Deshalb könne er den Schritt persönlich nachvollziehen. «Die Angriffe gegen sie in den letzten Tagen ihrer Trauer waren unanständig. Sowas gehört sich nicht», betonte der Vizekanzler. SPD-Fraktionschef Matthias Miersch würdigte, Bas habe Haltung gezeigt, auch wenn es unbequem wurde. «Aber die Kraft ist endlich.» (dpa)
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