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«Wir fliegen direkt auf den Mond zu»: Historische Weltraum-Mission gestartet – doch das Klo streikt

Erstmals seit 53 Jahren sind wieder Menschen auf dem Weg in Richtung Mond. Alle weiteren Pläne der Nasa für die kommenden Jahre hängen vom Erfolg der «Artemis 2»-Mission ab. Nach dem Start traten erste Probleme auf.
Ein historischer Moment: Die Artemis 2 hebt ab. (Bild: AP)
Das muss festgehalten werden: Zuschauende machen Handy-Videos. (Bild: AP)

Die Astronauten der «Artemis 2»-Mondmission sind vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral im US-Bundesstaat Florida ins All gestartet.

Erstmals seit 53 Jahren sind wieder Menschen in Richtung des rund 400'000 Kilometer entfernten Mondes unterwegs. Die Crew hob um 18.35 Uhr Ortszeit (00.35 Uhr MESZ) ab und wird etwa 25 Stunden lang die Erde umkreisen, bevor sie den Haupttriebwerksschub zündet, der sie zum Mond bringt.

An Bord einer «Orion»-Kapsel werden die Astronauten Reid Wiseman, Victor Glover, Christina Koch und Jeremy Hansen mit dem Raketensystem «Space Launch System» mehrere tausend Kilometer hinter den Mond hinausfliegen, eine Wende vollziehen und dann direkt zurückkehren. Einen Halt für einen Mondspaziergang wird es nicht geben – nur einen schnellen Hin- und Rückflug mit einer Dauer von weniger als zehn Tagen.

«Ein wunderschöner Mondaufgang»

Fünf Minuten nach dem Start sah Kommandeur Reid Wiseman das Ziel der Crew: «Wir haben einen wunderschönen Mondaufgang, wir fliegen direkt darauf zu», sagte er aus der Kapsel.

Die 32-stöckige Rakete stieg vom Kennedy Space Center der Nasa auf, wo sich Zehntausende einfanden, um den Start zu beobachten. Menschenmassen drängten sich auch auf die umliegenden Strassen und Strände, ähnlich wie bei den «Apollo»-Mondstarts in den 1960er- und 1970er-Jahren.

Das muss festgehalten werden: Zuschauende machen Handy-Videos. (Bild: AP)

«Artemis 2» startete am selben Ort wie «Apollo»-Astronauten

Die «Artemis 2» hob vom gleichen Startplatz ab, an dem vor vielen Jahren die «Apollo»-Astronauten zum Mond aufbrachen. Die noch lebenden Mitglieder der «Apollo»-Mission jubelten dem grossen Abenteuer der nächsten Generation zu, als die «Space Launch System»-Rakete in den frühen Abendhimmel donnerte.

Die «Artemis 2»-Mission hätte bereits im Februar starten sollen, wurde jedoch wegen technischer Probleme verschoben.

Hohe Spannung in den Stunden vor dem Start

Am Morgen herrschte grosse Anspannung, als Wasserstofftreibstoff in die Rakete gefüllt wurde. Während eines Countdown-Tests Anfang des Jahres waren gefährliche Wasserstofflecks aufgetreten, die zu einer langen Startverschiebung führten.

Zur Erleichterung der Nasa traten diesmal keine nennenswerten Lecks auf. Die Raumfahrtbehörde musste zuvor einige Probleme lösen, etwa letzte Überprüfungen einer Batterie im Abbruchsystem der Kapsel, konnte jedoch den Start ohne Verzögerung ermöglichen.

Die Probleme nach dem Start

Kurz nach dem Start der Mission mussten sich die Astronauten mit Randproblemen herumschlagen: Die Inbetriebnahme einer Toilette an Bord der «Orion»-Kapsel missglückte. «Die Toilette hat sich von selbst abgeschaltet, und eine blinkende orange Warnleuchte leuchtet», berichtete Astronautin Christina Koch.

Auch ein Kommunikationsproblem war schnell gelöst. Die Verbindung der Missionskontrolle zur «Orion»-Kapsel brach kurzzeitig ab, als von einem Tracking- und Datensatelliten auf einen anderen gewechselt wurde. Das Problem konnte jedoch schnell behoben werden.

Ein einzigartiger Ausblick für die Crew

Vier Tage später, während der Mondumrundung, wird der Mond aus der Kapsel wie ein Basketball in Armlänge erscheinen. Die Astronauten werden nacheinander durch die Fenster blicken und den Anblick fotografisch festhalten. Bei guter Beleuchtung könnten sie bisher nie gesehene Oberflächenstrukturen erkennen.

Im Gegensatz zu den «Apollo»-Missionen, die zwischen 1968 und 1972 Astronauten zum Mond brachten, umfasst die Crew der «Artemis»-Mission eine Frau, eine Person of Color und einen kanadischen Staatsbürger.

«Artemis 2» ist der Auftakt zu Nasas ehrgeizigen Plänen für eine permanente Mondbasis. Das Raumfahrtprogramm plant eine Mondlandung in der Nähe des Südpols des Mondes für das Jahr 2028. (dpa)

 
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