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Argentinier fordern Aufklärung

Tausende Argentinier haben Aufklärung über den Verbleib eines verschleppten Menschenrechtsaktivisten gefordert. In mehreren Städten des Landes gingen Menschen mit dem Konterfei des 28-jährigen Santiago Maldonado auf die Strassen.
Das Verschwinden des Aktivisten erhitzt die Gemüter in Argentinien. Tausende gingen in Buenos Aires auf die Strasse mit der Frage: "Wo ist Santiago Maldonado?"
Das Verschwinden des Aktivisten erhitzt die Gemüter in Argentinien. Tausende gingen in Buenos Aires auf die Strasse mit der Frage: "Wo ist Santiago Maldonado?" (Bild: KEYSTONE/EPA EFE/DAVID FERNANDEZ)

Am Rande einer Grosskundgebung in Buenos Aires kam es am Freitagabend (Ortszeit) zu Ausschreitungen. Mindestens 23 Menschen seien verletzt worden, darunter mehrere Polizisten, berichtete die Zeitung "La Nación". 27 Demonstranten seien festgenommen worden.

"Wo ist er?", hatten zuvor die Menschen symbolisch auf dem berühmten Platz Plaza de Mayo nahe dem Regierungssitz in Buenos Aires gerufen. Maldonado war vor einem Monat nach einem Protest für die Rechte von Mapuche-Indios im Zentrum des Landes verschleppt worden. Seitdem fehlt von dem Handwerker jede Spur.

Laut Zeugenaussagen wurde Maldonado zuletzt gesehen, als er von Sicherheitskräften im Ort El Bolsón in der Provinz Río Negro geschlagen wurde. Die Mapuche kämpfen dort seit Jahren um Land.

Erinnerung an Militärdiktatur

Das Schicksal von Maldonado rief in dem südamerikanischen Land Angst vor früheren Zuständen hervor. Während der letzten Militärdiktatur (1976-1983) wurden Zehntausende Argentinier von Regimekräften verschleppt. Menschenrechtler sprechen von bis zu 30'000 Verschwundenen.

Die Regierung des konservativen Staatschefs Mauricio Macri bat die Demonstranten um Besonnenheit. Die Regierung arbeite daran, um Klarheit zu schaffen, teilte Kabinettschef Marcos Peña mit.

Zugleich warnte er vor voreiligen Schlüssen. Es gebe Akteure, die die Situation bewusst politisch nutzten, sagte Peña. In den vergangenen Tagen hatten auch viele linke soziale Bewegungen zu den Protesten aufgerufen. (sda/dpa)

 
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