«Alles deutet auf islamistischen Terroranschlag»: Deutscher Innenminister zur Attacke beim CSD
16:23 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Bundesanwaltschaft wird CSD-Ermittlungen übernehmen
Die Bundesanwaltschaft wird die Ermittlungen zu dem mutmasslich islamistischen Terroranschlag am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) übernehmen. Das kündigte Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) an. (dpa)
16:00 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Bereits in der Vergangenheit «auffällig» und verurteilt
Der mutmassliche Angreifer sei schon in der Vergangenheit «auffällig» geworden. Dobrindt sprach von einem «hohen Mass von Straftaten» und einer «islamistischen Radikalisierung» des 21-Jährigen. In der Vergangenheit sei der Beschuldigte zu einem Jahr und zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden, sagte Dobrindt. Dagegen habe die Staatsanwaltschaft Beschwerde eingelegt.
Der Tatverdächtige sei 2005 in Deutschland geboren und deutscher Staatsbürger, sagte der Innenminister. Der Mann habe einen libanesischen Hintergrund, seine Mutter sei 2002 in Deutschland eingebürgert worden. (dpa)
15:20 Uhr
Sonntag, 26. Juli
«Alles deutet auf islamistischen Terroranschlag»: Deutscher Innenminister zur Attacke beim CSD
Am Tatort, wo am Samstagabend ein Auto am Rande des CSD in Berlin in eine Menschenmenge gefahren war, äusserte sich der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt zu dem Vorfall. «Alles, was wir sehen, deutet auf einen islamistischen Terroranschlag hin», sagte der CSU-Politiker.
14:44 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Verdächtiger vom CSD ist Deutscher mit libanesischem Hintergrund
Der mutmassliche Täter von dem Angriff am Rande des CSD in Berlin ist nach Angaben von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) deutscher Staatsbürger. Der 2005 in Deutschland geborene Mann habe einen libanesischen Hintergrund, sagte Dobrindt. Seine Mutter sei 2002 eingebürgert worden. «Er ist also als deutscher Staatsbürger hier zur Welt gekommen.» (dpa)
12:06 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Von der Party zum Albtraum: Nach dem Anschlag am Berliner CSD sucht die Polizei einen Islamisten
Bei einer Amokfahrt am Samstagabend wurde eine Frau getötet und 16 weitere Menschen verletzt. Der Tatverdächtige soll ein Islamist sein, der schon vor seiner Tat mit dem Gesetz in Konflikt geraten war. (chm)
11:45 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Amsterdam verstärkt Schutz für Grossereignis World Pride
Nach dem tödlichen Angriff am Rande der Berliner Christopher-Street-Day-Feier werden für die gegenwärtig in Amsterdam stattfindende World Pride zusätzliche Sicherheitsmassnahmen getroffen. Dies geschehe, wo immer es nötig erscheine, teilte Amsterdams Bürgermeisterin Femke Halsema am Sonntag laut der niederländischen Nachrichtenagentur ANP mit. Polizei, Staatsanwaltschaft und Stadtverwaltung arbeiteten dabei eng zusammen. Einzelheiten wurden nicht genannt.
Die World Pride gilt als eines der grössten internationalen Events der LGBTQ+-Bewegung. Das Festival findet in diesem Jahr zum ersten Mal in Amsterdam statt. Die mehrtägigen Veranstaltungen wurden am Samstag im Beisein von Königin Máxima ohne Zwischenfälle feierlich eröffnet. Als Höhepunkt ist für den kommenden Samstag die Bootsparade Pride Amsterdam über die Grachten der niederländischen Hauptstadt geplant. Zu den verschiedenen Veranstaltungen der World Pride werden insgesamt hunderttausende Besucher erwartet.
Der niederländische Ministerpräsident Rob Jetten bezeichnete den Berliner Angriff als «abscheuliche Gewalttat» und versicherte Bundeskanzler Friedrich Merz der Solidarität seines Landes: «In schwierigen Zeiten stehen wir Schulter an Schulter mit unseren deutschen Nachbarn.» (dpa)
10:04 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Auto rast in Menschenmenge beim CSD in Berlin – eine Frau gestorben, Täter flüchtig
Beim Christopher Street Day (CSD) in Berlin wurden am Samstagabend mehrere Personen von einem Auto angefahren. Eine Frau kam dabei ums Leben, 16 weitere Personen wurden verletzt. Die Polizei geht davon aus, dass es sich beim Täter um einen 21-Jährigen aus dem islamistischen Milieu handelt.
07:10 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Abdul B. soll den Anschlag verübt haben
Wie Generalstaatsanwaltschaft und Landeskriminalamt Berlin mitteilten, handle es sich beim Verdächtigen um den 21-jährigen Abdul B. Die Behörden ermitteln «aufgrund des Verdachts eines Anschlags».

Er habe Familie in Berlin und wurde erst im Mai 2026 aus dem Jugendarrest entlassen. Nach dem Mann wird nun auch öffentlich mit einem Foto gefahndet. (dpa)
07:04 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Das sind die Reaktionen
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) reagierte bestürzt auf den Vorfall: «Es ist ein Angriff auf unsere freie und weltoffene Gesellschaft – nach einem friedlichen und bunten CSD wurde die Versammlung für ein tolerantes und friedliches Berlin auf brutalste Art attackiert. Berlin ist die Stadt der Freiheit – und unsere Freiheit ist heute aufs Schrecklichste angegriffen worden.» Auf die Frage, ob es sich um einen Terroranschlag handle, entgegnete Wegner: «Es ist zu früh, das heute zu sagen.»
Auch der Berliner Stadtentwicklungssenator Christian Gaebler warnte vor Spekulationen über den Hintergrund. Auf die Frage, ob es irgendwelche Hinweise auf einen politischen oder kriminellen Hintergrund gebe, antwortete der SPD-Politiker, dazu könne man im Moment noch nichts sagen. «Es hat sich ja auch nicht in der Veranstaltung selbst abgespielt, sondern tatsächlich im Tiergarten.» Deshalb sei die Lage auch so unübersichtlich.
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) bot noch am Abend den Landesbehörden die Unterstützung des Bundes an. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wurde laut einem Sprecher der Bundesregierung unmittelbar nach der Tat informiert. Merz und Dobrindt seien in Gedanken bei den Opfern und ihren Familien und «werden sich mit besonderem Nachdruck für Aufklärung und Ahndung der abscheulichen Tat einsetzen», sagte der Sprecher.
«Es trifft unsere Stadt mitten ins Herz»
Der CDU-Spitzenkandidat für die bevorstehende Abgeordnetenhauswahl in Berlin, Stefan Evers, drückte auf der Plattform X sein Entsetzen aus und schrieb: «Es trifft unsere Stadt mitten ins Herz.» Berlins Queerbeauftragter Alfonso Pantisano sagte vor Ort sichtlich betroffen: «Alle versuchen gerade, ihre Netzwerke zu kontaktieren, um zu erfahren, ob die Menschen safe nach Hause gekommen sind.» Für die queere Community sei dies ein grosser Trauertag.
In der Nacht sagten die CSD-Veranstalter dann zwei für Sonntag geplante Veranstaltungen ab. (dpa)
06:15 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Tatverdächtiger aus islamistischer Szene
In der Nacht gab die Polizei bekannt, dass sie einen mutmasslichen Verdächtigen identifiziert habe. «Der Mann ist polizeibekannt und wird der islamistischen Szene in Berlin zugerechnet», sagte Polizeisprecher Florian Nath. (dpa)
06:01 Uhr
Sonntag, 26. Juli
Griff der Täter auch mit einer Stichwaffe an?
Was dann geschah, war bis zum Morgen nicht ganz klar. «Es ist Bestandteil der Ermittlungen, ob es eine zweite Tatphase nach der Fahrphase gab. Ob jemand dann das Fahrzeug verlassen hat und mit möglichen Stichwaffen auf Personen eingewirkt und diese verletzt hat», sagte Nath. Nach Zeugenangaben sollen einige Menschen durch Stiche verletzt worden sein, manche wollen einen schwarz gekleideten Mann mit einer Machete gesehen haben.
Die Polizei prüft diese Angaben. Demnach gibt es auch unterschiedliche Aussagen dazu, ob es einen oder mehrere Täter gab. Das Gebiet rund um den Tatort wurde grossräumig abgesperrt, der Tiergarten mit Wärmebildkameras abgesucht, wie Nath schilderte. Die Polizei ging zuletzt nicht davon aus, dass sich der Täter noch in dem Bereich aufhält, sondern anderswo in Berlin ist.
Noch ist unklar, ob der Verdächtige wirklich das Fahrzeug steuerte und wem der weisse Kastenwagen gehört. Es handele sich um ein Privatfahrzeug, nicht um einen Mietwagen, erklärte Polizeisprecher Nath. Das leere und stark demolierte Fahrzeug wurde im Bereich des Tatorts sichergestellt. Bis zum Morgen blieben die genauen Hintergründe des Angriffs unklar.

In den Stunden nach der Attacke gab es nach Angaben des Polizeisprechers mehrere Polizeieinsätze in Berlin, die im Zusammenhang mit der Tat standen. Dazu gehörte eine Durchsuchung gegen 1.10 Uhr in einer Wohnung im Stadtteil Schöneberg. Da dort niemand angetroffen wurde, habe es auch keine Festnahme gegeben, sagte Nath. (dpa)
23:58 Uhr
Samstag, 25. Juli
Zahlreiche Verletzte
Der Täter war mit seinem Transporter laut Polizeisprecher Nath am Ahornsteig parallel zur Lennéstrasse unterwegs gewesen. Dort habe er mehrere Menschen angefahren, möglicherweise auch umgefahren, bevor das Fahrzeug einen Baum rammte. Der Fahrer sei dann ausgestiegen und in unbekannte Richtung geflüchtet. (dpa)
23:55 Uhr
Samstag, 25. Juli
CSD abgebrochen
Das Bühnenprogramm wurde zunächst fortgesetzt, bis wenig später ein Moderator die Menschen aufforderte, das Veranstaltungsgelände umgehend, aber ruhig und geordnet zu verlassen. Auf den Videoleinwänden am Brandenburger Tor erschien auf gelbem Hintergrund das Wort «Evakuierung».
Die Besucher wurden aufgefordert, nicht in Richtung Siegessäule zu gehen, sondern die U-Bahneingänge am Brandenburger Tor zu nutzen. Auch über soziale Medien forderte der Veranstalter die Besucher auf: «Bitte geht nach Hause. Der CSD ist abgebrochen.» (dpa)
23:50 Uhr
Samstag, 25. Juli
Ein Todesopfer – 16 Verletzte
Die Feierstimmung im Herzen der Hauptstadt nahm gegen 22 Uhr ein jähes Ende, als der weisse Kastenwagen in der Nähe des Potsdamer Platzes plötzlich in die Menschenmenge fuhr. Laut Polizei erlitt eine Frau tödliche Verletzungen. Neben ihr gab es nach Angaben von Feuerwehrsprecher Dominik Pretz 16 Verletzte, von denen drei lebensbedrohlich, acht schwer und fünf leicht verletzt wurden. Die lebensbedrohlich und schwer verletzten Menschen seien alle in Krankenhäuser gebracht worden. (dpa)

23:00 Uhr
Samstag, 25. Juli
Hunderttausende bei der Parade
Hunderttausende Menschen hatten in der Hauptstadt am Samstag den Christopher Street Day (CSD) gefeiert. Die Strassenparade – Höhepunkt eines bunten Programms während der Woche – begann am Mittag und endete abends am Brandenburger Tor.

Mit ihrem Demonstrationszug wollten die Veranstalter ein Zeichen für Demokratie, Toleranz und Vielfalt setzen. Am Abend trat unter anderem Popmusikerin Sarah Connor bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor auf. (dpa)
22:53 Uhr
Samstag, 25. Juli
Transporter rast in Menschenmenge
Laut der «Bild» hat sich der Vorfall gegen 22 Uhr am Tiergarten zugetragen; die Polizei hat das Geschehnis bestätigt. Augenzeugen schildern gegenüber der Zeitung, dass ein weisser Transporter mit hoher Geschwindigkeit in den Tiergarten gerast sei. Ein Mann soll anschliessend aus dem Wagen gestiegen und zu Fuss geflüchtet sein.
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