Iranische Medien: Ein-zwei Punkte unklar bei Deal mit USA ++ Was wir über den möglichen Iran-Deal wissen und was nicht
18:04 Uhr
Sonntag, 24. Mai
Irans Präsident: Teheran strebt keine atomare Bewaffnung an
Irans Präsident Massud Peseschkian hat im Zusammenhang mit einer möglichen Vereinbarung mit den USA über den Krieg in Nahost versichert, sein Land strebe keine Atomwaffen an. Zuvor hatte die iranische Botschaft in Indiens Hauptstadt Neu-Delhi in einem Social-Media-Beitrag erklärt, Teheran habe ein Recht auf Nukleartechnologie. Die friedliche Nutzung von Nuklearwissenschaft und -technologie sei das «legitime und unveräusserliche Recht» des iranischen Volkes. Die Islamische Republik werde darauf «niemals verzichten».
US-Aussenminister Marco Rubio hatte in Indien gesagt, es gebe «bedeutende Fortschritte, wenn auch noch keine endgültigen Fortschritte» in den Verhandlungen mit dem Iran. Die Verhandlungen hätten eines der Hauptziele von US-Präsident Donald Trump erreicht, sagte Rubio: «eine Welt, die keine Angst und Sorge mehr vor einer iranischen Atomwaffe haben muss».
Trump hatte am Samstag erklärt, eine Einigung mit dem Iran über den Krieg im Nahen Osten sei in greifbarer Nähe. Am Sonntag schrieb er auf seiner Plattform Truth Social, er habe seine Vertreter angewiesen, nichts zu überstürzen, weil «die Zeit auf unserer Seite» sei. Der Iran müsse verstehen, dass er keine Atomwaffe entwickeln oder beschaffen dürfe. (dpa)
17:51 Uhr
Sonntag, 24. Mai
Israel beharrt auf Selbstverteidigung gegen Hisbollah
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat mit Blick auf mögliche Vereinbarungen der USA mit dem Iran auf Israels Recht zur Selbstverteidigung verwiesen. «Präsident Trump und ich waren uns einig, dass jedes endgültige Abkommen mit dem Iran die nukleare Gefahr beseitigen muss», schrieb Netanjahu am Sonntag in sozialen Medien. Der US-Präsident habe zudem Israels Recht bekräftigt, sich «an jeder Front, einschliesslich Libanon», zu verteidigen.
Israels Wissenschaftsministerin Gila Gamliel, ein Mitglied von Netanjahus Likud-Partei und Teil seines Sicherheitskabinetts, sagte im israelischen Armeeradio, ihr Land verfolge einen abwartenden Kurs.
Israel sorgt sich vor einer weiteren Bedrohung durch die Schiitenmiliz Hisbollah und zweifelt daran, dass die libanesische Regierung in der Lage ist, sie zu entwaffnen. Seit dem 17. April gilt im Libanon eine fragile, von den USA vermittelte Waffenruhe. Die Kämpfe dauern jedoch an, vor allem im Süden des Landes. Die Hisbollah feuert nahezu täglich Drohnen und Raketen auf israelische Soldaten und den Norden Israels ab. Israel greift Ziele im Libanon an, während seine Truppen weiter grosse Teile des Südens besetzt halten. (dpa)
17:02 Uhr
Sonntag, 24. Mai
Trump zu Iran-Verhandlungen: nichts überstürzen
US-Präsident Donald Trump hat Hoffnungen auf eine schnelle Einigung mit dem Iran gedämpft. «Die Verhandlungen verlaufen geordnet und konstruktiv, und ich habe meine Vertreter angewiesen, beim Deal nichts zu überstürzen, da die Zeit auf unserer Seite ist», schrieb er auf der Plattform Truth Social mit Blick auf den Stand des Rahmenabkommens für ein Ende des Iran-Kriegs. Beide Seiten müssten sich Zeit nehmen und alles richtig machen, schrieb Trump weiter. «Es darf keine Fehler geben!»
Am Samstag hatte Trump erklärt, dass ein Rahmenabkommen «weitgehend» ausgehandelt sei. Er schränkte ein, dass dies unter dem Vorbehalt einer endgültigen Fertigstellung durch die USA, des Irans und anderer Länder stehe.
Trump schrieb nun, dass die US-Blockade von iranischen Häfen vollständig in Kraft bleibe bis eine Vereinbarung erzielt, bestätigt und unterzeichnet sei. Das Verhältnis mit dem Iran werde professioneller. Die Islamische Republik müsse jedoch verstehen, dass sie keine Nuklearwaffen haben dürfe. (dpa)
16:18 Uhr
Sonntag, 24. Mai
Iran pocht auf Recht auf zivile Nutzung von Atomtechnologie
Der Iran besteht auf sein Recht einer friedlichen Nutzung von Atomtechnologie. Die iranische Botschaft in Indiens Hauptstadt Neu-Delhi erklärte am Sonntag (Ortszeit) in einem Social-Media-Beitrag, Teheran habe ein Recht auf Nukleartechnologie. Die friedliche Nutzung von Nuklearwissenschaft und -technologie sei das «legitime und unveräusserliche Recht» des iranischen Volkes. Die Islamische Republik werde darauf «niemals verzichten». Teheran betont seit Langem, sein Atomprogramm diene friedlichen Zwecken.
Zuvor hatte US-Aussenminister Marco Rubio in Indien gesagt, es gebe «bedeutende Fortschritte, wenn auch noch keine endgültigen Fortschritte» in den Verhandlungen mit dem Iran. Die Verhandlungen hätten eines der Hauptziele von US-Präsident Donald Trump erreicht, sagte Rubio: «eine Welt, die keine Angst und Sorge mehr vor einer iranischen Atomwaffe haben muss».
Zu einer Aufgabe seiner Bestände an hoch angereichertem Uran hat sich der Iran bislang nicht bekannt. Allerdings sagten zwei Regierungsvertreter aus der Nahost-Region der Nachrichtenagentur AP, dass eine näherrückende Einigung zwischen den USA und dem Iran dies vorsehe - neben der Öffnung der Strasse von Hormus. Eine Person mit direkter Kenntnis der Gespräche sagte, wie das Uran abgegeben werden solle, wäre Gegenstand weiterer Verhandlungen über einen Zeitraum von 60 Tagen.
Die Internationale Atomenergie-Organisation IAEA hatte im September 2025 in einem vertraulichen Bericht erklärt, der Iran habe seine Vorräte an hoch angereichertem Uran kurz vor Beginn des Zwölftagekrieges im Juni vergangenen Jahres weiter ausgebaut. Demnach verfügte Teheran am 13. Juni 2025 über 440,9 Kilogramm Uran mit einem Anreicherungsgrad von bis zu 60 Prozent. Das waren 32,3 Kilogramm mehr als im vorangegangenen IAEA-Bericht im Mai 2025. Mit einer Anreicherung auf 60 Prozent ist der Iran technisch gesehen nur noch einen kurzen Schritt von waffenfähigem Uran mit 90 Prozent entfernt. (dpa)
13:00 Uhr
Sonntag, 24. Mai
Medien: Trump informiert Netanyahu über Iran-Verhandlungen
US-Präsident Donald Trump hat den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanyahu nach israelischen Medienberichten über den Stand der Verhandlungen mit dem Iran informiert. Trump habe bei einem Telefongespräch mit Netanyahu versichert, dass er im Rahmen einer Einigung an der Forderung nach einem Stopp des iranischen Atomprogramms und der Entfernung sämtlichen hochangereicherten Urans aus dem Iran festhalten werde, berichteten mehrere israelische Medien unter Berufung auf einen ranghohen israelischen Regierungsvertreter. Trump habe Netanyahu bei dem Gespräch am Samstag zugesichert, dass er kein endgültiges Abkommen mit Teheran ohne die Erfüllung dieser Bedingungen unterzeichnen werde, hiess es weiter in den Berichten. (dpa)
12:23 Uhr
Sonntag, 24. Mai
Iranische Medien: Ein-zwei Punkte unklar bei Deal mit USA
Bei den Verhandlungen mit den USA über ein Ende des Iran-Krieges gibt es nach Darstellung iranischer Medien Uneinigkeit in ein oder zwei Punkten. Die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim berichtete unter Berufung auf eine informierte Quelle, die Meinungsverschiedenheiten in diesen Punkten bestünden weiterhin und seien «aufgrund der Hindernisse seitens der USA» noch nicht endgültig geklärt.
Über den Inhalt wurde nichts mitgeteilt. Es hiess lediglich, der Iran beharre auf seinen Rechten und das Abkommen könne nicht abgeschlossen werden, sollten die Hindernisse nicht ausgeräumt werden.
Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, man stehe kurz vor einem Rahmenabkommen mit Teheran und der Wiederöffnung der Strasse von Hormus.
In einem weiteren Tasnim-Bericht hiess es, komme die Vereinbarung zustande, bedeute das ein Ende des Krieges an allen Fronten. Zudem sei die Verpflichtung der USA zum Abzug ihrer Streitkräfte aus dem Umfeld des Iran ein weiterer Punkt, auf den der Iran bestanden habe. (dpa)
11:14 Uhr
Sonntag, 24. Mai
Was wir über den möglichen Iran-Deal wissen - und was nicht
US-Präsident Donald Trump hat - nicht zum ersten Mal - einen Durchbruch in den Verhandlungen über ein Ende des monatelangen Iran-Krieges angekündigt. Sein Aussenminister Marco Rubio sagte am Morgen in Indien, die Welt würde möglicherweise schon in den kommenden Stunden «gute Nachrichten» zu hören bekommen. Noch bleiben zu dem kolportierten Rahmenabkommen aber etliche Fragen offen - insbesondere die, wer mehr von dem angeblichen Deal profitiere.
Darum geht es bei dem Rahmenabkommen
Das US-Nachrichtenportal «Axios» berichtete unter Berufung auf einen US-Beamten, der Entwurf sehe eine Verlängerung der Waffenruhe um 60 Tage vor. In dieser Zeit würde die für die Weltwirtschaft bedeutende Strasse von Hormus gebührenfrei befahrbar sein. Der Iran würde sich verpflichten, die dort verlegten Minen zu räumen - und zumindest zusagen, niemals Atomwaffen anzustreben. Im Gegenzug würden die USA die Blockade iranischer Häfen aufheben und Sanktionsausnahmen gewähren.
Der Entwurf mache zudem deutlich, dass der Krieg zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon beendet werden würde. Bestätigt sind die Details nicht - und der Deal würde kein abruptes Kriegsende mit dem Abzug der US-Streitkräfte bedeuten, sondern wäre eine erste Einigung auf ein Zeitfenster für weitere Verhandlungen. In den Stunden nach Trumps Ankündigung ging es deshalb auch um die Deutungshoheit mit teils widersprüchlichen Aussagen aus den USA, dem Iran und Israel. (dpa)
06:23 Uhr
Sonntag, 24. Mai
Trump: Einigung mit Iran nah – widersprüchliche Aussagen zu Hormus
Die USA stehen nach Angaben von Präsident Donald Trump in den Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs kurz vor einem Rahmenabkommen mit Teheran und der Wiederöffnung der Strasse von Hormus. Es sei «weitgehend» ausgehandelt, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. «Die letzten Aspekte und Details des Abkommens werden derzeit besprochen und sollen in Kürze bekanntgegeben werden.»
Ein iranischer Militärsprecher betonte allerdings auf der Plattform X, dass Teheran auch im Falle eines Abkommens mit den USA weiterhin die Kontrolle über die für den globalen Öl- und Gashandel wichtige Strasse von Hormus behalten werde. Die Meerenge werde «unter voller iranischer Verwaltung und Souveränität bleiben», hiess es. Die iranische Nachrichtenagentur Fars schrieb, der Iran habe zwar zugestimmt, die Anzahl der passierenden Schiffe wieder auf das Vorkriegsniveau anzuheben. Dies bedeute jedoch keine Rückkehr zur «freien Durchfahrt» wie vor dem Krieg. Die Verwaltung der Meerenge sowie die Erteilung von Genehmigungen erfolge weiter durch die Islamische Republik Iran. Trumps Behauptung sei daher «unvollständig und entspricht nicht der Realität».
Trump machte zunächst keine weiteren Angaben zum Inhalt des anvisierten Abkommens. Die Atomfrage bleibt der grösste Streitpunkt. Washington fordert, dass das Abkommen iranische Verpflichtungen für eine langfristige Aussetzung seines Atomprogramms sowie eine Zusage zur Übergabe hoch angereicherten Urans an die USA beinhaltet. Der Iran lehnt diese Bedingungen bislang ab. (dpa)
19:11 Uhr
Samstag, 23. mai
US-Aussenminister: «Fortschritte» bei Iran-Verhandlungen
US-Aussenminister Marco Rubio zufolge hat es bei den Iran-Verhandlungen Fortschritte gegeben. «Es wurden einige Fortschritte gemacht», sagte der Republikaner laut Transkript des Aussenministeriums während seines Indien-Besuchs. Womöglich könnte es noch im Laufe des Tages Informationen dazu geben - oder morgen oder in ein paar Tagen, sagte Rubio. Vielleicht aber auch nicht, er sei sich aktuell nicht sicher.
Mehrere US-Medien berichteten unterdessen unter Berufung auf nicht namentlich genannte Quellen, dass US-Präsident Donald Trump noch an diesem Samstag (US-Ortszeit) ein Gespräch mit Staats- und Regierungschefs der Golfstaaten führen wolle. (dpa)
18:38 Uhr
Samstag, 23. mai
Iran: Verhandlungsagenda vor Abschluss, Einigung jedoch ungewiss
Die Rahmenvereinbarung für einen weiteren Verlauf der Gespräche zwischen dem Iran und den USA steht nach Angaben aus Teheran kurz vor dem Abschluss. «Derzeit befinden wir uns in der abschliessenden Phase der Ausarbeitung eines Memorandums», sagte Aussenamtssprecher Ismail Baghai im Staatsfernsehen.
Nach übereinstimmenden US-Medienberichten arbeiten Washington und Teheran mit Vermittlern an einer Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) mit 14 Punkten. Das Papier soll einen Rahmen für Verhandlungen schaffen und den Krieg formell beenden.
Baghai sagte nun, im Mittelpunkt des Memorandums stünden die Beendigung des Krieges, die Aufhebung der amerikanischen Blockade in der Strasse von Hormus sowie die grundsätzliche Freigabe blockierter iranischer Vermögenswerte im Ausland.
Innerhalb der nächsten 30 bis 60 Tage sollen laut Baghai dann im Rahmen des 14-Punkte-Memorandums weitere Details verhandelt werden, um dann eine finale Einigung zu erzielen. Dazu zählt demnach dann auch der Streit um das iranische Atomprogramm sowie der technische Prozess zur Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran und der Freigabe iranischer Konten im Ausland.
Baghai spricht von «Annäherung der Standpunkte»
Baghai dämpfte jedoch die Erwartungen an einen schnellen Durchbruch. «Eine Einigung könnte sowohl sehr nah als auch sehr fern sein», sagte er. Die USA hätten während des bisherigen Verhandlungsprozesses mehrfach widersprüchliche Positionen eingenommen und ihre Ansichten geändert. Daher könne Teheran nicht sicher sein, dass dies nicht erneut der Fall sein werde. Gleichzeitig sprach Baghai von einer «Annäherung der Standpunkte», ohne jedoch genaue Details zu nennen. (dpa)
18:33 Uhr
Samstag, 23. mai
Trump zu Iran-Deal: Chance auf Einigung steht «50 zu 50»
US-Präsident Donald Trump schätzt einem Medienbericht zufolge die Chancen auf eine mögliche und aus Sicht der USA gute Einigung im Iran-Krieg mit «50 zu 50» ein. Das Portal «Axios» zitierte den Republikaner ausserdem mit den Worten: «Ich denke, eins von beidem wird passieren: Entweder werde ich sie härter treffen, als sie jemals getroffen wurden, oder wir werden ein gutes Abkommen unterzeichnen.»
«Axios» berichtete weiter unter Berufung auf das Gespräch mit Trump, dass sich der US-Präsident noch an diesem Samstag mit seinen Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner treffen werde, um Irans jüngstes Angebot zu beraten. Weiter hiess es in dem Medienbericht, dass er wahrscheinlich bis Sonntag entscheiden werde, ob der Krieg wieder aufgenommen werde. (dpa)
17:48 Uhr
Samstag, 23. mai
Iran: Gesprächsbereit, aber mit «äusserster Vorsicht» gegenüber USA
Der iranische Präsident zeigt sich zwar offen für eine diplomatische Lösung im aktuellen Konflikt mit den USA, hat zugleich jedoch zu «äusserster Vorsicht» bei den Verhandlungen aufgerufen. «Wir sind weiterhin gesprächsbereit, aber die Erfahrungen aus vergangenen Verhandlungen mit den USA zwingen uns zu äusserster Vorsicht», sagte Massud Peseschkian bei einem Treffen mit Pakistans Armeechef Asim Munir. Pakistan vermittelt in dem Konflikt mit den USA.
Der Iran hege aufgrund wiederholter Vertragsbrüche und militärischer Angriffe während laufender Verhandlungen ein «tiefes Misstrauen» gegenüber den USA, sagte Peseschkian laut dem Webportal des Präsidialamts.
Er warnte zudem vor den globalen Folgen einer erneuten militärischen Eskalation. «Der Krieg hat nie jemandem irgendeinen Nutzen gebracht, und auch die USA werden in diesem Konflikt nicht als Sieger hervorgehen», sagte Peseschkian demnach. Vielmehr würden die Länder in und ausserhalb der Region durch diesen Konflikt schwere Verluste erleiden. Der Iran bleibe bei seinem Kurs und werde weiterhin auf seine legitimen Rechte pochen, erklärte der Präsident. Zum aktuellen Verhandlungsstand machte er keine Angaben. (dpa)
14:47 Uhr
Samstag, 23. mai
Israel und Hamas werfen sich Bruch der Waffenruhe vor
Die islamistische Hamas im Gazastreifen wirft Israel vor, die Vereinbarungen für eine Waffenruhe zu verletzen. Hamas-Sprecher Hasem Kassem begründete dies mit israelischen Militäreinsätzen in den vergangenen Tagen. Die Bombardierung von Wohnhäusern im Gazastreifen und die damit einhergehende Flucht der Bevölkerung stehe im Widerspruch zu den Vereinbarungen.
Israel und die Hamas werfen sich gegenseitig vor, eine seit Oktober 2025 geltende Waffenruhe zu verletzen.
Die israelische Armee erklärte auf der Plattform X, dass bei zwei separaten Vorfällen am Freitag «mehrere Terroristen» getötet worden seien. Diese hätten die sogenannte gelbe Linie überschritten und sich den Streitkräften in bedrohlicher Weise genähert.
Die gelbe Linie – durch farbig markierte Betonelemente und Schilder kenntlich gemacht – bezeichnet die im Rahmen der Waffenruhe vereinbarte Rückzugsposition der israelischen Armee und gilt als neue Grenzlinie zum Gazastreifen.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat bestätigt, dass Israel inzwischen 60 statt bisher 50 Prozent des Gazastreifens militärisch kontrolliert. Das Palästinensergebiet umfasst eine Fläche, die in etwa der Münchens oder Bremens entspricht.
Nikolaj Mladenow, Hoher Vertreter des von US-Präsident Donald Trump eingesetzten Friedensrats für Gaza, warnte am Donnerstag vor dem UN-Sicherheitsrat in New York, ohne eine Entwaffnung der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas und angesichts der anhaltenden Verletzungen der Waffenruhe drohe der «sich verschlechternde Zustand» im Gazastreifen dauerhaft zu werden. Eine Finanzierung für den Wiederaufbau werde nicht kommen, solange die Waffen nicht niedergelegt seien. (dpa)
14:03 Uhr
Samstag, 23. mai
Iran warnt Trump vor Krieg – setzt aber weiter auf Diplomatie
Irans Parlamentspräsident und Verhandlungschef Mohammed Bagher Ghalibaf hat US‑Präsident Donald Trump mit scharfen Worten vor einem erneuten Angriff auf den Iran gewarnt. «Sollte Trump erneut eine Dummheit begehen und einen neuen Krieg beginnen, wird der Gegenangriff der iranischen Streitkräfte für die USA noch vernichtender sein», sagte Ghalibaf bei einem Treffen mit Pakistans Armeechef Asim Munir. Er betonte, der Iran werde den diplomatischen Weg «klug und entschlossen» weiterverfolgen. Dies bedeute jedoch nicht, dass Teheran die Rechte des iranischen Volkes zugunsten einer Einigung aufgeben werde, so der Verhandlungschef laut Staatssender Irib. (dpa)
14:01 Uhr
Samstag, 23. Mai
Pakistans Armeechef zu Gesprächen in Teheran – Ausgang offen
Inmitten neuer Verhandlungsbemühungen im Iran-Krieg hat der pakistanische Armeechef Asim Munir in Teheran politische Gespräche mit der iranischen Führung geführt. Am Freitagabend traf er sich nach Angaben des Staatssenders Irib zu einem Austausch mit dem iranischen Aussenminister Abbas Araghtschi. Inhaltliche Details wurden nicht bekanntgegeben, das Gespräch soll aber bis nach Mitternacht gedauert haben. Munir will sich demnach auch mit Präsident Massud Peseschkian und Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf treffen. Am Freitag hiess es aus pakistanischen Sicherheitskreisen gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, Munir sei unterwegs, um den Entwurf für eine Vereinbarung zwischen den USA und dem Iran zu besprechen. Feldmarschall Asim Munir werden gute Kontakte zu US-Präsident Donald Trump nachgesagt und er gilt als Vermittler zwischen den Kriegsparteien. (dpa)
20:26 Uhr
Freitag, 22. Mai
Kreise: Saudi-Arabien und Emirate griffen Iran an
Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate haben nach Angaben aus informierten Kreisen während des Iran-Kriegs mehrfach Ziele in der Islamischen Republik sowie mit Teheran verbündete Schiitenmilizen im Irak angegriffen. Das berichteten zwei Regierungsvertreter aus der Region und ein westlicher Diplomat der Nachrichtenagentur AP. Ein israelischer Militärvertreter mit Kenntnis der Lage bestätigte, dass die Emirate den Iran mindestens in einem Fall aktiv angegriffen hätten. Alle Hinweisgeber wollten wegen der Sensibilität der Informationen anonym bleiben.
Die regionalen Regierungsvertreter erklärten, die Angriffe hätten sich gegen militärische Ziele gerichtet, darunter Abschussvorrichtungen für Raketen sowie Drohnenstartplätze. Einer der Hinweisgeber sagte, saudische Angriffe hätten Verstecke irakischer Milizen getroffen, vor allem der Kataib Hisbollah.
Riad sei zuvor zu der Einschätzung gelangt, dass die meisten Drohnenangriffe auf Saudi-Arabien aus dem benachbarten Irak gekommen seien. Saudi-Arabien habe Bagdad wiederholt über Angriffe aus dem Irak informiert, bevor es sich zu eigenen Angriffen entschlossen habe. Der westliche Diplomat und einer der regionalen Vertreter sagten, die Vereinigten Arabischen Emirate hätten sich seit Beginn des Krieges für eine gemeinsame militärische Reaktion der arabischen Golfstaaten auf Beschuss aus dem Iran ausgesprochen.
Auf Anfrage verwiesen die Emirate auf eine Erklärung ihres Aussenministeriums vom 16. Mai. Darin hiess es, alle Massnahmen der Emirate seien im Rahmen defensiver Handlungen erfolgt, um die Souveränität des Landes, Zivilisten und wichtige Infrastruktur zu schützen. Saudi-Arabien reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.
Auch der Iran hat sich bislang nicht öffentlich zu Angriffen der Emirate und Saudi-Arabiens geäussert. Die irakische Regierung reagierte nicht auf Bitten um Stellungnahme. (dpa)
16:49 Uhr
Freitag, 22. Mai
Rubio: Brauchen «Plan B» zur Öffnung der Strasse von Hormus
US-Aussenminister Marco Rubio hat beim Nato-Aussenministertreffen in Schweden für einen «Plan B» zur Öffnung der Strasse von Hormus geworben. Alle würden ein Abkommen mit dem Iran begrüssen, das die Öffnung der für den globalen Öl- und Gasmarkt zentralen Meerenge beinhalte, sagte Rubio in Helsingborg. Falls sich der Iran aber weigere, die Meerenge zu öffnen, und beschliesse, sie zu kontrollieren und Mautgebühren für die Durchfahrt zu erheben, brauche man einen «Plan B».
«Ich habe diesen Punkt heute angesprochen. Ich habe viel Zustimmung erhalten, (...) aber wir haben heute keine Ankündigung für Sie», fuhr Rubio fort.
Der US-Aussenminister verwies darauf, dass ein internationales Bündnis unter der Führung Frankreichs und Grossbritanniens bereits eine mögliche Marinemission nach einem Ende der Kampfhandlungen vorbereitet. Zugleich betonter er: «Aber wir brauchen einen Plan B für den Fall, dass jemand schiesst – wie öffnet man dann die Meerenge wieder?» Er wisse nicht, ob das unbedingt eine Nato-Mission sein müsse, «aber es wären sicherlich Nato-Länder, die dazu beitragen können».
Rubio hob dabei hervor, dass die USA nicht auf Hilfe von Verbündeten angewiesen seien: «Die Vereinigten Staaten könnten es tun, aber es gibt Länder, die Interesse daran bekundet haben, möglicherweise an so etwas teilzunehmen, falls es tatsächlich so weit kommt.» Konkrete Länder nannte er dabei nicht.
Die Öffnung der Strasse von Hormus ist einer der zentralen Streitpunkte in den stockenden Verhandlungen zwischen Washington und Teheran. Der Iran hatte die Meerenge durch Drohungen und Beschuss von Tankern und Frachtschiffen nach Beginn des Kriegs weitgehend unpassierbar gemacht. Die USA reagierten darauf mit einer eigenen Blockade von Schiffen, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. (dpa)
13:04 Uhr
Freitag, 22. Mai
Iran: 35 Schiffe passieren Strasse von Hormus
Nach iranischen Angaben sollen in den vergangenen 24 Stunden 35 Schiffe die für den Energiehandel wichtige Strasse von Hormus passiert haben. Dies sei in Koordination mit der Marine der iranischen Revolutionsgarden erfolgt, zitierte der iranische staatliche Rundfunk eine Mitteilung der Streitkräfte. Es handelte sich den Angaben nach um Öltanker, Frachter und andere Handelsschiffe.
Irans Streitkräfte hatten kurz nach Kriegsbeginn die Kontrolle über die für den Energiehandel wichtige Strasse von Hormus übernommen. Durch Drohungen, Kontrollen und Angriffe auf Schiffe kam der Verkehr in der Meerenge weitgehend zum Erliegen. Die Folge waren weltweit deutlich steigende Energie- und Kraftstoffpreise. Die Meerenge ist laut dem Iran zudem inzwischen vermint.
Teheran betont stets, die Strasse von Hormus sei nicht blockiert. Faktisch müssen sich Reedereien jedoch mit iranischen Kontaktstellen koordinieren und dürfen anschliessend nur einen Korridor nahe der iranischen Küste passieren. Dafür verlangt die iranische Führung hohe Gebühren. Völkerrechtlern zufolge verstossen solche Gebühren gegen das Recht auf Transitpassage. (dpa)
11:39 Uhr
Freitag, 22. Mai
Rubio: Iran-Streit wird Thema bei Nato-Gipfel
Der transatlantische Streit über den Iran-Krieg wird nach Angaben von US-Aussenminister Marco Rubio Thema beim Nato-Gipfel im Juli. Die Enttäuschung von US-Präsident Donald Trump über einige der Nato-Verbündeten und deren Reaktion auf die Operationen im Nahen Osten sei gut dokumentiert, sagte er bei einem Aussenministertreffen im schwedischen Helsingborg. Dies sei etwas, das auf Ebene der Staats- und Regierungschefs besprochen werden müsse.
Als einen Grund für die Verärgerung von Trump hatte Rubio beim Abflug zu dem Treffen die Weigerung von Ländern wie Spanien genannt, die Nutzung von Stützpunkten für den Krieg gegen den Iran zuzulassen. Er führte dazu aus, dass die Mitgliedschaft der USA in einem Bündnis einen Wert für die USA haben müsse und ein zentraler Wert bei der Nato die Stützpunkte in Europa seien. Diese ermöglichten es den USA, in einem Krisenfall im Nahen Osten oder anderswo militärische Macht auszuüben.
Wie zuvor Nato-Generalsekretär Mark Rutte machte Rubio deutlich, dass Trumps Entscheidung für eine Entsendung von zusätzlichen 5.000 US-Soldaten nach Polen nicht als Kurswechsel bei Plänen zur Reduzierung des Engagements für die konventionelle Verteidigung Europas zu verstehen ist. Die Vereinigten Staaten hätten globale Verpflichtungen, denen sie mit Blick auf ihre Truppenstationierung nachkommen müssten, erklärte er. Das zwinge die USA ständig dazu, neu zu prüfen, wo man Truppen stationiere. Er sagte allerdings, dass dies keine Strafmassnahme sei.
Zuletzt hatten die USA nach kritischen Äusserungen von Bundeskanzler Friedrich Merz (CSU) den Abzug von rund 5.000 Soldaten aus Europa angekündigt und entschieden, Pläne zur Stationierung von Mittelstreckenwaffen in Deutschland vorerst nicht umzusetzen. (dpa)
10:41 Uhr
Freitag, 22. Mai
Iran: Spitzenpolitiker zweifelt an Unfalltod von Ex-Präsident Raisi
Ein iranischer Spitzenpolitiker hat öffentlich Zweifel an der Ursache für den Helikopterabsturz geäussert, bei dem 2024 Präsident Ebrahim Raisi ums Leben kam. «Bis heute habe ich niemals akzeptiert, dass dies etwas Normales oder lediglich ein gewöhnlicher Unfall gewesen sein soll», sagte Mohammed Mochber, der bis zum Februar Irans obersten Führer beraten hatte, in einem am Donnerstagabend (Ortszeit) ausgestrahlten Interview des Staatsfernsehens.
Vor zwei Jahren war der damalige, ultrakonservative Präsident Ebrahim Raisi gemeinsam mit Aussenminister Hussein Amirabdollahian und sieben weitere Personen bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen. Der Helikopter der Delegation war im Mai 2024 auf dem Rückflug von einem Staatsbesuch im Nachbarland Aserbaidschan in einer hügeligen Waldregion abgestürzt. Die Suche nach dem Absturzort dauerte viele Stunden. Offiziell wurden später Sabotage oder ein Anschlag ausgeschlossen.
Gerüchte über eine Fremdeinwirkung gab es schon damals, die Regierung dementierte dies jedoch. Der Absturz ereignete sich in einer Zeit militärischer Spannungen. Der Gaza-Krieg war in vollem Gange. Erst einen Monat zuvor hatte Israel das iranische Konsulat in Damaskus bombardiert und dabei hochrangige Generäle getötet. Die Attacke löste den ersten iranischen Raketenangriff auf israelisches Gebiet aus.
Mochber sagte dem Staatsfernsehen, er habe seine Zweifel dem früheren Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei, der Ende Februar bei einem gezielten israelischen Luftangriff getötet wurde, persönlich mitgeteilt. Es habe «durchaus die Möglichkeit technischer Eingriffe oder Manipulationen bestanden», sagte er. Mochber war nach Raisis Tod und bis zu den Neuwahlen Interimspräsident. (dpa)
08:38 Uhr
Freitag, 22. Mai
Libanon: Israel greift weiter Gesundheitseinrichtungen an
Die gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon gehen trotz Waffenruhe weiter. Im Libanon wurde dabei in der Nacht nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur NNA eine Einrichtung des Islamischen Gesundheitsdiensts angegriffen. Dabei wurden demnach vier Mitarbeiter getötet. Zwei Sanitäter seien verletzt worden. Das israelische Militär äusserte sich zu dem Angriff zunächst nicht.
Der Gesundheitsdienst steht der Hisbollah nahe. Israel greift im Libanon immer wieder auch Gesundheitseinrichtungen und medizinische Teams an. Es wirft der vom Iran unterstützten Hisbollah vor, diese als Tarnung zu missbrauchen, um Waffen und Kämpfer zu verstecken.
Mehr als 100 Beschäftigte im Gesundheitswesen getötet
Die libanesische Regierung, die keine Konfliktpartei im aktuellen Krieg ist, weist das zurück. Gesundheitsminister Rakan Nassereddine verurteilte die Angriffe kürzlich als «systematische gezielte Zerstörung des Gesundheitssektors». Seit Beginn der jüngsten Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah Anfang März wurden nach Behördenangaben 116 Beschäftigte im Gesundheitswesen getötet. 16 Krankenhäuser wurden demnach beschädigt und 147 Krankenwagen angegriffen.
Die israelische Armee gab unterdessen an, zwei bewaffnete Menschen nahe der israelischen Grenze im Südlibanon getötet zu haben. Ausserdem sei ein verdächtiges Luftobjekt auf dem Weg in den israelischen Luftraum identifiziert worden. Der Kontakt dazu sei jedoch verloren gegangen, bevor es israelisches Gebiet erreicht habe. Verletzte habe es nicht gegeben.
Im Zuge des Iran-Kriegs ist es auch zu einer erneuten Eskalation zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah gekommen. Die libanesische Regierung und Israel haben sich zwar Mitte April auf eine Waffenruhe geeinigt. Die gegenseitigen Angriffe wurden jedoch nicht eingestellt. Israel verbleibt auch mit Truppen im Südlibanon. Die Hisbollah lehnt Verhandlungen mit Israel ab. (dpa)
00:32 Uhr
Donnerstag, 21. Mai
Berichte: Hitziges Telefonat zwischen Trump und Netanjahu
US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sind Medienberichten zufolge wegen des weiteren Vorgehens gegenüber dem Iran in einem Gespräch aneinandergeraten. Grund dafür seien unterschiedliche Vorstellungen, wie mit einem neuen Vorschlag zur Beendigung des Iran-Kriegs umzugehen sei, berichteten das Portal «Axios» und das «Wall Street Journal» unter Berufung auf ungenannte Quellen.
Eine der Quellen habe «Axios» gesagt, Netanjahu sei nach dem Gespräch am Dienstag in Aufruhr gewesen, ihm habe der Kopf geraucht. Katar und Pakistan hatten demnach zusammen mit anderen Partnern einen überarbeiteten Friedensvorschlag vorgelegt, um die Differenzen zwischen den USA und dem Iran zu überbrücken.
Nach erneuten Drohungen hatte Trump zuletzt erklärt, einen neuen Angriff auf den Iran zu verschieben - mit der Begründung, dass es ernsthafte Verhandlungen gebe. Er sprach von einer positiven Entwicklung. Netanjahu steht den Verhandlungen laut den Medienberichten skeptisch gegenüber und möchte den Ende Februar gemeinsam begonnenen Krieg wieder aufnehmen, um die militärischen Fähigkeiten des Irans weiter zu schwächen.
Trump bezeichnete Netanjahu am Mittwoch vor Journalisten als «sehr guten Mann» und sagte: «Er wird tun, was immer ich von ihm verlange». Der US-Präsident betonte zudem, dass man sich mit Blick auf den Iran in einer Endphase befinde. «Wir werden sehen, was passiert. Entweder kommen wir zu einer Einigung, oder wir werden einige Dinge tun, die etwas unangenehm sind, aber hoffentlich kommt es nicht dazu», sagte er. (dpa)
15:40 Uhr
Mittwoch, 20. Mai
Irans Marine meldet: 26 Schiffe passieren Strasse von Hormus
Nach iranischen Angaben haben in den vergangenen 24 Stunden 26 Schiffe die für den Energiehandel wichtige Strasse von Hormus passiert. Dies sei in Koordination mit der Marine der iranischen Revolutionsgarden erfolgt, hiess es in einem Bericht der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim. Es handelte sich demnach um Öltanker, Frachter und andere Handelsschiffe.
Die iranische Führung hat im Zuge des Kriegs nach eigenen Angaben eine Kontrollbehörde geschaffen, die den Schiffsverkehr in der Meerenge regeln soll. Die Behörde für die Meerenge des Persischen Golfs (PGSA) fordert Reedereien zur Koordination auf. Eine Durchfahrt ohne Genehmigung werde als illegal betrachtet, hiess es in einem Beitrag der neu geschaffenen Behörde auf X. (dpa)
10:11 Uhr
Mittwoch, 20. Mai
Revolutionsgarden drohen mit Eskalation bei neuen Angriffen
Irans Revolutionsgarden (IRGC) drohen nach neuen Ultimaten von US-Präsident Donald Trump mit einer überregionalen Eskalation. In einer Mitteilung schrieben die IRGC laut der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim, bei neuen Angriffen Israels und der USA werde der «Krieg diesmal über die Region hinausreichen».
Es werde schwere Angriffe an Orten geben, die bisher nicht erwartet würden, hiess es weiter. Bereits am Dienstag hatte der iranische Vizeaussenminister Kasem Gharibabadi Bereitschaft für neue Eskalation gezeigt.
US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran zuletzt wieder mit Angriffen gedroht, nachdem die Verhandlungen über ein dauerhaftes Kriegsende ins Stocken gekommen waren. (dpa)
08:04 Uhr
Mittwoch, 20. Mai
Trumps Friedensrat will UN-Sicherheitsrat zu Druck auf Hamas drängen
Der von US-Präsident Donald Trump ins Leben gerufene Friedensrat („Board of Peace“) will den UN-Sicherheitsrat drängen, die Hamas im Gazastreifen zur Entwaffnung zu bewegen. Das geht aus einem Bericht des Gremiums hervor, das die von den USA vermittelte Waffenruhe in dem Palästinensergebiet überwacht. Die Nachrichtenagentur AP erhielt am Dienstag Einblick in das Dokument.
Beobachter rechnen damit, dass der Sicherheitsrat am Donnerstag über die Vorlage beraten wird, wenn er zusammentritt, um die Lage im Nahen Osten zu erörtern. Ein mit dem Bericht vertrauter Diplomat bestätigte dessen Echtheit. Er äusserte sich anonym, weil das Papier bislang nicht veröffentlicht wurde.
In dem Bericht heisst es, das grösste Hindernis für die volle Umsetzung der Waffenruhe sei derzeit die Weigerung der militant-islamistischen Palästinenserorganisation, ihre Waffen aufzugeben und einen zivilen Übergang zu ermöglichen. Die Hamas wies den Bericht zurück und erklärte, er enthalte Trugschlüsse.
Trumps 20-Punkte-Plan für eine Beendigung des Krieges im Gazastreifen sieht vor, dass die Hamas ihre Waffen abgibt und ihr weit verzweigtes Tunnelsystem zerstört. Ausserdem soll sich das israelische Militär aus dem Gazastreifen zurückziehen, eine neue technokratische palästinensische Regierung eingesetzt, eine internationale Sicherheitstruppe stationiert und das nach mehr als zwei Jahren Krieg schwer zerstörte Palästinensergebiet wieder aufgebaut werden. (dpa)
00:56 Uhr
Mittwoch, 20. Mai
Mindestens 19 Menschen bei Angriffen im Libanon getötet
Bei israelischen Luftangriffen im Libanon sind libanesischen Angaben zufolge mindestens 19 Menschen getötet worden, darunter vier Frauen und drei Kinder. Das teilte das libanesische Gesundheitsministerium am Dienstag mit. Ein Angriff auf das Dorf Deir Kanun al-Nahr in der Küstenprovinz Tyrus hat nach Regierungsangaben zehn Menschen das Leben gekostet, darunter drei Kinder und drei Frauen. Drei weitere Menschen seien verletzt worden, darunter ein Kind.
Das Ministerium nannte keine weiteren Details zu dem Angriff. Die staatliche Nachrichtenagentur NNA berichtete jedoch, dass ein Haus zerstört worden sei und mehrere Menschen unter den Trümmern gelegen hätten. Ihre Leichen seien später geborgen worden.
Laut dem Gesundheitsministerium tötete ein weiterer Luftangriff in der südlichen Stadt Nabatije vier Menschen und verletzte zehn weitere, darunter zwei Frauen. Ein dritter Angriff im nahe gelegenen Dorf Kfar Sir tötete fünf Menschen, darunter eine Frau.
Israel äusserte sich zunächst nicht zu den Berichten über Opfer im Libanon. Das israelische Militär teilte mit, dass am Dienstag ein Soldat im Kampf im Südlibanon getötet wurde. Damit steigt die Zahl der seit Beginn des aktuellen Konflikts getöteten israelischen Soldaten auf 21.
Die Hisbollah-Miliz hatte sich Anfang März, kurz nach Beginn der israelischen Angriffe auf den Iran, an die Seite ihrer Schutzmacht Teheran gestellt und Israel attackiert. Israel reagierte mit heftigen Gegenangriffen, bei denen nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums inzwischen mehr als 3.000 Menschen getötet wurden. Seit dem 17. April gilt eine Waffenruhe, die am Wochenende um 45 Tage verlängert wurde. Mehr als eine Million Menschen wurden im Libanon durch die Kämpfe vertrieben. (dpa)
12:54 Uhr
Dienstag, 19. Mai
Teheran wirft Bundeskanzler Merz «Heuchelei» vor
Der Iran hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) als Reaktion auf dessen Kritik an einem Angriff auf Atomanlagen in den Vereinten Arabischen Emiraten (VAE) «Heuchelei» vorgeworfen. In einem auf deutsch verfassten Post auf der Plattform X kritisierte der iranische Aussenamtssprecher Ismail Baghai, dass amerikanisch-israelische Angriffe auf iranische Atomanlagen nicht auf Verurteilung stiessen, ein vor kurzem erfolgter Drohnenangriff auf die VAE dagegen schon. Baghai kritisierte auch, dass Merz dem Iran die Schuld für den Angriff zugewiesen hatte.
Er nannte die Attacken eine «mutmassliche False-Flag-Operation». Damit werden Täuschungsmanöver bezeichnet, bei denen Angriffe einer anderen Partei angelastet werden sollen. Selbst die VAE hätten dem Iran bisher die Urheberschaft nicht offiziell angelastet, schrieb Baghai. Bundeskanzler Friedrich Merz hatte am Montag auf X «iranische Luftschläge gegen die Vereinigten Arabischen Emirate und weitere Partner» verurteilt. (dpa)
21:42 Uhr
Montag, 18. Mai
Trump sagt einen angeblich für Dienstag geplanten Angriff auf den Iran ab
US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben einen angeblich für Dienstag geplanten Angriff auf den Iran abgesagt. Er habe das Militär der Vereinigten Staaten angewiesen, die Attacke nicht durchzuführen, schrieb der Republikaner auf der Plattform Truth Social. Gleichzeitig soll das Militär demnach «jederzeit» bereit sein, einen umfassenden grossangelegten Angriff zu beginnen, falls keine akzeptable Vereinbarung mit dem Iran erzielt werde.
Trump schrieb weiter, er sei von Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten gebeten worden, den geplanten Militärschlag vorerst auszusetzen, da es derzeit ernsthafte Verhandlungen gebe. Er habe aus Respekt vor dieser Bitte entsprechend gehandelt.
Trump hatte zuvor nochmals den Druck auf Iran erhöht und mit einer Wiederaufnahme des Kriegs gedroht. «Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben», hatte er ebenfalls auf Truth Social geschrieben. (dpa)
19:07 Uhr
Montag, 18. Mai
Libanon: Bisher mehr als 3000 Tote und knapp 10'000 Verletzte
Im Krieg zwischen Israel und der Hisbollah sind im Libanon nach Behördenangaben bisher mehr als 3.000 Menschen getötet worden. Das Gesundheitsministerium in Beirut meldete, dass seit Ausbruch der jüngsten Eskalation Anfang März 3020 Menschen getötet und 9273 weitere Personen verletzt wurden. Das Ministerium unterscheidet bei seiner Zählung nicht zwischen Zivilisten und Mitgliedern der proiranischen Hisbollah-Miliz. (dpa)
11:19 Uhr
Montag, 18. Mai
Iran: Weitere Verhandlungsvorschläge mit USA ausgetauscht
Inmitten festgefahrener Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA hat Teheran nach eigenen Angaben wieder neue Vorschläge nach Washington geschickt. Aussenamtssprecher Ismail Baghai sagte vor Reportern, der Iran habe am Sonntag über den Vermittler Pakistan seine Standpunkte übermittelt. Über deren Inhalte ist noch nichts bekannt.
Zuvor hätten die USA Antworten auf Irans vorangegangenen Vorschlag übermittelt, sagte Baghai weiter. US-Präsident Donald Trump hatte diesen öffentlich als «dämlichen Vorschlag» abgetan.
Am Sonntag hatte die iranische Nachrichtenagentur Fars über den jüngsten US-Vorschlag berichtet. Daran wurde deutlich, dass beide Kriegsparteien bislang nicht wesentlich von ihren Forderungen abrücken. So sollen die USA zuletzt wieder klargemacht haben, die Kampfhandlungen nur langfristig einzustellen, wenn es bestimmte Verhandlungsergebnisse gibt. Für den Iran ist die Einstellung der Kampfhandlungen - insbesondere auch Israels Offensive im Libanon - eine Vorbedingung für weitere Verhandlungen.
Weit auseinander liegen die Parteien zudem vornehmlich bei Fragen rund um Irans Atomprogramm. Laut Fars enthalte der letzte US-Vorschlag die Forderung, der Iran müsse 400 Kilogramm hochangereichertes Uran an die USA übergeben. Das Land könne jedoch eine Nuklearanlage weiterbetreiben. Der Iran will derzeit nicht über das Atomprogramm verhandeln. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben des Berichts von Fars nicht. (dpa)
10:37 Uhr
Montag, 18. Mai
Israelische Soldaten fangen Schiffe von Gaza-Flotte ab
Israelische Soldaten haben am Montag Schiffe einer Flotte mit Ziel Gazastreifen abgefangen.
Mehr als 50 Schiffe waren am Donnerstag vom türkischen Mittelmeer-Hafen Marmaris aufgebrochen, um zu versuchen, die israelische Seeblockade des Gazastreifens zu durchbrechen. Die Organisatoren der sogenannten Global Sumud Flotilla sprachen vom letzten Abschnitt ihrer Reise zur Küste des palästinensischen Gebiets.
Die Organisation zeigte am Montag per Livestream, dass Aktivistinnen und Aktivisten der Schiffe Rettungswesten anzogen und ihre Hände hoben. Israelische Soldaten kamen an Bord. Danach brach der Livestream ab. Viele der Schiffe befanden sich zuletzt vor der Küste Zyperns.
Eine Stunde vor der Abfangaktion hatte das israelische Aussenministerium die Aktivistinnen und Aktivisten der Flotte aufgerufen, «den Kurs zu wechseln und sofort umzudrehen». «Einmal mehr eine Provokation mit dem Zweck der Provokation: eine weitere sogenannte «humanitäre Hilfsflotte» ohne humanitäre Hilfe», teilte das Ministerium auf der Plattform X mit.
Israelische Soldaten hatten erst Ende April mehr als 20 Boote der Global Sumud Flotilla nahe der griechischen Insel Kreta gestoppt und zunächst etwa 175 Aktivistinnen und Aktivisten festgenommen. Mehrere Länder protestierten gegen die damalige Abfangaktion.
Nach israelischen Behördenangaben war eine frühzeitige Aktion nötig, weil so viele Schiffe beteiligt waren. Zwei der Aktivisten - ein spanisch-schwedischer Staatsbürger palästinensischer Abstammung und ein brasilianischer Staatsbürger - wurden für ein Verhör nach Israel gebracht und dort mehrere Tage festgehalten.
Am Sonntag wurden sie aus Israel abgeschoben. Die beiden Aktivisten warfen Israel Folter vor. Das Land wies die Vorwürfe zurück. (dpa)
23:49 Uhr
Sonntag, 17. Mai
Saudi-Arabien: Aus dem irakischen Luftraum kommende Drohnen abgefangen
Saudi-Arabien hat erneut Drohnenangriffe gemeldet. Drei unbemannte Flugobjekte seien am Sonntagmorgen abgefangen und zerstört worden, nachdem sie aus dem irakischen Luftraum eingedrungen seien, hiess es in einer Mitteilung des Verteidigungsministeriums auf X. Man behalte sich das Recht vor, zu einem geeigneten Zeitpunkt und an einem geeigneten Ort zu reagieren, hiess es weiter.
Am Sonntag hatten bereits die Vereinigten Arabischen Emirate drei Angriffe von aus dem Westen einfliegenden Drohnen gemeldet. Zwei wurden nach Angaben des Verteidigungsministeriums abgefangen, eine traf einen Stromgenerator ausserhalb des inneren Sicherheitsbereichs des Atomkraftwerks Baraka. Woher die Drohnen stammten, werde noch untersucht, hiess es.
Im Iran-Krieg reagierten Irans Streitkräfte auf die Angriffe der USA und Israels mit Raketen- und Drohnenbeschuss auf Ziele in Israel und in der ganzen Golfregion. Seit Anfang April gilt in dem Konflikt eine von US-Präsident Donald Trump zuletzt einseitig verlängerte Waffenruhe. Spannungen in der Region hatten diese jedoch mehrfach ins Wanken gebracht. Neben dem Iran führten auch mit Teheran verbündete Milizen im Irak Angriffe durch. (dpa)
19:07 Uhr
Sonntag, 17. Mai
Trump droht mit Zerstörung: «Für den Iran tickt die Uhr»
US-Präsident Donald Trump droht dem Iran inmitten der festgefahrenen diplomatischen Bemühungen mit Zerstörung. «Für den Iran tickt die Uhr, und sie sollten sich besser SCHNELL bewegen, sonst wird von ihnen nichts mehr übrig bleiben», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. «DIE ZEIT DRÄNGT!» (dpa)
13:24 Uhr
Sonntag, 17. Mai
Emirate melden nach Drohnenangriff Feuer an Atomkraftwerk
Ein Drohnenangriff auf die Vereinigten Arabischen Emirate hat ein Feuer vor einem Atomkraftwerk in Abu Dhabi ausgelöst. Der Brand sei in einem externen Stromgenerator des Baraka-Kernkraftwerks in al-Dhafra ausgebrochen, teilte das Medienbüro von Abu Dhabi am Sonntag mit. Berichte über Verletzte lägen nicht vor. Es gebe keinen Anstieg der Radioaktivität über die Sicherheitsrichtwerte.
Die Atomaufsichtsbehörde der Emirate erklärte, das Feuer habe die Sicherheit des Kraftwerks nicht beeinträchtigt. «Alle Anlagen arbeiten normal», schrieb die Organisation im Kurznachrichtendienst X. Die Internationale Atomenergiebehörde mit Sitz in Wien äusserte sich zunächst nicht.
Wer hinter dem Angriff steht, blieb vorerst offen. Der Iran hat jedoch nach Beginn der Angriffe Israels und der USA auch Nachbarstaaten beschossen, die nicht direkt an dem Konflikt beteiligt sind. Seit dem 8. April gilt zwar eine Waffenruhe. Diese wird jedoch immer wieder verletzt. Ausserdem sind die Gespräche zwischen Teheran und Washington zum Stillstand gekommen.
Das Kernkraftwerk Baraka steht westlich der Metropole Abu Dhabi und verfügt über vier Reaktoren. Es wurde für umgerechnet etwa 17,2 Milliarden Dollar mit Hilfe Südkoreas gebaut, ging 2020 ans Netz und ist das erste und einzige Atomkraftwerk auf der Arabischen Halbinsel. (dpa)
12:40 Uhr
Samstag, 16. Mai
Israels Militär bestätigt Tod von Hamas-Chef im Gazastreifen
Das israelische Militär und der Inlandsgeheimdienst Schin Bet haben den Tod des Militärchefs der Hamas im Gazastreifen, Iss al-Did al-Haddad, bei einem israelischen Luftangriff am Vortag bestätigt. Al-Haddad wurde in einer Mitteilung als einer der Architekten des Terrorangriffs am 7. Oktober 2023 bezeichnet. Bei dem Angriff töteten Terroristen der Hamas und andere Islamisten rund 1200 Menschen in Israel und verschleppten mehr als 250 in den Gazastreifen.
Al-Haddad war nach der Tötung von Mohammed Sinwar zum Militärchef der Hamas im Gazastreifen aufgerückt. Nach israelischen Militärangaben gehörte er zu den dienstältesten Kommandeuren der Hamas. Er habe sich der Terrororganisation in ihrer Gründungsphase angeschlossen, hiess es. Israel hat eine Reihe politischer und militärischer Führer der Hamas gezielt getötet.
Eine offizielle Bestätigung des Todes durch die Hamas gibt es bisher nicht. Seine Familie bestätigte hingegen, dass al-Haddad, seine Frau und eine seiner Töchter bei dem israelischen Angriff in einem Stadtteil von Gaza am Freitag ums Leben gekommen sei. (dpa)
06:21 Uhr
Samstag, 16. Mai
Bericht: Tote und Verletzte bei israelischem Angriff im Libanon
Bei einem mutmasslich von Israels Armee geführten Angriff im Süden des Libanons sind einem Medienbericht zufolge sechs Menschen getötet worden. Drei der Todesopfer bei der Attacke auf ein Zentrum des Zivilschutzes im Bezirk Nabatieh seien Sanitäter gewesen, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA. Weitere 22 Menschen seien bei dem Angriff verletzt worden. Das israelische Militär äusserte sich zunächst nicht dazu.
Die USA hatten erst am Freitag die Verlängerung der aktuell geltenden Waffenruhe zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon um 45 Tage bekanntgegeben. Allerdings war die Feuerpause bereits in den vergangenen Wochen von beiden Seiten immer wieder verletzt worden. (dpa)
20:29 Uhr
Freitag, 15. Mai
USA verkünden Verlängerung der Waffenruhe im Libanon
Die aktuell geltende Waffenruhe zwischen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon und Israel soll nach US-Angaben um 45 Tage verlängert werden. Das teilte der Sprecher des US-Aussenministeriums, Tommy Pigott, auf der Plattform X mit. Die Hisbollah äusserte sich zunächst nicht. Die Waffenruhe war in den vergangenen Wochen von beiden Seiten mehrfach verletzt worden.
Pigott kündigte ferner eine weitere Gesprächsrunde zwischen Vertretern beider Seiten unter der Vermittlung des Ministeriums am 2. und 3. Juni an. Zuvor solle am 29. Mai noch im Pentagon ein militärischer Dialog zwischen Delegationen beider Länder stattfinden.
Die Verlängerung der Waffenruhe wurde an diesem Freitag nach einer dritten Gesprächsrunde zwischen israelischen und libanesischen Regierungsvertretern in Washington bekanntgegeben. Eine bisherige Frist wäre am Sonntag (17. Mai) abgelaufen.
13:44 Uhr
Freitag, 15. Mai
Iran: Hoffen, dass Vernunft in das Weisse Haus zurückkehrt
Irans Aussenminister hat die Aussenpolitik der USA scharf kritisiert. Bei einer Pressekonferenz in Neu-Delhi warf Chefdiplomat Abbas Araghtschi der US-Regierung widersprüchliche Signale in der Kommunikation vor. «Die Botschaften, die wir von amerikanischer Seite erhalten, unterscheiden sich täglich. (...) Manchmal erhalten wir sogar an einem einzigen Tag mehrere unterschiedliche Botschaften», sagte Araghtschi.
Als Beispiel nannte der Minister Äusserungen von US-Präsident Donald Trump, der sich über einen Verhandlungsvorschlag aus dem Iran empört hatte. «Danach erhielten wir jedoch erneut Botschaften von amerikanischer Seite, die zeigten, dass sie an der Fortsetzung der Gespräche und der weiteren Interaktion interessiert sind», sagte Araghtschi bei der Pressekonferenz am Rande des Aussenminister-Treffens der Brics-Staatengruppe.
Irans Aussenminister sagte, die USA befänden sich einem «Zustand der Verwirrung» und hätten keine Strategie, den Krieg zu beenden. «Jeden Tag nennen sie andere Ziele. Wir hoffen wirklich, dass Vernunft und Weisheit in das Weisse Haus zurückkehren», sagt Araghtschi.
Der Iran sei auf alle Optionen vorbereitet, erklärte der Minister weiter. «Entweder kehren wir auf das Schlachtfeld und in den Krieg zurück oder wir kehren an den Verhandlungstisch zurück, führen Gespräche und verfolgen den Weg der Diplomatie.» Sein Land sei auf beide Optionen vorbereitet. «Für uns macht das keinen Unterschied.» (dpa)
13:33 Uhr
Freitag, 15. Mai
Iran: Russland hat Hilfe im Atomstreit angeboten
Russland hat iranischen Angaben zufolge im Atomstreit mit dem Westen Hilfe angeboten. «Ich habe Präsident (Wladimir) Putin in Russland getroffen, und wir haben auch über Uran gesprochen», sagte Irans Aussenminister Abbas Araghtschi bei einer Pressekonferenz in Neu-Delhi. Er dankte der russischen Regierung für ihren «Vorschlag».
Araghtschi bestätigte damit am Rande des Aussenminister-Treffens der Brics-Staatengruppe Worte von Putin. Der Kremlchef hatte nach den Feierlichkeiten zum Jahrestag des Sieges im Zweiten Weltkrieg erklärt, Russland sei bereit, hochangereichertes Uran aus dem Iran zur Lagerung zu übernehmen.
Das iranische Atomprogramm ist umstritten. Die USA, Israel und westliche Staaten werfen der Führung in Teheran vor, nach Atomwaffen zu streben. Der Iran weist dies zurück. Mit Sorge blickt der Westen insbesondere auf die Bestände von rund 440 Kilogramm Uran, das im Iran auf 60 Prozent angereichert wurde und bei weiterer Anreicherung zum Bau mehrerer Atomwaffen ausreichen könnte.
Bereits vor dem Krieg, den die USA und Israel Ende Februar gegen den Iran begonnen hatten, verhandelten Vertreter aus Washington und Teheran über den Verbleib des hochangereicherten Materials. US-Präsident Donald Trump drängt darauf, das Uran ausser Landes zu bringen. Berichten zufolge war auch eine Verdünnung des Materials im Gespräch, an die Teheran jedoch Bedingungen knüpfte. Das Uran soll in einer der unterirdischen iranischen Atomanlagen liegen, die bereits im Sommer 2025 bombardiert worden waren. (dpa)
12:15 Uhr
Freitag, 15. Mai
Strasse von Hormus aus Irans Sicht nur für Feinde gesperrt
Die Strasse von Hormus ist aus Sicht der iranischen Regierung nur für ihre Feinde gesperrt. «Die Strasse von Hormus ist aus unserer Sicht nicht geschlossen, insbesondere nicht für befreundete Länder. Sie ist nur für unsere Feinde geschlossen», sagte Aussenminister Abbas Araghtschi am Rande des Aussenminister-Treffens der Brics-Staatengruppe in Neu-Delhi.
Irans Chefdiplomat stellte überraschend auch eine Aufhebung von Einschränkungen durch die iranische Marine in Aussicht. Araghtschi nannte dafür als Voraussetzung ein Ende des Kriegs, den die USA und Israel Ende Februar gegen den Iran begonnen hatten. «Dann werden wir sicherstellen, dass die sichere Passage für jedes einzelne Schiff garantiert ist», sagte er.
Irans Streitkräfte hatten kurz nach Kriegsbeginn die Kontrolle über die für den Energiehandel wichtige Strasse von Hormus übernommen. Durch Drohungen, Kontrollen und Angriffe auf Schiffe kam der Verkehr in der Meerenge weitgehend zum Erliegen. Die Folge waren weltweit deutlich steigende Energie- und Kraftstoffpreise. Die Meerenge ist laut dem Iran zudem inzwischen vermint.
Teheran betont stets, die Strasse von Hormus sei nicht blockiert. Faktisch müssen sich Reedereien jedoch mit iranischen Kontaktstellen koordinieren und dürfen anschliessend nur einen Korridor nahe der iranischen Küste passieren. Dafür verlangt die iranische Führung hohe Gebühren. Völkerrechtlern zufolge verstossen solche Gebühren gegen das Recht auf Transitpassage. Die USA verhängten Mitte April ihrerseits eine Seeblockade gegen den Iran, um das Land unter anderem von Öleinnahmen abzuschneiden. (dpa)
06:23 Uhr
Freitag, 15. Mai
Jemen und Huthi einigen sich auf Freilassung von 1.600 Gefangenen
Die jemenitische Regierung und die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen haben sich am Donnerstag auf die Freilassung von mehr als 1.600 Gefangenen geeinigt. Es ist der grösste Gefangenentausch seit Beginn des elfjährigen Bürgerkriegs im Jemen. Das Abkommen wurde in Amman nach 14 Wochen Verhandlungen unter Beobachtung von UN-Beamten und dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) unterzeichnet. Es war zunächst unklar, wann die Freilassungen beginnen würden.
Abdelkader al-Murtada, Leiter des Huthi-Nationalkomitees für Gefangenenangelegenheiten, sagte, dass 1.100 der fast 1.700 Gefangenen den Huthi nahestehende Personen seien, während sieben Saudis und 20 Sudanesen zu den 580 Gefangenen gehörten, die von der Regierung freigelassen werden.
Jahja Kasman, Leiter der Regierungsdelegation, erklärte auf X, dass auch «eine Reihe von Politikern und Medienschaffenden», die von den Huthi festgehalten werden, freigelassen würden. Details nannte er nicht.
UN-Generalsekretär António Guterres begrüsste die Vereinbarung und forderte die Parteien auf, zügig mit der Umsetzung zu beginnen, damit Familien bald wieder vereint werden könnten, wie ein UN-Sprecher mitteilte. Guterres forderte zudem die Regierung und die Huthi auf, den positiven Schwung des Abkommens zu nutzen und konstruktiv an einem inklusiven politischen Prozess für einen gerechten und dauerhaften Frieden im Jemen mitzuwirken, sagte Guterres' stellvertretender Sprecher Farhan Hak.
Der Jemen war 2014 in einen Bürgerkrieg gestürzt, als die Huthi die Hauptstadt Sanaa und weite Teile Nordjemens eroberten und die Regierung ins Exil zwangen. Im folgenden Jahr intervenierte eine von Saudi-Arabien geführte Koalition, zu der auch die Vereinigten Arabischen Emirate gehören, um die Regierung wieder an die Macht zu bringen. (dpa)
05:59 Uhr
Freitag, 15. Mai
China fordert erneut Öffnung der Strasse von Hormus
China hat bei einem bilateralen Treffen mit den USA erneut die Öffnung der Strasse von Hormus gefordert und einen diplomatischen Weg zur Beendigung des Kriegs im Iran angemahnt. «Jetzt, wo die Tür für Dialog geöffnet wurde, sollte sie nicht wieder geschlossen werde», erklärte das chinesische Aussenministerium am Freitag in einer Mitteilung. Dabei solle eine Lösung «die Bedenken aller Parteien zum iranischen Atomprogramm berücksichtigen». «Die Schifffahrtswege sollten so schnell wie möglich wieder geöffnet werden», hiess es weiter.
US-Präsident Donald Trump verlangt ein Zurückfahren des iranischen Atomprogramms als Bedingung für ein Ende des Kriegs. Das Aussenministerium machte keine Angaben, ob China aktiv bei Verhandlungen zur Beendigung des Konflikts helfen werde, wie Trump in einem Interview mit Fox-News-Moderator Sean Hannity erklärte. Stattdessen stellte das Ministerium einen Vier-Punkte-Friedensvorschlag von Staatschef Xi Jinping vor, der zwar wenige konkrete Details enthält, aber die Wahrung der nationalen Souveränität und des Völkerrechts betont. (dpa)
00:58 Uhr
Freitag, 15. Mai
Bericht: Saudi-Arabien und Emirate haben Iran angegriffen
Als Vergeltung für iranische Angriffe auf das eigene Staatsgebiet sollen Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate einem Medienbericht zufolge während des jüngsten Konflikts im Nahen und Mittleren Osten ihrerseits Ziele im Iran attackiert haben. Es sei das erste Mal gewesen, dass die beiden arabischen Länder den Iran direkt angriffen, berichtete die «New York Times» unter Berufung auf aktuelle und ehemalige ranghohe US-Beamte. Über Zeitpunkt und Ziele der unabhängig voneinander durchgeführten Attacken machten sie keine Angaben.
Weder Saudi-Arabien noch die Emirate bestätigten die Angriffe. Der Iran hatte im jüngsten Krieg mit den USA und Israel immer wieder Ziele in den beiden Ländern angegriffen und erhebliche Schäden angerichtet. Das US-Militär unterhält sowohl in Saudi-Arabien als auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten Stützpunkte.
Saudi-Arabien und Iran ringen seit langem um die Vorherrschaft in der Region. Die Rivalität wird auch vom konfessionellen Konflikt zwischen dem sunnitischen Islam in Saudi-Arabien und dem schiitischen Islam im Iran geprägt. Auch die Beziehungen zwischen den Emiraten und dem Iran sind angespannt. Das arabische Land ist ein wichtiger Verbündeter der USA und hatte zuletzt auch seine Beziehungen zu Irans Erzfeind Israel normalisiert. (dpa)
22:28 Uhr
Donnerstag, 14. Mai
Israel und Hisbollah greifen einander weiter gegenseitig an
Israels Armee geht eigenen Angaben zufolge trotz der noch geltenden Waffenruhe im Krieg mit der Hisbollah weiter gegen die vom Iran unterstützte Miliz im Südlibanon vor. In den vergangenen 24 Stunden habe das Militär mehr als 20 Mitglieder der Schiitenorganisation im Süden des Nachbarlandes getötet, hiess es in einer Mitteilung am Abend. Zudem habe die Armee Dutzende Ziele der Miliz angegriffen, darunter Waffenlager und Kommandozentralen.
Die Hisbollah feuerte am Abend israelischen Militärangaben zufolge derweil wieder Geschosse auf Nordisrael ab, von denen einige abgefangen worden und andere auf offenes Gelände gestürzt seien. In mehreren Gegenden wurde Raketenalarm ausgelöst. Über Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Die Hisbollah feuerte laut Israels Armee zudem im Laufe des Tages unter anderem Raketen in Richtung israelischer Soldaten. Es habe dabei keine Verletzten gegeben. (dpa)
17:56 Uhr
Donnerstag, 14. Mai
US-Admiral: Berichte über Irans verbliebene Raketen falsch
Der Kommandeur des für den Nahen Osten zuständigen Regionalkommandos Centcom, Brad Cooper, hat Berichten über umfassende verbliebene Raketenstellungen des Irans widersprochen. Er könne keine geheimdienstlichen Informationen preisgeben, aber die öffentlich kursierenden Zahlen seien aus seiner Sicht falsch, sagte Cooper in einer Anhörung im US-Kongress. Mehrere Medien hatten zuvor unter Berufung auf informierte Quellen berichtet, der Iran verfüge noch über etwa 70 bis 75 Prozent seiner mobilen Abschussrampen sowie 70 Prozent seines Raketenarsenals. (dpa)
17:42 Uhr
Donnerstag, 14. Mai
Internet im Iran soll wieder freigeschaltet werden
Im Iran soll das Internet einem Bericht zufolge nach mehr als 75 Tagen Anfang Juni wieder freigeschaltet werden. Ein von Vizepräsident Mohammed-Reza Aref geleiteter «Sonderstab» solle in der kommenden Woche die notwendigen Schritte einleiten, damit das Internet in der ersten Juni-Woche wieder für alle Bürger verfügbar werde, berichtete die Tageszeitung «Etemad» auf ihrem Webportal unter Berufung auf Regierungskreise. (dpa)
17:40 Uhr
Donnerstag, 14. Mai
US-Gericht setzt Sanktionen gegen UN-Palästina-Expertin aus
Ein US-Bundesrichter hat Sanktionen der US-Regierung gegen die UN-Sonderberichterstatterin für die Palästinensergebiete ausgesetzt. Der Richter Richard Leon am Gericht im District of Columbia begründete die Aufhebung am Mittwoch mit dem Schutz der Meinungsfreiheit.
Der Ehemann und die Tochter der italienischen Juristin Francesca Albanese, die als Sonderberichterstatterin des UN-Menschenrechtsrats für die besetzten palästinensischen Gebiete zuständig ist, hatten gegen die US-Sanktionen geklagt. Albanese bedankte sich auf der Plattform X bei ihrer Familie. (dpa)
16:19 Uhr
Donnerstag, 14. Mai
Bessent: Iranische Ölproduktion liegt brach
Die iranische Ölproduktion ist nach Darstellung von US-Finanzminister Scott Bessent zum Stillstand gekommen. Seit drei Tagen sei kein Öl mehr auf der für den Export wichtigen Insel Kharg verladen worden. «Wir gehen davon aus, dass ihre Lagerkapazitäten erschöpft sind», sagte er im Interview des US-Senders CNBC und führte fort: «Es fahren keine Schiffe aus, es kommen keine Schiffe an, sie können also kein Öl auf See lagern». (dpa)
15:40 Uhr
Donnerstag, 14. Mai
Revolutionsgarden: Rund 30 Schiffe passierten die Strasse von Hormus
Rund 30 Schiffe haben nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) seit der vergangenen Nacht die Strasse von Hormus passiert. Das erklärte ein Kommandeur der IRGC-Marine laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars. Er betonte zugleich, dass weiterhin kein Schiff «eines feindlichen Staates» die Meerenge durchqueren dürfe. (dpa)
12:17 Uhr
Donnerstag, 14. Mai
Hisbollah-Drohne verletzt in Israel drei Menschen
Bei einem Drohnenangriff der libanesischen Hisbollah-Miliz sind in Israel drei Zivilisten verletzt worden. Zwei von ihnen seien schwer verwundet, teilten Militär und Krankenhäuser am Donnerstag mit. Das israelische Militär griff Gebiete im Südlibanon an.
Die schiitische Hisbollah hatte sich Anfang März, kurz nach Beginn der israelischen Angriffe auf den Iran, an die Seite ihrer Schutzmacht Teheran gestellt und Israel attackiert. Israel reagierte mit heftigen Gegenschlägen und einer Bodenoffensive in den Südlibanon, bei denen nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums 2.896 Menschen getötet und 8.824 verletzt wurden. Seit dem 17. April gilt eine Waffenruhe, die jedoch immer wieder gebrochen wird. Erst am Mittwoch gab es bei israelischen Angriffen nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums zwölf Tote, unter ihnen eine Frau und zwei Kinder.
Die Vereinten Nationen warfen der Hisbollah Drohnenangriffe in der Nähe ihrer Friedenstruppen im Südlibanon vor. Beide Seiten müssten die Waffenruhe einhalten und alle Angriffe einstellen, forderte der stellvertretende UN-Sprecher Farhan Haq.
Für Donnerstag ist eine weitere Runde direkter Gespräche zwischen der libanesischen Regierung und Israel in Washington geplant. Sie hatten im April zum ersten Mal seit Jahrzehnten miteinander verhandelt. Israel strebt nach eigenen Angaben einen Friedensvertrag und eine Entwaffnung der Hisbollah an, die im Libanon eine Art Staat im Staate bildet. Die Hisbollah lehnt die Gespräche ab. (dpa)
11:46 Uhr
Donnerstag, 14. Mai
Iran weist Verantwortung für Blockade der Strasse von Hormus zurück
Aussenminister Abbas Araghtschi erklärte am Rande eines Treffens, die Strasse von Hormus sei grundsätzlich für den Schiffsverkehr offen. Die Durchfahrt müsse jedoch mit iranischen Seestreitkräften koordiniert werden. «Das Hindernis sind nicht wir, sondern die USA mit ihrer Blockade», sagte er und forderte die Aufhebung der «illegalen» US-Massnahmen.
Seit Beginn des Iran-Kriegs kontrolliert Teheran die wichtige Route für den globalen Energiehandel. Durch Drohungen, Kontrollen und Angriffe auf Schiffe ist der Verkehr stark eingeschränkt, was weltweit zu steigenden Energiepreisen führte. Reedereien müssen sich anmelden, bestimmte Korridore nutzen und teils hohe Gebühren zahlen – was völkerrechtlich umstritten ist.
Die USA verhängten ihrerseits eine Seeblockade gegen den Iran, um den Druck zu erhöhen. Militärische Zwischenfälle in der Meerenge, trotz bestehender Waffenruhe, zeigen, wie fragil die Lage bleibt. (dpa)
17:31 Uhr
Mittwoch, 13. Mai
Nächste Gesprächsrunde zwischen Israel und Libanon
Vertreter der verfeindeten Länder Israel und Libanon wollen unter Vermittlung der USA am Donnerstag und Freitag zu weiteren Gesprächen in Washington zusammenkommen. Früheren US-Angaben zufolge wollen beide Delegationen ein «umfassendes Friedens- und Sicherheitsabkommen voranbringen, das die zentralen Anliegen beider Länder substanziell berücksichtigt.»
Weitere Themen sollen demnach die Wiederherstellung der libanesischen Souveränität sowie die Festlegung der Grenzen des Staatsgebietes sein. Die Vertreter wollen auch darüber reden, wie konkrete Wege für humanitäre Hilfe und den Wiederaufbau im Libanon geschaffen werden können. Wer die beiden Länder vertritt, war zunächst unklar. (dpa)
16:50 Uhr
Mittwoch, 13. Mai
Friedensrat-Gesandter sieht wenig Fortschritte in Gaza-Konflikt
Ein ranghoher Gesandter des von US-Präsident Donald Trump geleiteten sogenannten Friedensrats zur Überwachung der Waffenruhe im Gaza-Krieg, Nikolaj Mladenow, sieht wenig Fortschritte bei der Lösung des Konflikts. Trotz der seit Oktober andauernden Waffenruhe sei «die Tür zur Zukunft von Gaza noch immer geschlossen», sagte Mladenow am Mittwoch bei einem Besuch in Jerusalem. «Das ist nicht das, was den Palästinensern versprochen wurde und es ist nicht das, was sie verdienen. Und es gibt Israel nicht die Sicherheit, weiterzumachen, so wie es die Israelis auch wollen», sagte er. (dpa)
06:58 Uhr
Mittwoch, 13. Mai
Trump spielt Meinungsverschiedenheiten mit Iran herunter
Kurz vor seinem Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping hat US-Präsident Donald Trump die Meinungsverschiedenheiten in Bezug auf den Iran-Krieg heruntergespielt. Der chinesische Staatsführer habe seine Sache ziemlich gut gemacht, sagte Trump auf eine Journalistenfrage nach Chinas Rolle im Iran. «Schauen Sie auf die Seeblockade - keine Probleme», sagte Trump.
Die USA versuchen, mit einer Seeblockade für Schiffe, die aus iranischen Häfen auslaufen oder diese ansteuern, den Druck auf die iranische Führung zu erhöhen. Das trifft auch China - das Land ist der mit Abstand wichtigste Abnehmer iranischen Öls. Bislang hat sich China aus dem Konflikt weitgehend herausgehalten.
Allerdings unterstützt China den Iran wirtschaftlich. Das ist ein Knackpunkt im Verhältnis zwischen Washington und Peking. So hatte das US-Finanzministerium zuletzt mehrfach Sanktionen gegen chinesische Firmen verhängt, die den USA zufolge unerlaubten Handel mit dem Iran treiben. Dabei ging es unter anderem um Raffinerien, die Rohöl aus dem Iran verarbeiten.
Trump lobte den chinesischen Präsidenten. Xi sei jemand, mit dem er sehr gut auskomme, sagte er. «Das wird eine sehr spannende Reise. Es werden viele grossartige Dinge passieren», sagte Trump. In Peking sind unter anderem Gespräche mit Präsident Xi und ein Staatsbankett geplant. Auf die Frage, ob Xi im Iran-Krieg hilfreich sein könne, antwortete Trump: «Ich denke, wir brauchen im Iran überhaupt keine Hilfe.» (dpa)
18:45 Uhr
Dienstag, 12. Mai
Pentagon: Iran-Krieg kostete «eher» 29 Milliarden Dollar
Die Kosten des Iran-Krieges für die Vereinigten Staaten sind nach Schätzungen eines hochrangigen Pentagon-Mitarbeiters deutlich gestiegen. Die Ausgaben lägen mittlerweile «eher» bei 29 Milliarden US-Dollar (gut 24,6 Mrd Euro), sagte Jules W. Hurst III bei einer Anhörung des Repräsentantenhauses. Grund dafür seien Reparatur- und Ersatzbeschaffungen bei Ausrüstung sowie «allgemeine Betriebskosten».
In einem späteren Senatsausschuss stellte Hurst dann klar, dass die 29 Milliarden Dollar noch keine Kosten beinhalteten, die für Reparaturen amerikanischer Einrichtungen anfallen würden, die im Zuge des Krieges angegriffen wurden. Unter anderem liege dies daran, da die USA nicht wüssten, «welchen Anteil unsere Verbündeten und Partner bei diesem Wiederaufbau übernehmen werden», führte er aus.
Ende April hatte er noch von schätzungsweise 25 Milliarden US-Dollar (rund 21,2 Mrd Euro) gesprochen. Diese beinhalteten alle Ausgaben der «Operation Epic Fury» (auf Deutsch etwa: „Operation Epische Wut“), die seit Beginn Ende Februar angefallen seien. Der grösste Teil des Geldes davon sei für Munition aufgewendet worden.
Derzeit versucht das Pentagon, eine deutliche Erhöhung der Verteidigungsausgaben genehmigt zu bekommen. Der Haushaltsentwurf der Trump-Regierung sieht für das Haushaltsjahr 2027 knapp 1,5 Billionen US-Dollar für Verteidigungsausgaben vor. (dpa)
06:34 Uhr
Dienstag, 12. Mai
USA erhöhen Druck auf Iran mit weiteren Sanktionen
Die US-Regierung verschärft den ökonomischen Druck auf den Iran weiter. Sie verhängte Sanktionen gegen mehrere Personen und Unternehmen, darunter Firmen mit Sitz in Hongkong und den Vereinigten Arabischen Emiraten, wie das US-Finanzministerium mitteilte. Die USA werfen ihnen vor, den Verkauf und den Transport iranischen Öls durch die iranischen Revolutionsgarden nach China unterstützt zu haben.
Die Revolutionsgarden nutzten Tarnfirmen, «um ihre Rolle bei den Ölverkäufen zu verschleiern und die Einnahmen an das iranische Regime weiterzuleiten», hiess es. Die USA arbeiten demnach weiter daran, der Führung der Islamischen Republik die Mittel für ihre Waffenprogramme, terroristischen Stellvertreter und nuklearen Ambitionen zu entziehen, betonte US-Finanzminister Scott Bessent.
Sanktionen kurz vor Treffen Trumps mit Xi
Die neuen Sanktionen erfolgen kurz vor dem geplanten Treffen von Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping. Bereits vor wenigen Tagen hatten die USA neue Iran-Sanktionen bekanntgegeben, die auch mehrere chinesische Unternehmen treffen. Sie hätten eine Rolle bei der Beschaffung von Waffen sowie Bauteilen für das iranische Drohnen- und Raketenprogramm gespielt, heiss es.
Die Unterstützung aus China für den Iran ist ein Spannungspunkt im Verhältnis zwischen Washington und Peking. So sind etwa chinesische Raffinerien ein führender Käufer von Erdöl aus dem Iran. Das Iran-Thema dürfte eine wichtige Rolle bei dem Besuch Trumps bei Xi ab Mittwoch in Peking spielen. (dpa)
18:12 Uhr
Montag, 11. Mai
Trump: Waffenruhe mit dem Iran hängt «am Tropf»
Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran hängt laut US-Präsident Donald Trump «am Tropf». Trump hatte zuvor den jüngsten iranischen Vorschlag für ein dauerhaftes Ende des Krieges abgelehnt und antwortete am Montag auf die Frage, ob die Feuerpause noch gelte, diese sei «unglaublich schwach» und hänge «am Tropf».
«Ich würde sie im Moment als die schwächste überhaupt bezeichnen, nachdem ich diesen Schund gelesen habe, den sie uns geschickt haben», sagte Trump während eines Termins im Oval Office, der in keinem Zusammenhang mit dem Thema stand. «Ich habe ihn nicht einmal zu Ende gelesen.»
Der Iran hat nach Angaben des Staatsfernsehens Kriegsentschädigungen der USA, die uneingeschränkte iranische Souveränität über die Strasse von Hormus, die Aufhebung der Sanktionen sowie die Freigabe seiner im Ausland beschlagnahmten Vermögenswerte verlangt. Über seine Uranbestände wollte er erst später verhandeln. Trump wies den Vorschlag als völlig inakzeptabel zurück.
Die USA und Israel bestehen darauf, dass Teheran seine Uranvorräte abgibt, weil sie fürchten, dass der Iran daraus eines Tages Atombomben bauen könnte. Der Iran versichert, sein Atomprogramm diene ausschliesslich zivilen Zwecken. Er hat Uran allerdings weit höher angereichert, als dies für eine friedliche Nutzung nötig ist. (dpa)
16:34 Uhr
Montag, 11. Mai
Israel bestraft Soldaten nach Schändung christlicher Statue
In Israel sind zwei Soldaten wegen Schändung einer christlichen Statue im Südlibanon zu Gefängnisstrafen verurteilt worden. Ein Militärsprecher erklärte, ein Soldat, der einer Marienstatue eine Zigarette in den Mund steckte, sei zu 21 Tagen Haft im Militärgefängnis verurteilt worden. Ein weiterer Soldat, der den Vorfall filmte, erhielt eine Strafe von 14 Tagen.
Kurz zuvor waren Soldaten, die an der Zerstörung eines Kruzifixes im Südlibanon beteiligt waren, ebenfalls zu Haftstrafen im Militärgefängnis verurteilt worden. (dpa)
14:55 Uhr
Montag, 11. Mai
Iran signalisiert: Strasse von Hormus gehört uns
Der Iran bekräftigte das von ihm beanspruchte Recht auf die Strasse von Hormus auch gegenüber Frankreich und Grossbritannien. Der Seeweg sei kein Gemeingut überregionaler Mächte, schrieb Vizeaussenminister Kasem Gharibabadi auf der Plattform X. Sollten französische oder britische Schiffe dort Massnahmen der USA unterstützen, erfolge «eine entschlossene und sofortige Antwort der Streitkräfte der Islamischen Republik Iran».
Von einem französischen oder französisch-britischen Einsatz sei nie die Rede gewesen, beschwichtigte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf Reisen in Nairobi. Er habe Anweisungen erteilt, den Flugzeugträger «Charles de Gaulle» und Begleitschiffe näher an die Strasse von Hormus zu verlegen. Jede Blockade müsse beendet werden. Aber Frankreich gehe es um eine internationale Mission in Absprache mit dem Iran, um die Schifffahrt sicherzustellen. (dpa)
22:35 Uhr
Sonntag, 10. Mai
Trump: Antwort aus dem Iran «völlig inakzeptabel»
US-Präsident Donald Trump hält die Antwort des Irans auf den US-Vorschlag zur Beendigung des Krieges für «völlig inakzeptabel». «Ich habe gerade die Antwort der sogenannten «Vertreter» des Iran gelesen. Das gefällt mir nicht - VÖLLIG INAKZEPTABEL», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Weitere Details zu dem Vorschlag gab es nicht. Bereits Stunden zuvor hatte er in einem anderen Beitrag Teheran gedroht. «Die werden nicht mehr lange lachen!», hiess es.
Zuvor hatte der Iran eine Antwort auf den US-Vorschlag zur Beendigung des Krieges an den Vermittler Pakistan weitergegeben, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. Der Staatssender Irib berichtete, der vom Iran vorgeschlagene Text konzentriere sich auf die Beendigung der Kampfhandlungen an allen Fronten, insbesondere im Libanon, sowie auf die Gewährleistung der Sicherheit der Schifffahrt.
Irans Regierung hatte vor wenigen Tagen mitgeteilt, man prüfe einen Vorschlag aus den USA. Dabei handelt es sich um eine 14 Punkte umfassende Absichtserklärung. Deren Ziel ist es unter anderem, einen Rahmen für zunächst 30 Tage dauernde Verhandlungen zu schaffen, um den Krieg zu beenden.
Diskutiert werden Medienberichten zufolge auch eine Lockerung von US-Sanktionen sowie Vereinbarungen zur Zukunft der Strasse von Hormus. Zudem soll eine Grundlage für Verhandlungen über Irans umstrittenes Atomprogramm geschaffen werden. (dpa)

17:16 Uhr
Sonntag, 10. Mai
Trump: Bekommen iranisches Uran «irgendwann»
US-Präsident Donald Trump hat sich zuversichtlich gezeigt, dass die Vereinigten Staaten «irgendwann» das angereicherte Uran des Irans sichern würden. «Nun, wir werden das irgendwann bekommen, zusammen mit allem, was wir wollen», sagte er in einem Interview der Sendung «Full Measure». Das Material stehe «unter Beobachtung» der USA, behauptete Trump weiter. «Wenn sich jemand dem Ort nähert, werden wir davon erfahren, und wir werden ihn in die Luft jagen.»
Am Samstag hatte der russische Präsident Wladimir Putin vorgeschlagen, angereichertes Uran aus dem Iran abzutransportieren und einzulagern. Ursprünglich habe dazu Einigkeit bestanden, doch hätten die USA plötzlich ihre Haltung verschärft. Der Kremlchef sagte, dass Russland bereits einmal im Jahr 2015 angereichertes Uran aus dem Iran abtransportiert habe. Der Iran habe Russland vertraut, «und das nicht ohne Grund».
Trump drängt im derzeitigen Krieg den Iran dazu, seinen Vorrat an hoch angereichertem Uran vollständig zu entfernen. Zudem müssten Anreicherungskapazitäten abgebaut und es Teheran unmöglich gemacht werden, sein Nuklearprogramm voranzutreiben, um Atomwaffen zu entwickeln. Für den Bau von Atomwaffen muss Uran sehr hoch angereichert werden. Der Iran beteuert seit Jahren, sein Atomprogramm sei rein ziviler Natur. (dpa)
16:45 Uhr
Sonntag, 10. Mai
Iran übergibt Antwort auf US-Vorschlag für Waffenstillstand
Der Iran hat laut Berichten iranischer Staatsmedien seine Antwort auf den jüngsten US-Vorschlag für einen Waffenstillstand an pakistanische Vermittler übergeben. Teheran wolle, dass sich die Verhandlungen auf eine dauerhafte Beendigung des Krieges konzentrierten, hiess es in den Berichten am Sonntag.
Das Staatsfernsehen berichtete, der Iran strebe eine Beendigung des Krieges an allen Fronten an, einschliesslich des Libanons, und wolle die Sicherheit des Schiffsverkehr gewährleisten. Der jüngste Vorschlag aus Washington enthielt Vereinbarungen zur Beendigung des Krieges, zur Wiederöffnung der Strasse von Hormus und zum Rückbau des iranischen Atomprogramms. Die Atomfrage will Teheran jedoch lieber zu einem späteren Zeitpunkt erörtern.
Vom Weissen Haus lag keine unmittelbare Stellungnahme zu der iranischen Antwort vor. Der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, sagte dem Sender ABC, Präsident Donald Trump räume der Diplomatie «jede erdenkliche Chance ein, bevor wir zu Feindseligkeiten zurückkehren». (dpa)
13:45 Uhr
Sonntag, 10. Mai
Drohnen setzen Frachter vor Katar in Brand
Vor der Küste des Golfstaates Katar haben laut den Behörden Drohnen unbekannter Herkunft einen Frachter in Brand gesetzt. Zudem drangen Drohnen vor Tagesanbruch in den kuwaitischen Luftraum ein. Sowohl Katar als auch Kuwait teilten mit, dass bei keinem der beiden Zwischenfälle am Sonntag Menschen verletzt worden seien. Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten, sie hätten zwei iranische Drohnen abgefangen. Die Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) des britischen Militärs teilte mit, das Feuer an Bord des Frachters sei gelöscht worden. Der Angriff ereignete sich laut UKMTO 23 Seemeilen (43 Kilometer) nordöstlich der katarischen Hauptstadt Doha. Angaben zum Eigentümer oder zur Herkunft des Schiffes wurden nicht gemacht. Keine Gruppe oder Organisation reklamierte den Angriff für sich.
In Kuwait sagte der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Saud Abdulasis Al Otaibi, feindliche Drohnen hätten am frühen Sonntagmorgen den kuwaitischen Luftraum verletzt. Die Streitkräfte hätten gemäss den festgelegten Verfahren reagiert. Das Ministerium machte keine Angaben dazu, woher die Drohnen stammten. Die Emirate erklärten, die beiden iranischen Drohnen seien in ihren Luftraum eingedrungen. Verletzt worden sei niemand. (dpa)
13:44 Uhr
Sonntag, 10. Mai
Iran: Noch keine Visa für WM-Start in den USA ausgestellt
Die USA haben der iranischen Fussball-Nationalmannschaft nach Angaben aus Teheran noch keine Visa erteilt, um an der Weltmeisterschaft in diesem Sommer teilzunehmen. Das Team fahre Ende der Woche zunächst für 10 bis 15 Tage in die Türkei und hoffe, dass die Visa in der Zwischenzeit ausgestellt werden, sagte der Präsident des iranischen Fussballverbands, Mehdi Tadsch, dem TV-Sender Nasim. «Denn sie haben noch niemandem ein Visum erteilt und es verzögert sich sehr», sagte er. Tadsch sagte weiter, er strebe zuvor noch ein Treffen mit FIFA-Chef Gianni Infantino und FIFA-Generalsekretär Mattias Grafström in Zürich an, um über die Angelegenheit zu beraten. Denkbar sei auch ein Treffen mit den FIFA-Vertretern in der Türkei. (dpa)
08:12 Uhr
Sonntag, 10. Mai
Iran droht USA im Falle von weiteren Angriffen mit Vergeltung
Der Iran droht den USA im Falle von weiteren Angriffen auf iranische Handelsschiffe im Persischen Golf mit Vergeltung. Jeder Angriff auf iranische Schiffe werde eine massive Attacke auf eines der US-Zentren in der Region und feindliche Schiffe nach sich ziehen, warnten die iranischen Revolutionsgarden - die Elitestreitmacht der Islamischen Republik - laut Staatsmedien am Abend. Ob der Iran die von US-Präsident Donald Trump erwartete Antwort auf einen US-Friedensvorschlag mittlerweile übergeben hat, ist indes unbekannt. Weder die iranische Seite noch die US-Regierung äusserten sich bislang dazu.
Am Freitag hatte das US-Militär trotz Waffenruhe zwei unter iranischer Flagge fahrende, unbeladene Öltanker angegriffen und ausser Gefecht gesetzt. Sie hatten laut US-Armee versucht, einen iranischen Hafen am Golf von Oman anzulaufen und damit die Seeblockade der USA zu brechen. Die Revolutionsgarden erklärten weiter, es würden keine Bedrohungen gegen ihre Schiffe oder Störungen ihrer Ölexporte und Handelsrouten geduldet. Die Handelsflotte werde geschützt. Eine Antwort auf den US-Vorschlag für ein Ende des Kriegs schien der Iran weiter schuldig zu bleiben - zumindest wurde dazu öffentlich nichts bekannt. US-Präsident Donald Trump und seine Regierung waren eigenen Worten zufolge davon ausgegangen, bis Freitag eine Antwort zu bekommen. (dpa)
20:43 Uhr
Samstag, 9. Mai
London entsendet Schiff für Einsatz in Strasse von Hormus
Grossbritannien hat einen Zerstörer für einen möglichen Einsatz zum Schutz von Handelsschiffen in der Strasse von Hormus entsandt.
Die «HMS Dragon» werde in Position gebracht, um an einer von Grossbritannien und Frankreich geführten Mission teilzunehmen, sobald die Feindseligkeiten zwischen dem Iran und israelisch-amerikanischen Streitkräften enden, zitierte die britische Nachrichtenagentur PA eine Mitteilung des Verteidigungsministeriums in London.
Das Schiff war zuletzt im östlichen Mittelmeer im Einsatz, nachdem ein britischer Luftwaffenstützpunkt in Zypern von einer Drohne iranischer Bauart getroffen worden war.
Auch Deutschland will sich beteiligen
Unter Führung Frankreichs und Grossbritanniens bereitet ein internationales Bündnis einen möglichen Marineeinsatz nach einem Ende der Kampfhandlungen vor. Derzeit laufen diplomatische Bemühungen um eine friedliche Lösung des Konflikts – für den Fall eines Scheiterns haben die USA und Israel weitere Angriffe auf den Iran angedroht.
Deutschland erwägt, sich mit Minenjagdbooten, einer Führungs- und Versorgungsplattform sowie seegestützter Aufklärung zu beteiligen.
Der wichtige Schifffahrtsweg durch die Meerenge von Hormus wird seit Wochen vom Iran blockiert. Die Folgen für die Weltwirtschaft sind erheblich. Die USA haben ihrerseits eine Blockade iranischer Häfen verhängt. (dpa)
18:50 Uhr
Samstag, 9. Mai
Israelisches Militär nimmt Hamas-Mitglieder ins Visier
Trotz Waffenruhe hat es bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen palästinensischen Angaben zufolge am Nachmittag erneut Tote gegeben. Israels Armee sprach von bewaffneten Mitgliedern der Hamas. Aus medizinischen Kreisen vor Ort hiess es, drei Palästinenser seien bei dem Angriff in der Stadt Gaza ums Leben gekommen und weitere teils schwer verletzt worden. Nach Angaben aus dem Gazastreifen wurde ein Wachposten der Hamas-Polizei getroffen. Weitere Details wurden zunächst nicht genannt.
Die israelische Armee sagte am Abend, sie habe mehrere bewaffnete Mitglieder der Hamas in einer Kommandozentrale getötet. Diese hätten Angriffe auf israelische Zivilisten und Soldaten geplant und eine «unmittelbare Bedrohung» dargestellt. Einzelheiten dazu nannte das israelische Militär zunächst nicht.
Israel: Geiselnehmer vom 7. Oktober getötet
Israels Armee teilte weiterhin mit, Soldaten hätten in der vergangenen Woche einen Hamas-Mann getötet, der an der Entführung einer Israelin am 7. Oktober 2023 beteiligt gewesen sei. Der Mann habe als Sanitäter gearbeitet. Wie, wo und wann genau er getötet wurde, blieb zunächst unklar. Die verschleppte Frau kam im Rahmen eines Abkommens zwischen Israel und der Terrororganisation im November 2023 frei.
Seit mehr als einem halben Jahr herrscht im Krieg zwischen der Terrororganisation Hamas und Israel zwar eine Waffenruhe, de facto kommt es aber immer wieder zu tödlichen Angriffen oder Konfrontationen. Israels Militär hatte erst kürzlich laut Krankenhausangaben bei einem Angriff im Gazastreifen einen Sohn des Hamas-Anführers Chalil al-Haja getötet.
Israel kontrolliert weiterhin eine Hälfte des Gazastreifens. Der Hamas gelang es seit Beginn der Waffenruhe, ihre Herrschaft in dem von ihr weiterhin kontrollierten Gebiet wieder zu festigen. Die im Friedensplan von US-Präsident Donald Trump vorgesehene Entwaffnung lehnt die islamistische Hamas bislang ab. (dpa)
16:22 Uhr
Samstag, 9. Mai
Israel fordert Evakuierung von neun Dörfern im Südlibanon
Die israelische Armee hat die Einwohner von neun Dörfern und Ortschaften im Südlibanon zur Evakuierung aufgefordert. Ein Armeesprecher erklärte auf der Plattform X, die Menschen müssten ihre Häuser zu Ihrer eigenen Sicherheit verlassen und sich mindestens 1.000 Meter von den Dörfern und Ortschaften entfernt in offenes Gelände begeben. Laut Armee besteht Lebensgefahr für Personen, die sich in der Nähe von Kämpfern, Stützpunkten und Waffenlagern der Hisbollah-Miliz aufhalten.
Die Armee begründete ihren Einsatz mit Verletzungen einer geltenden Waffenstillstandsvereinbarung durch die Hisbollah-Miliz. Sie kündigte an, mit aller Härte vorgehen zu wollen.
Die aktuelle Waffenruhe-Vereinbarung erlaubt Israel Verteidigungsmassnahmen gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe, untersagt jedoch offensive Operationen auf libanesischem Territorium. Die Konfliktparteien werfen sich gegenseitig vor, gegen diese Vereinbarung zu verstossen. (dpa)
14:09 Uhr
Samstag, 9. Mai
Israel meldet 85 Angriffe auf Hisbollah-Ziele im Libanon
Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben innerhalb von 24 Stunden 85 Ziele der Hisbollah-Miliz im Libanon angegriffen. Dazu gehörten Waffenlager, Abschussrampen sowie weitere militärische Infrastruktur. Die Armee begründete den Einsatz mit der Abwehr von Bedrohungen für israelische Zivilisten und Soldaten im Südlibanon. In der Bekaa-Ebene sei eine unterirdische Anlage zerstört worden, die von der Hisbollah zur Herstellung von Waffen genutzt worden sein soll, hiess es weiter. Zudem griffen israelische Kräfte Kämpfer der Hisbollah-Miliz im Südlibanon an. Die Armee wirft der Hisbollah vor, in den vergangenen Tagen mehrere Raketen auf Soldaten im Südlibanon abgefeuert zu haben. Ausserdem sei eine von der Hisbollah abgefeuerte Sprengstoffdrohne in der Nähe der israelisch-libanesischen Grenze entdeckt worden. Es habe keine Verletzten oder Sachschäden gegeben. (dpa)
14:00 Uhr
Samstag, 9. Mai
Mutmassliche Kontakte zu Revolutionsgarden: 41 Festnahmen in Bahrain
Im Golfstaat Bahrain sind 41 Menschen wegen mutmasslicher Verbindungen zu den iranischen Revolutionsgarden festgenommen worden. Das bahrainische Innenministerium teilte am Samstag mit, die Verdächtigen gehörten einer Gruppe an. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen. Details wurden nicht genannt. Die Bevölkerung in Bahrain wird von Schiiten dominiert, die Herrscherfamilie gehört jedoch den Sunniten an. Menschenrechtsgruppen haben kritisiert, das Königreich nutze den Konflikt zwischen dem Iran und den USA, die ihre Fünfte Flotte in Bahrain stationiert haben, als Vorwand, um hart gegen abweichende Meinungen im Land vorzugehen. (dpa)
14:07 Uhr
Samstag, 9. Mai
Iran knüpft WM-Teilnahme 2026 an Bedingungen
Der Iran will trotz der angespannten politischen Lage und des anhaltenden Krieges im Nahen Osten an der Fußball-WM 2026 teilnehmen. Dies erklärte der iranische Verband FFIRI am Samstag. Zugleich knüpfte der Verband die Teilnahme der Nationalmannschaft an Bedingungen gegenüber den drei Gastgebern USA, Mexiko und Kanada. «Wir werden definitiv an der Weltmeisterschaft 2026 teilnehmen, aber die Gastgeber müssen unsere Bedenken berücksichtigen», erklärte der Verband auf seiner offiziellen Website. Weiter hieß es: «Wir werden an der Weltmeisterschaft teilnehmen, aber ohne jedes Abrücken von unseren Überzeugungen, unserer Kultur und unseren Grundsätzen.»
Hintergrund der Forderungen ist unter anderem ein Vorfall im April, als Kanada dem iranischen Verbandschef Mehdi Taj vor dem FIFA-Kongress die Einreise verweigerte. Taj steht wegen seiner Verbindungen zu den Revolutionsgarden (IRGC), die von Kanada 2024 als Terrororganisation eingestuft worden waren, in der Kritik. Nach Angaben Tajs hat Teheran insgesamt zehn Bedingungen formuliert, darunter die problemlose Erteilung von Visa, Respekt gegenüber Flagge und Nationalhymne sowie umfassende Sicherheitsgarantien an Flughäfen, in Hotels und auf den Wegen zu den Stadien. US-Außenminister Marco Rubio betonte zwar, iranische Spieler seien willkommen, schloss jedoch Einreiseverbote für Delegationsmitglieder mit IRGC-Bezug nicht aus. (dpa)
12:34 Uhr
samstag, 9. Mai
Chinas Exporte trotz Iran-Konflikts stark gestiegen
Chinas Aussenhandel hat im April trotz des laufenden Iran-Konflikts und der Belastungen für die Weltwirtschaft mit deutlich gestiegenen Exporten und Importen überrascht. Wie die Zollbehörde in Peking mitteilte, stieg der Wert der Ausfuhren in US-Dollar berechnet um 14,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Importe legten demnach um 25,3 Prozent zu. Unterm Strich blieb ein Handelsüberschuss von 84,82 Milliarden Dollar (knapp 72 Milliarden Euro). Analysten hatten vorab mit einem Exportwachstum von 6,5 Prozent gerechnet, nachdem im Vormonat nur ein Zuwachs von 2,5 Prozent zu Buche gestanden hatte. Für die Importe hatten die Experten ein Plus von 20,4 Prozent erwartet. (dpa)
06:28 Uhr
Samstag, 9. Mai
Trump wartet: Wie reagiert der Iran auf den US-Vorschlag?
Nach den jüngsten militärischen Konfrontationen scheinen die USA und der Iran erneut auf die diplomatische Karte zu setzen. Die Regierung in Washington wartet auf Teherans Antwort auf einen US-Vorschlag für ein Ende des Iran-Kriegs. Gespräche der Konfliktparteien unter der Vermittlung Pakistans könnten laut «Wall Street Journal» bereits in der kommenden Woche erneut in Islamabad stattfinden. Zuletzt waren Pläne für weiteren Gesprächsrunden in der pakistanischen Hauptstadt mehrmals gescheitert. US-Präsident Donald Trump sagte am Freitagabend (Ortszeit) in Washington, seine Regierung erwarte noch am selben Abend eine Rückmeldung des Irans. Auf die Frage, ob die Iraner die Verhandlungen hinauszögerten, antwortete Trump: «Das werden wir bald herausfinden.»
Am Donnerstag hatten sich der Iran und die USA trotz einer Waffenruhe erneut gegenseitig angegriffen: Der Iran attackierte US-Militärschiffe in der Strasse von Hormus mit Raketen und Schnellbooten, die USA griffen Ziele auf dem iranischen Festland an. Trump forderte Teheran unter Drohungen auf, «schnell» eine Friedensvereinbarung zu unterzeichnen. Die Feuerpause gelte aber trotz der Angriffe weiter. Das iranische Militär erklärte die Gefechte am Freitagabend für beendet. «Nach einer gewissen Zeit gegenseitigen Beschusses sind die Kämpfe derzeit eingestellt und die Lage ruhig», zitierte die iranische Nachrichtenagentur Tasnim eine namentlich nicht genannte militärische Quelle.
Aktuell wartet das Weisse Haus auf eine Reaktion des Irans auf den Vorschlag einer 14 Punkte umfassenden Absichtserklärung. Deren Ziel ist es unter anderem, einen Rahmen für zunächst 30 Tage dauernde Verhandlungen zu schaffen, um den Krieg zu beenden. Diskutiert werden Medienberichten zufolge auch eine Lockerung von US-Sanktionen sowie Vereinbarungen zur Zukunft der Strasse von Hormus. Zudem soll eine Grundlage für Verhandlungen über Irans umstrittenes Atomprogramm geschaffen werden. Laut «Wall Street Journal» soll sich der Iran erstmals offen gezeigt haben, über sein Atomprogramm zu sprechen. (dpa)
21:45 Uhr
Freitag, 8. Mai
Irans Militär erklärt Gefechte in Strasse von Hormus als beendet
Das iranische Militär hat die Gefechte mit US-Kriegsschiffen in der Strasse von Hormus für beendet erklärt. «Nach einer gewissen Zeit gegenseitigen Beschusses sind die Kämpfe derzeit eingestellt und die Lage ruhig», zitierte die iranische Nachrichtenagentur Tasnim eine namentlich nicht genannte militärische Quelle.
Nach iranischer Darstellung war der Beschuss eines unbeladenen Öltankers unter iranischer Flagge durch US-Streitkräfte am Mittwoch Auslöser für die jüngste Eskalation. Darauf hätte die iranische Marine auf die «Verletzung der Feuerpause» reagiert. In der vergangenen Nacht hatten sich die beiden Konfliktparteien gegenseitig angegriffen. Der Iran attackierte US-Militärschiffe, die USA griffen Ziele auf dem iranischen Festland an. (dpa)
18:56 Uhr
Freitag, 8. Mai
Iran: Ein Toter nach nächtlichen US-Angriffen
Nach den US-Luftangriffen auf Ziele entlang der Küste ist iranischen Angaben zufolge mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Ein Regierungsvertreter der Küstenstadt Minab berichtete laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Tasnim über Opfer, nachdem ein Frachtschiff im Meer getroffen worden war. Zehn von 15 Besatzungsmitgliedern seien verletzt worden. Für den Rest der Crew wurde eine Suchaktion eingeleitet. Ein Mitglied wurde am Freitag schliesslich tot geborgen. (dpa)
16:16 Uhr
Freitag, 8. Mai
Libanon meldet fünf Tote durch israelische Angriffe
Bei israelischen Luftangriffen auf den Südlibanon sind nach libanesischen Angaben mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Bei einem der Angriffe auf das Dorf Tura in der Nähe der Hafenstadt Tyrus seien vier Menschen getötet und acht verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Beirut am Freitag mit. Die staatliche libanesische Nachrichtenagentur berichtete von einem weiteren Luftangriff in der Nähe des Dorfes Kfar Chuba, bei dem ein Rettungssanitäter des libanesischen Zivilschutzes ums Leben gekommen sei.
Wenige Stunden zuvor hatte der arabischsprachige Sprecher der israelischen Armee die Bewohner von sechs Dörfern in der Provinz Tyrus, darunter auch Tura, zur Evakuierung aufgerufen. Im Libanon gilt nominell eine Waffenruhe, doch sowohl Israel als auch die militant-islamistische Hisbollah haben sich weiter gegenseitig angegriffen. (dpa)
15:44 Uhr
Freitag, 8. Mai
Iranische Medien melden neue Explosionen am Persischen Golf
Nach nächtlichen Feuergefechten am Persischen Golf haben iranische Medien erneut Explosionen an der Südküste gemeldet. Nahe der Stadt Sirik in der Provinz Hormusgan seien Explosionsgeräusche zu hören gewesen, berichtete unter anderem die Nachrichtenagentur Mehr. Der Grund dafür war zunächst unklar, wie es in dem Bericht hiess. (dpa)
14:28 Uhr
Freitag, 8. Mai
Emirate melden drei Verletzte nach Angriff am Morgen
Nach einem iranischen Angriff am Morgen haben die Behörden in den Vereinigten Arabischen Emiraten drei Verletzte gemeldet. Das Verteidigungsministerium fing dabei nach eigenen Angaben zwei ballistische Raketen und drei Drohnen ab, die aus dem Iran gestartet worden seien.
Die Gesamtzahl der Verletzten sei seit Ausbruch des Iran-Kriegs Anfang Februar damit auf 230 gestiegen. Die Zahl der Todesopfer im Zusammenhang mit den Angriffen liege nach offiziellen Angaben bei insgesamt 13. (dpa)
13:35 Uhr
Freitag, 8. Mai
Iran: USA torpedieren Verhandlungen durch Militäraktionen
Nach gegenseitigen Angriffen zwischen den USA und dem Iran wirft der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi den Vereinigten Staaten vor, eine Verhandlungslösung zu torpedieren. «Immer wenn eine diplomatische Lösung auf dem Tisch liegt, entscheiden sich die USA für leichtsinnige militärische Abenteuer. Ist das eine plumpe Einschüchterungstaktik?», schrieb Araghtschi auf X.
Zwischen den Kriegsparteien war es in der Nacht zu militärischen Spannungen gekommen. Die USA hatten Ziele auf dem iranischen Festland angegriffen. Der Iran hatte US-Militärschiffe mit Raketen und Schnellbooten attackiert. Beide Seiten widersprechen sich bei der Reihenfolge der jeweiligen Angriffe. Bereits am Mittwoch hatten die USA auf einen iranischen Tanker geschossen und nach eigenen Angaben dessen Ruder ausser Betrieb genommen.
Seit gut einem Monat gilt eine Waffenruhe im Iran-Krieg. Die militärischen Spannungen sind jedoch nach wie vor hoch. US-Präsident Donald Trump hatte sich zuletzt optimistisch gezeigt, dass bald eine Einigung mit der Führung in Teheran erreicht werden könnte, um den Krieg zu beenden. (dpa)
05:30 Uhr
Freitag, 8. Mai
Vereinigte Arabische Emirate melden Drohnen- und Raketenangriff
Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) sind eigenen Angaben zufolge erneut vom Iran angegriffen worden. Die Luftverteidigung wehre derzeit Raketen- und Drohnenangriffe aus dem Iran ab, teilte das Verteidigungsministerium mit. Die Katastrophenschutzbehörde rief die Bevölkerung auf der Plattform X dazu auf, an einem sicheren Ort zu bleiben und auf offiziellen Warnungen zu achten. Anwohner sollten herabfallende Trümmer nicht anfassen oder fotografieren und sich ihnen auch nicht nähern. Zu den Zielen der iranischen Angriffe gab es zunächst keine Informationen.
Der Iran hatte den Golfstaat erstmals seit Beginn einer Waffenruhe vor rund vier Wochen am Montag und Dienstag wieder angegriffen. Die iranischen Streitkräfte hatten ihre Angriffe als Reaktion auf eine US-Initiative zur Öffnung der blockierten Strasse von Hormus bezeichnet. US-Präsident Donald Trump setzte die Initiative dann am Dienstag wieder aus.
Am Donnerstag griffen die USA nach einem iranischen Angriff auf US-Zerstörer in der Strasse von Hormus auch Ziele im Iran an. Teheran sah daraufhin die von Trump einseitig auf unbestimmte Zeit verlängerte Waffenruhe als verletzt an und drohte seinerseits mit Vergeltung. (dpa)
01:42 Uhr
Freitag, 8. Mai
Trump droht dem Iran: Deal jetzt oder es folgen brutale Schläge
Nach den jüngsten US-Angriffen auf Ziele im Iran fordert Präsident Donald Trump die Islamische Republik erneut auf, schnell eine Friedensvereinbarung zu unterzeichnen. Ansonsten werde das US-Militär iranische Einheiten in Zukunft noch viel härter und viel gewaltsamer treffen, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Der Iran werde «von WAHNSINNIGEN angeführt, und hätten sie die Chance, eine Atomwaffe einzusetzen, würden sie es ohne Frage tun – aber diese Gelegenheit werden sie nie bekommen.»
Kurz vor Trumps Post hatte das US-Militär trotz Waffenruhe nach iranischen Angriffen auf US-Kriegsschiffe in der Strasse von Hormus als Vergeltung iranische Schnellboote und Ziele im Iran beschossen. Trump schrieb weiter, drei US-Zerstörer hätten die Meerenge trotz des Beschusses erfolgreich durchquert und seien unbeschädigt geblieben, während den iranischen Angreifern schwerer Schaden zugefügt worden sei.
Waffenruhe gilt aus US-Sicht trotz Angriffen weiter
Ihre Boote seien gesunken, ihre Raketen und Drohnen abgeschossen worden, schrieb Trump weiter. «Sie fielen so wunderschön auf den Ozean herab, als ob ein Schmetterling in sein Grab fallen würde!» Ein normales Land hätte die Zerstörer passieren lassen, aber der Iran sei kein normales Land. Die US-Schiffe würden sich nun wieder der US-Seeblockade gegen den Iran anschliessen.
Derweil berichtete das US-Portal Axios unter Berufung auf einen US-Beamten, dass es sich bei den jüngsten Angriffen nicht um eine Wiederaufnahme des Kriegs handele. Allerdings hatte der Iran von einem Verstoss gegen die Waffenruhe gesprochen.
ABC News berichtete, Trump habe dem Sender in einem Telefoninterview gesagt, «die Waffenruhe läuft, sie gilt». Die Angriffe auf den Iran verglich er in dem Gespräch demnach mit einer kleinen, spielerischen Ohrfeige. (dpa)
00:28 Uhr
Freitag, 8. Mai
UN-Vertreter: Freie Passage der Strasse von Hormus nur bei Kriegsende
Der Iran knüpft eine freie Passage der Strasse von Hormus nach Angaben von UN-Botschafter Amir Saeid Iravani an ein Ende des Krieges und der US-Blockade. Er betonte, der Iran bleibe «uneingeschränkt bereit, den normalen Schiffsverkehr wiederherzustellen und die Freiheit der Schifffahrt in der Strasse von Hormus sicherzustellen - vorausgesetzt, der Krieg wird dauerhaft beendet und die rechtswidrige Blockade aufgehoben». Dies sei die «einzige praktikable Lösung», sagte Iravani weiter.
In einer Erklärung vor UN-Reportern kritisierte er die Vereinigten Staaten und verbündete Golfstaaten scharf für den Vorschlag einer Resolution, den er als «zutiefst fehlerhaften, einseitigen und politisch motivierten Resolutionsentwurf zur Lage in und um die Strasse von Hormus» bezeichnete.
Die Resolution des UN-Sicherheitsrats droht dem Iran mit Sanktionen oder anderen Massnahmen, falls das Land die Angriffe auf Schiffe in der strategisch wichtigen Wasserstrasse nicht einstellt, angebliche «illegale Gebühren» nicht aussetzt und die Platzierung aller Minen in der Meerenge nicht offenlegt.
Iravani warnte, die Verabschiedung der Resolution würde «die Durchsetzungsbefugnisse des Sicherheitsrats politisieren», und forderte die UN-Mitgliedstaaten auf, den Entwurf nicht mitzutragen sowie die Mitglieder des Sicherheitsrats, ihn abzulehnen. (dpa)(dpa)
00:18 Uhr
Freitag, 8. Mai
USA und Iran beschiessen sich in Strasse von Hormus
Die USA und der Iran haben sich in der Strasse von Hormus trotz einer Waffenruhe gegenseitig attackiert. Das US-Militär teilte am Donnerstag mit, es habe iranische Angriffe auf drei Kriegsschiffe der US-Marine abgefangen und im Gegenzug «iranische Militäreinrichtungen ins Visier genommen, die für Angriffe auf US-Streitkräfte verantwortlich sind».
Zu den Angriffen kam es, als Zerstörer der US-Marine die Strasse von Hormus durchquerten, wie das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) des US-Militärs in den sozialen Medien mitteilte. Die US-Streitkräfte hätten «unprovozierte iranische Angriffe» abgewehrt und mit Verteidigungsangriffen reagiert, hiess es. (dpa)
16:02 Uhr
Donnerstag, 7. Mai
Palästinenser melden Tote bei Angriff Israels in Gaza
Trotz Waffenruhe hat es bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen palästinensischen Angaben zufolge am Nachmittag erneut Tote gegeben. Drei Palästinenser seien dabei in der Stadt Gaza ums Leben gekommen und weitere teils schwer verletzt worden, hiess es aus medizinischen Kreisen vor Ort. Nach Angaben aus dem Gazastreifen wurde ein Wachposten der Hamas-Polizei getroffen. Weitere Details wurden zunächst nicht genannt. Die israelische Armee sagte, sie prüfe die Berichte. (dpa)
12:08 Uhr
Donnerstag, 7. Mai
Sohn von Hamas-Anführer bei Angriff im Gazastreifen getötet
Bei einem israelischen Luftangriff im Gazastreifen ist nach Krankenhausangaben der Sohn des Hamas-Anführers Chalil al-Haja getötet worden. Asam Chalil al-Haja sei in der Klinik seinen schweren Verletzungen erlegen, teilte das Al-Ahli-Krankenhaus mit. Nach Berichten in Gaza war er bei einem israelischen Drohnenangriff am Mittwoch im Flüchtlingsviertel Dschabalija getroffen worden. Dabei wurde Krankenhausangaben zufolge ein weiteres Hamas-Mitglied getötet. Ein israelischer Armeesprecher sagte, man prüfe die Berichte.
Chalil al-Haja ist höchstrangiger Hamas-Funktionär im Ausland und Unterhändler bei Verhandlungen über eine dauerhafte Friedensregelung für den Gazastreifen.
Weiterer Sohn bei früherer Attacke in Doha getötet
Im vergangenen Jahr hatte Israels Luftwaffe versucht, die Führungsspitze der Hamas in der katarischen Hauptstadt Doha anzugreifen. Chalil al-Haja war dabei Berichten zufolge ein Ziel. Nach Hamas-Angaben schlug die Attacke damals jedoch fehl, es sei kein Mitglied der Delegation getötet worden. Sechs Menschen seien aber ums Leben gekommen, darunter al-Hajas Sohn und sein Büroleiter. Der Angriff war international verurteilt worden.
Seit Oktober 2025 herrscht zwar eine Waffenruhe, de facto kommt es aber immer wieder zu tödlichen Angriffen oder Konfrontationen. Die im Friedensplan von US-Präsident Donald Trump vorgesehene Entwaffnung der islamistischen Terrororganisation Hamas ist bisher nicht umgesetzt worden. Israel kontrolliert weiterhin eine Hälfte des Gazastreifens. Der Hamas gelang es seit Beginn der Waffenruhe, ihre Herrschaft in dem von ihr weiterhin kontrollierten Gebiet in Gaza wieder weitgehend zu festigen. (dpa)
01:05 Uhr
Donnerstag, 7. Mai
Trump: Einigung mit dem Iran «sehr wahrscheinlich»
Nur Stunden nach Drohungen weiterer Angriffe gegen den Iran hat sich US-Präsident Donald Trump optimistisch hinsichtlich eines Friedensabkommens gezeigt. «Wir hatten in den vergangenen 24 Stunden sehr gute Gespräche, und es ist sehr wahrscheinlich, dass wir eine Einigung erzielen», sagte Trump Reportern im Oval Office. «Es ist ganz einfach: Der Iran darf keine Atombombe haben», betonte der Präsident. Zuvor hatte er erklärt, die entscheidende Frage sei, ob der Iran einer Vereinbarung zustimme, die für die USA zufriedenstellend sei, und deutete erneut an, dass die USA letztlich eine Einigung erzwingen könnten.
«Wir haben es mit Leuten zu tun, die sehr daran interessiert sind, eine Einigung zu erzielen, und wir werden sehen, ob sie eine Vereinbarung schliessen können, die für uns zufriedenstellend ist», sagte Trump bei einem Muttertagsessen im Weissen Haus. «Und wenn sie nicht zustimmen, werden sie kurz darauf zustimmen.»
Zuvor hatte Trump dem Iran mit weiteren Angriffen gedroht, sollte dieser die Strasse von Hormus nicht wieder öffnen. «Sollten sie nicht zustimmen, beginnen die Bombardements - und dies wird leider auf einem weitaus höheren Niveau und mit einer viel grösseren Intensität geschehen als zuvor», schrieb er am Mittwoch in den sozialen Medien.
Der Präsident bezeichnete die Blockade der Strasse von Hormus als eine «Mauer aus Stahl», während beide Länder versuchen, die Unterbrechung von Öl- und Gaslieferungen als Druckmittel gegeneinander zu nutzen. (dpa)
23:19 Uhr
Mittwoch, 6. Mai
Palästinenser melden fünf Tote bei Angriffen im Gazastreifen
Bei israelischen Angriffen im Gazastreifen sind nach palästinensischen Angaben fünf Menschen getötet worden. In Chan Junis kam am Mittwoch ein Mensch zu Tode, als ein Auto getroffen wurde, wie das Nasser-Krankenhaus mitteilte. Am Angriffsort stieg Rauch auf. Menschen rannten in Panik davon. Die Gegend liegt an der sogenannten gelben Linie, die die von Israel kontrollierten Gebiete vom Rest des Gazastreifens trennt.
Das Al-Ahli-Krankenhaus teilte mit, in der Stadt Gaza seien drei Menschen getötet worden als ein Angriff ein Gebiet getroffen habe, in dem Bewohner ihre Zelte aufgebaut hatten. Einer der Toten sei erst 16 gewesen. Später habe es noch ein weiteres Todesopfer gegeben. Im Spital weinten Angehörige über den in Krankenhausbetten aufgebahrten Leichen. Einige klammerten sich in ihrer Trauer aneinander, während sie sich von den Toten verabschiedeten.
Das israelische Militär äusserte sich zunächst nicht. Trotz der seit Oktober gültigen Waffenruhe kommt es im Gazastreifen fast täglich zu israelischem Beschuss - häufig in der Nähe der noch vom Militär kontrollierten Gebiete. Dabei wurden nach Angaben der von der militant-islamistischen Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörden im Gazastreifen mindestens 837 Palästinenser getötet, darunter mindestens 226 Kinder und 179 Frauen. (dpa)
21:53 Uhr
Mittwoch, 6. Mai
Trump: «Iran hat Verzicht auf Atomwaffen zugesagt»
Der Iran hat nach Darstellung von US-Präsident Donald Trump zugesichert, keine Atomwaffen zu besitzen. «Iran darf keine Atomwaffe haben (…) und sie haben dem zugestimmt», sagte Trump am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus. Teheran habe zudem auch bei anderen Punkten zugestimmt – welche das sein sollen, liess der Republikaner offen.
Trump bezeichnete unterdessen die jüngsten Gespräche mit dem Iran als «sehr gut». «Es ist sehr wahrscheinlich, dass wir einen Deal machen werden», sagte er. (dpa)
20:42 Uhr
Mittwoch, 6. Mai
Israels Militär greift Beiruter Vorort an
Das israelische Militär hat erstmals seit Beginn der Mitte April verkündeten Waffenruhe mit der Hisbollah-Miliz einen Vorort im Süden von Beirut angegriffen. Der Angriff vom Mittwoch habe einem Kommandeur der Radwan-Einheit der libanesischen Miliz gegolten, teilte das Büro des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu mit. Die vom Iran unterstützte Hisbollah äusserte sich zunächst nicht.
Die letzten israelischen Angriffe auf Ziele in Beirut vor dem Beginn der Waffenruhe hatte es am 8. April gegeben. Eine Serie von schweren Luftangriffen, darunter auf das Zentrum der libanesischen Hauptstadt, tötete zahlreiche Menschen. Trotz der Feuerpause dauerten die Kämpfe im Südlibanon an. (dpa)
19:49 Uhr
Mittwoch, 6. Mai
US-Militär meldet Angriff auf Tanker unter iranischer Flagge
Das US-Militär hat nach eigenen Angaben einen unter iranischer Flagge fahrenden, unbeladenen Öltanker angegriffen und ausser Gefecht gesetzt. Von einem US-Kampfflugzeug seien am Morgen (Ortszeit Washington) mehrere Schüsse auf das Schiff abgefeuert worden, nachdem es Warnungen der USA, dass es die US-Seeblockade verletze, ignoriert habe, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) auf der Plattform X mit.
Der Tanker habe internationale Gewässer passiert und sich in Richtung eines iranischen Hafens am Golf von Oman bewegt, hiess es. «Die US-Blockade gegen Schiffe, die versuchen, iranische Häfen anzulaufen oder zu verlassen, bleibt in vollem Umfang in Kraft», betonte das US-Militär. (dpa)
06:08 Uhr
Mittwoch, 6. Mai
Trump pausiert US-Hilfe für Schiffe in der Strasse von Hormus
US-Präsident Donald Trump will seinen Vorstoss zur Begleitung festsitzender Schiffe in der Strasse von Hormus pausieren. Dies soll eine Einigung mit dem Iran zur Beendigung des Krieges vorantreiben und den Verhandlungen Raum geben, kündigte Trump am Dienstagabend (Ortszeit) in den sozialen Medien an.
Trump schrieb in dem Beitrag, er habe diesen Schritt «auf Wunsch Pakistans und anderer Länder» unternommen. Zudem hätten die USA einen «enormen militärischen Erfolg» bei ihrem Einsatz gegen den Iran erzielt und «grosse Fortschritte in Richtung eines vollständigen und endgültigen Abkommens mit Vertretern des Iran gemacht». Er fügte hinzu, dass die US-Blockade der Meerenge weiterhin in Kraft bleibe. (dpa)
22:55 Uhr
Dienstag, 5. Mai
Rubio: US-Militäroperation gegen Iran abgeschlossen
US-Aussenminister Marco Rubio sieht die Ende Februar gestartete Militäroperation gegen den Iran bereits als abgeschlossen an. Sämtliche Ziele der Mission «Epischer Zorn» seien mit Erfolg erreicht worden, sagte Rubio am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Weissen Haus. Zugleich vermied er die Aussage, dass der Konflikt als solcher beendet sei oder nicht wieder aufflammen könne. «Wir wünschen uns keine weitere Eskalation», sagte Rubio. «Wir würden den Weg des Friedens bevorzugen.»
Damit dies geschehe, müsse der Iran aber den Forderungen von Präsident Donald Trump zu seinem Atomprogramm zustimmen und die Strasse von Hormus wieder öffnen. (dpa)
20:46 Uhr
Dienstag, 5. Mai
Irans Militär dementiert Angriffe und droht Emiraten
Irans Militärführung hat Angriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate dementiert. Es seien in den vergangenen Tagen keinerlei Raketen oder Drohnen auf Ziele in den Emiraten abgefeuert worden, sagte der Sprecher des zentralen Hauptquartiers Chatam al-Anbija laut einer Mitteilung, die der staatliche Rundfunk verbreitete.
Gleichzeitig drohte der Militärsprecher den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der Golfstaat sei zu einem «Stützpunkt der Amerikaner und Zionisten» und zum «Feind der islamischen Welt» geworden. Sollten von seinem Boden aus Angriffe gegen den Iran erfolgen, würden die Angreifer dies bereuen. (dpa)
16:50 Uhr
Dienstag, 5. Mai
Emirate melden neue iranische Angriffe
Der Iran hat die Vereinigten Arabischen Emirate nach Angaben aus dem Golfstaat erneut mit Raketen und Drohnen angegriffen. Laute Geräusche in Teilen des Staatsgebiets seien auf das Abfangen von ballistischen Raketen, Marschflugkörpern und Drohnen zurückzuführen, teilte das Verteidigungsministerium der Emirate am Dienstagabend (Ortszeit) auf der Online-Plattform X mit.
Am Vortag hatten die Emirate gemeldet, vom Iran erstmals seit Beginn der Waffenruhe Anfang April wieder attackiert worden zu sein. Dabei brach demnach ein Feuer in einer Ölanlage in Fudschaira im Osten des Landes aus. Beobachter gingen davon aus, dass die iranischen Angriffe eine Reaktion auf den Plan von US-Präsident Donald Trump waren, in der Strasse von Hormus festsitzende Schiffe durch die Meerenge zu geleiten. (dpa)
16:04 Uhr
Dienstag, 5. mai
Trump wirft Papst Gefährdung von Gläubigen vor
US-Präsident Donald Trump hat seine Kritik an Papst Leo XIV. bekräftigt und ihm Parteinahme für den Iran vorgeworfen. «Der Papst spricht lieber darüber, dass es in Ordnung sei, wenn Iran eine Atomwaffe hat», behauptete Trump in einem Interview des konservativen Moderators Hugh Hewitt. «Und ich glaube nicht, dass das sehr gut ist. Ich denke, er gefährdet viele Katholiken und viele Menschen.»
Leo hat sich nie dafür ausgesprochen, dass der Iran Atomwaffen haben solle. Vielmehr hat der Pontifex zu weiteren Friedensgesprächen aufgerufen, den Krieg allgemein kritisiert und Trumps Drohungen mit massiven Angriffen auf Zivilisten scharf verurteilt. Zudem betonte Leo, dass seine Aussagen auf biblischen und kirchlichen Lehren fussten. Er äussere sich nicht als politischer Rivale Trumps, erklärte der erste US-amerikanische Papst.
Erst am Montag kündigte das US-Aussenministerium an, dass Chefdiplomat Marco Rubio, selbst Katholik, Ende der Woche den Vatikan besuchen werde. Dort solle Rubio mit «Vertretern des Heiligen Stuhls zusammenkommen, um die Lage im Nahen Osten und gemeinsame Interessen in der westlichen Hemisphäre zu erörtern», hiess es. Beobachter werten die Reise als Versuch, nach dem öffentlich ausgetragenen Streit die Wogen zu glätten. (dpa)
15:24 Uhr
Dienstag, 5. Mai
USA verlangen Hilfe bei Strasse von Hormus
Die USA wollen ihre Initiative zum Schutz von Handelsschiffen in der Meerenge von Hormus nach den Worten von Verteidigungsminister Pete Hegseth einmal anderen Nationen überlassen. «Dies ist eine zeitlich begrenzte Mission für uns», sagte Hegseth am Dienstag. Es bestehe die Absicht, die Kontrolle über die Strasse von Hormus an Länder zurückzugeben, die die Meerenge «viel mehr brauchen als wir». «Wir erwarten von der Welt, dass sie sich einsetzt», sagte er.
Präsident Donald Trump hatte am Wochenende eine Art militärischen Geleitschutz namens «Project Freedom» für Handelsschiffe angekündigt, die durch die für den weltweiten Ölhandel äusserst wichtige Meerenge fahren wollen. Am Montag durchquerten nach Angaben des US-Militärs zwei unter US-Flagge fahrende Handelsschiffe sowie Kriegsschiffe die Strasse von Hormus.
Der Iran sprach von einer Verletzung der Waffenruhe und reagierte nach US-Angaben mit Schnellbootangriffen, die aber abgewehrt worden seien. Ausserdem griff der Iran zum ersten Mal seit Beginn der Waffenruhe Anfang April wieder die Vereinigten Arabischen Emirate an, wobei der dortigen Regierung zufolge ein Feuer in einer Ölanlage in Fudschaira im Osten des Landes ausbrach.
Hegseth sagte, die USA sähen es lieber, wenn «Project Freedom» friedlich verliefe. Die Streitkräfte seien jedoch bereit, die Strasse von Hormus zu sichern. (dpa)
14:35 Uhr
Dienstag, 5. Mai
Hegseth: «Waffenruhe ist nicht beendet»
Die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran gilt nach Darstellung von Verteidigungsminister Pete Hegseth nach wie vor. «Die Waffenruhe ist nicht beendet», sagte der Pentagonchef auf eine entsprechende Frage bei einer Pressekonferenz. Bei der neuen US-Initiative zur Wiederherstellung des freien Handelsverkehrs in der Strasse von Hormus handele es sich um eine separate, zeitlich begrenzte, defensive Operation. Dieser Einsatz laufe getrennt vom Militäreinsatz «Gewaltiger Zorn» gegen den Iran und unterscheide sich deutlich davon, betonte Hegseth.
«Wir suchen keinen Konflikt», aber man dürfe dem Iran auch nicht erlauben, unschuldige Länder von der Durchfahrt der Meerenge abzuhalten. Trump ziehe es vor, dass die Initiative friedlich ablaufe, aber die USA seien jederzeit bereit, ihre Leute, Schiffe, Flugzeuge und die Mission zu verteidigen.
Handelsschiffe unter US-Flagge hätten die Strasse von Hormus bereits passiert und damit demonstriert, dass dies sicher sei, betonte Hegseth. Aktuell würden Hunderte weitere Schiffe verschiedener Nationen darauf warten, die Meerenge durchfahren zu können. (dpa)
14:08 Uhr
Dienstag, 5. Mai
Iran dementiert US-Angaben über versenkte Boote
Der Iran hat US-Angaben dementiert, wonach Hubschrauber des US-Militärs in der Strasse von Hormus sechs iranische Boote versenkt hätten. Vielmehr seien am Montag zwei zivile iranische Frachtboote beschossen und fünf Menschen darauf getötet worden, berichtete das iranische Staatsfernsehen am Dienstag unter Berufung auf einen Militärkommandeur. Brad Cooper, Kommandeur des für den Nahen Osten zuständigen Regionalkommandos des US-Militärs (Centcom), hatte am Montag mitgeteilt, der Iran habe Schiffe unter US-Schutz mit Raketen, Drohnen und von kleinen Schnellbooten aus angegriffen. Jede einzelne dieser Attacken sei aber abgewehrt worden und sechs Boote seien versenkt worden. (dpa)
13:36 Uhr
Dienstag, 5. Mai
Iranischer Parlamentschef wirft USA Verletzung der Waffenruhe vor
Der einflussreiche iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf hat das Vorgehen der USA in der Strasse von Hormus als Verstoss gegen die Waffenruhe gewertet. Ausserdem gefährdeten die USA die Sicherheit der Schifffahrt in der Meerenge, schrieb Ghalibaf am Dienstag im Kurznachrichtendienst X. Am Montag hatten nach Angaben des US-Militärs zwei unter US-Flagge fahrende Handelsschiffe sowie Kriegsschiffe die Strasse von Hormus passiert, die der Iran praktisch gesperrt hat.
Sechs angreifende iranische Schnellboote seien versenkt worden, teilte das Militär mit. Der Iran griff zum ersten Mal seit Beginn der Waffenruhe Anfang April wieder die Vereinigten Arabischen Emirate an, wobei nach Angaben der dortigen Regierung ein Feuer in einer Ölanlage in Fudschaira im Osten des Landes ausbrach. Ghalibaf hatte nach Beginn der Waffenruhe mit US-Vizepräsident JD Vance verhandelt und schrieb jetzt, in der Meerenge von Hormus zeichne sich eine «neue Gleichung» ab. Der Iran habe noch nicht mit voller Kraft auf das neue Vorgehen des US-Militärs reagiert. «Wir wissen sehr wohl, dass die Fortsetzung des Status quo für Amerika unerträglich ist, während wir noch nicht einmal angefangen haben», erklärte er. (dpa)
13:35 Uhr
Dienstag, 5. Mai
Indien verurteilt Angriff auf die Emirate
Der indische Premierminister Narendra Modi hat die Drohnen- und Raketenangriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate verurteilt. Zivilisten und Infrastruktur zu attackieren, sei inakzeptabel, erklärte Modi am Dienstag im Kurznachrichtendienst X. Indien stehe fest an der Seite der Emirate. Modi verlangte eine sichere und ungestörte Durchfahrt durch die Meerenge von Hormus. Diese sei «für einen dauerhaften regionalen Frieden, Stabilität und globale Energiesicherheit von entscheidender Bedeutung». (dpa)
12:10 Uhr
Dienstag, 5. mai
EU-Kommissar: «Schwerste Energiekrise aller Zeiten»
Die Welt ist nach Einschätzung des Energiekommissars der Europäischen Union, Dan Jørgensen, mit der «wohl schwersten Energiekrise aller Zeiten» konfrontiert. «Seit Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten haben die Mitgliedstaaten der Europäischen Union bereits über 30 Milliarden Euro mehr für Importe fossiler Brennstoffe ausgegeben – ohne dafür zusätzliche Lieferungen zu erhalten», sagte er in Brüssel. Etwa ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und Flüssiggases wird normalerweise durch die Strasse von Hormus transportiert.
Seit Beginn des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran hat Teheran den Schiffsverkehr durch diese Engstelle durch Drohungen und Angriffe praktisch zum Erliegen gebracht, während Washington eine Seeblockade gegen Schiffe verhängt hat, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Zudem wurden in den vergangenen Monaten Energieproduktionsanlagen in mehreren Golfstaaten durch iranische Angriffe beschädigt.
Nach einem Kriegsende werde es voraussichtlich Jahre dauern, bis die Gasproduktion in der Region wieder normal laufe, sagte Jørgensen. Die EU bereite sich auch auf mögliche Versorgungsengpässe vor, insbesondere bei Flugkraftstoff. Er verwies auf die neue Beobachtungsstelle der EU, die Daten zum vorhandenen Flugtreibstoff sammelt. So wolle man auch erkennen, falls politische Massnahmen zur Koordinierung und Umverteilung nötig würden, sagte der Politiker. «Wir hoffen, dass es nicht zu einer Situation kommt, in der dies notwendig wird, aber wir bereiten uns darauf vor.» (dpa)
10:53 Uhr
Dienstag, 5. Mai
Pakistan mahnt zur Einhaltung der Waffenruhe
Nach neuen Spannungen zwischen den USA und dem Iran hat der Vermittlerstaat Pakistan zu Zurückhaltung gemahnt. Es sei «absolut essenziell, dass die Waffenruhe gewahrt und respektiert» werde, schrieb Premierminister Shehbaz Sharif auf X. Zudem verurteilte Sharif Raketen- und Drohnenangriffe auf die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Der Iran hatte am Montag Ölanlagen im Hafen von Fudschaira angegriffen. Bis zum Dienstagvormittag lagen keine offiziellen Berichte über weitere Angriffe in der Region oder Zwischenfälle in der Strasse von Hormus vor. Der Streit über die blockierte Meerenge gefährdet die Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran. (dpa)
06:07 Uhr
Dienstag, 5. Mai
Gefährdete Waffenruhe: USA und Iran auf Eskalationskurs
Der Streit über die blockierte Strasse von Hormus gefährdet die Waffenruhe zwischen der USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump drohte der Islamischen Republik erneut mit Vernichtung, nachdem der Iran als Reaktion auf eine US-Initiative zur Öffnung der Meerenge Ölanlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) angegriffen und damit in Brand gesetzt hatte. Der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi wiederum warnte die USA vor einer Fortsetzung ihrer Initiative.
Kanzler Friedrich Merz forderte Teheran derweil auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Der US-Präsident Trump hatte am Sonntag den Start einer Initiative mit dem Titel «Projekt Freiheit» verkündet, um Schiffen freie Fahrt zu gewähren, die wegen der Blockade der Strasse von Hormus feststecken. Laut dem zuständigen US-Regionalkommando (Centcom) waren am Montag Zerstörer durch die Meerenge in den Persischen Golf eingefahren. Zwei Handelsschiffe unter US-Flagge hätten das Seegebiet verlassen können, hiess es. Im Zuge der Aktion will das US-Militär mindestens sechs Schnellboote der Islamischen Republik zerstört haben.
Trump droht, Irans Aussenminister warnt
Trump drohte dem Iran für den Fall von Angriffen auf US-Schiffe mit Vernichtung. Der Iran werde «von der Erde gefegt», sollte er Schiffe angreifen, die im Rahmen der neuen US-Initiative zur Öffnung der Strasse von Hormus im Einsatz seien, zitierte ihn der Sender Fox News. Nicht äussern wollte sich Trump dazu, ob die Waffenruhe mit Teheran vorbei sei. «Nun, das kann ich Ihnen nicht sagen», sagte er in einer Folge des Podcasts «The Hugh Hewitt Show».
Irans Aussenminister Abbas Araghtschi warnte die USA dagegen vor einer Fortsetzung ihrer Initiative. Er schrieb in der Nacht auf der Plattform X: «Projekt Freiheit ist Projekt Sackgasse.» Die Ereignisse in der Strasse von Hormus machten deutlich, dass es keine militärische Lösung für eine politische Krise gebe. Araghtschi behauptete weiter, die Verhandlungen für ein Ende des Kriegs machten Fortschritte «dank des grossen Einsatzes Pakistans», das in dem Konflikt als Vermittler agiert. Die USA sollten darauf achten, «sich nicht von böswilligen Kräften wieder in einen Sumpf hineinziehen zu lassen». Das Gleiche gelte auch für die VAE. Zwar hat auch der Iran ein Interesse daran, sein Öl über die Strasse von Hormus zu exportieren. Strittig ist aber weiterhin, welche Schiffe die Meerenge passieren dürfen und wer die Kontrolle darüber haben soll.
Arabische Staaten verurteilen iranische Angriffe
Arabische Staaten wie Jordanien, Bahrain und Ägypten verurteilten die erneuten Angriffe Irans auf die VAE. Auch die Golfstaaten Kuwait und Katar zeigten sich solidarisch mit den Vereinigten Arabischen Emiraten. Der saudische Kronprinz Mohammed bin Salman verurteilte die Angriffe als ungerechtfertigt. Derweil stufte der ehemalige israelische Ministerpräsident Naftali Bennett die neuen iranischen Angriffe auf die VAE als Kriegserklärung ein. «Dies ist de facto eine Erklärung der Wiederaufnahme des iranischen Krieges gegen die Verbündeten der Vereinigten Staaten und Israels in der gesamten Region», schrieb der Oppositionspolitiker auf X.
Merz: «Teheran darf keine Nuklearwaffen haben»
Angesichts der jüngsten Eskalation forderte Kanzler Friedrich Merz die Staatsführung in Teheran auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die Islamische Republik müsse aufhören, «die Region und die Welt zur Geisel zu nehmen», schrieb der CDU-Chef auf der Plattform X. «Die Blockade der Strasse von Hormus muss enden. Teheran darf keine Nuklearwaffe bauen», mahnte er. «Es darf keine weiteren Drohungen und Angriffe gegen unsere Partner geben.» Am 8. April war unter Vermittlung Pakistans eine Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran vereinbart worden. Die Gespräche zwischen den Konfliktparteien haben bisher keine Ergebnisse gebracht. Die Öffnung der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge ist neben dem iranischen Atomprogramm einer der Knackpunkte in den Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran zur Beilegung des Konflikts. (dpa)
21:17 Uhr
Montag, 4. Mai
Irans Streitkräfte verteidigen Angriff auf Emirate
Irans Streitkräfte haben ihren Angriff auf Ölanlagen in den Vereinigten Arabischen Emiraten verteidigt. Die Attacke sei zunächst nicht geplant gewesen, sagte ein namentlich nicht genannter Militärvertreter dem staatlichen iranischen Rundfunk. Sie sei jedoch Ergebnis des «Abenteurertums der US-Armee», hiess es zur Begründung. Konkret nannte der Vertreter eine «illegale Passage von Schiffen durch verbotene Routen der Strasse von Hormus». Dafür müsse die US-Marine Rechenschaft ablegen.
Nach Behördenangaben aus den Vereinigten Arabischen Emiraten war nach einem iranischen Drohnenangriff in der Hafenstadt Fudschaira ein Grossbrand in einem Industriegebiet ausgebrochen. Ausserdem fing das Militär drei Raketen aus dem Iran ab. Eine weitere Rakete sei im Meer niedergegangen, hiess es in einer Erklärung des Verteidigungsministeriums. Zuvor hatten sich die Spannungen in der vom Iran kontrollierten und von den USA blockierten Strasse von Hormus, durch die normalerweise ein wesentlicher Teil des weltweiten Ölhandels erfolgt, wieder verschärft. (dpa)
20:12 Uhr
Montag, 4. Mai
UN warnen vor Rückkehr zu militärischer Gewalt
Die Vereinten Nationen haben sich beunruhigt über Berichte über Gefechte zwischen den USA und dem Iran in der Strasse von Hormus gezeigt. Aktuell sei die Lage vor Ort zwar unübersichtlich, «aber was wir nicht sehen wollen, ist eine Rückkehr zu entfesselter kinetischer Aktivität in dieser Region», mahnte UN-Sprecher Stéphane Dujarric offenbar mit Blick auf eine mögliche Wiederaufnahme militärischer Gewalt nach Beginn der Waffenruhe im Iran-Krieg Anfang April.
Es müsse vielmehr eine Rückkehr zu der «seit Jahrhunderten gängigen Praxis geben - nämlich die Schifffahrtsfreiheit in dieser Region.» Die Vereinten Nationen versuchten zudem «noch immer vollständig zu verstehen», was genau mit den US-Aussagen gemeint sei, wonach die wichtige Strasse von Hormus offen sei, ergänzte Dujarric vor Reportern.
Das US-Militär teilte zuvor mit, es habe sechs iranische Boote versenkt, nachdem diese in der Meerenge zivile Schiffe angegriffen hätten. Beobachter gingen davon aus, dass die iranischen Angriffe eine Reaktion auf den Plan von US-Präsident Donald Trump waren, in der Strasse von Hormus festsitzende Schiffe durch die Meerenge zu leiten. Der Iran griff zum ersten Mal seit Beginn der Waffenruhe zudem wieder die Vereinigten Arabischen Emirate an. (dpa)
19:34 Uhr
Montag, 4. Mai
Arabische Staaten verurteilen Angriff auf Emirate
Arabische Staaten haben die erneuten Angriffe Irans auf die Vereinigten Arabischen Staaten scharf verurteilt. Jordaniens Aussenminister Aiman al-Safadi missbilligte den «brutalen Angriff» in einem Telefongespräch mit seinem emiratischen Amtskollegen Abdullah bin Sajed al Nahjan, wie die jordanische Nachrichtenagentur Petra berichtete.
Der Golfstaat Bahrain bezeichnete die Attacken als «gefährliche Eskalation, die die Sicherheit und Stabilität der Region bedroht». Es handle sich um einen klaren Verstoss gegen die geltende Waffenruhe. Das Aussenministerium bekräftigte die vollständige Solidarität des Königreichs Bahrain mit dem brüderlichen Staat Vereinigte Arabische Emirate und seine uneingeschränkte Unterstützung für die von ihm ergriffenen Massnahmen zum Schutz seiner Souveränität, Sicherheit und Stabilität. (dpa)
18:55 Uhr
Montag, 4. Mai
Oman meldet Angriff nahe der Strasse von Hormus
Inmitten wachsender Spannungen im Iran-Krieg hat der Oman einen Angriff auf ein Wohngebäude gemeldet. Die staatliche Nachrichtenagentur Oman News Agency berichtete, dass der Angriff die Region um Buch getroffen habe. Dabei handelt es sich um einer vom übrigen Staatsgebiet getrennte Exklave an der Strasse von Hormus. Zunächst war nicht klar, von wem der Angriff ausging.
Bei dem Angriff seien ausländische Arbeiter verletzt worden, meldete die Nachrichtenagentur weiter unter Berufung auf Sicherheitsquellen. Sie hätten schwere bis mittelschwere Verletzungen erlitten. Ausserdem seien vier Fahrzeuge beschädigt worden. In einem benachbarten Haus gingen demnach Fensterscheiben zu Bruch. Die Behörden nahmen Ermittlungen zu dem Vorfall auf.
Zuvor hatten die Vereinigten Arabischen Emirate Angriffe mit Raketen und Drohnen gemeldet. In einem Industriegebiet der Hafenstadt Fudschaira brach ein Grossbrand aus. (dpa)
18:41 Uhr
Montag, 4. Mai
US-Militär meldet iranische Angriffe auf Schiffe in Strasse von Hormus
Der Iran hat nach Angaben der US-Streitkräfte mehrere Schiffe unter US-Schutz mit Raketen, Drohnen und von kleinen Schnellbooten aus angegriffen. Sechs iranische Boote seien im Zuge der Auseinandersetzung von US-Hubschraubern versenkt worden, teilte Brad Cooper, Kommandeur des für den Nahen Osten zuständigen Regionalkommandos des US-Militärs, am Montag mit. (dpa)
17:55 Uhr
Montag, 4. Mai
Brand auf Frachter und in Ölanlage in Emiraten
Vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate ist ein Frachtschiff in Brand geraten. Das Feuer sei im Maschinenraum ausgebrochen, teilte die Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt des britischen Militärs (UKMTO) am Montag mit. Die Besatzung sei wohlauf.
Ein Grund für den Brand wurde nicht genannt. Ein mutmasslicher iranischer Drohnenangriff löste aber ein weiteres Feuer in einer Ölanlage in Fudschaira im Osten der Emirate aus, wie die örtliche Regierung mitteilte. Dreimal wurde am Montag in den Emiraten Raketenalarm ausgelöst, zum ersten Mal seit Beginn der Waffenruhe mit dem Iran. (dpa)
14:40 Uhr
Montag, 4. Mai
USA: Zwei Handelsschiffe haben Strasse von Hormus passiert
Zwei Handelsschiffe, die unter US-Flagge fahren, haben nach Angaben des US-Militärs die Strasse von Hormus passiert. Sie setzten ihre Reise nun sicher fort, teilte das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom auf der Plattform X mit. Das US-Militär sprach von einem «ersten Schritt» im Rahmen der von Trump am Vortag angekündigten neuen US-Initiative «Projekt Freiheit». Die Angaben liessen sich nicht unabhängig überprüfen.
Die neue Initiative zielt darauf ab, die für den weltweiten Ölhandel wichtige Meerenge für die Schifffahrt wieder freizumachen. Lenkwaffenzerstörer der US-Marine seien derzeit im Persischen Golf im Einsatz, nachdem sie im Rahmen der neuen Initiative die Strasse von Hormus passiert hätten, teilte Centcom mit. US-Streitkräfte unterstützten die Bemühungen zur Wiederherstellung des Schiffsverkehrs für die Handelsschifffahrt aktiv.
Die iranische Nachrichtenagentur Fars, die den Revolutionsgarden nahesteht, hatte zuvor berichtet, dass die Streitkräfte des Landes US-Zerstörer angeblich daran gehindert hätten, in die Strasse von Hormus einzufahren. (dpa)
14:05 Uhr
Montag, 4. Mai
Emirate melden iranischen Angriff auf Tanker
Die Vereinigten Arabischen Emirate haben einen iranischen Angriff mit zwei Drohnen auf einen Tanker des staatlichen Energiekonzerns ADNOC scharf verurteilt. Verletzte seien nicht gemeldet worden, teilte das Aussenministerium mit. Zunächst war nicht klar, wann sich der Angriff ereignet haben soll.
Das Aussenministerium sprach von einem «iranischen Terrorangriff». Er habe sich im Seegebiet der Strasse von Hormus ereignet. Das Vorgehen stelle eine «Piraterie» durch die iranischen Revolutionsgarden dar und gefährde sowohl die regionale Stabilität als auch die globale Energiesicherheit. Die Strasse von Hormus dürfe nicht als politisches oder wirtschaftliches Druckmittel missbraucht werden.
Die VAE forderten den Iran auf, derartige Angriffe einzustellen und alle feindseligen Handlungen zu beenden. (dpa)
13:27 Uhr
Montag, 4. Mai
Angriff auf Kriegsschiff?
Die USA dementieren, dass die iranischen Streitkräfte ein US-Kriegsschiff angegriffen haben. Das für den Nahen Osten zuständige US-Regionalkommando Centcom teilte auf X mit, Berichte iranischer Medien, dass ein Schiff von zwei Raketen getroffen worden sei, seien falsch.
Zuvor hatten iranische Nachrichtenagenturen mit Verbindung zu den mächtigen Revolutionsgarden über einen solchen Angriff berichtet. Berichtet wurde auch, dass US-Militärschiffe daran gehindert wurden, durch die Strasse von Hormus zu fahren. Zu diesem angeblichen Vorfall äusserten sich die US-Streitkräfte zunächst nicht.
08:19 Uhr
Montag, 4. Mai
Iran prüft 14-Punkte-Plan der USA
Der Iran prüft nach Angaben seines Aussenministeriums eine US-Antwort auf den jüngsten iranischen Vorschlag für einen möglichen Friedensplan. Das teilte Aussenamtssprecher Ismail Baghai am Sonntag mit. «Derzeit gibt es jedoch keine Verhandlungen über das Atomprogramm», sagte Baghai. Das Atomprogramm sowie das in der Islamischen Republik angereicherte Uran seien zwar zentrale Streitpunkte mit den USA, Teheran wolle diese Fragen jedoch später behandeln.
Der iranische Vorschlag strebe ein Kriegsende innerhalb von 30 Tagen und nicht eine Verlängerung der Waffenruhe an, berichteten staatsnahe Medien. (dpa)
06:18 Uhr
Montag, 4. Mai
Iran warnt USA vor Aktionen in der Strasse von Hormus
Der Iran hat die USA vor Aktionen in der Strasse von Hormus gewarnt. Jede amerikanische Einmischung in der Meerenge werde als Verstoss gegen die Waffenruhe betrachtet, schrieb der Leiter der Sicherheitskommission im Parlament, Ebrahim Azizi, auf der Plattform X. Die Strasse von Hormus und der Persische Golf würden nicht durch «Trumps wahnhafte Beiträge gesteuert».
Zuvor hatte US-Präsident Trump angekündigt, ab diesem Montag eine Initiative «Projekt Feriheit» zu starten, um Schiffen zu helfen, die wegen der Blockade der Strasse von Hormus feststecken. Für den Fall etwaiger Behinderungen der Initiative drohte Trump, dagegen mit Härte vorzugehen.
Vor dem Krieg hatten Tanker etwa ein Fünftel der weltweit gehandelten Menge an Öl- und Flüssiggas durch die Strasse von Hormus transportiert. Der Iran kontrolliert die Meerenge seit Kriegsbeginn und hat den Schiffsverkehr mit Drohungen und Angriffen praktisch zum Erliegen gebracht.
Aktuell gilt im Iran-Krieg eine Waffenruhe, doch bei den diplomatischen Bemühungen ist bislang kein Durchbruch in Sicht. (dpa)
06:22 Uhr
Sonntag, 3. Mai
Trump kündigt Überprüfung eines Iran-Plans für Kriegsende an
US-Präsident Donald Trump hat angekündigt, einen vom Iran übermittelten Plan für ein Ende des Kriegs prüfen zu wollen. Allerdings könne er sich nicht vorstellen, dass dieser Plan akzeptabel sein werde, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Der Iran habe «noch keinen ausreichend hohen Preis für das gezahlt (...), was er der Menschheit und der Welt in den letzten 47 Jahren angetan hat», begründete er seine Prognose. Zugleich warnte Trump, es bestehe weiter die Möglichkeit, den Iran wieder anzugreifen, sollte sich die iranische Führung falsch verhalten.
Am Freitag war bekannt geworden, dass der Iran nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna einen neuen Vorschlag an die Vermittler in Pakistan übergeben hatte. US-Präsident Donald Trump zeigte sich damit jedoch unzufrieden. Über Inhalte der neuen Initiative wurde zunächst nichts offiziell bekannt.
Iranische Forderungen
Wie die den iranischen Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim berichtete, reichte der Iran eine 14-Punkte-Plan als Antwort auf einen US-Vorschlag ein. Der iranische Vorschlag sei über einen pakistanischen Vermittler übermittelt worden und fordere die «Beendigung des Kriegs an allen Fronten, einschliesslich des Libanons», hiess es weiter. Dort gilt derzeit eine brüchige Waffenruhe zwischen der proiranischen Hisbollah-Miliz und Israel.
Laut Tasnim werden in dem Vorschlag Garantien gegen militärische Aggressionen und der Abzug von US-Militärstreitkräften aus der Region um den Iran thematisiert. Weiter sollten eingefrorene iranische Vermögenswerte freigegeben werden. Zudem gehe es um die Aufhebung von Sanktionen sowie die Einführung eines «neuen Mechanismus für die Strasse von Hormus». Die Meerenge ist für Handelsschiffe derzeit blockiert.
Trump will iranische Raketenproduktion beseitigen
Auf dem Flughafen in Palm Beach in Florida sagte Trump Reportern, was den Iran betreffe, laufe es für die USA sehr gut. «Sie wollen einen Deal.» Auf die Frage, ob er die restlichen iranischen Raketenproduktionskapazitäten beseitigen wolle, sagte Trump: «Ja, ich würde sie gerne beseitigen.» Ansonsten wäre dies für den Iran ein Anfang, sie wieder aufbauen zu können.
Trump hatte ebenfalls am Freitag die Kampfhandlungen im Iran in einem Brief an den US-Kongress für beendet erklärt. Es gilt weiterhin eine Waffenruhe, die Trump einseitig und ohne zeitliche Begrenzung verlängert hatte.
Die USA und Israel hatten ihren Krieg gegen den Iran am 28. Februar begonnen. Der Iran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel und arabische Staaten am Golf. Seit Anfang April gilt eine Waffenruhe. Washington verlangt für ein Kriegsende neben der Herausgabe des hoch angereicherten Urans die Einstellung des iranischen Atomprogramms. Zudem will Washington dem Iran auch eine Begrenzung seines Programms zur Entwicklung ballistischer Raketen auferlegen.
Milliardenschwere Waffenlieferungen an Partner im Krieg
Derweil genehmigte das US-Aussenministerium milliardenschwere Waffenlieferungen an Bahrain, Israel, Kuwait, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate. Per Notfallbeschluss habe Aussenminister Marco Rubio acht Waffenlieferungen im Wert von über 25 Milliarden US-Dollar (rund 21,3 Mrd Euro) bewilligt, bestätigte ein Sprecher des Ministeriums der Deutschen Presse-Agentur. Durch den erklärten Notfall bedarf es anders als üblich keiner Zustimmung des Kongresses.
Seit Beginn des Krieges habe der Iran Tausende ballistische Raketen, Marschflugkörper und Drohnen auf die Partner der USA in der Region abgefeuert, hiess es zur Erklärung. Die meisten davon seien erfolgreich abgefangen worden. Die Dringlichkeit der Genehmigung begründete das Ministerium auch damit, dass die Partner «derzeit angegriffen werden».
Gregory Meeks, führender Demokrat im Auswärtigen Ausschuss des Repräsentantenhauses, wertete den Schritt als Missachtung des Kongresses. Von den aufgeführten Exporten betreffe nur einer Verteidigungsgüter, die sofort exportiert werden könnten. «Die Regierung nutzt den Vorwand einer Notstandserklärung, um Verkäufe durchzusetzen, die keinen dringenden Bezug zu aktuellen Konflikten haben», teilte er mit.
Brüchige Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah
Derweil bleibt die Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah im Libanon brüchig. Das israelische Militär teilte am Abend auf der Plattform Telegram mit, am Samstag seien im Südlibanon zahlreiche terroristische Infrastruktureinrichtungen angegriffen und «Terroristen» eliminiert worden, die in unmittelbarer Nähe von israelischen Soldaten operiert hätten. Bei den Angriffen seien 70 militärische Strukturen der Hisbollah zerstört worden, unter anderem Waffenlager. (dpa)
13:39 Uhr
Samstag, 2. Mai
Immer neue Angriffe – Waffenruhe im Libanon vor dem Kollaps?
Gut drei Wochen nach Vereinbarung einer Waffenruhe im Konflikt zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz nehmen die Kämpfe wieder deutlich zu. Bei israelischen Luftangriffen im Südlibanon wurden nach libanesischen Angaben fünf Menschen getötet. Bereits am Freitag waren bei Angriffen im Südlibanon zwölf Menschen ums Leben gekommen. Die USA setzen sich für neue direkte Gespräche auf höchster Ebene zwischen Israel und dem Libanon ein, mit dem Ziel einer dauerhaften Beilegung der Feindseligkeiten.
Eine israelische Drohne habe ein Auto angegriffen, das in der Nähe der Stadt Nabatieh unterwegs gewesen sei, berichtete die libanesische Nachrichtenagentur NNA. Dabei seien zwei Insassen getötet worden. Bei einem Angriff auf ein Haus in Iklim al-Tuffah seien am frühen Morgen drei weitere Menschen ums Leben gekommen. Der Ort gilt als Hochburg der mit Israel verfeindeten proiranischen Hisbollah-Miliz.
Israels Militär: Rund 50 Angriffe binnen 24 Stunden
Die israelische Armee teilte in einem Post auf der Plattform X mit, binnen 24 Stunden sei es zu rund 50 Angriffen im Südlibanon gekommen. Das Militär zerstöre weiterhin «Terror-Infrastruktur» in dem nördlichen Nachbarland und töte dort Terroristen, hiess es in dem Post.
Es handele sich unter anderem um Gebäude, die Mitglieder der libanesischen Hisbollah-Miliz für Angriffe auf Soldaten genutzt hätten. Im Südlibanon seien israelische Soldaten von der Hisbollah mit mehreren Raketen angegriffen worden. Es kommt auch immer wieder zu Drohnenangriffen der Hisbollah auf Orte im Norden Israels.
Brüchige Waffenruhe und wiederkehrende Eskalation
Obwohl offiziell eine Waffenruhe zwischen der Hisbollah und Israel gilt, kommt es weiterhin täglich zu gegenseitigen Angriffen. Seit Anfang März hatte sich der Konflikt im Zuge der regionalen Eskalation erneut deutlich verschärft, nachdem Raketen aus dem Libanon abgefeuert worden waren. Israel reagierte darauf mit Luftangriffen und Bodeneinsätzen im Südlibanon, begleitet von schweren Gefechten im Grenzgebiet.
Mehr als 2.600 Menschen wurden nach libanesischen Angaben seit Anfang März getötet und mehr als eine Million vertrieben. Der Libanon selbst ist offiziell keine Konfliktpartei.
USA dringen auf neue direkte Gespräche
Angesichts der brüchigen Waffenruhe, die offiziell noch bis Mitte Mai gilt, drängen die USA auf direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon auf höchster Ebene. Die Waffenruhe war vor rund drei Wochen nach Gesprächen von US-Präsident Donald Trump mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun verkündet worden.
Die US-Botschaft in Beirut sprach sich für ein Treffen zwischen Aoun und Netanjahu aus, um Garantien für Souveränität, sichere Grenzen, humanitäre Hilfe und den Wiederaufbau zu erreichen – abgesichert durch die USA. Aoun lehnt ein solches Treffen laut libanesischen Medien derzeit während der anhaltenden Kämpfe ab und stellt es erst nach erfolgreichen Verhandlungen in Aussicht.
Bei einem Treffen Aouns mit US-Botschafter Michel Issa am Freitag ging es laut Präsidialamt um die Stabilisierung der Waffenruhe und mögliche weitere Gespräche in Washington zur Grenzsicherheit. In ersten direkten Gesprächen dort hatte Israel die vollständige Entwaffnung der Hisbollah gefordert, während der Libanon einen vollständigen israelischen Abzug verlangte. Die Entwaffnung der Hisbollah, die laut Vereinbarung von 2024 vorgesehen war, ist bislang nicht umgesetzt worden. (dpa)
06:07 Uhr
Samstag, 2. Mai
Irans Aussenminister stellt Bedingungen für Verhandlungen
Irans Aussenminister Abbas Araghtschi zeigt sich für ein Ende des Iran-Kriegs verhandlungsbereit, insofern die USA Bedingungen erfüllen. Sein Land sei bereit, den diplomatischen Prozess fortzusetzen, falls sich «die übertriebenen Forderungen, die bedrohliche Rhetorik und die provokativen Handlungen der amerikanischen Seite» änderten, zitierte der regierungstreue iranische Fernsehsender Press TV den Aussenminister.
Am Freitag war bekanntgeworden, dass der Iran nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna einen neuen Vorschlag an die Vermittler in Pakistan übergeben hat. US-Präsident Donald Trump zeigte sich jedoch unzufrieden damit. Über Inhalte der neuen Initiative wurde zunächst nichts offiziell bekannt.
Trump hatte ebenfalls am Freitag die Kampfhandlungen im Iran in einem Brief an den US-Kongress für beendet erklärt. Es gilt weiterhin eine Waffenruhe, die Trump einseitig und ohne zeitliche Begrenzung verlängert hatte.
Der Iran hatte bereits vergangene Woche Bedingungen für eine Beendigung des Kriegs gestellt: Dazu zählten laut Nachrichtenagentur Tasnim unter anderem die sofortige Aufhebung der von den USA verhängten Seeblockade sowie die Einführung einer neuen rechtlichen Regelung für die Strasse von Hormus.
USA: 45 Schiffe gestoppt
Während die Verhandlungen über eine dauerhafte Beilegung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran in den vergangenen Wochen ins Stocken geraten sind, setzen sich beide Seiten zunehmend wirtschaftlich unter Druck. Der Iran hat die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtige Strasse von Hormus durch Drohungen und Beschuss von Tankern und Frachtschiffen weitgehend unpassierbar gemacht.
Die USA haben ihrerseits weitreichende Sanktionen und eine Seeblockade gegen den Iran verhängt, um die Führung in Teheran von den Einnahmen aus dem Ölexport abzuschneiden. Bislang haben die Vereinigten Staaten mit ihrer Blockade nach eigenen Angaben 45 Schiffe gestoppt, wie das zuständige US-Regionalkommando (Centcom) auf der Plattform X mitteilte.
Israel: Hoch angereichertes Uran sollte aus Iran entfernt werden
Ein ranghoher israelischer Militärvertreter sagte laut «Times of Israel», der jüngste Krieg würde als grosser Misserfolg gelten, falls Irans Vorrat von mehr als 400 Kilogramm hoch angereichertem Uran nicht aus dem Land entfernt werde. Dieser Vorrat reicht israelischen Angaben zufolge dafür aus, elf Atombomben herzustellen, wenn er weiter angereichert würde. Iran betont immer wieder, dass sein Programm friedlicher Natur sei.
Die USA und Israel hatten ihren Krieg gegen den Iran am 28. Februar begonnen. Washington verlangt neben der Herausgabe des hoch angereicherten Urans die Einstellung des iranischen Atomprogramms. Zudem will Washington dem Iran auch eine Begrenzung seines Programms zur Entwicklung ballistischer Raketen auferlegen. (dpa)
02:10 Uhr
Samstag, 2. Mai
Trump an Kongress: Kämpfe im Iran sind beendet
US-Präsident Donald Trump hat die Kampfhandlungen im Iran in einem Brief an den US-Kongress für beendet erklärt. Seit Beginn der Waffenruhe am 7. April habe es keine Gefechte zwischen dem Iran und den USA gegeben, heisst es in einem von Trump unterzeichneten Brief des Weissen Hauses, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. «Die am 28. Februar 2026 begonnenen Feindseligkeiten sind beendet.»
Relevant sind Trumps Aussagen auch deshalb, weil zum Wochenende theoretisch das Zeitfenster ausläuft, in dem er den Krieg noch führen darf. Dem Gesetz War Powers Resolution von 1973 zufolge darf der Präsident maximal 60 Tage lang die Offensive befehligen - dann braucht er die förmliche Zustimmung des Parlaments.
Trump: Passen Truppenstärke falls nötig an
In dem Schreiben, das an den Sprecher des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, adressiert ist, heisst es weiter: «Trotz des Erfolgs der Operationen der Vereinigten Staaten gegen das iranische Regime und der anhaltenden Bemühungen um einen dauerhaften Frieden bleibt die Bedrohung, die der Iran für die Vereinigten Staaten und unsere Streitkräfte darstellt, erheblich.» Entsprechend passe das Verteidigungsministerium seine Truppenpräsenz in der Region weiter an, sofern das nötig sei.
Er werde den Kongress weiter entsprechend der gesetzlichen Vorgaben über sein Vorgehen informieren. (dpa)
20:41 Uhr
Freitag, 1. Mai
Libanon meldet mindestens zehn Tote bei israelischen Angriffen
Bei neuen israelischen Angriffen im Südlibanon sind nach Angaben staatlicher Medien mindestens zehn Menschen getötet worden. Sanitäter hätten ausserdem die Leichen von fünf Menschen geborgen, die am Vortag in Kfar Rumman, in der Nähe von Nabatije getötet worden seien, meldete die libanesische Nachrichtenagentur NNA am Freitag. Die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz erklärte, sie habe Drohnen und Raketen auf israelische Militärstellungen abgefeuert. Dabei wurden nach israelischen Angaben zwei Soldaten leicht verletzt.
NNA meldete, Israel habe drei Dörfer im Süden des Landes angegriffen, wobei es vier Tote gegeben habe. Das israelische Militär forderte die Bewohner des Dorfes Habbusch bei Nabatije auf, ihre Häuser zu verlassen. Wer sich in der Nähe von Hisbollah-Einrichtungen aufhalte, gefährde sein Leben. Kurz darauf folgte ein Luftangriff, bei dem nach Angaben des Gesundheitsministeriums sechs Menschen getötet wurden, unter ihnen ein Kind und eine Frau. Acht Menschen erlitten Verletzungen.
Das israelische Militär erklärte, eine Sprengstoffdrohne der Hisbollah sei im Norden Israels eingeschlagen. Israelische Medien berichteten von einem Drohnenangriff in der Nähe von Margaliot in Nordisrael, der ein örtlich begrenztes Feuer ausgelöst habe. Bei einem weiteren Einschlag in der Gegend seien zwei Soldaten leicht verletzt worden.
Die libanesische Hisbollah hatte sich kurz nach Beginn der israelischen Angriffe auf den Iran an die Seite ihrer Schutzmacht Teheran gestellt und Israel seit Anfang März attackiert. Israel reagierte mit heftigen Gegenschlägen und besetzte den Süden des Landes. Dabei wurden nach libanesischen Regierungsangaben mehr als 2.600 Menschen getötet und mehr als eine Million vertrieben. Die libanesische Regierung und Israel einigten sich Mitte April auf eine Waffenruhe. (dpa)
16:18 Uhr
Freitag, 1. Mai
Iran: Neue Vorschläge zur Beendigung des Kriegs
Nach stockenden Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran hat Teheran nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna einen neuen Vorschlag an die Vermittler in Pakistan übergeben. Die Agentur bezog sich dabei auf eigene Berichte. Irans staatlicher Fernsehsender Irib vermeldete, Aussenminister Abbas Araghtschi habe in mehreren Telefonaten seine Amtskollegen in der Region über «neue Initiativen im Zusammenhang mit der Beendigung des Krieges» informiert.
Unter den verständigten Amtskollegen seien Minister der Türkei, Ägyptens, Katars, Saudi-Arabiens, des Iraks und Aserbaidschans. Zuvor hatte Araghtschi nach iranischen Angaben am Morgen auch mit der EU-Aussenbeauftragten Kaja Kallas telefoniert. Eine Bestätigung aus Pakistan zur Übergabe des neuen Vorschlags lag zunächst nicht vor. Auch über Inhalte der neuen Initiative wurde nichts bekannt.
In den vergangenen Wochen waren die Gespräche zwischen Washington und Teheran ins Stocken geraten. Es gilt weiterhin eine Waffenruhe, die Trump einseitig und ohne zeitliche Begrenzung verlängert hatte. (dpa)
13:38 Uhr
Freitag, 1. Mai
UN: Iran-Krieg löst weltweiten Domino-Effekt bei humanitärer Hilfe aus
Der Iran-Krieg bringt nach Angaben einer UN-Sprecherin zunehmend humanitäre Hilfseinsätze in anderen Regionen unter Druck. Die unsichere Lage rund um die Meerenge von Hormus habe Treibstoff- und Frachtkosten erhöht und führe zu Transportverzögerungen, erklärte Carlotta Wolf vom UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR.
«Jeder zusätzliche Dollar an Transportkosten bedeutet, dass wir einen Dollar weniger für Geflüchtete haben, oder dass wir weniger Menschen helfen können», sagte Wolf. Kriegsbedingt seien die Frachtraten für Hilfsgüter aus den wichtigsten asiatischen Herkunftsländern um fast 18 Prozent gestiegen. Lieferungen aus dem UNHCR-Versorgungslager in Dubai in das Bürgerkriegsland Sudan seien nun sogar doppelt so teuer.
Zusätzlich verlangsamten die gestiegenen Spritpreise in Kenia den Lkw-Transport zwischen der UNHCR-Drehscheibe in Nairobi und hilfsbedürftigen Menschen in Äthiopien, der Demokratische Republik Kongo und dem Südsudan, berichtete die Sprecherin. (dpa)
12:54 Uhr
Freitag, 1. Mai
Zwei Aktivisten von Gaza-Hilfsflotte werden in Israel verhört
Zwei Aktivisten der im Mittelmeer gestoppten Gaza-Hilfsflotte werden in Israel verhört. Das israelische Aussenministerium kündigte den Transport der beiden nach Israel am Freitag auf der Plattform X an. Einer von ihnen, der palästinensisch-spanische Aktivist Saif Abukeshek werde «der Verbindungen zu einer Terrororganisation verdächtigt», hiess es. Der zweite, der brasilianische Staatsbürger Thiago Ávila, stehe «unter dem Verdacht der illegalen Aktivität». Beweise für die Vorwürfe wurden nicht genannt.
Die beiden Männer gehörten zu Dutzenden Aktivisten, die vor der Küste der griechischen Insel Kreta von der israelischen Marine abgefangen worden waren. Sie waren führende Mitglieder der sogenannten «Global Sumud Flotilla». Die Flotte mit Hilfslieferungen war auf dem Weg in den Gazastreifen und die Organisatoren hatten vor, die israelische Seeblockade zu durchbrechen. Die anderen Insassen der abgefangenen Boote wurden am Donnerstagabend auf Kreta freigelassen.
Die Marine fing insgesamt rund 20 Boote mit 175 Aktivisten ab. Nach Angaben von Aktivisten erstürmten israelische Soldaten die Boote, zertrümmerten Motoren und nahmen einige Insassen fest. Der gemeldete Vorfall ereignete sich in der Nacht zu Donnerstag Hunderte Kilometer vom Gazastreifen und Israel entfernt. Nach israelischen Angaben war der Eingriff aufgrund der grossen Anzahl beteiligter Boote noch vor dem Erreichen israelischer Gewässer nötig.
Die Organisatoren der Flotte teilten mit, von den 52 Booten, die vor der Abfangaktion Israels unterwegs gewesen seien, hätten 31 sichere Gewässer erreicht und würden weiterhin versuchen, die Blockade des Gazastreifens zu durchbrechen. Sie sprachen von einer «illegalen Belagerung Gazas».
Spanien und Brasilien äusserten sich zunächst nicht zur Festnahme von Abukeshek und Ávila und ihrem Transport nach Israel. (dpa)
01:16 Uhr
Freitag, 1. Mai
USA fordern direkte Gespräche zwischen Israel und Libanon
Angesichts der fragilen Waffenruhe zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz dringen die USA auf direkte Gespräche zwischen Israel und dem Libanon auf höchster Ebene. «Der Libanon steht am Scheideweg. Seine Bevölkerung hat die historische Chance, ihr Land zurückzugewinnen und ihre Zukunft als wahrhaft souveräne, unabhängige Nation zu gestalten», hiess es in einer auf der Plattform X veröffentlichten Mitteilung der US-Botschaft in Beirut.
Im Konflikt zwischen der Hisbollah-Miliz im Libanon und Israel gilt derzeit eine Waffenruhe. Diese hatte US-Präsident Donald Trump Mitte April nach Gesprächen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun verkündet. Faktisch kommt es aber fast täglich zu Angriffen beider Seiten. Die israelischen Streitkräfte sind auch mit Bodentruppen im Südlibanon aktiv. Der Libanon selbst ist offiziell keine Konfliktpartei.
«Ein direktes Treffen zwischen Präsident Aoun und Ministerpräsident Netanjahu - vermittelt von Präsident Trump - würde dem Libanon die Möglichkeit bieten, konkrete Garantien für volle Souveränität, territoriale Integrität, sichere Grenzen, humanitäre Hilfe und Wiederaufbauhilfe sowie die vollständige Wiederherstellung der libanesischen Staatsgewalt über jeden Zentimeter seines Hoheitsgebiets zu erlangen – garantiert durch die Vereinigten Staaten», hiess es in dem Schreiben der US-Botschaft weiter. (dpa)
17:19 Uhr
Donnerstag, 30. April
US-Gesetz stellt Trump-Regierung Frist im Iran-Krieg bis Freitag
Ein Gesetz aus dem Jahr 1973 setzt die Trump-Regierung in ihrem Krieg gegen den Iran unter Druck. Gemäss der sogenannten War Powers Resolution muss ein Militäreinsatz, der vom US-Präsidenten genehmigt wurde, nach 60 Tagen vorbei sein, es sei denn, der US-Kongress hat ausdrücklich zugestimmt oder den Krieg erklärt. Das Fristende im von Trump ohne Zustimmung des Kongresses Ende Februar begonnenen Krieg gegen den Iran ist am (morgigen) Freitag (Ortszeit) erreicht.
Aus Kreisen des Weissen Hauses verlautete, die Regierung führe «aktive Gespräche» mit Abgeordneten bezüglich der Frist. Näher ausgeführt wurde das nicht.
Die Trump-Regierung hat die Option, eine 30-tägige Verlängerung der Frist zu beantragen. Dazu müsste sie dem Kongress schriftlich mitteilen, dass ein militärischer Einsatz in ihren Augen weiter nötig sei. Das Weisse Haus hat bislang nicht öffentlich angegeben, ob Trump die Verlängerung anstrebt. Im Iran-Krieg gilt aktuell eine Waffenruhe. (dpa)
16:31 Uhr
Donnerstag, 30. April
Trump sucht im Iran-Krieg neuen Ansatz mit Partnern
Zwischen Washington und Teheran ist es ruhig geworden. Die Kriegsparteien finden nicht zueinander. Nun will die US-Regierung ihre Partner stärker bei den Überlegungen zur Strasse von Hormus einbinden.
(dpa) Inmitten festgefahrener Gespräche zwischen Washington und Teheran versucht die US-Regierung unter Präsident Donald Trump Kreisen zufolge einen neuen Ansatz. Ein neues Koordinierungsgremium solle die «Zusammenarbeit zwischen den Vereinigten Staaten und unseren Verbündeten in der Strasse von Hormus erleichtern», teilte ein ranghoher Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur mit.
Konkret soll das «Maritime Freedom Construct» den Informationsaustausch unter den noch nicht genannten Alliierten ermöglichen und «diplomatische sowie wirtschaftliche Massnahmen abzustimmen», um den Iran im Falle einer weiteren Blockade der Meerenge zu sanktionieren. Welche Länder genau teilnehmen sollen und ob etwa Deutschland angefragt wurde, war zunächst unklar. Das US-Militär solle unterdessen die Seeblockade von Schiffen, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen, aufrechterhalten.
In den vergangenen Wochen waren die Gespräche zwischen Washington und Teheran ins Stocken geraten. Nur wenige Informationen über Verhandlungen und Vermittlungsversuche waren zuletzt an die Öffentlichkeit gelangt. Es gilt weiterhin eine Waffenruhe, die Trump einseitig und ohne zeitliche Begrenzung verlängert hatte. Die Pattsituation der Kriegsparteien in der Strasse von Hormus belastet derweil die Weltwirtschaft: Der Iran blockiert die Meerenge weitestgehend, die USA reagierten darauf mit einer eigenen Blockade. Rohstoffe gelangen kaum auf den Weltmarkt.
14:09 Uhr
Donnerstag, 30. April
Oberster Führer: Iran wird Raketen- und Atomprogramm schützen
Der Oberste Führer des Irans, Ajatollah Mojtaba Khamenei, hat Forderungen nach einem Ende des Atom- und Raketenprogramms zurückgewiesen. Diese Fähigkeiten seien Teil der nationalen Identität und würden wie Territorium und Luftraum geschützt. Zugleich verlangte er den Abzug der USA aus dem Persischen Golf und dem Golf von Oman und kritisierte deren Einfluss in der Region scharf.
Khamenei betonte, die Region könne ohne US-Präsenz Wohlstand erreichen. Während die USA mit einer Seeblockade Druck auf Irans Ölindustrie ausüben, hält Teheran an der Kontrolle der Strasse von Hormus fest und erwägt Gebühren für die Durchfahrt. Ziel sei es, Sicherheit zu erhöhen und wirtschaftliche Vorteile für die Region zu schaffen.
Die Fronten zwischen den USA und dem Iran bleiben verhärtet. Khamenei signalisiert keine Bereitschaft, das Atom- und Raketenprogramm aufzugeben. Er stellt diese Technologien als nationales Gut dar, das von der Bevölkerung geschützt werde.
Khamenei ist der Sohn des getöteten früheren Obersten Führers Ali Khamenei. Seit seiner eigenen Verletzung tritt er nicht öffentlich auf, sondern lässt Erklärungen verlesen. (dpa)
13:04 Uhr
Donnerstag, 30. April
Irans Oberster Führer: USA haben im Persischen Golf nicht zu suchen
Der Oberste Führer des Irans, Ajatollah Modschtaba Chamenei, hat einen Abzug der USA aus dem Persischen Golf und dem Golf von Oman gefordert. Der Iran und die Nachbarn auf der anderen Seite des Meeres teilten das gleiche Schicksal, was die Einmischung fremder Mächte angehe, sagte Chamenei am Donnerstag laut einer im Staatsfernsehen verlesenen Stellungnahme. «Ausländer, die aus Tausenden Kilometern Entfernung herkommen, um aus Gier und Bosheit zu handeln, haben dort (im Golf) keinen Platz – ausser auf dem Grund des Meeres.»
Mit Gottes Hilfe werde die Region am Persischen Golf eine verheissungsvolle Zukunft haben, die dem Fortschritt und Wohlstand der dort lebenden Völker diene - ohne Präsenz der USA, erklärte Chamenei und versprach, dass die Islamische Republik ihr Atom- und Raketenprogramm schützen werde.
«Neunzig Millionen stolze und ehrenhafte Iraner im In- und Ausland betrachten alle identitätsstiftenden, spirituellen, menschlichen, wissenschaftlichen, industriellen und technologischen Fähigkeiten des Irans – von der Nanotechnologie und Biotechnologie bis hin zu den nuklearen und raketentechnischen Fähigkeiten – als nationales Gut und werden diese ebenso schützen, wie sie die Gewässer, das Land und den Luftraum des Landes schützen», wurde er zitiert.
Chamenei ist der Sohn und Nachfolger des zu Kriegsbeginn am 28. Februar getöteten Obersten Führers Ali Chamenei. Er wurde damals ebenfalls verletzt und ist seither nicht öffentlich aufgetreten, sondern hat Stellungnahmen verlesen lassen. (dpa)
06:54 Uhr
Donnerstag, 30. April
Irans Aussenminister Araghtschi telefoniert mit mehreren Amtskollegen
Mangels substanzieller Verhandlungen hat der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi am Mittwoch eine Reihe von Telefonaten mit den Aussenministern von Indien, Kenia und Polen geführt. Zudem kontaktierte er laut Angaben der Regierung Mirjana Spoljaric, Präsidentin des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, und Nabih Berri, den Sprecher des libanesischen Parlaments. Offizielle Berichte über diese Gespräche enthielten nur wenige Details.
Laut der iranischen Regierung informierte Araghtschi bei seinem Gespräch mit dem indischen Aussenminister Subrahmanyam Jaishankar seinen Amtskollegen «über die Lage in der Region und die Folgen der fortgesetzten illegalen Aktionen der Vereinigten Staaten». Diese bedrohten «die Freiheit der internationalen Schifffahrt».
Vor einigen Tagen hatte Araghtschi bereits eine kurze diplomatische Tour unternommen: Am Sonntag besuchte er den Oman und Pakistan, und am Montag reiste er nach Moskau, um sich mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu treffen. (dpa)
02:34 Uhr
Donnerstag, 30. April
Irans inhaftierte Friedensnobelpreisträgerin in «akuter Gefahr»
Das Leben der iranischen inhaftierten Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist nach Angaben ihrer Stiftung in «akuter Gefahr». Die Menschenrechtsaktivistin leide unter anhaltenden Brustschmerzen und hohem Blutdruck. Auf Medikamente habe sie nicht angesprochen und in kurzer Zeit rund 20 Kilogramm Gewicht verloren, hiess es in einem Bericht der Narges-Mohammadi-Stiftung.
Obwohl ein Gerichtsmediziner bestätigt habe, dass sie mindestens einen Monat lang eine kardiologische Spezialbehandlung benötige, hätten die Staatsanwaltschaften in Teheran eine vorübergehende Aussetzung ihrer Haftstrafe abgelehnt, hiess es weiter. Ihr Anwaltsteam habe nach einem kürzlichen Besuch erklärt, ihr Zustand habe einen kritischen Punkt erreicht.
Mohammadi ist eine Menschenrechtsanwältin, die 2023 den Friedensnobelpreis gewann, während sie im Gefängnis sass. Sie wurde im Dezember bei einem Besuch in der ostiranischen Stadt Mesched festgenommen und zu weiteren sieben Jahren Haft verurteilt. (dpa)
02:24 Uhr
Donnerstag, 30. April
Irans Marine-Chef droht US-Militär wegen Seeblockade
Die USA haben eine Seeblockade gegen den Iran verhängt und nach eigenen Angaben 42 Schiffe gestoppt, wodurch Teheran Milliarden an Öleinnahmen verlor. Irans Marinechef Scharam Irani drohte daraufhin mit militärischen Massnahmen und sprach von einer unbekannten Waffe. Zugleich erklärte er die Strasse von Hormus faktisch für geschlossen. Trotz bestehender Waffenruhe wächst der Druck beider Seiten, während Verhandlungen stocken und der Iran den wichtigen Seeweg durch Drohungen und Angriffe beeinträchtigt. (dpa)
23:48 Uhr
Mittwoch, 29. April
Israels Marine beginnt Einsatz gegen Gaza-Hilfsflotte
Die israelische Marine ist laut Berichten gegen die Gaza-Hilfsflotte «Global Sumud Flotilla» vorgegangen. Aktivisten melden, Militärboote hätten sich genähert, Waffen gerichtet, Kommunikation gestört und einen Notruf ausgelöst.
Die aus Sizilien gestartete Flottille mit Dutzenden Schiffen will die Seeblockade Gazas durchbrechen, Hilfsgüter liefern und einen humanitären Korridor erreichen. Israel hat solche Aktionen bisher stets gestoppt.
Laut «ynet» soll der Einsatz wegen der Grösse der Flotte bereits in internationalen Gewässern westlich von Kreta erfolgt sein; eine offizielle Stellungnahme fehlt bislang. (dpa)
23:27 Uhr
Mittwoch, 29. April
Trump: Iran-Gespräche laufen telefonisch
US-Präsident Donald Trump hat erklärt, dass die Verhandlungen mit dem Iran derzeit telefonisch geführt werden. Man verzichte auf zeitaufwendige persönliche Treffen, auch wenn er diese bevorzuge, sagte Trump am Mittwoch im Weissen Haus. Es sei «lächerlich» 18 Stunden zu fliegen, um am Ende absehbar unbefriedigende Ergebnisse zu erhalten.
Zwar habe es Fortschritte gegeben, ein Durchbruch sei aber noch nicht erreicht, sagte er. Eine Einigung werde es nur geben, wenn Teheran vollständig auf Atomwaffen verzichte. Auf die Frage, ob dafür aus seiner Sicht zusätzlicher militärischer Druck nötig werden könnte, zeigte sich Trump unentschieden. «Ich weiss es nicht», sagte er. Das hänge davon ab, wie weit der Iran in den Gesprächen gehe.
Nach Informationen des US-Portals «Axios» will Trump den Druck aufrechterhalten. Einen iranischen Vorschlag, zunächst die Seeblockade zu lockern und Gespräche über ein Abkommen zum Atomprogramm später zu führen, lehne er ab. Zugleich bereite sich das US-Militär dem Bericht zufolge auf neuerliche Luftangriffe vor, um die Verhandlungen voranzubringen. Trump habe einen solchen Einsatz bislang jedoch nicht angeordnet. (dpa)
22:56 Uhr
Mittwoch, 29. April
Ölpreis steigt deutlich nach Trumps Drohung gegen Iran
Der Ölpreis hat am Mittwoch nach Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen den Iran deutlich zugelegt. Am Abend wurden die Aufschläge noch ausgeweitet. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni stieg um 7,1 Prozent auf 119,19 US-Dollar. In der Spitze kletterte der Ölpreis kurzzeitig bis auf 119,76 Dollar.
Kurz zuvor hatte Trump in einem aktuellen Social-Media-Beitrag angesichts der schleppenden Verhandlungsfortschritte im Nahost-Krieg heftige Drohungen gegen den Iran ausgesprochen. «Der Iran bekommt es nicht auf die Reihe. Sie wissen nicht, wie man einen Anti-Atomwaffen-Deal abschliesst. Sie sollten sich lieber bald schlaumachen!», schrieb er auf seiner Platform Truth Social. Überschrieben ist die Darstellung mit den Worten «NO MORE MR. NICE GUY».
Trump sagte zudem dem Nachrichtenportal Axios, dass er gegen eine Öffnung der Strasse von Hormus sei, solange es mit dem Iran keine Einigung über das Nuklearprogramm gebe. Der Iran hatte zuvor angeboten, die Strasse von Hormus zu öffnen und später über das Nuklearproblem zu sprechen.
Derzeit gilt im Iran-Krieg eine Waffenruhe. Aber die Verhandlungen zwischen den USA und Teheran über eine dauerhafte Beilegung des Konflikts sind ins Stocken geraten. Die jüngsten Aussagen dämpfen die Hoffnung auf eine Verhandlungslösung und die Aussicht auf die Öffnung der Strasse von Hormus. (dpa)
20:10 Uhr
Mittwoch, 29. April
Trump droht Iran: «No More Mr. Nice Guy»
(dpa) US-Präsident Donald Trump erhöht den Druck auf Teheran, zu einer Verhandlungslösung mit den USA zu kommen. Mit einem Post auf seiner Plattform Truth Social drohte er: «Der Iran bekommt es nicht auf die Reihe. Sie wissen nicht, wie man einen Anti-Atomwaffen-Deal abschliesst. Sie sollten sich lieber bald schlaumachen!»
Dazu postete der US-Präsident eine Fotomontage, die ihn im Hollywood-Stil im schwarzen Anzug mit schwarzer Krawatte, Sonnenbrille und umgehängtem Sturmgewehr zeigt. Dahinter sind Explosionen in einer kargen Berglandschaft zu sehen. Überschrieben ist die Darstellung mit den Worten: «NO MORE MR. NICE GUY» (etwa: „Jetzt ist Schluss mit lustig“)

Verhandlungen stocken
Derzeit gilt im Iran-Krieg eine Waffenruhe. Aber die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine dauerhafte Beilegung des Konflikts sind ins Stocken geraten. Die USA fordern vom Iran unter anderem die Herausgabe von hoch angereichertem Uran und den Verzicht darauf, sich Atomwaffen zu verschaffen.
Die Islamische Republik blockiert unterdessen den wichtigen Schiffahrtsweg durch die Strasse von Hormus und treibt damit den Ölpreis in die Höhe. Die USA reagierten ihrerseits mit einer Blockade iranischer Häfen.
Die Äusserungen Trumps schienen eine direkte Auswirkung auf den Ölpreis zu haben. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) Öl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Juni zog am Mittwoch um 3,57 Prozent auf 115,23 US-Dollar an. (dpa)
19:30 Uhr
Mittwoch, 29. April
Drei Tote bei Angriff Israels im Libanon – auch Jugendliche
Bei einem israelischen Luftangriff im Südlibanon sind nach libanesischen Angaben drei Menschen getötet worden. Es handele sich um zwei Frauen und eine Jugendliche, teilte das Gesundheitsministerium in Beirut mit. Elf weitere Menschen seien bei dem Angriff in dem Ort Tair Debba östlich der Küstenstadt Tyrus verletzt worden. Die israelische Armee äusserte sich zunächst nicht zu den Berichten.
In libanesischen Medienberichten war die Rede von einer Serie israelischer Angriffe. Nahe der Ortschaft Haris im Südlibanon habe eine israelische Drohne etwa ein Motorrad beschossen, berichtete die libanesische Nachrichtenagentur NNA. Mehrere Menschen seien verletzt worden.
Nach Angaben des Gesundheitsministeriums sind seit Beginn des Kriegs vor knapp zwei Monaten 2576 Menschen im Libanon getötet und fast 8000 verletzt worden. Nach Schätzungen des israelischen Militärs wurden mindestens 1800 Kämpfer der proiranischen Hisbollah-Miliz getötet, die militärisch stärker als die reguläre Armee eingeschätzt wird.
Offiziell gilt im Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel eine Waffenruhe. Faktisch kommt es aber täglich zu Angriffen beider Seiten. Der Libanon ist offiziell keine Konfliktpartei. (dpa)
18:17 Uhr
Mittwoch, 29. April
Pentagon: Iran-Krieg kostete bislang 25 Milliarden Dollar
Der Iran-Krieg hat die Vereinigten Staaten nach Angaben eines hochrangigen Pentagon-Mitarbeiters bislang circa 25 Milliarden US-Dollar (knapp 21,4 Mrd Euro) gekostet. Dies seien schätzungsweise alle Ausgaben, die seit Beginn der «Operation Epic Fury» (auf Deutsch etwa: „Operation Epische Wut“) angefallen seien, sagte Jules W. Hurst III bei einer Anhörung des Repräsentantenhauses. Der grösste Teil des Geldes davon sei für Munition aufgewendet worden.
Hurst kündigte an, dass das Pentagon über das Weisse Haus einen Nachtragshaushalt beantragen werde, «sobald uns eine vollständige Einschätzung der Kosten des Konflikts vorliegt». Dem Nachrichtenportal «Politico» zufolge hatte Hurst zuvor gesagt, dass die erste Woche des Iran-Krieges elf Milliarden Dollar an Kosten verursacht habe.
Am 28. Februar hatten die USA und Israel begonnen, gemeinsam den Iran zu attackieren. Dieser reagierte mit Gegenangriffen auf Israel und die Golfstaaten und sperrte die für den globalen Rohstoffhandel wichtige Strasse von Hormus weitgehend. Das US-Militär reagierte mit einer eigenen Blockade, die für Schiffe mit iranischem Hafen als Start oder Ziel verhängt wurde. Derzeit herrscht zwischen den Kriegsparteien eine Waffenruhe. Ein Ende des Krieges ist nicht in Sicht, nachdem die Gespräche zwischen Washington und Teheran ins Stocken geraten sind. (dpa)
14:36 Uhr
Mittwoch, 29. April
Libanon meldet Tod eines Soldaten bei israelischem Angriff
Bei einem israelischen Angriff ist ein libanesischer Soldat getötet worden. Der Mann sei mit seinem Bruder auf dem Weg von seinem Einsatzort zu seinem Dorf gewesen, teilte die Armee am Mittwoch mit. Der Angriff habe das Motorrad der beiden getroffen und sie getötet. Seit Anfang März seien insgesamt 20 Soldaten durch israelische Angriffe getötet worden, die meisten von ihnen auf dem Weg zu oder von ihrem Dienstort.
Israel hatte auf Angriffe der libanesischen Hisbollah-Miliz Anfang März mit heftigen Gegenschlägen reagiert und eine Bodenoffensive im Süden des Nachbarlandes begonnen, um dort nach eigenen Angaben eine Sicherheitszone zu errichten. Dabei wurden nach libanesischen Regierungsangaben mehr als 2.500 Menschen getötet und mehr als eine Million vertrieben. Seit Mitte April gilt eine Waffenruhe.
Die libanesische Armee hielt sich aus dem Konflikt weitgehend heraus. (dpa)
14:19 Uhr
Mittwoch, 29. April
Libanons Armee: Soldat bei israelischem Angriff getötet
Bei einem israelischen Luftangriff im Südlibanon ist nach Angaben der dortigen Armee ein libanesischer Soldat getötet worden. Auch sein Bruder sei ums Leben gekommen, teilte die libanesische Armee mit. Israels Armee sagte auf Anfrage, sie gehe dem nach.
Libanons Armee ist keine Konfliktpartei im Krieg zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz. Zwischen beiden gilt derzeit eigentlich eine Waffenruhe. Bei der jüngsten Eskalation wurden bereits mehrere libanesische Soldaten getötet.
Libanesische Armeeangaben zufolge wurden die beiden Brüder getroffen, als sie auf einem Motorrad vom Einsatzort des Soldaten zu dessen Zuhause unterwegs gewesen seien.
Wieder Beschuss aus dem Libanon - Alarm in Nordisrael
Israels Militär meldete unterdes am Nachmittag erneut Beschuss aus dem benachbarten Libanon. Ein Geschoss sei abgefangen worden, ein weiteres auf offenem Gelände gelandet. In mehreren Gegenden in Nordisrael wurde Raketenalarm ausgelöst. (dpa)
12:30 Uhr
Mittwoch, 29. April
Iranische Währung fällt auf Rekordtief
Die iranische Landeswährung ist am Mittwoch auf ein Rekordtief gefallen. Der Rial hatte einen Wechselkurs von 1,8 Millionen für einen US-Dollar. Zuvor war die Währung während des Ende Februar begonnenen Kriegs der USA und Israels gegen den Iran und der aktuell andauernden Waffenruhe stabil geblieben. Am Montag setzte ein Abwärtstrend ein.
Experten warnen, dass der Wertverlust des Rial die Inflation weiter ankurbeln dürfte. Im Iran sind die Preise für viele importierte Waren vom Dollarkurs abhängig. Betroffen sind unter anderem Lebensmittel, Medikamente und Elektronikgeräte.
Die von den USA verhängte Blockade gegen iranische Häfen hat den Druck auf die bereits angeschlagene iranische Wirtschaft erhöht. Indem Öllieferungen gestoppt werden, ist eine wichtige Einnahmequelle für den Iran beeinträchtigt. (dpa)
11:14 Uhr
Mittwoch, 29. April
Israel und Hisbollah greifen einander wieder gegenseitig an
Trotz Waffenruhe kommt es weiter zu Gewalt zwischen Israel und der Hisbollah. Bei einem israelischen Luftangriff im Südlibanon wurden laut NNA fünf Familienmitglieder getötet; weitere Angriffe in Bint Dschubail wurden gemeldet. Israel fing nach eigenen Angaben eine Hisbollah-Drohne ab und wirft der Miliz Verstösse gegen die Feuerpause vor.
Zudem wurde ein im Auftrag des israelischen Verteidigungsministeriums tätiger Mitarbeiter im Südlibanon getötet, mutmasslich durch eine Hisbollah-Drohne. Israel will grenznahe Dörfer zerstören, um die Nutzung durch die Hisbollah zu verhindern – Kritiker sehen darin mögliche Kriegsverbrechen. (dpa)
10:18 Uhr
Mittwoch, 29. April
«Kommersant»: Iran fürchtet neue Proteste der Bevölkerung
Die Moskauer Tageszeitung «Kommersant» beschäftigt sich am Mittwoch mit der inneren Lage im Iran angesichts des äusseren Konflikts mit den USA und Israel:
„Der Nationale Sicherheitsrat des Irans hat eine Sondersitzung einberufen, dessen Hauptthema die Folgen der Seeblockade durch die USA seit dem 13. April waren. Den Teilnehmern des Treffens wurden Berichte der Geheimdienste der Islamischen Republik vorgelegt, wonach im Land Protestaktionen wieder aufflammen könnten, wie sie die Staatsmacht am 8./9. Januar niedergeschlagen hatte.
Wie die Sicherheitskräfte es sehen, könnte ein möglicher sozialer Aufstand befördert werden durch die Waffenruhe, die es den Regimekritikern ermöglicht, auf die Strasse zu gehen, sowie durch die wirtschaftliche Lage. Die Wirtschaft könnte zusammenbrechen, sollte die Blockade länger als sechs bis acht Wochen andauern, warnten die Sicherheitskräfte.“ (dpa)
09:42 Uhr
Mittwoch, 29. April
Israels Armee: Palästinenser nach Angriff im Westjordanland getötet
Israels Armee hat im besetzten Westjordanland eigenen Angaben zufolge einen Palästinenser erschossen, der Soldaten bei einem Militäreinsatz in der Nacht angegriffen haben soll. Ein zweiter Angreifer sei festgenommen worden, teilte die israelische Armee am Morgen mit. Zwei Soldaten seien verletzt in ein Krankenhaus gebracht worden. Der Vorfall ereignete sich den Angaben nach in Silwad in der Nähe der Stadt Ramallah.
Das palästinensische Gesundheitsministerium bestätigte den Tod eines 37-Jährigen bei dem Vorfall. Palästinensischen Berichten zufolge waren die israelischen Soldaten in das Haus des Getöteten gekommen. Warum blieb zunächst unklar. Die «Times of Israel» berichtete, ein Palästinenser habe auf die Soldaten eingestochen und ein zweiter sie anderweitig physisch angegriffen. Die Angaben liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Die Spannungen im besetzten Westjordanland haben sich seit dem Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober 2023 und dem dadurch ausgelösten Gaza-Krieg verschärft. Seitdem wurden dort nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums bei israelischen Militäreinsätzen, bewaffneten Auseinandersetzungen und Anschlägen 1.073 Palästinenser getötet. Gleichzeitig gibt es verstärkt Gewalt radikaler israelischer Siedler gegen Palästinenser. (dpa)
07:11 Uhr
Mittwoch, 29. April
Palästinensische Ministerin wirft Israel Gewalt gegen Zivilisten vor
Die Aussenministerin der palästinensischen Autonomiebehörde, Varsen Aghabekian, hat vor den Vereinten Nationen schwere Vorwürfe gegen Israel erhoben. Aghabekian warf Israel vor, den Zusammenbruch der Palästinensischen Autonomiebehörde anzustreben. Sie beschuldigte israelische Siedler, Palästinenser im Westjordanland täglich zu terrorisieren. «Das muss sofort aufhören», sagte sie. «Die Lage der palästinensischen Zivilbevölkerung muss oberste Priorität haben.»
Aghabekian sagte, es gebe keine Rechtfertigung dafür, dass Israel die Lieferung von Baumaterial für Notunterkünfte in den Gazastreifen verhindere und humanitäre Hilfe sowie Hilfskräfte einschränke. Die Waffenruhe im Gazastreifen müsse eingehalten werden, sagte Aghabekian weiter. Israels Vorgehen einer «gewaltsamen Vertreibung und Annexion», nicht nur im Gazastreifen, sondern auch im Westjordanland und in Ost-Jerusalem, müsse beendet werden.
Bei einer Ministertagung des UN-Sicherheitsrats am Dienstag bekräftigte sie zudem die Vision eines unabhängigen palästinensischen Staates und forderte einen vollständigen Rückzug Israels aus dem Gazastreifen. (dpa)
04:54 Uhr
Mittwoch, 29. April
US-Militär entert weiteren Frachter - gibt ihn aber wieder frei
Das US-Militär hat im Zuge der Blockade iranischer Häfen ein weiteres Frachtschiff geentert - dieses im Unterschied zu früheren Fällen jedoch wieder weiterfahren lassen. Das für den Nahen Osten zuständige US-Zentralkommando (Centcom) teilte in den sozialen Medien mit, dass Marinesoldaten am Dienstag die «Blue Star III» zunächst in Beschlag genommen hätten. Nach einer Durchsuchung sei das Schiff wieder freigegeben worden, nachdem bestätigt worden sei, dass es keinen iranischen Hafen anlaufen sollte. Ein Video zeigte US-Soldaten, die sich aus einem Hubschrauber auf das Schiff abseilten.
Daten von Schiffsverfolgungs-Webseiten zufolge hatte die «Blue Star» den pakistanischen Hafen Qasim verlassen und war auf dem Weg zum Hafen Sohar im Oman.
Die «Blue Star» ist mindestens das vierte Handelsschiff, das seit Beginn der Seeblockade durch die Regierung von Donald Trump vor mehr als zwei Wochen geentert wurde, jedoch das erste, das nicht in US-Gewahrsam genommen wurde. Die US-Blockade zielt darauf ab, den Druck auf den Iran während der Waffenruhe im Krieg zu erhöhen, während Teherans Sperrung der Strasse von Hormus - einer wichtigen Wasserstrasse für Energieexporte - grosse Auswirkungen auf die Weltwirtschaft hat. (dpa)
03:38 Uhr
Mittwoch, 29. April
Israels UN-Botschafter: Libanon muss Hisbollah entwaffnen
Der israelische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Danny Danon, fordert eine Entwaffnung der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz durch die libanesische Regierung. «Die Hisbollah ist nicht nur auf die Zerstörung Israels aus. Sie ist das grösste Hindernis für die Souveränität des Libanon. Sie hat die libanesische Regierung geschwächt», sagte Danon bei einer Ministertagung des UN-Sicherheitsrats.
Danon sagte, wenn der UN-Sicherheitsrat dem Libanon helfen wolle, solle er die Regierung fragen, wie viele Waffen der Hisbollah beschlagnahmt worden seien, «welche Tunnel zerstört wurden und was getan wird, um den Waffenschmuggel aus dem Iran zu stoppen». «Internationale Unterstützung für den Libanon muss von Ergebnissen vor Ort abhängen und nicht von weiteren leeren Erklärungen», sagte der Botschafter.
Die libanesische Regierung hat eine Entwaffnung der Hisbollah gefordert, aber israelischen Angaben zufolge ist dies nicht geschehen. Eine Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon war zuletzt um drei Wochen verlängert worden. (dpa)
02:36 Uhr
Mittwoch, 29. April
Golfstaaten verurteilen Irans Vorgehen in der Strasse von Hormus
Die Staats- und Regierungschefs mehrerer Golfstaaten haben Irans Vorgehen in der Strasse von Hormus scharf kritisiert. Die Islamische Republik habe «illegale Massnahmen» zur Schliessung der Meerenge ergriffen und bedrohe die Schifffahrt. In einer Erklärung, die auf ein Treffen des Golf-Kooperationsrats am Dienstag in Saudi-Arabien folgte, wiesen die Golfstaaten jede Beeinträchtigung des Seeverkehrs zurück und warnten vor Gebühren für die Passage durch die Meerenge.
Sie forderten die Wiederherstellung von «Sicherheit und Freiheit der Schifffahrt» auf Vorkriegsniveau und drängten auf eine engere militärische Integration, darunter gemeinsame Infrastrukturprojekte und ein Frühwarnsystem für ballistische Raketen.
An dem Treffen unter Leitung des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman nahmen die Staats- und Regierungschefs von Katar und Bahrain, der Kronprinz Kuwaits sowie der Aussenminister der Vereinigten Arabischen Emirate teil. (dpa)
01:11 Uhr
Mittwoch, 29. April
Libanon verurteilt mutmasslichen israelischen Angriff auf Zivilschützer
Bei einem mutmasslich israelischen Angriff im Süden des Libanons sind nach offiziellen Angaben drei Mitarbeiter des Zivilschutzes getötet worden. Sie seien nahe der Küstenstadt Tyrus auf dem Weg zu einem Rettungseinsatz gewesen, schrieb der libanesische Präsident Joseph Aoun auf der Plattform X. Nach Angaben der libanesischen Streitkräfte wurden zudem zwei Soldaten verletzt. Das israelische Militär äusserte sich zunächst nicht zu dem Vorfall.
Medienberichten zufolge hatten die israelischen Streitkräfte eine libanesische Militärpatrouille angegriffen, die die Zivilschützer zu einem Rettungseinsatz am Ort einer vorherigen israelischen Attacke begleitete. Israel verstosse gegen internationales Recht, wenn es Rettungskräfte ins Visier nehme, schrieb Präsident Aoun.
Trotz einer Waffenruhe zwischen Israel und dem Nachbarland kommt es im Konflikt mit der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Libanon fast täglich zu gegenseitigen Angriffen. Der Libanon selbst ist offiziell keine Konfliktpartei. Bei ersten direkten Gesprächen in Washington zwischen Israel und dem Libanon forderte Israel jüngst eine vollständige Entwaffnung der Hisbollah. Beirut besteht auf einem kompletten Abzug der israelischen Armee von libanesischem Boden. (dpa)
00:19 Uhr
Mittwoch, 29. April
Ziviler Auftragnehmer des israelischen Militärs im Libanon getötet
Ein ziviler Auftragnehmer des israelischen Militärs ist im Südlibanon getötet worden. In einer kurzen Mitteilung erklärte die israelische Armee, der Mitarbeiter eines Ingenieurunternehmens habe mit dem Militär an Projekten im Südlibanon gearbeitet. Seine Familie sei informiert worden, nähere Angaben zu den Umständen seines Todes am Dienstag machte die Armee jedoch nicht.
Trotz einer Waffenruhe im Libanon liefern sich israelische Streitkräfte und Kämpfer der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz im Süden weiterhin gelegentlich Gefechte. Dort halten israelische Soldaten einen Gebietsstreifen entlang der Grenze besetzt. (dpa)
00:12 Uhr
Mittwoch, 29. April
Fünf Menschen bei Angriff im Libanon getötet - darunter Sanitäter
Bei einem israelischen Angriff auf eine Patrouille der libanesischen Armee sind fünf Menschen getötet worden. Darunter seien drei Sanitäter gewesen, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Zwei Soldaten seien verletzt worden. Das Ministerium wies darauf hin, dass es sich noch um vorläufige Zahlen handle. Der Angriff ereignete sich in der südlichen Stadt Madschdal Sun, nahe der Küstenstadt Tyros. Das israelische Militär äusserte sich zunächst nicht dazu.
Nach Angaben der libanesischen Armee und des Zivilschutzes trafen israelische Streitkräfte eine Armeepatrouille, die medizinische Teams des Zivilschutzes und Bulldozer bei einem Rettungseinsatz am Ort eines vorherigen israelischen Angriffs begleitete. Einige der Einsatzkräfte seien durch den zweiten Angriff unter Trümmern eingeschlossen worden, hiess es.
Der libanesische Präsident Joseph Aoun verurteilte den Angriff und erklärte, er sei Teil einer Reihe israelischer Angriffe auf Rettungs- und Einsatzkräfte, die gegen das Völkerrecht verstiessen. Die libanesische Armee hat sich in den jüngsten Gefechten zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah weitgehend zurückgehalten, obwohl Dutzende ihrer Soldaten getötet wurden. (dpa)
15:33 Uhr
Dienstag, 28. April
Klinik: Neunjähriger im Gazastreifen von israelischen Kugeln getötet
Ein neunjähriger Junge ist im Süden des Gazastreifens nach Angaben des Nasser-Krankenhauses bei israelischem Beschuss getötet worden. Der Junge habe am Dienstag an einem Kreisverkehr in der Stadt Chan Junis Feuerholz gesammelt, teilte die Klinik mit. Dann sei er etwa 400 Meter westlich der sogenannten gelben Linie erschossen worden, die das Küstengebiet im Rahmen der am 10. Oktober in Kraft getretenen Waffenruhe zwischen Israel und der militant-islamistischen Hamas in zwei Zonen aufteilt, von denen eine vom Militär kontrolliert wird.
Das israelische Militär gab zunächst keine Stellungnahme ab. Ein Video der Nachrichtenagentur AP zeigte zwei Geschwister des Jungen, die in der Leichenhalle des Krankenhauses weinend an einer Bahre standen. Eines der Kinder kniete sich auf den Körper des Jungen und küsste ihn auf die Wangen. Krankenhausaufzeichnungen zufolge wurde ein jüngerer Bruder des Jungen vor etwa einem Monat ebenfalls beim Sammeln von Feuerholz in Chan Junis getötet. (dpa)
14:59 Uhr
Dienstag, 28. April
Vereinigte Arabische Emirate treten aus Opec aus
Die Vereinigten Arabischen Emirate treten mit Wirkung zum 1. Mai aus der Organisation erdölexportierender Länder (Opec) aus. Hintergrund sei eine gründliche Abwägung auch mit Blick auf die anhaltenden «Störungen im Persischen Golf und der Strasse von Hormus», heisst es in einer Erklärung der staatlichen Nachrichtenagentur WAM. (dpa)
14:43 Uhr
Dienstag, 28. April
Rubio: Blockade von Hormus wie «wirtschaftliche Atomwaffe»
Der Iran setzt die Blockade der strategisch wichtigen Strasse von Hormus nach Einschätzung von US-Aussenminister Marco Rubio gezielt als Waffe mit grösstmöglicher Wirkung ein. «Die Strasse von Hormus ist im Grunde eine wirtschaftliche Atomwaffe, die sie versuchen, gegen die Welt einzusetzen - und sie geben damit an», sagte Rubio in einem Interview des TV-Senders Fox News.
Deshalb dürften die Machthaber in Teheran niemals in den Besitz von Nuklearwaffen gelangen, betonte er. «Stellen sie sich vor, wenn diese Leute Zugriff auf eine Atomwaffe hätten, dann würden sie die ganze Region zur Geisel nehmen», sagte der Aussenminister, der in Personalunion auch Präsident Donald Trumps Nationaler Sicherheitsberater ist.
Die Blockade der Strasse von Hormus ist Irans wichtigstes Druckmittel bei Verhandlungen. Die Meerenge ist unter anderem für den Transport von Öl und Gas aus den Staaten des Persischen Golfs von entscheidender Bedeutung für die Weltwirtschaft. Da kaum noch Schiffe die Strasse von Hormus passieren, steigen die Weltmarktpreise für Rohöl und Flüssiggas. (dpa)
10:58 Uhr
Dienstag, 28. April
Wird die Waffenruhe überhaupt eingehalten?
Die gegenseitigen Angriffe Israels und der libanesischen Hisbollah-Miliz dauern trotz einer offiziellen Waffenruhe an. Bei einem israelischen Drohnenangriff nahe der Küstenstadt Tyrus seien zwei Menschen verletzt worden, berichtete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA. In dem Gebiet seien Kampfflugzeuge und Drohnen gesichtet worden.
Israelische Kampfflugzeuge hätten auch einen weiteren Ort in Nähe des Litani-Flusses im Süden angegriffen. In Bint Dschubail würden Bodentruppen weiterhin mit Maschinengewehren angreifen. (dpa)
07:02 Uhr
Dienstag, 28. April
Trump nicht zufrieden mit dem Vorschlag des Iran
In den stockenden Verhandlungen über eine Beilegung des Konflikts hatte der Iran zuletzt einen neuen Vorschlag unterbreitet. Der Entwurf sieht Medienberichten zufolge eine Öffnung der Strasse von Hormus und ein Ende des Kriegs vor. Über das umstrittene iranische Atomprogramm soll dann aber erst im Anschluss verhandelt werden.
US-Präsident Donald Trump soll dem Vorstoss allerdings skeptisch gegenüberstehen. Er habe den Vorschlag zwar nicht direkt abgelehnt, aber er hege Zweifel an der Aufrichtigkeit der iranischen Führung, berichtete das «Wall Street Journal» unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die «New York Times» berichtete ebenfalls, Trump sei mit dem Vorschlag nicht zufrieden. (dpa)
06:19 Uhr
Dienstag, 28. April
Vorwurf der Piraterie von Iran an die USA
Angesichts der US-Seeblockade gegen den Iran wirft die Regierung in Teheran den Vereinigten Staaten Piraterie vor. «Dies ist die unverhohlene Legalisierung von Piraterie und bewaffnetem Raub auf hoher See», schrieb der Sprecher des iranischen Aussenministeriums, Ismail Baghai, auf der Plattform X.
Das US-Militär hatte zuletzt sanktionierte iranische Öltanker auf hoher See abgefangen. Baghai kritisierte, es handle sich um eine «Rückkehr der Piraten - nur dass sie heute mit staatlich ausgestellten Vollmachten operieren».
Während die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über eine dauerhafte Beilegung des Konflikts stocken, will Washington die Führung in Teheran mittels einer Seeblockade wirtschaftlich in die Knie zwingen. Das US-Militär stoppt dafür Schiffe, die einen iranischen Hafen ansteuern oder aus einem solchen auslaufen. Damit soll der Iran unter anderem von den Einnahmen des Ölexports abgeschnitten werden.
Teheran wiederum blockiert weiterhin die strategisch wichtige Strasse von Hormus für den internationalen Schiffsverkehr. Die Meerenge ist unter anderem für den Transport von Öl und Gas aus den Staaten des Persischen Golfs von entscheidender Bedeutung für die Weltwirtschaft. (dpa)
19:44 Uhr
Montag, 27. April
Rubio: Iranisches Angebot für Strasse von Hormus nicht akzeptabel
US-Aussenminister Marco Rubio hat ein kolportiertes Angebot des Irans zur Öffnung der Strasse von Hormus als inakzeptabel bezeichnet. Die Öffnung des für Öl- und Gaslieferungen aus der Golfregion global wichtigen Handelsweges unter strikten Bedingungen sei weder für die USA noch für andere Staaten hinnehmbar, sagte er dem Sender Fox News am Montag. Die Islamische Republik habe eine andere Sicht auf die Wasserstrasse als der Grossteil der Welt.

Was Teheran mit einer Öffnung meine, sei, dass Schiffe passieren könnten, solange das mit dem Iran koordiniert und von ihm erlaubt werde, «oder wir jagen euch hoch und ihr bezahlt uns», schilderte er seine Auffassung der iranischen Position. Das sei keine Öffnung. Es handele sich um internationales Gewässer. Der Iran könne kein System normalisieren, und der Rest der Welt kein System akzeptieren, in dem Teheran entscheide, wer in der Strasse von Hormus verkehren könne. (dpa)
19:20 Uhr
Montag, 27. April
Iranischer Minister: USA bitten um Verhandlungen
Die USA haben nach Einschätzung des iranischen Aussenministers Abbas Araghtschi ihre Kriegsziele im Iran nicht erreicht. «Deshalb bitten sie um Verhandlungen», sagte Araghtschi am Montag einem Reporter des russischen Staatsfernsehens. «Wir ziehen dies nun in Erwägung.» Araghchi traf sich in St. Petersburg mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und anderen Spitzenpolitikern.
Auf die Frage eines anderen Reporters nach der Unterstützung Russlands antwortete der Minister lediglich, dass der Iran und Russland strategische Partner seien und sich immer gegenseitig unterstützt hätten. Diese Zusammenarbeit werde fortgesetzt. (dpa)
18:42 Uhr
Montag, 27. April
Pakistan ermöglicht Transit von Waren in den Iran
Pakistan ermöglicht Waren aus Drittländer den Transit durch sein Staatsgebiet in den Iran. Die Regierung legte laut einer Mitteilung vom Wochenende sechs Routen fest, die Häfen wie Karachi, Port Qasim und Gwadar mit wichtigen Grenzübergängen in der Provinz Baluchistan im Südwesten des Landes verbinden. Die Anordnung trat sofort in Kraft.
Beobachter erklärten am Montag, die neue Regelung ermögliche es, dass für den Iran bestimmte Fracht zügig ohne bürokratische Hürden durch Pakistan transportiert werden könne. Dies könne Pakistan zudem dabei helfen, seine Rolle als regionale Transitroute zu stärken und die Anbindung an den Iran sowie über die Region hinaus in Zukunft zu verbessern.
Der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi besuchte am Samstag Islamabad und traf sich dort zu Gesprächen mit pakistanischen Regierungsvertretern. Pakistan bemüht sich derzeit, eine weitere Gesprächsrunde zwischen den Kriegsgegnern USA und Iran zu vermitteln. (dpa)
14:40 Uhr
Montag, 27. April
Welt im Krisenmodus: Militärausgaben erreichen Rekord
Noch nie hat die Welt so viel Geld für das Militär ausgegeben wie 2025. Angetrieben von zahlreichen Kriegen und Konflikten erreichten die globalen Militärausgaben dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri zufolge im elften Jahr in Folge einen neuen Höchststand. Inflationsbereinigt stiegen die Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr um 2,9 Prozent. Innerhalb eines Jahrzehnts wuchsen sie sogar um 41 Prozent.
Alle Staaten wandten 2025 zusammen knapp 2,89 Billionen US-Dollar (knapp 2,47 Billionen Euro) für das Militär auf. Allerdings fiel der Anstieg deutlich geringer aus als 2024. Das führten die Friedensforscher auf einen Rückgang der US-Militärausgaben zurück. Der Hauptgrund dafür: die ausbleibenden Hilfen für die Ukraine. Dagegen investierten die USA mehr in ihre eigenen nuklearen und konventionellen militärischen Fähigkeiten.
Trotz des Rückgangs blieben die USA das Land mit den mit Abstand grössten Ausgaben für das Militär (umgerechnet knapp 814 Milliarden Euro). Dahinter folgen China und Russland. Die Ausgaben der europäischen Staaten stiegen im vergangenen Jahr um 14 Prozent. Deutschland hat am viertmeisten für die Rüstung ausgegeben und nimmt damit in Europa den Spiztenplatz ein. (dpa)
09:12 Uhr
Montag, 27. April
Iran bietet offenbar Öffnung der Strasse von Hormus an
Der Iran hat den USA nach Angaben von Regierungsvertretern nahöstlicher Staaten die Öffnung der blockierten Meerenge von Hormus angeboten. Das iranische Atomprogramm werde in dem Vorschlag dagegen nicht angesprochen, teilten zwei Regierungsvertreter aus der Region am Montag mit. Vielmehr fordere der Iran, dass die USA im Gegenzug für die Öffnung der Strasse von Hormus ihre Blockade iranischer Häfen aufgeben.

Zuvor hatte das Nachrichtenportal «Axios» über den iranischen Vorschlag berichtet. Pakistan hat ihn an die USA übermittelt.
US-Präsident Donald Trump verlangt, dass das iranische Atomprogramm Teil eines Vertrages wird, in dessen Rahmen auch die Strasse von Hormus geöffnet werden solle. «Wir haben alle Trümpfe in der Hand», sagte er am Sonntag dem Sender Fox News. «Wenn sie reden wollen, können sie zu uns kommen, oder sie können uns anrufen.»
Seit dem 7. April gilt eine Waffenruhe. (dpa)
06:20 Uhr
Montag, 27. April
Irans Aussenminister reist von Pakistan nach Russland weiter
Irans Aussenminister Abbas Araghtschi ist nach einem kurzen Besuch in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad nach Russland weitergereist. Zuvor war er in den Oman gereist, das auf der anderen Seite der Strasse von Hormus liegt, bevor er seinen jüngsten dreistündigen Besuch in Islamabad absolvierte und anschliessend nach Russland aufbrach. Zuvor hatte er die Aussicht auf eine zweite Verhandlungsrunde mit den Vereinigten Staaten infrage gestellt.
Araghtschis zurückhaltender Besuch stand im Gegensatz zu seinem vorherigen Aufenthalt, bei dem er sich mit politischen und militärischen Führern Pakistans traf und Teherans Vorschläge zur Beendigung des Iran-Kriegs vorstellte.
US-Präsident Donald Trump hatte am Wochenende eine geplante Reise seiner Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff zu weiteren Gesprächen mit der iranischen Seite in Islamabad abgesagt. Pakistan vermittelt jedoch weiterhin. Zwei Vertreter, die vor Ort sind, erklärten der AP, indirekte Gespräche dauerten an.
Pakistans Aussenminister Ishaq Dar teilte am Sonntag mit, dass die Regierung alle Beschränkungen im Hochsicherheitsbereich der Hauptstadt aufgehoben habe. Das Gebiet war mehr als eine Woche lang abgeriegelt gewesen, da Pakistan eine zweite Verhandlungsrunde zur Sicherung einer Waffenruhe ausrichten wollte. Dars Äusserungen deuteten darauf hin, dass es kurzfristig keine Aussicht auf weitere direkte Gespräche zwischen den USA und Iran gibt. (dpa)
16:10 Uhr
Sonntag, 26. April
Israel fordert «Evakuierung» von Ortschaften im Südlibanon
Das israelische Militär hat die Bewohner von sieben libanesischen Ortschaften zur Räumung aufgefordert. Militärsprecher Avichay Adraee erklärte am Sonntag, die militante Hisbollah-Miliz habe die zwischen dem Libanon und Israel vereinbarte Waffenruhe verletzt. Beweise dafür legte er nicht vor. In einem Beitrag in den sozialen Medien kündigte Adraea einen Einsatz des Militärs in dem Gebiet südlich des Flusses Sahrani an. Die Bewohner sollten das Gebiet verlassen. (dpa)
13:26 Uhr
Sonntag, 26. April
Netanyahu-Prozess: Präsident will aussergerichtliche Einigung
Im Korruptionsverfahren gegen Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu plädiert der Staatspräsident Izchak Herzog für eine aussergerichtliche Einigung. Dies teilte ein Sprecher Herzogs als Reaktion auf einen Bericht der «New York Times» mit, demzufolge der Präsident entschieden habe, Netanjahu derzeit keine Begnadigung zu gewähren und stattdessen eine Einigung anzustreben.
Herzog habe mehrfach erklärt, dass er eine Einigung zwischen den Parteien im Verfahren gegen Netanjahu für eine «angemessene und sachgerechte Lösung» halte, teilte der Sprecher mit. Der Präsident sei daher überzeugt, «dass vor der eigentlichen Behandlung des Gnadengesuchs zunächst alle Bemühungen ausgeschöpft werden sollten, eine Einigung zwischen den Parteien ausserhalb des Gerichtssaals zu erzielen». Netanjahu hatte eine solche Einigung stets abgelehnt und stattdessen seine Unschuld beteuert.
Netanjahu hatte das Gnadengesuch im November eingereicht. Zur Begründung nannte er unter anderem heftige Auseinandersetzungen in Israel über seinen Korruptionsprozess. Dieser läuft seit sechs Jahren. Angeklagt ist der Regierungschef wegen Betrugs, Untreue und Bestechlichkeit. Das israelische Nachrichtenportal «ynet» schrieb, dass Herzog mit seinem Handeln den Entscheidungsprozess in der Begnadigungsfrage nun «eingefroren» habe.
US-Präsident Donald Trump hatte Herzog mehrfach dazu aufgefordert, Netanjahu zu begnadigen und ihn dabei auch persönlich attackiert und beleidigt. (dpa)
12:21 Uhr
Sonntag, 26. April
Neue Angriffe von Israel und Hisbollah trotz Waffenruhe
Israel und die vom Iran unterstützte Hisbollah im Libanon greifen sich trotz der geltenden Waffenruhe weiter gegenseitig an. Bei den jüngsten Angriffen seien gestern im südlichen Libanon 7 Menschen getötet und 24 weitere verletzt worden, teilte das Gesundheitsministerium in Beirut heute mit.
Die Hisbollah teilte mit, ihre Kämpfer hätten heute früh im Südlibanon unter anderem israelische Soldaten angegriffen. Dabei habe es mehrere Tote gegeben.
Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu wies die Armee gestern Abend an, Ziele der Hisbollah «intensiv» anzugreifen. Die israelische Armee warnte Anwohner der südlichen Gebiete nahe der gemeinsamen Grenze erneut, «bis auf weiteres» nicht in ihre Häuser zurückzukehren. (dpa)
06:28 Uhr
Sonntag, 26. April
Iran-Gespräche geplatzt: Trump sagt Reise der Unterhändler erneut ab
Die diplomatischen Bemühungen um ein Ende des Iran-Kriegs kommen nicht voran. US-Präsident Donald Trump sagte eine geplante Reise seiner Unterhändler nach Pakistan am Samstag kurzfristig ab – bereits zum zweiten Mal innert einer Woche. Als Grund nannte er unter anderem einen «inakzeptablen» Vorschlag aus Teheran. Der Iran hatte zuvor signalisiert, nicht direkt mit den USA verhandeln zu wollen. Aussenminister Abbas Araghtschi traf in Islamabad lediglich die pakistanischen Vermittler und sprach von einem «sehr fruchtbaren» Austausch. Ob und wann neue Gespräche stattfinden, ist unklar.
Streitpunkte bleiben das iranische Atomprogramm, ballistische Raketen und die Schifffahrt in der Strasse von Hormus. Während Trump zuletzt auf schärfere Drohungen verzichtete, baut das US-Militär seine Präsenz in der Region aus: Erstmals seit 2003 sind drei Flugzeugträger gleichzeitig im Nahen Osten im Einsatz. Parallel erhöhen die USA mit einer Seeblockade den Druck auf Teheran, während der Iran den Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Meerenge weiter stört. (dpa)
19:03 Uhr
Samstag, 25. April
Trump sagt US-Teilnahme für Iran-Verhandlungen ab
Im Ringen um ein Ende des Iran-Kriegs gibt es erneut einen Rückschlag: US-Präsident Donald Trump hat die Reise seines Sondergesandten Steve Witkoff und seines Schwiegersohns, Jared Kushner, nach Pakistan abgesagt. «Zu viel Zeitverschwendung durch das Reisen, zu viel Arbeit!», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Pakistan vermittelt in dem Konflikt zwischen dem Iran und den USA. Islamabad versucht, eine zweite Verhandlungsrunde zwischen den Konfliktparteien zustande zu bringen. Die Hoffnungen darauf waren am Freitag gestiegen, nachdem der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi am Abend in Islamabad eingetroffen war und das Weisse Haus angekündigt hatte, am Samstag eine Delegation dorthin zu entsenden.
Trump schrieb nun auf Truth Social mit Blick auf die Islamische Republik, es gebe «innerhalb ihrer «Führung» enorme interne Streitigkeiten und Verwirrung.» Niemand wisse, wer das Sagen habe, «nicht einmal sie selbst». Die USA hielten alle Trümpfe in der Hand. «Wenn sie sprechen wollen, müssen sie nur anrufen!!!» (dpa)
14:45 Uhr
Samstag, 25. April
Libanon: Tote bei Angriffen der israelischen Armee
Im Libanon hat es trotz Waffenruhe libanesischen Angaben zufolge wieder einen tödlichen israelischen Angriff gegeben. Vier Menschen seien in einem Ort nahe der Grenze zu Israel getötet worden, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Demnach traf Israels Armee einen Lastwagen sowie ein Motorrad. Die Umstände des Vorfalls waren zunächst unklar. Auch über die Identität der Opfer wurde zunächst nichts bekannt. Das israelische Militär äusserte sich auf Anfrage zunächst nicht zu dem Vorfall.
Israels Armee hatte zuvor erneut Einwohner etlicher Orte im Süden des Nachbarlandes davor gewarnt, dorthin zurückzukehren.
14:37 Uhr
Samstag, 25. April
Iranischer Präsident ruft zum Stromsparen auf
Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat die Bevölkerung zum Stromsparen aufgerufen. Peseschkian sagte laut dem iranischen Staatsfernsehen, die Regierung wolle den Stromverbrauch kontrollieren. «Anstatt zu Hause zehn Lichter einzuschalten, schalten Sie zwei ein. Was ist daran verkehrt?», sagte er. Die USA und Israel hätten die Infrastruktur zerstört, zudem hätten die USA eine Blockade gegen die iranischen Häfen verhängt, erklärte der Präsident zur Begründung seines Aufrufs. (dpa)
12:32 Uhr
Samstag, 25. April
Erste Kommunalwahl seit mehr als 20 Jahren im Gazastreifen
Zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren sind einige Menschen im Gazastreifen aufgerufen, bei einer Kommunalwahl abzustimmen. In der Stadt Deir al-Balah im zentralen Abschnitt des Küstengebiets können rund 70.000 Einwohner seit dem Morgen ihren Stadtrat wählen, wie palästinensische und israelische Medien meldeten. Die Wahl hat zunächst vor allem symbolischen Charakter, könnte Berichten zufolge aber als Vorbild für künftige Wahlen im Gazastreifen dienen.
Hinter der Kommunalwahl steht die palästinensische Autonomiebehörde (PA) des Präsidenten Mahmud Abbas, die Teile des Westjordanlands verwaltet. Abbas leitet auch die Fatah-Bewegung, die die Hamas 2007 gewaltsam aus dem Gazastreifen vertrieben hatte. Die «Times of Israel» gab zu bedenken, dass unklar sei, ob die Hamas die Wahlergebnisse letztlich anerkennen werde.
Hamas hat bislang lokale Vertreter bestimmt
Seit Beginn der derzeit geltenden Waffenruhe im Gaza-Krieg kontrolliert das israelische Militär etwas mehr als die Hälfte des Gazastreifens, im restlichen Gebiet hat die islamistische Hamas ihre Kontrolle wieder gefestigt. Die Terrororganisation hat in der Vergangenheit stets selbst die Mitglieder der Stadträte in dem Palästinensergebiet bestimmt und Kommunalwahlen nicht zugelassen.
Einigen Medienberichten zufolge sind auch Kandidaten aufgestellt worden, die der Hamas nahestehen sollen. Offiziell hat die Hamas aber niemanden unterstützt. Kandidaten müssen bei Kommunalwahlen der PA stets eine Erklärung unterzeichnen, in der sie sich unter anderem zur Zweistaatenlösung bekennen. Damit ist gemeint, dass Israel und ein unabhängiger Palästinenserstaat friedlich Seite an Seite existieren. Die Hamas sowie Israels aktuelle Regierung lehnen dies ab.
Berichte: Wahl gibt Einwohnern Hoffnung
Einwohner von Deir al-Balah äusserten in arabischen und US-Medien derweil die Hoffnung, dass ein neu gewählter Stadtrat die noch immer schweren Lebensbedingungen der Menschen verbessern könnte. Berichten zufolge konzentrieren sich die Programme der Kandidaten, die auf vier Listen antreten, vor allem darauf, den Zugang zu Ressourcen wie Wasser und Strom zu verbessern. Allerdings hat auch Israel, das etwa die Einfuhr von Treibstoff für Stromgeneratoren bestimmt, darauf grossen Einfluss. (dpa)
11:37 Uhr
Samstag, 25. April
Iran meldet grosse Raketenreserven trotz Schäden
Der Iran verfügt nach Darstellung des Verteidigungsministeriums weiterhin über einen erheblichen Teil seiner Raketenkapazitäten, die im bisherigen Konfliktverlauf mit den USA und Israel nicht zum Einsatz kamen. Wie Ministeriumssprecher, General Resa Talaie-Nik, laut der Nachrichtenagentur Tasnim weiter erklärte, setzt die heimische Rüstungsindustrie ihre Arbeit trotz der Schäden an einigen Produktionszentren sowohl sichtbar als auch unsichtbar fort. Die Produktionslinien seien über das Land verteilt.
Demnach arbeiten rund 900 Unternehmen mit den Streitkräften und dem Verteidigungsministerium zusammen. Talaie-Nik gab an, dass der Iran derzeit mehr als 1000 Waffentypen, darunter Raketen, Drohnen und militärische Ausrüstungen, im Land herstelle.
Eine unabhängige Überprüfung der Angaben ist derzeit nicht möglich. Auch die Grösse der tatsächlich noch einsatzfähigen Raketen- und Drohnenbestände ist ebenso unklar wie die aktuelle Produktionsrate in der Rüstungsindustrie. (dpa)
11:32 Uhr
Samstag, 25. April
Taliban fordern in Katar festsitzende Afghanen zur Rückkehr auf
Die Taliban-Regierung hat in Katar festsitzende Afghanen mit Verbindungen zum US-Militär zur Rückkehr in die Heimat aufgefordert. Die Menschen könnten sicher nach Afghanistan zurückkehren, teilte das Aussenministerium in Kabul am Samstag mit. Zuvor waren Berichte aufgekommen, wonach die US-Regierung erwäge, mehr als 1000 Afghanen aus Katar in den Kongo zu bringen.
Afghanistan sei die gemeinsame Heimat aller Afghanen, erklärte ein Sprecher des Aussenministeriums, Abdul Kahar Balchi. Ihnen stünden die Türen offen und sie könnten in vollem Vertrauen zurückkehren. In Afghanistan bestehe keine Bedrohung der Sicherheit. Wer in ein anderes Land reisen wolle, könne dies aber legal tun.
Unter den 1100 Flüchtlingen, die seit dem vergangenen Jahr auf der US-Basis Camp As-Sayliyah in Doha in einer Art Schwebezustand feststecken, sind Afghanen, die als Dolmetscher oder mit Spezialeinheiten gearbeitet haben, sowie die unmittelbaren Familienmitglieder von mehr als 150 US-Militärangehörigen. Sie wollten eigentlich in die USA einreisen. Das Aussenministerium erklärte, es arbeite daran, Optionen zu finden, um die Flüchtlinge «freiwillig» in einem Drittland anzusiedeln.
Die Organisation #AfghanEvac, die sich für die Ansiedlung von afghanischen Flüchtlingen in den USA einsetzt, hatte am Mittwoch über Verhandlungen zwischen der Demokratischen Republik Kongo und den USA berichtet. Die Organisation erklärte, die Afghanen im Camp fürchteten im Fall einer Rückkehr Repressalien durch die Taliban. (dpa)
11:15 Uhr
Samstag, 25. April
Iran vollstreckt weiteres Todesurteil nach Massenprotesten
Im Iran ist ein weiteres Todesurteil im Zusammenhang mit den Massenprotesten im Januar vollstreckt worden. Nach Angaben des offiziellen Justizportals wurde Erfan Kiani gehängt.
Die iranische Justiz warf Kiani vor, im Auftrag des israelischen Geheimdienstes Mossad an der Zerstörung und Brandstiftung von öffentlichem und privatem Eigentum in Isfahan beteiligt gewesen zu sein. Gemeinsam mit Komplizen soll er Barrikaden aus Holz und Reifen angezündet und Sicherheitskräfte angegriffen haben.
Eine unabhängige Bestätigung dieser Vorwürfe ist derzeit nicht möglich. Der Fall steht im Kontext einer verschärften Hinrichtungswelle nach den landesweiten Protesten vom Januar 2026. Der Vorwurf, als Agent für ausländische Geheimdienste gearbeitet zu haben, gehört dabei zu einer immer wiederkehrenden Rechtfertigung der iranischen Justiz für schnelle Exekutionen.
Organisationen wie Amnesty International und Iran Human Rights kritisieren, dass die Urteile oft in unfairen Schnellverfahren und auf Basis von unter Folter erpressten Geständnissen ergehen. Sie werten die Hinrichtungen als Instrument zur Einschüchterung der Bevölkerung. Im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Organisation Iran Human Rights mindestens 1639 Menschen hingerichtet, so viele wie seit 35 Jahren nicht mehr. (dpa)
10:53 Uhr
Samstag, 25. April
Iran richtet Mann wegen mutmasslicher Mossad-Verbindungen hin
Die iranische Justiz hat erneut einen Menschen wegen mutmasslicher Verbindungen zum israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad hingerichtet. Die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan berichtete, der Verurteilte habe zudem an regierungsfeindlichen Protesten teilgenommen. Er sei am Samstag gehängt worden.
Der Mann wurde laut Misan unter anderem wegen Angriffen auf Sicherheitskräfte in der Stadt Isfahan im Januar verurteilt. Er sei auf einer «Mission für den Mossad» gewesen, schrieb die Agentur, ohne Beweise für diese Anschuldigung zu nennen.
In jüngster Zeit wurden im Iran zahlreiche mutmassliche Spione, Demonstranten und Menschen, die einer iranischen Oppositionsgruppe im Exil nahestanden, hingerichtet. Menschenrechtsaktivisten kritisieren seit Langem, dass im Iran Menschen in nicht öffentlichen Prozessen verurteilt werden, ohne dass die Angeklagten sich angemessen verteidigen können. (dpa)
10:13 Uhr
Samstag, 25. April
Kommerzielle Flüge starten wieder vom Flughafen Teheran
Zum ersten Mal seit Beginn des Iran-Krieges vor rund zwei Monaten sind vom Flughafen Teheran wieder kommerzielle Flüge gestartet. Das staatliche iranische Fernsehen berichtete, die Maschinen seien vom internationalen Flughafen Imam Chomeini in Richtung Istanbul, Omans Hauptstadt Maskat sowie in die saudi-arabische Stadt Medina gestartet.
Flightradar24, eine Plattform zur Flugverfolgung, zeigte an, dass am Samstagmorgen mindestens drei Flüge mit Ziel Istanbul abhoben. Der Iran hatte im Zuge einer Waffenruhe mit den USA seinen Luftraum bereits teilweise wieder geöffnet. (dpa)
09:33 Uhr
Samstag, 25. April
Irans Aussenminister beginnt Krisendiplomatie in Pakistan
Der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi hat in Pakistan Gespräche für eine Beilegung des Konflikts mit den USA aufgenommen. Laut Angaben des Staatssenders Irib traf sich Araghtschi in Islamabad mit dem pakistanischen Verteidigungsminister, Feldmarschall Asim Munir, der eine Schlüsselrolle in den Vermittlungen spielt.
Im weiteren Verlauf werden die US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner ebenfalls zu Gesprächen in Pakistan erwartet. Laut dem iranischen Aussenamtssprecher Ismail Baghaei ist bislang jedoch kein Treffen mit der amerikanischen Seite geplant.
Wegen der abweichenden Darstellungen beider Seiten im Vorfeld der Treffen ist letztlich nicht klar, ob die Konfliktparteien bloss Botschaften über pakistanische Vermittler austauschen oder vielleicht doch direkte Verhandlungen führen werden. (dpa)
09:31 Uhr
Samstag, 25. April
Israels Armee: Raketenabschussrampen im Libanon angegriffen
Die Lage im Libanon bleibt trotz einer Verlängerung der Waffenruhe angespannt. Israels Armee teilte am Morgen mit, sie habe in der Nacht im Südlibanon mehrere einsatzbereite Raketenabschussrampen der Hisbollah-Miliz angegriffen. Diese hätten eine Bedrohung für israelische Zivilisten und Soldaten dargestellt.
Das libanesische Gesundheitsministerium meldete unterdessen sechs Tote und zwei Verletzte bei israelischen Luftangriffen am Freitag. Laut der libanesischen Nachrichtenagentur NNA kamen die sechs Menschen bei Bombardements in den Orten Wadi al-Hudschar, Srifa, Jatir und Tulin im Süden des Landes ums Leben.
Israels Militär hatte am Abend auch mitgeteilt, dass Soldaten am Freitag bei einem Schusswechsel zunächst zwei bewaffnete Hisbollah-Mitglieder in Bint Dschubail getötet hätten. Bei einem Angriff auf ein von ihr genutztes Gebäude in der Stadt, die als Hochburg der vom Iran unterstützten Miliz gilt, seien zudem vier weitere bewaffnete Kämpfer ums Leben gekommen. (dpa)
14:49 Uhr
Freitag, 24. April
Schweiz öffnet Botschaft in Teheran wieder
14:28 Uhr
Freitag, 24. April
Netanyahu und der Krebs
11:23 Uhr
Freitag, 24. April
Zwischenfälle trotz Waffenruhe
Nach der Verlängerung der Waffenruhe im Krieg zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah hat die israelische Armee in der Nacht im Südlibanon zwei Mitglieder der Miliz getötet. Beide seien bei einem Angriff auf ein Haus in dem Ort Tulin ums Leben gekommen, hiess es aus libanesischen Sicherheitskreisen. Israels Militär teilte am Vormittag mit, der Angriff sei als Reaktion auf Raketenbeschuss der vom Iran unterstützten Hisbollah erfolgt.
Die israelische Armee sagte, sie habe militärische Anlagen der Miliz in Tulin sowie in einem weiteren südlibanesischen Ort ins Visier genommen. Die Hisbollah habe diese für Angriffe genutzt. Israel darf sich laut der aktuellen Waffenruhe-Vereinbarung gegen geplante, unmittelbar bevorstehende oder andauernde Angriffe verteidigen.
Die libanesische Regierung ist keine aktive Kriegspartei in dem aktuellen Konflikt. Sie möchte den Einfluss der Hisbollah im Land eindämmen. Die Hisbollah ist gegen die Verhandlungen mit Israel. Im Libanon reagierten die Menschen Augenzeugen zufolge mit einer vorsichtigen Erleichterung auf die Ankündigung der Waffenruhe-Verlängerung. Viele fürchten demnach, dass sich beide Seiten nicht an das Abkommen halten könnten. (dpa)
10:23 Uhr
Freitag, 24. April
Iraner seit bald 2 Monaten vom Internetzugang ausgeschlossen
Die Iraner sind inzwischen den 56. Tag in Folge vom Zugang zum globalen Internet ausgeschlossen. Die Sperre halte bereits seit 1320 Stunden an, teilte die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks auf der Plattform X mit. Demnach handelt es sich um die bislang längste landesweite Internetsperre in einer sonst «vernetzten Gesellschaft».
Mit Beginn des Iran-Kriegs am 28. Februar hatte die Regierung in Teheran den Zugang zum weltweiten Internet weitgehend gesperrt. Die 90 Millionen Iraner können seitdem nur auf ein eingeschränktes internes Netzwerk zugreifen, in dem lediglich staatlich genehmigte Inhalte zur Verfügung stehen.
Ein kleiner Teil des Militär- und Machtapparats dagegen nutzt das Internet weiter ohne Einschränkungen. Auch iranische Medien publizieren ihre Nachrichten auf Telegram und X - also auf Portalen, die eigentlich gesperrt sind. (dpa)
08:00 Uhr
Freitag, 24. April
USA setzen hohes Kopfgeld auf irakischen Miliz-Chef aus
Die USA haben eine Belohnung von 10 Millionen US-Dollar auf den Anführer einer vom Iran unterstützten schiitischen Miliz im Irak ausgesetzt. Das «Rewards for Justice»-Programm des US-Aussenministeriums teilte mit, dass nach dem Anführer der Miliz Kataib Sajjid al-Schuhada gesucht wird.
Der Mitteilung zufolge führt Haschim Finjan Rahim al-Saradschi die Gruppe, deren Mitglieder «irakische Zivilisten getötet und US-diplomatische Einrichtungen im Irak angegriffen» haben sollen. Zudem habe Kataib Sajjid al-Schuhada US-Militärstützpunkte und Personal im Irak und in Syrien angegriffen, hiess es weiter.
Im Irak gibt es mehrere vom Iran unterstützte schiitische Milizen, die Teil der sogenannten Volksmobilisierungskräfte sind. Diese wurden nach dem Fall von Mossul im Jahr 2014 gegründet, um freiwillige Einheiten zu organisieren, die die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekämpften. (dpa)
06:29 Uhr
Freitag, 24. April
Trump verkündet: Waffenruhe im Libanon wurde verlängert
22:52 Uhr
Donnerstag, 23. April
Trump will sich bei Kriegsdauer nicht unter Druck setzen lassen
US-Präsident Donald Trump will sich mit Blick auf die Dauer des Kriegs gegen den Iran nicht unter Druck setzen lassen. «Ich will nichts überstürzen», sagte Trump am Donnerstag zu Reporterinnen und Reportern im Weissen Haus.
Trump wies Bemerkungen zurück, wonach der Krieg die zeitliche Vorgabe von vier bis sechs Wochen überschreite, die er und sein Umfeld zuvor genannt hatten. «Ich habe das Land in den ersten vier Wochen militärisch ausgeschaltet», sagte Trump. «Ich habe es militärisch ausgeschaltet. Alles, was wir jetzt machen, ist uns zurückzulehnen und abzuwarten, was für einen Deal (wir machen). Und wenn sie keinen Deal eingehen wollen, dann werde ich es militärisch beenden», sagte er. (dpa)
21:16 Uhr
Donnerstag, 23. April
Trump empfängt Teilnehmende zu Israel-Libanon-Gesprächen
US-Präsident Donald Trump wird nach Angaben aus Regierungskreisen die Diplomaten Israels und des Libanons zu deren Verhandlungen im Weissen Haus empfangen. Das Treffen sei vom US-Aussenministerium zum Präsidentensitz verlagert worden, sagte eine Gewährsperson am Donnerstag vor den Gesprächen, die um 22.00 Uhr MESZ beginnen sollten. Dadurch solle es Trump ermöglicht werden, teilzunehmen, hiess es.
Die erste Verhandlungsrunde zwischen Israel und dem Libanon hatte vergangene Woche im Aussenministerium stattgefunden. Hintergrund der neuen Gespräche ist das nahende Ende einer Waffenruhe, auf die sich Israel und der Libanon geeinigt hatten. Aus US-Regierungskreisen verlautete, man hoffe auf eine Verlängerung der Feuerpause im Krieg zwischen Israel und der militanten Hisbollah. (dpa)
21:05 Uhr
Donnerstag, 23. April
Unruhen bei Anhörung zu möglicher Untersuchungskommission in Israel
Bei einer Anhörung vor dem Obersten Gerichtshof Israels zu Anträgen auf die Bildung einer Untersuchungskommission zum Terrorangriff vom Oktober 2023 ist es zu Unruhen gekommen. Demonstrantinnen und Demonstranten versuchten am Donnerstag, in den Gerichtssaal zu gelangen, wodurch die Anhörung ausgesetzt werden musste, wie israelische Medien berichteten. Das Verfahren sei etwa 30 Minuten später fortgesetzt worden.
Zudem gab es Berichte über Auseinandersetzungen vor dem Gerichtsgebäude zwischen Angehörigen von Todesopfern, die unterschiedliche Ansichten dazu haben, ob es eine offizielle Untersuchungskommission des Staats geben sollte.
Bei der Anhörung ging es um Petitionen, mit denen die israelische Regierung zur Einrichtung einer Kommission aufgefordert wird, die zu dem Terrorangriff der Hamas auf Israel ermitteln soll. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu lehnt so eine Untersuchungskommission ab. Der Terrorangriff löste 2023 den Gaza-Krieg aus. (dpa)
20:38 Uhr
Donnerstag, 23. April
Israel ernennt Sondergesandten für Beziehungen zu Christen
Der israelische Aussenminister Gideon Saar hat einen Sondergesandten für die Beziehungen des Landes zur christlichen Welt ernannt. George Dik bekam diesen Posten, wie die Regierung am Donnerstag mitteilte. Der frühere Botschafter in Aserbaidschan gehört zur arabisch-christlichen Gemeinde Israels.
Saar teilte mit, Israel liege viel an dessen Beziehungen zu Christinnen und Christen weltweit. Der Ernennung des Sondergesandten vorausgegangen waren zwei Vorfälle in jüngster Zeit, die das Verhältnis belastet hatten. Im März hinderte die israelische Polizei Vertreter der katholischen Kirche daran, in der Grabeskirche in Jerusalem den Palmsonntag zu feiern. Begründet wurde das mit dem Krieg gegen den Iran. Dann sorgte ein israelischer Soldat für einen Aufschrei, indem er im Libanon eine Jesus-Statue zertrümmerte. Zwei Soldaten sind wegen ihrer Rolle bei dem Vorfall zu Haftstrafen verurteilt worden. (dpa)
20:01 Uhr
Donnerstag, 23. April
Papst ruft USA und Iran zu neuen Verhandlungen auf
Papst Leo XIV. hat die USA und den Iran zu neuen Verhandlungen für ein Ende des Kriegs aufgefordert. Bei einer Pressekonferenz über verschiedene Themen auf dem Rückflug von seiner Afrika-Reise prangerte das katholische Kirchenoberhaupt am Donnerstag auch die Todesstrafe an.
Zur Einwanderungspolitik sagte Leo, Länder hätten das Recht ihre Grenzen zu kontrollieren, doch dürften sie Migrantinnen und Migranten nicht schlechter als «Tiere» behandeln. Zudem beklagte der Papst, dass die Kirchenlehre zur Moral häufig auf sexuelle Themen reduziert werde.
Leo sprach an Bord seines Flugzeugs auf dem Weg nach Rom zu Reporterinnen und Reportern. (dpa)
18:53 Uhr
Donnerstag, 23. April
Libanesische Regierung berät über Beitritt zum Haager Tribunal
Das libanesische Regierungskabinett erwägt einen Beitritt zum Internationalen Strafgerichtshof (IStGH). Der stellvertretende Regierungschef Tarek Mitri erklärte, am Donnerstag habe es auf Ministerebene entsprechende Beratungen gegeben. Dabei sei es um einen Beitritt für «einen bestimmten Zeitraum» gegangen.
Mitri sagte, ein solcher Schritt würde es dem IStGH ermöglichen, zu mutmasslichen Kriegsverbrechen und Völkerrechtsverletzungen zu ermitteln, die auf libanesischem Staatsgebiet begangen worden seien.
Der Libanon hat Israel Kriegsverbrechen und wiederholte Verstösse gegen das Völkerrecht im Zusammenhang mit dem Krieg gegen die libanesische Schiitenmiliz Hisbollah vorgeworfen. (dpa)
18:18 Uhr
Donnerstag, 23. April
Katz: Israel für Fortsetzung von Krieg gegen Iran bereit
Israel ist nach Angaben von Verteidigungsminister Israel Katz zur Fortsetzung des Kriegs gegen den Iran bereit. Man warte auf «grünes Licht» von den USA, teilte Katz am Donnerstag mit. Das israelische Militär sei bereit für sowohl defensive als auch offensive Einsätze. Zudem stünden schon Ziele fest, erklärte Katz. (dpa)
18:17 Uhr
Donnerstag, 23. April
Hassparolen gegen Israel bei Begräbnis von Journalistin im Libanon
Trauernde haben bei der Beisetzung der bei einem israelischen Luftangriff getöteten Journalistin Amal Chalil im Libanon Hassparolen gegen Israel skandiert. «Tod für Israel», riefen Begräbnisteilnehmer am Donnerstag. Dutzende versammelten sich im südlibanesischen Dorf al-Tiri, wo der Sarg mit dem Leichnam von Chalil durch die Menschenmenge getragen wurde. Auf dem Sarg lagen die libanesische Flagge sowie ein Pressehelm.
Die Reporterin der Zeitung «Al-Achbar» war am Mittwoch bei einem Angriff auf ein Haus getötet worden, in dem sie bei der Berichterstattung über den Krieg zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah Schutz gesucht hatte. Ihr Leichnam wurde Stunden später aus den Trümmern gezogen. Das israelische Militär teilte mit, zu dem Vorfall werde noch ermittelt. (dpa)
18:04 Uhr
Donnerstag, 23. April
Hisbollah meldet Angriffe auf israelische Stellungen
Die Hisbollah hat nach eigenen Angaben israelische Militärstellungen im Südlibanon angegriffen. In einer Mitteilung erklärte die libanesische Schiitenmiliz am Donnerstag, sie habe israelische Soldaten im Dorf Taybe unter Beschuss genommen und andernorts eine Drohne abgeschossen. Das israelische Militär hatte zuvor mitgeteilt, im südlichen Libanon habe die Armee ein «Luftziel» abgefangen.
Die Hisbollah rechtfertigte ihre Angriffe mit Verstössen Israels gegen die zehntägige Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon, die am vergangenen Freitag in Kraft trat. Israel hat seither beinahe täglich Ziele im Süden angegriffen und der Hisbollah ebenfalls den Bruch der Waffenruhe vorgeworfen, die von der Miliz jedoch ohnehin abgelehnt wurde. (dpa)
17:41 Uhr
Donnerstag, 23. April
Drei Tote bei israelischem Drohnenangriff im Gazastreifen
Bei einem israelischen Drohnenangriff auf ein Auto im Gazastreifen sollen mindestens drei Männer getötet worden sein. Raed Hussein, der Direktor des Al-Aksa-Märtyrerkrankenhauses in Deir al-Balah, in das die Leichen gebracht wurden, sagte der Nachrichtenagentur AP am Donnerstag, zwei der Opfer hätten sich bei dem Angriff in der Nähe von Maghasi in dem Fahrzeug befunden, das dritte ausserhalb. Drei weitere Menschen seien verletzt worden. Das israelische Militär reagierte nicht umgehend auf eine Bitte um Stellungnahme. (dpa)
16:47 Uhr
Donnerstag, 23. April
Trump droht mit tödlichen Angriffen auf iranische Minenleger
US-Präsident Donald Trump droht, iranische Boote mit Seeminen in der Strasse von Hormus «zu beschiessen und zu töten». Die US-Marine habe entsprechenden Befehl. Zuvor hätten die USA mit Israel Teile der iranischen Marine angegriffen.
Die Lage in der wichtigen Öl- und Gasroute spitzt sich weiter zu: Der Schiffsverkehr ist fast zum Erliegen gekommen, Iran griff zuletzt Frachter an. Minensuchboote sind im Einsatz.
Trotz verlängerter Waffenruhe hält Trump an einer Seeblockade fest; Gespräche mit Iran stocken. Zudem behauptet er ohne Belege interne Machtkämpfe in Teheran. (dpa)
16:03 Uhr
Donnerstag, 23. April
UN: Libanon möchte nächstes Jahr weiter UN-Blauhelme
Der Libanon will auch nach Auslaufen des Unifil-Mandats eine UN-Präsenz behalten, möglicherweise in veränderter Form. Der UN-Sicherheitsrat prüft Optionen, ein Bericht soll bis 1. Juni vorliegen.
Unklar sind Umfang und Mandat einer möglichen neuen Mission, die vom Sicherheitsrat beschlossen werden müsste. Derzeit umfasst Unifil rund 8.500 Soldaten. Ihre Aufgabe ist u. a., humanitäre Hilfe zu sichern und die libanesischen Behörden bei der Entwaffnung bewaffneter Gruppen zu unterstützen.
UN-Vertreter Lacroix betont, dass eine Zwangsentwaffnung nicht Aufgabe der Blauhelme sei – das wäre Krieg und liege in der Verantwortung des Libanon. (dpa)
15:29 Uhr
Donnerstag, 23. April
Trump droht mit tödlichen Angriffen auf iranische Boote
US-Präsident Donald Trump hat mit tödlichen Angriffen auf iranische Boote in der Strasse von Hormus gedroht. «Ich habe die US-Marine angewiesen, jedes Boot, so klein es auch sein mag, ... das Minen in den Gewässern der Strasse von Hormus auslegt, zu beschiessen und zu töten», schrieb Trump am Donnerstag auf seiner Plattform Truth Social. «Es darf kein Zögern geben.» Alle 159 iranischen Kriegsschiffe lägen bereits auf dem Meeresgrund, betonte Trump.
«Darüber hinaus räumen unsere Minensuchboote die Strasse gerade in diesem Moment», schrieb Trump weiter. Diese Aktivitäten sollten mit dreifacher Intensität fortgesetzt werden. (dpa)
15:00 Uhr
Donnerstag, 23. April
US-Militär entert Tanker mit iranischem Öl
Kurz nach dem iranischen Angriff auf drei Frachtschiffe hat das US-Militär nach eigenen Angaben einen Öltanker aufgebracht. In der Nacht zum Donnerstag sei im Indischen Ozean das sanktionierte und staatenlose Schiff «Majestic X» gestoppt worden, wie das US-Verteidigungsministerium auf X bekannt gab. US-Einsatzkräfte seien an Bord des Frachters gegangen, der Öl aus dem Iran transportiert habe. Die Massnahme sei im Zuständigkeitsbereich des Indopazifischen Kommandos der US-Streitkräfte (Indopacom) erfolgt.
Nach Angaben des Trackingdienstes Vesselfinder befand sich der Frachter zuletzt vor der südlichen Küste Sri Lankas, rund 32 nautische Meilen von der Stadt Hambantota entfernt. Den Angaben von vor zwei Tagen nach war das Schiff auf Kurs in Richtung Zhoushan in China. Das US-Militär gibt an, Schiffe zu blockieren, die aus iranischen Häfen kommen oder diese als Ziel haben. US-Präsident Donald Trump will Teheran damit von wichtigen Einnahmequellen abschneiden.
In der Strasse von Hormus war am Mittwoch ein Containerschiff von den iranischen Revolutionsgarden (IRGC) beschossen und schwer beschädigt worden, wie die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) mitteilte. Wenig später meldete die Behörde erneut einen Vorfall. Irans Streitkräfte reklamierten hingegen drei Angriffe auf Frachtschiffe für sich. (dpa)
14:51 Uhr
Donnerstag, 23. April
Berichte: US-Seeblockade iranischer Schiffe ist durchlässig
Trotz der US-Seeblockade vor der Strasse von Hormus durchfahren einige Schiffe mit Verbindung zum Iran die Meeresenge. 34 sanktionierte Tanker oder Tanker mit Verbindungen zum Iran hätten das Gebiet der US-Seeblockade vom 13. bis 21. April durchfahren, schreibt der Datenanbieter Vortexa in einem Bericht.
Die Seeblockade des US-Militärs hatte am 13. April begonnen. Sie richtet sich gegen Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen.
Nach Bewertung des maritimen Datenanbieters Lloyd's List Intelligence haben bis Montag mindestens 26 Schiffe der sogenannten Schattenflotte die Blockade durchquert. Der maritime Softwareanbieter AXSMarine schrieb, der meiste Verkehr durch die Strasse von Hormus entfalle weiter auf Schiffsbetreiber, die sanktioniert seien oder undurchsichtige Eigentumsverhältnisse aufwiesen.
Iranische Medien hatten immer wieder angegeben, Schiffe des Landes hätten die US-Seeblockade durchfahren. Die Berichte liessen sich unabhängig nicht bestätigen.
Die US-Militärführung Centcom hatte Berichten über Durchlässigkeit der eigenen Seeblockade widersprochen. «Im Rahmen der US-Blockade gegen den Iran haben die US-Streitkräfte 29 Schiffe angewiesen, umzukehren oder in den Hafen zurückzukehren», hiess es in einer Stellungnahme auf X. Berichte über konkrete Schiffe, die die Blockade durchfahren hätten, seien falsch.
Der Iran hat mehrfach betont, die US-Seeblockade sei ein Hindernis für weitere Verhandlungen. US-Präsident Donald Trump hatte an der Blockade trotz einseitiger Verlängerung der Waffenruhe am Dienstag festgehalten. (dpa)
14:31 Uhr
Donnerstag, 23. April
Mehr als 50'000 Häuser im Libanon beschädigt
Im jüngsten Krieg zwischen Israel und der vom Iran unterstützten Hisbollah sind im Libanon nach dortigen Angaben mehr als 50'000 Häuser beschädigt oder zerstört worden. Das teilte der Nationale Rat für Forschung mit, der Schäden im Krieg seit 2023 im Auftrag der Regierung untersucht. Mehr als die Hälfte der Schäden und Zerstörung gab es demnach im südlichen Libanon und im Gebiet nahe der israelischen Grenze. (dpa)
07:17 Uhr
Donnerstag, 23. April
US-Militär: Mehr als 30 Schiffe von US-Blockade betroffen
Nach Angaben des US-Militärs sind mehr als 30 Schiffe von der US-Blockade iranischer Häfen betroffen. Das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando der Armee (Centcom) teilte mit, dass seine Kräfte im Nahen Osten «31 Schiffe angewiesen haben, umzukehren oder in den Hafen zurückzukehren».
Unterdessen hat die iranische Revolutionsgarde laut einem Bericht des staatlichen Fernsehens zwei Schiffe in der Strasse von Hormus angegriffen und unter ihre Kontrolle gebracht und ein drittes beschossen. Die US-Regierung wertete die Beschlagnahme nicht als Verstoss gegen die Bedingungen der vereinbarten Waffenruhe, weil es sich nicht um US-amerikanische oder israelische Schiffe handelte, wie das Weisse Haus am Mittwoch mitteilte. (dpa)
22:25 Uhr
Mittwoch, 22. April
US-Botschaft rät Amerikanern, den Libanon zu verlassen
Die US-Botschaft in Beirut legt Amerikanerinnen und Amerikanern dringend nahe, den Libanon zu verlassen. «Die Sicherheitslage ist weiterhin komplex und kann sich schnell ändern», teilte die Botschaft in einer Sicherheitswarnung mit. US-Bürgerinnen und Bürgern sollten ausreisen, solange es noch kommerzielle Flugverbindungen gebe. Wer im Libanon bleibe, sollte Pläne für Notfallsituationen erstellen und die aktuellen Entwicklungen verfolgen, hiess es.
Es gibt derzeit Hinweise darauf, dass die Waffenruhe zwischen Israel und dem Libanon wackelt. Ein Abgeordneter der libanesischen Hisbollah-Miliz, Hussein Hadsch Hassan, sagte einem libanesischen TV-Sender, die Organisation sei der Waffenruhe nicht mehr verpflichtet. Zuvor hatten Israel und die proiranische Hisbollah sich mehrfach Verstösse gegen die zehntägige Waffenruhe vorgeworfen, die in der Nacht auf Freitag in Kraft getreten war.
An diesem Donnerstag sind in Washington weitere Gespräche auf Botschafterebene zwischen beiden Ländern geplant. (dpa)
19:33 Uhr
Mittwoch, 22. April
Iran: US-Seeblockade Verstoss gegen Waffenruhe
Angesichts der einseitig von US-Präsident Donald Trump verlängerten Waffenruhe bekräftigt der Iran, die US-Seeblockade sei ein Verstoss gegen die Feuerpause. Die Öffnung der Strasse von Hormus sei nicht möglich, wenn es zu solchen «schweren Verstössen gegen die Waffenruhe» komme, schrieb Irans Verhandlungsführer und Parlamentspräsident, Mohammed Bagher Ghalibaf, auf der Plattform X.
Der Iran hat laut iranischer Nachrichtenagentur Tasnim weiter keine Pläne, an Friedensgesprächen mit den USA teilzunehmen. US-Medien hatten zuvor berichtet, es könnte am Freitag eine neue Verhandlungsrunde geben. Die gemeinsam vereinbarte Waffenpause war am Dienstagabend vom US-Präsidenten einseitig verlängert worden. Wie viele Tage sie dauern soll, hatte Trump nicht gesagt. Der Iran hatte zuletzt Angriffe auf drei Frachtschiffe in der wichtigen Strasse von Hormus für sich reklamiert. (dpa)
19:21 Uhr
Mittwoch, 22. April
Netanjahu: Israel bereit für Verteidigung und Angriff
Vor dem Hintergrund der angespannten Lage im Konflikt mit dem Iran ist Israel nach Angaben des Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu «auf jedes Szenario vorbereitet». Dies gelte «in der Verteidigung und im Angriff», sagte der 76-Jährige bei einem Treffen mit Soldaten der israelischen Raketenabwehr in der Nähe von Jerusalem. Er besuchte die Soldaten im Rahmen des 78. Unabhängigkeitstag Israels.
Auch der israelische Generalstabschef Ejal Zamir sagte, die israelischen Streitkräfte seien «bereit, an allen Fronten sofort und mit grosser Stärke wieder zum Kampf zurückzukehren.» US-Präsident Donald Trump hatte eine Waffenruhe im Iran-Krieg vorerst verlängert. Ob der Konflikt dennoch fortgesetzt wird, ist ungewiss.
Der jüngste Krieg begann am 28. Februar mit massiven Luftangriffen der USA und Israel auf iranische Ziele, bei denen auch Revolutionsführer Ali Chamenei getötet wurde. Der Iran, flankiert von der schiitischen Hisbollah-Miliz im Libanon, reagierte mit Gegenangriffen. Neben Zielen in Israel wurden auch US-Militärstützpunkte sowie weitere Ziele in arabischen Golfstaaten getroffen.
Der Iran feuerte nach Angaben des israelischen Militärs binnen sechs Wochen rund 650 ballistische Raketen auf Israel ab. Mehr als die Hälfte dieser Raketen trug demnach Streubomben-Sprengköpfe, die zahlreiche kleinere Sprengkörper ungezielt über grosse Gebiete verteilen. Dies erschwerte es der Raketenabwehr, die Geschosse abzufangen. In vielen Städten des kleinen Mittelmeerlandes kam es zu Einschlägen, bei denen Menschen getötet und Gebäude zerstört wurden. (dpa)
19:05 Uhr
Mittwoch, 22. April
Libanesische Journalistin soll nach israelischem Angriff feststecken
Nach einem israelischen Angriff auf den Süden des Libanons befindet sich eine libanesische Journalistin offenbar in einer Notlage. Die Organisation Reporter ohne Grenzen rief die internationale Gemeinschaft am Mittwoch auf, Druck auf das israelische Militär auszuüben, damit die Rettung der Journalistin Amal Chalil von der Tageszeitung «Al-Achbar» erfolgen könne. Die Frau stecke derzeit nahe dem südlibanesischen Dorf al-Tiri fest. Ein israelisches Geschoss sei nahe ihrem Fahrzeug eingeschlagen.
«Ihr Leben ist derzeit in Gefahr!», warnte die Organisation. «Andauernde israelische Luftangriffe hindern Rettungskräfte daran, zu ihr zu gelangen.»
Der libanesische Präsident Joseph Aoun rief das Rote Kreuz auf, sich um die Rettung der Journalistin und deren Kollegin Seinab Faradsch, die mit ihr unterwegs gewesen sein soll, zu kümmern. Das libanesische Rote Kreuz solle sich mit dem libanesischen Militär und UN-Friedenssoldaten absprechen, um die beiden so schnell wie möglich zu retten, sagte Aoun. (dpa)
17:59 Uhr
Mittwoch, 22. April
Medien: Trump will Iran nur wenige Tage für Antwort geben
US-Präsident Donald Trump will der iranischen Führung Medienberichten zufolge nur wenige Tage geben, um sich auf einen geeinten Vorschlag zur Beilegung des Krieges zu verständigen. Er sei bereit, die Waffenruhe um drei bis fünf Tage zu verlängern, berichten das Nachrichtenportal «Axios» und der Sender Fox News unter Berufung auf eine US-Quelle beziehungsweise einen Beamten aus dem Weissen Haus. Trumps am Dienstag angekündigte Verlängerung der Waffenruhe ist demnach nur für einen kurzen Zeitraum angedacht.
Auch der Sender CNN berichtet unter Berufung auf zwei mit den internen Gesprächen vertraute Quellen, dass Trump plane, den Iranern ein begrenztes Zeitfenster zu geben, um einen geeinten Vorschlag für neue Verhandlungen zu erarbeiten und den diplomatischen Prozess so wieder in Gang zu bringen. Ob dies auch an die Iraner übermittelt worden ist, ist demnach unklar.
Kurz vor dem Ablaufen einer Waffenruhe mit dem Iran hatte Trump Teheran mehr Zeit für eine Verhandlungslösung gegeben und die Feuerpause einseitig verlängert. Die Waffen sollen schweigen, bis die iranische Führung mit einem geeinten Vorschlag an den Tisch kommt, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Eine neue Frist setzte er nicht. Der Iran äusserte sich bisher nicht dazu. (dpa)
17:37 Uhr
Mittwoch, 22. April
Sprecher: Iran weiter unentschieden bezüglich neuer Verhandlungen
Der Iran hat nach Angaben eines Sprechers seines Aussenministeriums noch nicht über eine Teilnahme an neuen Verhandlungen mit den USA in Pakistan entschieden. In die vorherige Verhandlungsrunde sei der Iran «in gutem Glauben und mit Ernsthaftigkeit gegangen, aber die verhandelnde Partei hat Missachtung und einen Mangel an gutem Glauben an den Tag gelegt», sagte der Sprecher des Ministeriums, Ismail Baghai, am Mittwoch laut dem iranischen Staatsfernsehen.
Eine zweite Verhandlungsrunde wurde noch für diese Woche in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad erwartet, doch steht noch nicht fest, ob es dazu kommt. US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag die Waffenruhe im Krieg gegen den Iran für unbestimmte Zeit verlängert. (dpa)
17:33 Uhr
Mittwoch, 22. April
Israel und Libanon setzen Gespräche in Washington fort
Die beiden verfeindeten Nachbarländer Israel und der Libanon wollen an diesem Donnerstag in Washington erneut zu Gesprächen zusammenkommen. Das Treffen auf Botschafterebene soll erneut im US-Aussenministerium stattfinden. Teilnehmen sollen die libanesische Botschafterin in den USA, Nada Hamadeh Moawad, sowie der israelische Vertreter in Washington, Jechiel Leiter.
Beide hatten sich bereits in der vergangenen Woche miteinander in Washington getroffen. Es waren die ersten direkten Gespräch von Repräsentanten beider Länder seit Jahrzehnten. US-Angaben zufolge gab es «konstruktive Gespräche über Schritte zur Aufnahme direkter Verhandlungen».
Israel strebt mit den direkten Verhandlungen nach Angaben von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu ein dauerhaftes Friedensabkommen mit dem Libanon sowie eine Entwaffnung der proiranischen Hisbollah-Miliz an. Die libanesische Regierung will eine dauerhafte Waffenruhe und einen Abzug der israelischen Soldaten aus dem Süden des Libanons erreichen. In der Nacht zum Freitag trat im Libanon eine zehntägige Waffenruhe in Kraft. (dpa)
17:17 Uhr
Mittwoch, 22. April
Libanon: Zwei Tote bei israelischem Angriff trotz Waffenruhe
Trotz der Waffenruhe zwischen der Hisbollah-Miliz und Israel sind laut einem libanesischen Bericht bei einem israelischen Angriff im Südlibanon zwei Menschen getötet worden. Der Angriff vom Mittwoch habe einem Fahrzeug in der Ortschaft Al-Tajri gegolten, meldete die staatliche Nachrichtenagentur NNA. Angaben zur Identität der Toten lagen zunächst nicht vor. Das israelische Militär äusserte sich zunächst nicht.
Zuvor hatte es nach einem NNA-Bericht bei einem Drohnenangriff auf das Dorf Dschabbur am Mittwochmorgen bereits einen Toten und zwei Verletzte gegeben. Das israelische Militär bestritt einen Angriff in dem Gebiet.
Seit dem vergangenen Freitag gilt eine zehntägige Waffenruhe im Libanon. Seitdem wurden mehrere israelische Angriffe gemeldet, die Hisbollah reklamierte seit Dienstag ihrerseits einige Angriffe für sich. (dpa)
16:24 Uhr
Mittwoch, 22. April
Macron: Im Libanon verletzter französischer Unifil-Soldat ist tot
Ein bei einem Angriff im Libanon verletzter französischer Blauhelmsoldat ist tot. Der Angehörige der UN-Friedensmission Unifil sei noch nach Frankreich gebracht worden, aber am Mittwoch seinen Verletzungen erlegen, teilte der französische Präsident Emmanuel Macron im Kurznachrichtendienst X mit und sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus. Ein weiterer französischer Unifil-Soldat war bereits bei dem Angriff am Wochenende getötet worden. Insgesamt gab es laut Macron damals drei Verletzte.
Die Truppe war am Samstag unter Beschuss geraten. Macron machte die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz für den Angriff verantwortlich. Diese wies die Vorwürfe zurück und rief die Unifil auf, ihre Einsätze mit der libanesischen Armee zu koordinieren. (dpa)
15:45 Uhr
Mittwoch, 22. April
Libanesischer Präsident will Waffenruhe mit Israel verlängern
Der Libanon bemüht sich nach Angaben von Präsident Joseph Aoun um eine Verlängerung der Waffenruhe mit Israel. Die Kontakte dazu seien im Gange, sagte Aoun am Mittwoch - einen Tag vor einem zweiten Treffen zwischen dem libanesischen und dem israelischen Botschafter in Washington. Die Waffenruhe zwischen Israel und der libanesischen Hisbollah-Miliz gilt bis zum Wochenende.
Die Hisbollah hatte sich kurz nach Beginn der israelischen Angriffe auf den Iran an die Seite ihrer Schutzmacht Teheran gestellt und Israel seit Anfang März attackiert. Israel reagierte mit heftigen Gegenschlägen, bei denen nach libanesischen Regierungsangaben Hunderte Menschen getötet wurden, und besetzte den Süden des Landes. Seit Freitag gilt eine zehntägige Waffenruhe.
Aoun sagte, seine Regierung wolle bei den Verhandlungen erreichen, dass Israel seine Angriffe vollständig beendet, seine Truppen aus dem Libanon abzieht und libanesische Gefangene freilässt. Der Libanon wolle eigene Truppen an der Grenze stationieren und mit dem Wiederaufbau beginnen. Die von US-Präsident Donald Trump und anderen Ländern zugesagte Unterstützung für den Libanon sei «eine Chance, die wir nicht verpassen dürfen, denn sie kommt vielleicht nicht wieder».
Israel strebt nach eigenen Angaben einen Friedensvertrag und eine Entwaffnung der Hisbollah an, die im Libanon eine Art Staat im Staate bildet. Die Hisbollah lehnt die Gespräche ab. (dpa)
15:25 Uhr
Mittwoch, 22. April
Libanon: Hisbollah feuert Drohne auf israelischen Posten ab
Die militante Hisbollah hat nach eigenen Angaben eine Drohne auf einen israelischen Posten im Süden des Libanons abgefeuert. Der Angriff im Dorf Bajada am Mittwoch sei Vergeltung für israelische Verstösse gegen die zehntägige Waffenruhe, die seit vergangenem Freitag gilt, teilte die Hisbollah mit.
Das israelische Militär hat hingegen der Hisbollah vorgeworfen, gegen die Waffenruhe zu verstossen. Die vom Iran unterstützte Hisbollah habe «ein feindliches Fluggerät» in Richtung israelischer Soldaten abgefeuert, die im Süden des Libanons im Einsatz gewesen seien, hiess es. Die israelische Luftwaffe habe das Fluggerät abgefangen, es habe nicht die Grenze nach Israel überquert. (dpa)
15:07 Uhr
Mittwoch, 22. April
Agentur der iranischen Revolutionsgarde sieht Unterseekabel bedroht
Aus dem Iran werden Drohungen gegen Unterseekabel in der Strasse von Hormus laut. Die der paramilitärischen Revolutionsgarde nahestehende halbstaatliche Nachrichtenagentur Tasnim schrieb am Mittwoch, eine «gleichzeitige Beschädigung mehrerer grosser Kabel - sei es durch Unfälle oder vorsätzliche Handlungen -» könne zu «schweren Ausfällen im gesamten Persischen Golf führen». Das sei eine Gefahr für die arabischen Golfstaaten.
Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen im Jemen hatten in der Vergangenheit mit Angriffen auf Unterseekabel gedroht. Im Roten Meer sind bereits einige solcher Kabel durchtrennt worden. (dpa)
15:01 Uhr
Mittwoch, 22. April
Dutzende israelische Aktivisten nach Syrien vorgedrungen
Dutzende israelische Siedleraktivisten sind auf syrisches Gebiet vorgedrungen, bevor sie von der Armee wieder zurückgebracht wurden. Die «Times of Israel» berichtete, es handele sich um rechte Aktivisten, die die Einrichtung von Siedlungen im syrischen Grenzgebiet forderten, in dem Israel die Kontrolle übernommen hat. Sie hätten sich zeitweise in einem Gebäude am Rand des syrischen Orts Hadar verschanzt.
Die Armee teilte mit, etwa 40 Aktivisten seien mehrere hundert Meter tief auf syrisches Gebiet vorgedrungen. Soldaten hätten sie zurückgebracht und der israelischen Polizei übergeben. Das Militär verurteile den Vorfall aufs Schärfste, es handele sich um eine Straftat.
Nach dem Sturz des früheren syrischen Langzeitherrschers Baschar al-Assad hatte Israel Soldaten in die von den UN kontrollierte Pufferzone zwischen den Golanhöhen und syrisch kontrolliertem Gebiet verlegt.
Israel ist laut Ministerpräsident Benjamin Netanjahu entschlossen, sich vor Angriffen aus grenznahen Gebieten zu schützen und zu verhindern, dass sich dort Israel feindlich gesinnte Extremisten ansiedeln. Israels Armee greift regelmässig Ziele in Syrien an, laut eigenen Angaben etwa, um Waffenlager oder militärisches Gerät zu zerstören. Gespräche über ein Sicherheitsabkommen beider Länder haben bisher keine Lösung gebracht. (dpa)
14:30 Uhr
Mittwoch, 22. April
Israel fordert Konsequenzen nach Flaggen-Eklat in Polen
Israel hat von Polens Regierung Konsequenzen gegen einen rechtsradikalen Abgeordneten gefordert, der im polnischen Parlament eine israelische Flagge mit Hakenkreuz entrollt hatte. Der Abgeordnete Konrad Berkowicz von der rechten Konfederacja habe in der Vergangenheit öffentlich Nazi-Veranstaltungen unterstützt, schrieb die israelische Botschaft in Warschau auf X. «Eine solche Person hat im Parlament des demokratischen Polens nichts zu suchen. Wir erwarten von Polens Regierung, dass sie entschlossen und rasch handelt.»
Polens Aussenministerium reagierte prompt. «Es sind die Polen, die ihre Abgeordneten wählen - und nicht ausländische Botschaften», schrieb Sprecher Marcin Wewior auf X. Der Abgeordnete Berkowicz sei bereits vom Parlamentspräsidenten mit einer Geldbusse und der Kürzung seiner Diäten bestraft worden. Zudem ermittele die Staatsanwaltschaft gegen ihn.
Berkowicz hatte in der vergangenen Woche im Parlament eine selbstgebastelte israelische Flagge mit einem Hakenkreuz gezeigt. Israel begehe im Nahen Osten einen Völkermord mit besonderer Grausamkeit und sei deshalb das neue Dritte Reich, lautete die Begründung für seine Aktion. (dpa)
13:01 Uhr
Mittwoch, 22. April
Arabische Länder wollen Reparationen vom Iran für Kriegsschäden
Die arabischen Länder fordern vom Iran Reparationen für die im Krieg entstandenen Schäden und Verluste. Teheran sei zu solchen Zahlungen dem Völkerrecht nach verpflichtet, heisst es in einer Erklärung der Arabischen Liga nach einem virtuellen Treffen. «Der Iran trägt international die volle Verantwortung für seine unrechtmässigen und nicht gerechtfertigten Angriffe gegen arabische Staaten», heisst es in der Erklärung der Aussenminister.
Als Vergeltung für die Militärschläge der USA und Israels im Iran griff das Land seit Kriegsbeginn Ende Februar mit Tausenden Raketen, Drohnen und Marschflugkörpern die Golfstaaten an. Dabei kamen US-Einrichtungen, wie etwa Botschaften und Militärstützpunkte, aber auch zivile Ziele wie Flughäfen und Wohngegenden unter Beschuss. Die meisten der Angriffe wurden in den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait gemeldet.
«Die arabischen Länder waren und werden keine Geiseln in den Händen des Irans sein, um Rechnungen zu begleichen», sagte Ahmed Abul Gheit, Generalsekretär der Organisation, Berichten zufolge. Die Arabische Liga umfasst 22 Staaten des arabischen Raums in Nordafrika und dem Nahen Osten. (dpa)
08:32 Uhr
Mittwoch, 22. April
Iranische Revolutionsgarde feuert auf Frachtschiff
In der Strasse von Hormus ist ein Containerschiff unter Beschuss geraten und dabei schwer beschädigt worden.
Ein Schiff der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) habe sich dem Schiff genähert und Schüsse abgegeben, teilte die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) unter Berufung auf den Kapitän des Frachters mit.
Zu dem Vorfall kam es laut UKMTO 15 Seemeilen nordöstlich von Oman. Alle Besatzungsglieder sind demnach in Sicherheit. «Der Kapitän eines Containerschiffs berichtete, dass sich ein Schnellboot der IRGC dem Schiff genähert habe», heisst es in der Mitteilung. Schliesslich habe die Besatzung des iranischen Boots ohne Funkwarnung das Feuer eröffnet und dabei die Brücke schwer beschädigt.
Wenig später meldete die UKMTO erneut einen Vorfall. Ein auslaufender Frachter wurde nach Angaben des Kapitäns acht Seemeilen westlich des Iran beschossen und liegt demnach gestoppt im Wasser. Die Besatzung sei in Sicherheit, Berichte über Schäden liegen demnach nicht vor. Die Behörde sei sich der erhöhten Aktivität im Gebiet der Strasse von Hormus bewusst und fordere Schiffe auf, jede verdächtige Aktivität zu melden, hiess es.
Immer wieder kommt es in der Strasse von Hormus zu entsprechenden Vorfällen. Der von den USA und Israel angegriffene Iran hat mit Attacken und Drohungen die Schifffahrt durch die wichtige Meerenge nahezu zum Erliegen gebracht. Die Lage in der Strasse von Hormus ist auch nach der von US-Präsident Donald Trump verkündeten Verlängerung der Waffenruhe unverändert. (dpa)
06:53 Uhr
Mittwoch, 22. April
Trump droht Iran nach Verlängerung der Waffenruhe
US-Präsident Donald Trump hat dem Iran nach der Verlängerung der Waffenruhe erneut gedroht. Am Dienstagabend erklärte er auf seiner Plattform Truth Social, der Iran wolle die Strasse von Hormus nicht schliessen, sondern offen halten, um sein Rohöl verkaufen zu können. Sollte er dies zulassen, könne es «niemals ein Abkommen mit dem Iran geben, es sei denn, wir sprengen den Rest ihres Landes in die Luft - einschliesslich ihrer Führung», schrieb Trump. Unklar ist, ob und wann die Gespräche in der pakistanischen Hauptstadt wieder aufgenommen werden könnten. (dpa)
06:12 Uhr
Mittwoch, 22. April
Trump über Waffenruhe-Verlängerung: Irans Führung «stark zerrüttet»
Nach der angekündigten Verlängerung der Waffenruhe mit dem Iran hat US-Präsident Donald Trump auf angebliche Spannungen innerhalb der Islamischen Republik verwiesen. Diese seien «nicht unerwartet» gekommen. Eine Verlängerung der Waffenruhe sei notwendig gewesen, weil die iranische Führung «stark zerrüttet» sei, schrieb Trump in den sozialen Medien.
Trump hatte während der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe wiederholt erklärt, sein Team verhandle mit iranischen Vertretern, die auf ein Abkommen drängten. Zugleich räumte er ein, dass seine Entscheidung, mehrere führende Köpfe der iranischen Regierung zu töten, gewisse Komplikationen mit sich gebracht habe.
«Wir haben ihre Führer ausgeschaltet, was die Dinge, um ehrlich zu sein, auf eine Weise verkompliziert, aber diese Führer sind viel rationaler», sagte Trump am Dienstag in einem Interview mit dem Sender CNBC. (dpa)
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