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Liechtenstein am «Song Contest»

Bereits im kommenden Jahr könnte Liechtenstein einen Vertreter an den «Eurovision Song Contest» schicken. Die Chancen stehen gut, dass 1FLTV in Kürze mit den Castings beginnen kann. Der Phantasie der Teilnehmer sind kaum Grenzen gesetzt.

Von Heribert Beck

Vaduz. - «Ich würde mir wünschen, dass eine Liechtensteiner Band das Land im kommenden Jahr am ‹Eurovision Song Contest› in Deutschland vertritt», sagt Peter Heeb, der Geschäftsführer von 1FLTV. Bis diese Vision Realität werden könnte, ist es zwar noch ein weiter Weg. Die Weichen dafür werden aber heute in Zürich gestellt. «Wir beantragen bei der Europäischen Rundfunkunion eine Teilnahmeberechtigung für Liechtenstein», so Heeb. Der endgültige Entscheid werde zwar erst in einigen Monaten getroffen. Die Chancen auf eine Sondergenehmigung für das Jahr 2011 stünden aber gut.

ARD und ProSieben als Vorbilder

Das Ziel von 1FLTV sei es, einen finanzstarken Partner mit ins Boot zu holen. Wer dies sein könnte, möchte Peter Heeb aus verhandlungstaktischen Gründen derzeit noch nicht preisgeben. Auf jeden Fall aber plant der Liechtensteiner Privatsender, in absehbarer Zeit eine vertragliche Abmachung zu schliessen. Dieser Vetrag soll eine Klausel enthalten, dass er dann Gültigkeit erhält, wenn die Rundfunkunion grünes Licht gibt.

«Falls alles nach Plan läuft, soll die Auswahl des Liechtensteiner Teilnehmers am ‹Song Contest› in einer grossen internationalen Castingshow erfolgen», sagt Peter Heeb. Als Vorbild dient dabei die von ARD und ProSieben ausgerichtete Castingshow «Unser Star für Oslo», aus der die diesjährige Gesamtsiegerin Lena als deutsche Teilnehmerin für das Finale des «Eurovision Song Contest» (ESC) hervorging.

Alle Stilrichtungen sind willkommen

Wie das Casting im Detail ablaufen wird, steht derzeit noch nicht fest. Viel hängt auch noch vom möglichen Partner von 1FLTV ab. Da der Liechtensteiner Teilnehmer aber nicht zwangsläufig auch aus Liechtenstein kommen muss, stellt sich Heeb beispielsweise vor, dass interessierete Kandidaten aus der ganzen Welt Demo-Aufnahmen ihrer Auftritte einschicken und diese dann im Internet veröffentlicht werden.

«Für und ist alles Mögliche vorstellbar und wir favorisieren keine spezielle Stilrichtung. Egal ob nun Hardrock, Dialekt oder  Guggamusik-Sound», sagt Heeb. Die genauen Teilnahmebedingungen würden rechtzeitig kommuniziert.

Vielfältiges Casting-Verfahren

Die Ermittlung der zehn Teilnehmer der grossen Finalshow würde dann auf verschiedenen Wegen erfolgen. «Zum Beispiel könnten drei Teilnehmer in einem Internet-Voting bestimmt werden, drei bis vier weitere könnten nach den Vorgaben unseres Partners ermittelt werden», sagt Peter Heeb. Drei weitere Teilnehmer sollen auf jeden Fall einen Bezug zu Liechtenstein haben und von 1FLTV in einer nationalen Vorausscheidung erkoren werden. Sollte der Sender jedoch – wider Erwarten – keinen Partner finden, würde der Teilnehmer am ESC einfach unter zehn Liechtensteiner Interpreten ausgemacht.

Das eigentliche Finale wird nach den Plänen von 1FLTV während rund zwei Wochen in Liechtenstein stattfinden. In dieser Zeit wird sich definitiv herauskristallisieren, wer die Liechtensteiner Farben beim ESC vertritt.

Die Finanzierung steht

Die für die Teilnahmen am ESC und das Liechtensteiner Casting nötigen rund 300 000 Franken stehen 1FLTV auf jeden Fall zur Verfügung. «Wir haben von unseren Gesellschaftern eine Sonderfinanzierung zugesprochen bekommen», sagt Peter Heeb. Der negative Bescheid in Bezug auf die Medienförderung, der vor wenigen Wochen ergangen ist, werde der Teilnahme am «Song Contest» jedenfalls keinen Abbruch tun. «Dennoch haben wir gestern Berufung gegen die Entscheidung der Medienkommission eingelegt.»

Was auch immer diese Berufung ergibt: Peter Heeb ist zuversichtlich, dass die Liechtensteiner Teilnahme am ESC ein voller Erfolg wird. Und vielleicht steht im kommenden Jahr ja tatsächlich erstmals eine kleinere Delegation einer Guggamusik (gemäss Reglement sind max. 6 Personen erlaubt) auf der Bühne von einem der grössten Musik-Events Europas – oder zumindest bei dessen Qualifikation für die Finalrunde. «Allein die Teilnahme an dieser ersten offiziellen Runde vor einem Millionenpublikum wäre schliesslich schon ein riesiger Erfolg für eine Gruppe oder einen Interpreten», sagt Peter Heeb.

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