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Verschiedene Mängel führten zum Debakel

Die Bilanzierungspraxis bei der Staatlichen Pensionskasse (PVS) war von 2002 bis 2011 unüblich und schwer nachvollziehbar. Dies führte zusammen mit einer miserablen Vermögensanlage zum 300-Millionen-Debakel bei der PVS, wie aus einem am Donnerstagnachmittag vorgestellten Zwischenbericht der Swisscanto Vorsorge AG hervorgeht.

Vaduz. - Die von der Regierung und der Geschäftsprüfungskommission bestellte Untersuchung durch die Swisscanto Vorsorge AG ergab, dass ein intransparentes Bewertungssystem das Treffen der notwendigen Entscheidungen für Nichtexperten erschwert hat. Die schwer verständliche Bilanzierung und intransparente Darstellung der tatsächlichen finanziellen Lage erschwerten eine «konsequentere» Intervention, heisst es im Zwischenbericht. Somit vermutet Swisscanto, dass die Entscheidungsträger womöglich wegen der mangelhaften Transparenz und angesichts der wenig klaren Informationen das wahre Ausmass der Unterdeckung, die den Steuerzahler nun etwa 270 Millionen Franken kosten wird, nicht vollumfänglich haben erkennen können.

Miserable Rendite

Die Unterdeckung wurde in erster Linie durch die ungenügende Rendite verursacht, mit der die technische Verzinsung von jährlich 4% (netto) deutlich verfehlt wurde. Die Auswertung der Vermögenanlage-Ergebnisse ergab, dass sowohl die Anlagestrategie als auch die Umsetzung nicht optimal waren. Rückblickend betrachtet wurde das Anlagerisiko zu einem ungünstigen Zeitpunkt verändert. Auffällig war insbesondere der häufige Wechsel der Anlagestrategie, was jeweils zu Umstrukturierungsverlusten führte. Sowohl im Vergleich mit den Nettorenditen der Schweizer Pensionskassen im Untersuchungszeitraum von kumuliert 26 Prozent wie auch mit der PVS-eigenen Benchmark von 15 Prozent lagen die Nettorenditen der PVS mit 11 Prozent deutlich unter diesen Vergleichswerten.

Schlussbericht bis Februar

Bevor abschliessende Schlussfolgerungen gezogen sowie Beurteilungen zum Verhalten der einzelnen Akteure und Organe gemacht werden können, muss das umfangreiche Datenmaterial (mehr als 300 Dokumente sowie 2600 elektronische Dateien) gesichtet und analysiert werden, was entsprechend Zeit und Ressourcen in Anspruch nimmt. Bei der Auswertung wird auch Wert darauf gelegt, die Aufgabenerfüllung aufgrund der in den jeweiligen Zeitperioden geltenden Gesetzesbestimmungen und der damals anerkannten Praxis zu würdigen. Der Schlussbericht, der auch veröffentlicht wird, dürfte voraussichtlich per Ende Februar 2013 vorliegen. (ikr)

 
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