­
­
­
­

«Hier bin ich glücklich und fühl mich wohl»

Geplant war ein Kurztrip mit seinem Bruder Jeffrey nach Michigan ? daraus geworden ist ein neues Zuhause, in welchem Rudy Quaderer seit bereits 33 Jahren lebt.

Michigan/Schaan. – Dass es Rudy Quaderer ausgerechnet nach Michigan verschlagen hat, kommt nicht von Ungefähr: Schliesslich ist er vor 54 Jahren in diesem Bundesstaat geboren. Bereits sein Grossonkel wanderte schon 1914 nach Michigan aus. «Noch heute kann ich mich sehr gut erinnern, wie ich mit meinen Eltern und drei Geschwistern an den Wochenenden zu diesem Onkel auf seine Farm fuhr», sagt Rudy Quaderer. «Dort gingen wir angeln oder in einem der Seen schwimmen.» Nicht umsonst hat Michigan den Beinamen «Great Lakes State» – der Staat der Grossen Seen. «Der Grossonkel freute sich immer auf unsere Besuche», erinnert sich Rudy Quaderer noch heute.

Umzug nach Liechtenstein

Als Rudy Quaderer sieben Jahre alt war, beschloss sein Vater, wieder nach Liechtenstein zurückzukehren, in seine geliebte Gemeinde Schaan. Für Rudy Quaderer war dieser Umzug nicht leicht: «Ich musste eine fremde Sprache lernen, mich in einer neuen Umgebung zurecht finden und auch das Essen war in Liechtenstein total anders.» Nach und nach lebte er sich aber ein und sammelte hierzulande auch Erinnerungen, die er nie mehr missen möchte. «Wir gingen oft zu Berg, spielten Fussball oder angelten im Rhein. Und meine Grossmutter – Sefeli – hatte einen Süssigkeitenladen gleich um die Ecke.»

Nach der Schulzeit begann Rudy Quaderer 1979 eine Lehre als Tiefbauzeichner. Noch im gleichen Jahr entschied er sich, mit seinem Bruder Jeffrey einen Kurztrip zu seinen Verwandten nach Michigan zu machen. Aus dem Besuch wurde schliesslich ein längerer Aufenthalt. Und während sein Bruder nach einem Jahr wieder nach Liechtenstein zurückkehrte, entschied sich Rudy Quaderer, ein neues Leben in Michigan zu beginnen. An der Universität absolvierte er ein Studium zum Ingenieur und beendete es mit dem Bachelor.

Ein leidenschaftlicher Koch

Rudy Quaderer heiratete in Michigan und gründete eine Familie. Nathan und Ryan heissen seine beiden Söhne. Die Familie wohnt auf einem Hof mit einem Umschwung von über vier Hektar in Atlas, Michigan. Auf diesem Grundstück hat Rudy Quaderer einen grossen Gemüsegarten angebaut sowie Obstbäume gepflanzt. Das Bauernblut habe er von seinem Grossvater und Vater, sagt Rudy Quaderer. Die Nahrungsmittel weiss er auch bestens zu verwerten: «Ich bin ein leidenschaftlicher Koch.» In seinem umfangreichen Gerichte-Repertoire dürfen natürlich auch typische liechtensteinische Gerichte nicht fehlen.
25 Jahre lange arbeitete Rudy Quaderer für ein Ingenieurbüro in Troy, Michigan. Gemeinsam mit einem Freund machte er sich 2004 selbstständig: Griggs Quaderer Inc. nennt sich ihr Unternehmen, das Dienstleistungen im Ingenieur- und Vermessungswesen anbietet.

Gemütliche Bootsausfahrten

Wenn Rudy Quaderer nicht gerade für sein eigenes Unternehmen arbeitet, nicht in seinem grossen Garten ist und auch nicht hinter dem Herd steht, liebt er es, Golf zu spielen. «Wann immer es die Zeit erlaubt, bin ich auf dem Golfplatz anzutreffen.» Ausserdem geht er gerne auf die Jagd – am liebsten nach Weisswedelhirschen und Fasanen. Die Wochenenden verbringt er gerne mit seiner Familie – dazu gehört auch sein Verbeiner – bei den Schwiegereltern am Wixom Lake. «Dort machen wir gemütliche Bootsausfahrten, gehen schwimmen oder Fahrrad fahren.» Angeln darf auf dem Freizeitprogramm natürlich auch nicht fehlen: «Meine beiden Söhne zeigen mir dabei Tricks, die besonders grossen Fische zu fangen!»

Während sich Rudy Quaderer in Michigan rundum wohlfühlt, wohnen seine Mutter, Geschwister und weitere Verwandte in Liechtenstein. «Sie und meine Freunde sind es, die ich in Michigan am meisten vermisse», sagt er. Daher besucht er sie auch alle paar Jahre oder er wird von ihnen besucht. «Wenn mein Bruder Jeff kommt, buche ich immer einen Trip nach Lake Michigan, um Lachse zu fischen», sagt Rudy Quaderer. Dieser Ausflug hat bei den beiden schon Tradition.

Die moderne Technik erleichtert es ihm, mit seinen Verwandten und Bekannten regelmässig in Kontakt zu bleiben. «Ich denke gerne an die guten alten Zeiten zurück», sagt er. Dabei erinnert er sich am meisten an seine Zeit beim FC Schaan, an die jährlichen Grümpelturniere oder an die Wanderungen und Angelstunden mit seinem Vater, der leider früh verstorben ist.

Liechtenstein als zweites Zuhause

«Liechtenstein ist ein kleines, aber sehr schönes Land mit Bergen, einer sauberen Umwelt und freundlichen Menschen», sagt Rudy Quaderer. Aber auch Michigan habe einiges zu bieten. So gelte zum Beispiel der Torch Lake als eine der schönsten Seen in der Nation. Und auch die Einwohner seien sehr freundlich und stets hilfsbereit. Allerdings gehe es in dem Bundesstaat etwas hektischer als in Liechtenstein zu und her. Deshalb schafft sich Rudy Quaderer in seiner Freizeit die notwendigen Ruheinseln. «Obwohl ich hier mittlerweile verwurzelt bin: Liechtenstein bleibt immer mein zweites Zuhause», ist Rudy Quaderer überzeugt. Sein Leben möchte er aber in Michigan verbringen. «Hier bin ich glücklich, hier fühle ich mich wohl.» (bfs)

Zum Dossier: «Auswanderer - Goodbye Liechtenstein» 

 

Schlagwörter

Lädt

Schlagwort zu Meine Themen

Zum Hinzufügen bitte einloggen:

Anmelden

Schlagwort zu Meine Themen

Hinzufügen

Sie haben bereits 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

Entfernen

Um «Meine Themen» nutzen zu können, stimmen Sie der Datenspeicherung hierfür zu.

Ähnliche Artikel

Abo
Nachdem er mit einer russischen Fahne mit Konterfei von Wladimir Putin fotografiert worden war, blieb Srdjan Djokovic dem Halbfinal der Australian Open fern. Was sein Sohn Novak Djokovic zum Vorfall sagt.
27.01.2023
AboFranchisenehmer Gödl
Für viele Menschen in Liechtenstein und der Umgebung ist die Eröffnung des McDonald’s-Restaurants in Vaduz ein neuer Stern am ­gastronomischen Himmel. Für die Familie Gödl ist der neue Standort mehr. Es ist ein Stück Familiengeschichte.
14.12.2022
Abo
Der Vater von Novak Djokovic liess sich am Mittwoch neben einem Mann fotografieren, der ein T-Shirt mit dem Z-Symbol trug und eine russische Flagge mit dem Konterfei von Wladimir Putin hielt. Nun reagiert Srdjan Djokovic auf die Empörung, die er ausgelöst hat.
27.01.2023
Wettbewerb
LISA UND MAX - Mischa ist weg! Das Liechtensteiner Wimmelbuch
Lisa und Max
Umfrage der Woche
Am Freitag startet der FC Vaduz vom zweitletzten Platz in die Rückrunde. Wo steht der FCV am Ende der Saison?
­
­