Der Farben- und Materialmix macht unser Haus einzigartig

Was macht aus einem Haus ein Zuhause, aus einer Wohnung einen Rückzugsort? Sind es Möbel, die Lampen oder Accessoires? Sind es die unterschiedlichen Materialien oder verwendeten Farben? Ja – all diese Dinge und noch mehr machen ein gemütliches Heim aus. Bei der Inneneinrichtung haben die Bauherren zwei Möglichkeiten. Entweder befassen sie sich selbst damit, stöbern in vielen unterschiedlichen Kaufhäusern, Möbelgeschäften und Fachgeschäften, vergleichen und lassen sich inspirieren, oder sie überlassen das alles einer Inneneinrichterin. Wobei, ganz so strikt muss der Schnitt nicht sein. Wer sich bei der Inneneinrichtung Hilfe holt, kann natürlich in jedem Arbeitsschritt und bei jeder Entscheidung involviert werden, je nachdem, wie es gewünscht ist.

Wenn es ums Einrichten geht, muss man sich erst mal Gedanken darüber machen, wie das Haus später aussehen soll. Gibt es Möbel oder Einrichtungsgegenstände, die bereits vorhanden sind und übernommen werden sollen? Stellen sich die Bauherren einen bestimmten Einrichtungsstil vor, was gefällt ihnen, oder haben sie vielleicht gar keine Vorstellungen? Welche Räume sollen überhaupt gestaltet werden? Im ersten Beratungsgespräch muss eine Inneneinrichterin viele unterschiedliche Dinge in Erfahrung bringen und sich mit den Vorstellungen und Ideen der Kunden auseinandersetzten. «Für uns spielt es auch eine grosse Rolle, wo sich die Personen aufhalten und wie sie wohnen. Erst wenn ich das weiss, kann ich mir Gedanken über eine mögliche Inneneinrichtung machen», erklärt Clarissa Vogt-Fehr von La Casa Interiors.

Die Inneneinrichterin kümmert sich um alles, was gewünscht ist. Der Aufgaben­bereich beginnt bei der Auswahl passender Möbel und Lampen, geht über die richtigen Stoffe für Teppiche und Vorhänge, beinhaltet aber auch Bettwäsche, Geschirr und Accessoires, sowie Wandfarben und Tapeten.

Ein ganzheitliches Ganzes soll entstehen
Wenn die Kunden einen Inneneinrichter aufsuchen, sind in vielen Fällen wichtige Entscheidungen bereits vorab getroffen, beispielsweise die Wahl der Wandfarben, der Bodenbeläge in den unterschiedlichen Zimmern, die Fenster und viele andere Dinge. Das sind eigentlich alles Check­punkte, die ein Inneneinrichter ebenfalls ausführen könnte – vielmehr, die in eine gesamthafte Innenraumgestaltung miteinbezogen werden müssen. Die eigentliche Arbeit eines Inneneinrichters besteht nicht darin, einzelne Accessoires aufzustellen oder ein Möbelstück umzustellen. Sie betrachten die Wohnung oder das Haus als Ganzes und stimmen alles aufeinander ab. Deshalb ist es eigentlich sinnvoller, bereits in der Planungsphase einen Innenarchitekten in den Hausbau miteinzubeziehen. Später sind die Profis in ihrer Arbeit eingeschränkt, weil viele Entscheidungen bereits getroffen sind.

Herausfinden, was den Kunden gefällt
Die Kunst eines Innendesigners liegt darin, auf die Kunden einzugehen und ihre Vorstellungen in einen konkreten Vorschlag umzuwandeln. Wir sind bei unserem fiktiven Projekt noch recht unentschlossen und möchten uns inspirieren lassen. «Es gibt einige Kunden, die keine konkrete Vorstellung davon haben, wie die Räume später aussehen sollen. Bei einer Carte-Blanche-Situation obliegt es den Innendesignern, die Vorlieben der Kunden zu erspüren.»

Nach einem klärenden Vorgespräch, bei dem alle notwendigen Eckpunkte in Erfahrung gebracht wurden, überlassen wir es der Inneneinrichterin, sich ein Konzept auszudenken. In einem weiteren Schritt werden wir zu einem erneuten Gespräch geladen, bei dem die Ideen in einem 3D-Plan umgesetzt sind. Mit dem Plan können wir uns konkrete Vorstellungen davon machen, wie unser Haus einmal aussehen soll, wie die einzelnen Komponenten und Farben aufeinander wirken und wie das Gesamtkonzept aussehen wird. Üblicherweise wird der Plan in einem Verhältnis von 1:20 oder 1:50 ausgearbeitet. Auf Wunsch wird auch eine Begehung vor Ort durchgeführt. Dabei kann sich der Inneneinrichter ein besseres Bild von allem machen und den Kunden vorführen, wie das Konzept aussehen könnte. «In solchen Fällen arbeite ich manchmal mit Pappkartons, um das Volumen einzelner Möbel zu verdeutlichen», erklärt Clarissa Vogt-Fehr.

Der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt
Jeder, der schon einmal in einem Möbelgeschäft war, weiss, dass es auch bei der Inneneinrichtung grosse preisliche Unterschiede gibt. Ein Bett kann einige hundert Franken kosten oder aber auch einige tausend, es gibt Sessel aus einfachem Stoff und solche aus hochwertigem Leder mit Massagefunktion. Jedes einzelne Möbelstück, jede Lampe und jeder Stoff hat Auswirkungen auf das Budget – und da sind die Planung und Beratung durch den Einrichter noch gar nicht enthalten. «Es ist ein schwieriges Unterfangen, einen Kostenrahmen für ein fiktives Projekt zu erarbeiten. Je nachdem, um wie viele Räume und Quadratmeter es sich handelt und wie die Arbeiten aussehen sollen, variiert der Preis. Es kann sein, dass wir mit 500 Franken pro Quadratmeter rechnen müssen, oder aber mit 5000.»

Die Mischung macht das Konzept aus
Der grösste Fehler, den viele Hausbauer beim Einrichten machen, ist, die Räume mit viel Krimskrams zu überladen. Man will einen Raum gemütlich und wohnlich einrichten und erreicht das genaue Gegenteil. Besonders, wenn unterschiedliche Stile gemischt und die Möbel und Accessoires nach und nach zugekauft werden, läuft man dahingehend Gefahr. Ein Inneneinrichter bringt ein Konzept in dieses Wirrwarr und sorgt für ein ganzheitliches Ganzes.

Bei der Ausführung arbeiten Innen­designer mit vielen unterschiedlichen Lieferanten und Handwerkern zusammen, um den Kunden alle Wünsche zu erfüllen. Auch auf der Baustelle ist die Zusammenarbeit mit Malern, Gipsern, Tapezierern, Elektrikern und Bodenlegern besonders wichtig, da diese Arbeiten direkten Einfluss auf die Inneneinrichtung haben. Wenn Kunden sich beispielsweise schon bei der Planung Gedanken darüber machen, ob sie in den einzelnen Zimmern Vorhänge wollen, können die Führungsschienen bereits in die Decke eingebaut und müssen nicht nachträglich angebracht werden – das erspart Arbeit und sieht auch schöner aus. Auch die Farbgebung der Wände ist immer ein wichtiges Thema. Es kostet gleich viel, eine Wand weiss oder in einer anderen Farbe zu streichen. Wenn ein Farbkonzept bereits vor den Malerarbeiten besteht, ersparen sich die Handwerker Arbeit und die Bauherren zusätzliche Kosten.

Es soll gemütlich werden
Damit unser fiktives Haus wohnlich wird, setzen wir auf unterschiedliche Materialien und gezielte farbliche Akzente. Besonders Vorhänge und einzelne Teppiche sind für uns ein wichtiges Thema. Denn diese Stoffe nehmen einem Raum den Schall, machen ihn ruhiger und zeichnen die Konturen weicher – die schöne Aussicht ist eingerahmt und das Nebengebäude halbtransparent ausgeblendet. «Während Vorhänge in den 90er-Jahren verpönt waren, sind sie heute wieder à jour. Ich finde sie wichtig, um den Räumen etwas Lautstärke zu nehmen.»

Ein weiteres wichtiges Element sind die Beleuchtung und die unterschiedlichen Lampen; die richtige Mischung aus natürlichem Licht und künstlicher Beleuchtung. Bei der genauen Konzeption setzten wir auch auf die Hilfe der Profis. Und schliesslich geht es noch um die farbliche Gestaltung im Haus. «Wer nur weisse Wände will, kombiniert mit einfarbigen Gegenständen und den immer gleichen Ober­flächenstrukturen, braucht keinen Inneneinrichter. Wir entwerfen ein gesamtes Bild. Dabei geht es um einzelne Akzente und den Mix an Farben, Stoffen und Oberflächen – daraus entsteht ein Haus oder eine Wohnung, wo sich die Bewohner wohl­fühlen.» (lat)

15. Okt 2019 / 05:00
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