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Vom Oberschüler zum Architekten

Wer behauptet, mit einem Oberschulabschluss könne man seine Träume nicht verwirklichen, muss eines Besseren belehrt werden. Obwohl in der Oberschule einige Schüler vielleicht etwas mehr Zeit brauchen, um sich den Lernstoff anzueignen, ist es bei Weitem nicht ausgeschlossen, dass dies für jeden einzelnen in Stein gemeisselt ist. Patrik Beck, Inhaber und Geschäftsführer des Architekturbüros Pitbau in Triesenberg, ist ein solches Paradebeispiel.
Patrik Beck, Triesenberg
Architekt Patrik Beck in seinem Architekturbüro Pitbau in Triesenberg. (Bild: Tatjana Schnalzger)

Während seiner Zeit an der Oberschule Triesen durfte Patrik Beck einige Schnupperlehren in verschiedenen Betrieben absolvieren. Zwei Berufe faszinierten den jungen Triesenberger damals sehr, nämlich Hochbauzeichner und Automechaniker. «Von beiden Lehren wurde mir ursprünglich abgeraten, da sie zu schwierig für einen Oberschüler seien», erzählt der heutige Architekt Beck. Als ihm ein Lehrmeister nach der Schnupperlehre als Automechaniker von diesem Beruf abriet und ihm empfahl, stattdessen Automonteur zu lernen, war für Beck klar, dass er sich für Hochbauzeichner entscheiden würde. «Da ich in Mathematik, Geometrie und Algebra sehr gut war, passten meine Stärken zum Anforderungsprofil des Hochbauzeichners und mir wurde von Hanswalter Schädler eine Lehre im Planungsbüro in Triesenberg angeboten.» ­Rückblickend kann er sagen, dass er sehr froh und dankbar für die ihm damals gebotene Chance ist, und Beck seine Lehre mit einem guten ­Abschluss bestanden hatte. 

Dass sich sein erfolgreicher Abschluss bewähren sollte, zeigte sich gleich nach seiner Lehre. «Mein damaliger Lehrmeister kam auf mich zu und bot mir an, zu einem Drittel Eigentümer des Planungsbüros zu werden. Ich wurde sozusagen ins kalte Wasser geworfen.» Aber Patrik Beck ­entschied sich für diesen Schritt und lernte den Beruf fortan von der Pike auf, denn plötzlich musste er sich um alles kümmern, Planung und Bauleitung. Parallel zum Arbeitsalltag absolvierte er abends die Berufsmatura. «Es war eine herausfordernde und intensive, aber auch ­spannende Zeit», erzählt er. Auch die Berufsmatura bestand er souverän und erreichte im Fach Mathematik den besten Abschluss – und glänzte mit einer 6. 

Architektur an der Uni Liechtenstein studiert
Mit der Berufsmatura im Sack war der Weg geebnet für ein Studium an der Universität Liechtenstein. Damals war die Ausbildungsstätte noch eine Fachhochschule. Das Studium an der Uni Liechtenstein ist ihm recht gut von der Hand gegangen, obwohl er auch dies nebst seinem Job im Architekturbüro besuchte und nach 4,5 Jahren durfte er mit Stolz sein Diplom ­entgegennehmen. 
Als Patrik Beck Miteigentümer des Planungsbüros in Triesenberg wurde, führte er fünf Mitarbeiter. Heute sind sie ein Team von 16 Mitgliedern. Das Planungsbüro in Triesenberg heisst heute Architektur Pitbau Triesenberg. Im Wort Pitbau versteckt sich der ehemalige Firmenname «Planungsbüro in Triesenberg». Seine Erfolgsgeschichte möchte Patrik Beck auch an seine Lehrlinge weiter­geben. Es ist ihm ein Anliegen, immer wieder Lehrlinge auszubilden. Seit diesem Sommer bildet Pitbau drei Lehrlinge aus. Leider gibt es sehr viele Architekturbetriebe, die keine Lehrlinge ausbilden, was er kritisiert. Da ihm während seiner Lehre schon viel zugetraut wurde und er einen sehr offenen Lehrmeister hatte, ist er dies auch für seine Lehrlinge. «Man muss seinen Angestellten und Lehrlingen ­Vertrauen schenken, das wird in der Regel sehr geschätzt, und es trägt zu einem guten Arbeitsklima und zu motivierten Mitarbeitern bei, was sich auch wieder für den Betrieb auszahlt», weiss Beck. 

Für Beck hat sich der ideale Weg eröffnet
Um Architekt zu werden, gibt es verschiedene Wege. Entweder man macht es so wie Patrik Beck, von der Lehre, über die Berufsmatura und das Studium zum Architekten oder man schlägt die akademische Laufbahn ein und ­absolviert nach dem Gymnasium ein Architekturstudium. «Für mich gab es nur die ­Möglichkeit über den dualen Bildungsweg, und dieser war für mich genau der richtige. Als Schüler hatte ich überhaupt keine ­Ambitionen für ein späteres Architektur­studium. Das wäre mir gar nicht in den Sinn gekommen. Während meiner Lehre und ­sicherlich auch durch den Einfluss meines Lehrmeisters ist mein Interesse an der ­Architektur gewachsen. Ich konnte an vielem teilnehmen und mitgestalten.» 
Aufgrund der positiven Erfahrungen während seiner eigenen Lehrzeit ist es ihm wichtig, dass Architektur Pitbau als Lehrbetrieb jungen Menschen die Chance für eine praxisnahe und fundierte Ausbildung gibt und die Interessen und Fähigkeiten der Auszubildenden fördert. «Ich weiss wie wichtig und wertvoll gut ausgebildete Arbeitskräfte heute auf dem Arbeitsmarkt sind. Zudem bietet eine abgeschlossene Berufslehre eine ideale Ausgangslage für jede Art von Weiterbildung mit dem Plus an praktischer Erfahrung.» (lb)

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