• Eine verschworene Einheit: Die Schweizer Biathletinnen Lena Häcki, Aita, Selina und Elisa Gasparin wollen in der Staffel eine weitere starke Leistung zeigen
    Eine verschworene Einheit: Die Schweizer Biathletinnen Lena Häcki, Aita, Selina und Elisa Gasparin wollen in der Staffel eine weitere starke Leistung zeigen  (KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Frauenstaffel - das heisse Schweizer Eisen

Mit der Frauenstaffel steht am zweitletzten Tag der Biathlon-WM in Antholz der Höhepunkt aus Schweizer Sicht auf dem Programm. Für eine Medaille müsste aber viel zusammenpassen.
Biathlon. 

Das Schweizer Quartett, bestehend aus Elisa, Selina und Aita Gasparin sowie Lena Häcki, sorgte in diesem Winter gehörig für Furore. Hinter den stets siegreichen Norwegerinnen ist die Schweiz mit den Rängen 2, 3, 5 und 3 das zweitbeste Team der Weltcupsaison. Und im Single-Mixed-Wettbewerb scheint die kriselnde und so eminent wichtige Schlussläuferin Lena Häcki die Kurve gerade noch rechtzeitig gekriegt zu haben.

Die Schweizerinnen treten als echte Equipe auf und legten auf diese Saison hin einen grossen Fokus auf die Staffel. Mit Ausnahme von Häcki, die auch als Einzelläuferin verschiedentlich brillierte, zeigten sie ihre besten Leistungen fast durchs Band weg im Team. "Unser Ziel war es, regelmässig in die Top 6 zu laufen", erklärt die Frauenchefin Sandra Flunger. "Das ist es auch, was wir uns für die WM vorgenommen haben." Im Weltcup patzten von den Favoriten aus Deutschland, Frankreich, Schweden oder Italien immer eine oder mehrere Staffeln. Darauf wären die Schweizerinnen auch an der WM angewiesen, um ernsthaft um eine Medaille laufen zu können.

Und sie müssten natürlich selber das Optimum abrufen können. Das gelang an der WM bislang nur vereinzelt. Vor allem Selina Gasparin und Häcki bekundeten mit dem Schiessstand im Südtirol, in den man nach einem Anstieg einläuft, grösste Mühe.

Das Schiessen als Fragezeichen

Startläuferin ist heute Samstag Elisa Gasparin, mit 28 Jahren die mittlere der Gasparin-Schwestern. "Sie ist eine, die einfach mal loslegt", sagt Sandra Flunger. "Sie ist unbekümmert, das ist wichtig, weil der Druck als Startläuferin sowieso schon gross ist. Und sie kann in einem kompakten Rudel Schlupflöcher finden."

In der zweiten Ablösung folgt Selina Gasparin. Die 35-jährige Olympia-Zweite von 2014 sei laufstark und könne auch mal eine Lücke schliessen, erläutert Flunger. "Sie kann ein hohes Tempo anschlagen und so andere im Schiessstand zu Fehlern zwingen." Allerdings ist das Schiessen derzeit auch die Schwäche der Schweizer Biathlon-Pionierin. "Was mir etwas Sorgen macht ist, dass es hier von Rennen zu Rennen schlechter wird", sagte Selina Gasparin nach der ersten Woche in Antholz. Anderseits: "Meine besten Schiessleistungen gelangen mir diese Saison in der Staffel." In Antholz bestätigte sie dies zum Auftakt in der Mixed-Wettbewerb.

Als Dritte folgt mit der 26-jährigen Aita Gasparin die klar beste Schweizer Schützin. "Sie macht gewissenhaft ihren Job", ist sich Flunger sicher. "Sie ist keine, die leichtfertig mit den Dingen umgeht. In der dritten Position sind viele starke Läuferinnen, da ist es wichtig, dass man im Schiessstand top ist."

Als Schlussläuferin folgt Lena Häcki, eine starke Läuferin und schnelle Schützin. "Sie hat einen guten Killerinstinkt und ein gutes Gespür, wo sie eine Attacke starten kann", schwärmt die Nationaltrainerin. "Bei der Schiesssicherheit haben wir aber noch Entwicklungspotenzial." Im Schiessstand ist die 24-jährige Engelbergerin eine Wundertüte. Nicht immer hat sie ihr Temperament im Griff, ab und zu riskiert sie mit ihrem Tempo zu viel.

Gerade ihr kommt aber entgegen, dass sie in der Staffel jeweils drei Nachladepatronen zur Verfügung hat, ehe sie eine Strafrunde laufen müsste. Um aber wirklich um eine Medaille, es wäre die erste in der WM-Geschichte für die Schweiz, kämpfen zu können, dürfen sich die Schweizerinnen dennoch nicht zu viele Fehler erlauben. Auch ein Nachlader kostet jedes Mal 10 bis 15 Sekunden zusätzliche Zeit. (sda)

22. Feb 2020 / 09:30
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