• Als Vorreiter hat Planken vor zwölf Jahren die Basisstufe mit altersdurchmischtem Lernen eingeführt.

«Ein natürliches Wachsen und Lernen»

Planken als Schul- und Lernstandort zu stärken war die Motivation, um in Liechtenstein ein neuartiges Konzept ins Leben zu rufen. Die Kleinschule war die erste im Land, welche im Schuljahr 2006/07 die Basisstufe mit altersdurchmischtem Lernen eingeführt hat.

«Aufgrund der immer kleiner werdenden Jahrgänge musste der Kindergarten in Planken geschlossen werden», erzählt Schulleiterin Esther Felder. Dies habe damals zu einer grosser Aufregung im Dorf geführt. Die jüngsten Plankner nach Schaan in den Kindergarten zu schicken wäre für den Schul- und Lernstandort Planken eine Katastrophe gewesen. Auch deshalb, weil damals das Schulhaus gerade erst saniert worden war. «Wir sahen uns verantwortlich, nach einer geeigneten, nachhaltigen, aber auch organisatorischen Lösung zu suchen», erklärt Esther Felder. Mit dem Schulamt und der Gemeinde habe man sich über ein für den Schulstandort geeignetes pädagogisches Konzept intensiv Gedanken gemacht. «Durch die Einführung der Basisstufe hat sich eine Perspektive ergeben, die realistisch ist und nachhaltig wirkt», sagt die Schulleiterin. 

Kleinschule Planken nach wie vor «unterwegs»
Die Einführung im Schuljahr 2006/07 habe an die Lehrpersonen grosse Anforderungen gestellt. Das altersdurchmischte Lernen – kurz AdL – so zu gestalten, dass die Kinder optimal in ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten entsprechend gefördert werden, stellte die Lehrpersonen vor Herausforderungen. «Altersdurchmischung heisst einerseits, die Kinder gemeinsam an etwas arbeiten zu lassen, andererseits heisst es aber auch, gemeinsame Sequenzen zu planen, in denen die Anforderungen individuell sind», erläutert Esther Felder.  
In der Basistufe ist es nicht mehr möglich, nach einem gleichschrittigen Lehrgang mit allen Kindern zur gleichen Zeit dasselbe zu tun. Der Unterricht wird in zwei Stufen gegliedert. Kindergartenkinder und Schüler der ersten beiden Klassen besuchen die Basisstufe. Ab der dritten Klasse gehören sie zur Anschlussstufe und bereiten sich auf die weiterführenden Schulen vor. 
«Altersdurchmischter und nach Klassen getrennter Unterricht räumt den Lehrpersonen in beiden Stufen genügend Flexibilität ein, um die Kinder ihrem individuellen Wissensstand und ihren speziellen Begabungen entsprechend zu fördern», erklärt Esther Felder. 
Auf die Frage, wie sich das damals noch neuartige Konzept in Planken etabliert hat, erklärt die Schulleiterin, dass man in der Kleinschule nach wie vor «unterwegs» sei. «Es ist nicht immer einfach, wir schauen nach wie vor genau hin, sammeln Erfahrungen, sind offen für Veränderungen und wachsen auch daran.» Nach wie vor ist Esther Felder überzeugt, dass die Kleinschule Planken mit dem altersdurchmischten Lernen in der Basis- und der Mittelstufe den richtigen Weg eingeschlagen hat: «Für Planken ist dieses schulische Konzept das bestmögliche. Es ermöglicht ein natürliches Lernen und Wachsen.» 

Weit mehr als nur schulische Förderung
Letzendlich geht es aber nicht nur um die schulische Förderung, sondern auch das Selbstvertrauen, die Selbstständigkeit sowie die Verantwortung für das eigene Lernen werden gestärkt. «Schon den Kleinsten wird Sicherheit mitgegeben, denn sie kennen beim Übertritt in die Schule bereits die Räumlichkeiten, die Lehrpersonen, die ungefähren Abläufe und Rituale», so Esther Felder. Jedes Kind sei einmal das jüngste und werde «automatisch» zum ältesten. 
«Es ist ein familiäres Konzept, das im Miteinander umgesetzt wird.» Denn nicht immer  geben die älteren Schüler den jüngeren ihr Wissen mit auf den Weg, sondern auch die grossen profitieren von den kleinen. «In den vergangenen Jahren durfte ich die eine oder andere Erfahrung machen, die mir so richtig ans Herz gegangen ist», erzählt Esther Felder. Zum Beispiel dann, wenn sie den Umgang unter den Kindern beobachtet. In solchen Momenten sei sie nochmals mehr der Überzeugung, dass die Kleinschule Planken auf dem richtigen Weg sei und die Kinder in ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten bestmöglichst gestärkt und gefördert würden. (bc)
 

11. Sep 2018 / 18:37
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