• Kita Planken
    Am Kreativ-Morgen in der Kita singen die Kinder im Kreis und ahmen den Schnabel eines Krokodils nach.  (Daniel Schwendener)

«Aramsamsam – gulli, gulli»

Vielseitig Das «Vaterland» hat am vergangenen Dienstagmorgen die Kita in Planken besucht. Ein Kreativ-Morgen stand auf dem Programm. Die Kinder haben gemeinsam gesungen und gebastelt. Spass war immer mit dabei.
Planken. 

«Aramsamsam – gulli, gulli – Ramsramsam», singen die Kinder im Kreis. Miterzieherin Tanja Buchmüller begleitet sie mit der Gitarre. Kaum ist das letzte «Ramsramsam» verklungen, bitten die Kinder schon um das nächste Lied – «das Krokodiiiiil», rufen sie im Chor, bevor sie sich auf den Bauch legen, wie sie es bei diesem Lied immer tun. Nach einem fidelen «Fidirallala» legt Tanja Buchmüller ihre Gitarre zur Seite und es heisst «Achtung, fertig, alle rein in die Malschürze!». Tanja Buchmüller füllt hell- und dunkelgrüne Farbe in Pappschalen und legt einen grossen Bogen weisses Papier auf die Unterlage am Boden. «Wo lassen sich Schmetterlinge gerne mal nieder?», fragt die Miterzieherin. Und die Köpfe der Kinder beginnen vor lauter nachdenken zu rauchen ...

Wocheneinkauf nach Plan
Unterdessen hat an jenem Dienstagmorgen Olivia Zenklusen, eine weitere Miterzieherin, den Wocheneinkauf erledigt. Dabei achtet sie auf biologische, vollwertige Produkte, wie sie sagt. Nach Plan wird eingekauft: Fleisch, Gemüse, Nudeln, Reis, Früchte, Salat ... eben von allem das richtige Mass. «Der Renner im Moment ist Maissalat», sagt Olivia Zenklusen. Nicht so beliebt sei der Spinat. Viel hat sich dahingehend also nicht verändert. Da nützte früher auch der coole Comic-Seemann Popey nichts – der Spinat war noch nie so wirklich eine Lieblingsspeise von Kindern. In der Kita Planken gibt es eine Liste. Darauf sind hinter jedem Namen der Kita-Kinder jeweils Speisen notiert, die sie nicht so gerne essen. Zum Beispiel Erbsen. Oder Käse. Blumenkohl oder eben Spinat. Die Erzieherinnen achten darauf, dass davon dann eben nichts oder allenfalls nur wenig auf dem Teller des jeweiligen Kindes landet. 
  
Eingewöhnung im Kindergarten
Olivia Zenklusen blickt auf die Wanduhr: Kurz vor 10 Uhr. «Perfekt, um langsam die ersten Vorbereitungen in der Küche zu treffen», sagt die Miterzieherin. 
Im Büro nebenan sitzt die Kita-Geschäftsführerin Ursula Woerz. Sie erklärt, dass der Dienstagmorgen in der Kita Planken jeweils ein besonderer Morgen ist – ein Kreativ-Morgen. Dieser bietet allen Plankner Kindern im Alter von zwei bis vier Jahren die Möglichkeit, zusammen mit den Kita-Kindern von 9 bis 11 Uhr zu singen, basteln und spielen. Derzeit sind es sechs externe Kinder, die im Rahmen dieses Kreativ-Morgens die Kita besuchen. «Es ist auch eine gute Gelegenheit, das Kind langsam und spielerisch an den Kindergarten zu gewöhnen», sagt Ursula Woerz. Mädchen und Jungen, die nach dem Sommer dann in den Kindergarten kommen, dürfen an jenem Morgen seit Mitte Mai wöchentlich für eine Stunde Kindergarten-Luft schnuppern. Ab zehn Uhr wechseln sie in Begleitung von Erzieherin Tanja Büchmüller  in das Haus gegenüber. «So fällt den Kindern der Loslösungsprozess viel leichter und der Kindergarten ist ihnen dann gleich schon viel vertrauter», sagt Ursula Woerz. 

Grosse Unterstützung der Einwohner
Seit 2001 und damit seit der Gründung der Kita Planken engagiert sich Ursula Woerz im Vorstand. 2007 hat sie sich dann entschieden, in der Kita selbst mitzuarbeiten. Vor sechs Jahren hat sie schliesslich die Geschäftsleitung übernommen. Von Anfang an sei die Kita in Planken gut akzeptiert gewesen, erzählt sie. «Die Eltern wie auch die Einwohner unterstützen uns sehr.» Zum Beispiel, wenn es um Spielsachen geht, welche die Kita geschenkt bekommt, die zu Hause nicht mehr benötigt werden. Oder wenn es um soziale Aktionen geht, bei welchen die Eltern mithelfen. Und dann gibt es da noch den Gummibärchen-Mann, der die Kinder regelmässig mit Süssigkeiten überrascht. Auf Unterstützung darf die Kita auch bei ihrem Kita-Garten zählen. Experten aus der Gemeinde beraten, wann was und neben welchen Pflanzen angesät oder gesetzt werden darf. So gab es im vergangenen Jahr kitaeigenen Salat, Tomaten, Rüben in verschiedenen Farben, Kartoffeln, Lauch, Erdbeeren und verschiedenste Kräuter. «Für die Kinder ist der Garten ein mega Erlebnis», sagt Ursula Woerz. Etwas selbst Gezüchtetes, Gehegtes und Gepflegtes im Teller zu haben, schmeckt gleich viel besser. Nicht zu vergessen ist auch der Lerneffekt: Wie wachsen welche Pflanzen und was für eine Pflege brauchen sie? Einen Wermutstropfen gibt es allerdings beim Kita-Garten: «Der Aufwand ist immens», sagt Ursula Woerz. Deshalb hat das Kita-Team entschieden, nun ein Jahr mit dem Garten zu pausieren. Schliesslich sind es insgesamt rund 40 Kita-Kinder, die es die Woche über zu betreuen gilt. «Für nächstes Jahr steht der Kita-Garten aber auf alle Fälle wieder auf dem Plan», so Ursula Woerz. 
Bunte Woche mit Englisch und Italienisch
Die Woche über geht es in der Kita Planken bunt und vielseitig zu und her. So gibt es beispielsweise jeden Donnerstag einen Englisch-Tag, an dem die Erzieherin mit den Kindern nur Englisch spricht. «Dies funktioniert sehr gut», sagt die Geschäftsführerin. Die Älteren würden es den Jüngeren übersetzen, falls sie etwas nicht verstünden und allesamt hätten sie Spass. Wer will, darf am Freitagnachmittag dann auch noch in den Italienischkurs. Sehr beliebt ist natürlich auch der Ferien-Spass, bei dem sich die Kinder eine Woche lang mit einem Thema wie beispielsweise Wandern, Kleistern oder Experimenten beschäftigen. Etwa alle sechs Wochen gibt es das Kita-Hotel – Spiel, Spass und Übernachtung inklusive. Und es gibt die Bastel-Samstage, auf die sich die Kinder jeweils freuen dürfen. Am letzten Schultag gibt es ein Sommer-fest. «Ein Anlass, um allen für ihre tolle Unterstützung Danke zu sagen.» 

Ein Kreativ-Morgen für die Sinne
Für Ursula Woerz steht nun noch ein bisschen administrative Arbeit an, während Olivia Zenklusen in der Küche mittlerweile alle Hände voll zu tun hat. Auf dem Menüplan steht heute Reis mit Sauce, Bratwurst und Salat. Zum Dessert gibt es Zitronen-Muffins. Die Miterzieherin hat alles im Griff, ein leckeres Mittagessen ist den Kita-Kindern garantiert, so wie jeden Tag. 
Bevor es aber an den Mittagstisch geht, heisst es für die Kinder Hände waschen. Denn in der Zwischenzeit sind diese ganz grün, wie auch das weisse Blatt, dass sie mit der Farbe bemalt haben. Gemeinsam haben sie eine Wiese gemalt – eine Wiese, auf der sich eben auch die Schmetterlinge gerne niederlassen, wie die Kinder schliesslich auch herausgefunden haben. Schmetterlinge, die sie vergangene Woche am Kreativ-Morgen gebastelt haben. Nächste Woche werden die Kinder ihre bunten Werke auf die gemalte Wiese kleben. So ist der Kreativ-Morgen ein laufender Prozess, den die Kinder aktiv mitgestalten. Der ihre Sinne anregt. Und der vor allem jede Menge Spass macht. (bfs)

03. Jun 2019 / 06:00
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