• Birgit Batliner-Heeb ist Maurens erfolgreichste Sportlerin – hier mit Tochter Nina Batliner.
    Birgit Batliner-Heeb ist Maurens erfolgreichste Sportlerin – hier mit Tochter Nina Batliner.  (Eddy Risch)

Maurens Sport von Vielfalt geprägt

Die Unterländer Gemeinde Mauren-Schaanwald pflegt im Sport eine enge Kooperation mit dem Nachbarn aus Eschen und hängt mit dem Gemeinschaftswerk Sportpark Eschen-Mauren zusammen. Deshalb tragen viele Vereine den Doppelnamen Eschen/Mauren.
Mauren. 

Diese Kooperation entstand mit dem Bau des Sportparks Eschen-Mauren im Jahre 1975, wo der USV Eschen/Mauren beheimatet ist. Auch der Tennisclub Eschen/Mauren hat seine Heimat im Sportpark. Auch der TTC Eschen-Mauren, der TV Eschen-Mauren, die Sportschützen Eschen/Mauren sowie der VC Volley Mauren-Eschen führen den Doppelnamen. Daneben gibt es viele Einzelsportler, die den Sport in Mauren geprägt haben.

Martin Stocklasa ging aus USV Eschen/Mauren hervor
Eine grosse Tradition weist der USV Eschen/Mauren auf, der vor fünf Jahren sein 50-jähriges Jubiläum feierte. Der Traditionsverein entstammte aus dem FC Mauren und dem FC Eschen. Der FC Mauren bestand von 1954 bis 1959, allerdings ging der Verein nach fünfjährigem Bestehen wieder ein. Gesellschaftspolitische und finanzielle Gründe führten dazu. Viele wechselten zum FC Eschen, der sich am 29. März 1960 konstituierte, in der Folge 1963 zum USV Eschen mutierte und später, im August 1970, zum heutigen Namen USV Eschen/Mauren wechselte. Da das Hauptspielfeld auf Eschner Gemeindeboden liegt, werden wir den Verein unter der Gemeinde Eschen präsentieren.
Der USV hat einige Fussballer hervorgebracht, die in Mauren aufgewachsen sind und den Sprung bis in den Profifussball geschafft haben. Die Gebrüder Martin und Michael Stocklasa sowie David Hasler sind die erfolgreichsten Bürger der Gemeinde: Martin Stocklasas Karriere führte über den FC Zürich zum SC Kriens, zum FC Vaduz, zu Dynamo Dresden, dem SV Ried und FC St. Gallen. Er absolvierte 113 Länderspielen und ist somit jener Nationalspieler mit der drittbesten Quote ever. Ein richtiges Vorbild habe er nicht gehabt. «Logisch habe ich Spielern wie Roy Keane oder Lothar Mathäus nachgeeifert», erinnert sich Martin Stocklasa. Er ging seinen eigenen Weg, sei aber von einigen ehemaligen Nationalspielern geprägt worden. «Ich bin relativ früh ins USV-Fanionteam gekommen. Dort habe ich viel von Peter Klaunzer, Roland Moser, Gino Blumenthal und später in Vaduz von Daniel Hasler profitiert. Sie haben mir viel geholfen; das war ein entscheidender Punkt. Mit 16 Jahren gaben sie mir viele gute Tipps. Das ist ein entscheidender Unterschied zu heute», weiss Martin Stocklasa, der eine Erkenntnis daraus gewonnen hat: «Ich habe nicht den dritten vor dem ersten Schritt gemacht.» Damit spricht er ein Problem in der heutigen Zeit an. Viele Fussballer wollen schon früh hoch hinaus. Wenn er die Zeit zurückdrehen könnte, würde er nichts verändern. «Definitiv würde ich alles wieder gleich machen. Ich habe den Traum als Profi stets mit allen Vor- und Nachteilen verfolgt», so Martin Stocklasa, der Vater von zwei Buben, Noel und Liam, sowie seit drei Wochen von Tochter Lynn ist. Sein jüngerer Bruder Michael Stocklasa spielte 70 Mal für die Liechtensteiner Nationalmannschaft, erlitt verletzungsbedingte Rückschläge und beendete, 31-jährig, seine Karriere vor sechs Jahren. Sehr viel Potenzial besass David Hasler, dem Anfragen aus dem Ausland vorlagen. Er musste vor vier Jahren seine Profikarriere aufgrund einer Knieverletzung, eines irreperablen Knorpelschadens, vorzeitig beenden und spielt aktuell noch für das Fünftliga-Team des USV Eschen/Mauren. Im Profibereich erzielte er 17 Tore für den FC Vaduz. Weitere aktuelle und ehemalige Nationalspieler aus Mauren sind Livio Meier, Ex-Profi Christof Ritter, Harry Zech, Jürgen Zech,  Jürg Ritter, Roger Zech (†) und Gerry Oehry.

Günther Marxer und Birgit Batliner-Heeb – die Skigrössen
Zwei Skigrössen aus Mauren schafften den Vorstoss in die Weltspitze. Vorreiter war der heute 54-jährige Günther Marxer, der an drei Olympischen Winterspielen (1984, 1988, 1992) teilnahm. Seine beste Klassierung, Rang 13, sicherte er sich bei der Olympia-Abfahrt 1984 in Sarajevo (Jug). In Albertville (Fr) realisierte er im Riesenslalom Rang 15 und vier Jahre zuvor fuhr er 1988 im Super-G von Calgary den 17. Rang heraus. Im Weltcup schaffte er drei Top-Ten-Klassierungen. Sein neunter Rang am 22. Januar 1992 auf dem «Kuonisbergli» in Adelboden war legendär, obwohl der achte Rang im Super-G von Val d’Isère (Fr) 1986 als bestes Karriereresultat hervorging. In seinen Fussstapfen bewegt sich derzeit Marco Pfiffner, der noch auf seine ersten Weltcuppunkte wartet.

Birgit Batliner-Heeb feierte einen Weltcupsieg
Birgit Heeb (46) zählte bei den Frauen während Jahren zu den weltbesten Riesenslalom-Spezialistinnen. Sie gewann ein Weltcuprennen, den Riesenslalom von Park City (USA) am 22. November 1992; insgesamt fünf Mal fuhr sie aufs Podest und 27 Mal sicherte sie sich eine Top-Ten-Klassierung. Beharrlich sei ihr Weg respektive Vorstoss an die Weltspitze nicht gewesen. «Für mich war der Spitzensport noch nicht allzu früh das Thema. Ich bin spät beim LSV gelandet, wechselte erst im letzten JO-Jahr zum LSV, denn mir gefiel es bei beim UWV besser», erinnert sich Birgit Batliner-Heeb.
Sie absolvierte die Realschule und schloss eine KV-Lehre ab. «Heutzutage ist alles intensiver und fokussierter. Ich hatte zwei ältere Brüder (Anm. der Redaktion: Frank und Marcel), an denen ich mich orientierte. Am Wochenende gingen wir stets Ski fahren, sind in kleinen Gruppen gefahren. Letztlich ging’s Winter für Winter aufwärts», klärt Batliner-Heeb auf. Seit 2011 ist sie Präsidentin des UWV (Unterländer Wintersportverein), der seine offizielle Adresse übrigens in Eschen hält.
Für sie war die Rückkehr vom Spitzensport ins normale Leben keine grosse Umstellung. «Für mich hat es vom Zeitpunkt her gepasst. Ich hatte nicht das Gefühl,  dass ich etwas verpasse und dachte nie, wenn ich die Rennen im Fernsehen sah, dass ich immer noch so gut wie die bin. Rasch darauf gründete ich eine Familie und somit kam eine neue Aufgabe auf mich zu. Wohl deshalb bin ich in kein Loch gefallen», blendet die Maurerin zurück.
Die zweifache Mutter von Sohn Philipp, der Tennis spielt, und Tochter Nina, die seit zwei Jahren im LSV-Jugendkader steckt, unterstützt ihre Kinder selbstverständlich, wobei Philipp geringe Ambitionen habe. «Nina gebe ich Tipps, wenn sie Fragen stellt. Ich versuche, ihr meine Erfahrungen weiterzugeben und unterstütze sie überall, sollte es noch einen besseren Weg geben. Ich pushe sie aber nicht. Denn jeder muss den Weg selbst gehen. Als sie in den LSV-Kader kam, fragte ich, ob sie das tatsächlich auf sich nehmen wolle», so Heeb-Batliner.

Patrick Matt, das Aushängeschild im Radsport
In den letzten 40 Jahren hat sich auch der RV Mauren stark engagiert. Seit 42 Jahren wird jährlich am 1. Mai das «Radkriterium um den Weiherring» gefahren. Sehr erfolgreich fuhr Patrick Matt (49), der an den Olympischen Sommerspielen 1992 in Barcelona (E) im Punktefahren Rang 17 belegte und in der 4000-m-Verfolgung schied er in den Viertelfinals aus (Rang 19), wie auch vier Jahre zuvor in Seoul (Rang 18 in der Verfolgung). Was hatte er damals anders gemacht? «Damals gab es in der Freizeit nicht so viele Möglichkeiten wie heute. Wir mussten nicht täglich trainieren. Es war einfacher, doch Rennen gab es viele», erinnert sich Matt. Heutzutags müsse man weite Wege auf sich nehmen. «Es gibt wenig Wettkämpfe, die nicht auf höchstem Niveau stattfinden. Im Fussball ist das einfacher. Jenen Sport kann man in der vertrauten Umgebung ausüben. Im Land gibt es nur noch wenige Rennen – im Rahmen des Schüler-Cups finden drei Rennen statt», bedauert Matt, weiss aber auch, dass das Thema Doping viele Jugendliche davon abhält, obwohl es in jungen Jahren kein Thema ist. «Jeder muss den Sport selbst ausüben wollen. Wir unterhalten eine Fun-Gruppe, die regelmässig trainiert, aber nicht wirklich Wettkämpfe betreiben will», weiss Patrick Matt. Der RV Mauren rekrutiere Nachwuchs, das Gros steige ins Mountainbiking ein. «Das Interesse ist vorhanden. Wichtig sind Trainer und Eltern, die sich dafür engagieren. Der Strassenrennsport kämpft mit den Tücken des Verkehrs, was problematisch ist.» Neben Patrick Matt fuhren auch Martin Hardegger, Werner Wanger, Elmar Ritter und Samuel Ritter Rennen auf Stufe der Elite-Amateure. Im Jahr 1999 beheimatete Mauren eine Tour-de-Suisse-Etappe.

Manuela Marxer war vier Mal Olympia-Teilnehmerin
An Olympischen Sommer- und Winterspielen tummelten sich neben Birgit Heeb, Günther Marxer und Patrick Matt auch weitere Sportler aus Mauren. Neben den Ritter-Zwillingen Helen und Maria Ritter sorgte vor allem die Schaanwälderin Manuela Marxer als vierfache Olympia-Teilnehmerin für Efforts. Den weiteren Olympia-Teilnehmern und der Leichtathletik widmen wir einen gesonderten Beitrag im «Vaterland». (eh)

Gemeinde Mauren-Schaanwald
Einzelsportler, aktuell: Marco Pfiffner (Ski alpin), Livio Meier (Fussball), David Hasler (Fussball Breitensport), Sandra Kaiser (Volleyball), Ramona Kaiser (Beachvolleyball), Laura Marxer (Volleyball), Nicole Klingler (Triathlon, Duathlon). Ehemalige: Martin Stocklasa (Fussball), Birgit Heeb (Ski alpin), Günther Marxer (Ski alpin), Patrick Matt (Rad Bahn), Michael Stocklasa (Fussball), Harald «Hary» Zech, Roger Zech † (Fussball), Jürg Ritter (Fussball), Jürgen Zech (Fussball), Gerry Oehry (Fussball), Christof Ritter (Fussball),  Alois Lampert † (Radsport), Michael Klingler (Bob), Samuel Ritter (Rad), Martin Hardegger (Rad), Werner Wanger (Rad), Elmar Ritter (Rad), Egon Matt (Langlauf), Arthur Meier (Langlauf), Gustav Kaufmann (Schiessen), Egon Oehri (Leichtathletik), Maria Ritter (Leichtathletik), Helen Ritter (Leichtathletik), Fritz Kaiser (Judo), Manuela Marxer (Leichtathletik), Biggi Blum (Judo), Nathalie Ritter (Rad), Jürgen Berginz (Bob). Vereine: TC Eschen/Mauren (Tennis), Volley Mauren-Eschen (Volleyball), USV Eschen/Mauren (Fussball), TTC Schaan-Eschen/Mauren (Tischtennis), Ducati Club Liechtentstein (Motorradclub), Goju-Ryu Karate Club (Karate), Pferdeverein Mauren (Reiten + Fahrsport), RV Mauren (Radsport), Schaanwälder Hot Sticks (Inlinehockey), Sportschützen Eschen/Mauren (Schiessen), TV Eschen-Mauren (Leichtathletik).

23. Okt 2018 / 11:58
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