• Wavvyboi
    Simon Vogt alias Wavvyboi will ab August 2020 mit «Wavvybois Albtraum» auf Solotour gehen.

Die Musik ist auch jetzt nicht verstummt

Statt im grossen Studio in Köln zu sein, musiziert Simon Vogt alias Wavvyboi nun zu Hause. Der Kreativität tut dies keinen Abbruch.

Für den Balzner Musiker Simon Vogt alias Wavvyboi hätte 2020 ein äusserst ereignisreiches Jahr werden sollen. Für März beispielsweise wäre geplant gewesen, dass er als Support-Act mit dem Künstlerkollektiv «Westghost» auf grosse Deutschland-Tour geht. Doch das Coronavirus hat ihm diesbezüglich einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ob die erste Solotour von Wavvyboi, die im August starten soll und den jungen talentierten Musiker nach Deutschland, Österreich und die Schweiz führen würde, stattfinden kann, steht derzeit noch nicht fest. «Mein Management steht in täglichem Kontakt mit unserer Booking-Agentur. Bis jetzt bleibt alles so wie geplant», sagt Simon Vogt. Er hoffe sehr, dass der Sommer noch gerettet werden könne. 
Bis sich die Situation wieder etwas entspannt, lässt Wavvyboi, der eigentlich in Köln lebt und arbeitet, seiner Kreativität nun bei seinen Eltern in Balzers freien Lauf. Sein Alltag habe sich schon verändert. Statt im Studio zu sitzen oder im Kölner Büro die Meetings abzuhalten, läuft die Kommunikation mit seinem Team nun über das Internet. «Ansonsten bereite ich mich wie gewohnt täglich auf die Tour vor, arbeite an meinen aktuellen Projekten, Outfits und Songs.» Am Anfang sei er über die neuen Umstände sehr frustriert gewesen. «Mittlerweile komme ich aber besser damit klar», sagt Simon Vogt. 

Die Selbstständigkeit zahlt sich gerade jetzt aus
Abgesehen von einigen seiner Konzerte, die vertagt wurden, muss Wavvyboi momentan auch auf die geplanten Studio-Sessions verzichten. «Dabei hätte ich mit mehreren Musikern im Studio an den Songs gearbeitet. Nun nehme ich meine Gitarren- oder Gesangsspuren zu Hause auf und sende sie dann meinen Produzenten zu.» Still steht die Musik bei Simon Vogt also nicht. Weil er vieles selbst komponiert und produziert, ist der Balzner nämlich nicht ausschliesslich auf andere Produzenten angewiesen. Das zahlt sich gerade in dieser Zeit aus. Ein weiterer Vorteil, den Wavvyboi hat, ist, dass sein künstlerisches Schaffen hauptsächlich online passiert. «Mein nächster Release, der über die Streaming-Portale läuft, ist also nicht in Gefahr.» 
Auch hatte er das Glück, dass das Musikvideo zu seinem neuesten Song «Weisse Rosen», der am 3. April Premiere feierte, noch vor der Corona-Krise gedreht wurde. Die Post-Produktion konnte im Anschluss bequem von zu Hause aus erledigt werden. «Für mich ist es ein extrem wichtiger Prozess, mich visuell so darzustellen, wie es in meinem Kopf aussieht. Das braucht Zeit», erklärt das Balzner Musiktalent. Mit seinen klaren Vorstellungen und dem Hang zum Perfektionismus hat Simon Vogt mit dem neuesten Musikvideo seine Fans einmal mehr verzaubert. Auf der Musikstreaming-Plattform Youtube wurde das Video schon über 60 000-mal angeschaut. Die Kommentare sprechen dabei eine klare Sprache: Von «Kunst» ist die Rede und dass es immer wieder erstaunlich sei, wie der junge Balzner seine Gefühle in seinen Songs rüberbringen würde. Ein anderer Fan schreibt: «Das Schönste und Melancholischste, was ich je gesehen und gehört habe.» Eines steht fest: Simon Vogt begeistert mit seiner ehrlichen, selbstkritischen und auch verletzlichen Art viele junge Menschen. Wie seine Fans auch, wünscht sich der Balzner, bald wieder live auftreten zu können. «Hoffentlich kann ich bald wieder auf der Bühne stehen und meinen Gefühlen freien Lauf lassen.»
Bis es aber soweit ist, liegt der Fokus von Wavvyboi erst einmal auf seinen musikalischen Produktionen. «Das heisst, dass ich an meinen Songs arbeite, ihre Struktur bearbeite, Texte schreibe, meine Gesangs- und Gitarrenspuren aufnehme und die nächsten Veröffentlichungen finalisiere, die bis zur Tour ‹Wavvybois Albtraum› erscheinen werden», erklärt Simon Vogt. Geplant sei noch einiges. Zu viel verraten möchte Wavvyboi aber noch nicht. 

«Das Internet ist eine grosse Plattform für Kunst»
Für Musiker ist die derzeitige Situation eine äusserst schwierige, da doch viele von ihnen finanziell auf Live-Konzerte angewiesen sind. Simon Vogt sieht in dieser Krise aber auch eine Chance: «Sie gibt den Musikern vielleicht auch eine Möglichkeit, mehr Ruhe zu finden, um die eigenen Projekte verwirklichen zu können.» Damit meint er das Schreiben von Liedern, Komponieren von Melodien und das Instrument besser zu lernen, das man spielt. «Ich spiele zum Beispiel den ganzen Tag Gitarre», sagt Wavvyboi. Ein Musiker könne die Entschleunigung, welche die Pandemie mit sich bringt, aber genauso gut dazu nutzen, um sogar ein völlig neues Instrument zu lernen und neue Ideen zu verwirklichen. «In einem Raum zu Hause kann man meiner Meinung nach sehr viel Kreatives erschaffen.» 
Nicht zuletzt gebe es für einen Musiker selbst jetzt viele Möglichkeiten, präsent zu bleiben. Das Internet ist laut Simon Vogt eine grosse Plattform für die Kunst. Beispielsweise können Musiker auf Instagram, Youtube, Twitch und Co. live musizieren. Für all jene, die mit der momentanen Situation zu kämpfen haben, hält Wavvyboi zudem den Ratschlag bereit, auch in dieser Zeit den Tagesablauf nicht zu verlieren. «Ich muss auch noch lernen, dass klare Strukturen, an die man sich halten kann, sehr wichtig sind. Dies, damit ich mir abends oder nachts sagen kann, dass ich genug erreicht habe.» (jka)

Serie – Teil 27
Das Coronavirus legt derzeit alles still – auch das Kulturleben.  Das «Vaterland» hat sich bei liechtensteinischen freischaffenden Kulturschaffenden, die im In- und Ausland arbeiten, erkundigt, wie es ihnen derzeit geht und was die derzeitige Lage für sie konkret bedeutet. Heute mit Musiker Simon Vogt alias Wavvyboi, weitere Kulturschaffende folgen.

25. Apr 2020 / 07:00
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