­
­
­
­

Die Schwimmer wünschen sich ein 50-Meter-Becken

Wer sich das ganze Jahr sportlich etwas Gutes tun will, ist mit dem Schwimmsport sehr gut bedient. In Liechtenstein gibts 467 aktive Schwimmer.
Julia Hassler
Julia Hassler (Bild: PATRICK B. KRAEMER)

Sportliches Schwimmen ist nicht nur ein effektives Herz-Kreislauf-Training, es trainiert auch den Herzmuskel. Durch den Wasserdruck werden die Blutgefässe an der Hautoberfläche zusammengedrückt. So wird das Blut zurück in den Brustraum gedrängt und das Herz muss kräftig dagegen arbeiten. Dadurch vergrössert sich nach und nach das Herzvolumen – die Herzfrequenz sinkt, der Körper wird leistungsfähiger und stabiler. Schwimmen hat aber noch viele weitere Vorteile, wie Verena Neidow, Technische Leitung International & Sportschulen vom Liechtensteiner Schwimmverband ausführt: «Schwimmen ist hervorragend für Skelett, Muskeln und Lunge. Ein grosser Vorteil ist auch, dass unser Sport überhaupt nicht verletzungsintensiv ist.»

467 aktive Schwimmer im Land
Kein Wunder erfreut sich der Schwimmverband Liechtenstein mit seinen vier Vereinen (Schwimmclub Unterland, Schwimmclub Aquarius Triesen, Balzner Schwimmclub und YPS – Young Performance Swimming) grosser Beliebtheit. 621 Mitglieder zählen alle vier Vereine zusammen – 467 davon betreiben den Sport aktiv. Verena Neidow zählt gerade beim Nachwuchs weitere Vorteile auf, die auch auf andere Sportverbände und Sportvereine zutreffen würden. «Da der Schwimmsport im Leistungsbereich sehr trainingsintensiv und daher zeitaufwendig ist, lernen Kinder und Jugendliche früh, ihre Zeit gut zu managen. Fast immer sind gute Schwimmer auch gute Schüler, weil sie sehr gut oranisiert und durchsetzungsfähig sind. Davon profitieren sie später nicht selten auch in Studium und im Berufsleben.» Aktuell werden an der Liechtensteiner Sportschule neun Schwimmsportler unterrichtet. ­
6 Mädchen und 3 Jungen zwischen 12 und 17 Jahren können so neben der Schule optimal ihrem Sport nachgehen.

Eine Langbahn als grössten Wunsch
Seit geraumer Zeit wünschen sich Liechtensteins Schwimmer eine ganzjährig nutzbare 50-Meter-Langbahn. Hier hinkt Liechtenstein allen anderen europäischen Kleinstaaten bezüglich Infrastruktur hinterher. Mit der Langbahn könnte dem Schwimmnachwuchs über die Schulzeit hinaus eine Perspektive geboten werden. In der Regel sehen sich die Liechtensteiner Schwimmer in dieser Zeit nach Alternativen um. «Aktuell verlieren wir unsere Schwimmer unweigerlich nach der Matura, was sehr schade ist», heisst es vom Schwimmverband. Wichtig wäre auch ein besserer Zugang zu den bestehenden Bädern – gerade auch ausserhalb der Öffnungszeiten. Ab einem gewissen Alter und Leistungsniveau muss den Sportlern Frühtraining angeboten werden können, um zusätzliche Trainingsmöglichkeiten zu bieten. Aktuell ist die Situation nicht befriedigend. Neidow erklärt an einem Beispiel, wie ein Wochentraining für einen Sportschüler im Moment aussehen kann: «Wenn die Sanierung des Bades in Balzers abgeschlossen ist, wird zum Beispiel am Montag in Triesen trainiert, dienstags in Balzers oder Chur – in den Wintermonaten weichen wir zwecks Langbahn-Trainingsmöglichkeit zweimal wöchentlich nach Chur aus –, mittwochs in Balzers, donnerstags in Eschen und Triesen, freitags in Eschen sowie samstags in Triesen und Chur.» Bei einer zentralen neuen ­50-Meter-Bahn hätten die Schwimmer eine Heimat und die beiden Trainer könnten öfter parallel arbeiten und so automatisch einen besseren Überblick über die gesamte Mannschaft haben, allfällige Vertretungen bei Fortbildungen wären erleichtert und das Mannschaftsgefühl über die einzelnen Gruppen hinweg würde enorm profitieren. Hier muss die Politik über kurz oder lang Hand bieten, will man denn auch künftig internationale Erfolge im Schwimmsport feiern können. (kop)

 

Lädt

Schlagwort zu Meine Themen

Zum Hinzufügen bitte einloggen:

Anmelden

Schlagwort zu Meine Themen

Hinzufügen

Sie haben bereits 15 Themen gewählt

Bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

Entfernen

Um «Meine Themen» nutzen zu können, stimmen Sie der Datenspeicherung hierfür zu.

Zustimmen

Kommentare
0 Kommentare
Kommentare hinzufügen
Noch Zeichen

Um Kommentare zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein!

Wenn Sie noch keinen Account haben, füllen Sie bitte die notwendigen Daten für eine Registrierung aus. Sie werden automatisch eingeloggt und können anschliessend Ihren Beitrag verfassen.

Anmelden oder registrieren

oder

Ähnliche Artikel

24 h Schwimmen Triesen Sieger Italien
Durchhalten, sich absprechen, Rücksicht nehmen und weitermachen für das Team – diese Aspekte setzten 72 Sportlerinnen und Sportler mit ihren ...
14.05.2020
Der Kanton Appenzell Ausserrhoden führt eine Gesichtsmaskenpflicht ein bei öffentlichen und privaten Anlässen mit über 30 Personen.
Der Kanton Appenzell Ausserrhoden verschärft die Einschränkungen wegen steigender Infektionszahlen mit dem Coronavirus.
16.10.2020
Sitzpflicht in der Gastronomie, Maskenpflicht bei Veranstaltungen und ein Verbot von Tanzanlässen: Mit diesen Einschränkungen will die St. Galler Regierung die Ausbreitung des Coronavirus eindämmen.
Der Kanton St. Gallen hat die Vorschriften zum Schutz vor dem Coronavirus verschärft und eine Sitzpflicht erlassen in der Gastronomie.
16.10.2020
­
­