• Union Bank in Vaduz
    Union Bank in Vaduz  (Daniel Schwendener)

Union Bank kämpft weiter ums Überleben

Die Liechtensteiner Bank versucht mit Hochdruck, ihre Liquidation abzuwenden. Gesucht wird ein Käufer und Ankeraktionär, der 15 Millionen Franken bringen sollte.

Eine Auflage der Liechtensteiner Finanzmarktaufsicht (FMA) zwingt das Finanzinstitut dazu, sich von zwei Aktionären zu trennen. Dabei geht es um den Haupteigentümer Mohammad Dastmalchi und um eine türkische Firma namens Mulberry, die sich an der Union Bank beteiligt hatte.

Gegen beide läuft eine strafrechtliche Untersuchung des Landgerichts wegen des Verdachtes der Geldwäsche. «Die Union Bank will die Auflagen der FMA erfüllen», wie Mediensprecher Reto Giudicetti erklärte. Gleichzeitig ging das Institut gegen die erste Auflage der FMA in Rekurs, wonach die Bank bereits im November des vergangenen Jahres einen neuen Eigentümer hätte präsentieren sollen. «Es liegt in der Natur der Sache, dass entsprechende Verhandlungen  ein zeitintensives und komplexes Unterfangen sind», betont Giudicetti. Weil die Finanzmarktaufsicht über die Einsprache des Geldhauses noch nicht entschieden hat, gibt es vorerst keine neuen Fristen. Die Aufsichtsbehörde gab gestern keine Auskunft, wann sie eine Entscheidung treffen wird.

Ein Käufer müsste 15 Millionen Franken aufbringen
Giudicetti zeigte sich zuversichtlich, dass die Bank weiterbestehen kann. Die Verhandlungen mit einem neuen potenziellen Käufer und damit Ankeraktionär seien sehr konkret. Man habe sich bereits einigen können und der neue Käufer sei bereit, die Mehrheit der Bank zu übernehmen.

Nun liege der Ball bei der FMA, welche den neuen Aktionär überprüfen und absegnen muss. Den Namen des potenziellen Käufers kann Giudicetti nicht verraten, nur so viel: «Es handelt sich um einen respektierlichen Kandidaten».

Die Schlagzeilen, welche das Institut in den vergangenen Monaten verursachte, dürften keine gute Verhandlungsbasis darstellen. Sie lesen sich wie ein Krimi. Das Regime von Venezuela hat Hunderte Millionen Dollar, die dem Volk gehören, via Banken und Scheinfirmen in die eigenen Taschen verschoben. Funktionäre und Günstlinge sowie die Stiefsöhne des Präsidenten Nicolás Maduro sollen sich an den staatlich subventionierten Lebensmittelpaketen, am sogenannten «CLAP-Programm», bereichert haben.

An vorderster Front sollen die Aktionäre der Union Bank darin verwickelt sein. Die liechtensteinischen Strafverfolgungsbehörden haben Beweismittel gesichert und Vermögenswerte gesperrt, wie Staatsanwalt Robert Wallner bereits im vergangenen Jahr auf Anfrage bestätigte.

Damit aber nicht genug. Nach dem Haupteigentümer Dastmalchi gerät ein weiterer Aktionär ins Visier der Justiz. Der dritte im Bunde ist Kostyantin Zhevago, den die ukrainischen Behörden via Haftbefehl suchen und auf eine internationale Fahndungsliste gesetzt haben. Für den Investmentbanker Dastmalchi, der 55 Prozent der Aktien besitzt, als auch für den Milliardär Zhevago gilt die Unschuldsvermutung. (dal)

08. Jan 2020 / 22:22
Geteilt: x
KOMMENTARE

Schreiben Sie den ersten Kommentar!

KOMMENTAR HINZUFÜGEN

Überschrift (max. 70 Zeichen)
Meine Meinung (Noch  Zeichen verfügbar)
UMFRAGE DER WOCHE
Lade TED
Ted wird geladen, bitte warten...

Wettbewerb
puzzle ravensburger
Zu gewinnen 1 Ravensburger Puzzle Schloss Vaduz
23.04.2020
Facebook
Top