• Wilfried Hoop, Vaduz
    Gemäss Finanzstatistik erzielte der Staat einen Überschuss von 200 Millionen.  (Tatjana Schnalzger)

Staatseinnahmen von 1,8 Milliarden Franken

Die Staatsausgaben Liechtensteins liegen – wie in den Vorjahren – im europaweiten Vergleich auf einem tiefen Niveau.

Der Wohlstand des Landes gehört für den Bürger zur nationalen Identität, wie das Liechtenstein Institut im vergangenen Jahr anhand einer Umfrage aufzeigte. Neben der Natur, dem Heimatgefühl und der Sicherheit bestimmten die Befragten die wirtschaftliche Situation als jenes Kriterium, das Liechtenstein ausmache.

Ähnlich wie die Schweiz, anders als Österreich
Das sechstkleinste Land der Welt nimmt gerne Spitzenpositionen ein. Auch in Bezug auf Wirtschaft und Finanzpolitik ist es als praktisch schuldenfreies Land mit tiefen Steuern ein Ausnahmefall. Die Finanzstatistik, die am Mittwoch vom Amt für Statistik publiziert wurde, schlägt in die selbe Kerbe. Liechtenstein weist im Vergleich zu Resteuropa die niedrigste Staatsquote, das heisst die getätigten Staatsausgaben im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt (BIP), auf. Im Jahr 2018 lag die Staatsquote bei 20,3 Prozent. Der Prozentsatz von 20 mit einer Stelle nach dem Komma ist auch in den fünf vorhergehenden Jahren ersichtlich. Damit nimmt Liechtenstein den untersten Platz im europaweiten Vergleich ein. Blickt man auf die Nachbarländer, zeigt sich, dass die Schweiz mit 33,7 die drittniedrigste Staatsquote aufweist. Österreich liegt hingegen mit seinem relativ grossen Staatsapparat und ausgebauten Sozialstaat mit 48,7 Prozent im oberen Spektrum des Ländervergleichs. Während Liechtenstein die niedrigsten Staatsausgaben gemessen am BIP misst, nimmt Frankreich mit 55,7 Prozent das andere Ende der Skala ein.

Die Staatseinnahmen mit 1,8 Milliarden Franken lagen über den Staatsausgaben mit 1,6 Milliarden Franken. In die Berechnung fliessen gleichermassen der Staat, die Landes- sowie Gemeindeebene ein. Auch die zurückliegenden Jahre bestimmen die Differenz von ungefähr 200 Millionen. Der Zuwachs des Reinvermögens von 2017 auf 2018 lag jedoch mit 113,3 Millionen Franken deutlich unter dem Fünfjahresschnitt von 300 Millionen. Gut die Hälfte der Staatseinnahmen Liechtensteins wird aus den Steuern generiert. Die Steuereinnahmen überragen mit 923,5 Millionen Franken deutlich den Mittelwert von 866,3 Millionen Franken. Die Sozialbeiträge sind ein weiterer wichtiger Faktor der Einnahmequelle des Staates und befinden sich mit 400 Millionen auf dem Höchststand. «In Liechtenstein ist die Einnahmeart der sonstigen laufenden Einnahmen von spezieller Bedeutung», wie es in der Finanzstatistik heisst. Diese enthalten unter anderem die Vermögenserträge des Staates.

Auch die Staatsausgaben sind – um 28,3 Millionen Franken – angestiegen. Ein Drittel fliesst dabei in das Sozialwesen. Des Weiteren sind Infrastrukturaufwendungen für die Verkehrswege und Industriegebiete oder die Ausgaben für Verwaltungstätigkeiten ein essentieller Kostenfaktor. (dab)

21. Mai 2020 / 15:56
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