• Adrian Hilti
    Adrian Hilti hat die Sprachenplattform «Busuu» mitgegründet

Sprachenplattform mit Liechtensteiner Know-how auf Erfolgskurs

Die Sprachenlernplattform «Busuu», welche der Liechtensteiner Adrian Hilti mitgegründet hat, ist auf Erfolgskurs. Ende 2019 wurde die Marke von 100 Millionen Nutzer geknackt.

Der Liechtensteiner Adrian Hilti und der Österreicher Bernhard Niesner haben vor zehn Jahren Busuu gegründet. Inzwischen ist es die grösste Online-Sprachlernplattformen der Welt, die nun eine neuen Rekord erreicht hat. 100 Millionen Nutzer zählte das Unternehmen, das weiter auf Wachstumskurs ist, per Ende des vergangenen Jahres. Nun gab Busuu – der Name bezieht sich auf eine vom Aussterben bedrohte Sprache in Kamerun – bekannt, dass es die Firma Verbling, eine Live-Videotrainingplattform, für einen zweistelligen Millionenbetrag übernommen hat. Verbling wurde 2011 in San Francisco von den Schweden Mikael Bernstein und Gustav Rydstedt gegründet, die samt Team übernommen werden. Die beiden haben eine weltweit führende Onlineplattform für Live-Sprachunterricht aufgebaut. «Wir sind sehr froh über den Deal und dies wird in naher Zukunft tolle Synergien ergeben», erklärt der Liechtensteiner Adrian Hilti als Aktionär und Mitglied des Verwaltungsrates. Live-Tutoring habe der Plattform noch im Angebot gefehlt und sei ein Feature, das oft von Benutzern verlangt wurde. Nun heisst es, das Angebot optimal in die Busuu-Platform zu integrieren. «Ich habe im Zuge der Evaluation mehrmals selber Live-Classes mit einer spanischen Lehrerin auf Gran Canaria gemacht, inkognito sozusagen, und war begeistert», betont Hilti auf Anfrage. Damit stellen Hilti und CEO Niesner die Weichen, um die Einnahmen des Unternehmens zu erhöhen. «Für das Jahr 2020 wird ein Umsatz von 40 Millionen US-Dollar angestrebt», sagt Hilti. 

Von der Nahtoderfahrung zum erfolgreichen Start-up

Begonnen hat alles vor Jahren als Student. Da sein Studium während des MBA in Spanien auf Englisch war, wollte er auch Spanisch lernen. Gemeinsam mit seinem Wiener Studienkollegen Bernhard Niesner wollte er 2008 die technischen Möglichkeiten nutzen, um das Erlernen von Fremdsprachen zu erleichtern. Die Idee war geboren. Heute sind es durchschnittlich 30 000 bis 40 000 neue Nutzer pro Tag. Das war aber nicht immer so, erlebten die Gründer doch lange Durststrecken. 

Die Firma hat schon einige Nahtoderfahrungen hinter sich und stand kurz vor dem Bankrott, als plötzlich vor Jahren alles mobil funktionieren musste und das Back-End veraltet war. «Allerdings kann ich sagen, dass wir heute selbsttragend sind».  Der Break-Even-Point konnte letztes Jahr erreicht werden. Es gab laut Hilti durchaus öfter einmal schwierige Zeiten. «Aber heute stehen wir besser da denn je.» Start-ups gehen oft durch «ups and downs». Doch das Timing für die Gründung von Busuu scheint richtig gewesen zu sein. «2007 ist zum Beispiel Facebook gross geworden. Schon damals hat sich der Trend abgezeichnet, dass immer mehr mobil mit dem Smartphone im Internet gesurft wird», sagt Hilti. Ein zweiter wichtiger Faktor war die Technologie. Und zu guter Letzt spielte das Marketing eine wichtige Rolle.

«Wir haben Google-Adwords genutzt. Der Vorteil daran war, dass wir wahnsinnig viele Leute erreichen konnten. Hätten wir die Idee in den Neunzigern umgesetzt, dann wären wir niemals an so viele Leute herangekommen», erzählt Hilti. Das hat dem Start-up einen grossen Schub gegeben. «Man muss ganz klar viel ins Marketing investieren». Die Idee des vernetzten Lernens hat damals den Nerv der Zeit getroffen. Inzwischen ist Hilti nicht mehr operativ im Unternehmen tätig. Er hat vor drei Jahren ein neues Unternehmen in Zürich gegründet namens «redorbluelabs» mit Fokus auf Virtual und Augmented Reality. Der Medizinbereich ist für Hilti und seine Mitgründer spannend. «Wir sprechen hier von Mixed Reality.» Ein konkretes Beispiel dafür wäre ein Neuroradiologe, der eine Spinalpunktion im Rückenmark vornehmen muss. Ursprünglich studierte Adrian Hilti Mikrotechnik, Robotik und Computer-Vision an der ETH Lausanne. Er lebt in Thalwil . (dal)

31. Jan 2020 / 14:26
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