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Marktöffnung kommt im Juni

Ab Juni dürfte die Rufnummernportabilität im Festnetz eingeführt werden – sofern die Testphase positiv verläuft. Kleinere Anbieter sind bereits in den Startlöchern, der Markt dürfte in Bewegung kommen.
Woman talking on phone at desk
Business woman puts her feet up on her desk on the phone (Bild: cyano66)

Es ist ein Meilenstein in der liechtensteinischen Telefonie-Geschichte. Ab Juni wird aller Voraussicht nach die Rufnummernportabilität im Festnetz möglich. Wer also seinen Festnetzanbieter wechselt, kann die Nummer behalten. «Wir sind derzeit in der finalen Testphase», erklärt Kurt Bühler vom Amt für Kommunikation. Sobald diese positiv abgeschlossen ist, werde man grünes Licht geben können. «Wir müssen einfach zu hundert Prozent sicher sein, dass es funktioniert.» Getestet wird eine neue zentrale Datenbank, welche zur Verwaltung aller Rufnummern und Datensätze gebraucht wird. 

Langwierige Vorgeschichte

Der Weg bis hierhin war gerade für kleine Provider langwierig. Seit Jahren kämpften sie dafür, dass in Liechtenstein die Mitnahme der Rufnummer für +423-Vorwahlen möglich wird. Das hat gute Gründe: Viele Kunden nehmen lieber etwas höhere Preise beim bestehenden Anbieter hin, statt die Nummer beim Anbieterwechsel ändern zu müssen. Dazu kam im Festnetz eine Besonderheit: Alle Provider mussten ein Vorleistungsangebot der Telecom Liechtenstein nutzen. Das sorgte teilweise für rote Köpfe, kleine Provider beklagten hohe Initialkosten, hohe laufende Kosten und Minutenpreise. Mit dem Entscheid des Amtes für Kommunikation im vergangenen Sommer, die Rufnummernportabilität einzuführen, wird nun gleichzeitig dieses Vorleistungsangebot abgeschafft. Eine Arbeitsgruppe hat sich deshalb einer möglichen neuen Lösung angenommen. So wurde nun eine von allen Providern gemeinsam genutzte Datenbank zur Verwaltung der portierungsrelevanten Rufnummern und Datensätze eingeführt, analog zur Schweizer Lösung.  

Freude bei den «Kleinen»
 

«Wir freuen uns sehr über die neue Lösung», erklärt André Beck von Plus. Das noch junge Unternehmen erhofft sich mehr Bewegung im relativ starren Telefoniemarkt. Man warte nur noch auf das Ende der Testphase, dann werde man mit entsprechenden Angeboten auf den Markt gehen. Nun werde der freie Markt gefördert, indem wesentlich günstigere Festnetzpreise für alle Kunden möglich werden, ist Beck überzeugt. Plus selbst wird über das  Unternehmen Voxphone mit Sitz in Balzers das Festnetzangebot über einen Schweizer Anbieter realisieren. Wie auf der Homepage zu entnehmen ist, gilt das auch für die liechtensteinischen Anbieter Li-life und Dorfnetz. Damit dürften der Telecom bereits einige Kunden wegbrechen. 

Verschiebungen erwartet

Es werde zu Verschiebungen am Markt kommen, bestätigt auch Telecom-Mediensprecher Matthias Bieber. «Mit der Einführung der Rufnummernportabilität im Festnetzbereich wird der Liechtensteiner Markt dynamischer und für den Kunden bieten sich mehr Optionen. Diese werden zum Teil genutzt.» Man bewege sich aber bereits heute in einem intensiven Wettbewerb. Beim Eintritt von neuer Konkurrenz sei es üblich, dass diese mit einer aggressiven Preispolitik beginnen. Wie genau sich der Marktführer nun auf die neuen Marktumstände vorbereitet, wird nicht verraten. Nur soviel: «Wir optimieren laufend unser Produktportfolio.» Es bleibe aber der Anspruch, das «beste Preis-Leistungs-Verhältnis am Liechtensteiner Markt» zu haben. Ob das gelingen wird, wird sich zeigen. In Kürze dürfte sich zumindest bei den Preisen im liechtensteinischen Telefonmarkt einiges bewegen. (ags)

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