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     (SALVATORE DI NOLFI)

Inzwischen sind 11 000 Angestellte in Kurzarbeit

3,6 Millionen Franken wurden den Unternehmen bereits ausgezahlt. 

Die Corona-Krise hat die Nachfrage bei vielen Unternehmen in Liechtenstein einbrechen lassen. Über ein Viertel aller Beschäftigten hat zu wenig Arbeit, wie eine Momentaufnahme zeigt. Aus den Anmeldungen geht hervor, dass inzwischen sogar 11 000 Arbeitnehmer in Liechtenstein und 950 Firmen von Kurzarbeit betroffen sind. Es ist aber davon auszugehen, dass die tatsächlich geleistete Kurzarbeit niedriger ausfällt als die Zahl der eingereichten Anträge. Einige Firmen dürften diese aus Sicherheitsüberlegungen heraus beantragt haben und im Nachhinein möglicherweise darauf verzichten. Die endgültige Zahl steht damit noch aus.

Dennoch zeichnet sich ab, dass die Liechtensteiner Wirtschaft hart von der Corona-Krise getroffen wurde. Viele Angestellte müssen auf einen Teil ihres Lohns verzichten, für den Rest springt vor allem der Staat ein. Bei einzelnen Unternehmen kommt es zwar zu Verzögerungen bei den Auszahlungen, doch 3,6 Millionen Fran­ken sind bereits geflossen. «Wir haben fast alle Gesuche bearbeitet», erklärt Katja Gey, Leiterin des Amtes für Volks­wirtschaft. 800 Anträge wurden bewilligt, 110 mussten abgelehnt werden. «Die allermeisten davon be­tref­fen zum Beispiel Selbstständige, die aber eine andere Unterstützungsleistung beantragen können», sagt Gey. 

Vergleich mit der Schweiz hält nicht stand

«Wir tun unser Möglichstes, um Anträge schnell zu bearbeiten», betont Gey. Auch jene einzelnen Betriebe, die bisher auf Geld gewartet haben, dürfen also bald aufatmen. Dass bisher einzelne Unternehmen Kritik äusserten an Wartezeiten und der Geschwindigkeit, zeigt, dass sie mit ihren Kosten am Anschlag sind. Im Vergleich schneidet Liechtenstein aber nicht schlechter ab als andere Staaten. Schweizweit kommt es zu Verzögerung bei der Auszahlung von Kurzarbeit. Auch Wirtschaftsverbände in Deutschland klagen und in Italien ist der Computer des Nationalen Fürsorgeinstituts unter der Vielzahl der Anfragen sogar zusammengebrochen. In Österreich wird mit 9,5 Milliarden Euro für Kurzarbeit budgetiert, aber erst ein Bruchteil davon wurde bereits ausbezahlt.

Kritisch betrachten einzelne Unternehmer auch die Höhe der Kurzarbeitsentschädigung in Liechtenstein. Als Ersatz für Erwerbsausfälle beträgt sie in der Schweiz 80 Prozent des Verdienstausfalls. In Liechtenstein hingegen sind es 60 Prozent. «Es darf aber nicht ausser Acht gelassen werden, dass die Abgaben der Arbeitslosenversicherung in der Schweiz auch höher sind», sagt Gey. Mit dem Betriebskostenzuschuss, den es hierzulande noch als Teil des Hilfspakets gibt, komme Liechtenstein auf ein ähnlich hohes Niveau an staatlicher Hilfe wie die Schweiz.   (dal)

22. Mai 2020 / 09:00
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