• 450 Teilnehmende waren gestern zum Businesstag nach Vaduz gekommen.  (Daniel Schwendener)

Frauen an der Spitze als Inspiration

An der 12. Ausgabe des Businesstags waren Themen wie Lohnschere oder Frauenquote zwar präsent. Doch im Mittelpunkt standen erfolgreiche Unternehmerinnen.

Jeder kennt sie. Die dringlichsten Frauenthemen. Die Lohnschere zum Beispiel. Oder die Verein­barkeit von Familie und Beruf. Weil die Gleichstellung noch ein weit entferntes Ziel ist, standen die­se Themen auch während der 12. Ausgabe des «Businesstages für Frauen» in Vaduz gestern auf der Agenda.

Fotostrecke: Businesstag für Frauen in Vaduz


In der gesellschaftlichen Debatte schwingt stärker als auch schon die Frage mit, auf welche Art und Weise man die Ziele der Gleichstellung wohl am besten erreichen kann. Das geht so weit, dass sich Frauen einen Schlagabtausch liefern und anderen das Label «Feministin» absprechen. Dass es nicht so sein muss, das zeigte der Event gestern. Denn die 450 Teilnehmerinnen nutzten jenen zwar, um über all diese Themen zu sprechen. Allerdings war der Tenor ein anderer. Wer so manchen Gesprächen in der Pause lauschte, dem wurde schnell klar: Hier ging es nicht nur ums Netzwerken, sondern um gegenseitige Anerkennung – auch für die Referentinnen. Zum Beispiel für die österreichische Bundesministerin für Frauen, Familie und Jugend. Juliane Bogner-Strauss war Professorin für Biochemie. Sie ist eine Frau, die 20 Jahre lang in der Wissenschaft tätig war, drei Kinder hat und Teil einer Regierung ist, die zweifellos nicht von harscher Kritik verschont bleibt. 

Frauenquote zeigt Wirkung

Bogner-Strauss sprach über Vereinbarkeit von Familie und Beruf. «75 Prozent der Frauen mit Kindern unter 15 Jahren arbeiten in Österreich Teilzeit», erklärte sie. Die Lohnschere gehe vor allem nach dem ersten Kind auf. Frauen sind in Österreich drei Mal häufiger von Altersarmut betroffen. Der Grund ist einfach: Frauen verdienen nach wie vor weniger und arbeiten oft Teilzeit, so lange die Kinder klein sind. Es werde zu wenig Top-Job-Sharing gemacht. Auch wenn sie selbst eine Quote  ablehnte, so verkennt die Ministerin doch nicht ihre Wirkung in Österreich: Seit Januar 2018 gilt in den Aufsichtsräten von Unternehmen, die entweder börsennotiert sind oder ständig mehr als 1 000 Mitarbeiter beschäftigen, eine gesetzliche Frauenquote von 30 Prozent. Seitdem habe sich die Frauenquote auch deutlich erhöht. «Es gibt sie, die kompetenten Frauen», betonte die Ministerin. Die erhoffte Strahlkraft der neuen Quotenregelung auf Managementebene oder Vorstände ist aber noch nicht eingetreten. Und die Politik könnte doch offenbar auch noch einiges besser machen. Zumindest, wenn es nach Lena Hoschek geht. «Als Unternehmerin gehört man zu einer Randgruppe, auf die man total scheisst», sagte sie frech und adressiert damit die Politik. Die Unternehmerin sprach von einem Missstand in Österreich, dass Selbstständige sozial schlechter abgesichert seien.

Sie hat ihr Modeunternehmen fast ohne fremdes Kapital aufgebaut. Nur 15 000 Dispokredit mussten reichen. «Wenn man keine Finanzierung hat, kann man nicht viel falsch machen», sagte sie und lachte. Wie so oft an diesem Nachmittag. Vom ersten Tag an hat sie ihre Mode verkauft. Heute beschäftigt sie 45 Mitarbeiter. Weniger leicht verlief der Start für die Geschäftsführerin der Schweizer Firma De Sede. Monika Walser sprach von einer Operation am offenen Herzen, denn der Betrieb stand kurz vor der Pleite. Sie erzählte, wie sie die Wende schaffte. 

Und so zeigte sich an diesem Nachmittag: Es gibt noch viele Hürden, doch der Bruch mit alten Denkmustern hat längst begonnen. Erfolgreiche Frauen machen es vor.  (dal)

14. Mai 2019 / 23:14
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