• Eröffnung Schnellladestation für Elektroautos
    Für Elektroautos gibt es derzeit kein Förderprogramm, dafür aber sonst eine Reihe an Subventionen für energieeffiziente Anlagen. FOTO©RIGHT: TATJANA SCHNALZGER  (Tatjana Schnalzger)

Es liegt noch mehr drin

Die Förderbeiträge für Anlagen wie Wärmedämmungen, Heizungen, Photovoltaik- und Solar sind in Liechtenstein insgesamt leicht zurückgegangen. Dabei könnte der derzeitge Subventionstopf von vier Millionen sogar erhöht werden, wenn die Nachfrage da wäre.

Für Photovoltaikanlagen gibt es in Liechtenstein eine Landesförderung – genauso wie für Heizungen, Sonnenkollektoren, Wärmedämmungen, Minergie sowie für Anlagen von Unternehmen. Der Topf, der vergeben werden kann, beläuft sich pro Jahr auf insgesamt 4 Millionen Franken. So hoch ist das Budget, wie Jürg Senn als Leiter der Energiefachstelle in Liechtenstein erklärt. Im vergangenen Jahr sind etwa knapp 3,5 Millionen an Subventionsgeldern vergeben worden. Insgesamt gab es 393 Zusagen für Förderungen, davon 86 Photovoltaikanlagen und 110 Heizungen sowie Wärmepumpen. Im Jahr 2017 war die Zahl noch etwas höher: 488 Anlagen wurden damals gefördert. Doch die Zahl ist Experten zufolge trügerisch. Immerhin habe hier die Baustatistik, der Ölpreis und auch die generelle Stimmung in der Bevölkerung Einfluss auf die Zahlen. Nachdem die Nachfrage bei den Zuschüssen von Photovoltaik-Anlagen etwas nachgelassen hatte, haben diese aber im vergangen Jahr wieder angezogen. Dafür verantwortlich ist wohl, dass die Förderbeiträge im Jahr 2015 leicht gekürzt wurden.

Budget könnte noch höher sein

25 bis 30 Prozent der Anträge kommen dabei aus der Wirtschaft. Denn auch Unternehmen können für ihre Anlagen mit einer Finanzspritze vom Land rechnen. Dadurch soll der effiziente Umgang mit Energie unterstützt sowie der Einsatz erneuerbarer Energien gefördert werden. Faktoren wie der Grad der Umweltbelastung, Energieeffizienz und Wirtschaftlichkeit stehen dabei im Fokus. Allerdings stellen hier einige aus der Wirtschaft in Liechtenstein fest, dass die Firmen des Landes das Potenzial nicht ausschöpfen. Gefördert werden Ideen, die Energie einsparen können. Gerade im Bereich der Fernwärme und Wärmerückgewinnung wird der Fördertopf zwar rege genutzt. Allerdings wurde das Budget von 4 Millionen nicht ganz ausgereizt. Und zum zweiten besteht ein gesetzlicher Anspruch. Daher müsste die Regierung das Budget erhöhen, wenn die Nachfrage steigen würde. Ein Kostendach ist bisher nicht vorgesehen. Es könnten also noch mehr Unternehmen von den Subventionen profitieren.

Zusätzlich zu der Landesförderung gibt es von den meisten Gemeinden übrigens noch eine Förderung von bis zu 100 Prozent der Landesförderung oder 400 Franken/kWp bis zur jeweiligen Höchstgrenze. Während es demnach in Liechtenstein in vielen Bereichen finanzielle Unterstützung gibt, sind Elektroautos momentan nicht staatlich subventioniert.

Land schafft Infrastruktur

Ein spezielles Programm für Elektromobilität wie in einigen Schweizer Städten oder Kantonen gibt es derzeit nicht. Ein Beispiel dafür ist die Stadt St. Gallen. Alle St. Galler, die einen Führerschein besitzen, können sich seit dem Jahr 2015 bis zu 5000 Franken abholen, wenn sie sich für ein Elektroauto entscheiden. Ein Kostendach ist nicht vorgesehen. Und es ist auch nicht nötig. Denn bisher machten nur 22 Personen von dem Angebot Gebrauch. Nur wenig mehr Interesse zeigte bisher das Gewerbe. 67 Fahrzeuge wurden bisher bezuschusst. Insgesamt holten sich die Einwohner 358 653 Franken ab, wie das St. Galler Tagblatt berichtet.

Liechtenstein erklärte in der Energiestrategie, bis ins Jahr 2020 nicht weniger als 1105 Elektro- und Hybridfahrzeuge auf den hiesigen Strassen zu haben. Laut aktueller Statistik ist das Land auf einem guten Kurs mit derzeit 786 Elektro- und Hybridautos in Liechtenstein. Das Ziel, den Anteil auf 2,5 Prozent zu steigern, ist damit fast erreicht.

Es gab zwar unlängst ein erfolgreiches Impulsprogramm namens E-Mobilität der LKW zusammen mit der Klimastiftung, das die Anschaffung und Immatrikulierung von reinen Elektroautos in Liechtenstein mit bis zu 3000 Franken unterstützte. Obwohl das Programm vollends ausgeschöpft und stark nachgefragt wurde, ist noch keine Wiederholung dessen in Sicht.

Allerdings trägt Liechtenstein auf eine andere Weise dazu bei, Elektromobilität zu fördern. Das Land fördert aktiv Schnellladestationen und zwar eine pro Gemeinde. Hier gilt die Devise: Der Schnellere ist der Geschwindere. Eine solche Station kostet im Schnitt 50 000 Franken. 20 Prozent oder maximal 10 000 Franken schiesst das Land dazu, wie auf der Internetseite der Energiefachstelle zu lesen ist. Mindestens vier solcher Stationen wurde bisher bereits finanziell unterstützt: In Balzers, Schaan, Ruggell und Bendern. Das ist der Beitrag des Staates, um die Infrastruktur aufzubauen. Wer Energieeffizienz hoch schreibt, der kann in Liechtenstein im Moment zwar nicht von einer Förderung seines Elektroautos profitieren. Doch wer etwa beim Hausbau darauf achtet, kann hier einen staatlichen Beitrag beantragen. 750 Franken pro Kilowatt-Peak für vertikal ausgerichtete Anlagen liegen zum Beispiel drinnen bei Photovoltaik. Gemeint sind damit Fassaden. Der erzeugte Strom einer Anlage lässt sich gut mit dem Elektroauto kombinieren, weil auf dem Dach so viel Strom produziert wird, wie das Auto pro Jahr verbraucht.

Ob es bald wieder eine nächste Runde in der Förderung von Elektroautos gibt, das ist eine politische Entscheidung, die noch aussteht. (dal)

31. Jan 2019 / 18:21
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