• Tesla in Vaduz
    FOTO©RIGHT: DANIEL SCHWENDENER  (Daniel Schwendener)

Elektromobilität auf dem Vormarsch

Die jüngsten Zahlen der Liechtensteiner Fahrzeugstatistik lassen aufhorchen: Der Anteil der (hybrid-)elektrisch betriebenen Personenwagen steigt an. Gründe dafür sind preiswertere Automodelle, der landesweite Ausbau der Ladestationen sowie steuerliche Entlastungen.

Der Elektrofahrzeug-Markt nimmt in Liechtenstein, wenn auch zögerlich, Fahrt auf. Zu teuer, zu wenig Reichweite lauteten in der Vergangenheit die gängigen Vorurteile. Doch die technischen Weiterentwicklungen und die mittlerweile grössere Vielfalt an Modellen sorgte für ein Umdenken in der Gesellschaft. Das belegen zumindest die jüngsten Zahlen der Liechtensteiner  Fahrzeugstatistik 2019.

Der Anteil der rein elektrisch betriebenen Personenwagen erhöhte sich von 0,8 Prozent auf 1 Prozent, das heisst von 237 Wagen im Vorjahr auf 308 in diesem Jahr.

Ende Juni waren in Liechtenstein insgesamt 30 248 Personenwagen registriert. Mit 786 Personenwagen auf 1000 Einwohner wies Liechtenstein im Jahr 2018 im Vergleich zur Schweiz und Österreich die höchste Personenwagendichte auf. In der Schweiz belief sich die Personenwagendichte auf 543 und in Österreich auf 562 Personenwagen pro 1000 Einwohner.

Anteil der Hybridautos wächst
Einen deutlich gestiegenen Anteil machten zuletzt die hybridelektrisch betriebenen Personenwagen aus. Ihre Anzahl erhöhte sich von 1,8 Prozent auf 2,3 Prozent. Somit legten die Hybrid-Modelle gegenüber dem Vorjahr um 132 auf insgesamt 681 Fahrzeuge zu. Die beliebtesten E-Autos-Modelle in Liechtenstein waren dabei Toyota RAV4 (259), Smart Forfour/Fortwo (166), Renault Zoe (63), BMW i3 (53), Tesla Model S (42) und Nissan Leaf (18).

E-Mobilität ist im Trend und wird  auch von den Regierungen gefördert. In der Schweiz liegt seit längerem ein Fahrplan zur Förderung der Elektromobilität vor. Demnach soll der Anteil der Elektrofahrzeuge bei Neuzulassungen bis 2022 auf 15 Prozent erhöht werden. Dazu wurden drei Haupthandlungsfelder festgelegt: Die erfolgreiche Marktentwicklung von Fahrzeugen, eine optimale Ladeinfrastruktur sowie die Schaffung der nötigen Anreize und Rahmenbedingungen. Zu konkreten Massnahmen gehören beispielsweise die Schaffung von Lademöglichkeiten in Gebäuden und der Aufbau eines nationalen Schnellladenetzes. Die Umsetzung der Roadmap startete im Januar 2019.  

Auch LIEmobil prüft E-Sektor
In Liechtenstein bemüht sich die Regierung nach Möglichkeit darum, E-Fahrzeuge respektive Hybrid-Fahrzeuge für die Liechtensteinische Landesverwaltung anzuschaffen. Der Flottenmix der Fahrzeuge der Landesverwaltung besteht derzeit aus vier E-Fahrzeugen, acht Hybrid-Fahrzeugen und 89 Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren.

Und auch LIEmobil prüft die Möglichkeiten, auf Elektromobilität umzusatteln. «Die Strategie zur Fahrzeugbeschaffung 2012 bis 2031 der LIEmobil wird in den kommenden Monaten definiert. Dabei wird insbesondere geklärt werden, welcher Anteil an lokal emissionsfreier Fahrleistung im öffentlichen Verkehr ab 2021  möglich sein wird und es sind unter entsprechenden finanziellen Folgen verschiedene Szenarien möglich», hält eine Interpellationsbeantwortung der Regierung an den Landtag betreffend E-Mobilität fest. Der Zeitraum 2021 bis 2031 werde voraussichtlich eine Übergangszeit sein. Ein vollständiger Umstieg auf Elektromobilitä im öffentlichen Verkehr werde aber 2021 nicht möglich sein. Grundsätzlich könne aber darauf hingewiesen werden, dass die LIEmobil im Herbst 2018 am Rande der LIHGA entsprechende Tests mit Elektrobussen durchgeführt habe, die als grundsätzlich erfolgreich eingestuft werden konnten.

Verbrennungsmotoren verbieten
Andere Länder gehen in ihrer nationalen E-Mobilitätsstrategie aber noch wesentlich weiter. Die nordischen Staaten Schweden, Norwegen und Dänemark beabsichtigen spätestens ab 2030 alle Verbrennungsmotoren für Neuwagen zu verbieten. Ein radikaler Vorschlag. Aber wie diese Verbote konkret aussehen sollen, ist bislang noch nicht bekannt.

Das in Liechtenstein gestiegene Interesse der Käufer von E-Autos könnte erstens an der grösseren Auswahl an Modellen liegen. Während Audi mit E-Tron und Daimler mit EQC preislich im Premium-Segment unterwegs sind, gibt es inzwischen etliche günstigere Modelle von Herstellern. Zweitens ist der erweiterte Ausbau der Lade-Infrastruktur dafür mitverantwortlich. Die LKW betreiben diverse Ladestationen verteilt über das ganze Land. Drittens geniessen die E-Fahrzeuge diverse Erleichterungen und Vorteile: Derzeit fördert der Staat die Elektrofahrzeuge durch den Erlass der Motorfahrzeugsteuer, der Automobilsteuer und der Mineralölsteuer. Bei Hybridfahrzeugen fällt keine Motorfahrzeugsteuer an.

01. Nov 2019 / 16:00
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1 KOMMENTAR
E-Autos-Modelle ? BEV!
Die beliebtesten E-Autos-Modelle in Liechtenstein waren dabei Toyota RAV4 (259), Smart Forfour/Fortwo (166), Renault Zoe (63), BMW i3 (53), Tesla Model S (42) und Nissan Leaf (18).
Toyota gehört da nich dazu.
lädt ... nicht eingeloggt noch nicht bewertet schon bewertet 02.11.2019 Antworten Melden

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