• Die beiden bestehenden Liechtensteiner Casinos erweisen sich für die Betreiber, aber auch für den Staat als Goldgrube.  (iStock)

Casinos sind eine Goldgrube

Spieler haben im vergangenen Jahr 53 Millionen Franken in den beiden Liechtensteiner Casinos verloren. Die Einnahmen der Spielbanken haben sich damit im zweiten Betriebsjahr fast vervierfacht.

Die beiden bestehenden Liechtensteiner Casinos erweisen sich für die Betreiber, aber auch für den Staat als Goldgrube. Wie das Amt für Volkswirtschaft auf Anfrage bestätigt, waren es im vergangenen Jahr über 53 Millionen Franken, welche die beiden Spielbanken eingenommen haben. Im Jahr 2017 waren es noch 17 Millionen Franken.

Des einen Freud
Die Kugel und der Rubel rollen damit auch für den Staat, der im vergangenen Jahr Geldspielabgaben in der Höhe von 19,3 Millionen Franken und eine Aufsichtsabgabe von 600 000 Franken kassierte. Dem steht das Casino Bad Ragaz gegenüber, dessen Umsatz im vergangenen Jahr von 21,2 Millionen auf 18,4 Millionen Franken sank. Etwa zehntausend Besucher weniger verzeichnete das Casino Bad Ragaz. Das Unternehmen hatte diese Entwicklung vorausgesehen und sich  von Anfang an als Minderheitsaktionär am Casino in Ruggell beteiligt, um die  Verluste aufzufangen. Dieser Plan ging auf: 3,9 Millionen Franken verdiente das Grand Resort 2018 an der Ruggeller Spielbank.

Des anderen Leid
Auch das Casino St. Gallen hat mit stark rückläufigen Einnahmen zu kämpfen. «Die Erträge sind regelrecht eingebrochen», sagt Hermann Bürgi, Präsident der Spielbankenkommission. Er wollte aber keine Aussage dazu treffen, ob dies den Liechtensteiner Casinos geschuldet ist. Auch die Spielbank selbst wollte dies nicht bestätigen. Immerhin seien die Umsätze vieler Schweizer Casinos schon seit Jahren rückläufig. Doch die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 2016 gingen die Umsätze noch nach oben und lagen bei 32,4 Millionen. Im Jahr 2017, als die Spielbanken in Ruggell und Schaanwald eröffneten, brach der Bruttospielertrag ein. Zuerst um 5 Prozent auf 30 Millionen und dann nochmals um 7,6 Prozent im Vorjahr auf 28 Millionen Franken.

Gesperrte Spieler als Problem
Das Casino in St. Gallen gehört zu Swiss Casinos, die an drei weiteren Standorten eine Spielbank betreiben, darunter auch in Zürich. Der Bruttospielertrag der gesamten Gruppe beläuft sich auf 139 Millionen Franken. Dass die Liechtensteiner Casinos so gut angelaufen sind, erklären sich viele mit der Tatsache, dass in Liechtenstein nur 1500 Spieler gesperrt sind. In der Schweiz sind es 55 000. Das sieht auch Hermann Bürgi als problematisch an. «Es gibt zu denken, dass die Liechtensteiner die Sperren der Schweizer Spielsüchtigen nicht berücksichtigen», wie er auf Anfrage wiederholt. Bereits anfangs der Woche erklärte er dies gegenüber dem «Blick». Für die 12 österreichischen Casinos sind etwa 60 000 Personen gesperrt. Insgesamt lief das Casinogeschäft in der Schweiz schon einmal besser. Ein Hoch erreichten die Spielbanken im Jahr 2007 mit einer Milliarde an Bruttospielerträgen. Doch noch immer nehmen die Schweizer Casinos 703,2 Millionen Franken jährlich ein. 4,7 Millionen Eintritte verzeichneten die Spielbanken im vergangenen Jahr. (dal)

17. Aug 2019 / 06:00
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