• Walter Kaufmann
    Walter Kaufmann: «Sie werden sicher noch die eine oder andere Erhöhung des Rentenalters erleben.»  (Daniel Schwendener)

Arbeiten im Alter um Renten zu retten

Immer häufiger reichen die Renten im Alter nicht zum Leben aus. Um die Renten langfristig zu sichern, fordert der Präsident der Wirtschaftskammer fordert ein Umdenken.

Die jüngsten Zahlen der AHV-IV-FAK zeigen eine unschöne Entwicklung: Immer mehr Rentner in Liechtenstein sind auf Ergänzungsleistungen angewiesen, weil die Rente nicht mehr zum Leben reicht. Die Entwicklungen zeichnen ebenfalls ein düsteres Bild: Immer weniger Junge müssen für immer mehr Ältere die AHV finanzieren. Das Lohnvolumen entwickelt sich nicht wie gedacht, die Einnahmen sprudeln nicht wie gedacht. «Langfristig funktioniert das nicht», erklärt Walter Kaufmann, Direktor der liechtensteinischen AHV (Interview Seite 3). Das bedeutet: Rentenalter und Abgaben werden weiter steigen. Um das Ganze etwas abzufedern, weist er auf die Wichtigkeit der 4. Säule hin: Arbeiten im Alter. Damit rennt er beim Präsidenten der Wirtschaftskammer, Rainer Ritter, offene Türen ein.

«Jungpensionäre bringen grossen Erfahrungsschatz»
Der Fachkräftemangel ist für die Wirtschaftskammer ein zentrales Problem, deshalb will man es auf verschiedenen Ebenen angehen. Eine davon: Jungpensionäre, die noch fit sind und arbeiten wollen. «Ihnen wollen wir eine Chance geben, bevor wir wieder im Ausland Fachkräfte holen müssen.» Sie würden einen hohen Erfahrungsschatz mitbringen und könnten diese wiederum an die nächste Generation weitergeben. «Wir suchen mit unseren Mitgliedern nach Möglichkeiten, ältere Menschen in den Arbeitsprozess zu integrieren», erklärt Ritter. Doch nicht nur fehlender Fachkräfte wegen will der Wirtschaftskammer-Präsident mehr Jungpensionäre im Arbeitsleben halten – sondern auch wegen der langfristigen Sicherung der Rente. 

«Wir müssen die Lohnkurve neu definieren
Ritter fordert ein Umdenken, was die Lohnkurve betrifft. Bislang geht man im Laufe eines Berufsleben davon aus, dass der Lohn zwischen 30 und 40 Jahren stark steigt, dann nur noch leicht bis zur Pension. Um Jungpensionäre aber attraktiv für den Arbeitsmarkt zu machen, müsse die Lohnkurve neu definiert werden. «Die Spitze der Lohnkurve sollte beispielsweise ca. zwischen dem 30. und 40. Lebensjahr liegen. In dieser Zeit gründen viele eine Familie und sind auf das Geld angewiesen», erklärt Ritter. Im Alter lasse es sich auch mit einem tieferen Lohn leben, da man bis dahin etwas angespart haben sollte. Ritter weiter: «Somit sollten dann auch die Sozialabgaben wieder tiefer sein, was die Attraktivität für Jungpensionäre wiederum steigert. Aus meiner Sicht müssen wir auch aufgrund des demografischen Wandels diesen Weg anpeilen damit wir die Altersfinanzierung überhaupt noch bezahlen können.» (ags)

Das ganze Interview dazu in der Print- und ePaper-Ausgabe des «Liechtensteiner Vaterlands» vom Montag, 22. Januar 2018.

21. Jan 2018 / 21:07
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