• Die durchschnittliche Kaufkraft ist in Liechtenstein fast doppelt so hoch wie beispielsweise im Toggenburg.  (gfk)

Immense Kaufkraft-Unterschiede

Das Marktforschungsinstitut GfK hat eine Prognose zur Kaufkraftentwicklung 2016 in der Schweiz und Liechtenstein erstellt. Dabei zeigt sich, dass in Liechtenstein die Kaufkraft massiv höher ist als auf der Schweizer Seite des Rheins.
Region. 

Gemäss einer Prognose der Marktforschungsinstitutes GfK verfügt jeder Schweizer im Jahr 2016 über eine Kaufkraft von 42 300 Euro beziehungsweise 46 073 Franken. Im Vergleich mit Österreich (22 536 Euro) und Deutschland (21 879 Euro) ist das eine stolze Summe. Verglichen mit Liechtenstein können sich Schweizer allerding viel weniger leisten: Im Land liegt die Pro-Kopf-Kaufkraft bei satten 63 011 Euro beziehungsweise 68 632 Franken. Der Unterschied zur direkten Nachbarschaft über dem Rhein ist dabei noch weit gravierender.

Grosse regionale Unterschiede 
Die Gesamtsumme der Kaufkraft in der Schweiz liegt im Jahr 2016 bei 349 Milliarden Euro (ohne Liechtenstein). Im Kanton Zug ist die Kaufkraft pro Kopf am stärksten, im Jura am niedrigsten. Die Pro-Kopf-Kaufkraft liegt aber auch im kaufkraftschwächsten Kanton, dem Jura, noch deutlich über der in Starnberg, dem kaufkraftstärksten Kreis in Deutschland. Die Bewohner von Zug, des wohlhabendsten Schweizer Kantons, verfügen über das 1,5-Fache an Kaufkraft gegenüber dem Schweizer Durchschnitt. Mit 64 990 Euro liegt sie sogar höher als in Liechtenstein. Die Bewohner der zweit- und drittplatzierten Kantone Schwyz und Nidwalden liegen knapp 35 beziehungsweise 22 Prozent über dem schweizerischen Durchschnitt. Insgesamt erreichen nur 7 der 26 Kantone eine überdurchschnittliche Pro-Kopf-Kaufkraft, was belegt, dass auch in der wohlhabenden Schweiz die Kaufkraft weiterhin deutliche regionale Unterschiede aufweist.

Diese spürt man ganz besonders in der «Liewo»-Region. Die Superreichen im Fürstentum Liechtenstein können mit Blick auf ihre Besitzverhältnisse nur müde lächeln, wenn sie die Zahlen zur Kaufkraft jenseits des Rheins hören: Das durchschnittliche Einkommensniveau im Kanton St. Gallen beträgt 36 905 Euro – also satte 26 106 Euro weniger als in Liechtenstein. Nimmt man die Zahlen aus den Bezirken zur Hand, ist der Unterschied noch augenfälliger: Die Kaufkraft liegt im Bezirk Werdenberg bei 35 387 Euro, also unter dem kantonalen Durchschnitt. Noch tiefer sind die Zahlen im Sarganserland (34 889 Euro) und in Toggenburg, dem kantonalen Schlusslicht. Hier ist die Kaufkraft mit 32 728 Euro noch etwas mehr als halb so hoch wie in Liechtenstein.

Unterschiede aufzeigen
Die Kaufkraft misst das nominal verfügbare Nettoeinkommen der Bevölkerung inklusive staatlicher Leistungen wie Arbeitslosengeld, Kindergeld oder Renten. Der Fokus der Studie des Geomarketing-Bereichs von GfK liegt in der Herausarbeitung der regionalen Unterschiede. Die Studie zeigt, wie regional verschieden die Kaufkraft verteilt ist – sowohl im nationalen Vergleich wie auch innerhalb der Länder. Zur Berechnung der Kaufkraft wurde die am 4. Februar 2016 von der EU-Kommission aktualisierte Prognose für den durchschnittlichen Wechselkurs 2016 verwendet (1 Euro entspricht 1,0892 Franken). Die regionalen Kaufkraftdaten seien eine wichtige Grundlage der Vertriebs- und Marketingplanung in Unternehmen vieler Branchen, teilte das Marktforschungsinstitut GfK mit. Entscheidend sei dabei eine realistische Abbildung der regionalen Verteilung der Kaufkraft. (jn)

24. Apr 2016 / 10:13
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