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80 Millionen Franken verspielt

Goldgrube: Die Einnahmen der Liechtensteiner Casinos haben sich 2019 deutlich erhöht.

Die Zahlen sind eindrücklich: Rund 80 Millionen Franken haben Casinobesucher im Jahr 2019 verloren. Im Durchschnitt sind dies über 200 000 Franken täglich. Das zeigen die Bruttospielerträge der vier Casinos, welche die Regierung anlässlich einer Kleinen Anfrage im Landtag bekannt gegeben hat. Der Bruttospielertrag ist der Betrag, den die Spieler in den Casinos liegen lassen.
Damit sind die Einnahmen um einen Drittel angestiegen. Ein Jahr zuvor waren es noch 53,4 Millionen Franken. 2018 wurden zwar «nur» zwei Casinos betrieben, aber die zwei neuen in Bendern und Triesen eröffneten erst im vergangenen November und Dezember. Die höchsten Einnahmen konnte das Casino Admiral in Ruggell mit 55,08 Millionen Franken Bruttospielertrag verzeichnen, gefolgt vom Casino Austria in Schaanwald mit 22,24 Millionen Franken. 2018 betrug der Betrag beim Casino Admiral noch 35,8 Millionen Franken und beim Casino Austria 18,6 Millionen Franken.
Aber auch die neu eröffneten Casinos scheinen beliebt zu sein. Besonders das Grand Casino in Bendern hat einen beachtlichen Start hingelegt: Erst am 11. Dezember eröffnet, konnte es bis Ende Jahr einen Bruttospielertrag von 1,55 Millionen Franken verbuchen. Beim Club Admiral in Triesen, der am 20. November eröffnete, sind es 1,15 Millionen Franken. 

Fast 30 Millionen Franken für die Staatskasse
Diese hohen Beträge freut auch die Steuerkasse: Gemäss der Beantwortung der Regierung haben die vier Spielbanken Geldspielabgaben von insgesamt 29,75 Millionen Franken geleistet – bei einem Abgabesatz zwischen 29,64 Prozent (Club Admiral) und 38,12 Prozent (Casino Admiral). Das Casino Admiral musste mit 20,99 Millionen Franken den am weitaus höchsten Betrag abgeben. Für das Casino Austria in Schaanwald betrug die Steuer 7,86 Millionen Franken. 562 599 Franken Geldspielabgaben zahlte das Grand Casino und 340 681 der Club Admiral in Triesen in die Steuerkasse. 

Marktentwicklung immer wieder diskutiert
Die Zahlen zeigen, dass das Casino-geschäft in Liechtenstein weiter gewachsen ist. Die Entwicklung bereitet allerdings vielen Sorgen. Vor allem in der Bevölkerung ist immer wieder Unmut zu spüren. Die Freie Liste reichte deshalb vergangenen Herbst eine Initiative ein mit dem Ziel, die Geldspielabgabe und somit den Druck auf den Markt zu erhöhen. Das bestehende Geldspielgesetz sei ein Goldesel für die Casinobetreiber, argumentierte sie. Auch wenn einige Politiker die Bedenken der Freien Liste teilten, lehnte der Landtag die Initiative schliesslich ab. Die Angst, dass der Ruf als zuverlässiger Wirtschaftspartner Schaden nehmen könnte, war zu gross. Auch die Regierung vertrat diese Meinung. Regierungschef-Stellvertreter Daniel Risch betonte ausserdem während der Landtagssitzung im November 2019, dass sich der geöffnete Casinomarkt verteilt habe. Dieser werde sich verlangsamen und stabilisieren, wenn auch auf einem höheren Niveau als ursprünglich angenommen. Die Regierung geht davon aus, dass das Marktpotenzial fast ausgeschöpft ist. (ms)

06. Mär 2020 / 22:38
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