• Wildvögel Liechtenstein
    2018 übergab der Tierschutzverein 15 Wildvögel in die Obhut einer St. Galler Pflegestation.  (Greenseas)

Vogelstation für Liechtenstein kein Thema

Für verletzte oder kranke Wildvögel gibt es in Liechtenstein keine Obhut. Bislang wurden sie in St. Gallen behandelt, jedoch musste die dortige Station schliessen.

Was tun, wenn man beim Spaziergang im Wald oder beim Nachhauseweg auf der Strasse einen verletzten oder kranken Wildvogel findet? Was man auf jeden Fall nicht darf: Sich selbst den imaginären Arztkittel anziehen und versuchen, das Tier auf eigene Faust zu pflegen. Das ist Aufgabe eines Spezialisten, da Wildtiere möglichst rasch wieder in ihren Lebensraum zurückkehren sollen und sich nicht zu stark an den Menschen gewöhnen dürfen. Das St. Galler Amt für Natur, Jagd und Fischerei hat kürzlich alle Pflegestationen des Kantons auf ihre gesetzlich vorgeschriebenen Voraussetzungen für die Pflege von Wildvögeln geprüft. Sechs von sieben Stationen haben bestanden. Für die Vogelpflegestation in der Stadt St. Gallen muss eine neue Lösung gefunden werden.

Wer in Liechtenstein einen verletzten oder kranken Vogel bei einer solchen abgeben möchte, sucht vergebens. «Angesichts des Umstandes, dass im vergangenen Jahr lediglich 15 Wildvögel in Pflege gebracht wurden», erklärt Peter Malin, Leiter des Amts für Lebensmittelkontrolle und Veterinärwesen (ALKVW), «rechtfertigt sich der Unterhalt einer eigenen Vogelpflegestation nicht.» Zudem gebe es auch keinen gesetzlichen Auftrag, fügt er an. Stattdessen arbeitet das Tierschutzhaus in Schaan mit der Wildvogelpflege St. Gallen zusammen.

Tierschutzverein oder Jagdaufseher alarmieren

Wird also ein verletztes oder augenscheinlich krankes Tier in Wohngebieten gefunden, kann der Tierschutzverein Liechtenstein kontaktiert und der Wildvogel dort abgegeben werden. Handelt es sich um einen Vogel, der zum jagdbaren Wild zählt, empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit dem zuständigen Jagdaufseher. Zu den dem Jagdgesetz unterstellten Wildvögeln zählen unter anderem Auer- und Birkhahn, Schneehuhn, Fasan, Ringel- und Türkentaube sowie Stockente, Blässhuhn und Rabenvögel. «In vielen Fällen ist es aber gar nicht so einfach, eine Krankheit von einer Verletzung zu unterscheiden. Deshalb ist man oft gut beraten – gerade bei Verdacht auf Krankheit eines Einzeltiers –, der Natur ihren Lauf zu lassen», meint Malin.

Will man trotzdem helfen, gilt es aus Sicht des ALKVW zu beachten, dass kranke Vögel – genauso wie kranke Wildtiere generell – immer auch Träger von Krankheitserregern sein können. «Es empfiehlt sich daher das Tragen von Handschuhen bei der Berührung oder Aufnahme der Tiere», sagt Malin. Nicht zuletzt auch zum Schutz vor Verletzungen durch wehrhafte Vögel. Ein direkter Kontakt mit Ausscheidungen der Tiere kann ebenfalls problematisch werden.

Neuer Partner muss gefunden werden

Obwohl es keine institutionalisierte Kooperation mit dem Kanton St. Gallen und deren sieben Vogelpflegestationen gibt, unterhielt der Tierschutzverein Liechtenstein bislang eine freundschaftliche Beziehung mit der Wildvogelpflege St. Gallen. Zudem bestand nach Kenntnisstand des ALKVW eine Beratungszusammenarbeit, wie der Amtsleiter erklärt: «Der Tierschutzverein Liechtenstein entrichtete im Sinne einer Anerkennung dieser freundschaftlichen Unterstützung und des damit einhergehenden Austausches eine Spende an die Wildvogelpflegestation.» Hierbei handelt es sich um eben jene Pflegestation beim Naturmuseum in der Stadt St. Gallen, deren Betrieb als einziger nicht bewilligt werden konnte.

Laut der Medienmitteilung der Staatskanzlei St. Gallen seien bei den Aussengehegen nicht alle notwendigen Voraussetzungen erfüllt worden. «Die Station konnte ihre Tätigkeit nicht vollumfänglich aufnehmen, weil eine Aufteilung der Pflegetätigkeit auf mehrere Standorte nicht sinnvoll war», heisst es weiter. Alle gemeldeten pflegebedürftigen Wildvögel konnten indes in bewilligten Stationen platziert werden. Das Amt für Natur, Jagd und Fischerei ist gemeinsam mit der Stadt St. Gallen auf der Suche nach einer neuen Lösung. Somit muss auch der Tierschutzverein Liechtenstein eine Alternative finden. Man zeigt sich optimistisch, dass dies bald gelingen wird. (jka)

 

11. Feb 2019 / 14:19
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