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    Ein Drohnenpilot steuert seine Drohne über eine Parzelle eines Weinguts und sprüht ein Produkt gegen Pilzbefall auf die Pflanzen.  (ALESSANDRO DELLA VALLE)

Sprühdrohnen sind in Liechtenstein denkbar

Als erstes Land Europas bewilligte die Schweiz Sprühdrohnen für Pestizide, dies weil sie als umweltschonender gelten. In Liechtenstein wäre ihr Einsatz denkbar.

Die Drohnentechnologie hat in den vergangenen Jahren einen enormen Fortschritt erzielt und erschliesst immer weiter neue Anwendungsgebiete: Neben den klassischen Flugaufnahmen spüren Drohnen mittlerweile Rehkitze im hohen Gras auf, um die Wildtiere vor dem Mähdrescher zu retten oder transportieren Laborproben von A nach B. Ende Juli hat der Bund den unbemannten Flugobjekten eine weitere Funktion zugesichert. Als erstes Land Europas bewilligt die Schweiz Sprühdrohnen für Pestizide. 

Über zwei Jahre hinweg haben fünf verschiedene Bundesstellen diesen Bewilligungsprozess gemeinsam definiert und dem Einsatz der Drohnen – vor allem die Alternative zu Helikopterflügen im Reb- und Obstbau in Hang- und Terrassenlagen – zugeschrieben. «Das kann grundsätzlich sehr sinnvoll sein und bringt verschiedene Vorteile mit sich», findet auch Klaus Büchel, Präsident der Vereinigung bäuerlicher Organisation im Fürstentum Liechtenstein (VBO). 

Weniger Verwehungen dank der Drohnen
In Liechtenstien gibt es keinen erwerbsmässigen Obstbau. «Der Rebbau ist auch zu klein, um den Pflanzenschutz mit einem Helikopter durchzuführen. Hingegen ist der Einsatz von Sprühdrohnen in bestimmten Rebbergen Liechtensteins interessant», sagt Büchel. Sofern neue Technologien zur Verbesserung der Produktionsbedingungen beitragen, setzt sich der VBO für diese ein. So auch in diesem Fall: Im Vergleich zum herkömmlichen Ausbringen der Pflanzenschutzmittel aus der Luft sind die Drohnen fähig, in geringer Höhe präzise und automatisch gesteuert über einen Pflanzenbestand zu fliegen. 

Laut dem VBO-Präsidenten hätten Messungen in Reb­bergen gezeigt, dass weniger Sprühmittel und damit weniger Wirkstoffe als bei üblichen Gebläsespritzen verweht wurden. Die Drohnen verursachen nämlich einen viel kleineren Luftstrom. Und das ist gerade hochaktuell. Eine Studie der Universität Neuenburg zeigte erst kürzlich, dass 93 Prozent der Schweizer Äcker von Biobauern mit den als Bienengift kritisierten Neonicotinoiden belastet sind. Obwohl Insektizide auf Biohöfen verboten sind. Sie müssen also eingeschleppt worden sein. Die Alternativlösung ist somit umweltschonender und auch kostengünstiger. «Als Herausforderungen bei Sprühdrohneneinsätzen gelten je­doch das geringe Tankvolumen und die kurzen Flugzeiten, bedingt durch den häufigen Akkuwechsel», erklärt Büchel. 

Bewilligungen für Sprühdrohnen müssten, analog zur Schweiz, beim Bundesamt für Zivilluftfahrt eingeholt werden. Im Nachbarland haben bisher sieben Firmen eine solche Standardbewilligung erhalten. Damit dürfen sie ein Jahr lang Drohnen mit einem Gesamtgewicht von maximal 150 Kilogramm einsetzen, die zusätz­lich einige technische Voraussetzungen mit sich bringen müssen.

Pflanzenschutzmittel werden in Liechtenstein bislang über Feldspritzen, zum Beispiel Gebläsespritzen, oder handgeführte Geräte – wie Rückenspritzen für die gezielte Ausbringung auf Kleinstflächen – versprüht. Diese Applikationstechnik wird laut dem VBO-Präsidenten regelmässig auf Funktion und Ausbringge­nauigkeit durch externe Prüfstellen getestet. 

Der Einsatz muss dokumentiert werden
Hingegen gibt es für den generellen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln keine Anlauf­stelle in Liechtenstein, bei der dessen Gebrauch angemeldet werden müsste. Dies obwohl das Wort «Pestizid» schon seit Längerem negativ behaftet ist. So sorgt zum Beispiel der Einsatz von Glyphosat immer wieder für Diskussionen rund um gesundheitliche Schäden, die der Mensch davontragen könnte. Und ständig kommen neue Forderungen von Institutionen weltweit auf, die für die Reduktion des Pestizideinsatzes plädieren. «Die VBO ist keine Bewilligungs- oder Prüfinstanz und kann daher die gesundheitlichen Auswirkungen nicht beurteilen», nimmt Büchel Stellung. Infolge des hohen Anteils an biologisch wirtschaftenden Betrieben sei der Einsatz an chemisch-synthetischen Pestiziden in Liechtenstein aber geringer als in anderen Ländern, fügt er an. Ausserdem gilt der Grundsatz, dass chemische ­Bekämpfungsmassnahmen nur dann zum Einsatz kommen, wenn mit präventiven und nicht chemischen Massnahmen kein ausreichender Schutz der Kulturen vor Schadorganismen ­gewährleistet werden kann. «Nicht-chemische Massnahmen haben Vorrang, sofern verfügbar, wirksam und tragbar», so Büchel. Nicht zuletzt obliegt der Pestizideinsatz strengen Vorgaben: Landwirte müssen jeden Einsatz von Pflanzenschutzmitteln dokumentieren. Darin enthalten sein muss die Anwendung, das Mittel, die Dosierung, der Zeitpunkt und die Wartefrist. Die Stoffe müssen zudem sachgerecht gelagert werden und die Landwirte müssen sich regelmässigen Weiterbildungen unterziehen sowie die Ausbringtechnik kontrollieren. 

Zum Einsatz kommen die gleichen Pestizide wie in der Schweiz. Die bewilligten Mittel werden in einem «Verzeichnis der Pflanzenschutzmittel» aufgelistet und das Schweizer Bundesamt für Landwirtschaft ist die Zulassungsstelle für ­Pestizide. Gesuche müssen bei diesem mit einem Regis­trierdossier eingereicht werden. (jka)

14. Aug 2019 / 14:06
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