• Photovoltaikanlage in Vaduz
    Die Photovoltaikanlage auf der Vaduzer Rheinbrücke  (Daniel Schwendener)

Sonne heizte Solaranlagen ein

Die anhaltende Hitze hat den Photovoltaik-Anlagen und Solarkollektoren nicht geschadet. Die Anlagen produzierten während diesem Juli 22 Prozent mehr Strom als im Vorjahr. In Liechtenstein war der Stromverbrauch allgemein zwei Prozent höher als im Jahr 2017.

So viele Sonnenstunden wie in diesem Sommer gab es schon lange nicht mehr. Sie sorgten dafür, dass der Boden, die Flüsse und Tümpel austrockneten, heizten aber auch die Solaranlagen auf. Unter den Begriff «Solaranlage» fallen die Photovoltaik-Anlagen, die Strom produzieren, sowie die Sonnenkollektoren, die Wasser aufwärmen.

Leistungsverlust durch Wärme

Eine grössere Photovoltaik-Anlage befindet sich auf der Rheinbrücke von Vaduz nach Sevelen. Sie gehört der Solargenossenschaft Liechtenstein. Bruno Dürr, Geschäftsführer der Solargenossenschaft Liechtenstein, gibt Auskunft über die Strom-produktion dieser Anlage: «Sie brachte rund neun Prozent mehr Sonnenstrom als der Juli-Durchschnitt der Jahre 2010 bis 2018.» Eine deutliche Steigerung der Stromproduktion durch Photovoltaik-Anlagen konnten auch die Liechtensteinischen Kraftwerke (LKW) verzeichnen. «Die Produktion im Juli 2018 war fast 22 Prozent höher als im Vorjahr», erklärt Fabienne Lemaire, Marketing- und Kommunikations-leiterin der LKW.

Aber wird es den Solarzellen zu warm, verlieren sie pro zehn Grad Celsius Erwärmung vier Prozent der eigentlichen Leistung, so Dürr. Diese Einbussen seien aber durch die hohe Anzahl an Sonnenstunden mehr als kompensiert worden. Das bedeutet, dass trotz der Hitzewelle die Solarstromproduktion deutlich höher ausfällt als in «normalen» Jahren. Die Temperatur der Photovoltaik-Anlagen beispielsweise sei auf Schrägdächern etwa 30 bis 35 Grad Celsius höher als die Umgebungstemperatur, erklärt der Geschäftsführer. Freistehende Solarmodule erwärmen sich hingegen weniger schnell. Allgemein müssen die Module aber Oberflächentemperaturen von bis zu 90 Grad Celsius verkraften können.

Für die Sonnenkollektoren, die das Wasser aufheizen, ist die Hitze kein Problem. Schwierigkeiten gäbe es bei diesen Anlagen eher mit dem Speicher, erklärt Martin Zinsli von der Lenum AG. Denn die Sonnenkollektoren liefern weiter Wärme an den Solarspeicher, auch wenn die Hausbewohner beispielsweise in den Ferien sind. Dagegen wird zum Beispiel ein Ausdehnungsgefäss installiert, um den Dampf darin aufzunehmen und den Druck zu minimieren.

In Liechtenstein gebe es nach Zinsli mehr Photovoltaik-Anlagen, da diese stärker vom Land gefördert werden. Sie seien auch wirtschaftlicher. Fabienne Lemaire erklärt, dass Liechtenstein weltweit die höchste installierte Photovoltaik-Leistung pro Kopf aufweist. «Liechtenstein ist somit seit 2015 Solarweltmeister», fügt sie an. Insgesamt gibt es 1650 Anlagen. Im vergangenen Jahr wurden 4,6 Prozent des Strom Landesabsatzes durch Photovoltaik-Anlagen erzeugt.

Wasserkraftwerke produzierten weniger Strom

Die vergangenen Wochen sind geprägt von rotierenden Ventilatoren und rauschenden Klimaanlagen. Ob denn der Stromverbrauch in diesem Sommer nicht gestiegen sei? Lemaire stimmt zu: «Der Verbrauch im Juli 2018 war etwa zwei Prozent höher als im Vorjahr.» Das entspreche aber in etwa dem Wachstum, das in diesem Jahr bereits stattgefunden habe. Zudem sei der Strombedarf durch die Ferienzeit im Sommer immer etwas rückläufig und auch Klimaanlagen gebe es in Liechtenstein nicht viele, da sie nur dort erlaubt sind, wo der Strom mit der eigenen Photovoltaik-Anlage produziert wird. Die Hitze war aber nicht für alle Stromquellen positiv. So ging die Produktion der Wasserkraftwerke um 30 Prozent im Vergleich zum Jahr 2017 zurück. «Die Zuflüsse sind mit jenen der Wintermonate vergleichbar», so Lemaire. (qus)

 

10. Aug 2018 / 08:20
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