• Eröffnung Postmuseum Liechtenstein
    Postmuseum-Kurator Hans-Peter Rheinberger ist der neue Präsident.  (WWW.BEHAM.Li)

Philatelisten-Verband knapp an Auflösung vorbei

An der GV des LPHV findet sich wider Erwarten ein neuer Vorstand – sogar mit drei Mitgliedern mehr als im Minimum nötig wären. Präsident ist Hans-Peter Rheinberger.

Das Datum für die ausserordentliche Generalversammlung hatte der scheidende Präsident Peter Marxer bereits festgelegt. Am 30. April, damit rechnete so ziemlich jeder, würde sich das Schicksal des Liechtensteiner Philatelisten-Verbands (LPHV) entscheiden. Entweder gelänge die Bestellung eines neuen Vorstands nach monatelanger erfolgloser Suche doch noch und die 85-jährige Organisation lebte weiter oder das Ende wäre besiegelt. Dass die Nachfolge des abtretenden Führungstrios – neben Marxer gehörten dem Vorstand auch Vizepräsident Hans-Peter Rheinberger und Kassierin Rosmarie Oehri an – bereits an der ordentlichen Generalversammlung am 12. März geregelt werden könnte, zog jedenfalls niemand ernsthaft in Betracht.

Genau so sollte es allerdings kommen. Wenige Tage vor der GV trat die Liechtensteinische Post AG an Rheinberger heran und unterbreitete ihm den Vorschlag, den Verband künftig in administrativen und logistischen Dingen zu entlasten sowie zwei Vorstandsmitglieder zu stellen. Verknüpft mit der Bedingung, dass Rheinberger seinen Rücktritt zurücknimmt und sich als Präsident zur Verfügung stellt. «Unter diesen Umständen», sagt dieser, «habe ich mich dann sehr gerne dazu bereit erklärt. Gerade durch die Synergie Effekte, die sich durch das engere Miteinander mit der Post als Herausgeber der Liechtensteiner Briefmarken ergeben, hat diese Lösung für mich Sinn ergeben.»

«Die Erleichterung war gross»

Die Verbandsmitglieder kamen am Dienstagabend in ihrer Beurteilung zum gleichen Schluss und wählten  neben Rheinberger auch die beiden Post-Vertreter Thomas Dürr und Stefan Erne in den LPHV-Vorstand. Doch damit nicht genug: Mit Sigfried Danler, Heini Windels, Besitzer der schweizweit grössten Sammlung von Liechtensteiner Briefmarken, und dem international bestens vernetzten Sammler Jan Huys, konnten an Ort und Stelle drei weitere Verbandsmitglieder für ein Vorstandsmandat gewonnen werden. Als wäre die Einigung zwischen der Post und dem neuen Präsidenten eine Art Brustlöser gewesen. «Die Erleichterung», berichtet Rheinberger, «war in der Tat sehr gross. Nach einer Stunde war schon alles vorbei. So schnell war zuvor noch keine GV über die Bühne gegangen.»

Das Grundproblem bleibt

Mit nunmehr sechs Personen – allesamt gewählt für die nächsten zwei Jahre – ist der Vorstand des Verbands plötzlich wieder so stark besetzt wie zu seinen besten Zeiten. Dank Dürr und Erne, laut Rheinberger beide um die 40 Jahre alt, ist zudem eine signifikante Verjüngung der Führungsriege gelungen. Gleichwohl: In Sicherheit wiegen kann sich der Verband ob der so überraschenden wie erfreulichen Wende nicht. Das weiss auch Hans-Peter Rheinberger. «Ich mache mir keine Illusionen», sagt der neue starke Mann im LPHV. «Die Philatelie wird nicht mehr der grosse Hit. Gerade beim Nachwuchs. Briefmarken haben einfach zu sehr an Bedeutung verloren.» Entsprechend dürften sich die Mitgliederstrukturen auch in Zukunft kaum nachhaltig in die wünschenswerte Richtung verändern. Das Durchschnittsalter wird weiter steigen, die Mitgliederzahlen werden sinken. Einer Sache ist sich Rheinberger aber sicher: «Für die nächsten zehn Jahre wird es weitergehen.» (bo)

15. Mär 2019 / 14:10
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