• Prinzessin Barbara
    Prinzessin Barbara von Jugoslawien in ihrer Wohnung in Vaduz.

Nach 45 Jahren wieder in Liechtenstein

Wie ist es, nach rund 45 Jahren wieder nach Liechtenstein zurückzukehren, persönliche Kontakte wiederzubeleben und sich an ein gänzlich anderes Leben als zuvor zu gewöhnen? Prinzessin Barbara von Jugoslawien, geborene von und zu Liechtenstein, äussert sich.

Am 12. Mai 2016 verstarb mit 91 Jahren Prinz Alexander von Jugoslawien. Prinz Alexander war zuerst mit Prinzessin Maria Pia von Savoyen (*1934), Tochter von König Umberto II. von Italien, verheiratet. Seit 1973 war er mit Prinzessin Barbara von und zu Liechtenstein (*1942) verheiratet. Prinz Alexander war das älteste von den drei Kindern des Prinzregenten Paul von Jugoslawien (1893–1976) und dessen Gattin Prinzessin Olga von Griechenland und Dänemark (1903–1997). Er wurde am 13. August 1924 in White Lodge, Großbritannien, geboren. Am 2. November 1973 in Paris schloss Alexander seine zweite Ehe mit Prinzessin Barbara von Liechtenstein (*1942), eine Cousine von Fürst Hans-Adam II.. Ihr Sohn, Prinz Dušan, wurde 1977 geboren. Prinzessin Barbara von Jugoslawien ist vor kurzem wieder nach Liechtenstein zurückgekehrt. In einem Gespräch mit dem «Liechtensteiner Vaterland» sagte sie, dass sie nun hier neben den bereits bestehenden auch an ihre früheren Kontakte anknüpfen möchte.

St. Elisabeth und andere Kindheitserinnerungen …

Die Frage nach bereits wieder aktivierten Kontakten von früher bejaht sie, manche aus ihrer Zeit in der Primarschule oder bei den Pfadfindern bestünden noch, ausserdem sei sie damals in der Schule im Kloster St. Elisabeth gewesen. Sie habe auch bereits an einem Klassentreffen teilgenommen und ihr sei auch daran gelegen, dass die vielen anderen erführen, dass sie wieder im Land sei. Damals habe sie auch fliessend Dialekt gesprochen, jetzt sei sie aber nach der langen Zeit aus der Übung. Besucht habe sie zusammen mit ihrem Sohn auch Kinderarzt Dieter Walch, der kürzlich in den von den Jahren her längst überfälligen Ruhestand gegangen ist. Er sei immer zu den Eltern und den Kindern besonders nett gewesen und habe mit Leib und Seele seinen Beruf ausgeübt.

Prinzessin Barbara

Mit einem Bus gekommen und Fuss gefasst

Im März 1945 sei die Familie eines Nachts aus Tschechien über Deutschland und Österreich nach Liechtenstein gekommen, mit jeweils nur einem Köfferchens, in einem Bus von Frommelt. Sie sei zweieinhalb Jahre alt gewesen damals. Zuerst habe man im Waldhotel gewohnt, dann im Fürstlichen Absteigequartier beim Schloss Vaduz. Im Alvierweg habe man dann ein Haus gebaut. Ihre Mutter hat dort als Sekretärin gearbeitet, hat auch Aquarelle gemalt und Keramiken, die bei Keramik Haas in Nendeln gebrannt wurden. Ihr Vater sei ein grosser Jäger und Naturfreund gewesen; viele seiner ausgestopften Tiere seien im Landesmuseum zu sehen.

Wieder in Liechtenstein: Ein Kreis schliesst sich

Sie hat mit ihrem Gatten lange in Paris gelebt und nach seinem Tod nun wieder im heimatlichen Liechtenstein Wohnsitz genommen. Soeben sei sie von der Hochzeit ihres Sohnes, Prinz Dušan, in Belgrad zurückgekommen, erzählt sie: «Wieder ein Abschnitt in meinem Leben.» 1972 hat sie ihren späteren Mann kennengelernt, 1973 haben sie geheiratet. Es sei kompliziert gewesen, da er zuerst noch mit Prinzessin Maria Pia von Savoyen verheiratet gewesen sei. Damals gab es noch keine Scheidungen in Liechtenstein. Bis vor einem Jahr hatten beide in Paris gelebt. Warum sie nun Paris verlassen hat?: «Ohne meinen Mann und in Erinnerung an meine schönste Zeit dort wollte ich nicht mehr bleiben. Auch Paris, das ich an sich sehr liebe, hat sich ja sehr verändert, und so habe ich beschlossen, jetzt, wo ich älter geworden bin, wieder ins Ländle zurückzukehren. So hat sich der Kreis geschlossen.»

Überhaupt habe sich Paris, wenn sie auch ab und zu wieder dort sei, recht zum Negativen verändert, und auch angesichts der Demonstrationen mit den Krawalltouristen und immer wieder vorkommenden Zerstörungen sei sie froh, dass sie nun dort weggezogen sei. Sie habe aber vor dem Umzug in Paris einen Unfall mit mehreren Knochenverletzungen erlitten – jemand hat sie gestossen, sodass sie ins Landesspital musste, wo sie sich ärztlicherseits und von der Pflege her sehr gut behandelt gefühlt habe.

Reisen und soziale Tätigkeit – nun ein ruhigeres Leben

Auf die Frage nach dem Leben in den Jahrzehnten zwischen der Kindheit in Liechtenstein und heute erzählt sie, dass ihr Mann jahrelang bei Cartier gearbeitet habe, dann bei Harry Winston. Sie seien sehr viel auf Reisen gewesen, was auch sehr lustig gewesen sei. Er sei sehr beliebt gewesen. 1941 musste die Familie Jugoslawien verlassen – sein Vater war Prinzregent –,  sie gingen dann nach Südafrika und er war dann in Südafrika Pilot bei der Royal Air Force während des Krieges. Anfang der Fünfzigerjahre konnte die Familie nach Europa zurückkommen, nach Paris. Er hat sich 1968 scheiden lassen, 1972 kam er mit Prinzessin Barbara von und zu Liechtenstein zusammen. «Wir hatten ein sehr schönes Leben, viele Freunde, viele Reisen, auf denen ich ihn begleitete. Er war ja 18 Jahre älter als ich, aber davon hat man nichts gemerkt. Er war  immer sehr jung in seinem Herzen», erzählt sie. «Er liebte es immer sehr, nach Liechtenstein zu kommen. Mein Vater hat da noch zwei Jahre lang gelebt. Er liebte es, mit meiner Mutter, Prinzessin Lily, im Garten zu arbeiten, und wir waren oft in den Ferien hier im Land. Mein Sohn hat hier in Liechtenstein schon als kleines Kind Skifahren und Tennisspielen gelernt.» Dass es in Liechtenstein gesellschaftlich sehr viel ruhiger zugeht als in einer Metropole wie Paris, stört sie nicht. Nach 50 Jahren an gesellschaftlichem Leben sei es jetzt eben viel ruhiger und sie reise ja auch. Über 20 Jahre lang, bis ihr Mann krank geworden ist, hat sie sich auch in einer Organisation um Trisomie-21-Kinder (Down-Syndrom) gekümmert. (vv)

10. Jun 2019 / 06:00
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