• Ein Luchs tappt in eine Fotofalle in Liechtenstein, die vom Amt für Umwelt aufgestellt wurde.  (Amt für Umwelt)

Luchse haben sich in Liechtenstein angesiedelt

Das Amt für Umwelt startete 2017 eine Bestandsaufnahme der Luchspopulation in Liechtenstein – demnach kann ein Luchs-Weibchen mit Sicherheit nachgewiesen werden.
Vaduz. 

Der Luchs ist ein Jäger der Nacht und erinnert mit seinem gepunkteten Fell etwas an einen Leoparden. Auch in Liechtenstein kommt die Raubkatze vor. Das kann aufgrund des Monitoring-Projektes des Amts für Umwelt mit Gewissheit gesagt werden. Die Luchse sind hierzulande in verschiedene Fotofallen getappt, wodurch fünf Tiere nachgewiesen werden konnten – drei adulte und zwei Jungtiere. Von den adulten Tieren kam ein männlicher Luchs jedoch im vergangenen Winter bei einem Verkehrsunfall in der Schweiz ums Leben. Beim zweiten Tier konnte das Geschlecht nicht ermittelt werden. Das dritte Tier, ein Weibchen, hatte in den Jahren 2017 und 2018 Nachwuchs. Zudem konnten Jäger laut Olivier Nägele, Leiter Abteilung Wald und Landschaft des Amts für Umwelt, Fotos von weiteren Jungtieren schiessen. Über den Verbleib dieser kann das Amt für Umwelt aber keine Auskunft geben, da eine Identifikation nicht möglich war. 

Luchs

Immer wieder tappten Luchse in eine der Fotofallen.

«Wiederholt konnten somit über die Jahre 2017 bis 2019 zwei adulte Tiere nachgewiesen werden – das erwähnte Weibchen und das verunfallte Männchen», erklärt Nägele. Deshalb könne davon ausgegangenen werden, dass diese zwei Tiere den ständigen Luchsbestand Liechtensteins gebildet haben. Nun verbleibt noch das Weibchen. 

Länderübergreifendes Monitoring in Vorbereitung
Ob die Anzahl Raubkatzen in den vergangenen Jahren gestiegen ist, konnte Nägele nicht sagen, da der Beobachtungszeitraum zu kurz ist. Dafür müsste das gesamte Streifgebiet beobachtet werden, was eine Zusammenarbeit mit dem benachbarten Ausland bedingen würde. «Die Umsetzung eines länderübergreifenden Monitorings wird aber noch einige Vorbereitungszeit in Anspruch nehmen», erklärt Nägele. Denn das Revier der Luchse kann bis zu 450 Quadratkilometer umfassen – also fast drei Mal die Fläche von Liechtenstein. So gingen die Streifgebiete der zwei residenten Tiere über die Landesgrenze hinaus, und umfassten auch Teile Vorarlbergs und Graubündens. Die Leibspeise des Luchses sind neben Kleintieren auch Paarhufer wie Rehe. Die Raubkatze kann 70 Kilometer pro Stunde schnell sprinten, um seine Beute zu erreichen. Ausserdem ist das Hörvermögen des Tieres extrem gut ausgeprägt, es kann eine Maus auf 50 Meter Entfernung hören. Zudem erlauben dem Luchs seine extrem lichtempfindlichen Augen die Jagd zur Dämmerungszeit wie auch in der Nacht. Die Raubkatze ist jedoch weniger im Fokus des Interesses als der Wolf, da Übergriffe auf Nutztiere beim Luchs deutlich seltener vorkommen, wie Nägele weiss. Auch die Lebensweise ist viel unauffälliger. «Ebenfalls wird das Image des Wolfs eine Rolle spielen, er polarisiert viel mehr», sagt der Experte.

Luchs

Die Liechtensteiner Luchse, wie auch jene im Alpenraum und im Jura sind die Folge von Wiederansiedlungsprojekten. In der Schweiz fand dies vor 40 Jahren statt – seither konnte sich die Population stabilisieren. «Gemäss der Roten Liste der IUCN (International Union for Conservation of Nature) gilt der Luchs weltweit als nicht gefährdet», führt der Experte aus. Da die Raubkatzen in den Alpen jedoch Nachkommen von relativ wenigen ausgesetzten Tieren sind, werde vor allem die genetische Variabilität der Luchspopulation überwacht. (qus)

30. Mai 2019 / 16:20
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