• A little girl sneezing in to get elbow
    Keuchhusten ist eine hochansteckende Infektionskrankheit der Atemwege.  (StephanieFrey)

Zwei Keuchhusten-Fälle an Schule in Mauren

An der Gemeindeschule Mauren/Schaanwald wurde die hochansteckende bakterielle Infektionskrankheit diagnostiziert. Verschiedene Massnahmen sind notwendig.

«Es gibt zwei Fälle von diagnostiziertem Keuchhusten an unserer Schule», informierte die Gemeindeschule Mauren/Schaanwald Ende Januar in einem Schreiben an die Eltern der Kindergärtner und Schüler. Da es sich dabei um eine hochansteckende bakterielle Infektionskrankheit handelt und sich an der Schule nicht weiterver­breiten soll, sind verschiedene Massnahmen notwendig.

Die Schulleitung rät den Eltern unter anderem, den Impfstatus zu überprüfen. «Wenn der Impfstatus nicht vollständig ist, sollten die fehlenden Impfungen nachgeholt werden, auch wenn die Diagnose eines Keuchhustens nicht bestätigt wurde», schreibt die Schulleitung. Sie bittet die Eltern, den Impfausweis des Kindes zu kontrollieren und sich bei unvollständiger Pertussis-Impfung an den Kinder- beziehungsweise Hausarzt zu wenden.

Sollte das Kind unter anhaltendem Husten leiden – zu Beginn sei der Husten nicht speziell stark – solle ein Arzt aufgesucht werden. Stelle sich dabei heraus, dass es Keuchhusten sei, müsse umgehend die Schule informiert werden. Alle Kinder, Lehr- und Betreuungspersonen mit einer bestätigten Keuchhustenerkrankung müssten der Schule fernbleiben, so die Gemeindeschule Mauren/Schaanwald. Es sollte eine antibiotische Therapie eingeleitet werden. Am sechsten Tag der Therapie könne die Schule wieder besucht werden. Ohne antibiotische Therapie gelte der Schulausschluss für 21 Tage ab Symptombeginn. Sollte der Arzt das Kind vom Schulbesuch dispensieren, müsse die Schulleitung informiert werden. 

Heftige Hustenattacken bis zu Atemnot und Erbrechen
Keuchhusten ist eine höchst ansteckende Infektionskrankheit der Atemwege, die durch die Bakterien «Bordetella pertussis» und seltener «Bordetella parapertussis» ausgelöst wird. Diese Bakterien produzieren ein Gift, das Pertussis-Toxin, das für die Hustenanfälle verantwortlich ist. Es führt dazu, dass sich die Bakterien gut an den Schleimhäuten der Atemwege anhaften und vermehren können.

Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion beim Niesen, Sprechen und Husten. Eine bis drei Wochen nach der Ansteckung kommt es im ersten Stadium der Krankheit zu grippeähnlichen Symptomen mit unauffälligem Husten. Nach weiteren ein bis zwei Wochen entwickelt sich daraus der typische stakkatoartige Husten, der bis zu sechs Wochen anhält. Bei den Hustenattacken wird ein zäher Schleim ausgeworfen, oft gefolgt von Erbrechen. Die Erholungsphase mit langsam abklingenden Symptomen dauert Wochen bis Monate. 

Keuchhusten kann jeden betreffen
Bei Neugeborenen kann die Krankheit Atempausen und -stillstände verursachen. Weitere gefürchtete Komplikationen, vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern, sind Lungenentzündungen, Mittelohrentzündungen, Krampfanfälle und Hirnerkrankungen. Bei Erwachsenen kommt es nur selten zu schweren Nebenwirkungen, doch der anhaltende Husten kann den Schlaf und die Tagesaktivität deutlich beeinträchtigen. 

Keuchhusten kann laut dem Schweizerischen Bundesamt für Gesundheit (BAG) Menschen in jedem Alter betreffen. Jedoch schützt die Impfung gegen Keuchhusten (DTPa), die zu den Basisimpfungen des schweizerischen und liechtensteinischen Impfplans gehört, Kinder, Jugendliche und Erwachsene in den meisten Fällen davor. Laut BAG beträgt die Wirksamkeit der Basisimpfung von Kindern etwa 90 Prozent gegen schwere und circa 70 Prozent gegen alle Krankheitsverläufe. Schwangeren wird die Impfung ebenfalls empfohlen, da diese zu einer Schutzrate von über 90 Prozent für Säuglinge in den ersten Lebenswochen beiträgt. 

In der Schweiz ist die Erkrankung mit jährlich mehreren Tausend Fällen nach wie vor verbreitet. Im Zeitraum von 2010 bis 2014 wurden laut BAG jährlich durchschnittlich 8700 Fälle gemeldet. Der Anteil an Jugendlichen und Erwachsenen unter den Patienten stieg in den letzten Jahren tendenziell an. Aktuell werden jährlich circa 30 Kinder aufgrund einer Keuchhustenerkrankung hospitalisiert. (bc)

05. Feb 2020 / 05:30
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