• Kindergarten Fuchsbau, Eschen
    Elias Kindle bereitet mit den Fuchsbau-Kindern den «Znüni» vor. Ein fester Bestandteil im Konzept des Privatkindergartens in Eschen.  (Tatjana Schnalzger)

Fuchsbau muss schliessen

Zu wenige Neuanmeldungen für den Privatkindergarten Fuchsbau in Eschen.
Eschen. 

Nach nur drei Jahren Betriebszeit muss der Privatkinder­gar­ten Fuchsbau wieder schliessen. Der Grund: Für das Schuljahr 2020/21 gingen zu wenige Neuanmeldungen ein, sodass der Kindergartenbetrieb nicht möglich ist. Lediglich vier Kinder waren angemeldet – das Minimum, um einen Kindergarten betreiben zu dürfen, liegt bei fünf. «Natürlich sind wir enttäuscht. Wir haben viel Zeit, aber vor allem auch viel Herz­blut in das Projekt gesteckt», sagt Elias Kindle, Präsident des Vereins für Lernorte, der den Kindergarten ins Leben gerufen hat und betreibt. Allerdings soll das Projekt nicht ganz beerdigt und in einer anderen Form fortgeführt werden.

Von Beginn an schwierige Situation

Es war ein mutiger Schritt, als sich im Jahr 2017 Menschen aus verschiedenen Berufsgruppen zusammentaten, um in Liechtenstein ein neues Bildungsangebot zu schaffen. Innerhalb kürzester Zeit erstellten sie ein Konzept nach den Schulreformern Wild, Montessori und Freinet, was es in dieser Form in Liechtenstein noch nicht gibt. Dabei steht das freie Lernen im Vordergrund, damit sich das Kind im eigenen Tempo entwickeln kann. Der Einbezug der Natur war den Initianten ebenfalls wichtig. Der Fuchs­bau sollte eine Alternative zum bestehenden Bildungsangebot sein.

Bereits im Sommer 2017 startete der Privatkindergarten Fuchsbau, der seinen Standort im Flux in Eschen fand, mit neun Kindern ins erste Schuljahr. Kinder und Eltern waren begeistert und nahmen das Konzept gut an. Trotzdem war es von Beginn an schwierig, genügend Kinder zu rekrutieren. Die Fuchsbau-Familie wuchs zwar auf 15 Kinder an, doch erst bei 20 Kindern wäre der Kindergarten selbsttragend gewesen. Deshalb wurde das Angebot mit einem Waldtag und einer Erlebniswoche im Freien erweitert. Auch hatten die Initianten immer das Ziel vor Augen, den Kindergarten mit einer Schule zu erweitern. Dazu wird es nun aber nicht kom­men. Die Gründe, weshalb die Anzahl Kinder im vergangenen Jahr sukzessive abgenommen hat, sind vielfältig: Umzug oder finanzielle Situation spielten unter anderem eine Rolle.

Findet das Konzept zu wenig Anklang?

Weshalb aber für das kommende Schuljahr keine Neuanmeldungen eingingen, ist für den Verein für Lernorte schwierig zu eruieren. «Uns stellen sich vor allem zwei Fragen: Findet das Konzept zu wenig Anklang? Oder ist es uns nicht gelungen, den Eltern unser Konzept zu verdeutlichen?», so Kindle. Auch der Standort in Eschen sei manchmal ein Thema gewesen. Hinzu kommt, dass ein Privatkindergarten vom Staat nicht finanziell unterstützt wird und die Eltern für das Schulgeld selbst aufkommen müssen. Aber trotzdem könne es nicht allein daran liegen, da andere Privatschulen viele Neuanmeldungen hätten. Der Verein für Lernorte möchte sein Projekt aber noch nicht ganz aufgeben. «Unser Ziel ist es, das Projekt in einer anderen Form weiterzuführen – wie, das ist allerdings noch offen. Auch wissen wir noch nicht, ob oder wie wir das Kindergartenhaus in Zukunft nutzen werden», hält Kindle fest. (manu)

23. Mai 2020 / 13:13
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